Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 669 (5.12.1920)
- Date
- 1920-12-05
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Wim Sonntag Wiener Morgenzeilung Die Lawine des Orients. Der unter mysteriösen Umständen erfelyte Tod -os griechischen Königs bot die Lawine der Orientkrage ins Nöllen gebracht. Tie Mistwirlsclxitt der ^enizelisten in Griechenland, die ibre ewige?l^rar.krise hinter eine«' uferlosen äußeren Politik roll blendender, aber die Volkskraft ver^elirender Erfclge verstecken wollten, hatte der-Partei des im Weltkrieg ans dem Lande gejagten EF'KönigZ Konsta! t'm einen mächtigen Aiisschwung rerliehen, der sich bei den Kammerwoßlen in einer schweren Niederlage'VenizeloS' änderte. Ter Szenenwechsel roll' 50g sich mit der bei Vaikanenre'gnil'en gewohnten Schnclligkit und stellte die Ententestaaten vor eine völlig neue Situation. Tie Thronfrage berührte die Emn.findlichkeht der grasten Staaten, die dem ttöitig Konstantin seine deutschfreundliche. Haltung nicht ver» zeibcn können: aber darüber hinaus befürchten sieeine Totalrevision in der .Haltung Griechenlands in der Mittelmeerpolitik. Wieder fliesten die Sorgen 11m den Balkon und um Vorderasten .inenmnder und das alte Tepresfions'entrum dev Welt.-der Üirkische Winkel, - rückt von neuem in das pol't'sche Beobacht"ugsselD. Es ist ein wahrer Rattenkönig schmerzlicher Probleme, ein altes Schlachtfeld der Diplomatie und leider auch der mit Vlut und Wohlstandbeteiligten Dylker. Was die Könige entzweit/büßen-die Achaisrl Denizelos. hat den Traum vom großen Griechenland in Leben gewandelt. Er hat die Grenzen des kleinen Lan-, des ausgedehnt, die uralte Rasten- und Religiönsfeindschaft zwilchen Griechen und Türken durch vorsichtiges, leidenschaftsloses, aber beharrliches Handeln zum Anstrag gebracht. In ibm siegte aber av.ch dos Inselgriechentum gegen das van der . Dynastie revrä^entierte konservative Festlandsgriechentum. In diesem S'eg liegtaber auch die Gefahr des Zusammenstoßes - mit dem die Hegemonie im Mittelmeer anstrebenden Italien. die nur deshalb nicht akut wurde, weil wieder die französischen Asrirationen'nud die Interesten des ans den Weg nach Indien bedachten e^g'ischen Tmver'um dazwischenlaufen.. Vemzeles trat affen auf die Seite Frankreichs, das ibm den Todcckcmcs. auf die Italien Ansprüche er« hob. und das thrazifche Land bis zur Enos-Midia-Linie zusicherte. Auch das Gebiet um Smyrna wurde ihm in lockende Aussicht gestellt, falls es ibm gelänge, es mit den Waffen zu behaupten. Tie griechische Armee, die im ersten Valkankricg durch die überraschende Besetzung des von den Vulgaren eroberten (Loloniki. im zweiten Balkankrieg durch ihren nngehinderten Vormarsch gegen die bulgarische Südgrcnze die Entscheidung am sich gezogen hatte, nabm, nun gemeinsam mit eng'nchen Kontingenten die Aufgabe auf sich, den bei Jsmid verschanzten- Mnstavha Ke mol in Schach zu - halten. Ein Teil der Armee.erschien im Vorgelänöe von Koüsrcm» tinöpel, ein anderer nahm Smyrna. ' Wenn nun Griechenland in seiner ErpanfionZ- Politik inuebält, seine Kräfte auf die Bekämpfung des Hungers seiner Vergbauern konzentriert und die, Armee zurückberust, so gerät das ganze Gebäude der Entente in Kleinafien ins Schwanken. Tie französische Aufstellung in Syrien ist im Rücken durch die, türkischen Nationalisten bedroht, mtf dem Balkan winkt den dort lebenden Halsabschneidern der, unterschiedlichen Dölkertrümmer neuer Lorbeer, die Inselfroge lebt wieder auf und die in Paris rnch London, recht zahlreich vertretene Gemeinde der Oricntpolitlker erhält neue.Gelegenheit zu Brandstiftungen. Aber auch die türkische Frage, die, man durch den Vertrag von Sevres für erledigt hielt,, steigt wieder am Horizont auf. Tie vne'migkeit der Mächte, von der die Ctambuler Kalifen so lauge herrlich und in Fi enden leben konnten, hatte im Kriege schwei-wn müssen, -da r>ic Äii.kei der offene Feind war. Run ift. mit ihr Frieden geschlossen, worden: rnau bat sichdamit gebolfen. einen Teil des Preblems noch dem andern alTzi-fcheiden. und feine Klärung zu vertagen. Rim aber ste^ man vor der griechischen Absage: der Umschwung in der türkischen Welt, durch Einißäre der russischen' Bolschewiken und durch Abei'tei'rer ans der ganzen Welt -genährt' und verbreitet, wirft seine Wellen über den a"^cn Islam. Tie Entente hat üch dazu entschließen wüstem in einer Konferenz der lästerten Minister das. heikle Thema durch,; ulmroten. Sie ist damit noch nicht zu Ende gelangt und hat sich bisher nur auf einen, durch allerlei Drohungen gewürzten Apnc-ll an Griechenland einigen können, in dem auch die Revision des Vertrages'von Sevres anaediobt wird. Das ist aber, wie die Tinge liegen, mebr ein Wink an die Adresse des türkischen Lesers der den Sriedenkvertrog in A'—-"ng der ko!"n,enden-Tiuge lächelnd uvsersck"'ieben E'p g7''-t mit hierein Vertrag io wie mit den anderen Verträgen, die Elcuicnceau und Fach diktiert haben. Tie Weltgeschichte erzw''-gt die Korrektur. _. l. Landen. 4. T-e'-mbcr. lTel. Komp.'i -D'e gestern ob.geh.r!:-ene.l V. ,'pe-ech :ng-en der E.-.tcnte M'nist-.r-r-si« denen bezöge» i'ch a f die Frage türkiichl-n Fr'edenSvertrageS. Die K'nfere»', wiA Armenien n ch .n'chr in den ß' ölle b 'nd mchg-m nlnt u wi«s n. Sir wirb vornüs,"cht.ich das Programm fllt eine neue Tagung onsstellc-n. N'ovoßbr-^'en^nt <vtK Ti Ha, , . Parts, 4. De',e?nber. Rach eimr Meldung des „I 'nal" aus Mep lo ist G ner l Billa,durch dr-i L.'eo.-Wersch",,'fe. blc ein i.in^ec Mann auf ihn ubgab, Ich-oer vcrioutwct „Akalkonoldeutsche Juden". Do» »»srre« Drrliner Korrespondent»«. W. Berl' n. 2. Demf-: . Nachdem vor einiger Zeit auf der äußersten Linken die Parteispall img vollzogen wurde, droht nun auch aus der äußersten Rechten der deutschen Parteiskala eine Art Spaltung. Der Streitpunkt, um den es geht und der in -den Kreisen der Deutschnationalen Dolkspartei; eine erhebliche > Gärung vemrsacht hat. ist der Anti- ' s e m i t i 8 m u s. Ein großer Teil der Partei ist mit der Parteileitung unzufrieden, weil sie nicht genirgend antisemitisch ist. Er führt eine Agitation für die Gründüng einer „Deutschvölkischen Arbeiterpartei" und sordert von der Parteileitung Ueberlassung von mindestens der Hälfte der Mandate für die preußischen Landtags- Wahlen. Der Führer der neuen Gruppe ist Paul Weyl a n d. der bekannte - antisemitische Antirelativist. der die große, für die ganze deutsche Wissenschaft so unsagbar blamable Kampagne gegen Einstein mit öffentlichen Versammlungen, Plakateck und allem zugehörigen Klimbjm eingeleitet hat, um mit antisemitischen Argumenten die Relativitätstheorie zu widerlegen und als einen jüdischen Schwindel zu entlarven. Gegenwärtig schweben Verhandlungen zwischen der Gruppe, des Herrn.Weyland und der Parteileitung, die den Zweck haben, der nltra-antiscmitischen Gruppe einige Sitze im Vorstand zu erkämpfen. Die neue Gruppe will einen be». sonders volkstümlichen Antisemitismus treiben und . sie vereinigt zu diesem Zweck in ihren Reihen alle jene Parteigenossen, denen der Antisemitismus der wichtigste Programmpunkt ist. Auf der anderen Seite bemüht sich ein allerdings sehr kleiner Teil von Führern der Deutschnationalen Volkspartei, dieser Partei einen etwas kulturnäheren Charakter zu gD>en» Der bekannte deutsche Rechtslehrer Otto von Gierte ist seinerzeit mitsamt seiner Tochter, die auf. der Reichstags! iste der Partei kandidieren sollte, ans der Partei hinausgcstellt worden, weil er mit Juden verschwägei-t - ist.- daher nicht geduldet werden sollte. Prof. Gierke gibt nun im roten ,>Tag" die Anregung, daß innerhalb^ der Deutschnationalen Volkspartei zwar der rlntisemitischen Gruppe das Recht der selbständigen Geltendmachung ihrer Sonderüberzeugung gegeben werden , solle, von,der Partei selbst aber verlangt er. daß sie nicht grundsätzlich antisemitisch, sei, vielmehr sogar jene Juden, die dentschnationa! sind, in ihre Reihen äufnehme. Gierte sieht vor. daß sich diese Juden in-irgendeiner Form. „zur Verteidigung ihrer religiösen Interessent innerhalb -der Partei zusämmentun lönnen. "Die Anlegungvöw G i^kk-e -wird - natürlich' im d'eutschnätiöüalcu Lägetmir einem chitltzidigsn Lächeln begegnen. Nnglanblicherweise aber scheint sie auf einige I-uden Eindruck gemacht zu hoben. In der „Kölnischen Zeitung" veröffentlicht ein gewisser Dr. Naumann eine ausführliche Studie ..Vom nationaldeutschen Iüden", die dann auch in Broschürenform herauskam und nun. an allen Berliner Kiosken ausgeboten wird. Naumann, unterscheidet darin drei Kategorien von Inden: nationaldeutsche, nationaljüdische und die »Zwischenschicht.". Vom sittlichen Standpunkt aus läßt er nur die ersten zwei Kategorien gelten: die dritte Richtung umfaßt alle diesenigen, die durch unentschlossenes Hin- und Herschwanken die Grenzen der« w.ifchen, .innerlich haltlos.rwd das berechtigte Objekt des Antisemitismus'', sind. Es /ist nicht mißzuverstehen. daß 'der Schreiber des Artikels unter der „Zwischenschicht" hauptsächlich die Leute vom „Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" versteht. Der Zentralverein ist ihm zu wenig deutsch, er beantragt daher, daß die wahrhaft nationoldeutschen. Juden sich auch äußerlich organisatorisch zusammenschließen. Das Programm dieser nationaldeutschen Juden ist allerdings wenig dirrckidacht und auch wenig konsequent. Es besteht in einem schrankenlosen. Bejähcn des deutschen Nationalgefühls. will aber trotzdem „die eigene Abstammung nicht verleugnen". Naumann behauptet, kein „Assimr« laut" zu sein, denn däs Assimilantentum sei ein Merkmal des „Zw'schenschichtlers". Er verspottet den Abwehrkämpf der „Zwischenschicht" gegen den Antisemitismus und will nur den Kampf gegen jene Elemente gelten lassen, die ibm. das Deutschtum absprechen. Selbstver. ständlich fehlt es auch nicht an Ausfällen gegen die Ostjvlden die den.nationaldelitschen Juden „so fremd sind wie die Chinesen"., (Wir haben diese neueste Erscheinung im jüdischen Leben Deutschlands bereits besprochen. Die Red.) Gegen diese neue Theorie, wendet sich mit großer Entrüstiwg das „Israelitische Fainilicnblatt" in Hamburg, ein dem Zentralverein sehr nahestehendes Organ. Es weist auf die Gefahr der sevaratistischen Tendenz diesrs neuen Nationalismus hin und bekämpft heftig Naumanns- .Anschauungen von der „Zwischeirschtcht". Am interessantesten ist die Argumentation, die hier von seiten der Zentralvereinskreise dem „nationaldeutschen" In'cpn entgegengchalten wird. ES wird ihm vorgchaiten. daß er durch seine ertreme Betonung des deutschen Nationalismus die -arischen Deutschen von seinem Deutschtiim nicht überzeugen wird und daß vor allem das feige Abrückcn von den Ostjuden nur der Absicht entspricht, durch Preisgabe der unbequemen Bolksge» nosseu die eigene Stellung zu festigen — dies alles sind Einwände, die noch vor kurzem von nationaljüblicher Seite gegen den Zentrasverein verfochten wurden.- Dem Zentralrercin ist nun em großes Malheur passiert: Er ist durch die neue Gruppe „deutschnatioualer" Juden an 8. Dezember 1920 Nr. 669 seiner heikelsten Stelle verwundet worden. Er ist des. avouiert; es gibt Juden, denen er nicht deutsch germg ist, die ihn preisgeben^und sich als die echten deutschen- Iuden vorstellen, und denen gegenüber er sich mst einer. Argumentation hsslfen.chlllß. die vor nicht gar zu.langer Zeit ihm selbst gegenüber am Platze war. Vielleicht wirdder» Dorsthß der extremen Assimilantendoch .die KFrser ini deutschen Iudentuckifördern undjenes Resultat haben, das auch Dr. Naumann vorsieht: Die-deutschen, Juden werden sich entscheiden müssen, nach rechts' oder nach links zu gehen, das heißt, entweder den Weg der extremen Assimilation odeb aber den der Rückkehr zum Judentum. Trotz der inneren Schwäche des deütschon Judentums glauben wir, daß die Mehrheit noch genügend mit dem Judentllm verbunden isß um nickt den Weg zu gehen, den Dr. Naumann votzschlägt. Der Kampf «m Len Königsthron. Graf Tcleki, der ungarische Ministerpräsident ich statu demissioms/koylmt aus den Verwicklungen der Königs--, : frage in Ungarn nicht heraus. Entsprechend der unsicheren Lage Ungarns, sind auch die tägilichen AeutzerMgen, des. ünga, rischen Ministerpräsidenten. von einer geradezu beklemmen^ - den Unsicherheit. Der die verschiedenen GrklärNngen' und Aeußerungen des Grafen Teleti aus de» letzten Tagen gegench einanderhält, wird kaum in der Lage fein, genau festzustellsn,'' welchen Standpunkt er i und seine Regierung ich der Königs' frage eigentlich eipnÄmen. Sein jügsivr.'Kommentar zu den aufsehenerregenden Mitteilungen des; Ackerdauministecs Stepha n Szabv«Nagyalad in der letzten Konferenzi der Regierungspartei sind so rabulistisch, doh sie von keiner Seite ernst genommen worden; sie sind ein neuer Bewert dafür,, welche tiefgehenden Gegensätze in Ungarn bezüglich der. Besetzung des K ö n i g s t h r 0 n e.s bestehen. Szabo.. Nagyatad hat klipp chnd klar und jedermann verständlich'^ erq' klärt, die Entente würde die Medeieinsetzrrng der Habsburger in Ungarn als einen Casus chelli anseheN, Diese. Erklärung hat Naturgemäß in kartistischen Kreisen die größte Beunruhignng hervorgerufen und eS stand zu,be-'-. fürchten, daß diese Beunruhigung in der Bevölkerung leidet, zu. Eruptionen führen könnte. Graf Teleki sucht nun, diese Beünvuhrgung mit einer weniger llaren Deutung der Erklärung d«S Szabo-Aagyatad zu bannen, indem er zu einer. Wortklauberei Zuflucht nimmt. Er gibt einerseits zu, Hatz di« Entente im Februar die ungarische Regierung habe wissen lassen, daß sie die Restauration der Habsburger in Ungarn nicht gerne sehen würde, im übrigen aber mcht daran denke, sich in die inneren Angelegenheiten Ungarns einzumengen. Andererseits muß Graf Teleki gleichfalls zugöbrn. daß die kleine Snte.nt'e sich zur Dechinderuirg der Hermbringung Kaiser Karlö oher der Einsehüng^rineS-'-'a«pei:ett. Häböbu.tgerH vereinigt habe und daß die Nesiäuratwn' der^^ Habsburger^-»n- Ungärn einen Casus foederis bedeuten würde: Leider hat Graf Teleli, wahrscheinlich bewußt, den Unterschied mcht auseinandergesetzt, den er in den Ausdrücken Casus belli und Casus foederis im Zusammenhang mit der ungarlsckjen Königsfrage findet. . Es ist doch ganz klar, daß das Uebereinkommen der kleinen Entente dahiugeht, die Restauration der Habsburger in Ungarn nicht zuzulassen, sie unter allen Umstärwen und mit, allen Mitteln zu verhindern, und daß für den Fall, als eine gewaltsame Verhinderung sich notwendig erweisen sollte, für jeden eiiizelnen Teil' der kleinen Entente der Casus foederi'S, das heißt der Fall der Dündnispflicht, an dieser gewaltsamen Verhinderung teiiznnehmen. ««treten würde. Daß Graf Teleki ausgerechnet jetzt, da die Entente mit Frankrelch an der Spitze die Heimkehr des Königs Konstant!n na ch - lechen land zu verhindern trachtet und davei immer beteuert, sich!« die inneren Angelegenheiten Griechen» lands nicht einmischen zu wollen, daß Graf Teleki. gecwe jetzt sich so viel darauf zugute hält, daß er der Enrnte gegenüber auf dem Standpunkt der stnkten Nlchternmlschung in die inneren Angelegenheiten Ungarns st.ehe, würde für seine politische Naivität sprechen, wenn wir nicht wüßten, daß er damit nur bezweckt, der ungarischen Bevölkerung.Sand in die Augen zu streuen. Er hat Übngrns auch die. Unwahrheit gesagt. Die Note der Entente ist nicht im Februar, sondern im November dieses Jahres, also vor kaum d.re.r Wochen, an Ungarn gelängt. Die Jude« in der Slowri^ei. Die Prager „Tribuns" veröffentlicht auf Grund ackt« Iid)Ct Untersuchung folgende Nachricht deö Militärkomm.mbo* von Grpß-Prag: Am 28.''September k. I. erhielt der Polizeikapitän in Sil lein eine Zuschrift' des Zupan-ns in i Treu cs i.n» alle Juden., die noch dem Umsturz noch Sillem überfiedelt seien und ihre dauernden Wohnungen am Uqcüen ( Lande haben, mögen gezwungen werden, in ihre dauerndetz Wohnsitze zu übersiedein. und r h re W 0 h n u n ge p fn' Sill ein mögen beschlagnahmt und der tschecho-- slowalisihen Beamtenschaft zu^eleilt werden. Dies wurde auch ' durchgeführt. Etwa zu dieser Zeit beschlossen die Juden, im Sinne eines Winkes des Ministeriums für soziale Fürsorge, eine Baugenossenschaft mit einem gewissen Kapital zu gründen. Dadurch ist wohl dag G-rücht. entstanden, daß sie sich mit zweieinhalb Millionen ausgelöst haben. . ’ Das „Prager Tagblatt" schreibt: In der Slowakei, hat eino großzügige Aktion der Behörden eingesetzt, die d-irauf ausgeht, den bisherigen Inhabern die Gastw i rts ko nzesst onen und Tabakvörschleißlizenzen zu entziehen und KriegSinvaliden zu verleihen. Äuffallcnderweise beschränkt sich jedoch diese Aktion nur aus Juden, während auf die Lizenzen von Leuten besseren Glaubens'die. 1 Invaliden offenbar fernen Anspruch haben.