Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 614 (9.10.1920)
- Date
- 1920-10-09
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Stk. 6l4 Wien. VäMsraK äöiener M-rsettzeii»tnA 9. SktMr 19Ä) -Seite 8 Dvv russische Frontberichi. MoSkmr, 8. Oktober. (Funkspnich.) Frontbericht vom { Oktober: Bei Minsk nahmen wir'Neue Stellungen fllich von Kaidanow ein'.. Bei Sarny haben wir durch Segenanyrisse den Feind zurückgeworfen, den Flütz Wort überschritten nNdHvwelsk eingenommen. Bei £' o lü o o t* a & - 2B o I tj it f t Kämpfe mit wechsetndem krfolge. Bei JZolnowacha besetzten wir eine Reihe von Ortschaften. Im Nomne von Mariupol erreichtes wir M Fluß Kaltschek. . Die Vorgänge Ln Irland. j London, 8. Oktober. (Havas.) Heute, griff rnie Gruppe von Zipjüstenin einer St ratze von Cork..,mit ßanögtaflären.cm Wllitäcaütomdöil an. Ein 'Aold'at' vurde getötet, mehrere verletzt. Die Soldaten antnorteten mit Geivehrseuer.. Eine Anzahl von PossaMett vurde durch Gewehrkugeln und Handgrairatensplitter »erletzt. ' . » : ■ Deutscher Schulftreik m der Tfchecho-Llvwakei. Prag, .8. Oktober. (Tel.-Komp.) Der deutsche Schultrelk in der Tstheche-Slowakei hat heule begonnen. Er. st ein Protest gegen die deutschseiudlicheu Matznahmen rer Regierung, Am heutigen Tage waren bereits a!le deutschen Schulen geschlossen. —- Krafident Masavhd und die Prager deutschen «Ludsntsn. Prag- 8: Oktober.' (privat.'! Die j,Prager Abend"' feitüng" un'ldot: Gestern wurden die Vertreter des WirtchasiDirsfchusse'Sder deutschen Studenten Prag vom tzräsidenten Masaryk in Audienz empfangen. Die .deputation-nnterbreirete'Hem Prändenten eine Denkschrift urd brachte im Anschluß daran die Wünsche der deutschen ZtudeNten vor. Sie schilderte die materielle Nottage rer Studenten., besonders die Wohnnngs- und Errährungtznot. Präsident Masaryk stellte der deutschen Ntudeyten schüft zwei Millionen Kronen aus dein Rasaryk-Fonds zur Verfiignim und versprach, daß die flegiermrg die 'imtwendigen Baugründe fnr Baracken stüreitstelleir werde. Int Verlaufe de>' Audienz wurde mch die Frage der Verstguug der Prager deutschen Zochschnlen in die. Prpvinz berührt, über welche sich der Präsident unter arii»erem solgeNdertNatzen äußerte: Die Nerlegungsnnge ist zwar ein Politikum^ aber ich Lin ihr prinzipiell nicht abgeneigt und kann'die Gründe,: welche diü deutschen Stitdenten ans Prag,forttreiben, verstehen. - -P - - Dr. Bertesch gsoen den Prager Gorvjeivertrster. Pt'ag, 8. Oktober. (Tschechoiltzw. Prsßbur.)'' Mi-, »nstsr pes Aeuß-eru Dr. Benes ch H-Lc dem ständigen Ausschuß der NätiSlEversammlüng die Antwort' 'auf die Altsrage de.z Abg. Dr« P q j u. und Genossen lvrg-en - etiteS Interviews dss hiesigen Bercre/ers der russischen Nöten Kve uz Mission, "Dr. G i t [ c 11 o u, übermittelt. Minister stellt batiu fest, daß die iui Juterv lew vorgebrachten Tatsachen und Ar?schauuugen in aluolfttaiwMtderfpruch zu bm Nnschaauugeu der Mehrheit dtzv Bevölkerung über das Bünaniö mit den Alliiemen BhM. Derartige Klmsgebungen könnten: leicht die Tätigkeit Dr. GillSrsoüs, iiamlich die RsMiLiie-- rMM rnfsifchM Gefimgeistn ans der EKM-Wowakei, verhrildern und es sei daher Lodingnngöto.v notwüudig, daß er/ sich künftig ähnlicher Knud'- gebuügett 0nthalich da sie auch eine (Zinwetizüng itt bst itlneven tschecho-sloivakischen Verhältnisse bedeuten lönnten. Die Regierung märte g?:.en a lle A nsländer, ob sw sich nun in einer ähnlichen Lage wie G i l le r s v n besinden oder Einfach das A f y lvtzch t genießen, w-mn Uc sich in die inneren Verhältnisse des Laubes oinmurgerr. die energischesten .Maßnahmen orgveiseu und sie. cucswns answeisen. Neuattsgäbe vver drtsi Mrmarde« tschöchoftowa lisch er Panknotsn. Prag, 8. Oktober. Zur Meldung des „Ceske Slovo'7 dth die. Öte-gictuitß für drei Mi.llrärden NLüs Banknoten ltuZgohöU werde, di«-, äüßschliehlrch' sät Zwecks der j Zuckerl nd ustri e bestimmt seien, stellt das Tschew-.'.- \ slowakische ^rshLnreau fest: , v j , W hstitzm sich bdrunr, daß die bwörftel,ende Käm'p ‘ pltgüs auf dÄn Wetze des EskoMptes der Juckcritid.ustrie sich . die bevorstehende Kanipagne den notwendigen 5tredit .gr' wähvö, so wts dies ständig auch gegenüber den anderen her«! mischen Industriezweigen geschieht' und fit besonders erhöh- 1 tein Mütze jeden Kerbst gegenüber der Zuckerlntzüstiele. Der gesamte ArediMeHars. dieser Industrie für die bevorstehende Äampagnv betrügt nach den bisherigen Schätzungen höchstens dkök Mtlliardsn Kronen. Davon wird jodvch nur ein Teil durch Mchselesroinpte börin Bünkaittt beschaffst Welche Höhe dieser Teilbetrag erreichen wird, kann derzeit nicht mit Bestimmtheit gesagt werden, in keinem Fall aber handelt es sich Um die Ausgabe neuer nichtgedeüter 8)anlr,!i!en sür staai' liche Zwecke. Aus bftös K-ürntner Abfttmmungöa r i: st Klagenfurt, 8. Oktober. (Korr.-Bur.) Ucber Anordnung der Plcbisstitkommission beginnt die Absperrung des Kmnt'.u'r Al?ilimuunigsgebietes bereits iieuto um A8 .Uhr Mitternacht. h3t 0est6rre!(jh heuer für den Jüd. Nationalfonds zum Landkauf in Palästina aufgebracht muss Oesterreich bis Jahreswende zur Verfügung stellen, sonst gehen hundeHe OiuadratkiSometer In die Hände der ARABER über'. tt IliillSIll!!! SpfflöetfflrdenlB- Süll fir ii Brille jliile Beioii ..1 Spunüen iiherflitmiit der lildlsch« s S2 N&tionaJfönds, II., ZlrkusgaÄsc 33 ßlrt SLULtsIn iüir das dritte jüdische Rslth koslei K LS.VS» Äie SLkeilrs in der Vlowttkei. Pretzburg, 8, Oktober. (Tschecho-flow. Pretzburj, „Rvbotnickh Noviny" melden, der Senator Svrata habe gestern dem Polizeidirektor die Einstellung. des Streiks nütgeteilt und erklärt, daß der Vollzugsausschuß von seinen Forderungen Abstand nehme, jedoch verlange-, daß die „Volksstimme" wieder erscheinen könne. ,,/.<■. j. Kn scharst 3. Oktober. (Lschecho-flofv. Pretzbur.) Ler. Streik der Arbeiterschaft in den städtischen Betrieben' dauert an. Die Ausständigen haben eine LohnerhöhUng-i von 1v Prozent rrbgölehnt. Bis 10 Uhr vormittags haben; die Arbeiter keine Absrdmmg entsendet, üm die Der» Handlungen wegen Beilegung des Konflikts einzUleitSN.: Kafchau war gestern abends ohne Acht und Wasser. Auf Befehl des Generals d'Estremaur wurden die städtischen Unternehmungen von Truppen besetzt. Den Leth^rischeir Abieüu.ngen gelang es nach mühevoller Arbeit, gegen 11 Uhr nachts alle Betriebe wieder in Gang zu setzen. Magyarische Austiz. S:ckich?ft, .8. Oktober. (Uttg. LJ.-Körr.-Bm.) M der heutigen Berhandtüng in dem Prozeß gegen die ehelnatioen Volksbeauftrugten wurde' der Beschluß des Gerichtshofes verkündet, wonach an Stelle der zurück'-' geireir-rwu Verteidiger Neue Verteidiger von Gerichts tvLge« bestellt werben. Der Gerichtshof beschloß ferne»- aus Antrag der Staatsanwaltschaft, daß die zurück^; getretenen Verteidiger von der BerlMdlung ansga» schlossen und an die'AdvvLatenkammer wegen Einleitung eines Dis zi p li nur vor fahrens gegen sie heran* getreie.n werde. Ml ii tinniiniiM~iart(fiihinr- ~ Die JUablen zur naiioimlVersammlung. Wählerverfammtung i«i Hotel Post. ■ _ v '' W.i.-dw «rf;i*2' -Partei.Gs-:sZenn?.st, im LSahibrstek des-werfstsiLneu Gvö.st« Czernirr, der mrf die. EtirmnAr diunnrar Inden speknliün. wistoen jüdifchen Wählern in Kontakt zu iffetöt:, und dnr MLssnib -such, 5hit -di: Donnerstag ftflttge;Uabcus WöhtervsrsLiumlur.g anfnsts, zcigtc, daß die Judrnschast d«S ersten?Bezirkrs fühlt, brr, LWst-Litowsk-Czeruin gebe ihr nicht, was sstbraucht: Vertretung ihrer Interessen.. Darauf -wies auch iil^ sstn'.'r. ..eiirleittenden Ansprache Gemeinderat Doktor ststv liiark-Pa'rn'all bin, welwer die Bersammsstng leitete. Er -sührle-, aus, tnO E>rrni>t : benr l'ÜrgerUche« Mittelstand diep:s Bezirkes tvedex .ötwch" feinr Person noch durch' %it ■ Partei, von der jiv [liv kandidieren läßt, etwas ju bieten hat." Ruf die Juden frage hat er sich in seinen Wahlreden nur mit cher nichLsfageiide': Phrase: gibt keürr Bürger erster njch zweiter Klasse" bezvgerr. Aber,, er ist gegen die Freie tschule, weil ct „basjir ist, daß die Kinder religiös erzogen werdeil". Das; damit nicht jübisch-religios geineiut s'i.u lumr, ist klar. Cvuft. Vcgnügt sich Herr Czcv.'.in damit, - gegen den' vtrstecktsui'ÄY'-scheioismüs 5er. Sozialdemokraten zu schrei-.'», .und hosti dadurch Stimmen furchtsamer Wähler , zu kapern. Irr Wirstichl.'it bat die Svzialdevnokratie OestarrcichZ den Volf.chewismrls bei uns verhindert. Die Steluvng zur S-dvialdnnokratia ja den sogenannten bürgeAichen Blättern ist tächerli-Ä und tvürdeloä.. Lächerlich vor allem deshalb, weil dirir Blatter sich Müüe cheben, eine große „freisinnige" bürgerliche Partei zu schassen, in wetchsr die Juden llntersch'üpsen kannten. Das ist Wahn'simn d?.,w es gibt der urP, ko in e Arier, die nicht Antifenüteu sind: die arischen Bürger in Wie» sind die Christlich sozialen ' und die Großdentfchen. Die jogeua-nnirn d-:makratischen Parteien mit ihren Kandidaten SchwarzHiller uuo Czevnin haben nitt IudÄr zn Wählern, und ztvar selche Iuheil, welche glauben, 'tvsnn sie sich bas demokratische Mäntelchen aiizrehen, au'ch von der übrigen Welt sür Demokraten und n rch i fü >' In de u gehakteir zu wsrben. Das sind die lleineib Jon'A-oanveu'jüdischen Äiüngel, tEchb sich durch 'die jüdifchttati-nä.'n Idee 'in ihren 'schaten, nniozrachn ^.Senskttt.'reflem. rHroht sliylen ruko heute ftgeü, sre. seien ZionPcn iznr Dir Palästina, Mr in Wien güte ähler und Wähle- *ü dsv Montag dey Erfchchinet?z lli'd. 7 Uhr abends, im Saale d-x Bezirksvertretung, JX. Bezirk» WLtzrinZerftratze 49, staitfindenden Tagesordnung; Ansere Stellungnahme zu den bevorstehenden NationalratSwahlen Nefererrten. Dr. Isidor Schalit, die Gemeiuderäte Dr. Pollar-Parnau und Doktor Plaschdes, VeLiL'lrsrste Auer und Dr. Weiner Deuifchr. Liese Zn-eibentigleit wird die nichrjüdische Weitnicht mrlveu, weil, fls würdelos und betrügerisch ist. Wir, ükatiAilaljlchen haben dagegen die Politik d e r e h r l i ch e rr. Ein bentig keit. Deshalb wollen wir Nufere Interessen hier nisinand nnderern anvertranen als.uns felb st, am'>. stv.nriüsten einem C^ernirr, der plötzlich den DeMokratenstmimtst Wenn dir Judenschaft des ersten Dezirfts ehrlich gegen. stchI salbst ist, must sie jüdisch, das heißt zionistisch wählen, j Iiach Hvi:u mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Aus-,, fj'chrnngen betrachtete Dr. Wald iw ann die Wahlentscheihung. der österreichischen -Judenschaft im Lichte des zentrale jÜdi-, scheu Weltproüiems. Heute wissen wir klar, tvaS Herzt sagtest. „Das jüdische Bolk ist ein. Volk.'< Cs gibt keine. Leitznden^. heuen, sonderu das ganz e.Jüdentunl Mß ftzr alle^M?', scheu Fragen eintreten. Dio Wahlen dürfen für dis Luders nicht eine n io ment ane Tagesan gelegenheit sein, sondern Müssen ihr Gelegenheit bieten, den StnndMnkt ihrer arlj.üdifche.ni- Politik zur Gelttmg zu brmgerr. Wir müssen von demü Standpunkt ausgehen, baß das Interesse^ eftres Teiles bes.^ jüdischen. Volkes ein gemeinsames Interesse des gesäMter^ jüdischen Volksö ist. So muß dio Ostjüden- und UDMugsst, frage angesehen iverden- Wir Juden dürfen nicht Krähwinkel-, Politik betreiben, wie sie tu Wien üblich tst, und dürfen die. Bertretung unserer JntLressen uichb ÄeutAk Mvertdäüe«» welche kein Verständnis haben für das zentrale jüdische Proölem her Sainiulung aller jüdischen Kräfte für den gesamtjüdischen' Zweck. Die Parteien, tvelche in Wien mit den ausgehängtr«! Denwkratenschildern und denk versteckten Judentum äUstteten,^ sind die WlaloM zu deck berüchtigten polnischen Möftkös, Mll' iit Wiener Aufmachung. Ihnen darf die österreichische Judenschuft im gegenwärtigen schicksalSschtversn MonIKU fürstdü? gesamte* Judentum, da. wir Pis dem Wöge zur Httmat ' uati onale Einheitsfront Muchen, nicht die Stimme^ geben. -i Die eindringlichen DkrttsMgen Mtbchr Mit Aichem, Beifall ausgenommen. Dann ergriff, stürmisch begrüßt, Aßgeordneter Stricker das Wort und führte Ms: ES Ml in Wien Juden, welche nichts dagegen^ habökt, daß Män E Ostjildeir schikaniert, weil sie glauben, dabttrch selbst sicher vor Schikanen zu sein. Md so Mkdett üuter dem Borwand, M Wiener Äevötterung v.-e Hchiebem und ÄncherLkü zu Wfoi/ unter der Patronanz .des sozialdemokratischen Laudashallpt«' manues Se bd r Kbüppel ^«sHewIr.seü? 'Wö',. 3gnt)et(, welche keine Wohnirtttz hüben, WohttüÜgijr an gefordert. Und für ditft Daten EantMU -M Srver damit, daß „offizielle" Jude ndeputativUstN dvh ihm die Entf ernwng der- OstjÜ8€\i Verkäügt habeü^ DaS ' ist wahr. Der wöhlbtzkannte Fleischer, der WühlMckcher bes >Achwai hat eine solche Depü 1 atiStr züm LckrtdtzshSuptmürln tz-'eführt. D'r. SchwSrz»Hiller hat sich nur H länge der Ostjuden »ngeilSMttichl, als es ihm DrM-nW Adelstitel einttiltzen kokiltte. Jetzt läßt er durch feiste Unter- Mstl Vitt Austdeistmg der Hstjuden bitttich werbest, MU gehen ist aber nicht nur gemein und unjübisch, söttMst auch dumm. Denn es geht den Antisemiten nicht Üitt'dichOslst frtben, die Warjeit und Krüppel, söndevtt uni die „ckutochkhönen" jüdischen Prtfseleute, UniversitätAprofessvtSä, BälichireftüMr>W Nationaljuden Machen diese DuMlühkit imb GemeiWIi nicht mit, sondern werden i mm er, w.ünft ÜNÄ iv'Ü c?ft Dell der Judenschaft augeßrifstzst sthiirb, für ihn ein treten. Was unsere Kandiöatur ist bezutz alts den Kampf bedeutet, der sich angeblich zwischen Neükitsst siiib FortschrUt abspielt, darüber ist zu sagen, baß b\t Ärgip mentation einiger Sozialdemokraten, wir zersplittern die frei, heitlichen stimmen Uüd dadurch kämen die EhtistlichsvZiale, und Großdeutschen in Vorteil, falsch ist. Durch daZ ii«!* Wahlrecht geht keine Stimme verloren, da sie der der Aes: Kühlung MM Ausdruck kommt. Und die Stirnd'e UM OgeLcpL.it rvcwvp,. ßia.cha d e p > - - h >' -. 841