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Wiener Morgenzeitung · 1920-10-24 · Heft 629 (24.10.1920) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 629 (24.10.1920)
Date
1920-10-24
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 629 ' . Mm. Sonntag Serditschew tief in die feiMiche Etappe ein« gedrungen. Der Eisen-ahnLnotenpunkt Koziatyn auf der Lime Kalinowka—Kiew ipuröe genommen, wodurch die VorbinbungSbafiS der Roten Truppen mit' Kiew und dem Hinterland für die Bolschewiken verlorengegangen ist. Südlich Schmerinka wurde der Feind in dkr Richtung Wapniavka auf Tomafzpol gurückgeworfcn. Wir besetzten die Ortschaft Jaruga ayr Dnjestr, überschritten den Fluß Marula und marschieren auf Jampol. Tschita von den Sowjettruppen genommen. Moskau, 23. Oltoberi (Funkspruch.) Am 21. Oktober ist T.schita, die letzte große Stadt der sibirischen Gegenrevolutionäre, genommen worden. Samenow ist in einem Flugzeug entflohen. Amnestie in Sorpjetrutziand. Paris»-29. Oktober. (Tel.-Komp.) Wie die „Hsmanitä" risiihit. Bereitet das Iustizsekretariat m Moskau eine Liste für eine Amnestie vor, die um dritten Jahrestag der Sowjetrepublik bufiinht iücrben 'foÖ. : Polnischer Landtag. s Warschau, 28! Oktober. In der gestrigen Landtags- Atzung wurde -nach Unsprachen des Landmarschalls und des Mmistetzpräsidenten die Ratifikation' des Präliminarfriedens einstimmig beschlössen. Hieraufbegrmldete der Abgeordnete Reger die Dringlichkeit uues Autmges -m der Teschener F'rage. Der Landtag. sprach -denr Antrag die Dringlichkeit zu, der Eintrag selbst Erde dem -Ausschuß für qn8w(nckige An- ' gelegenhciten überwiesen. ' - PLsft^ftifchs Meldungen Äbev die jugoslawischitalienischen Verhandlrrngen. ' Laibach. 23. Oktober. (Tel.-Komp.) Die Verhandlungen mit Italien sollen nach den neuesten Belgrader Meldungen aus unbestimmte Zert vertagt werden. Die von der italienischen Regierung angekündigtc- Einladung ist in Belgrad nicht eingetrofien und so ist die sür den 9. d. M. angekündigte Abreise der jugoslawischen.Dtlegatwn unterblieben. Die Ancsichtrn für das Zustandekommen einer Konferenz sind di; denkbar schlechtesten. Die Wirren in Irland. Amsterdam, 23. Oktober. (Wolfs.) „Algen,een Handelsblad" meldet aus,London, daß eine Patrouille des Essex-Regiments bei Cork in einen Hinterhalt geriet. Von den sicbm Mann der Patrouille wurden s c ch s getötet, der siebente schwer verwundet. Waffen, Munition und das Automobil sielen' den Angreifern in hie Hände. .■ ' italienische Proletariat im Kampfe gegen die Militärherrschaft. Mailand, 23. Oktober. (Trl.-Komp.) Die sozialistische Parteileitung hat in ihrer gestrigen Tagung m Florenz das angekündigte, Manifest gegen die Reaktion an die Arbeiter erlassen. Das Manifest ist von der sozial,stächen Parteileitung, vom Gewerkschaftsbund, dem Anarchistcnverband) der Union der Syndikalisten »nd von verschiedenen GcwerkichaftSorganisationm unterzeichnet. Das Proletariat wird darin zum Kamps efürden Kommunismus aufgefordert. Die militärische Verschwörung d ilununzios und der Gcniiräle Giardino, di Giorgo muß das Proletariat, so sagt daS Mauifest, in eine Einheit gegen dir militärische Diktatur znfammrnschlneftrn.' Deutsche Kohle fjlr Italien. Nom, 23. Oktober. (Tel.-Komp.) Die Wiedergntmachungskommissivn hat beschlossen, Italien im Monat November , 209.C00 t deutscher Kohle zukommcn tzll lasten. Das deutsche Budget. Berlin, 22. Oktober. lWolfs.) Dem Reichstag ist der ReichShaushaltSplan zugegangen. Er steht im ordentlichen Haushalt 39.891,562.783 Mark an Einnabrncn, 35.318,647.032 Mark an fortdauernden sind 4.547,915.701 Mark an etiimaligm Ausgaben und im außerordentlichen Haushalt 52.579,319.139 Mark' an Einnahmen und Ausgaben vor. Der Generalsekretär der Friedenskonferenz — Verwaltungsrat einer böhmischen Fettfabrik. Prag» 23. Oktober. (Tel.-Komp.) Wie d,e „Tribuns" , meldet, wurde der frühere französische Gesandte in Bern und Generalsekretär. der Friedenskonferenz Paul D u t a st a in den Vcrwaltüngsrat der Dereiwgun Fettsabnken A.-G. als Repräsentant fctr französischen Gruppe dieser Gesellschaft kooptiert. Requisition?» von Shnaqogen in Polen. Aus Warschau wird uns berichtet: Im Sejm brachten die-Abgeordneten Färb st ein, Dr. Thon, Grün bäum n. a. folgende Interpellation an den Minister des Innern und den Minister für Kultus und öffentliche Bildung ein: Der Krieg hat den religiösen Juden besondere Erniedrigung gebracht, da ihre' heiligsten Gefühle beleidigt wurden. In Nowy-Dwor hat das Militär ein Best Hans requiriert und dort Pferde eingestellt, in Parczew wurde vom Militär ein Beth- H et m i d r n s ch okkupiert, an vielen Orten wurde die den Juden heilige Thora geschändet und dernicht et, die Rabbiner wurden in brutaler Weise gepeinigt u. dergl. mehr. Matt sollte glauben, daß derlei Gewalttaten, die gegen jedes menschliche Knlturempsinden verstoßen, nur im Verläufe her militärischen Operationen, nur durch Auswürflinge der Gesellschaft und nur in kleinen Stadtchen fern von der Hauptstadt verübt werden können. Leide? aber erwägen in letzter Zeit die Beamten des Wiener Morgenzeltung Wohnungsamtes in Warschau, Synagogen und Bethäuser zu unbekannten Zwecken zu requirieren. (Tatsächlich hat das Wohnungsamtin Warschau vor einigen Tagen eine Revision dieser Statten angeordnet. Die Red.) Es ist selbstverständlich, daß ein so unerhörtes Vorgehen die größte Erbitterung unter der gesamten jüdischen Bevölkerung hervorruft. Die Interpellanten fragen: Sind den Ministerien die Tatsachen der Requisition von Bethäusecn in Warschau bekannt und was gedenken' sie zu tun, damit diese niedrige und strafbare Tätigkeit des Wohnungsamtes ein Ende nehme? Tagesbericht. ln memoriam Adolf Zellineks. Zur 100. Wiederkehr feine» Geburtstages. Emerson sucht den überwältigenden Einfluß großer Männer unter anderem damit zu erklären, daß ihr Geist sich von selbst anderen mittellt. Ein neues geistiges Etwas strömt ununterbrochen tn konzentrischen Krisen vor^ dem Sitze seines Ursprungs aus und . gibt sich selbst der Welt auf vre verschiedensten und gehermnisvollftcn Weisen kund. Die "Bor-- Einigung der Seelen scheint eme innigere geworden zu {cir* ' Das gilt nicht allein von den ragMben Heprche^tani'''«Pdes'Men'ichheitsgeschlechts, sondern auch von den Verkündern -der Ideen, die einem bestimmten Volkstum Leben- und Inhalt geben. Das GeheimyiS ihres Erfolges.?' tyegfceinfach) &öi;; baß sie dem. was die- Seele ihrer Geinenischast.= ausmacht und das im Unierbewnßtjein der Menge schlummert, dazu verhelfen, -in die. Erscheinung zu treten. ' Die so immer von neuem geschaffene ^Bewußtheit der 'kulturellen Eigenart eines Volkes, seiner Wahrheiten und•• Ideale erhebt btefe Interpreten der Volksseele auf das Piedestal der Großen dieses Volkes. - Kaum zeigt sich-dies bec einem großen Manne der westeuropäischen Judenheit iin vorige» Jahrhundert so deutlich wie bei Adolf Je!l inek, dessen Gedächtnis diese Tage ip uns erneuern. Nicht vom unermüdlichen Forscher nnd fruchtbaren Wissenschastler sei hier öre Rede, sondern vors dem glanzvollsten Vertreter der jüdischen Kanzel und dem Praktiker der jüdischen Erziehung der Kiemen Und der Großen. Jellmei hatte große Vorgänger, auf dem Gebiet der deutschen Predigt unter den Juden; Männer, die teils der . Gunst der. Verhältnisse, die ihnen die Rolle von Bahnbrechern -zugewiesen, teils dem Geschmack ihrer Zeit und . wohl auch oratorijcher Begabung ihrer: Erfolg dankten. Während aber , deren Wirken aus die enge Spanne der Jahrzehnte, in welchen sie schufen, beschrankt war und ihre homiletischen Erzeugnisse uns heute als völlig antiquiert anmuten, haben Jellmeks Reden aus der''Mitte des letzten Jahrhunderts noch nichts von ihrer Frische und.Aktualität emgebüfsi. Ein Wolf, Kl eh,. S a lo m o n, Zu n z (rrr seiner Predigten natürlich), Herxheimer,PHiIippsou, deren Arbeit dem Nachweis galt, daß das Judentum in dcir Moral seiner Umwelt nicht nachstehe, konntekeine Dauer - beschießen sein. Anders Jellinck. Er vertrat den wahrhaft jüdischen, seiner Originalität sich bewußten Intellektualismus nnd verband ihn mit der dem jüdischen Volk eigenen jmb, wie er unermüdlich zeigt, höheren - Gefühlstvelt. So wurde er der jüdische Prediger kat' exochen. So geißelt er dm Jrrtümer seiner Umgebung ebenso wirkungsvoll, wie er die Superior:- lät der jüdischen Gedankenwelt mutig ru:d glaubhaft darlegt. , Das „Neue geistige Etwas", das er in heiliger Glut und in flammender Begeisterung und zugleich tn gottbegnadeter Meisterschaft verkündet, ist Geist vom Geiste seiner Zuhörer, er macht sie ihrer selbst bewußt und ruft so in ihnen das stolzeste Bewußtsein hervor, sich selbst gefunden zu Haben. Unr Jellmeks Bedeutung ,als Prediger einigennaßen gerecht zu werden, inuß man die Ideologie seiner Zeit und Umgebung sich vor Augen halte», von der er sich grell abhebt. Es war die Zeit der große,:, übrigens begreiflichen Selbsttäuschung der europäischen Judenheit über ihr Los und ihr Geschick. Es tvar die Zeit der K o nr p r r tischen Asstmilationstypen, deren Judentum sich zwischen der romantischen Salbungsfülle der Pietätsreligiorr und der Mischehe bewegte. Es war. die Zeit der Selbstverständlichkeit des auch trns heute leider rioch nicht fremden GhettogeisteS, der es als dankpsiichtige Gnade ansieht, wen« der Andersgläubige es dem Juden nur entschuldigt, daß er geboren ist. Damals sprach Jellinek bereits vom Rechte des Juden und vom Stolz aus die alte, ewig junge überragende Kulttrr uilseres Volkes. Nicht ohne Interesse dürfte eö sein, tvenn hier aus zwei seiner Reden aus dem Jahre 1862 hingewiesen werden soll, die er „Zion" betitelt und in welchen er der jüdischen Zionsliebe, wie sie sich ungeschwächt die Jahrtausende hmdurch erhalten hat, die Gewalt seines Wortes leiht. Nachdem er die prophetischen Bilder geschildert, unter welchen der Verfasser des Zweiten Teiles der Jesata-Reden ZwnS Wiederherstellung und Neubegründung schaut, erhebt er die . Fra ge: ,Mas aber ist nnS Jj raeliten der Gegenwart Zwn, was Jerusalem, wa8 Palästtna, was bas Land der Väter?" und sagt: „Das will ich heute beantworten, laut ' und öffentlich vor den Ohren der Völker." „ES gibt bereits viele Jfraeliten, toelche auf die von uns gestellte Frage m der kürzesten Weise erwidern. Frager sie: Was ist euch Zion, waS Jerusalem, was daS Land Israels? Und sie antworten euch: Nichts, ein leerer Schall, - ein bedeutungsloser Ton, ein totes Wort. Unser Blick, sprechen sie, ist nicht nach Osten gerichtet, Zion kommt uns nie in den Sinn, Jerufalem liegt uns fern; 'wir gehören mit jedem Gedanken und mit all' unseren Gefühlen dem Lande an, in welchem wir geboren, und dem Volk, in dessen Mitte wir erzogen sind. Für uns gibt es kein Land Israels, kein Zion, fein Jerusalem, wo sind vom Scheitel bis. vvr 24. Oktober IM). . Seite f Zehe nichts oI3 Patrioten, bentsche, slatvisihe^ ungarisch^ Patrioten! Wohlaü dennj Auch ich und merne. G'o-, sinn n n g s g e n o s j en, auch wir öesennen un^ a-lS Söhnv unseres Vaterlandes, auch wir besthästi^en uns mit Wohle desselben ünp nehmen den wärmsten Anteil an alletn^ was dessen Größe und Ruhm zn fördern imstande ist, iot$ doch behaupte« wir, haß jedes Mi,che Herz für Zion Magens, für Jerusalem sich, begeistern muß! . .. . Palästina, dreseS!> «inst so schöne und herrliche Land ... gewährt uns et:W tiefen Einblick in das innerste Wesen und in die ÜrbestimmuiH! des Judentums. Ist es etwa zufällig, daß ein so hoher! Wert auf de« Besitz Kanaans gelegt wird^ -Zufälttg, daß' Wraham die Verheißung wird: Dernen- Nachkommen tollt; ich dieses Land geben! Zufällig, daß; den -beiden solgMdens Patriarchen dieses Versprechen wiederholt' wird? Zufällig,' daß Gotr Moses austrägt, Israel "'zu verkünden: Ich. totli euch bringen in das &m6; welches dem Abraham, Jfak.un^ Jakob zu geben, ich meine Hand erhoben?; Zufällig, daßi Israel so viele. Schlachten schlagen mußte) um irr den Besitz.' dieses Landes zu gelangen 7 Gab es! in; der alten Welt! gar keinen unbewohnten Boden mehr, der Raum gehabt hätte! für das ifrLelitische Volk?' Rem! DaS kann nimmermehv! zufällig stink . ' - ' .. iS „Palästina muß jedem Mi scheu He.rzen^Steuer sein, st rchk bloß wegen seiner Laye und BeschafsenhM m ^enen - das' ur^ sprüngltche .J8k\eri und die: rrrftrrÜuglM -Bestimmung des; Judentums sich abspiegeSn, sondern 'puch^toenN;wrr es vvm'^ allgemein nienjchlrcheii Gesichtspunkt aus-betrachten;. denn! zuvörderst isr es das Land her ^wiHftgsj^n mnerungen ftir Jsrarst! - " ''!/'' '! ... . Teuer muß-der Name Zwu iMs- Bekennerti des- . Judentums bleiben, weil endlich ünsdre tzrößten. Hoffnungen'! an Zion gestiüpft sind. Wir hoffen,.;daß' as-' den- Staub von; Jahrtausende« abschütteln und sich wieder?nöü erheben wird/ strahlend und glänzendals die heilige Stadt der Menschheit, als die lichte Höhe, cucf welche das Äugender Völker sich! richtet, als die erhabene Stätte, von welcher die reinste Lehre; ausftrömt. Die wahre Ruhe, dauernde, bleibende, unwandch^ bare Ruhe für. Israel hängt mit der Neubegründung Zions! als Gottesstadt, als Stadt des einen Gottes/zusammen! . . .! Und wenn akle unsere Glaubensgenossen in Europa durch eir»t einziges europäisches Gesetz gleichgestellt würden — Vor-! urteU, Abneigung- Widerwillen und Haß gegen uns , werdem so lange fortdauern, bis man das; Juöentum von neuenri in strn geschichtliches Recht wird ernsetzÄi, bis man unserem-; Glauben jenen Platz wird einräumen, der ihm vor dems Richterstuhl. der Vernunft.gebührt . .; In der zweiten Zionsrede bemerkt Jeilüiet einleitend:! „Vielleicht hat meine letzte Rede in manchem Zuhörer dasj Bedenken, hervorgernfeu, ob denn die nachdrückliche Hinweisung! auf Zion nicht mnserrr sreundlicheven Stellung rm Staat« Abbruch tue, ob es denn überhaupt au der Zeit s«, setzt vom Lande unserer Väter zu reden,' Darum will ich heute auseinandersetzen, daßje teurer Zion unserem jüdischen; Herzen ist, desto treuer sind .wir Israeliten unserem Vater-! land! ... ... Und willst du wisien, Israelit, aufwelche Grundlagen - dem Zron gebaut war, toelcher Geist-im Lande deiner Väter herrschte, so brauchst du bloß den Nernsten Teil deiner Gesetze . . . zu lesen.. - - . - i Zion war frei. Ist es ettva nationaler Dünkel, wenÄ Israel ZwnS .Boden heilig nannte? Verdiente das Lands nicht, als. ein heiliges gepriesen zu tverden, WÄches am graue»r! Mterttcm jedem flüchtigen Sklaven die Freiheit gab, währen^ -in der neuen Welt ein unmenschlicher Krieg geführt wird, roeil Zions Geist der Freiheit doch kernen Raum findet? . , Allem nicht bloß , die Erinnerimg an das, was Zion einst war, sondern auch die H o f s n u n g a u f d a s, w a lß Zion einst sein wird, soll unser jüdisches Herz be-; geistern. . . ... Soll Zion einst den Staub abjchütwln, dielj Schmach abtvälzen, umflofleu vom Lrchtglanz des einzigst! Gottes sich erheben, nicht mehr das Grabmat, sondern bte erneute Quetle der jüdischen Geschichte werden,' so muß Israel! die größte Vollkommenheit zu erreichen ' streben Darum, Israelit, soll Zion deinem Herzen teuer öleide«^ Zwns Vergangenheit wie Zions Zukunft!" .! Diese wenigen, mit Rücksicht auf den engen Rahmen! dieses Aufsatzes nur auszugsweise angeführten Sätze soNen^ als Proben deck andauernden Aktualität Jellmeks gellen. Nichtts ist so geeignet, ein Kriterium für die Enge oder -Weite des! Blickfeldes eines jüdischen Predigers des letztvsrflosseiren Jahr-i Hunderts abzugeden, tote sein Verhältnis zu Zion und derf nationaleil Besonderheit des jüdischen. Volles. Rechnet manf hiezu, daß -er Ruf: Für immer los von Zion! m derf Dogmatik des Reformsirbentums, dem ja JÄlinek immerhin! zuzuzählen ist, geradezu den obersten Rand angewiesen eryE>' so wird man eS gewiß nicht für unbegründet fmden, wemrj das bewußte Juden Mm den Manen JellineK dankbare Berehrung zollt. __ Dr. R.; Der Demwziant des OberrabdinerS Löw i« der Klemme. V»S Charakterbild Hollosis vor Gericht. Aus Budapest wird berichtet: Der berüchtigte Denunziant des Szegediner Oberenübiners Dr. mwl Löw, Alexander Hollosi, der gewesene Presst referent der Wiener ungarischen Gesandtschaft und In-; tnnus des Ge fand tert Dr. Gratz, hat «es für gut bei fundeli, sich bei Gericht' ein Zeugnis über seine Ehreni Hastigkeit zu holen. Veranlaßt würde er hiezu durch den folgenden Vorfall: In der stürmischen Sitzung deit Budapester GemeittderateS vom 11. August, in welches bekanntlich mehrere Mitglieder der liberalen Minorü tat tätlich insultiert wurden, machfte das jüdische Ge^ meinderatsrnitglied Advokat Dr. Marcel Varaeß während feiner Rede auf eine« Zwischenruf die Bh! ««du»: *Sk «W,. wem ich djr M« ÄI

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