Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 682 (18.12.1920)
- Date
- 1920-12-18
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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/ Nr. 682 Wien, Tarristas ZWv MdLsch-MMscheR WerftLmÄ5guirg. - WarKchav, i/DeMbeö. (Lud. Aptr-Bur). Bor xm'gcn Tagen hielt emer deÄhrer der polnsscheu sozialistttcheü. Partei (P. P. S.), H. Ja emb a, den ersten Vortrag emer von der P. % S. veranstieten BoMagSsevle über d:e Frage der « a 1 i o n a l e rr i n d e r h e i t e n in Pol^«, unter dem Titel: «Ukrainer, fcutfdje und Juden". Der Referent lührre ans. daß Polen als SM. der von vielen Nationen bewohnt ist, aus dem Wege der Om'lmunksder klerneren Nationen nicht fortschrei, vit fStmc* pie Deutschen und Ukraine als territoriale Gruppen müsse; eiue lerritoricle und die Juden eine a o f t a n a l-/w l t u r e l l e A u t o » o m i e erhalten. Die Juden «küssen Recht haben, e i g en e Sch »len, Thr ater» Ä e h r a « stJ|t e N Ortz andere kulturelle Institut oiren in eigener SpxachÄrr besitzen und Staat sei v crp slichtet, r,u d e r t n E al t u n g b eizutrag e n. Redner svrach sich jedoch pegri eme jüdischr P.'rsoniilau'.ouom'e anS, wie sie m der Ukraine wa — An der Debatte beteiligt rr sich Bmirter fass sämckcher jüdchcu Parieren. Sre drückten ihre .strlinrdenlhit aus. haß bei den npannten Beziehungen zw schen Pole« und den Juden auch ehr che Worte hkMl'ch der geuchstr, Forderungen der Juden voueinem Polen gehört werden. Die MdeRfrage in A«mL«ie«.: . 10^ Dezember. .Verspätet. <Jüd. Korr.-' Hur.) „M-aiLuirea" nimmt im Zvitattikt Siel-, lpng zur L^ronreds des KönigZ und drückt das BefcWMfä&tt d.sr /unränischon Jn-:e'nh-2it aus, daß die Mronrchs.'mft fiel Worte, die Politik der Regierung 'den. I ujb e n g^enäber erwähnte, als vv der König nicht wüßte, ügß bas neue Rumänien..eine zahtceiche jüdische JLhöLkernrjg hat, deren Wünsche und FovsterunZeu an den Staal nach immer unerfüllt düeüLn. Das Olatt fragt, vü die vielen Iudendek'reLö dem König ' nicht bekannt seien und ob Mich die K.-onr den Mi n or.it siten'v er trag von'Sa in t-Ge nn a i n u'nbea'ch te t Msn. will. .Die ruMLNischo JuLonheit ist ob der ihr bei jeder Melegeuhvibzuteil.,-werdenden Ber-. achtWg, dlie hie kßnigüche Thronrede besiegelt hat, Uef gekrWt und 'empsrrcbe't. dies' umso schurerzlicher, als die Desorganisation unter den rumänischen. Mheu.einen heiteren Änsßlick ftn jbie...Zukunft' nicht' «H&i&l, "'' ' / " . 7.' *rv ‘ t ,; ' .WiEiisv'Mör'gsrLKskSrrUK' '18. Dezember 1020 "" /GeSr'^- tzK W tt, %% 8L» il? W 6 / v-V B /, w Me Vorgänge ln dsr Slswakei. Angriffe ZandZvirtschafLlrcher Arbeiter «rrf s '"7 Perebery. / - ' v l Preßönrs, 17. DezemSey .(LHschvDolöakrscheS' Preßbureau.) Gestern beschloß der Streikausschich von Vrable (Verebely), wo bÄher nicht gestreikt wurde, 'daß die streikende landwirtschaftliche Arbeiterschaft die Stadt bssetzen ^solle/ Ferner wurde.bejchlossen,- haß^ ein ' NevolutihnsrE die; Verwaltung sibernehme.^? Udgesähr : 2W streikende. lapdwirLschaftliche Arbeiter begaben - sichgestern tatsächlich.auf Len Wog -m die Stabt, doch zerstreuten sie sich auf Zureden der Sicherheitsorgane. Nachts wurde-der N'evölutionsrat in Vexebely verhaftet. Heutefrüh zog wiederum .eine ^-größere Anzahl von Ärbeitern zur Stadt und drang dort ein.. Die Sichere heitsörgane erhielten den Befehl/ 'die' Stadt' von' vm> dächtigen.aufrührerischen Elementen zu säubern. Ms eine aus zwei Gendarmen und zwei Soldaten bestehende/ Patrouille durch die Stadt zog, wurde sie aus» einem Hause mit Steinen und NevolveKschüssen - angeMffen und-schließlich von den Angreifern umzingelt. Die Pa° > Lf ouille war gezwungen, von der Waffe Gebrauchzu - machen, wobei drei. Männer ,.6 e t ö'te t - und. eine - Frau lSicht verwundet wrrrden. Der Vorfall hatte zur. Folge, daß alle Streikenden sich sofort aus der Stad.L entfernten. Die Behörden haben^ die entsprechenden Maßnahmen getroffen, so daß weitere Unrühen nicht zu befürchten sind. .Sonst herrscht in.der ganzen 'SloEei Ruhe und es wird gearbeitet. : . - 7 MLe Mas?MV§rhÄ?L«BeK in Bs-hmeN. i ,s Prag, 17. Dezember. (Tel.^Komp.) 'Wie-' die ^,IriVüna" erfährt, sind im Laufe des heutigen Bor- .mittags weitere/90 Mitglieder der' revolutionären Aus-' schüss? in Prager Gefängnisse L.'ngelieferd.worden. Einige.. Zklubs —77 man spricht auch von einem Klub der Gewerk-? schaftAabgeordneten -i-> haben heute beim MinisLo^- : pröfchettteir Ccrny wegen deren Enthaftung inter.v^njerj-> :Md erhielten ine. Zusicherung, bas; diese, Mgtzq, die Häftling .kein enber-s - belastendes Material, fy«*. ' liege, im Lause, des hrut'gen Tages sreigelafsen. werden .würöLU. D'ie gleiche Zusicherung, erhielten bfa,$ntßt* ■ dinierenden von maßgebenden Faktoren,bes OüerstM^ .'Landes-StrasgerichteS. ..... . .. ... . . -7 Mährlch-Dstrau« 18. Dezember.' .(Tschecho-flow^ Preßbur.) In der ,gMrn abgehaltenech Sitzimg deh... iPertränbuZmänner und Vertreter der .Linken iv'ürdD'. .beschlossen, die A.beiterschast aüfzüfo'tdettt, die. Arbeit wieder aüszunehmen. ' . ' BrLrm, 16. Dezember. (Tschecho-slvw. Preßbur':h .-Hr^r-herrscht vollkommene Ruhe. Die ÄrbeiLerhäbenl^ die Arbeit wieder änfgenommLn. Brünn, 17. Dezember. (Tschecho-slowakisches Preß- Lureau.) Heute vormittags, ist hier der Redakteur der- „Novnost", .Karl Votava. .wegen Aufruhrs verhaftet undidem Strafgericht eingeliefert worden. - l Prag, 17, Dezember. Nach einem Bericht der „Tribuna" aus Mährisch-Dstrau wird im dortigen Revier, auf 1-1 Schächten Normal gearbeitet, auf weiteren acht Schächten ist. ein großer Teil der Belegschaft emgefabren.^ Auf 18 SchüchLen wird'noch gestreikt.' Prag, 17. Dezember. Die Brunner „Lidove Novinh^ bringen nachträgstche Berichte über die' Vertreibung der? Kommunisten aus "dem Brunner Elektrizitätswerk r» Oslavan, wobei es in der Nähe der Ortschaft zu erneut regelrechten Gefecht mit den Kommunisten kam, die nach zwei Angriffen in die Flucht geschlagen wurden.' Dabei wurden zwei Kommunisten getötet und sechs verwundet. darunter einer schwer. 60 Kommunisten würdengefangengenommen, drei Maschrnengewehre erbeutet untz außerdem zwei Kommunisten, die die Gendarmerie syp\ griffen, von dieser erschossen. 7 KZMPfs Sei SchMeriM«-. ' ’ Sk#, 17. 5>;j<in'ccr. Dc>! UkrainUch: Prosschirnft meldet nus. E'crnowis',: Aus Mohre..o-P-K'vlsk .ist die- Nachricht eingetroffen, daß . längs der Ei^enbahnstr-e.Ä Schmerink-a—V-apniarka ein großer Kampf zivij'chen'den-ukrainischen Anfstärrdischen und den raren. Truppen seit .10. d. M. eulürannt ist. Äm' Dnjestr - vernimmt Mau deutlich den-'L^-anonendonn-er und der gsrütete Horiz-ont läßt auf brennende Dörfer schließen. ProZetz gsgen nnm HsrLhh-BaAdLLerr. Drrd«pest>^ 17. Dezember/.' (Ung.- ’ Tel.-Korr.-Bur.) dem Zivilgerichtshof als Stawrialgericht beg-ann hsikts-i -- die LerhLndbttdg. geg^n den Elcltro^ch.riLer Emmerich Meszaros, der beschuldigt 'ft, am 10- November den Polizisten Szltra ermordet zu haben. Der Vngeklagte machte g^lteich, Laß er noch heute Soldat sei. Die Anklage lautet auf vorsätzl'.che Tötung. - Der- UnzeMgLe erklärt sich als nicht sch uldig Md behyuptei. Soltrg habe während des Wortwechsels, sein Gewehr auf ihn gerichtet und geschossen. Daher sei sein Schuß nur Notwehr gewesen, wobei er Soltra nicht töten habe wollen. Es sei auch unwahr, daß er den sterbenden Goltra gestoßen und geschlagen habe. Es würhe hierauf eine Reihe von Zeugen ver-- tyMMn, darunter Mitglieder einer PairoMe .des. Prftannig-Detachements, die bei dem Vorfall, anwesend Die meisten Zeugen geben an, n'chtS zu wissen (!), nur Mer «rklürt. Weszaros habe. auf. zwei bis drei schritte Enlsernung auf Soltra geschossen. DU Affäre ErzSerser-Hrlffeeich. Leipz'g. 17. Dezember. In dem Neviswnsvsrver sah ren ^rzherger-Hßlsfexich tr-a ten d '.e Anw 3 lte Le '.der Parteien unter Darlegung der )uriftlsch?n Grünte für ein« Revision de? P.wzesses ein. -Dev Rcichsgnwalt nahm die vor'geürachwn'Cinwendungeu gegen das Urteil durch und gelang.« zu dem Antrag, Letl)e Revisionen als unbeg-findet zu verwerfen. Das Urteil wird am 21. Dezember verbündet werben. Der WqrS«rger M«eLprozetz.^ De« ^anlsanwalt für de« Freispruch 'per' Mörder. ,'. H-flbn, 17. Dezember. Die Blätter meldest aus Kassel: In dev hen.igen Bcr.handlnng gegen die Mstvbnrger Studenten' führte dev Staats- L.ntxstrt ist seinem Plaidohev unter anderem aus,; das Gericht dürfe nicht unt.w dem Einfluß dev Linksypev. Rechrs'pres,e stehen. Es sei erwiesen, laß ein rn'litorisches Eingreifen gegen das Bestehen einer Noten Ärme^ durch Pie Zel sreiwilug.'n notwendig war. Der Sta-atsanwatt kam sch.ießlich zue Ansicht, daß fäuitlichs Schuldfragen bei den Angeklagte» zu verneinen sein. Dse Kosten Äes BÄLKerÄNNhes. Genf, 17. Dezember. Der Voranschlag des-Völker' bcä fiii* das dritte OWMftSjahr 1921 sieht 21 Millionen Goldfranken an Ausgaben und Einnahmen vor. Die Ausgaben für daK Ewneralsekretariai betragen 6,6, fifr das Arbeitsamt 7 Millionen, für die Genfer Tagung »l-0.000, und für Veröffentlrchnngen. 100.0UU Goldsvaulen. Die Ausgabenfür den Völkerbund bis Ende Dezember •1920 betragen 10 Millionen Goldfranken und.29t.000 Pfund, Sterling. Die Verteilung der Kosten auf die Staaten 'erfolgt nach dem Schlüssel des Weltpostvereine?. Sine Kommission hat der-nächsten Versammlung Lber eine andere Verteilung zu berichten... da sich. besonders die kleinen- Staaten über^-dre "Höhender ÄtzitLäge?! beklagen. Grg§p. die M«Nfä«dNKgder Wierrer - KmiftgLKeAsK'kdri . Genf, 17. Dezember.-^Das Komitee der-A^gememen Kultu rgesellschast ersucht in' einem Telegramm den Generalsekretär des Völkerbundes, die Verpfandung der Wiener Kunstgegenständezu v e r h i n d e r m da sie die .Wiederanfrichtnng des schwergeprüften Landes micht eriuöglicheu würde. Der Völkerbund möge denchVe-.- teiligten jede andere-Losung empfehlen. / .. :©ie Lage -der J«d«n1«-ÄftKÄeÄ. In der »Frankfurter Zeriung" Lespr.'cht Professor Berg strätze.r . in einem?ut- . informierenden Artikel, dis Lage der in Litauen. Professor Bergsträßsv rübct . darin crus: . .. In all den Ländern, die zu dem. ftüheren russischen „N-ordwestgebiet" gehören, bedeuten die Juden etwas völlig anderes wie bei «ns. Schon rein zahlenmäßig machen sie in Litauen. etwa ist Pvozent der Bevölkerung auS, und zwar so, daß ihre . Zahl in den Städten unter Umständen bis auf fast 50 'Prozent steigt. Auch ihr kulturelles ösrhülrmS zu den übrigen Einwohnern des Landes ist von dem, etwa der deutschen Juden völlig verschieden, denn sie haben sich durchwegs dort eine besondere Sprache, eine besoftdece geistige Welt und eine völlig reine Rasse erhalten. Auch konfessionell ist der Unterschied stärker, da der Ostjude durchwegs feinen Glauben bewußt und streng einhalt. So ergaben sich für den ÜtMifchen Staat aus der Zugehörigkeit von rund 160.600 Juden auf dem bisherigen kleinen Gebiet wichtige Probleme. Dies-e, Juden müssen mit dem neubegründeten Staat verfMLden werden und das kann nur durch einen Ausgleich geschehen,, der sich notwendig auf dem Doge einer mehr oder minder großen Selbständigkeit, und Selbstverwaltung der Juden bewegt. Der andere Weg, die Juden mit. Gewalt vom Staat zu trennen, ist in Litauen nicht beschritten worden; vielmehr ist m<*m folgerichtig dazu übergegangen, ihnen eirw weitgehend« A u t o n o m i x nicht nur praktisch, sondern auf gesetzlichem Wege zu gewahren. Seit dem Juli 1916 befteht ein eigenes Ministerium, für jüdische. Angelegenbc'iten. Sein Leiter ist, wie alle cnlderen Minister, Mitglied des iKa-bineits. Seine Beamten sind Staatsbeamte. Die Aufgabe des Minisberiumv besteht darin, di« jüdische Be« völierung als Mtio-naile Minderheit in allen AngelegenhLi.cn zu vertreten, nicht nur im kulturellen und kirchlichen, sondern dariik»er hinaus auch in wirtschaftlichen.und nationalen. Das Mimitcrinin gliedert sich in eine S ch u l a b t e i { u n q, eine Abteilung für Gemeindeverwaltung, eine ökonomische und eine Prssseabteilung. Der Minister hat -el? der Juden Jnili.itivrtcht »n allen jüdischen An» v'r i'ul t»LN Staaicrll'cLsrde« dvc litcruischLn Staatssprache, mit den jüdischen Behörden -tfljj; jiddischer Sprache. . -l Die. erste Aufgabe des Ministeriums bestanddarin,'- überall, wo jüdische Minderheitsn vorhanden waren, diese zu organisieren iuü> dafür zu sorgen, daß die litauische - Regierung sie als. Träger der gugLstandenen Selbstverwal» - tung anerramnie. Es wuvden Gemeinideräle gebildet,; devrn^ Kompetenz sich außer auf die auch in Westeuropa üblicher;^;.coligiöS-wvhltärigen 'Angelegenheiten auch auf das Schuf?- -und gesamte Wldungswüsen sowie auf das Gebiet der son-.. stcgen sozialen Hilf« und naüvnal-en. Organisationen erstreckte« - Diese Gemeinden sind Zwa-ngSgemeinden, d. h. alle in einer. .Gemeinde; vorhandenen Juden sind ohneweiters Angehörige; dieser Organisation. Wer austritt, verliert das Recht, die - -vonder Gemeinde geschaffenen Institutionen zu benützeru/ Dw Wahlen vollziehen sich auf demokratischer Grund-- stage. Der Minister schreibt sie aus und prüft sie. Die Ge->.?m/mde hat, S t e u e r r e ch t über ihre Mitglieder. .Sie . zieht, 'die Steuer selbst ein. Im Richtbeitreibungsfälle-gÄht die Ei'ri^ §rehung auf die staatlichen Beamten über.'- Jm -Jänner 1926 'trat auf Veranlassung-des Ministeriums in Kowno eine Vertretung aller jüdischen Gemeinden zusammen. Sie beriet dis jüdischen Angelegenheiten und beschloß die Gründung eines.- Rationälrates aus 34 Personen. Dieser wird ' das höchste- Organ der jüdischen Minderheit innerhalb seiner autonomen -Ordnung sein und ist -befugt/ in ihrem Namen zu svvechen.''! ^Ääch der Verfassung des NatiönalrateS ist der Minister für jüdische Angelegenheiten ihm verantwortlich^ und' verpflichte^'- ^Vorlagen ihm zur gutachtlichen Aeußerung vorab' zugehrn- ,zü lassen. - - - - ' Die Autonomie der Juden in'Litauen umfaßt:' i; Die Angelegenheiten der Hultgemeinden;! 'S. da§ gesamte Schulkyesm fü? die Juden; ' « , 9. die gesamte soziale Fürsorge e-inschließlich dE ökonomischen Hi-lfswerke. I l Bezüglich deS Schulwesens.bestehen für die Juden Lie^. selben Rechte der Nationalität, wie sie auch alle änderest , Minderheiten haben. Sie haben eigene Volksschulen, die vom Staate unterhalten werden, und das Recht, höhere Schulen zu begrünLen. und.-zu unterhalten, mit der, Verpflichtung,^ idatz i»! beiden Schulgattungen die litauische Sprache gelehrt wird. Auch für die Juiwn besW im Prinzip die allgemeine Schulpflicht.- Der S t a a i unterhält die jüdischen Volks-" schulen.. Im Kultusmin-isteri-um ist ein eigener Visttator fun>: das jüdische Schulwesen bestellt.; -! Ist so die politische Lage der Juden im litauischen Stauf, -vom- Standpunkt der Juden aus durchaus befriedigend, sokann ein gleiches von ihren wirtschaftlichen Ve^.. hältnissen nicht gesagt werden. Wie die ganze litauische,. .A^völkerung, haben auch die Juden schwer unter deyr- Kriege -, -gelitten und für sie gestaltet sich bet Neuaufbau wenigex < leicht, denn die städtische Bevölkerung - ist dabei -an sich - ist,j 'schwererer Lage und für die litauischen Judpn kommt hmzu^ öytz sie im Jahre 1915 beim Rückzug, der Russen zum großen-^ Teil evaknie rt wurden urrd dadurch städtische HaudwxrkU und Kaufleute große Verluste an MobUiar und Betriebs, Mitteln erlitten. Besonders das jiidifche Handwerk, ist schwer geschädigt und die mißliche Lage der Jude«, die darr« besteht daß sie schon vot dem Kriege in unverhältnismäßig großem Prozentsatz Handel trieben, hat sich noch gesteigert. Man sucht diesen Nöten jetzt durch systematische Förderung des W^ederi, uM'auHZ zu k-egeguLU und diese BLsirc.bu.ngen werden not.