Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 633 (28.10.1920)
- Date
- 1920-10-28
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 633 DvnnersW »V eS in den Unruhen, die uns die Zukunft Vorbehalt, leinen Platz H einen deutschen Diktator gehen wir- und Sielleicht qor für eihert europaiMn? Ker wejß,,H die vefreier pH fetzt noch bolschsw Äschen MßlmrL Nicht die ersten Diener dieses großen Ehrgeizigen fein werden? Ludendorff ist ein Mann, der fähig ist, die Rolle zu spielen. Er hat widerwillig die Bühne verlassen müssen, die er was er auch sagen mag — liebt, er ist'aber in der Kulisse geblieben und wartet a u f d i e Stunde, wieder aufzntreten. Wir werden noch einmal von ihm sprechen hören. Inland. Vo« der tzerbstsesston. , Die DerhaudlungeN zwischen den Parteien dsS «esttn. Nationalrates, der am 10. November seine Arbeiten beginnen soll, sind über die Vorstädten noch nicht HÜtausgeHnmen. Einstweilen sind sich selbst die Parteien noch nicht völlig dar über ihre Stellrmg. Die Sozialdemokraten haben bte Regierung verlassen, wollen aber nichts Endgültigesbeschließen, ehe nicht ihr Parteitag gesprochen hat. Dw Christlichstzzwlest verkünden, daß sie sich zum Programm Luegers tzeiepnen. . Worin — positiv gesüßt — brejes Programm, von dem man bisher nur den Antisemitismus gegen arme Hausierer» baS Großösterreichertum und den Krieg gegen die GasgesM» schast gekannt hat, bestehtsagen sie nicht. Die GvoMutschm sind so ratlos, wie sie immer waren. > Zurzeit streitet man um die Person des Bundes» Präsidenten. Ein Teil der Christlichsozialen rmd die Groß- Seutschen präsentieren den Herur Rintelen» ein anderer christlichsozialer Troß steht hinter Herrn Fink. Man besaßt sich mit dieser Frage viel lebhafter als mit der Sorge ittft Me Ernährung. Dieses Problem könnten jetzt dm Christttchfozialen und ihr Anhang lösen, nachdem ja die „rote Regierung" gefallen ist. Mer die Bauern sind «nd bleiben die Herren. Heute tritt der chrisNichfoztale Pürteirat zusammen. __ Don bcn Grotzdentsche^ Das auf die Gratzdeutschen entfallende R>eststi«nnen- Mandat erhält der Major K o l l a r z. Abgeordneter Schön» sauer wollte sein Mandat rnedeclegen, hat sich aber überreden lassen. Sein Ersatzmann Ui der Liste, der sich schon freute, hat das Nachsehen. Das, zukünftige Kabinett wird aus Beamten und Parlamentariern zusammen - gesetzt' werden. Die Gtohdeutschen verlangen für ihren Eintritt Garantien für den Anschluß saus dem Nichts werden kann), für die Ängliederung Westungarns (aus der auch nichts wird) und für die Schulfvagez sie verlangen, daß die Verstaatlichung der Volksschulen in der Verfassung sestgelegt wird. TelegramMe. Französische Offensive gegen die türkischen Nationalisten. London, 27. Oktober. (NeUter.) Dir „Tiiües" melden »uS Künstantinopel: Gettetal Gouraud Hirt neuer, lich die Offensive gegen die türkischen Nationalisten ausgenommen. Die Gegend von Dorek und das Knie des Flusses Seihum wurden vom Feinde gesäubert, GegrNi. rvartig bcschicsren die ftanzösischen ptreitkräfte die Gar. nison von Äintab, welcher Generül Gonraud eine bedingte Uebergabe verweigert hat. MfsksrtfereM der Federation derttkrawlschen Inden in Mgland. London, 22. Oktober. (Jewish Sott. Bür.) Dank den erfölgrrichon -Bemühungen Dr. Jochelmantts trat anfangs dieser Woche in London eine Hilfskonferenz zugunsten der ukrainischen Juden zusammenan der sich 300 Delegierte vdtt über 40 Organisationen beteiligten. Rach eingehenden Referaten über die Lage der Jude« in Mr.Ukraine und über Orforderrnsse und Mechoben des auszunehmenden Hilfswerkes^ teilte Dk Kaizer, Ehrenpräsident der Federation,- mit, büß die Exekutive des Ätzrbandeö die Ausgabe eines „Schwarzbüches^ vorbereite, das alle die Pogrome in der Ukraine betreffenden Materialien wahrheitsgetreu zusammenfasssn w;rd. Noch weiteren Referaten Machowers, GoldßnbergS und GroßmannS wurde ein Z e Nträlkomttee Unter Börsitz Dt. JochelMUnnS gewählt, dem ÄMr anderen tkt Shiefrabtzi Äs Ehrenpräsident, Sir Stuart Samuel und Herbert Bentwich als Vize-Ehrenpräsidenten und eine Reihe hervorragender Persönlichkeiten dtzL englischest ^udättschaft angeyoren. Es wurde eine Reihe ,von Rrsolntionm über -die zukünftige Tätigkeit der FetzerMrn gefaßt. DiS wichtigsten darunter sind die Errichtung einer Czpositu.r in Reval für die Ueberweisüttg voü Kleidetn, Geld, Briefen UM an die fühl» schm, ÄMAendstt und die Aktion füL die Adoptiott jüdischer Waisen aus der llkraine. Dev Pogvsm in WilM. London» 26. Oktober. (Jewifh Torr. Bur.) Das polnische Preßbureau in London veröffentlicht ein Dementi über den Pogrom in Wilna und erklärt» u sei festgestellt woöden, daß bie OkkupationsvehördeN ällö Möglichen Matz» nahmen ergriffen haben, uw AuSschreitunaen upl} Represia-> lien m berhüter^ __ , Wiener Morgett^ttrrng Zion, SektioiiOttakriag^Hcmals ■mmiifiiDM 'Heute um Vs 3 Uhr abends findet im Saale des Turnvereines, XVII., Rötzergasse Nr. 9—11, eine t . ...jstatt. TAGESORDNUNG: 1. Rechenschaftsbericht 2. Wahl des Vorstandes und der Delegierten zum Parteitag . 3. Eventualia. sm AmWM nych Kämpfe tat Dsttz«. »: VkoskM, 27. Oktober. .(Funkspruch.) Frvntbericht Döin 26. Oktober. Jpi HeöjetL von O r j e cho ln be" setzten wir GMj-HskS/ M/^biete'von Bördjänsk besetzten wir Pex,estow oj<1. und habfn Stellungen.am Muß Wtdü bezogen. ' Die Ortschaften Mivo-Gpäsow'- sAja und Pietrowskaja wurden von imS im Kampf ge- .'nhmnisn,. ... ‘ ... . MsifferrsMMrw Misch rn SswjtzDktzlMd und ' ' ' - ' ' PetWra. ... Warschan, 26. Oktober. (Funksprrrch.) Die polnische Regierirng hat gestern die amtliche Nachricht Erhalten, daß zwischen den Bolschewiken und Petljura der Waffenstillstand abgeschlossen wurde. . Der polinisch-russifche Kriegs. MMrtü, 287Oktöber. Wk. bn „WisnSr ÄtovM- 1 Zeitung".) Wie eine Moskauer Depesche besagt, hat dir Sowjetregiernng den Ftiebensvertdag tatifiziett. Bev Austausch der RütifikätionZurkittidLN soll am 2. NovtzM ber in Libaü stattfiüdetl. Aufdeckung einer weitzgardistischen Bevschwöruug in SvwZetvutzland. MoskM, 26. Oktober. (Rosta.) In ber AMMiztsn 'i.!c.'arsitzung der Moskauer Sowjet-, der Gewerkschafts¬ und Betriebsrätevertviter am 36. Oltöber erstatLete der EorsiMttkö des Ver^idigUUgsöaies der Nspnblik, Dzerszinskieinen Bericht über die Aufbsllnng. einer großen w.eißgardistischen Verschwörung. Die Untersuchung ist. eingeleitet. , Die' Mchirttdütisigtzü tnU ben tztrMschM:GM» arbeiterm Lonhvn- 27. Oktober. Hunkspruch.) Der Vollzugs» ausschuß der Ve rgardeitvr wirb die BorschlM der Regierung der Vergarbeiterschaft zur Äunahme Vorschlägen. Die Bergwerksbesitzer haben sich verpflichtet, dukch modernere Einrichtungen UNd Behelfe die Bßrmehrung der Förderung sichetzustellen Uttd W Mlangte Lohnerhöhung gleich zu bewilligen» wofür sich die Tlrbeitev verpflichten müssen, bis Arbeite leistung zu erhöhen. Lvrtdvn, 27. Oktober. (Reuter.) -.Daily EKPritz* meldet» die Vertreter der BeWrbeiter hattttt tatsächlich ein ssebeo« eintommen angenommen, worin eine sofortige, jeLÄch Nur zeitweilige Lohnerhöhung festgesetzt w-rch. Die endgMtige Lohnerhöhung bleibe vmi der ZüncchMd drr Kohleufötderüng abhängig. Ger Wkkerbttnv. Hotchon, 27. Oktober. (Funkspruch.) Das Sekretariat des Völkerbundes hat heute morgens London in einem eigenen Zuge verlassen und wird morgens in Genf ekntteffen. Die Unruhen in Irland. DrM'N, 26.-Oktober. Kuter.) Ünbekannte Personen haben die Gendarmeriekaserne in.Zjenipo (Grafschaft Fermanagh) besetzt. Hiebei wurde ein Soldat verletzt. Auf seiten der Angreifer gab es einen Toten. Trüppenabteilüngen haben in den HäuptbaMn. von Gort Hausdurchsuchungen vorgenömmen. Die iLattenisch-fÄdsrnwischert Verhandlungen. Mailand» 27. Okwber. (Tel.°Komp? Als Vetttti« Italims bei den AdriwVerhandluvgen mit dtn JngoslaMN wndeü von der „«SicmUm* Stttomini und btt GömmNdatöre A 0 lpi genannt. Lrtzlcrrr weilt gegenwärtig in Velgvad» wo er mit der südslawlschen Regierung in Fühlung getreten ist. Rom, 27. Oktober« lTrl.rKomp.) In GLgmwatt' des ^titgSMinisirrS hat der Gouverneur von Dalmaürü Admiral Milo eine längere Unterredung mit Giolitti gehabt. Die Uonferenz drehte sich um die Haltnng der Brvölkekting «Ud der VrsatzungStruppeN in Dalmatien, bei Verzicht auf einen Teil dieses Gebietes, waS im Laufe der Ädria-Verhandlungr« sich als nötig rrrveisLn konnte. Das ErgedNlS ber Besptechnng süss Nach Mübungesi der Blätter sein» daß ei» Widerstand der Rationalisten Nicht zu befürchten sei. Akts ddr Slowakei. t' NeDkkA 27. Oktober. (Te^KvMp.) Bas Äer lowakei verhängte Siandrecht wuM n^üerlich wieder erheblich verschärft. In Prehburg werden um 2 Uhr abends alle üfftntlichen Lokale gesperrt, dis Theater Und Kinos dürfen keine Borstellungett ab» hätteU; Nach 10 Uhr darf niemäNd auf d^n Strüßsn gehen. Äehnliche Maßnahmen^ And auch in Aaschau >WttvÜen worden ^28. Oktober TSSls .;»3 i --" -- —- --- - 'Tusar tegt fein Marrdat nieder, -j Prag 27. Oktober. (Preßzcntrale.s Der ehtzmässgiA^ Wmsterpräsideuf. T u.s a r wird vor seiner MreiseM^ Gesandter nach Berlin das Abgeorduetenmandat nieder^.,, legen. J Bayern erlügt ein eigenes Gesetz gegen vass/'s SchieSrrmm. - , Münchs», 27. Oktober.'(Amtlich.) Das G'esßmk» MtmsterruM veröffentlicht einen Aufruf an das sche Volk, worin, gesagt wird, daß die bayrische Mgie^„ rung nicht länger zuwarten könne, dis die Umgestaltung der reichsrätlichen Vorschriften gegen dasMuch^r-, .. uüd Gchiebertnnr fertiggeftellt sei. Die bähriW' gierMg hübe sich daher entschlössen, einstweilige Anvrdnungsn zu tvsffen. Hiedurch werden die schweren / uüd gefährlichen Fälle von Schleichhandel und Preis-r * trelberet, das eigentliche Schieberunb Wüchertum 9 mm erhöhte SlAft (ZuchthünZ Vvü' 1 vis '15;UNd Geldstrafen von 100.000 Mark bis zn einer Million'-t Mattl gestellt. } - .Arbeit Mr' den BnvÄpsftLr HenlE. MVnpsst, 27. Oktober, (üng. Tel-Zdsrr.-Vur.) Das - GtiÄsgerlchl als Standgericht verkünbete. heule bas urteil in Angelegercheit der kommunistischen Berschwdker, die auf Wranlassung der Wiener Gnii-'' graNM üttfreizende Flugschriften in Verkehr gebracht hatten. Eiserwahnkonduktenr Josef Flacher ftiiirfce ‘ wegen Verbrechens des Aufruhrs zum To de dur chven Strang, LökvMvtivfÜhrer Stephan Görög zu fünf-"' zehn Jahren Zuchthaus verurteile Gegen die übrigen. vierzehn Angeklagten wurde das Verfahren eingestellt;.' bsziehnngsweise z«lN Teile die .Ungelegenheit ' bWR** ordentlichen Gerichte überwiesen. Äer Humerus oIslussus an der Technische« Hochschule. Der ttaurigö NüM Schwinds und ssinss Mchföltzers hat Lest Nektvr bet Techmschen Hochschule Dr. Art Mann nicht schlafen lassen. .Auch' er MM».' stE sich für den 2cumerns clansns ünd hat mi^' hÄtlern Eiser dir BlirMauerscheu Praktiken übernommen.' Die Höchschüler Wörden ber der Msnabme nach WM G flü u b e n s b e ke ü n t n i s gssietzt. Arier ethälM' -sonst MGd MspMchsLMchtiMg L8N MrzM tzM suche döst' Aüsläridtzkn, Sie bis zM 2. Oktober ''eiüt!^ gereicht würben, hat man erst am 25^ Oktober übge»^ lehNt. JkfblgedssseN war es dm MMffeneN fticht'^ mehr möglich, sich an einer anöeren Hochschule emzü<^ schreiben, bä überall die Fristen mittlerweile üvgSki ' laufen sind. Was kümmert es aber Such einen dsütschen) l Rektür, öb ein armer Studierender ein Halbjahr vK»i' lievt! Ist er doch des Beifalls der Wiener ,-Gelehrtes welt" sicher Und die liem fräisinNge „Neue Freich ' Presse" gewährt seinen Uuslüssüngeü über die wettdigMt des Nümerüs Mustts bereitwilligst MÜM r Warum auch nicht? Das güte Blatt hält es Mi§s" Hvrthymit Schwarz-Hilter und allen vffeNLN' ÄM i' lMKkiertön Gesinnungsgenossen tzes neuen christlich^i Ä Kurses. Dä gehört auch der biedere Rektor hin. - - •;' Sie Ävt der Küttstler. s <8in vrigirreller Vorschlag z» ihrer LinveLttns.. Die Not vieler Künstler rsc groß MÄ mrb täglü^ . schlimmer. Der Maler Lippmann wacht in der „gfaut&j ' snrter Zeitung" einen Dorschlag, der zwar schwer realisierbar, zumindest aber den Vorzug der OrtgiNaMät vesißt. Ä! führt ukidr anderem aus: „UM helfend eiüzn'gMsM, wssrböq . schon viele Vorschläge gewacht. JnteresjengsmeiNschast MMj Händler und Künstler, Tmssch usw. Der l^rfolg war seither gering. Ich Möchte einen neuen Vörschlüg zür DiSürssm« stellen» nämlich: Die Vermietung von Kunstwerke»^ ^in Deisptel; Für em Bild, für das M jungev jkArstler?. vor dem Kriege 400 Mark erhielt, müßte er heute do^r 60Ü0 Mark erhalten. Im entzelnen dies nachzurechnener-, übrigt sich, ^inen solchen Preis erzielt £t ätzet ber tvetteÜtl nicht. Vielleicht 1500 Matt Wttd er M M söj^eS HvjeL-i erhalte«, Selbst diese 1600 Mark auf den Tisch zu legen,/' für eine Sach«- ohne die recht viele Menschen leben könUen- > fällt hteleü LeWn Leuten örfätzruÜtzsDmÄß Nicht leichft Del;' nur „GutsiMierte" MUß in dresest DintzeN überhaupt Mffcifef stehen. Das müßte jedoch nicht sein. FreMch kaM:Man^ HE Mit 33.0Ü0 Mark festem EittloMmen 1600 Aark für ein ^küristtverk nicht anleZen. Äohl über kann > einige hundert Mark ftit^ Kunstbingt Äs Budget einsetzeü^' Der Künstler vermiete also sein Äerk für jährlich eynges^ hundert Mark» je nach Objekt, ml den §kmistfreunb. Rvchf Aöläüf des zweiten Jäyres lluitt ^öissek daS Merk zurückgebest, hätte däMtt natürlich die Mrete eingevüßt. M iGi ihm möglich, so wirb er das Gert.wLiterbehätten unhI MiEf Zahlung einer bestimmtest Zahl von Räteü wird es' sein^ Eigentum. *’ Schssetzt M« ein Müßt« iüt ötDn Hchrtz zWaUM^; Mietverträge ab, sage» wir» um Zahlen zu nemien, zu je . 500 Mark, so ergibt dies für bas laufenbe und Nächste Iahe?, je 10.000 Mark. Werdest Nn zweitmt Jahre wiederum zwänzig idriettzerträge abgeMossen» «erhöht sich bw. lausendq Einnahme P den Künstlet Mj 20.000 Mark.' Je mehr!' Verträge also bauernd taufe«, umso höher stellen sich damit die feste« Einnahmen. Und gerade dieser festen Emnahu!-^ tl n&tfefcKfe Mitz fe Ä m muL tetk nrn Me M M