Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 629 (24.10.1920)
- Date
- 1920-10-24
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Äeire 4 ÄZien, Sonntag bfe Verkommenheit reichen möchte. Deux Hollosivdop dem Alexander.Hüttner" Wegon bi^sc' Benrerkuug li-rß Hollosi gLgon Dr. Baracs. d-r auch bk' 33«rt?ibißumj, de§ Dr. Immanuel Löw führt, beim Bubapester Straft gcricht die Klage Kbrrreckchsn. Er hafte Ivotzl fingt*-! nommen, daß er gegen den nwischustr Gegner, bei bem. heutigen Kurs in Budapest leichtes -Spiel hatzsn chürdfe^ Aber schon der erste V-rhauolungstäg z-eigte-^hast^olloji. sich leichtsinnigerweift in eine Klemme begebru ihat,. aus . welcher er nicht mehr heil herauskommerz kastir. Tic . Verhandlung fand am 21. b. M statt.-Der Angeklag^ i Dr. Maroel Baracs' gab vhnewriterK. er' di^. ihm zur Last gelegten Ausdrücke wahre uh eincr. im. Gemeinderat gemacht habe. Hieraus, bot ftin Pertzidlger Dr. Desider Pokonhi den SB ah r Tj e i't S-- beweis für die folgenden Fakten au,: fl 1. Daß Alexander Hollosi in Wahrheit nicht Hollvsi, sondern Alexander Hollvs heißt- Daß er nicht christlicher, sondern jüdischer Konfesswn ist und ürspriftM /ich Holla nder hieß. - 2. Daß Hollos Leu Namen Hollosi nur deshalb angenommen habe, weil er die, Werke des Schriftstellers Alexander Hvllosy unrechtmäßig drucken ließ- und verkaufte. 3. Daß Alexander Hollos, als ac bei seinem Onkels Wilhelm Leskovics zu Gaste war, den Schra uk seines Gastgebers erbrochen und aus demselben Geld und andere wertvolle Effekten gestohlen hat. Zum Belr-eis hiefür werden die notariell beglaubigten Erklürungen des Wilhelm Leskovics und seiner Frau beigelegt. '4. Daß Alexander Hollos zur Zeit der Prole^arierdiltatur zu den Angestellten der Diktatur in engen niO innigen Beziehungen stand und. für Propaganda- -.ivecke Mntauserw -.holländische Gulden, idas heißt nach n nearischem Gelbe 400.000 Kronen, ausgenomr»en hat.. Ferner, daß er vom Volkskommissariat für-Unterrichts* -wesen gleichfalls für Propagandazwecke ü0.00>0 Kroneu eriiiett. Hollo-i war im Besitze einer vom Volkskommissar für Auswärtiges Julius Alpari ausgestellteu Legitimation, im Sinne welcher es verboten wax, ihn 7 wann immer und wo immer einer Leiöesvisitgrion zu unterziehen. Diese Legitimation bsnütztst Hvllosi zum. Schmuggel ausländ ischsr Valuten nrch verbotener Nachrichten ins Ausland. , . . v 5. Daß Hollosi nach dem Sturz des Kommunismus im Kressedepartement der,. Vfterrer ungapijchen Gesandtschaft eine Stellung erhielt. Diese Stellung hat Hgllosi für eine Agent.pr-ovocatonr-Tatigkeit benützt. Er verbreue.e Nachrichten,. daß der Ncichsverweser Nikolaus Horthy nach dem Königs: yron strebe. Diese Meldungen lancierte er.zu dem -Zwecke, um dann von anderer Seite Aeuherungen in dieser, Frage .hsrausgnlscken. Inm Beweise, hissn^..'herpft sich Dr. Pylonhi vuf Heu ehemaligen Minister, Jo'skf. S'z t t$ cu $vr dessen Erklärung..beige legt - wird. 7 M.; ----" Der Vertreter des Hollo-i,. Advokat Ernst .Basel,, gibt in seiner Replik zunächst M, daß der Name des Klägers nicht Alexander Helios,' sondern Georg Alexander .Hollos. l-a-urs.. Ers erhebt. gegen die. Zulassung des Beweisverfahrsns im allgemeinen |cnte Einwendungen und kommt dann auch aufdje Perlon des 'lwlländischen Journalisten Georg ,N tz p r l s, der, .wie erinnerlich, in der Affäre Dr, Immanuel Löw gleich- - falls eine Rolle gespielt hat, zu.-sprechen. Von ihm sagt Hollos- Vertreter. daß er DLjtarhciter eines auswärtigen liberalen Blattes wa.e »ad daß. .nach seiner ersten Zeugeneinvernahme dio ga.'lze.-iipdische Jnternational.c zu arbeit.'n. hegynrMhohe. Sie.. arbeitete so lange.bis-Nn-els mu'.e l:ch.Anlagen ruachre. in denen er seine vorherigen. Ailssagech widerrief. Doch sei 'er hiebei nicht, mehrvereidigt-wordirrs. Dr. Marcel. Ba .aos: Das stimmt nicht! Er.wurde wohl vereidigt! . n . ..- Nun ereignete sich?ine recht.bezeichnend-- Episode. Der Vertreter des Hollos führte.. tyKitex-.auK>- daß. er l selbst dreizehn Jahre lang Journalist gewese.n sei. Hier in diesem Saale sind heute gleichfalls! zahlreiche Journalisten an-iveftnd. Er fordort M Io.UWalisten aus, Hand aufs Her;,, selbst zw sageu/M MfflitMfib m Leben dasselbe ^otan haben wie. Hollo ft,-,unz auf. solche Weise jemanden zu einer Äußerung zu bewegenM Die - a-nwssends» Journalisten riefen., niüsvno: * beeilt, ni«mals! , > : '<6: . Nachdem noch die beiden r ig,'sprachen harten, verkündete bas Gericht den rBefchlußi wonachder U-ahjeheitsbeweis bezüglich sämtlicher. vonl: Ver-- reidiger angeführ.rn Punkte zugelasfen-.-fvird und §dlloKverpflichtet wird> .hei der nächsten - Tagsatzung-per-. sönlich zu erscheinen. .- Es ist sehr fraglich, ob Hollos, der sich im Anstande aufhült, nach dieser Introduktion LustWaben wird, »der Vorladung Folge zu leisten.^ SozialdemokraLtscher Tervor. NationKlraLsrsah! ir». der ByLgitterraN. Die „Arbeiter-Zeitung" berichtete über «größte Ruhe" Ln der Wahlbewegung und am Wahltage. Sie machte sich »rber Berichte der „Morgenzeitung", in welchen von sozialdemokraüschem Terror die Rede war, lustig und bezeichnet £t* als phantastisch und lügenhaft. Wir können nüN der «Arbeiter-Zeitung'" mit einem detaillierten Bericht über die Vorgänge, welche sich ccm Wahltage in det Brigittenau abgespielt und jede jüdischnationale Agitation unmöglich gemacht haben, dienen: Am Wahltage, um halb 9 Uhr früh, rückte rmter Führung des foLiaLLmokraiischen PertrauenSnianneS jtzWN Lickk. 20« RaufcherAaßtz 10 rvchntzaft, em mit WiMr Mv^genzerLrrttg. Mittkilmlgk» aus dem Piiblikii^». Statt Karten. y0;TOn^a^:'dfen 2Ö. 0k^i)lr;OT‘ 12, Mk/tÜtM-'' ünM' trK 8MöäWtten'?ompß! in Wiön Ti’atiung äea Prflii-' loin Fanny Halpern. Tocblmiles Herrn Fallit Halpern, mit H^rrn^jDin.-jJfos^fj^cjhvfeig^tatVji... <oL^Ä^cii.NrW9ber 19P..- v; , "j jr1 i>esc)Hdfereri:ii/-" Helene Henmü . . Hatte-Be®ü! Horodenka m te . ,, . fe'-«,Wien, XX s st<SSals - Veflblb-te^ 3773 des Fvl. Basia Sdmrfst$in:4.Herrn Majer , tauterbach xratuliort ÜHxrstp.Ket. <- . - SM . tzlsy, QrLb^r. NtzrLW, MMtchrtziZen .die glücklichfe Geburt eines gesunden Töcbterchens an, i» :!; Wien, Oktober 1020. ';*f*\ Möbel is. Iimsedekoratloa e v .. in .grösster Ausy/alil. Nur gediegene WlßF, iill., S!3QBßStSr!i§i ] li. 2 619 Hrzeugnisse. . (Ecke Karl. Schwaghofergasse). . VI MÄRiÄHlLFERSTRA^SE 105, ' .; GrSsstcf-, bestsortiertes Lager Wiens in Toppichen, Decken. Vorhänge», Ueije* würlen, Lanfteppicliec, öicrea, J)oppeldecken eic. 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Betrage,vp'n.l,1:0 H-o.ld fr an ke uvollL ^Nezitzrozität im,Aalle ermäßigter' Gebühren; gebühren-' -freie Bisa können Rrmen bbei-'-fiti; Dienstreisen staät-'! sicher Fnnkkionäre erteilt werden; individuelle Ermäßi-!gungen w'erden^Hg^MW-^-TMnsWisa -werden -ohne 1 weitere.- «ErKebrfng-en--auf-.GrmH des Visums , HM Be- \stisninungs^attdes erteilt; qlS Haximaltarif für Hransii-'. Visa,, iwix^b, ein Goldfrank gestimmt. Ue.beü hie - Gc-'-'- sbührenfreiheit für -Transitvisä gelten bk. glichen.Be-, lstimmungen wie 'für Ausreisevis-cx; .Familienpässe und Kollektivpässe fttr-.Äü^iva'nder^r - werden vorgesehen. ,! ‘ Aufgegebenes - TrgnfitgvpW--sM- Wn -der Zol k-\ u.'Nt-e'rsruchumg. üv frer-t'-ieim.. Pie Mitnahme vow G e l d b e t r ä ge n sinr Transit wird, durchallgemeine Einführung von Pestätigungen,;die an den Grenz- .- stationen. ausgestellt - weLdttn, - erleichtert^ Im. Verkehrt mit Nachbarstaaten sollen hie Pässe für seinzelne Gruppen| von. Personen > durch' amtliche Identitätsnachweise er- ' ischt werden. Für Inhaber ordrumgsgemäß ausgestellte^ -Pässe sollen. die Päß- und Zollformalitäten beiderj;Stagten zusammMgezogen - werden. Die Zoll-i skomtrollen bei der Msreife'soll in den Ausgangs-^j \statioiteltTf ÜvchiePEinrei.se' an den - Bestintmungsorten»; 'die Koirtvolle.desMtchgichächl' im Zuge selbst:stattfinden.i B RIL8.ANTSN, Perlen, GoU, Silber, PlaU&n. Uhren kauft uad rerkaaft ,... 77ß. s£TYEIra Rotentujfmgir. 23, JffariahilferBt^ SÖ iui,mnniiiM«i i w Ei-eter rrösster Käufer ln Wien fßr imi ’ Brill«, P@ri», Juwel. e«c. Juwelier «R als in owilsch l.f MctximiGansirashe 5 1 - Telephon S54I vis-ä-vis der Oper, Kärninerstr^Be SK83 I!.| Slephaniesftpaeee 3; nur 3, im eigenen Stause Telephon 457.40. Freitag tou L Uhr nachm, bis Montag-früh geschlossen RILIcfLNTEr^ Perlen, Platin.. Uhren,,Gold, . , Silber um! 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Jetzt' läuft daS strafgerichtliche Verfahren urch auch ein Protest gegen die Wahl wird eingebracht »verden, da nachgewiesen werden kann, daß die ganze Agitation dex Jüdischnationalen ' im 20. Bezirk seitens der Sozialdemokraten nach vorbereitetem Plan gewaltsam, der-; hindert würde. Die „Arbeiter-Zeitung" aber spricht von „größter R-uhe" am Wahltage und preist die Disziplin'ihrer Genossen. ' Die Wrederherstellurrg de- VorkrJegszrrstMdts im Reiseverkehr. . Aus Paris wird gemeldet: Die interna'tonale Konferenz für Paß- und Zollwesen hat gestern. ,ihre. Beratungen beendet. Der Grundgedanke, von dem die Konferenz sich leiten ließ, war die WiederhörstelluNKdes Borkriegszustand es im Reisedrrkehr. ein Ziel, dem Ji& das ernsteste' Bestreben.aller Maten, Luwendet. - Die Vorfölle in dsv Sibbenbrrrnnenlmserne^ i ' Die Polizei" gibt einen. langen Bericht -über die 'Mißhandlung Ktzß'Ungarn S)örtse'y aus. Nach den Erklärungen Szörtsehs wurde er in die Kaserne in der 'Siebenbrunnengasse- und zwar in die Raume des .„Hilfskchztitees für.ungarische. Flüchtlinge"-, geführt, dort, ihätten ihm ungarische Kommunisten eine Brieftasche,, in der sich eme silberne llhr, .3000 Mark und 1600 Kronen. -sowie seine Papiüre. böfstrihM 'hätten, abgenommen ynd iihn ,fast.zur GäurW entklerdet und . sodann mit Händennstd; Füßen, dann auch mit Stöcken .und, mit. einer an einem ÜiMn Drahte befestigten Kstgel' geprügelt. Diese Mißhandlungen hätten sie von halb ilst Uhr -vornMags bis st Uhr abends mit einigen Untüi> -brechungenfottgFM,.Hy^qm?WWgMst mit. Gewalt -jvertzindert5Md- .M'lmnm 'in...einen anderen <Mum in 'einem.höheren Stockwerk-.gebracht,"wo er unter Ueber-- .wachung zweier ungarischer Flüchtlinge geblieben sei. Diese hätten ihn schließlich^ auf seine -Bitte freigelassen -und. ihn aus. her Kaserne.geführt.- Aus „Zeugenaussagen -geht hervor, daß Szörtsey von einer Art-Kommission 'verhört worden ist, der die Kommunisten Ladislaus-. Thernay,; Sapdör. ^arago, Elek'. Köbl<e,,r, ^Stephan Szit-e, -Franz..S.zab.o..und ein . gewisser Leskovics. angehört hatten,^ und sodann; auch von. einigen dieser Leute unh. anderen. Personen, darunter. Paul und Johann. Hör.ose,h sPls mißhandelt, teils festgehalten und aw> Weggehen verhindert wurde. Als -jene zwei. Person^- die. Szörtsey rm^ ersten Stockwerk belvachten und schließlich sreilietzen, wurden die Encigrauten Michael K o v a c § und Richard G o l d st e i n . ermittelt. Bei einer^.Streifung wrtrde Ladislaus Thernay , verhaftet. Bei. zwei .Flüchtlingen, ^ugen Havas . und .Ludwig Lang, wurde festgestM, däßHe sich an den - Mißhandlungen.. jmd an', .der Freihoitsberaubung beteiligt hatten..' Auch diese Würden verhaftet. Wegen - Äusforschltng und Anhastung der übrigen-noch flüchtigen 'Personen' wurde das Geeignete vMnkaßt. Die Perhafteten werden dem- Landesgerichte eingeliefert werden. , ,?Bßnn Die Hotthy-Armer bat dasberüchtigte „Etger-Bermr^Lied m ibrem oisiuellen Soldmenlied echoben. Cl?riMcher . Kascrnen- -w'tz vflept von Zeit zu.Zitzt je 'nach Bedarf und Stimmung neue ' Strovhen hrnwznb-.chten, dle/-se blöder und nuhmftiberTte sind,! disto rascher-in- Schwang.'kommen.' 'In-jüngster Zeit sjnaen die l Hortlw-Tmppt» - dein'l' 'Ausrücken, wie man . „Becfi Magyar Ujsag" aus Budavest berichtet, die folgende gewiß sehr gristteichc ' Erger-Berger-Strophr: f ' ' „M>r s-'hlt das Gckd^ doch wird'S nicht fehlen, Wenn.Horthpwir-'itum.Kaücrwählen,- Ich. nschragechaM.chen Iyden Kohn. Sein Hab und Gut wwd mir .mm Lohn." ' Wir übergeben dieses neue Produkt urigarisch--christleher Kultür und unentwegter Kaiser Horthy - Treue dcr öVcifcti Oesfcntlichkeit. ', ’ __. ,; Mordtshi im Ge^ichtssaale. Die richterliche^schwer verletzt. .Aus-9 NN S b ruck wird uns telegraphiert: Im Ber« handlyngss-qle des Innsbrucker.Bezirksgerichtes hat sich gestern mittags um -«. Uhr eine, schwere Bluttat, ereignet, der eine Person mm Vpfrr fick und. wobei zwei richterliche Fuulüonäre schwci, verletzt wurden. Der ehemalige Packträger und Bolkswehrman», - der k 5jährige Leonhmd K e r s ch b a u m e r, stand wegen eines : genngsüMen DrlcklS vor dem Richter. Er hatte einer Frau «yr Ohrfeige; . versttzt und sollte wegen tätbchn Beleidigung abgeurteilt werden. Die betreffende Fra«, die als Klägerin und Zeugin erschienen war) schilderte den Hergang, worauf K e r s.ch b a u m e r .sie m der. gememsien Weise bei /Miytvlte und sich -duart ervitept.devsh^ daß Dr da WM »