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Wiener Morgenzeitung · 1920-09-21 · Heft 597 (21.9.1920) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 597 (21.9.1920)
Date
1920-09-21
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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j Vorschlag üuSarbeiten, Lee geeignet ist, der Regierung für die Unterbreitung eines Gesetzentwurfes zu dienen, wonach die Betriebe auf der Grundlage einer Mitwirkung der Arbeiterschaft der technischen und finanziellen Kontrolle sowie der Verwaltung organisiert werden. Die Kommission wird Vorschläge für die Beantwortung -er Fragen bezüglich der Beobachtung der Arbeitsordnung sowie der Anstellung und Entlassung von Arbeitern machen. Das Personal wird auf seine Arbeitsplätze zurückkehren. Wenn aber in irgendeinem Betriebe die Arbeiter und ihre Vorgesetzten nicht mehr -usammenarbeiten können, wird eine Kommission, die aus zwei von Len. Unternehmern und zwei von den Arbeitern ernannten Mitgliedern zusammengesetzt ist, die Maßnahmen seststellen, die zu treffen sein werden. ' Wränget. Don dem tit letzter Zeit vielgenannten gegenrevolutionären General, dessen Anerkennung man sich in Frankreich zu vollziehen beeilt hat, entwirft L o ntznet im „Pvpularre" das folgende Bild: Bei verschiedenen Gelegeilheiten hat dieser D'perettengeneral nicht ermangelt, seine Zugehörigkeit zu diesen Kreisen kundzugeben. Bor einigen Monaten veröffentlichte die „Rßpnblique Russe", das Pariser Organ der Antibvlschewiken Kerenskischer Observanz, eine merkwürdige Proklamation Wrangels, worin dieser seine Sympathien für die deutsche Rektion und sein Mißtrauen gegen Frankreich und England zum Ausdruck brachte. Die Moskauer „Prawda" jedoch hat erst dieser Tage eine Reihe von außerordentlich überzeugenden Enthüllungen über den Schützling d es Herrn Millerand mitgeteilt. Unter anderem die, daß die Sowjetregierung Dokumente offizieller Art aus dem Quai d'Orsay und dem Foreigne Office in Händen habe, die in die Zeit zurückgehen, da noch Denikin die Operationen in Südrußland leitete.' Damals bestanden die englische und französische Regierung mit aller Energie darauf, daß dem General Wrangel, der, wie sie sagten, bekanntermaßen ein Parteigänger der „deutschen Orientierung" sei, ja kein irgendwie wichtiger Posten^anvertraut werde. An jenem schönen Tage, da, infolge der Siege der Roten Truppen, bet den Weißen eine Palastrevolution ausbrach,, die D'enikin den „Thron" kostete tittb Wrangel daranfhvb, beeilte sich dieser, den General Sidorin, der die Don-Armee kommandierte, wegen nichtgenügender Deutschenfreundlichkeit verhaften.zu lassen und das Kommando einer Persönlichkeit zu übergeben, die ihm in dieser Hinsicht mehr Vertrauen einzuflößen schien. Und als politischer Berater sowie'Chef der zu bildenden Zivilregiernng.wählte e, ftencu .Exminisier hsZ Ex-Zaren, der im Hahre 1918 mit dem Grafen Mirbach Pläne zu einer monarchistischen Restauration in Rußland mit Hilfe der preußischen Bajonette schmiedete. Die „Prawda" bemerkt nun sehr richtig, daß heute, nach dem Sturze der Hoheirzollern, derartige Pläne der russischen Reaktion geradezu als hirnverbrannt betrachtet werden müssen. - Immerhin darf man nicht vergessen, daß alle ihre Hoffnungen sich auf die einer demnächstigen monarchistischen Rsstauräv tiion in Deutschland stützen. Wrangel steht in nahen Beziehungen zu der Kapp-Lüttwitz-Gruppe, den anderen alldeutschen Verschwörern in Berlin sowie jenem famosen Hetman Skoropadsky, den Deutschland '1918 als Strohmann in der Ukraine einsetzte. und jenem General Krasnow, der zum Kommandanten der Donjetz- Armee gemacht worden ist. , Rote GwALK in Italien. Paris, 20. (Korr.-Vur.) Laut „Echo ds Paris" strr' in. Bresma die Carabimerikaserne und r.« Turin eine chemische Fabrik, die sich noch in der Hand von nichtrsvolutiorrärerr Rrbertern befand, von 2t.»Seit Gard c n 5 e ft 15 % in t worden. R 0 m, 20. September. (Stefan!.) Nach der Konferenz im Ministerium des Innern unterfertigten di.e Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein Protokoll, worin festgestellt wird/ daß die Arbeiter die Rückwirkung der neuen Lohnsätze dom 1. Juli an und die Bezahlung der Besetzungstage verlangen, w.as die Arbeitgeber ablehnen, während diese die Bezahlung der Schäden verlangen, was wiederum die Arbeiter ablehncn. Daher setzen beide Parteien einverstandlich den 15. Juli als den Tag fest, an dem die neuen Löhne in Kraft treten, wobei jegliche Vergütung für die Tage der Besetzung der Fabriken ausgeschlossen wird. Das Protokoll bezeugt den Arbeitgebern,. daß sie sich der Formel Giolittis über die Frage der Entlassung der Arbeiter als einer behördlichen Verfügung unterwerfen. „Messaggero" erfährt daß der Allgemeine ArbeitS» verband den Arbeitern die Weisung erteilt habe, die be> setzten Fabriken zu verlassen und die normale Arbeit wieder aufzunehmen. Der Allgemeine Arbeitsverband versichert, daß die Ordnung werde geachtet werden. --—----! Abgeordneter Max Hriedmann tritt von bet . Kandtdatuv Zurück. % , Wie die .„Neue Freie. Presse" meldet, .hat HÄ Max Friebmann der „Bürgerlichen ÄrbeMpgrtei" .b Zjrrücktegüng. seiner Kandidatur nnlgetertt.'Er. begrün" seinen. Entschlußmit dem „Scheitern, der bürgerliche^ Einheitsfront"-.;| . Wir -waren, bekanntlich niemals die pylitiWki Freunde des Herrn Friedmann und habenlange vor dem sattsam bekannten Parlamentsrummel seine WM auf das heftigste bekämpft. ' ' -4 Aber daß die Streberei, die 'Zanksucht' und. die häßliche Klüngelwirtschaft innerhalb der sogenannter „Liberalen" sympathischer wäre als die politische TätiH fett Friedman ns, den sie jetzt fallen gelassen haben, weil andere sein Mandat ergattern wollen, kann auch nicht gerade behauptet werden. Telegramme. z« Die Wahlen./ •. Wer die Versöhnung von Volk Volk will, Wer die Wiederaufrichftmg der ftrÄischett Würde ersehnt, . Wem die Errettung und Erlösung des jüdischen Volkes am Herzen liegt. Wen der 'Verrat der Wiener jüdischen Assimilanten an ihren öfMchen Brüdern empört, Wer die mannhafte Bekämpfung der antisemitischen Reaktion und dis Erringung der tatsächlichen Gleichberechtigung fordert, Der wirbt in ganz Oesterreich für die j ü d i f ch n a t i 0 n a! e L r st e „S i 11 tk e t und Gcn 0 s s e u". Die j ü b i f ch n a ti 2 n ale Ha u p t m ahl- I c 11 u n g befindet sich: II., Taborstraße 20 a. Unser Auskunftsbureaufür den XX. Bezirk ist: K a r I M e i ß I ft r T ü r l;. ' für den IX. B e z ir k: L r e ch Lenste i nstr aß e 11, Tür 13. Für den IV. bis V: B e zir k täglich von 9 bis 4 Uhr nachmittags, IV., Favoritenstraße 21, Telephon 53.426; von 4 bis>8 Uhr abends, .IV., Faooritenstraße 42, I. Stock (Mar: Strauß);. Tel. 68.69.9. Für die B e z i r k e VI bis VIII: Auskünfte in Wahlangelegenheüen, Vl, Llmerlmtzstraße 19,.Hofstiege, täglich von 9 bis 3 Uhr nachmittags. Das zionistische Bureau, X.. Favoritenst r a ß e 130, erteilt Auskünfte in Wahlangelegenh eiten täglich von 3 bis 6 Uhr nachmittags. Für die Bezirke XVI und XVIl. Auskünfte täglich zwischen 2 und 4 Uhr nachmittags, XVI.. Brunnengasse 41. Politische Beratungen in Warschau. Warschau, 20. September, (W. P. G.) Wie M Blätter berichten, iveilen hier die polnischen Gesandten! aus Prag, Budapest, Berlin, Konftantinopel sowie Bu-! karest. Nach Privatmeldungen steht der Aufenthalt ders Gesandten mit der Frage der kleinen Entente in Ver-j bindung sowie mit Dem Projekt eines Bündnisses hest zwischen dem ÄegäAschen Meere und der Ostsee gelegenes Staaten. Die Kämpfe in Ostgalizien. Tarnow, 20. September. (Ukrainischer Pressedienst.^ Am 18. d. M. früh.würde der Zbruez erreicht. Husiatiw und Iwan iepllste wurden besetzt. Von Skala aus nähern sich die ukrainischen Bortruppen der Straße Laue-, krön—Kamenetz-Podolsk, welch letztere Stadt"von den- Bolschewiken evakuiert wird. Moskauer Frontbericht. Moskau, 20. September. (Funkspruch.) Frontberichh vom 19. September: Bei KobryN: Kämpfe mit wechf> selndem Erfolg. Bei No w na geht der Feind vor. Jnp Gebiet Mi D u b n 0 wird der Vormarsch des Feindes nordwestlich und westlich der Stadt aufgehalten. Bei B r 0 d y und Tarn 0 p ol ziehen. sich unsere Truppe^ kämpfend zurück. In der Krim dauern die Kämpfegegen die feindliche Reiterei im Gebiete von Orjechzoivs hartnäckig an. s Die VolLszählung in Rußland. Moskau, 19. September. (Rofta.) Am 28. August wurde in der ganzen Sowjetrepublik eine Volksi zählüng dmchgeführt. . Gleichzeitig wurden alle Industriebetriebe und Schulen registriert. TschrLscherin droht England. 7. Lonbisn, 20. Septrmbet. (Funkspruch.) In einet DeprsHe all Liüvluow erklärt T s ch i t s ch e r i n, Lloyd George dÜrfei sich nicht beklagen, wenn der Abbruch der politischen Verhäng langen eine große Deweguag gegen England in Asien httvor-' rufen werde. Die Wirtschaftskonferenz in Brüssel. Berlin, 20. September. Das „TagMcM" meldet suSdem Haag: Nach hier vorliegenden Nachrichten ist die Wirt«' schafiZkonfereng in Brüssel aus vier Verhandlungstage berechnet, schließt also am 28. September. Die Verhandlungen mit den englischen Bergarbeiter«. Inland. Die Anerkennung des Wahlrechtes. Amtlich wird verlautbart: Die Bestimmung des § 27, Absatz 1, Ziffer * der Bollzngsanweisung der Staatsregierung vom 30. Juli l. I. über die Dürchsührnng der Wahl in die Ratimralversammlung, StGBl. Nr. 352, wurde mauchewrten dahin ausgelegt, daß mit der Zuerbenmmg eines Wahlrechtes an Personen, die in den im Gebietsgesetze vom 22. November 1918 aufgezählten, seither aber durch den Vertrag von Saint-Germain an andere Staaten abgetretenen Gebieten heimatberechtigt sind, die Auffassung ausgedrückt jverden sollte, daß jene Gebiete noch als österreichisches Staatsterritorium angesehen würden und demgeinüß die obenbezeichneten Personen im Bollgenuß derstaatsbürgerlichen Rechte stehen sollten, eine Ansfassung, die als Unterstützung oon Tendenzen gedeutet werden irrüßte, die gegen den lm Vertrage von Saint-Gerurain geschaffenen Itechtszustand gerichtet sind. Demgegenüber sei festgestellt, daß der in Rede stehenden Bestimmung bloß die Absicht zugrunde gelegen ist, jene Personen, soweit' sie im heutigen österreichischen Staatsgebiet ansässig sind, das Wahlrecht, das sie schon für die konstituierende Nationalversammlung besessen haben, für die am 17. Oktober l. I. vorzunehmende Wahl nicht verlieren zu lassen, ohne daß du'.'cb diese Maßregel das.Fortbestehen der österreichischen Staatsbürgerschaft ausgesprochen / werden sollte. Alle anderen Interpretattonen sind willkürliche Kombinationen, denen im Interesse der guten Beziehimtzen zu den in Betracht kommenden.fremden .iSkhatött . .mü&* Das IüLrschrrstwnare Wnhrburean für das Viertel unter dem WienerwaLd (Vorort Wiener-Neustadt) befindet sich in M ö d l i n g, Enzersdorferstraße 6(Tel.Mödling223/VI) und amtiert täglich von 10 bis 12 Uhr vormittags und von 7 bis 8 Uhr abenhs. Außerdem telephonische Auskünfte den ganzen Tag bei Seiden, Telephon Nr. 209/VIII (Mödling). Spendet für den Wahlf 3uden tmfc Jüdinnen! Die Wahl 2 in die Nationalversammlung bedeutet für uns: Sicherung der einzigen jüdischen Vertretung im Parlament. Schutz des österreichischen Judentums vor den Angriffen einer immer übermütigeren und gewakttätigeren antisemitischen Reaktion, welcher im Parlament niemand in den Weg getreten ist als unfot Vertreter Stricker. Der Ansgang der Wahl ist ansfchlagge-end für die Entwicklung des österreichischen Judentums und unserer Bewegung. Anspannung aller Kräfte sichert uns das Mandat und gibt uns die Möglichkeit, weitere Mandate zu erringen. Spendet für den Wahlfonds! Das Iüdischnaiionale Zentralwahlburean II. Taborstratze 20a. Spende« werden an den Schaltern der „W i e n e r M 0 r g e n z e i t u n g", II., Taborstratze 1». und im Zentralwahlbureau gegen Quittung entgegengenommen. Geldsendungen sind mit dem Vermerk „Wahlfonds" su die „Wiener MoraeNzeitung" zu richten. London, 20. Sepiember. (Dol.-Comp.)' .Die lungen mit den Bergarbeiterführern werden heutsi fortgesetzt. Die Regierung ernannte ei-n besonderes SchiedSgericht, das die Frage der Lohnerhöhung Lernten und binnen' einer Woche zu einem Ergebnis gelungen soll. , ' Ein neuer Oberkommiffür für Indien. London, 20. September. (Furckspvuch.) Die indische Re»; gierung hat Sir William Meyer als Oberlommissär für Indien in London ernannt; fern Sekretär wird ein Irrdier namens W. Chore sein. - ' Dis Banernnnruhen in Kroatien. Agvam, 18. September. (Südflaw. Preßbnr.) Dis! in der letzten Zeit in verschiedenen Ortschaften Kroatiens! aus gebrochenen Bauernunruhen habest aufgehört. Diej Bevölkerung ist zur Arbeit zurückgeke'hrt.! Ans der Belgrader NaLivrmrssrfammluug. Belgrad, 18. .September. (Südflaw. Preßbur.) Nationalversammlung verhandelte in der heutigen Sitzung zunächst eine Interpellation über die Lage iw Kärnten. j Ministerpräsident Vesnic besprach die Tätigkeit der Plebiszitkommission und erklärte, die Regierung habe immer den Standpunkt der Delegierten Jugc»' slawiens vertreten. j In fortgesetzter Verhandlung des Friedensvertragess mit Oesterreich gab Minister des Aeußern Trumbics ein längeres Exposee über die auswärtige Lage.. Er begann mit einem Ueberblick über die Arbeit dep jugoflawischen Friedensdelegation und deren Erfolge un^ fuhr fort, die Friedenskonferenz sei in gewissen wichtigen!' Fragen wirtschaftlicher und politislher Natur unvorbereitet gewesen. | Ueber die Adriasrage äußerte sich 1>et Minister,, in Bälde würden die unmittelbarerr BMaMunE 1 eb

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