Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 610 (5.10.1920)
- Date
- 1920-10-05
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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iSfc 6t0 F. , ... Wie», Dkerrstag. -- —■ - —--- Wie»er Mor-err-ettmtg «w. n—««.—,n fefjenEs ereignet sich, daß er bei einer Ltebesszene jnit der blutjungen Schwägerin von der «ahnungslosen Vattin, die ihn.grenzenlos liebt, überrascht wird. Eine Abgelegte eifersüchtige Geliebte schneit.auch' hinein und keine - Situation ist nicht gerade beneidenswert... Die j Ehegattin rächt sich und', übernachtet bei einem .Leut» want, der ihr.gleichgültig ist und sie bisuuü hofsnuugs«!joS verehrt hat.' Uebrigens:.Bei,diesen sungen, hinbebend liebenden Menschen ist -das Mort „Leidenschaft" in seiner wirklichen Bedeutung am. Platze, nicht aber bei dem Helden, der bloß.ein. rassiger, temperamentvoller, kerngesunder, weibersüchliger Egoist ist und,. jvie ' seine Frgu richtig bemerkt, die Liebe gar . nicht - kennt. Der Gatte entbrennt nuN in furchtbarer Eifer-' lucht und schießt den Dritten nieder. Peinlich, daß die Beseitigung -des. armen Leutnantsnicht im Ans- - Wallen der „Leidenschaft" geschieht, sondern ein wohlvorbereiteter, richtiger Mord ist. Es mußten eiten noch ein paar wirksame Szenen eingeschoben. und einige Sentenzen über-das Recht-der Selbsthilfe nach dem ungeschriebenen Gesetze der Wilden angebracht werden. Während, im „Weiten Land" Schnitzlers, welches das jrämlich'e Problem behandelt, der Gatte auf die Frage, wieso ihm, dem vielfachen Ehebrecher und Verächter S‘ llschaftlicher Vorurteile: die _ Eheverirrung seiner it nahegehen könne, einfach antwortet, „Man ist .kein Hopste und. zum Duell geht, erfährt man hier, was man in den vorangehenden Akten nicht bemerkte, daß Zina für Boris ein Heiligtum ist und büß er die Beschmutzung nicht ertragen könne, weshalb kr den Leutnant zu sich bittet und den'Ahnungslosen Nieder knallt. Und während im. „Weiten Land" nach Kein Duell die Gatten endgültig auseinandergehen, kommen sie hier — ganz fo wietrt Wildes „Fl-oventinisHer Tragödie", der die letzten Vorgängedes Dramas sehr i ähnlich sind — erst - recht - zusammen. Verzückt umschlingt -Zina! angesichts - der Leiche des Leutnants den Gatten und man darf annehmen, daß die Ehe künftig, ffest' gekittet bleibt und-. Boris ungestört auf Liebesabenteuer ausgehen .kann. Allerdings, wird er wohl zunächst ins Gefängnis wandern. Trotzdem man an viele Theatereindrücke erinnert jvird, ist dieses. Stück doch. interessant und -was über die Rot der Geschlechter; - über Tr-iebleben, Ehe und Moralbegriffe gesagt wird, vielfach sehr zutreffend. Ueberdies gibt es dankbare Rollen und Herrn Werner- Kahle verdanken -wir eine: schauspielerische Leistung, wie sie nur selten geboten wird.- Dieser' Künstler ist heute:dje.. stärkste, männliche Persönlichkeit der Wiener Theater und . auf bestem .Wege, einer'der bedeutendsten Schauspieler zu werden. Auch sonst'eine ausgezeichnete , Aufführung., Die Damen' Ste insie ck, W'a gner und WesU^ dje HM?n JHa,lch,<^.chreiber und R>- Vv tnDÄÄHaüs-'^^ vorchefflich, ssmAL minder die Re^je des Herrn Dr.- S ckm l bau r. In neuester Zeit ist es auch notwendig geworden, bas Publikum zu kritisieren. Es war unter aller Kritik. 0. A. Aus deu TheaLern. Im Burgtheater beginnt hie heutige Stet* stellung des „H amlet" (newnftrmert) um 6 ll h r. Morgen, Mittwoch,' gelangt- *,u - erhöhten Preisen „D i e' -J u n g f r a ü von O r lea ns" zur Aufführung. Anfang V-7 Uhr. Im Schön.brunner Schloß theater wird morgen,.Mittwoch, „B unbur h"'gegeben. Anfang 7 Uhr. In der Staa'tsoper wird morgen, Mittwoch, zu erhöhten Preisen er Barbier v on Bagdad", »C o p p e l.i a" gegeben. Anfang lkl Uhr. Im D e n tschen V o l k s t h e a ter wird morgen, Mittwoch, ^S.p i e! der L e i d e n f ch a f t" gegeben. Anfang-Vz8 Uhr./. ' In den Ä* ft m m erspielen wird morgen, Mittwoch, ot a;r gegeben. Anfang 7 Uhr. ... Die am I o s e f st ä d t e r T h e a t e r morgeu, Mittwoch, zur Erstaufführung gelangenden .Komödien sind in den Hauptrollen folgendermaßen besetzt: „D r e Kulissen der S e c Fe" von Nilolah Nckolajewitsch Evreinoü. mit den Damen Brenners. Waldncr' und de» Herren MKoff, Brecher,' Karl Etlinger als Gast. Kopal und Probst. „Der Kammerlänger" von Frank Wedekmd. mit den Damen Gcßner, Magda und den'- Herren Karl Etlinger als Gast, Joses Jarno, Kopal und Strehlen. Das Programm der Urania für heute lautet: 7s6 Uhr «Kleiner Saql): Prof. Du Heinrich L o h w a g, „Pikkunde". M. — a/26 Uhr (Kurssaal): Regierungsrat Prof. Alors.K u tt* f c t b,. „Vom MLrchcnerzahlen und Märchenillustrieren". — V,6 Uhr (Klnbsaal): Prof. Dr. Alfred Ko? rb e l, „Grundfragen -der Logik". if. — 7 Uhr (Großer Saal): Tamabend Maria Letz. — V,8 Uhr (Klemer Saal): Hochschulprofessor Dr. Josef Schnürer, „Die Fleisch» Vergiftung des Menschen, ihre Ursache -und Berhümng". — V*8 Uhr (Kurssaal) : Schriftsteller Viktor Nova k, „Das deutsche Volkslied", I. V-8 Uhr (Kludsäal): Dr. Richard B a t k ü, „Beethoven als Liederkoniponist", HerbftausfLellung d«S. Oefterreichifchen Künstler--. Lundes. Der, Oesterreichifche Künstlcrbuüd veranstaltet seine diesjährige Herbstausstellung vom 24. d. M. bis KI. Dezember in der Empfangshalle des Schwarzenberg-Palais. Die österreichischen Künstler sind zur BeschirkMg Ungeladen.-Anmeldeformulare können, im Sekretariat des Bundes, XU., LtUgenfeldgaffe 4, angesprochen werden. ' . ^.... Bariationcn über Las The«» „Hutikrvo" ftit Klavier sind von Robert A l e r a n d e r erschirnrri. Leichte, anspruchslose. NrändcrUngm des nationalen Liedes, die bei ihrer einfachen Schreibweise auch dem angehenden'Klavierspieler Vergnügen bereuen werden- M. Akademie. Heute findet im -Festsaale des H o t e l P o st die vom Iüdiscl'-akademi'chcn Kulturverband Jalme veranstaltete Akademie stall. Restliche Karren an der Abendkasse. Sport. Das Schtvimmeetivg der Dtnmdia. ' Das vom D. S. K. Damrbia am Samstag und Sonntag im Jörgerbade veranstaltete Schrvimmeetina nabm einen, recht anregenden Verlauft Schone Erfolge errangen die Schwimmerinnen der Hrkoah. Die wichtigsten Ergebnisse waren: ' H e r r e n w e r t b e w e r b e: Brustschwsmurcn 100 m: Drbancic (Graz) l:24*6, 1. — Schwimmen 200 m: Hrstek (Budapest) 2:49, 1. — Stafette 25 + 50 -f 75 ch 100 m: Hl. Bezirk (Budapest) 2:52'4, 1., W. A. C. 3:57. 3.. Grazer A. K. 3:04. 3. — Schwimmen 500 m (Meisterschaft von Oesterreich): Müller (Amateure) 7:55*4, l., Schrepftr (W. A. C.) 8:59*7, 2., Pickhart 9:14. S. -7- Schwimmen 50 m: Kenpeti lBudavest) 29, 1. — Schwimmen 700 m (dritte Senioren): Machan (Budapest) 1:15'8, 1. — Rückenschwimmen 100 m: Brbancic (Graz) 1:26*6, 1. — Stafette aXlÖOm: III. Bezirk I (Budapest) 3:47, W. A. C. 3:49. -- Juniorenschwimmcn 200 m: Diwald (Budapest) 3:07, 1., Klein (H a k o a h) 3:ll. 2.. Kovacs (Amateure) 3:21, 8. — Schwimmen 400 w: Keserü ^Budapest) 6 :07*8. Damenwettbewerbe: Lagenstafette 8 X 60 m: Freha 2:29'3. — Schwimmen 100 m (Jtala-Wanderpreis): Nantasa (Danubial 1:82*5. — Schwimmen IVOra (Meisterschaft von Oesterreich): Rantasa (Danubia)'l:31*2,1.' Krupski (Wren) -1:36, 2. Deutscher (Austra l: 39, 3. — Junioren-Mckenschwunnren 100 m: Much (H a k o a h) 1:42*8. 1. Ge>nnger (Austria) 1:50*2,.3. Focker (W. A. C.) 1:50-6, 3. — Mädchenschwimmen 50 m: Frankl (Hakocch) 48*3, 1. Eckert (Helga) 52, 8. Bratmanu (Wien) 54*6, 3. j HechEer—Frewde«a«er Vindobona 2:2 (0:0). In einem höchst nnAücklich geführten Spiele mutzte .Hechwwer Soemtag einen Punkt atbg-eLen. Besonders kraß trat, Wie bei allen früheren Spielen, der Mangel an durchschlagZ«. kräftigen Innenstürmern hervor. Auch cm Schnelligkeit fehlt es. Dennoch kann die Mamnschaft den kommenden Spielen' mit Vertrauen entgegensehen. Der gute Geiste der die Spieler beseelt, bürgt dafür, daß sie gegen alle Gegner ihrer Gruppe ehrenvoll abschneiden wird. Die Gegner forcierten flaches Mügelspiel. Rasante Läufe und Bombenschüsse charakterisierten die Mannschaft. Ein Kapitel für sich war der Schiedsrichter. Pavnetz. Er ließ'sich von den Mndobona-Leuten derart einschüchtevn, daß er em regelrechtes Tor in einen Korner bevwandölte und ein klares Hands im Strafraum des GeMers einfach nicht gab. Sehr gut war die Hechawer-Hintermannschaft Jeno- Jozst-Lcmfer. In der Deckung bot Kopfstsin eine gang hervorragende Leistung. Ausgezeichnet war auch Paul, der sich auf fernen: schwierigen Posten bereits zurechtgefunden hat. Im Sturm waren nur Leser und die beiden Flügelstilrrner gut. — , Box Halbzeit findet sich die Mannschaft nicht, Vindobona ist Merlegen. Nach der Pause führt jedoch der Sturm blendende Kombmcrtion vor, die in der 10. Minute durch ein Tor Lesers gekrönt wird. Sin Freistoß bringt den Gegnern pen Ani8gleich uind ein Durchbruch des Linksaußen die Führung. Langsam kommt Hechawer wieder in Schwungs Endlich in der 43. Minute gelingt Leser, ver einen Paß von rechts; unter ungeheurem Jubel der Hechawer-Anhänger in die obere Torecke jagt, der Ausgleich. Unter forkwahvenden Angriffen Hechawers schließt d«s .Spiel. ' Die Hakoah i» Olmütz. Troß der bevorstehenden schweren MeisterschäftSkämpfe folgte der SporMnb Hackoah der Erniladung des Olmüßer Brudervereines, um anläßlich' der Eröffnung seines neuen Sportplatzes ein Wettspiel auszutragen. Noch am gleichen Abend fand zu Ehren der Gäste ein Festbankett statt, das sehr animiert verlies.?fcm Sonntag vormittags wohnten die Wiener einem .Dftmenwursballspiel (Hagena) zwischen dom Ostrauer Makkaibi und der Olmützer Ha ko ah bei. Die Olmützer Mädchen blieben ‘ nach Kampf 6:8 siegreich. Sie hatten in Frl. Schrütter, Fick.' Reumann und Frl. Büchner ihre besten Spielermnen. Die Unterlegenen hatten eine vorzügliche Tovhütevin. - Am Nachmittag stellten sich dem Schiedsrichter- Weltner die FußbaKnarmschasten in folgender Aufstellu»^: H akoah -Wien:. Nemnann; Kovacz, Weiß; Pakmah, RosenseD, Heller; Pollatfchok, Pollak, Jszo. Gansl, Häusler, Finko. ' Hakoah-Olmüß: Perlmann; - Repper, Deutsch; Kohn, Fischer, Brochni-l; Hillel, Holler, Freund,. Fischer, Spitzkopf. Vor Beginn des Spieles richtete Stadtrat H ub er an die Gäste eine. herzliche Ansprache, die er in tschechischer Sprache begann und dann deutsch fortsetzte.. Zum. Andenken,, an die Pücheröffnung - iiüerreichteer den Wienern - einen Lorbeerkvanz. Fritz Baar' wünschte den Einheimischen viele/ sportliche Erfolge, die der Mmützer Hakoah -zur Ehre ge», reichen mögen. Die Wiener Hakoah führte ein wahres Exhibittonsspiel vor und * fand Lei' den zahlreichen Zusehern die größte Anerkennung. In besonderer - Form befanden -sich- Häusler und Jszo Gansl.. Der'-TomäHter Reumamr^ -bewies ' bei der' Ab-- - :wühr-LmiöS -gefährlichen- Balles seinem Kläffe. - Die Einheimischen -spielten -schrbrav. Unter der Führung -deseheinäligen- Wiener' Häkoahners 'Freund betrieben sie ein hübsches Stüwneospiel, wobei der-.rechte Flügel - Hillel-Heller gute' Arbeit leistete. Der kleine -Fischer siel durch seine flinken Bewegu-irgen auf. In der Deckung bot Kolhn eine gediegene Leistung. Die Verteidigung besitzt im blutjung-rn Tormann Perlmann eine überaus talentierte Kraft, der die Anlagen zu einem ganz hervorragenden Goalkeepcr besitzt. Auch seine 5. Otöbrt iÖSO new / V * ‘ beiden Vordermänner konnten befriedigen. 'Zusammenfasse will festgestellt werden, daß die Olmützer den denkbar günstigsten Eindruck hinterließen. Bei entsprechender Wettspielerfahrung werden sie auch der' tüchtigsten Mannschaft einen gefährlichen Gegner abgebeu. . Ms zur Pause gelangten die Wiener mit 2:4'To.ren in die Führung. Jszo Gansl schoß den ---ersten' Treffer.'- i Geistesgegenwärtig glich Heller aus.- Aus -einem „Elfers ^.^ar-.'Mzo Gansl neuerlich erfolgreich. Rach -.Seiteknvechsin Machte sich die bessere Klaffe der Wiener geltend.' ^fszo '-WnSl, t Häusler, Pollak, Finko und Pollaftchek schossen fünf wertere- Tore, so daß d§ Resultat 7:1 für Wien lautete. BenrerkenSwert war, daß.die Cinheimi-schen das Tempo bis ziün -Schluß durchhielten. Das äußerst faire Wettspiel wurde von Schreds» richter Weltner (Mährisch-Ostrau) musterhaft geleitet- Der Reiseder Wiener Hakoahnec kommt -grotzeri propagandistischer Wert zu, da viele einheimische'V-udvn, die'bisher der jüdischen Sportbetvegu-ng ferngestanden sind, - gewornren wurden. Auch sportlich dürften die Olmützer' vre! 'gekernt haben. Die Wiener wieder sind voll des Lobes über die gast« liche Aufnahme. Wochenprogramm des Sportklub Hakoah. (Erscheint jedeir Dieustag.) Fntzbatlfektion: l. und U. Mannschaft heute Hakaah. Platz, Donnerstag F. A. C.-Platz Training. Firngmannschasten Freitag Hakoah-Platz. Schwimmfektion: Trauung: H t r r e n: Montag (Dionaböb) von V<7 bis V48 Uhr abends. Dame«: Donnerstag (Dianabad) von ll.7 bis 'fß Uhr abends. tzockeysektton: Mittwoch Training auf dem Haloah- Platze. Tem»issektion: Die Mitglieder »erden dringendst ersucht, die Sportutensilien heute oder längstens morgen vom Sportplätze- ’ Hagenauer abzuholen. LeichtathletitseKtion: Training Montag und Freitag auf dem Floridsdorfer Albletiksportklub-Plahe. SchwerathlettKfeLtion: Training Montag, Mittwoch und Samstag ab 6 Uhr abends im Klubheim (SoutetrÄn), I., Börsegasse 10, Cafe City. Fechtsektion: Training int Fechtsaal der Neme Jrhuda, IX., Servitengasse 10, und zwar: Montag, Donnerstag, und Samstag für Damen von 6 bis 7 Uhr abends, für. Herren (Anfänger) von 7 bis 8 Uhr abends, fiir Herrm (Vorgeschrittene) von 8 bis 9 Uhr abends. Touristik- und Skisektion: 8l. Oktober und 1» November:, Hochschwab. Nur für sehr Geübte. Arrmeldmrg iw- Sekretariat bis 5. Oktober. Näheres wird noch verlautbart. Führer: R. Raubitfchek. Mntwoch den 6. Oktober, Ühr abends, Vorstands- und FLhrersitzung im Klubheim. Kultnrabteiluna: O r ch e st 11: Probe Donnerstag l/,7 llfir im Strauß-danner-Saal, Sonntag V,19 Uhr i« Bereinssaale des Kou^ertbauses. — Maudolirke»- orchester: Probe Mittwoch um 6 Uhr und Samstag mn 7 Uhr im Klnbheim,Werdertorgasse 3, Cass City. Akademische Sportabteilnug Jndea. Wochenprogramm. Fußball: Training Dienstag und Freitag vo» S bis 5 Mr nachmittags am Admira-Platz in Floridsdorf (Linie 31), Dienstag Aufstellung der 11. Mannschaft. Leichtathletik: Training Montag und Freitag ab 4 Uhr nachnntiags ain ' F. Ä. C.-Platz ' in Floridsdorf. Mittwoch nachmittags und Sonntag vormittags: .am Hakoah-Platz in Floridsdorf. Gerichtsssal. Die Verfälscher der Tausendkrouenttoten. 21 Angeklagte vor dem Schöffengericht. Die Verhandlung wurde um 9 Uhr früh eröffnet. — ■ Der Angeklagte Meier S ch e u e r m a n n, auf dessen Angaben eine Reihe der Fälscher ausgeforscht werden konnte, ist seinerzeit gegen Erlag von K IOO.COO Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Scheuermann. der von Dr. Baleutin Rose«-' selb verteidigt wird, hat sich zur Verhandlung n t ch t eingefunden. . ■' < Staatsanwalt De. Arie beantragt, das Verfahren gegm Scheuermann abzubrechen, gegen den Flüchtling einen S t e ck-, briefzu erlassen und die Kaution für verfallen zu erlläre«. Der Gerichtshof gab diesem Anträge Folge. i Da§ V e r h ö r d e r A n g e k l a g t e n. Nach Verlesung der Anklageschrift wird zunächst Leopold W 0 l f m a n n verhört, er bekennt sich schuldig. Die Anregung zu dm falschen Abstempelungen habe er von Josef Ecksteur empfangen. Die Stempel beschaffte ihm Hossinger um K 1900, die Banknoten brachten seine Mitangeklagten Freunde, worauf die Abstempelung pollzogen wurde, und zwar K 36.000. — Vors.; Beim Untersuchungsrichter sagten Sie. das; rs K 50.000 waren. — Rngekl.: Bestiuupt weiß ich es nich:, .wezaiAer w.ar's doch. Der Vorsitzende bemerkt, daß'^rm' Casö National eine Art S t a m p i g l i e n b 8 r s e bestand, die schwunghaften Handel trieb. Es bestand eine große Fälscherorganifatro^ ln der die Rollen genau verteilt tvaren.. Einige Angeklagte haben die überstempelten Tausender nachts beim Hasardspul „Stoß" ausgegeben, Sie fuhren auch nach Graz und Fiüsienselb, um ungestempeltes Geld zu beschaffe«. i Moriz R b nt ft » sagt: »Ich will ein offenes ^Schuld-- .brkenntnis ablegrn." Dann erzählt er, .daß er mit. Wollfntamr, Fischer Md Pisk einen Geflügel« und Eierhandel betrieb. Da das Geschäft schlecht ging, ließ er sich von Wolfmann zur Mitwirkung an den Banknotenfälschungen überredtu. David P i s k und Josef Baumöl erkläre», daß sir zu dem Anlauf ungeftemprlter Noten je K 10.000 beisteuerten. Den Gewinn aus dem Erlös der überstempelten. Noten teilten die fünf Personen. -Vors.: Auf welche Weise? Haben Sie sich zu einer Sitzung zirsammengesetzt und die Tantiemen a!S Verwaltungsräte aufgeteilt? (Heiterkeit.) — Angett.D asm 8 l: .iä»te£aliuvf, Wien