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Wiener Morgenzeitung · 1920-12-04 · Heft 668 (4.12.1920) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 668 (4.12.1920)
Date
1920-12-04
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Srlle 2 Wien Samstag Das Gebot der Sparsam^ert müssen wir an erste Stelle - setzen, t>erm Sparsamkeit ist die Vorvedinqung dafür, daß jede der übrigen Maßnahmen, die wir anwenden. Erfolg habe. Der Verwaltunasapparat erdrückt in seinem jetzigen Umfang die ganze Verwaltung. War er;sck>on im alten Staat«' zu grob, beute ist er unerträglich. .'Hand in Hand' mit dem Abbau des äußeren Gefüges _ deS VerwaltungS» apparates muß der innere Betrieb vereinfacht werden. Don großer Wichtigkeit ist'die Frage deS Personal« a b L> a u e s. Die RegierungSerklärun» schon hat ' jene produktiven und sozialen Maßnahmen bezeichnet, die eingeleitet werden müssen. WaS über diesen Nahmen hinauSgcht und was innerhalb dieses Rahmens nicht unbedingt notwendig ist, muh st lange zurücktreten, solange cs gilt, das nackte Leben zu retten. Alle NessortchcfS haben sich — ich mochte sagen — zu einer ErsparungSakt i o n geeinigt, die dem Fittan '.minister wenigstens au,' diesem Gebiet seine Ausgaben erleichtern'soll und wird. Zur vollen Erkenntnis unserer wirtschaftliches. Verhältnisse b-et-arf es der Erfassung jener Erscheinungen, die wie der Pulsschtag die Kräfte des Wirtschaftlebens an» geigen. Dank rotenumlnnf und Kursstand. ' Das kolo ,'jale Defizit d r S.aa.it.l-'mzett, welches hauptsächlich durch oir Zuschü's:, tie der Staat-zu der Lebensmittelversorgung leiüet, heworgeruseu nied, 5i:fjt die gesamte B"lkSw»rtscha,t aus das uuhei'vollste ir Milleidenschast. Wir v.'rslchten brZher, d-n Abgang durch lie Begebung ku r » , ä l l ig cr S ch a tz s.che i ne zu d 'cken, rre.'che direkt oder in'iekt ihren Weg z»»r Notenbalk finden, und dies tä st im w.'s-n'ihm-daeaus hinauch da'; immer wieder dir Notenpr sse ^ur B'steei ung der S äadZausgaben herat:- grzogen wird. Nach dem G ftäslc'a'.rsw'i; der Qe'err l hischungarlsch n Bank vem 2ö. November haben wie »i »rn N»'e:iumlaus von 25,9 Milliarden und wenn wie die so,ort fälligen la f nd'n Guthaben des-Pub i ums bi der Oestrrreichi,"'-ilnga i-ch-m Bank mit d r^int, die» Notenumlauf von über 29 Milliarden Kronen, der sich bis Ende des Jahres wohl aus. 3t bi.' 82 Milliarde» gest.i'ert haben wi d. Eine, st rasch fortschreitende Vermehr.>.ng des uiw-d'cken Papiergeldes muh schißih immer wi d-r anr tte 'Wechselknrsr und auf die Kau'kraft unsres Geld.es uugüu.'lig zurückmi'keu. -Md unseren Wtrtschasts'ö.p.r erma t n ü..d wi d rhal.e r. Aus allen Gesichtspuurten . rst. dgcher. di: Ei,," schränk ung des Gebrauches de r«N o tc n P r e z) c, das heitzt die Herst l ung eines re ebne e.t Staats hausha t 6, das »oberste Gebot der Stunde. Ich möchte von dieser Stelle aus alle auss'rdern, das Be.1rröe:p,,doS Staates, durch die Ausgabe neuer Sch atz ich ei :e dem Ferlshrien dcr. Jnstatwn zunächst ein Ziel zu setzen' und sodann ihrer. Umfang eiN jUschränkeu, dadurch zu unterstützen, da) sie Schatzschcin: erw.rben. . N-ech ein weiterer Weg wurde eröffnet,'um das Eiuürömeu d.r Vair.n 'e» m ermöglichen: Die Vermögensabgabe. Bekanntlich se'lm na.) dem G stz ü.er d.e DermögenZabgabe die der i r r Ab'eattung einsliergende:»-Ba-r-knoter» einge^o;er. werden. Tie Negi-rnng hat ,ich dt: Durch süchrung der"DermögeuEabgabe zur Pflicht gemacht. Ur.sr:- linan^relte Lage ist eine derar ige, daß sie alles bisher Dagew.seue weil hinter j»ch tagt. Angesichts der unerträglichen Belastungen, die aus den kolossalen Zuschüssen zur L« b e n s mit te l ver j o r g u n g - sowie süc »ie Besoldung der Slaatsangestel.tl'n ent.eher/ist nkht zurret ge,agt. das; wir zu einer tichec nach rricht o a g : w e - e»»e n Z u a u - spruchnah me der Noteuprese mit i.rei» äußerste»» Konseguenzenkommen müssen, weun die Negrerung ustd das Hohe Hans sich nicht den Gru rdsa'w zum Gebot machen: Keine Ausgabe ohne Deckung! Eine w itere ai.,.ro.dul.ti.je Mußnajme, d.n Noten übers', utz a b z u s ch a s s en. möchte die Regierung unter den dermaler» .gegcb.n n V.r.'altni,,er nicht in.s Äuge sasfen. Es gehört zum Programm dcr Reparationskomm i s j r o ns die in Ans.icht gesiel te Cla.:ierung uuierer finan i l.en Lage durch r ee gr)s;2 K eeichi se mir der Begründung einer auf lrck-rnatrorralcs Kapital gestützten Lank zu verbinden. Bis ct ts R'g'.unz unserer Währungkverchältnisse, die wre jeltistv.r.äud.ich auch aus ergeaeu K.'ästen auf jede Weis: ,ö.d rn werden, .durchg:sü,rt werden la..n. »ntls.ei» wir uns.r heu.iges Ge!d,yst-em i i seinem Weiterbestand sichern. Di s w: d möglr h s i r. wer»'» die Liquidation der Oesterreichisch ungarischen Bauk in einer F-er.n öurchg ,ü rt werden ie-ie.e>, da,; uns die Handhabe geboten ist, mit dtr Oestcrrei l)is.h--uttgarlschen Bank ein Abkomm.n über die pro.i.o.ische Fortführung des deutschösterreichischen Notenl'ank-Geschäi.es zu tres.eu; v.i: cr.osftn diese Möglicht ie, da fa auch dre Reparatienskomm sston und die L'.qi i'oatoren der Oestrrreichis.Ii-uugartscheu Bank darin einig zu fit sch.inen, da) dir Li-uiba iin u-nler Äerm:1/uug jeder Er,Fütterung d.r ö,rerreichi,chsn Fi.anz- und der ÄolkS- Wirts.bast dur.hg.'sührt werden soll. Wenn nun die K.'ä,.imug u j rer trirlschaftÜhen Brrhältnlsje erstell s rr wird, daru wlro auch ber Zeitpunkt gekommen sein, rn dem ure daran schreiten können, das durch die kur säl igen Lcl.atzsch i.rbegevut.gm erngeleitel« Programm zur V.r.ui derung d.s Banknoteim.nlauss durch Schaffung eines neuen AnlcihetypüS auszubauen.^Jch würde hi.r an eine im grösttem Stil aufgelegte innere Anlerye denken, tte zwer Zwecke komoiitt.ren würper Li: Scha,s.l»g des Anta'.ekapila.s für große ossentliche Unternehmungen (wie E.elt.i isteruiig dcr Bahnen) und tu'.rlichste Deckung des Defi i s ohne neue 'Rotenausgabe. Die Anleihe müsste aber von jenen Großmächten, welche uns die Hi ss.redi.r in Aussicht ge.lellt haben und gewä.'rrn werden, garantiert werden uns dadurch be,andere Sicherheit gewätren. Wie sind aus eiuenr Tlesstaud unseres Kurses angetarigt, der aus die Dauer ueiertrträglich ist. Besonders die letzten Mo:ia.e zeigen eia.rapides, unaufhaltsamcs Hinaogl r.en unserer Ba.uea. Wenn wir den ernsten Willen, Ordnung ity unseren Haushalt zu bringen, durch Taten verunden, bau«', wird das Ber.ranen des Austanoes zu -uajerem StaatSMseu und damit auch zu unserer Valuta zurückkehren. Ernste Arbeit wird zu ti sem Ziele führen. Wcr jesten» dass ehr.lche Arbeit nicht mehr feue allgeinst .e Geltung de,itzt alö früher. Es hat jich — als Bodensatz der Kriegsi. zurückgeblieben --- aus dem Nährboden der Nachk.'i'gSzeit sortgepflanst, erne Schifte von M.'n,ch:n gebi.det, di: a.s Blutsauger dcr Bevölkerung durch b.-rsr.'ch'rl,ch s Tr-st bertum die M .rat uulc.t.r mib die geraden n.n des Er.'oerbe>leoe ls ge<Ü,rotu. Gegen sie Must mit ai^u t'ecsttetu rüustchtstov angma.npft werde»;. jZu- ^Vttcr stiirrnmng.) Die'Ued'rüng hat es sich zur Ausgabe gesetzt, die Bekämpfung, des WüchrrS, dfe Unterdrückung der Prcistreibcr'i auf allen Gelieleu deS Erwerbslebens aut daS cucrgischeste dur.hgusühren. Die Re i rung wird^ bald!n dcr Lage sein, dem hohen Haus: in dieser Beziehung konkrete Anträge zu stellen, und sie ist der Ueberzeugung, daß n it der Durchführung i'-rer Mfi hten ci wS der gewichtigsten Hiudernisse, die rtrem altgemeiu fuk e/,ioeu Abbau der Preise entgegenstch^n. aas dem Wege geräumt wird. Wir bedürfen der Hisse von. auswärts, und zwar durch Gewährung von Ko-diten, um u :S durch möglichste Li an;ierung uns rer Gstbaru'.rg auf eine Reihe von Jahren die Möglich!.it zü unserer selbslönLiten wirtschastlichsn Fortentwicklung zu bieten.. In den letzten Tagen ist der Repa .L i nsloamliist n d r B'-.'i ht ihr r östcroei htschen Cettron Vorgelegen. D^e Regi r-n-en der A.lii'rwn werden hierüber beraten. Wie aber auch die En'sh.ibung aussallen-- möge, wir haben die P,licht, zunächst, soweit es uns möglich ist, „s,W. ..a les vorstlkehr'n, was„..Mr^..MiehxrMstettuns dcr Orommg Ln ll"s r:M S'aatSha'ü'sMt/'ber G>.stm'bUttg unseres 'Wirts-cha,tlt'h-en Lebens li »'ich ist. , t ' ES must baror g.warnt tverden, ackleö Heil von der Ausführung der Pläne 'der N-eparationsko:nmis,ion zu erwarten. W-cnu ihr Plan geti-ngt, werden tu: die künftige Gesundung unserer Fi::an.'stn und, unseres Geldweieiin sichern Umstisse»; vor uns haben. Aber' s'löst t» diesem günstigen Falle wird es ohne ansteroedentli he Anspannung mssercr eigenen Keäsle r.iht ab^ehen. Hieraus wurde die zw i.e Lesung des Krediicrmächtigungsg s.tzes beg'nnen. 2lach dem Berihterstattcr Dr. Warst, der ti: Notwendig! ie d s neuen Zi/y-Mil iardee-lstre^its kurz begründete, lam der Sostaldemolrat Dr. Eisler zum Wort. Er verklangt: eine rasch re Ein i:')u:lg der , Vermögensabgabe uv.d die Androhung »oa Zwa »gsmasgnahlnen, um die Besitzende»» zum Um lausch d s gehamsterten Papi ergelde; gegen Schatzscheine zu veranlassen. Man müsse sich entweder für den Freihck'.del oder die Zwangs»».-!els.hasi enlsheiee'.», man habe sonst die Nacht ilr b itzer^ Systeme und die Vorteile keines der beide«. Ein allf.h reckend es B i.vwl hiesür sei u jlre Devise»»- ordnuug; sie si schuld au der wLh!.,iri»igen Devifenspekulalien. aus dl: ec.di: To^eSstrase-setze:» würde, tverm er s löst nicht s iner ie der .Reseernt über das, Gesetz, betresseud tie Alls ha., .ng der T-'desstrase, gewesen wäre. Nachhern noch der Christlich so ii'e Dr. Pauli tjch sich daiür ausg'sprechcn hatte, o.rst Lie i r lelenden Freindc»», welche ,ich nicht >i:shra.rken wo len. Brot und Mehl zu kern Pr.is: be'a'tei» so len. welche si: dern Staat Loste»», »vucde tie V r'audlnng abgebrech'N. Di: Debatte wirb i» der heute um L Uhr mittags ' beginnenden Sitzung aög s.l)l.s,en werden. 39v MiLionen Dollars für OesLerrrLch? London 3. Dezember. In w'.hlinformisrten Kreisen nimmt man an, daß die in de» B'ätlcrn erwähnte Veralung über Oesterreich erst Dienstag statlfinden werde. London, 2. De-ember. (Reuter.) Die Blät'er veröf'entlichen so'g'nde Mitteilung, die von autoriat.v'.r .Seite stammt: Eine der. wichtigsten Fr-a^cn, die in? d'c,er.Woche bosden Konferenzen zwischen Lloyd G eor g e/Le y g u e s und S-f orza etttichirden wc den sollen, be r.'sit das Schicksal Oesterreichs. Die finanzielle Lage.Oesterreichs ist in letzter Zeit so kritisch geworden., daß sein Besta.rd als europäischer S aal auf dem S/tecke -steht. Nach M'.lteiluttgen t ec Wiener ZZ.ungen grht die Meinung der österreichi,che r Sek.ivn derR»Pa att'onskornn.i-s'.on da'.in.i.aß Oesterreich als.unabh' ngiger Staat erhalten und wieder ausgebaut werden könne, wenn man e'ne Summe Vvn etwa 30l)Mtlliotren Dollar während eines Z eit raumes von fünf Jahren investieren würde. In po.'i iichrn und finamielten Krc'srn Londons?e'g: sich deutlich die Neigung, de Teilnahme der Negierung an de ar.rzen Ichvesti tioneu zu unterstützen, da man drr Ansicht ist. daß dirs eine rernünf.ige S'ch.'rung gegenüber e'ner viel übleren Alternative bedeuten wurde. Man ist a'lgemrin davon über eng', daß das, wa.s von Oester eich-Un-ar.'» übriggeblieben ist, n.'cht aufs neue in den politischen S ch m e l z t o P f g e w o r fe n werden darf, ohne baß da a-s gwße K i-g?gesahreri entstünden. Die Bank-- und Jndustriefre'se hegen auch die Vesü.ch ung, daß die Hemmungen des bri.ischen Hattdels durch de Wirtjchr.stliche Umwälzung, noch verstärkt werben könnten, die die Auslösuttg Oesterreichs selbst dann zur unvermeidlichen Folge haben müßte, wenn es dabei nicht zu einem Blutvergießen oder zur Einführung des Bolschewismus käme. Wien wird noch immer als das Eingangstor für den Va lka n h a n d e l be rachiet. Wenn di' se Verkehrsader lahmgelegt würde, köunle dcr britische Handel mit dieseu Teilen Europas nicht wiedrrhe gestrllt werden, und die Folge wäre vermehr.e Arbeitslo,igkeit in England selbst. _ Mögliche Abänderung der Grenzen Im Abstaller Beüren u^d im March-Tha^a- Dreieckr. Die Poliiische Korrespondenz schreibt: Nach einer Entscheidung der B.tsch. fterkonferenz kön. eu in den Grcn strecken, die durch Wasseriäuse dargestellt werden. Abänderungen der im Fricd^nsvertrag festgesetzten Linien im Falle der Zustimmung beider inleressierlen Mächte vodgen. mmen werden. Diese Entscheidung ist für Oesterreich im Hinblick auf das Abstaller Becken uno das March Th.cha-Dreieck von Bela»»g. da die beiden Gebiete durch einen Wasserlauf, im e.sten Falle durch die Mur, im zweiten Falle durch die Thaya, von O.sterreich getrennt sind. In Erkenntnis des wir /chast ichen Zi s^ n.menhangeS dieser Gebiete mit Ocstecre'ch hat'die B.tichafterken.erenz gleichzeitig bestimmt. daß, wen i eine solche Einigung bezüglich der Minderung der Grenzen gcs.en das Abstaller Becken' einer,'eiis und das March Thaya Dr.ieck andererseits nicht zusiau^eionunt. d.e detresseuden Greuzl>..,nn»ij,i>..nen 4. Dezember 1920 Nr. 6R8 ein Nebereinkommen vorzubereiten haben, durch welche die in Betracht kommenden wirtschaftlichen Interesse» geschätzt werden. , Wie Herr Grünberqer ersparen will. Im ErnährungöcmSschuß des Nationalrates Hai gestern der ErnährungSminister Dr. Grünb-rger, dessen Politik im Plenum neulich so arg zerpflückt wurde, über die Lag? berichtet. Jedermann iveiiß, daß bat Wurzel des Hebels in der seit dem Umsturz systcnratisck betrictenen Agitation unter den Btvuern liegt, die Wien einfach verhungern lassen. Hier wäre der Hebel anzusehen, um die Getreidebetvirtschaftüng aus dem derzeitigen Chaos zu retten und die vielgepriesene StaatSautontät gegen'den Wucher in Altion zu setzen. ES wäre notwendig, im Wege einer unparteiischen fachnrännischen Untersuchung fcstzustellen, wie viele Selbstversorger mit Lebensrnittelkarten beteilt sind — man würde zu geradezu aufreizenden Resultaten koinrnen — und man müßte jeden Bauer, der nicht abgeltefer.t hat, dazu verhalten, den Wert des zurückgehaltenen Brot* getreides zum Welt Marktpreis zu ersetzen. Herr Dr. Grürrterger bat aber zur Behebung der Not ein anderes Mittel. ES entspringt der gegenwärtig herrschenden Richtung der Demagogie des Hasses, die sich schon in der Frage der Wohnungsanforderungen genugsam blamiert hat. Der Minister hat als Erspa>rungSmaßr»ahrne die Ausschaltung fremder Ctaatsangchöriger von dem Bezug des billigen MvhleS in Aussicht genommen. Das »st die lebendigste Schaffung schwerer Koriflikte mit den Nachbarstaaten, aber auch eine offenherzige Ablenkung der Volksstimmung auf die jüdischen Flüchtli,»ge, so bündig, »vie d»es bisher noch von feiner offiziellen Stelle — nur S e v e r machte eine Ausnahme — versucht worden ist. Die geradezu skandalöse Unfähigkeit unserer mit der Erfassung der Vorräte und ihrer VcrteUu»»g befaßten Stellen will der öffentliätzen Kritik einen Prügelknaben liefern. Wenn die ausländischen Bertrelui»gen gegen d»e Barbarei, staatsfreinden Enrwohnern kein billiges Mehl abzugebcn. protestieren werden, dann wird mag der Bevölkerung wieder durch den Mund der Kmlschak u»»d Jerzabek die Mitteilung machen, daß eben nichts zu machen sei, weil die Juden usiv. Darauf »rachen wir schon heute aufmerksam. Die Sor en drr DoninkommWon. Wie«, 3. Dezember. Zn der b'ut gm Sitzuog der Znler» nat on l n Donau'.onm»!Üon tifheefte sich die Be pr.chung auf das Budgetvrojekt des Gcreral elietariots. D»e Komm» s»on v-r»amm lle sich nachmittags und der« band'lte in rtrier vertraulichen Sitzung über die Anstellung »»nd B r s o l v u n g ler von der Ko nm ision brzahlten Znnkt»dnä»e. Wiener Landtag. In der gcsiligrn S Hang des Landtag-- fsi» Wun wurde r ne Geietz svorlage. te r siend dir von de» Gemeinde W»cn einztchedcndcn Kanstci.j«düh»en. anaenommrn. Die Entente gegen die Habsbur er.. Die ungarische R.'g'erung spar lei hat vorgcstcrn beschlrsi'e:, sich für bas selbständ'ge nationale Kön'gstum -u entiche'.den. Damit kchrt s'^ch Ungarn endgültig von der pragma ischeu Sanktion ab. Den Ausschlag für diese ungemein wichtige Entscheidung, die' aber die u-garische Kr'se nur teilweise lost, gab die Erklärung des Ministers S ephan S z a b o, daß er von vollkommen n-as'g.'bender Sei e die Mitteilung erhalten halte, daß sowohl von den Ententemächten wie auch von der kleinen Entente die Rückkehr Karts IV. oder eines anderen Mitgliedes des habsb urgischen Hauses als Casus belli be rächtet werden müßte. Min'.st-erpräs'dcnt Graf Teleki mach e überdies geltend, daß die Schweiz die von der En ente abhängig wäre, dem Exkönig Katl im Falle sesner Nüäberufung aus den Thron die Abreise nicht gestatten würde. Die Iüdischnationaken in der Tschecho- Slowakei. Prag. 8 Dezember. Gestern nr^c daS Präsidium des Jüdischten Nationalrates, die Herren Dr. Lndrvig Singer, Markus Ungar und Artur Kauders vom Präsiden en M a sa ry k in Audienz empfangen. Sie berichteten über ihre Eindrücke und Erfahrungen, die sie anläßlich ihrer Reise, durch Karpatho-Nußland getvonnen haben und wiesen auf den günstigen Erfolg, hin, der sich im Zusammenschluß der dortigen Juden« schaft kundgegeben hkit. Gleichzeitig Unterbreiteten sie versch'edene Wünsche und besprachen inSbesondtre aktuelle Fragen, jüdische kulturelle Institutionen betreffend. Präsident Mnsaryk brrchtze allen Fragen sichtliches Interesse entgegen und äußerte sich dahin, daß er die vorgebrachien Wünsche für erfüllbar hält, wobei er deren tatkräftigste Unterstützung in Aussicht stellte. ____ Der BSlkerburrdkongreß und der Minorltütenschütz. Genf, 3. Dezember. Der Bölkerbundrat hat der Bersammluttg «inen Bericht vo.'gelegt, worin unter Be" rufung apf die Verträge von Saint-Germain zwijchen den En entemächten, Jugoslawien und dcr Tfchecho-Slowakei entschieden wird, daß die auf die Nassen-, Sprachen- und Nel:g'onsfra-.en bezügliche» Artikel unter der Garantie des Völkerbundes steh-er». Für dir Tsshecho-Stowalei. wird außerdem be-

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