Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 659 (25.11.1920)
- Date
- 1920-11-25
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2_Wien. Donnerstag Das Schicksal Wilnas. ' Litauen, dessen junge Generation insbesondere im letzten Kcchrzehnt bemüht war. aus den Schalen, welche jahrzehntelange Polomfierung und Russifizieru:^ in kultureller und wirtschaftlicher Beziehung um den Voikscharakter angesetzt hatten, das nationale Litauertum wieder bloßzulegen, ist durch hie Folgen des Weltkrieges überraschend schnell zu nationaler Selbständigkeit gelangt. Der junge Staat hat insbesondere von England starke Förderung erfahren und begann mit . bescheidenen Mitteln, aber zielbewutzt das Werk des Aüftaues. Litauen vermochte innerhM kurzer Zeit, obwohl e» von der Natur durchaus nicht mit Fruchtbarkeit und natürlichem Reichtum ausgestattet ist, wirtschaftlich recht gut vorwärts zu kommen. Das sichtbare Zeichen dafür ist, daß die litauische Valuta weit hoher gewertet wird, als di« des vielfach größeren und entwickelteren Polen. In der -Außenpolitik,. hat es Litauen verstanden, mit den neuen Nandstaaten, die nach dem Zerfall von Zarenrüßlastd entstanden waren, in ein gutes Verhältnis zu kommen. Kennzeichnend für die zrelbewutzte Politik dieses Staates ist. daß er die wirtschaftlichen-s Vorteile eines guten Einvernehmens mit Rußland als auch mit Deutschland erkennend, als erster mit Sowjetrußland Frieden schloß und auch mit Deutschland noßlnale Beziehungen arrbahnte. Ebenso klar sind die innerpolitischen Rcicht- - linirn des neuen Staatswesens, welche von der.Erkenntnis, diktiert sind, daß der junge, von mehreren für die. Entwicklung des Landes gleich wertvollen Nationen bewohnte, Staat nur dann innerlich fest konsolidiert ist, wenn alle diese Na« twnen in ihren spezifischen nationalen Fragenvöllige Freiheit genießen. Aus dieser Erkenntnis heraus war Litauen, obwohl nichts - näher lag, als. durch eine litauisch-expansive Staatspolitik dem aufstrebenden Natronalbewutztsein der Litauer zu Hilfe zu kommen, einsichtig genug, um den anderen das Land bewohnenden Nationen ihre'Äechte unverkürzt zu wahren. Litauen war der e r st e Staat, welcher erkannte, Wie wertvoll die wirtschaftlichen Kräfte der das Land bewohnenden I u d e n h e i t seien unb daß sie nur dann zur völligen Entfaltung kommen können, wenn nationa.e Rechtssicherheit diesem Bevötkerungsteil eine reibungslose Entwicklung innerhalb des Staates garantiert. Daher har auch die litauische Negierung und das Parlament den Juden eine wirkliche nationalkulturelle Autonomie pevbundrn mit völliger Gleichberechtigung gegeben. Für das junge Stoatswesen ist von entscheidender Wichtigkeit die Frage seines Verhältnisses zu Pohlen. Ihre Losung hängt eng mit der Frage der Grenzen zwischen Polen und Litauen zusammen. Vornehmlich handelt es sich hier um daS Gebiet von Wilna. Genaue statistische Daten über die Verteilung der Bevölkerung in diesem Gebiete sind nicht vorhanden. Die Daten der letzten im zaristischen Rußland veranstalteten Volkszählung find nicht zu verwerten, da die russi-i schen Beamten, welche die Arbeit leisteten, selbstverständlich.' bemüht waren, Zahlen herauszubringen, welche den Erfolg der RussifizierungsarLeit erwiesen. Nach der zarisnschen Zählung wohnten im Gouvernement Wilna über 60 Prozent Russen, zirka 18 Prozent Litauer, etwa 8 Prozent Polen und etwa 13 Prozent Juden. Die Polen schreiben sich einen' weit höheren Bevolkerungsanteil in diesem Gebiete zu und stützen sich dabei auf chren kulturellen Einfluß. Tatsächlich lst in Wilna die sogenannte gebildete Bevölkerungsschichte vielfach polnisch-französisch geftrnist. Ueberdies ist für Polen seit je der Klerus wirksam gewesen, ferner ist 'der Großgrundfach polnisch-französisch gefirnißt. Ueberdies ist für Polen seit Litauer mit einigem Recht darauf Hinweisen, daß ethnographisch die Bevölkerung zumeist dem litauischen Stamm angelwrt. Die Sprachmischung, welche heute im Wilnaer Gebiet zu konstatieren ist, ist eine Folge der russischen und polnischen Expanstonsbestcebuilzen und durchaus nicht alren Datums. Die' ältere Generation der - Bevölkerung ist ziemlich einheitlich des Litauischen kundig, die jüngere Generation hat besonders in den letzten Jahren das polnifch-russisch-frangosische Sprach, und Bildungsgewand vielfach wieder mit dem Litauischen vertauscht. Nachdem die Siege Sowjetrußlands über Polen den Litauern den Besitz von Wilna gebracht hatten, hat der Ausgang des Krieges zwischen Moskau und Warschau in der Frage des Schicksals, Wilnas eine K.rise hervorgerufen. Damit aber ist auch das Schicksal des litauischen Staates überhaupt kriüsch geworden. Der polnische General' Zieligo wski hat den Litauern Wilna entrissen und scheuit nicht abgc-- neigt zu sein.- auch den Marsch auf Kowno anzutreten, um das östliche Litauen in seine Hand zu bekommen. Wohl hat die polnische Regierung jede Identifizierung mit dem „Meuterer" Zieligowski atgelehnt, doch hört man aus litauischen Co-mmumquees immer wieder, daß Polen Zieligowski unterstützt. Andererseits hat der polnische Sejm in einer Resolution wohl maßvoll, aber unzweideutig erklärt, daß Polen auf den Besitz des Gebietes.von Wilna niemals Verzicht leisten könne. Es gibt in. Polen starke Parteigruppen, welche eine Vereinigung Litauens mrt Polen, wenigstens auf föderativer Basis, anstreben. Für Polen hat diese Vereinigung natürlich-im Sinne wirtschaftlicher und politischer Expansion, ferner zur Beseitigung eines ziemlich tatkräftigen wirtschaftlichen Konkurrenten entschieden eine gewisse Bedeutung. Litauen jedoch, die kleine, aber lebenskräftige Nation, hat um das Recht der nationalen Selbständigkeit gegenüber der polnischen Expansion schwer zu kämpfen. Der Rat des Völkerbundes, dessen Entscheidmag über die-Grenzen nach den noch vor Zieligowskis Marsch auf Wilna zwischen Polen und Litauen getroffenen Vereinbarungen für beide Parteien bindend sein soll, hat im Gebiete von Wilna eine Volksabstimmung angeordnet und nach den neuesten Meldungen soll die in Genf tagende Plenarberatung des Völkerbundes die Frage von Wilna genau erörtern und über die Art. wie die VollL- «btzimmuna durÄsesührt werden soll, Beschlüsse fassen. Vor- Wiener Morgenzeitung Dle Entente gegen die „Orgesch«. , , AntersuchunI in München. München, 24. November. Wie die „Mün^ener A?l unreine ZeiturraV meldet, wird General Males l m. der Vertrauensmann Lloyd Georges und C)ef der britischen MU tärkommrssion in Berlin, in den nässten Tagen in Angelegenheit der Einn> o h n e r tu e h t in München aintresfen. Auch General Rollet werde in München in der leichen Angelegenheit erwartet. läufig soll daS Regime Zieligowski in Wilna verbleiben und Polen wünscht, daß die von Zieligowski eingesetzte Verwaltung die Durchführung der Volksabstimmung leite. Ja, es , gibt sogar „Wünsche" der Wilnaer Bevölkerung, nach welchen Über das Schicksal Wilnas nicht eine unmittelbare Volksbefragung. sondern ein Wilnaer .Parlament entscheiden soll, - dessen Wahl für den 19. Männer 1921 an beräumt ist. Im polnischen Sejm hat jüngst ein nätionaldemakratischer Redner erklärt, bei der Volksabstimmung im Gebiete von Wilna würden 80 Prozent der Bevölkerung siir die Zu- * gehorigksit zu. Polen stimmen. Diese Zuversicht scheint daher zu stammen, daß das Gebiet um Wilna viel mittleren Grund-. . besitz enthält, welcher durch die. Agrarreformpläne der litauischen .Regierung furchtsam geworden sind und daher für eine 'Zugehörigkeit ihres GebieteZ zu dem in Sachen der Bodenreform ihren Wünschen viel geneigteren Polen leichter zu hoben wären. Die litauische. Agrarreform ist vom Parlament noch nicht erledigt.'Wie sie ausfällt, ist nicht unwichtig für . den Ausfall der Volksabstimmung im Wilnaer Gebiet. Endlich bauen die Polen die Hoffnung auf ein für ste günstiges Abstimmungsergebnis in Wilna anscheinend darauf auf, daß sie annehmen die dortige jüdische Bevölkerung werde für sw stimmen. Die Judenschast im Gcbwt von Wilna, insbesondere in der Stadt Wilna, hat starke soziale und wirtschaftliche Bedeutung. Es ist interessant» daß die Stadr Wilna, deren Besitz von Pchen und Litauen als Forderung uralter TrMtion beansprucht wird, in der Judenheit den Beinamen „das litauische Jerusalem" führt Tatsächlich wohnen in Wilna selbst etwa 40 Prozent Juden. Sie haben durch die schweren Kämpfe in diesem Gebiete während der letzten Jahre viel gelitten. Sie haben aber auch erkannt, daß der neue litauische Staat ihrer Bedeutung u.nd ihrem Wert voll und ganz -gerecht wrrd. Sie haben wah°. rxnd zweimaliger polnischer Okkltpattonen schwere Pogrome rmtgemacht. Sic müssen, fragen:. Welches ist unser Schicksal, wenn Wilna an Litauen Fällt, welches, wenn es Polen zufüllt? Sind die mittleren 'Grundbesitzer im Gebiete von Wilna ein wichtiger Faltor für die Volksabstimmung, so sind es ebenso die für die industrielle und, Handelsätwicklung. des Gebietes so wichtigen Jichen. und mit Recht konnte ein jüdischer Abgeoxdneter-im polnischen Sejm darauf Hinweisen, daß die Juden bei dieser bevorstehenden Volksabstimmung durchaus nicht als Quantitee negligeable anzusehen sind. Wenn Polen auf ihre Stimmen rechnen will, so müssen die Voraussetzungen dafür gegeben sein, daß die Juden Wilnas ihre nationale Existenz unter polnischer Herrschaft gesichert haben. Pazu müßte, vor allem die Existenz der'Jachen i». ganz Polen gesichert sein. Dann erst könnte man mit einiger Berechtigung auf'vre jüdischen Stimmen zugunsten. Polens zählen. PolWche^Mndscharr. Mes«ysta«ie». . Das ungeheure Gebiet zwischen den Bergketten von Turk-eftan und dem Prs'.scheu Golf, dessen Aus" dehnung der Strecke vom Nhe'.n. bis zu den SieLenbürg'schen K.rpathen ung führ gleich!.mmt, ist England durch Mandat des Völkerbundes zug-e'al'en. Das Gebiet ' ist für England von kolossaler politischer und wirtschädlicher Getreu" ung. Die Länder am Euphrat und Tigris sind das Glacis Jnöi ms, das ist ihr pcliftscher Wert; besondere. Bedcu ung haben s'e jedoch i 'für die Pe t r o le u mp r o d ukt io n. Im I h e 1913 betrug . die P t'-'oleümansbeute des bri ischen, Reiches .2,890.000 Tonnen, der Verbrauch, jedoch 9,117.000 Tonnen. Von dem elneesüh'rten Petroleum stammten zwei Drittel aus den Vereinigten Staaten, die jedoch selbst bereits nach Ucbe'.'schüss.en in anderen Ländern suchen, da sie heute keinen Überschuß für den Export haben. Mesopotamien weist^nun, wie eine englische Zeitschrift a::g'bt, nicht weniger als 26.000 Quadratmeilen geologischer Petroleum f-ormation auf, und da ist es denn begreiflich, daß England das größte Interesse daran hat, diese so wichtigen wirtschaftlichen Quellen für sich zu erschließen. Es scheint, daß England sogar im Jahre 1019 in den langwierigen Verhandlungen mit Clemeneeau diesem die bedeutenden Zugeständnisse aus. dem Gebiet der europäischeni Politik gemacht hat, um dadurch F'ä-.kreichs Wet bewerü in der Erschließung der ° mesopotamischen Oefguellen abzu lenken, Uebrigens wurde Frankreich, das ebenso krampfhaft wie England nach Petroleum sucht, von England sozusagen ein AuZbeutungsmonopol für die galizischey Erdölqnellen zül gestanden. I Nun besteht für England die große Frage, auf welchem Wege e) die wirtschaftl'che Erschließung" Mesopotamiens für sich dnireend nutzbar machen könne. Die Araberst"nime Mes- Potamieri.', ciueö Landes uralter , tiultur, dao nur durch das llurilück seiner Geschichte 25. November 1920 Nr-> 659 rückständig geworden jst. haben die Möglichkeit erkannt, auf ihr künftiges Schicksal und das Schicksal des'Landes entscheidenden Einckuß zu nehmen. Darum'haben sie einer politischen B'fitzergreifung des Landes durch England, in welcher Form immer/energischeü Widerstand entgegengesetzt und durch Monate, wird bereits in diesem weiten, verkehrsarmen Gebiet ein stiller Krieg geführt, von dem wenig gemeldet wird. Hie und da hört man von -überfallenen und erbeuttten englischen Panzerzügen (selbst zi.mlich > weit südl'ch von Begdad gegen die Küste zu), von abgeschnfttenen Garnisonen, und, von Belagorung'n. „Times" schreiben, daß heute in Mesopotamien weit mehr als hunderttausend Mann bxitlscher und indischer Truppen stehen, die Krieg führenmüssen. Diese so. wenig beachtete Tatsache ist in. England Anlaß zu genauem Studium der bisher geübten politischen Methoden der Kolonisierung und Pazifizierung geworden. Auä) die Nähe der türkischen und nordrussischen Gebiete, in denen heute ein heftiger national, gefärbter Kampf gegen den Friedensvertrag geführt wird, der auch starke soziale Triebfedern in sich trägt, trug dazu bei, daß England an rasche Stabilisierung der Verhält«'sse in Mesopotamien denken mußte. Eine militärische Pazifizierung Mesopotamiens wurde, so sehr ihr auch gewisse Kreise in England'das Wort reden, schon angesichts des Umstandes, daßin dettv^Niesen/ gebiet keine wirtschaftlich oder militärisch Mnügend lebensfähigen Objekte vorhanden sind, durch deren systematische Erfassung eine ^Okkupationsarmee ihr Ziel erre'chen würde, viel Opfev und Geld kosten, ohne dauernden Effekt zu bringen. Der militärische Fachmann der „Times" schreibt richtig: „Mesopotamien ist wie eine luftaufgobauschte Matratze, die ein Mann dadurch einebnen will, daß er sich daraufsetzt; kaum hat er eine Erhebung zum Verschwinden gebracht, so entsteht an einer anoeoen Stelle eine umso größere." Um also die Verhältnisse in Vorderasien zu stabilisieren, hat En.gland jene aufsehenerregenden Schritte getan, welche eine Modernisierung .der Herrschaftsmethoden im britischen Imperium bedeuten. Vor allem wird Aegypten eine weit gehende Autonomie gewährt, um zunächst den südwestlichen Zugang nach Indien zu sichern. Jetzt ist das gleiche Verfahren in Mesopotamien eingejchlagen worden. Auch dort wird eine Autonomie eingerichtetdie den A'äbern weitgehende nationale Un-i abhängigleit sichern soll. Bo na r Law hat im Unter- Haus bereits Mitteilungen über die Ausgestaltung der für Mesopotamien in Aussicht genommenen Regierung gemacht, Während der -Wahlperiode zur autonomen Konstituantedes--Landes-..soll eine. reinarabische .Ufte* - gierung nm Amte fein, die dann. durch.<eine/sogervanNte „gemischte" Negierung ab gelöst wird. Die Verwaltung wird sich in den Händen Einheimischer befinden, die jebock» unter dem (mit unbeschränkten Vollmachten ausgestatteten) britischen High Commissioner Sir Percy. Cox, einem aulgezeichneten Or'entcenner, st.'hen. Der Siaatsrat wird Vertreter aller Parteim und Gegendrn des Landes umfassen. Er wird sich aus 17'Mitgliedern zusammen setzen, unter denen sich je ein Vertreter vo« Bagdad und Mojsul, ein Parteiführer und zwei. Scheichs der Shia^Stämme befinden werden. Die,e Autonomie für Mesopotamien bedeutet eine« entscheidenden Versuch, eine Siabilisierung der Verhält. ni,se i:n nahen Osten herbeizuführen, durch welche England sich die Erfassung, der wirtschas.lichen Quellen des Lanbe^ und den dazu nötigen poli.ischen Einfluß sichert und zugfeich den nationalen Ansprüchen'der autochthonep Bevölkerung entgegenkommt; der „ewige Krieg", de: alle Vorteile dieses 'Mandats für England paralysiere« würde, soll vermieden werden. Dieser Weg kann für England und für den ganzen Länder- und Völkerkomplex Vorderajiens von großer Bedeutung werden. Die Bürgerrecht^ in der polnischen Dersäffung. Aus Warschau wird gemeldet: Im polnische«. Sejm wird die Debatte über den Verfassungsentwurs fortgesetzt. Bei der Generaldebatte gab es schavf« Zusammenstöße zwischen der Rechten und der- Linken, d-a die Linksparteien, vor-ün die Sozialdemokraten, die- Trennung der Kirche vom Staat forderten. In der Spezi-rldebatte wurde in der ätzten Sitzung der Artikel 91 der Verfassung, welcher daß-polnische Bürgerrecht regelt, behandelt. <^r ckaubet ipr Entwurf: „Im Augenblicke, da die Verfassung veröffentlicht wird, werden polnische Bürger alle Polen ohne Unterschied von Geschlecht und Alter, welche -in den Gebirfeu der polnischen Republik g e.b o re n oder w o h n h a f i. sind." Diese Bestimmung, birgt die Gefahr in sich, baß durch die Hervorkehrung des Wortes „Pol-en" eine unklare Situation geschaffen würde, welä)-e in der. Auslegung des Gesetzes der Willkür gegenüber. andersnationalen Minderheiten bei der Zuerkennung .. ösZ Bürgerrechtes breiten Spielraum läßt; insbesondere würden die Juden unter der Auslegung des Gesetzes zu leiden haben. Daher stellte der jüdische Deputierte H i r s ch h o r n in der letzten Sitzung den Antrag, au Stelle des Passus „alle Polen" den Passus -,/llle Einwohner" zu setzen. Er begründete feilten Antrag ausführlich. Bei der Debatte über Ärtiksl 100 des Verfassung?, entwurfes, welcher die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz behandelt, nahm der Deputierte Gr ünba.-u-m das Wort und bea'atragie, dirsem Artikel folgenden Zusatz tzinzuzufitgen.- „Die Nationalität oder die Neliawn