Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 597 (21.9.1920)
- Date
- 1920-09-21
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien. Dienstag Wiener Morgenzeriurrg 21. September 1920 Nr. 597 c -np feien tvoij der Örtlichen und räumlichen Entfernung!innrer die nmtiöiriiaftlirfmt Beziehungen zwischen ihm Htio teiltet; triibrre« Gemeinoe. Auf den LO. August war die eigentliche Jubiläumsfeier reftflefefet worden. Nach einer Bemüsüng durch den Vorsitzenden deS Vorstandes, Herrn Marlin Frankel. nwiff der anwesende Vertreter des Hamburger Senatdas Wort zu einer Ansprache. Es war dies das erste Mal, daß diese hohe Körperschaft m solcher Weise an einer synagogalen Feier teilnahm. Hierauf sprächen sowohl die gegenwärtig amlierenden Gemeinderabbiner Dr. Lrimdörser und Sonderung als auch Dr. G r u n w a ld und Dr. Lo ewenthal. An die Feier m der Synagoge schloß sich rin festesten, das bis ■v. die späten Abendstunden den Borstand und die Repräsentanten der Gemeinde mit den Rabbinern und Beamten mit ihren Damen veeeinte. , 'S. 14 * Jüdische Volksschule in der Brtgkttenkn. Am '6. Oktober tvird im 20. Bezirk, Denisgasse 33 (Toynbee-HMle), die erste allgemeine jüoifche Volksschule des Jüdischen Schulvererns eröffnet. Die allgemeinen Bolksschulgegenstänve werden nach dem staatlichen Lehrplan von bewahrten Lehrkräften in deutscher Sprache unterrichtet. Außerdem wird täglich hebräisa'-er Unterricht nach modernen Lehrmethoden erteilt. Durch den De>uch dieser Volksschule wird der allgemeinen Schul« Pflicht Folge geleistet und dem Eintritt von Kindern, welche Bereits tn nichtjndtschen Volksschulen eingeschrieben sind, steht kein Hindernis entgegen. Drr Volrsschule dient zugleich als Vorbereitung für das Jüdische Realgymnasium des Jüdischen Cchrrlvereins, Wien. 1. Bezirk, Drahtgasse 4. Auskünfte und Einschreibungen für die erste und zweite Klasse täglich (mit Ausnahme der Samstage und jüdischen Feiertage) von 2 bis 4 Uhr in der Direktion der Jüdischen Volksschule, Wien. 20. Bezirk, Denisgasse 33. * Indische Tischgesellschaft Alferftratze und Am» gebnng. In der dieswöchigen Donnerstag * Zusammenkunft uu Weißen Saale desRiedhof um VrL Uhr balt Herr Hofrat Winternitz einen Vortrag über ein bisher wenig bekanntes Werk von Josef Popper-Lynkeus und besten Verhältnis zum Anusernitismus. Herr Abgeordneter Stricker wird anschließend einen Jnformationsberichi „13 e b e r d i e p o l i t i s ch e S r t u a t i o n" erstatten. * Luftpost Stockholm—London. Die schwedische Post« Verwaltung gibt bekannt, daß ein regelmäßiger Luflpostdicnst von Stockholm nach Malmö. Kopenhagen, Hamburg, Bremen, Amsterdam und London gestern ausgenommen wurde. * „Jüdische Leitung". Die nächste Nummer der „Jüdischen Zeitung" erscheint infolge der Feiertage erst am 1. Oktober. * Die Fnlandsaktion der Jüdischen Kindcrfreunde. Wir brachten tn der Freitagnummer unseres Mattes unter diesem Titel einen Ausruf der Jüdischen Kmderfreunde. Die Adresse des Sekretariats ist: II., Obere Donaustraße Nr. 91, 2. Stiege, 1. Stock. * Englischer Abend. Prof. Dr. MacCaul-Sfllhth wird Donnerstag den 23. d. M. unl 7 Uhr abends im Festsaal des Kaufmännischen Vereins, 1. Bezirk, Johannesgasse 4, Ausgewähltes aus den Werken Oskar WitbeS, Sir Walter Scotts und Lord Tennhsons vortragen. Karten zu 20 und 10 Kronen bet Kehlenoorser,°Herzmanskh und Heller. * Ein Zng mit Kindern nach England. Am 30. September verläßt ein Zug mit 500 Kindern Wien, die über Dlifsingen nach England reisen. Das Heim in Rotterdam, wo bisher die Kinder bis zur in Gruppe» erfolgenden Abfahrt mit dem Dampfer warteten, ist aufgelastrn und nach Blissingen verlegt worden. * Ueberfiedlnng des Kriegsgefangenenamtes. Amtlich wird mitgeteilr. daß das Kriegsgefangenenamt in die Stiftskaicrne. Wien, VII.. Moser-Trakt, übersiedelt ist. Insbesondere wird darauf ausmerkfam aemacht, daß mündliche Vor«, sprachen und Fragebogen für die Zählung der Kriegsgesangeuen nunmehr in der angegebenen Kaserne, ll. Stiege, 3. Stock, Tür 582, erfolgen können. * Ankunft von 1100 Kindern ans der Schweiz. Am Donnerstag den 33. d. M. kommen nach 2 Uhr nachmrttags am Wiener Westbahnhof 1100 Kinder aus Bern und aus der Westschwei; an. Der Transport umfaßt den Rest der am 7. Juli von Wren abflereisten Kinder, in der Hauptsache die Heimkehrer des am 21. Juli nach Bern, Lausanne, Wallis abgegangenen Zuges, der bekanntlich auch 450 Kinder der Polizel-Akiion mitgenommen hat, und fchlußlich die noch vom Frühjahr fälligen -Kinder, die aus dem Berner Oberlande zurückkommen. Von 1 Uhr nachmittags an wrrd. in der Auskunftstelle im Kiosk an der Abfahrtseite des Westbahnhofch die Me der ankommenden Kinder aufliegen; die Eltern tonnen dort bis zum Emtreffen des Zuges Nachricht erhalten, ob ihre Kinder sich im Transport drfindw. * Blattern und Flecktyphus in Oesterreich. In der Woche vom 6. bis 11. d. M. wurden im VolkSgesundhertsamt im Staatsamt für soziale Verwaltung vier Neuerkrankungen an Blattern, und zwar drei in Steiermark lGraz-Stadt zwei, Gemeinde Föllmg eine) und in Oderösterreich eine in WelS, ange« meldet. In der Zeit wurde kenn Neuerkrankung an Flecktyphus angemeldet. ' Rettet die Rettrmgsgefellschast! Me Versuche,. der Nettungsgesellschaft in Wien und in Oesterreich dauernd Hilfe zu bringen, bleiben Stückwerk.' Nach wie vor hat dre Gesellschaft mit den schwersten Verhältnissen &it kämpfen und sie lebt von einem Tag aus de» anderen. Gestern vormittags hat die Gesellschaft die Mitglieder des Verbandes der auswärtigen Presse zu Gaste gebeten, um sie zu bitten. Im Ausland für die notleidend« Gesellschaft Propaganda zu machen, was seitens des Verbandspräsidenten auch zugesagt wurde. * Die Sehaltösorderungen der Konzipienten, Der Ausschuß des Niederösterreichiichen KonzipientenverrmeS ist an die mrderösterreichifcht Rechtsanwaltskammer neuerlich wegen Regelung der GehaltSverhältnissr der Konzipienten herangetreten. Als Mindestsätze «erden gefordert: & 2000 monatlich für Anfänger, ll 3500 für. Anwärter mit miudestens sechs Monaten Praxis und K 3 ‘00 monatlich für substitutwnsberechtigte Anwärter. Diese Beträge seien «ach bettfelbett Grundsätzen wie bisher fünfzehnmal im Jahre flüssig zu machen«- Gleichzeitig wird von der Rechrsanwaltskamrrrer die endlich befriedigende Lösung der Frage der Wagengelder verlangt und vorgeschlagen, diesbezüglich vom StaatSamte für Justrz eventuell rinr authentische Interpretation des RechtsanwaltstarifS zn erbitten. * Wiedereröffnung der Buchhandlmigen. Zufolge der den Arbeitgebern und den Angestellten getroffenen rrungen sind sämtliche Wiener Buchhandlungen gestern wieder eröffnet worden. Der Zuspruch des Publikums war nach der mehr als zweiwöchigen Sperre entsprechend stark. Die Verhandlungen mit den Gehilfen laufen auch nach der Vicheraufnahme der Arbeit weiter und werden vor dem GinigungSarnt damnächst abgeschlossen werden. * Die Verlader orLeiten wieder. Gestern haben m den den städtl-chen Lagerhäuser» sämtliche Attordarbeiter den Dretisi nach dem ziun.äglgen Proteststreik wieder anigenoulmen. Die Verha.ndlungen wegen der Lohnauszahlnug für die beiden Streiktage werden mit den Direktionen tveitergeführt. * Unzukömmlichkeiten beim Verein der Angestellten der Tabaktrafiken und Lottokollektureu. Beim Polizeisomististanat Margareten sind, gegenwärtig gegen den gewesenen Sekretär der Reichsorganisation der Angestellte« der Tabaktrafiken und Lottokollekturen Dr. Ludwig Keller jrn Zuge. Dr. Keller, welcher durch längere Zeit die Geschäfte - des Vereines ohne Kontrolle geführt hat, hat sich zahlreiche Malversatione« zum Nachteile der Organisation zuschulden kommen lasten und die Organisation hiedurch geschädigt. Es werden alle Angehörigen der Organilatiou vom Polneikömmiffariat Margareten gewarnt, an Dr. Keller irgendwelche Zahlungen zu leisten oder ihm Beträge einzulenden. Mtlglieder. welche in den letzten Monaten an Dr. Keller größere. Zahlungen geleistet habe«, werden ersucht, sich beim Polizeikommistartat Margareten zu melden. * Diebstahl in» Bahnhöfe. In der Halle des Westbahnhofer wurde der Frau Anna Fried, IX., Maritznliariplatz 2 wohnhaft, ein Coupskoffer mit silbernen Maniküregegenständen, einer Silbertasche, Schmuckgegenständen, Stoffen nnd Kleidern im Werte von K 50.000 gestohlen. * Das Schiff Amnndsen» verloren. Wie aus S k« t t l e gemeldet wird, haben Fischer die Nachricht gebracht, daß'dar Schiff des Polarforschers Amundfen bei Kap (verstümmelt) zwischen Felsen etrtgezwängt und nicht mehr zu retten sei. * Pelzhaus O. I. Pkpersberg, 2. Bez., Praterstratze 9. Die rühmlichst bekannte und während ihres langjährigen Bestandes in den feinsten Kundenkreisen besteingeführte Firma bringt Heuer wieder zahlreiche, in eigener Werkstätte erzeugte Modelle m. unerreichter Vollendung. Durch rechtzeitigen Einkauf ist die Firma trotz enormer Steigerung der Pelzware am Weltmarkt in der Lage, verhältnismäßig preiswerte Ware herzustellen. Große Auswahl in Blau-, Silber- und Polarfüchsen, ferner Sealbisam-, Nutna- und Persianermänteln. Reichhaltiges Lager von Herrenpelz e u und Pelzsakkos. Der Besuch der reichhaltigen Ausstellung wird als überaus lohnend wärmstens empfohlen. Kleine Chronik. Ein neues elektrisches Phänomen. Die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" berichtet über eine neue elektische Erfindung, die aus dem kürzlich in Kopenhagen anläßlich des hundertjährigen Oersteb-Jübiläums abgehalt^nen nordischen Elektrotechnikerkongreß vorgeführt wurde. Die dänischen Ingenieure K. Rahblek und Alfred Johnsen glauben damit auch für die Praxis der Telephonie und Telegraphie erhebliche Verbesserungen, bewirken zu können. In der Oersted-Versammlung wurde zreerst ein gewöhnlicher lithographischer'Stem, der auf der Rückseite mit Blattgold vergoldet tvar, mit einer Metallplatte in enge Be-- rührnng gebracht und dann mit einem allgemeinen Stechdosenkontakt Strom durch beide Körper geleitet. Die Metallplatte laugte sich mit solcher Kraft am Ltthographenstern. fest, daß dieser in die Höhe gehoben werden konnte. Diese Wirkung 'wurde mit einem ganz geringen Strom erzielt. Erst nach Unterbrechung des Stromes löste sich der Stein wieder. Nun folgten mit Hilfe der aus Grundlage der neuen Erfindung konstruierten Enrpsängerapparate für Fernschrift- und Fernlautübertragnug Vorführungen. Eine Geige wurde am Apparat befestigt, während , am Absenderapparat eine Musiknummer eingespielt wurde.: Der Empfängerapparat gab die Musik so Nar wieder, M wenn unmittelbar auf der Geige gespielt würbe. Dann ging einer der Erfinder hinaus, um in den Absendertrichter zu sprechen, und zum Erstaunen der Versammlung gab die Geige mit volltönender Stimme das Gesprochene wieder. Die größte Bedeutung dürste die Erfindung aus dem Gebiet der drahtlosen Telephonie und Telegraphie erlangen. Bisher mußte man sich wesentlich darauf beschränken, die drahtlosen Wogen zu hören. In Deutschland und Frankreich werden zwar Apparate hergestellt, mit denen sich drahtlose Telegramme ntederfchreiben lassen, aber selbst die fernsten deutschen Zbonstruktionen erreichen nur eine Leistung von zehn Worten in der Mnute, wogegen mit der neuen Erfindung etwa 600 Worte in der Minute erzielt werden. Ws man den Apparat mit der Empsängerstatiost der Kopenhagener Polytechnischen Hochschule' in Verbindung brachte, ertönte aus dem Lauttrichter ein vielseitiges Lautgowirre. Dies waren die deutschen, englischen und nordische« FunLnstationen, die miteinander sprachen, was nun hier laut« tönend wtebergegebem wurde. Nachdem ein« gewöhnliche telegraphische Schreibmaschine mit dem Apparat kn Verbindung gebracht war, wurde das Schriftbild mit einem Lichtprojektor an bi« Saalbecke geworfen, wo nun die bahingleitenden Schriftzeichen avgelesen werben komten. Die Herstellung der auf dieser Grundlage ronstmierten Apparat« erfolgt in einer deutschen Spezicclfabrtk. Swastika — Hakenkreuz. Im „Vorwärts" schreibt Philipp Scheidemannr Als ick vor etwa zehn oder zwölf Jahren in einer Parteiangelegenheit in Holland zu tun hatte, war gerade mein verehrter Freund Henri van Kol von einer Reise zurückgekehrt, die ihn unter anderem wieder einmal nach Japan und Indien geführt hatte, wo er früher schon viele Jahre lang im Kvlonialdienst der holländischen Regierung tätig gewesen war. Wir saßen eines Abends in einem Amsterdamer Restaurant im Kreise von einigen Freunden und de«n Fmuen beim fröhlichen Mahl, als der wohlhabende van Kol in die Tasche griff und den Damen kleine goldene Glückszeichen von eigenartig gefälliger Form verehrte, die er von einer Reise mit heimgebracht hatte. Bei späteren Besuchen in Holland sah ich immer wieder, daß einige srauen mir bekannter Parteigenossen das van Kölsche fernsten an focI&teilra X Broschen!r„gen. IGlücksze'ch:'n war aber nich'tOj anderes als das sagrnmnte HatettkreuA inmitten eim» schmalen goldenen Reifens. Ms ich Ende Juli bieseSi Jahres mit van Kol in Genf wieder zusammentraf^ sagte ich scherzend zu ihm, .daß er einen schönen ttn* fug mit dem von ihm aus dem. fernen Osten impors^j tierten Hakenkreuz angerrchtet hätte. Bei uns trage jetzt jeder Antisemit das Kreuz als Zeichen seilver german nischen Abstammung und beutschnationalen Gesinnung. Van Kol lachte aus vollem Halse, versprach mir aüÄ dann, Mer das sogenannte Hakknkveuz Näheres zu^ sagen, denn er habe auf seinen tziebsn Weltreisen G'elegenheit genug gehabt, über die Bedeutung des ^Swa-l stika" mancherlei ermitteln zu können. | Vor einigen Wochen hat mir van Kol ein kleinegoldenes Hakenkreuz gestiftet und der ans dem Haag geschickten liebenswürdigen Spende die versprochenen^ Angaben beigefügt. Die Hakenkreuzritterchen, die jÜngstö in Weimar den von der arbeitenden Jugend am Denk^ mal Goethes und Schillers niedergelegten Kranz ge*j stöhlen haben, vermutlich um ihre germanische Ge<^ sinnung zu bekunden, haben 'mich an van Kols For«! schnngsergebuisse erinnert, die ich' hiemit der Oeffent'-! lichkeit unterbreite. * / Dieses geheimnisvolle Zeichen, das von hen eine« als ein Glücks Zeichen, von den anderen als Diagramm; des exoferischen Buddhismus angesehen wird, war den letzten Jahren Gegenstand, von Studien, die zu! wichtigen Entdeckungen über, weit zurückliegsnde Epochen! der Menschheitsgeschichte geführt habend Der Name „Swastika" ist aus dem Sanskrit trfw geleitet, aber er wechselt, wie wir unten sehen werden^ in allen Ländern und Gegenden, wo man dieses Zeich«^ antrifft. Man findet das „Swastika", von dem mftns sicher weder Ursprung noch Bedeutung kennt, dreizehn Jahrhunderte vor Christi, als. „Ammadion^ her Trojaner oder als Gämmakreuz der Griechen.! Es ist in der ganzen Welt verbreitet: vvH China big Peru, von Island bis Zentralafrik«. Obgleich diese Ausbreitung im wesentlichen schon inj vorgeschichtlichen Zeiten stattfand, hat sich sein Kultus', in manchen Lärckern bis auf den heutigen Dag erhalten^! Ich persönlich bin dem Zeichen oft auf meinen vstasiatÄ schen Reisen begegnet und habe «s besonders in Japall! verbreitet gefunden. Aber auch in Jndien.und in EurvpaZ und zwar hauptsächlich in den skandinavischen Ländern^ fand ich Spuren des „Swastika". Ich traf es iiü! Schweden, England. Schottland nnd Irland; aber auch' in Belgien, Deutschland und Frankreich, der SchweÄ und in den ^onauländern. In Belgien begegnete ich ihm in Estiennes (Hainaut), in Anthee (Namur), den Ziegeln von Bauten aus römischer Zeit und der Hunden mit dem Lothos auf Grabstellen eines römisch« Kirchhofes, der vor einigen Jahren in Juslenvllle Pepinstrr entdeckt wurde. Das Zeichen war also in ganz Europa verbreitet und zwar in den verschiedensten Epochen. Wir fandet es M vorgeschichtlichen Zeiten während des ganzen Zeitzf alters der Dongesäße und später wieder während Epoche der „Nachahmung griechischer Münzen". Der Nami „Swastika" ist zusammengesetzt M „Swafti" und „ka". „Swasti" wieder aus „Sw" (gutj und dem Zeitwort „asti" (es ist). Diese Verbindung^ ist also im Sinne von „wohl" oder „Wohlbefinden" g8 dacht und wahrscheinlich hat man bas Kreuz auch allezeiL als Glückszeichen angesehen. Die japanische Bezeichnung ist „Manji", wobei „man" soviel wie 10.0D0 oder das Unendliche, Bollkomwene und „ji" Segen, bas yanz^ also etwa „unendliches Glück^ bedeutet. Das „Swastika" scheint in beri letzten Jahren wiedei aufzuleben. In den entferntesten sowie benachbarten Ländern war es als Zeichen deS Glückwunsches und erweitertem Sinne als eine Art Garantie für Glück gutes Gelingen wett verbreitet. Ueberall verwandte es als Amulett oder Talisman oder als Zaubermitte^ das den Erfolg sichern sollte. Es verhieß gutes Gelingens Michtum und Genüsse. Manche Völker haben das Zeichen, bas wohl bik respektable Alter von 33 Jahrhunderten erreicht haÜ künstlerisch ausgeschmückt. Sollte es heute eine Wiedergeburt in den modernen Ländern erfahren? Fast scheintj dies so! Die Künstler gebrauchen es wieder als deko«; raliven Schmuck für Gebäude, Ballustraden und <$e* webe. Ebenso für keramische Gegenstände. Ueberall findet man Ornamente, in denen Vas „Swastika" die Hauptrolle spielt. •' , q, . Me ehrsamen Deutscknatioualen und anttsemtti-, scheu Hansnarren tragen das Swastika wahrscheinliche als „Zaubermittel". Aber vielleicht verspricht ein Ring^ den sie in.per Nase tragen könnten, für ihren politt«" schen faulen Zauber noch größere Wirkungen. Um di> gefällige Form des Glückszeichens nicht zn einen Monopol von Hansnarren werden zu lassen,, empfiehl sich tit. E. die allgemeine Verwendung des Swastlkck für Schmucksachen aller Art. Junge und Alte, Zud'ew und Christen, Velo- und U.-S.M.-Disten, Männleirö und Fräulein — — alle, soweit Le M überhaupt schmücken, Junten in hunderterlei Gestalt das mehr? als dreitausend Jabre alte Glückszeichen irqgen, fei! es als Nadel, als Ohrring, als Brosche, als Anhängsels auf Ringen usw., sei es verarbeitet im ovalen Reifer? gper im Kreis, im Dreieck, im Viereck, sei es im htm migen oder im Blätterkranz. Für Gold- und Silbers