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Wiener Morgenzeitung · 1920-11-26 · Heft 660 (26.11.1920) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 660 (26.11.1920)
Date
1920-11-26
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr 660 ■Ww>' %BUktv' Morge«zeW«S rudere Herren nach Budapest reisen, um .dort .mit der». ungarischen HandclSmimster N u b i n e litt direkte Wirtschafts- Verhandlungen zu treten, die an Stelle.des ablaufenden Kompensationsvertrages einen Freihan.deISvertrag setzen sollen. An den Verhandlungen werden von seiten Ungarns . auch Vertreter des, ungarischen Warenberkehrsbureaus teilnehmen. Nach einer Meldung aus Budapest ' soll jedoch der Vertrag nicht sogleich in Budapest abgeschlossen, sondern^-erst in 10 bis 14 Tagen von Vertretern, der. ungarischen Negierung in Wien unterzeichnet werden. V ‘ Budapest. 25. November. Zur Fortsetzung detz wirtschaftlichen Verhandlungen ist heute abends jder österreichische Bundesminister für'Handel, Dr. Heinst mit dem ungarischen Gesandten in Wien, Dr. Gratz, irr Begleitung der SettionschssZ R'ieLe'l und Enderes, der Sektionsräte Langer, P ö l le r und. Dr. Da h le 'sowie des Minister'.alra.es Honnet hier-eingetrosfen. Telegramme. 8 - - Leygues Liber Deutschland Md Rußland. Paris, 25. November. (Wolfs.) Ministerpräsident 2 e y g u e s erklärte gestern im, Kommerausschuß für Aenßeres, daß Deutschland das Abkommen von Spa ausführe und daß die Waffenablieferungen zunehmen. Die Volksabstimmung iit O b e r schfe s r e n werde gegen deft 5. Jänyer stattfinden. Strittig sei noch diss Frage, ob den außerhalb Oberschlesiens, wohnenden Oberschlesiern das Stimmrecht verliehen werden solle. Auf N u ß läp d übergehend/erklärte der Ministerpräsident," er cherde der Sowjetregierung gegenüber.den bisher von der französischen Politik eingenommenen Standpunkt beobachten. Er sei ein Gegner der Blockade Rußlands, die er für gefährlich und \ wirkungslos betrachte. Amerika und Deutschland. Knox für sofortigen Friedenöschlütz. -; Paris, 25. November.. (Wolfs.) Einer.Rcidiomeldung aus W a s h-i n g t o n zufolge wird Senator Krsor am 8. Dezember im Kongreß eine Resolution einbringen. ,in dbr der sofortige Friede mit De u t s ch l a n d verlangt wird. Der Vslkerbnnd^on^retz. Genf, .25. November. Botschafter M e n s d o r f f- Pouillh ist heute hirr eiiigetrossen. Die mit der Prüfung dos österreichischen Am.nr'dungsge/uchB: betraute zweite Snb- : kommissiou der sünsteu 'Konmii/iU)» wird unter Vorsitz Lord Robert Ce eil s morgen eine Sitzung abhalten. Genf, 25. November. Nach deti Informationen der .Schwtzrzerischen DepLschrnagentnr wird Buisdispräsideut Motta morgen an der Sitzung der Sillft'viiniüftioii, d^sich mit der Ansnahnie Oesterreichs in den Völkerbund besaßt, teilnehmen und für die A u s n ah m e Oesterreichs eiutreten. Beratrmq der in London. Soiipuu, 25. November. (Funkspruch.) Der französische Ministerpräsident L eyg.ues - -wirdäu 'Begleitung B e r th elots heute in London eintreffen. / Auch der italienische Ministerpräsident Giolitti wird sich über Einladung deö englischen Premiers nach London begeben. Es vergütet, daß auch per neue griechische ' Ministerpräsident Rhültis den Besprechungen zugezogen werden.wird. Gegenstand der Besprechungen werden die griechische Frage, die Ausnahme der Handelsbeziehungen mit Rußland, die deutsche Wiedergutmachung und eine mögliche Abänderung tzes Friedens mit der Türkei sein. Rom, 25: November. (Strfani.) Premierm'u'ster Lloyd George hat den Ministerpräsidenten Giolitti. ein- «geladen,-an der Londoner Zusammenkunft yrit. dem ftanzösischen Ministerpräsidenten Leygues tcilznnehmen. Mimsstrprästdent Giolitti erwiderte dem .englischen Min-sterprä sid'en ien telegraph isch.es sei Hm äugen-' .blicklich wegen der parlamentarischen Arbeiten «unmöglich. Rom zu verlassen. Min'ster 6es Aenßern Sforza werde Jialien bei der Zusammenkunft der Berbündettn in London vertreten. : « . Ein Sieg der Bürgerlichen Parteien in Italisn. . Rom, 26.. November.'. .(Test^Kümp.) Nach dem .endgültigen Ergebnis der 0 ein er n dera ts w ah l en haben die Verfassungspärtelen m 4250 Gemeinden, die Sozialisten in 2162. die Katholiken in 610 und die Ne- Püblikarier in 68 'Gemeinden die Mehrheit erlangt« Auch bei den Provinzialwahlen wiesen 34 Provinzen eine Mehrheit der Verfassungsparteien, 25J eine Mehrheit der Sozialisten und 10 der Katholiken aus. Die Bor km-e in Griechenland. Athen/ 26. November. (Havas.) Wie Ministerpräsident Rhallys erklärte, werde das -griechische Parlament am 18. Dezember zusammentreten. Die Session werde durch die Negentni, die Königin-Mutter O l g a, eröffnet werden. Falls die alliierten Ministerpräsidenten Zusammenkommen. werden, werde Rhallys' oder ein anderer griechischer Minister sich sofort nach Westeuropa begeben, um diese über die wahre Bedeutung der letzten politischen Ereignisse in Griechenland zu unterrichten. Das Ende der Prtljura-Armee. Warschau, 24. November. (Poln. Tel.-A'gentur.) Die Neste der ukrainischen Armee und der Armee Go- '''mvkin. etwa 20.000 . Mann, wurden ans. der Linie Loki—Podwoloczpska.von.den polnischen Truppen e n t- )v affnet, so daß di ese bei den Ar mccit als n t ch t in e h r b e st e h e n d angesehen werden können. Lemberg, 24. November. (Poln. Tel.-Agentur.) Vom Zbr.ucz wird gemeldet: Unter den entwaffneten Abteilungen her Petljura-Armee grassiert furchtbar der Flöckttzphüs. Die^ polnischen Sanitätsbehörden haben bisher 600 Kranke registriert. Die polnische Soldateska wütet. . Lemberg, 23. November. (Westukrainische Preßagentur.) Laut Lemberger „Chwila" hat in Kuty am CzereMosz der polnische Patrouillenführer Balwins kr den 19jährigen Wolf Kling er und die 16jähnge Sara G r a u ohne jeden Gruird ersch o s s e n. Irr hen Häusern der Getöteten wurde 'hierauf eine Hausdurchsuchung vorgenommen, die jedoch, kein Ergebnis zeitigte. Trotzdem hat die polnische Patrouille den Angehörigen 48 Stunden lang nicht gestattet, sich den Opfern zu nähern. p . Bülachowiez geschlagen. Moskau, 25. November. (Fun'kspruch.) Ftontbericht vom 24.- November: Nördlich von Mosyr setzen die Reste der Bala cho witsch-Armee, von' unserer N-iter?i verfolgt, ihre Flucht fort. Sic übers-chteu den gefrornen Fluß Jppa und fliehen nach Nordivest.'N. In den letzten Kämpfen gegen Petljura wurden ins c'.rmt 12.000 Gefaugrne gemacht, 300 Maschinengewehre und große Munlliousvorräte erbeutet. Die Ruffen beschietzerr PodwoloesyAa. Krak. 'U 25. November. (Tel. der „W'en?r MorgenzeitunZ".) Nach hiw aus.Le m be r g eingelangten Mel-- dunge» haben die Russen mit ihrer Artillerie Podivso l o cz y s ka beschosstu. Polnische Parl' mentäre erwicklen mit hem Hinweis darauf, daß P.'bwoloczhska bereits zu Polen gehöre, die Einstellung des Bombarf.r° mssnlswelches zahlreiche Tote und Verwundet gefordert'hatte. Eine neue Koatttrondre^rerung in Prag? Prag, 26. November. (Privat.) „Narodni Politika" berichtet, daß der Vorsitzende der. Agrarpartei, der gewesene Minister des Innern Svehla, eifrig mit den tschechischen und deutschen Parlamentäriern verhandele. Eine Grundlage für eine breitere Koalition zu schaffen, an der auch die deutschen Sozialdemokraten teilnehmen wurden, schreibt das Blatt, ist eine schwere Sache; eher sind wir gencigst ,zu glauben, daß in. das jetzige Kabinett ein d e u t sch e f niHLpöMMrH a'ch m ann be- ,rufen werden soll.;! - Prag, 25. November. Za den Verhandlungen des Führers-,der tschechischul Agrarirr, Svch lcr, mit den Führern der deutschen und tschechisthea Parteien bemerkt der „Cas", daß mau von einer neuen Regierung bloß enit Reserve - spreche» dürfe. Wahrscheinlich sei. eine baldige Rekonstruktion des Kabinetts, bei der auch daraus Rücksicht genonkmeu werden ' soll, .daß die Deutschen in,, der .g-egierung vertreten seien!. Die Forberung"n der Slowaken. .Prag, 25. November. Nach einer Jnsorlnation der „Narodni Politika" hielten die' slowakischen Abgeordneten aller Parteien heute, eine, -längere vertrauliche Beratung ab, worin sie angeblich über besondere Forderrmgen schlüssig geworden seien, ' die der Regierung 'vorgelegt werden sollen. ' ' " Abgeordnetenhaus. Prag, 25.-Noveinber. (Ts^echo-slolo. Preßbur.) Das' AbgeordnelenhauL .behandelte hencte de» Bericht des Staatsangestellten- und BudgLtauZschusstS üoe-r die NotauShilfe für die Zivil- und Militärang-eftellten, der bekanntlich von^ Senat in der Fassung der Regierungsvorlage a» das Haus rückvcrwiesrn worben war. Iic der ursprünglichen Fnssiuig des Abgevvdnetenhmlsss ivar ein kvmmNnistischer Antrag ausgenommen, der das Budget mit weiteren etwa S00 itubeS'ecEten Millionen. Krone» belastet hätte und der durch Zufall die Mehrheit erhalterc hatte. Das Haus nahm de» Gesetzentwurf in der Fassung' des Senats, also in der Regiernngsvorlage, an. Hierauf wurde-die Generaldebatte beendigt. Tschechisch-pornische Verhan-lungen. Prag, 26. November. (Privat.) Die finanziellen Beratungen'mit den Vertretern des polnischen Staates werden anfangs Dezember im Finanzministerium m Prag statt finden.. Die polnischen Vertreter, die bereits in. Prag weilen, verhandeln auch int dem Ministerunn des Aeußern und dem Ministerium dO Innern. ' Die Fremdönhehe in Bttdüyest. Budapest, 25. November. Wie die 'Blätter melden, werden im Sinne der bereits b'ekanntgegebenen Verordnung diejenigen Fremden, die sich seit Knegsbeginn.niedergelassen haben, ohne Rücksicht darauf, oh sie einen ftändigen Erwerb haben, oder nicht, aus der Hauptstadt entfernt. Diejenigen Fremden, die eine, für die ungarische Volkswirtschaft schädliche Tätigkeit entfaltet haben, lverden vorerst interniert und dann wird gegen sie das Ausweifungsverfahren eingeleitet. Die Verordnung teilt weiters die' radikalen Maßnahmen mit, durch lvelche den Answeisttngsverfügrlnaen Nachdruck verschafft werden wird. Bedenkliche Elemente werden sofort nach dem Verhör nach, dem Schubhaus gebracht, ihre Wohnungetl werden ohne Verzug requiriert. Heute, früh wurden der Stadthauptlnannschast des 6. Bezirkes 60 Fremde voigeführt, von denen 20 nach dem Schub- Haus übersirhrt wurden. 26. NoöeWer 1920" aller Art liefern rasch imd billig Wien. II., Praterstrasse 5S J a. GINSBERG & co. Tagesbericht. Eine Botschaft des Wiener Bürgermeisters an das amerikanische Volk. i Bürgermeister 91 eumamt hat heute den Ver' treter der „Associated Preß" zu sich geladen und ihn geb>eten,s anläßlich der Frier des amerikanischen -Dank-.' sagunZstages der amerikanischen Bevölkerung folgende!- Botschaft zu übermitteln: „An dem großen National-' - seiertag, he» Amerika heute begeht, g-roenkt die Stadt' Wien -in besonderem Maße von Dankbarkeit' und Verehrung der amerikanischen Bevölkerung und Regierung die in Zeilen,, unermeßlicher Not durch Betätigungreinster Menschenliebe hunderttausöni.'rr Wienev Männern, Frauen, und Kindern Hilfe/ und Rettung gebracht haben. . ' ' '; 1 . Möge dkis ameMiUche Volk versichert sein, dNst seine großzügige humänitäre Tat von. der Wiener Be-- völkerung niemals vergessen.und im Herzen der Wieusv immerfort' leben wird und itzas; diese -nur von dem' Wünsche beseelst sind, daß der' friedliche Verkehr injfcr den Völkern dauernd bestehen bleibt." Die Lohnb?tyegung unter den Metallarbeitern^ Der Staudpuukt der Unternehmer. Der Verband der MetallwarenproduzenLen nahm Ä einer gestern abends. stattgefundenen, sehr zahlreich. be- . suchten Versammlung, der. auch Vertreter hex .mefgllverarbeitenden Gewerbe beiwohnten, Stellung m . den. . Forderungen der Arbeitnehmer, denen zufolgeher Wochenlohn st'ir jeden einzelnen Arbeiter ohne Nücksicht, auf seine Leistungsfähigkeit mit 2000 Kronen festgesetzt - werden soll. . j ' - In -er Debatte wurden diese Forderungen als undiskutierbar erklärt und auf die drückende Lage der Arbeitgeber hingewiesen,' die heute einen schweren Kampf um die Existenz zu führen haben. Die Versammlung genehmigte einstimmig einen Antrag, welcher die Vertreter der Arbeitgeber ermächtigt, bei dezr - morgen beginnenden Unterhandlungen nur den G.rundlohn alGBasiLMvzuerkennen und nur eine Erhöhung der Teuorüngszuläge zu gewähren, Dem. vom Präsidenten B u ch w a l h gestellten Zusatzavtrag -Nechnüng tragend, - wurde beschlossen, fflüs dieser «Standpunkt keine Berücksichtigung Erfahre,- die 'WKLerführM.cheriVexhandkmgen ' der Regierung zu überlassen.. -;-i- > . r;.;,T Drohends Verfchürfrrvg GässHar-; ma^nalrmen. ' . . Die Kohlenbelieferung der städtischen Gaswerke tzat stich' in der letzten Zeit - bedeutend verschlechterst' Dies. wurde - ,- dadurch verursacht, daß die Kohlenzufuhren aus dem Ostraust' Karwincr Nerper seit Mitte vorigen Monats weit Hintes, den: pertragmätzigen Mengen zurückgeblieben.sind. Alle be- ' Hufs Lieferung der vertragsmäßigen Menge unternommenen/ . Schritte blieben bisher erfolglos und der durch die.Spacmgß?.. ' nahmen ohnehin. sehr beschränkte Tagesverbrauch mutz t. in-, y: folgedessen in großem Amfnnge aus den Reserven gedeckt''^ werden. ' ' . - 1 . Die Bemühungen zur Erreichung der vertragsmäßigen Lieferung werden fortgesetzt. Eine lleberschreitung des zu-, lässigen Tagesverbrauches würde angesichts der geringen Zufuhren an Kohlen zu einer autzerordentlichen.Veu? / 's ch ä r f u n g der Sp.arnr.a-tz nahmen führen müssest. Seit einigen Wochen befindet sich das städtische Gaswerk b?.- . treffs der Kohlenlieferuugen in einer kritischen Lage. . Der Jüdische Literatur- und Iournalistenvereitt in Lodz von der Behörde verboten. . - Seit einigen Jahren besteht in Lodz eine Vrir-' einigung der jüdischen Literaten und Journalistenwelche auf keiner politischen Grundlage steht und auchl > niemals eine politische Tätigkeit ansgeübtl hat. ,Als - nun der Verein jetzt auf Grund, der Verordnung, daß alle' von den russischen oder deutschen Behörden lezali-. sierten Vereine jetzt neuerlich von den polnischeA Be-. Hörden legalisiert, werden müssen, ein diesle'ügliches' . Gesuch einreichte, exhielt er, wie das „Lod^er Tag^ blatt" berichtet, den- Bescheiddas; er wogen staats-, f.« i n d l i ch e r Betätig ü n g geschlossen" .werde. Auf die Bitte umnähere Begründung dieser Entscheidung' antwortete der Lodzer Regierungskommissär. daß das Verbot der wetteren Tätigkeit deshalb erfolg'r-., weil der Verein seine Tätigkeit über den durch die Verelnsstatuten gesetzbrn Rahmen erstreckt und in politischer und staatsfeindlicher Richtung gearbeitet hat, wodurch, er die Sicherheit und öffentliche Ordnung bedrohte. ' Der Dere n hat sich mit einem Rekurs an das Ministerium des Innern gewendet und entsenhüt eine, Delegation zum Innenminister Skulskst -- \ Der Hafenbau in Jaffa. Aus Jerusalem wird berichtet: Bereits wahrend des alten türkischen Regimes trat ditz Rivalität zwischen Jaffa und Haifa zutage, von denen jede Stadt der zukünftige Hafen Palästinas rocröett wollte, I Die. rasche Entwicklung des Lärmes, dv mit der Uebrrna^iue

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