Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 654 (20.11.1920)
- Date
- 1920-11-20
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2979416-2979732--05835-2991719- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
9tr 654 Wien» Gamstag 1 Wiener. MorgenZertrmA 20. November 1920 Llelke^ TeLegraMme. Die Tlusschreitttttgen in der Tscheche-Slowakei. Demonstrationen in BvLni». Brün», 19. November. (Tel. der „Wiener Morgen- Leitung".) Gestern abends' sammelte sich vor dem Gebäude des „Tagesboten" eitle Menge au, die te langte, daß die Zeitung eingestellt werde. Legionäre be uhigten die Demonstranten. : Die Zeute zogen zum Deutschen Haus und versuchten in das deutsche Theater einzim dringen, was von Polizei und Gendarmerie verhindert wurde. Doch gelängtes einigen Leuten, durch den rückwärtigen Eingang in die Restauration eÜMdringeu.1 llnt 11 Uhr nachts wurde vom ersten Stockwerk des Deutschen Hauses verkündet, daß das Gebäude zugunsten der tschschtscheu Studentenschaft beschlagnahmt werde. Ruhe in Prag. Prag, 19. November: (Tel. der „Wiener Nrorgen- Zeitung.") Die Ruhe wurde auch im Laufe des heutigen Tages nicht g e st ö r t. Bei den beschädigten deutschen Instituten sind die Wiederherstellungsarbeiten bereits teilweise im Gange. Mit Rücksicht darauf, daß für morgen . mehrere Versammlungen angekündigt sind, befürchtet man, daß es nach Schluß derselben zu neuerlichen Kundgebungen kommen könnte. Tie Frage des Wiedererscheinens der deutschen Blätter sowie der Wiederaufnahme der Vorstellungen im Deutschen Theater ist ebenfalls noch nicht gelöst. * Per Berlrag von RüMlls rrr Itätterr ge- ■ nehmrgt. Rom, 19. November. (Tel.-Komp.) Der parkamentarische Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten hat den Vertrag von Rapallo genehmigt. Dagegen stimmten der' Rationalist Fefterzaui de Cesare und der' Katholik Denava. Die Sozialisten enthielten sich 'der Abstimmung. In der Kammer wird die Debatte ilber -den Vertrag von Rapallo am Dienstag beginnen. . Belgrad, i8. November. (Südslaw.. Preßbur.) Der Ministerrat hat den Vertrag mitJtalienangenommen und beschlossen, die NatifikationLurkrmde dem Regenten zur Unterschrift vorzulegeu/ ' , ' v Das «eue.griechrsche - - - Äthen, 18. .November, (Fnnkfprüch.) ' Das " neue griechische Kabinett setzt sich folgendermaßen zusammen:' Vorsitz, Aeußeres und provisorisch Justiz -- R.hallis, Krieg — Gunaris, Finanzen — Kallogeropu-- lv s,'Marine und provisorisch Ernährungsministerium Johann Rhallis, Inneres und provisorisch Verlehrsministerium — Z a l d a r i s, öffentlicher Unterricht — Zaimis. Paris, 19. Noveruber. Athener Meldungen besagen, baß nach der Abreise Venizelos' große Kundgebungen für Konstantin in Athen stattgesnnden haben. Soldaten und Zivilisten veranstalteten Umzüge, bei denen unter Äbsingung der bisher verbotenen Hymne Bildnisse Konstantins, mit Olivenzweigen geschmückt, durch die Straßen getragen wurden. V Die'Däüziger Kvttventro». Paris, 19. /November. (Funlspruch.) Der Vertreter Polens in Paris, Paderewski, hat gestern für seine Regierung die Danziger Konvention unterschrieben. Die Budapester Gerichte an der ArbeiL. Budapest, 49. November. (Uno. Tel.-Korri-Bur.) Der aus Odessa gebürtige 36jährige gewesene Beamte der ArbeiLervetsicherungskasse Josef >'R a b r n o v i t 8, ^der während der Ratediktatür Generalsekretär der kommunistischen Partei und später Beamter in: Volkskommissariat des Innern war, stand heute wegen Landesverrats, Aufruhrs und Anstiftung zu 22 Morden vor Gericht. Von der Anklage der Anstiftung zum Morde wurde.er frei» gespröcheu. Hingegen wurde er im beschleunigten Verfahren wegen Aufruhrs und Aufwiegelung zu' 15^ahren Zuchthaus verurteilt. Eine gemeknsarns TKgrrüg der paLästinenfischsn Arbeiterparteien. Jemfaleur, 16. .November. (Jeivish Corr. Bur.) - Anr 5. Dezember treten die jüdischen Ärveiterpar'sien Palüft'.N'.s zu einer außerordenLIichen Tagung in H als a zusammen, um die Richtlinien und die L)rganisatwns" formen für eine allgemeine jüdische Arbeiterorganisation zu beraten. Die Parteien haben bereits die Dogierten-- ' wählen ausgeschrieben. Je 50 Arbeiter.wählen einen .Delegierten zu dieser EiniMngskonserenz. — ES wäre im Interesse der palästinensischen Gegenwartsaufgaben sehr zu begrüßen, wenn' die in zwei Gruppen gegliederte Arbeiterschaft zu einer vollen organisatorischen Einigung käme. Die Bedeutung einer solchen ist augenblicklich nicht durch die noch geringe Zahl der' Arbeiter, sondern durch die Wichtigkeit, welche diesem übrigens an Zähl täglich wachsenden Element, dem für den Ansban des jüdischen Palästina die allerwichtigste Rolle zukommt, begründet. Es wäre ein auf die Däner unerquicklicher Zustand, wenn jeder nen nach Erez Israel kommende Arbeiter in den Konkurrenzkampf der ^Organisatio.nekr hine.ingerisjen würde. Die Regierungskrise, der Hlaisbroistreik und das Orgescb-Scbiessen in Innsbruck. Bon unserem P arlamentsberich terftattev. Um die gestrige Mittagsstunde hat Polizeipräsident Schober die ihm von den Christlichsozialen zngedachte Mission, ein Fa-chmännerkabinett zn bilden, . zurü ffge.1egt.M-aU erzählte darüber sin Parlament, daß'die Großdeutschen> sich nochmals ganz entschieden gegen - die von Dry Schober ip Aussicht genommene : Berufung des gewesenen k. k. Ministers' Dr.. Redlich als , Bundes finanzminister erklärt und überotes -.gegen manchen anderen in Vorschlag gebrachten, Fachmann sehr, gewichtige Bedenken geäußert hätten. Dr. S-cholM verließ, nachdem er noch vorher mit den ehemaligen Ministern B a n Hans und Ho mann in Gegenwart mehrerer Parteiführer verhandelt hatte, das Parlaments--' gebäude und man erfuhr, daß er sich für die ihm gewordene Betrauung höflichst bedankt habe. Unterdessen trat um.3 Uhr der Nationalrat zusammen^ Als dort ohne alle FährlickMten die beiden. (^eschäfLsordrmngsgesetze mit den Stimmen aller ^Parteien zum Beschluß erhoben worden waren, wurden' zuerst telephonisch die Verhandlungen mit Dr. Schober wieder angeknüpft und während im Nationalrat eine überaus lärmende. Debatte geführt wurde, erschien,t%2. Polizeipräsident wieder int Hause und die Christlichsozialen bearbeiteten ahn abermals, dis Kabinettsbildung nochmals zu .versuchen. Ach Schlüsse der . Haussitznng schien.man ihn auch so -weit gebracht zn haben, daß . er sich hiezu bereit erklärt-s, denn Präsident W-r i s-- kirch rt c r l)ät bereits auf die Tagesordnung der heutigen Sitzung''''' ‘ , - ' ' ‘ " die Neuwahl der Bundesregierung gestellt. Die Schlußverhandlungen, welche die eudgültft-r Ministerftste> ergeben-solben, werden ivohl noch , dÄt ..Heutigen Vormittag a.usfüllcn. Für drei Uhr nachmittags ' ist der.HanPtäusschuß einberufen, ubr den Wahlvorschtag -für das neue Kabinett zu formulieren, der in der uumittelbar darauffolgenden Hnnssitzung zur Abstimmrtng gelangen wird. :; Im Nütionalrat wurde nach Erledigung der Geschäftsordnringsgesehe der neue Hauptausschuß nach dem -ProporLionalverfähren. gewählt. Et. setzt Kch aus slMn 'Christlichsozialen, sechs SözialvemokroLen' und. zwei Gvoßdeutschen zusammen. Im Einlauf der Sitzung befanden sich unter anderem ein Schreiben des Abgeordneten. Dr. El len bo gen, mit dem dieser feine Stelle als Präsident ders.Staatskommission für Sozialisierung niederlegt. ' ' ' * Die Bundesregierung iiberreicht Vorlagen; Betreffend das Bundesgesetzblatt; , s ■ betreffend die Stellung des Bnrgeulandes'stls selbständiges und gleichberechtgtes Land im Bunde, undüber seine vorlänfige Einrichtung;. ' betreffend die Regelung der HanLelstmd Ver^ kehrsbeziehungen zum Auslande; - betreffend die Erhöhung der' WertgrLnzen mid Geldstrafen in den Strafgesetzen; betreffend eirfo Amnestie für das. /Mstimmungs- - gebiet vop Klageufirrt; ' . betreffend die Durchführung des 'V. Dsiles und des Artikels; 184 des Staatsvertrages von Sainw .Germain, betrefsend dw Verschiebung'her - Volkszählung; . betreff nd Kred'lLoperationen; - ferner den Brünner Vertrag über Staatsüürger-- schast und Minderh»itsschntz.; Der restliche Teil der Sitzung verlies unter großen Lärmszenen, die sich Christlichsoziale und, Sozialdeinotraben wechselseitig aufspielten. Es waren das Nachklänge aus der Wahlzeit. Mau sagte sich gegenseitig in Reden, und Zwischenrufen bittere Wahrheiten. Die Sozialdemokraten wollten ersichtlich den Christlichsozialut einen Vorgeschmack dessen b'.eben, wessen sie sich von einer rabiat gewordenen, sozialdemokratischen Opposition versehen Müfjiett. Selbst der sonst freundl'che Exkanzler. Dr'. Renner wies den Christlich sozialen einige bitterböse Worte zu, aus denen der Schmerz über die Treulosigkeit der früheren Koalitionsgetmssert deutlich herauszuhören war. Das «NActlichbare Maksbrot. Diese Lärmszenen spielten sich nN .Rahmenbrr Verhmrölung einer dringlichen Anfrage der Sozialdernskräken ab, in welcher übec^daS miserable Brot Klage geführt wird, das den Städtern zum Genüsse geboten, und an die Bundesregierung die Frage gestellt wird, ob sie 'geneigt sei, den Znsah von Maismehl bei der Broterzettgung ehestens einznsiellen. Abgeordneter Elbe rsch (Sozialdewokrat) führte hiezu aus: Nach den offiziellen Austveisen und' nach> ^diesen Versprechungen und Zusagen des neuen Kurses müßte ja Mehl änZreichend vorhanden und die. stärkere Surrogierung mit Maisruelil überflüfstg sein. Wir uriissen daher verlangen, daß diese stärkere Surrogienrng mit Maismehl unbedingt eingestellt tverde. .. Unser? Ernährung ist vor allem gefährdet durch das Geweldebewirischastnngsgesi'tz, das Sie cingenoinmcn haben gegen ilnseren Rat nnd im streu Einspruch. (Rn st bei den^ . Ehrijtllchsozialen: Dura) den Boykott Ungarns!) Von Ungar» können Sie außer «in paar hundert Waggons Mehl., und vielleicht .Karle sfeln überhaupt nichts bekommerr, denn U n g a r n h ö t i a n i ch t s. Bei einem so starken Maiszilschnß kehrt sich die ''.-ohlstabeuve Bevölterimg von dem Gennft der osfizi-stlen Vrs.,'orl-.m uv, gehl eifriger auf den Schleichhandel, sucht .Ede-lmehl zn ergattern, zahlt hiejür jedvt Pre^ und läßt sich ans diesem so erworbenen Edelmehc Brot (Rrif: . . > Das machen die!FnSnrr> , < v,\ Unter den Juden gibt es nur einens-, geringen^ ProzentM Bauern.- f . , ' > ' ' *> Abgeordneter Dr. J-erzabek: lleberhanpt keinen8 (Heiterkeit , bei den Sozialdemokraten.) - . Abgeordneter Eldersch: Na. also! Wenn bla B a u e r n n i ch t s ch l e i ch h a n d e l:r tvollen, dann favjv sich der Ind e zerreißen, er bekommt keirl Edetm-e hl. Der Reonerunterbreitete folgende Beschlußanträge: ■ 1. Der National rat nr i ß b i l l i g t die Maßnahme/ der Bundesregierung, mit der e i n e f ü n f z i g p r o z e n t i g ch Sürrogicn'.ng des Brotes mit Maisinch'l lediglich aus, ErsparlnrgsrücksichtLn unter Gefährdung^ von Gesundheit und- Leben der Minderbemittelten verfügt wurde. . 2. Die Bundesregierung wird aufgefordert, dir. Derwendnn g von Mais mehl, zur Broterzeugung sofort e'inzusiellen. 3. Die Bundesregierung wird aufgefordert, die> vorhandenen Maismengen rnr Austausch gegen Edelgetreide aus' dem ExkonllngerstWr 'Landwirtschaft zur Verfügung zu stellen." Der Leiter-des'Bündesrninisterimns für Volksernährung' Dr. Grün b erg er wollte sichtlich den Christlichsozialen zn- Hilfe kommen, indem er die Surrog-icrung'des Brotes mid Mais, mit der Notwendigkeit s der Anlage einer Edelmeßlreserve begründete. Die Sozialdemokraten unterbrachen, ihn,•> Satzttfür Satz und^setzten ihm besonders hart mit Zwischen» rufen zu, als er unter den Schwierigkeiten der Getreide.f herbeischaffung -auch des Boykotts gegen. Ungarn Er», wähnungs tat. . ' ' , ' Abgeordneter Schneidmadl rief: , / Der Boykott der eigenen Bauern ' f'[ ist viel gefährlicher' (Lebhafte Zwischenrufe bei der» Christ«, lichsozlalen. — Gegenrüfe bei den Sozialdemokraten.) Dr. Grünber g er fuhr fort: Schließlich war Hoch»' wasstr . auf der Donau, dem dann wieder ein besonders tiefeu Wasserstand. der Donau folgte. -Die. so dringend benötigLön Streckmittel sind mit einer gang außerordentlicher» Verspätungin^Oesterreich angeläng-t, so daß weitaus mehr amerikanisches! Mehl bereits verzehrt war, als nach den ursprünglichen - Be» rechnungcn angenommen werden konnte. Abgeordneter Schregl: Was ist's mit den inländi».' scheu Ausbringungen? (Rufe bei den Christlichsozialen: Nur .Geduld!) : ‘Abgeordneter Dr. Jerczabek: Was ist's mit dem . .Mehl, das in die Tschecho-Slowakei gekommen ist? , - , ' Abgeordneter Schneid madl^ Leichenschänder! (Leb» hafte Zwischenrufe bei deu Christlichsozialen, anhaltende Gegen»' rufe bei den'Sozialdemokraten.) * - - :l Abgeordneter Schiegl: Was ist's mit ' der Dsuf»,^- bringung? Wir wollen wissen, was die Bauern gelieserv - haben! (Anhaltende Zwischenrufe.) . Dr. G r ü n b o r g-e r: Nach dem .Ausweis vom 18. d. M.' ' beträgt die Aufbringung aller Brotgetreidearten Heuer 40.708 Tonnen gegenüber 66.315». Tonnen im Vorjahr. . Abgeordneter.Schneid ma b l: Trotz des vorjährigen Mangels an Druschkohle und Benzin und'trotz der heurigen günstigen Ernte! Der Boykott verdrießlicher Bauern bringt uns um! / Abgeordneter Schiegl: Was steht aus Ungarn .in. .Aussicht? . < . Dr. Grünberger: Aus Ungarn sind 400 Waggons Mehl zu erwarten. (Lachen bei den Sozialdemokraten.) , Abgeordneter Dr. Bau er: Sind diese Waggons gest geben oder geliehen?' .'. Dr. G r ü.n b e r g e r: Die Äaufsverhandlungen' srndf bis zum gegenwärtigen MoMnt noch nicht definitiv a-bge» schlossen. ' . ' Abgeordneter Dr. B a ue'r: Wollen Sie dem Hause mit» > teilen, zu welchem Preise Ungarn uns dieses Getcerde ge- \ gebe»: hat? ' . , Dr. Grünberger: Ich bin »licht in der Lage, mit» ' züteilen,' zu welchenl Preise wir das Mehl aus Ungarn kaufen, weil der Preis noch nicht definitiv fixiert ist. Der nächste Redner, der-- Christlichsozale Hofer, dey. dem österreichischen Abgeordnetenhaus seinerzeit als Deutsch»' nationaler angehört, hatte, wurde von den Sozialdemokraten' " zuerst mit ironischen Heilruscn empfangen, als er aber» zw diesen gew endet, erklärte: «Sie. haben uns die.Schleichhändler aus den Hals gejagt., Es sind Käufer gekommen mit Einkaufsbewilligungen, persehen mit der Unterschrift des Landes häuptmanns S e b e r, des LandeshauptmannstellvertretdrK^st Widholz und des berüchtigten L e u ch t a g" rief, ihm -> -st : * Abgeordneter Sever zu: Herr Kollege Hofe>r. um.) die Sache gleich abzümachen, erkläre ich K unschak und S'je ' als erbärmliche' L ü g net! (Lebhafter Beifall und Händeklatschen bei den Sozialdemokraten; stürmischer Widerspruch und heftige Entvüstungsrufo bei dm Christlichsozialem., Lärm.) ' , Abgeordneter V Dr. E i § l e r (Sozialdemokrat) verwst. darauf, daß die Erregung über . die schlechte Beschaffenheit des Brotes „ , zu Ausbrüchen geführt hat, deren Ende noch gar nicht abzu«' sehen ist. Der Verkehr auf den Staaisbahnen ist von Leoben abwärts eingestellt (stürmische Rufe ber den- ChristlichsozialeN:' Wer ist daran schuld?), die Bewegung droht auf die Süd» bahn hinüberzuschlagen und allmählich auch die große Metallindustrie gu erfaffen, so das; wir vor eine Gefahr gestellt ' sind, dieabzuwehren Pflicht aller Parteien ist. Wir haben die Erklärungen der Regierung mit der größten Ungeduld erwartet, weil wir hofften, darin irgend etwas zu bekommen, was es irns möglich macht, den empörten Massen von Arbeitern ein Wort der Beruhigung zu' sagen, in ihnen eine Hoffnung auf Defferung zu erwecken. Statt besten haben wir aus dem Munde des Mülisters nichts vernommen als Ausreden, Ausflüchte, Entstellungen und Ableugnungen. Es gilt heute, die Regierung zum Handeln zu zwingen^ Lassen Sie sich aus gründlicher Zkenntnis der Dinge und,' aus der Besorgnis um die Zukunft gesagt [em: .Es Hf keine Zeit zu verlieren; das Ha«S brennt und es ist unsere. Pflicht, den Brand'ehestens zu , Abgeordneter KnnIchak bezeichnete die gegenwärttgq Debatte als Niederschlag der Wahlagitation. Schon in den Wahlagitation sei es eine ständige Phrase gewesen, daß deur Maisbrot die christlichsoziale Partei die Schuld traget, Er beantragte schließlich eine Resolution, worin der National»« rat die. Schroierigkeiten der Getrcideanfbringung sowie die finanziellen Kalamitäten des Staates würdigt, aber darauf zu bestehen erklärt, daß trotzdem ein Brot besserer Qualität emongt werde. Ntnhpcm Vtori) der Wetallarbeikerstihrer WiedenhA)^