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Wiener Morgenzeitung · 1920-11-14 · Heft 649 (14.11.1920) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 649 (14.11.1920)
Date
1920-11-14
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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MM Präsident gestehen, daß eigentlich die Wühlarbeit der Horthh-Sent? in den ehemals ungarischen GehtcM der Nachfolgestaat» schuld; daran ist,. MßDie dort zurückgeblieh'enen ungarischen Beamten ungehächig Wurden und rinnmehr in, Hellen SchaM ben. /hedütfchey^Asckimftn Fvlsge-leisten, um dann zu erfahren, daß ihr aufopfernder Patriotismus nur als Jrrebentismus im Nachbarstaat,' aber nicht als subsistenz° . loser Patriotismus im Heimatland geschätzt "wird. Ministerpräsident'Gkaf Lese-, e4värf/jetzt rund heraus, baß die' ungarische Regierung der durch däs tzcher'nströmen geflüchteter Beamtenfamilien. hervorgerufenen AwhnungSkatastrvphe nicht abzuhelfen vermag, aber auch nicht abzuhelfen gewillt ist, denn dies formte nur durch Wohnungsrequirrernngei'^ und SiedlungLaltionen geschehe«, die Regrerung denke aber nicht daran, auf solche Weise den Bolschewismus permanent ju erklären. Unter der Lolschewikischen RegikMng war es eben am unangenehmsterl/empfunden -worden, -daß zwei oder drei fremde Familien einer Wohnparwr ausoktroyiert würden: Im Grunde genommen müßte jetzt bassefibe geschehen. Die ungarische Regierung hat kein anderes Mittel,-dem Zustrom Einhält zu gebieten, als durch energische Maßnahmen zur Verhinderung der Beamteninvasion. Denn schon heute dienß« r/cht weniger als 4T0l) Eisenbahnwaggons. als -Wohnung für dir geflüchteten Beamtenfamilien. Der Ministerpräsident sagte, weiter: Ein Teil .der FlüchNrvtze ist gezwrrNgr«, seine alte Wohnstätte'zu verlassen,/weil er' w^erechwry Verfolgungen auSgesetzt ist. Das finde ich bitzreiflich. ES gibt aber auch sehr viele Flüchtlinge, welche aus'rein wirtschaftlichen Gründen zu uns kommen.'Der^Niedere Kurs der Krone, beziehrmgSweise der ■ hohe Kurs - der Zlei und deS SoW/ verführt sie dazu, ihre ^bilien mch'selbst ihre JMnwbilie^n in den besetzten Gebieten zu hohrn Preisen, zu verkcn^ep.' um dann hier sich aLdüs/,wveder zu biüigeven PrvisM 'anzuschaffen. Das .ist' ein'trankhäfter, ünNiSglrcher Zustattd, dem ein Ende bereitet werden-mü^. Es gibt LLsute, die'ihve Ausweisung selbst verarüassLn, ja. shgar protze Summen bHahltzn, damit sie einen Ausweisungsbefehl erhalten (!); diese 'kommen dann hreher, wosie zur, weiteren. ummWLtsiMen'rDÄnÄieruyg der LeLensmi-LtÄ- und WohnÄngsverhAtstisse 'beitrÄgen. Die Beamten' berufen 'sich darauf, . daß...sie nach Ungarn kommen,, weil sie,nichtdem NachfrÄgef^e../^n Treueid leisten wollnr. Diesen Standpunkt VeDnstg ich nicht Zu honorieren., Meine Ansicht in dieser Frage ist'die/daß man den Treueid ganz.gilt oblegen karrrr, denn damit, datz 'man den Eid verweigert, undflüchtet, . dient' man, 'nicht, der. Sache, des llngartünrs,' sorrdern' LrtzSht^/bW.ünseti;" BLtLegerchett.'. Er ist sehr traurige daß unperamKvgrüjche. MHneytz vn^'den besetztest GMeten.'die'''Beamten aufhetzen/oen. Heueid zu dertveigern. UirgeMr 15 Prozent -dev'.narKüäfchenrBebÄkerung bestehen, heute schon aus öfterrtlrcheu.Beamten,' die-wir weder uriterLringen noch. bezahlen können. '/. . W time M^wimn .mchi sich örest WhnunO-' probserüs guch ' «£' Wen/-betrachten :?lpür|>cC’-: Äüch' '.Hier .hat man dem! Holk, .eingeschwätzt,, daß;, dtz. ^hWMg§y-t..vyst' .dW Flüchtlingen, .herrührt. - - ' -/ ' -vv. v , Das rrvtett i« Tkszä-Prozetz üüftzehobett? 4lnLera»m«ng einer nenyn Dethandlnng. Wie „Becsi Magyar Ujsag"-aus Budapest meldet, hat das Oberste Militärgericht am 11./d./M. üher Berufung der vom Divisionsgericht zum Tode verurteilten Stephan lDo Lcr und Tibor S z ta n Y k ov f z.!y sowie des zu fünfzehnjährigem Zuchthaus verurteilten Alexander Hüttner beschlossen,, daß das Urteil des Divisionsgerichtes aufzuheben u,nd in Angelegenheit der Ermordung des Grasen Tisza eine neue Verhandlung anzuberaumen sei. Es wird sich nunmehr zeigen, ob die neue Verhandlung die wirklichen- Schuldigen erreichen wird oderob abermals die alto Komödie aufgeführt werden soll, in welcher bloß einzelne.Instruments der Mordanstifter von'der StrM ersH^ die geistigen Urheber der Mordtat jedoch, frei auÄehen und hohe Ehre nstellen - bekleiden. - . Gegen den nnttsemMsche» HehbetpieL Henry Fords. ' Wie wiederholt berichtet, hat cher--amerikanische Auto-möbilkönig Henty Ford sich, nachdem ex Milliarden gesammelt hatte, den Spleen gEM, einen Großbetrieb der antisemitischen Hetze" einzurichten und persönlich zu leiten. Durch Zeitungen^ undJlugschristen sowie /scheinbar" wissenschä^tthhe- /MchaMujPn' verbreitet Ford das antisemitische/Gift. unlsr. der amerikanischen Bevölkerung.- Gegen diese' ^eführlichL Wühlarbeit hat sich nun . in Amerika einÄ Niächtige ' ^egenbewegung. gebiüieL,. Ein großes, aus, christlichen' und jüdischen Politikern, Gelehrten und Finanzmänuern bestehendes Aktionskomitee unternimmt'es, das von Ford aufgeworfene Lügennetz tzn zerreißen und auch auf gesetzgeberischem Wege das gefährliche Treihen, Fords unmöglich zu machenjFn einer großen Versammlung dieses Äktiopskomiiees tsiüen Die jüdischen. M rtglieder des Kongresses Henry Goldvoge t und Kichtar R os-alski mit. paß sie im Kongreß einen Gesetzantrag einbringen werden, laut lwelchem die 'Vcrhreitüng von Druckschriften, durch' welche zum Haffe gegen ein. Volk oder eins Rasse aufgehetzt wird, mit, Ketzker bis zu drei Jahren bestraft werden soll. Kongreßmamr Chri-- stopher Ä. Sulivan erklärte in dzesec Äersammluttg gleichfalls, daß er einem solchen Gesetzantrage seine volle Unterstützung leihen werde,. Mil es Pflicht jedes Kulturmen scheu sei, die antiLmitifche Hetze und VerleuMdungMk.tik .mit allen Mttehj/M LMMfev.' MittcilMgen ans dem PuMklm. Uose Uudel Lilas I,ukt . Lankyrokurist Eremoxvrtr VVien, I. ' - .Verlobie^./ *918 Hoveniber 1920. Wir läden hiedurch unsere Verwandten a und Bekannten in den" Trauung \ - unserer Tochter Cha n.e' mit Herrn . * Naftä Li G ä r in e r aus Strgj, welche Dienstag den 16. dj Mi in Schqdnica statt findet, köfLichst ein; cMeilech Backenroth und Fra u Statt jeder besonderen Anzeige. Gerson Weinberger — Heia.Weinberger geh. Born st ein geben hierait bekannt,.dass ihre Vermählung / am 11. d. M. in Krakau stattgefunden hat Wien, im -November-1920 - ,3929 Für die uns, anlässlich unsere;*. Vermählung erwiesenen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten sagen wir allen Verwandten, Freunden und BekannteiKherzlichsten Dank s9?5 Siegitiund Führer und Frau Dresden*A.s Scheffelstrasse 10, im November 1920 n. Innendekoration grösster Aaswahl. Kur gediegeue 619 Erzeugnisse. J. . 9> 1 U..2 (Ecke Karl Schwcighofergassei. ‘ <VerifMcäMam ’Tijeä&iWL ***?■? . vi-mariahiifersiraseios. Grösst««, btstgortiertes Lage? Wiensin Tappiehon. Decken, Vorhängen, Ueber vLelsn, Laufteppiehen, Stores, Doppeldeckcn etc. Billigste Preise. 8540 Wien,VII,, 8 cbtüttenieldgasse 24 Orö^st^ Äüsw^lii!' " JVfäöSige PFfeise! 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Das längst herbeigesehnte, epochale Werk des Zionisten-, führers erscheint in deutscher und polnischer Sprache. Judentum und Judenstaat, von Berta y.Suttner, Grafen Iwan Tolstoi, Grafen Tisza, Gräfin Wielopolska und Iwan Franko# Diese Schrift gewinnt an Bedeutung durcheinen unveröffentlichten Aufsatz des toten ungarischen Ministerpräsidenten über „Europa und Juden". Polen und Joden (Die polnisch-jüdische Verständigung.), von Dr. Alfred Ifossig, dem Initiator der offiziellen' , polnisch-jüdischen Aysglejchsverhandlungen ~ ersi&eiut in englischer und deutscher Sprache. Prof. Dr. Gaul Smyth (Cambridge): England und ' Juden. Ein© Schrift bedeutender Art des englischen - Gelehrten. : Bei Vorbestellungen iür Privatpersonen 10 Prozent Rabatt,; für Buchhandlungen bis 45 Prozent. „ Besteliun.gan nehmen entgegen: . für Polen.: Ksi^garnia Nbwo^ci, Lemberg, Koperaika 3; für Tschecho-SlowAkei,: Louis Brandeis, Buchhandlung, , Celetna.33; ■ " . ' "• für Jugoslawien: Hova. Knjizara Ulinko Spiegel, Zagreb^' Boskovicovä i; für andere Länder : Wien- IX., Schulz-Strassnitzkigasse 13 (Vorlag). , v Dio bereits erschienenen Schriften des Verlages sind, arf denselben Stellen un d in sämtlichen Buchhandlungen erhältlich. Reichskonferenz des Jüdischen Natiemalfond« für Oesterreich . Heute und morgen, Montag, findet tut großen Saale deS Niedcrösterrcichischen Gewerbevereines, I., Eschendachgafie^ll, die!1. o r d e n 1 l r ch e M e r ch s k o n f e r e n z d e s I ü d ischeu N a.t, v n.a U a n d s statt. LegUnnat'oNen find noch am Tage der Kontereu^ gegen Borwiis entsprechender AnsweiSpapiere im Dorsaale des Niedclösterreichischen'Gcwerbeveremes zn beheben. Ebendort/ sind auch, noch m beschränkter Zahl Gasikartm. exhältlich. Lcgirm^ der .ersten Sitzung um 9Uhr im*, mittags .;,/ Ein Preisansschrsiben zn Dnbnows 6S. Gübrrrtstng. Der Jüdische'Mationalrat von L-it a"N'e-n.- erlaßt ein P ti i Sa u 6 s ch r erb tu für eine Monographie,, welche irgendeine Epoche irr der. Geschichte der lrtanischen^ Inden ve-« bandelt, und setzt drei Prü>e von 6000, 3000. lieziehmigZweNe -tiOOO Mark ans. Das. Werk, welches in beliebiger Sprache ovgesaßt werden kann,, wird in einer der -jüdisch'» Sprachen vom Natünalrat hcransgeaebcn werden. Die ' Herausgabe. drestg rtt'sileS eriolgt als Ermnerrnig an den 80. GebnriZtag des berübmlcn jüdischen!-Histo,rchrs S. M D n b'n o w. Das Manmkupt .rst.^hlö. Iämur I.:l2i emz'uretchen, der Nat>onal:at.üdeWnwtt d..sHervttichirüig der Druüleguüg des vreiögekrönicil MMuikristE.!' innerhalb dreier Monate nach dem oenamüen Termin. 9 6988

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