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Wiener Morgenzeitung · 1920-10-17 · Heft 622 (17.10.1920) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 622 (17.10.1920)
Date
1920-10-17
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Wien, Sonntag WLLrrvr MorgerrzerLung Die mmn zur ♦ Wer optiert hat, kann wühlen» mich wen« ernoch keine Erledigung hat. Amtlich wird verlantbaet Alle Perso« eit, die wahlberechtigt find und für Deutsch- SsterreLch optiert haben, gleichgültig, ob Ke schon eine Verständigung - über die Erledigung ihres VptionsansncheNs erhalten habe« oder nicht, könne«, vorausgesetzt, daß fiel«Reklamationsverfahren um das Wahlrecht angesucht habe«/ i h r W a h lr e cht b e i der zu st Ln d ig en Wa h ikommission auS üb e«. Eovlten sie nicht zur Abstimmung zugelaffen «erde«, so erhalte» sie der der, Kreis w a h l b e h S r d e eine Bestätigung, die zur Abgabe ihres Stimmzettels genügt. Heute ist Wahltag! Wahlzeil: 7 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Der Wähler wird von der Wahl nicht verständigt. Er mutz Ln das W a hl l ö ko. i gehen, das durch,. Anschlag i« Flur des Hanfes, in welche« er mohut, angegeben ist. . Der oder die Wahlberechtigte muß ins Wahllokal Mitnehmern 1. De« Mischnationale« Stimmzettel, 2. eines der nachstehend angeführten Dokumente: Geburtsschein, Trammgsschein,.. Heimatschem, Staatsbürgetschaftsurkunden, Anstellungsdekrete.' Pässe jeder Artamtliche Legitimationen, .das alte Arbeitsbuch oder die neue Ausweiskarte des Arbeiters, das alte. Dienstbvtenbuch oder die neue Dienstkarte. der^ Hausgchllsni, Eisen- - und- Stratzeybahn-Permanenzkarten, Gewerbeschein, Lizenzen, Diplome, Inunatn- Kulationsschein, Meldungsbuch einer Hochschule', Schulzeugnisie, militärische Dokumente und dergleichen. ' Der Wähler tritt vor die Kommission und legitimiert sich mit dem Dokument. Sodann erhalt er von der Kommission ein Wahl» kuvert. Er geht in die Wahlzelle) lbgt den jüdischnationalen Stimmzettel in das Wahlküoert, verläßt die Wahlzelle und überreicht das Wahlkuvert mit dem. jüdischnativ««l.M Stimmzettel, der Kommission .... Die Wahl ist geheim! Niemand erfährt,, wie ein Wähler gestimmt hat. Laßt euch Leinen fremden Stimmzettel unterschieben. Achtet aus unsere Stimmzettel! ' Grotze Mohrengasse 10, Tel. 45-3-78. ..Leiter: Armenrat Haber, Schräge. Sprengel 32 bis 35. Praterstratze 17, Tel.40101. Leiter: Blauest ein, Dr. K arp l us. Sprengel 76 bis 78. Äteiergaffe 7/7, Tel. 48-1-45. Leiter: Ortsschulrat M ü H e r, Dl. K ö r n e r. Sprengel 79 bis 82. ' - Praterstratze 17, Tel. 46101. Leiter: Ingenieur Ackermann. Sprengel 84, 92 bis 66. Cafe Küffner, Stutverstratze 13, Tel. 41-2-50. Leiter: Grünberg. Sprengel 110 bis 114, 118 bis 122. CäfS zur Sennerin, Kleine Znfahytsstratze 160. Leiter : Schächter, B a i t feld. Sprenge! 102 bis 109, 118. Praterstratze 17, Tel. 46-101. Leiter: B l a u st c i n, Dr. H o f f m a n n. Sprengel 99 bis 101, 129 bis 132, 123 bis 126. Agitationslokale für den XX. Bezirk. Karl Meihlstratze 5/1, Hauptlokal.. Leiter: Ing. Korczyn. Karl Meitzlftratze 1/13. Leiter: Ing. Stein. Karl Meitzlstratze 7/18. Leiter : INg. Klein. , Helwagstratze 7/26. Leiter: Höring er. AgiLationslokäle für den lX. und XVIII. Bezirk. > Liechtsnfteinftratze 11/13, Hauptlokal. Leiter: Oberrat W e i n c r. Gasthaus, „Weitzes Kreuz" IX. Nutzdorferstratze 56. Leiter: Armenrat B e e r, Karl Blume. Cafe. Zägerhof, XX., Porzettangaffe 22. Leiter: Herr Belak M a x. Cafe Elisabethpromenade. Leiter: Herr G. Koralek. Gasthaus Kronland, Hahngasse 27. Leiter: Dr. Weiner. >• Restaurant Groszmann, IX., Hebragafse 9. Leiter: Dr. L ö w y. . Cafe Klinik, IX., Spitalgasse 25. Leiter : Dr. H o f f m a n n. Agitationslokal für den XIX. Bezirk. . Hardtgasse 6/15. Leiter: Dr. W. S t e i n. In den restlichen Bezirken. Agttattonslokal für den!. Bezirk. Cafs City, I., Werderthorgafse 3. Die jüdischnalionalen Agitationslokale am heutigen Wahltage. ii. Restaurant Saurer, Obere Donaufttatze 30. Leiter: Ludwig Dick stein, Jacques Lamp el. Sprengel 1 bis 4. 1. Untere Augarteustraße 35, Parterre. 2. Cafä Durst, rlutere Augartenstratze lu, Tel. 45-1-37. Leiter Dt. I. Äöfenblatt/ Joachim Feim Sptengel 5 bis 8. Verein Mackstke Hadath, Schiffamtsgaffe 26. Cafä Zeisel, Grotze S Perlgasse 35. Leiter: Hans Ge r st l, Alfred Ma y>, - Sprengel 21 bis 27. Restanraut Baron, Grotze Schiffgasie 10, Tel. 43-1-48. Leite rr I. L ö,w, M. B e rmaun» F «iler. Sprengel 14 bis 20. Cafs Reif, Stephaniestratze 6, Tel. 45350. Leiter: G r ü n h u t, Jakob Singer. Sprengel 28 bis 31. 1. Cafs Jglauer, Taborftratze 49, Tel. 42-2-42, 2. Weinhalle' Bergmann, Obere Angartenstratze 72. Leiter: F e l d s ch r e i b e r, Dr. T a g l i ch t.'Sprengel 49 bis 52. '' ' ' Cafs Kaiser Josef, Kaiser Josef- Straße 25, Tel. 45165. ^' Leiter: Armenrat Sch wertjinger, M a r e s s e. Sprengel 53, 72 bis 74> ö0. Zirkusgasse 33, Tel. 45325. Leiter : Leo Sendrovicz, S. E x l e r. . Sprengel 66 bis 69, 75. .. Cafs Zion, Glockengasse 31, Tel. 40695. Leiter: Wasser, R o s e n b l« m. Sprengel 65 bis 64. / - Verein Zion, Glockengttffe 30. Leiter: Die. Geller. Sprengel 44 bis 48» - Cafs Blau, Rote SteM'afsKr,z17, Tel. 48-2-48. Letter: LerrrksrüL P LasisiL LM. Svrenael M L« 4L . - AgitaLionslokat für den 111. Bezirk. Restauration LiLtmanu, IN., Radetzkystratze 21. AgitattonsloKal für den IV. Md V. Bezirk. Bernhard JMnek» V., Margkretenstratze 76/1. Agitationslokal für den VI., VII. und VIU. Bezirk. VI., Amerlingstratze 19. Agitationslokal für den X. und XI. Bezirk. X., Favoritenstratze 130. Agitationslokal für den XU. bis XV. Bezirk. XV., Herklotzgasie 21. Agitationslokale für den XVI. ünd XVII. Bezirk. Cafs Neuland, XVI., Thaliastratze 22, Tel. 19126. Turnverein Makkabr, XVN., Nötzergafle 8 bis 11. - . Die heutigen Wahlen. '-.Heute gelangen ip Oesterreich 162 Mandate zur Besetzung. In der Nationvlversanrmlnttg waren sie in folgender Weise. verteilt: 70 Sozialdemokraten, 64 Christlchsoziate, 23 angeblich Biirgerlich-Freiheitliche, 3 steirische Bauernbündler, 1 Iüdischnationaler und 1 Tscheche. Die Wählerzahl in Wien, das 48 Mandate zu vergeben hat, betragt im Jnnonost 148.733, Innenwest 105.312, Nordwest 139.717, Nordost 168.027, Südost 169.396, Südwest 172.226, West 203^142 Wähler..Im ganzen zählt Wien'M21.555 Wähler. In vielen Bezirken ist die WäMMÄHegen das Mm 1919 ztUchStztAnse«. :.:i ... .. 17. Oktober 1920 9ir. 622 PolttischeWmdschanr Die antijüdifchs Agitation im polnische« ■ Militär. - " Aus War sch a u tvirb uns berichtet:' Dii^ jüdi^ scheu Abgeordneten Fastein, Hartglas und! Genossen haben in der Sejrttsitz'üng eine Interpellation! an beit Kriegsittinister wegen «der ä n ti j.ü d i schew A g ita 1 i'o u i n d er p v l N i sch e n Ar m e t Ginge-1 bracht, in der es heißt: Der Klub der jüdischen Mpu- ' tierten hat sich schon mehrnials an die Ressortminister! und an den Mnisterrat mit Anliegen wegen der brecherischen antijüdischrn Agitation gewendet^ die mi der Armee durch die offiziellen Organe, die verschiedenen lllilitärischen Organisationen, ünd die Zeitungen betrieben wtt). D'ie /traurigen. Fo lge n dieser unzulässigen Agitation waren:. ltc b.e c f a l le polnischer. Soldaten auf die wehrlose jüdische' Bevölkerung^ Raub und Plünderung jüdischer. Habe, immenschliche G'ra n sa in leitest gegen Juden »nd auch-blutige Erzes sc. .M schost die Hetze gegdiL jüdische Bürger durch nichtnffizWe OrganisäiioncnHder/ Aib» Lungen ein Verbrechensst ist dieses Tun sta etlicher Organe ein Verbrechen gegen -die gesamte polnische Gesellschaft. '/ ' . Nmmner 2t. des Tagblattes „Front" vom 19. September 1920, welches vom K v ln m a n d o d e t. Zw,eiten A.rme e .chc^uSgegeben -.wird, findet sich! ein Spottlicd und eihe Zeichnung, welche einen Juden' mit „Pajes" — also einen der orthodoxen. Juden, welche der Herr Chef des Generalstabes so gelobt hat — als^ bolschew.linhen Agi ator, nntec chinesischen Soldaien des' russischen Militär:' darsicllt. Es ist kein Wunder, daß der' Soldat, . welcher-, systematisch mit Verleumdungen von jüdischem Verratj gefüttert uurd, schließlich den Juden für einen Feind! des Vaterlandes" hält, den er in schlimmster Weise beleidigen, bcrarlben und -auch ermorden darf..Diese Art der Agitation ist' uw so gefährlicher, btt sie .den ^Soldaten völlig d c-m v r a li si e r.tp sie.muß. daher mit den schärfsten Mitteln ausgerottet loerden. Zuiu-Schluß wird bie Frage a» den Minister gestellt, ob sein Ersaß üb'r die Besserung der moralischen Disziplin irr-der Armee sich auch' auf solche Fälle-bezieht, wo es' sich um die schweren Beleidigungen handelt, welche un-aufhörlich der jüdischen' Bevölkerling zugefügt werden, und wenn dies der Falt ist,, was der Minister zu tun gedenke, um diese antuüdische Agitation zu unterbinden und die Schuldigen zu bestrafen'. Die Mehrheitssozialisten sind zufrieden. Kassel, 16. OLober.. Der Parteitag-- wurdeheute mit einer , gr-gßen. Rede -. -Hermann- M-ü-l-le r S.," geschlossen. - Dieser zog eine» Vergleich zwischen Halle und Äasfel und wies darauf hin daß dort alles morsch und reis zum Zerbrechen sei, während sich der: Kasseler Parteitag stark >und in sich geschlossen darstellt- Ueber den Eintrittder Sozialdemokraten in' die Regierung, führte Redtier aus, er könne nur/erfolgen, wenn zwingstlde Umstände vorliegen. Das- Erfurter Programm müsse um gearbeitet werden. Reform und! Nevolütion seien kMe Gegensätze. Jii der Frage der Sozialisierüng von Kohle, Eisän und Stahl müsse volle Arbeit geleistet werden. Die Sozialdrmv^ kratic wisse, daß iin 'Auslände Bedenken gegen! die Sozialisierung besti'mden, aber diese sei notwendig zur! Erreichung der' Arbeitsfreudigkeit der Kohlenarbeiter. Auch die Waldungeü inüssen sozialisiert werden. Die deutsche Republik stehe einheitlich und fest da. Das habe sie bewiesen durch ihre Anziehungskraft nach außen bei den Volksabstimmungen in Ostpreußen und' Schlesien. ... . Eine Rede Hindenbnrgs. Nach eineui Bericht der Berliner „Deutschen Tageszeitung"' hat Generalfeldularschalt H ind e nb u r g, am 2. Oktober folgende Ansprache an die Studenten/ in Hannover gerichtet-^ „Die Zeiten sind schwer. Darüber kommen wir nicht hinweg.. Aber es ist Mannesart, der Gefahr ins Auge zu sehen, um mit ihr abzurechnen. Gott hat das deutsche ,Volk nicht verlassen. Biel-ist .uns genommen worden, aber Gott wird es uns wiedergeben. Eines ist uns geblieben: unser Vaterland. An das Vaterland sollen wir uns klammern'mit aller unserer Liebe, ohne Rücksicht auf Parteiunterschicdc. Ich appelliere an die deutsche Jugend!" Man kann auch sagen: Die Gänse haben gelbe Füße, wenn es regnet, wird es naß, durch müß-das! Kieles Erz. Heil, Heil, Heil! — Es wsird verständlich', daß Lndendorff diesen Mann, der das Schicksal - des' deutschen Volkes in Händen hatte,, vollkommest beherrschte. ' _ Die nationalistische Bewegung in Anatslie« Paris, 16. Oktober. (Funkspruch.) Der „TeinpS^ erfährt d-us Konstantinopel, daß die Vertreter Frankreichs, Englands und I aliens machkinanüer beim Sultan erschienen seien, üm ihn auf die Gefahren aus»', merksam zu machen, die die Türkei durch die nationalistische Bewegung iu Anatolien laufe. Es verlautet, batz die Pforte iufölge dUsr.' Borstellungen mit den ge-«

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