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Wiener Morgenzeitung · 1920-09-18 · Heft 594 (18.9.1920) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 594 (18.9.1920)
Date
1920-09-18
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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rsmm, Samsra- . Wiener Morgenzeinmg* _T - —-. —- ---- ---- a ~ '.t—— ■■ ,-;-;- fein überzeugter Feind der jetzigen Politik des Staates ki. Welch unermeßlichen Wert/'äiten diese Worte aus dm-Munde des katholischen Oberfürsten im Lande des eiligen Stephan gehabt,, wären sie zur richtigen Stunde rklungen! Ein solch mutiges, offenes Wort hätte taufenen Juden Leben, Gut und Ehre reifen können. Dieses Lort, in den Tagen-der höchsten Not gesprochen, hatte einem Lande die Schmach erspart, die es durch diese üinmehr seit dreizehn- Monaten währenden Greuel auf ich geladen hat. Heute, nachdem sich alle Pogromhelden usgetobt, nachdem sich die PogroMhetzör an dem den ftwen geraubten ^Vermögen bereichert haben, heute, da lngarn, von allen guten Geistern verlassen, vor dem -ürtschaftlichen Zusammenbruch steht, überall nur Ver- .-«frer sich hat, heute einer kleinen, unbedeutenden üdischen Abördnung ein solches Geständnis gewisseruatzen wie eine Ohrenbeichte zuzuflüstern, schmälert den ißert dieser an sich sicherlich wertvollen Kundgebung für onsessionellen Frieden in beträchtlichem Maße.. Und erst gar die Ausführungen des Bischofs Ottokar prochaszka. Sicherlich hat' er recht, daß das ungarische ■foIf nicht antisemitisch ist, aber seine Führer haben es H? im Siich gelassen und in der schwersten Zeit in die Xrre geführt. Bischof Prochaszka besitzt so viel Macht, 'aß cs'ihm ein Leichtes gewesen wäre, die Au^emauderetzung über die Judensrage vom ersten-Tage, Ha "sie u Urrgarn aktuell geworden ist, in jene Bahnen zu euren., die er jetzt einzuschlagen sich den Anschein gtbtl. t6cr Bischof Ptochaszka ist einer der geistigen Urheber ^ller Vorgänge seit dem Ausbruch des Weißen Terrors u Ungan. Er war schon während des Krieges der an-.!rkannte Bischof der Hetzkapläne, die das Terrain für rie Pogrome vorbereiteten. Nach dein Geiste des Bischofs prochaszka arbeiteten alle diejenigen, für die es eine aüsremachte Sache war, daß es in Ungarn mach Kriegs- Muß unter allen Umständen zu Judenpogromen kommen nässe, ob die Monarchie siegt oder Unterliegt. Für uns können also weder die Versicherungen des Z-Ürstprimas Csernoch noch die gewundenen Lockrufe des Bischofs Prochaszka jene. Bedeutung haben, die ihnen vielleicht von den Rednern selbst mitgegeben ' werden sollte. Uns ist es.klar, daß es in Ungarn heute um' Sein oder Nichtsein des jetzigen Regimes gehe, daß man heute in Ungarn zur Ueberzeugung gelangt ist, daß die Mederanfrichtun'g des Landes ohne ' die Mithilfe der ungarischen und ausländischen Juden ein Ding her Unmöglichkeit sei. Vielleicht waren es gar die jüdischen „Urchristen", die den Kirch'enfürsten dieses alte, aber längst verbrauchte Rezept von billigen Schutzversicherunztn auf der einen und eine nichtssagende Verbeugung.?ov dem jüdischen Nationalismus auf der arideren Seite rnrieten, um das Judentum neuerdings' zü' ködern. d Die Zeiten haben sich jedoch geändert, die Jüdischnationalen baben sich bereits das 'Recht erworben, als rin Machtfaktor angesehen zu werden, der^ sich nur in ernste Verhandlungen einläßt, welche die Sicherheit der Erfüllung der eingegangen Verpflichtungen bieten und oor allem von der bedingungslosen Gleichberechtigung der Juden in den von ihnen bewohnten Ländern aus-, gehen. Was die Assimilanten betrifft, so wollen wir trotz aller bösen' Erfahrungen der Vergangenheit annehmen, daß sie noch so viel Ehre rm Leibe: haben,.um diesem Regime in Ungarn, das sich mit Strömen unschulhig vergossenen Judenblutes befleckt hat, jeden Heller und jede moralische Unterstützung zu verweigern, h * PolMsche^rmdschem. Jrrdendeöatten in -er rumänischen Kammer und im Senat. Von unserem Spesialborrefpondenten. Schön feit mehr als einem Jahrzehnt kann man in der rumänischen Kammer und im Senat von ' einer permanenten Judendebatte sprechen. Seitdem' der Jassyer Universitätsprofessor Cu Za in der Kammer -sitzt, gibt es immer etwas von einet Judenbeschimpfung. Dieser bekannte 'Antisemit und ärgste Judenfeind Rumäniens läßt keine Sitzung verstreichen, 'ohne sich irgendwelche Ausfälle gegen Hie Juden zu leisten. In der letzten Zeit scheint sich die Sache etwas gebessert zü haben. Der Einfluß der jüdischen Delegation in Paris ist von keiner unterschätzenden Bedeutung und -hat den' rumänischen Vertretern bei, der Friedenskonferenz so manche Schwierigkeit gebotest. Es ging sogar so weit, daß der Kammerpräsident Professor I o r g a dem Professor Cuza seinerzeit zurief, als er wieder über hie Juden hersiel: „Cuza, vergessen Sie nicht, urijar Ministerpräsident Vaida Voivod weilt in Paris und Sie erschweren ihm sehr die Arbeit." Es sollte aber noch anders kommen. Die 'Judenfrage wurde im Zusammenhang mit dem Minoritätenschütz zur Sprache gebracht. In der Adrehdebatte ergriff der jüdische Deputierte Dr. S t r a u ch e r das Wort. Und da geschah etwas ganz Merkwürdiges, und ^egen allen parlamentarischen Brauch Verstoßendes und Unerhörtes: Der Ministerpräsident General Aversscu wollte dem jüdischen Deputierten überhaupt nicht das Wort erteilen und es mußte erst der Bukowinaer parlamentarische Klub, dem Dr. Stpaucher angehört, intervenieren und für ihn eine Redezeit von zehn Minuten erwirken. Es sei noch bemerkt, daß Dr. Straucher der Mehrheitspartei (Regierungspartei) angehört, was' andererseits gar nicht im Einklang mit den Intentionen seiner Wähler steht.'. Dr. Straucher las feine Rede in rumänischer Sprache vor und erzielte nicht die erhojste Wirkung, da er dieser Sprache nicht mächtig ist. Seine Rede gipfelte in der Erklärung der Loyalität der Juden Großrumäniens, in der Forderung der gleichen bürgerlichen Rechte und in der Abschaffung der Dekretgesetze. Allerdings fehlt in dieser Rede 8je strikte Forderung auf Einhaltung des Minoritätenschutzes und der Ausbaurmg der nationalen Autonomie. Der zweite jüdische Proletariat", heißt es dort, „verlangt von seinem einzigen Deputierten rn'-der rumänischen Kammer keine blutleere Moralpredigt für die rumäischen Oligarchen, sondern mutiges Bekenntnis zu den Zielen des revolutionären jüdischen, Proletariats." Die , Ratifizierung des Friedensvertrages von. Saint-Germam nef in der Kammer wieder eine Juden-' debatte hervor. Der "alte Professor C ü z a hielt aber- . mals eiye. antisemitische .Rede gegen den'' Minoritätenschritz und, merkwürdig genug, der - Minister' 'des Neustem Take Jonesku fühlte sich verpflichtet, eine Gegenrede -zu halten und die Juden in Schütz zu nahmen. Politische Raison I Aber immerhin erregt es in Rumänien Aufsehen. Der -Minister will die Minoritäten für sich gewinnen, damit sie seelisch Mit Läin rumänischen Volke verwachsen. „Weshalb sollen wir uns 900,000 $u8en (lQO.OOO hat der liebe Minister unter* schlagen) . zu Feinden machen?" Wieder scheint die jüdische Delegation gesprochen zu haben. Im aügemeinen wirb diese Aeußerung Jonescus nicht, ernststenommeni; Die Welt soll vom Liberalismus der rumänischen Regierung erfahren undtzim ^anöe selbst erläßt man ein Dekret nach deyr anderen, um die Interessen der Juden zu schädigen. Dieser scheinbaren syethkitlichen Ansicht Take Jonescus steht die'Rede des gewesenen - delegierten Ministers der Bukowina Döktür Ni stör gegenüber. Bei der Besprechung des Friedens-' Vertrages von Saint-Germain polemisierte Dr. Nistor im Senat gtgen best Minoritätenschutz. „Es sei eine Ungerechtigkeit," sagte er, „den Minoritäten die gleichen Rechte - wie den Rumänen einzuräumen. Rumänien muß ein nationaler Einheitsstaat werden." Dr. Nistor wendete sich ist seiner Rede gegen Jonescu, der die Minoritäten in Schutz nahm und unterstrich' besonders die - Ansicht. Averesists, daß die nationalen Parteien die - nationale Einheit des Staates bedrohen. Die an die Minoritäten gemachten Zugeständnissebedeuten nach Ansicht Nistors eine „Austrylisierung" Rumäniens. Seiner Ansicht-nach Haben die Minoritäten zu.biete Rechte. Der liebe Herr Nistor . spricht von zuviel Rechten und die Minoritäten, von zuviel Unrechten: | Entlassung vieler jüdischer...Beamten, Entlassung aller jüdischen Gendarmen, Mißhandlung der- Juden von untergeordneten Behörden, Entfernungvon-Juden von verantwortlichen Stellen,, Entziehung der Tabaktrafiken, Gefährdung der nationalen Schulen ,usw. Einen Lichtpunkt bildete jn der Kammer die Rede des gewesenen Ministerpräsidenten Vaida Voivod. Er gab einen historischen.Rückblick über die Situation Rumäniens. bei der Friedenskonferenz. Rumänien stqnd damals in Mißkredit bei-der- Entente. Nur der Unterzeichnung be&: Minoritätenschutzes. ist es zu verdanken, daß ein Umschwung eintrat. Die Rede Cuzas bezeich- \«ete Vaida als. ein Verbrechen gegen das ' V^ater-land.' „Unsere.Pflicht ist es," sagte Vaida,! "„die Rechte der ethischen.Minoritäten zu respektieren und -darauf zu achten, daß diese Minoritäten größere Freiheiten erlangen, als sie es in unseren benachbarten Ländern haben." - Dr. M. R. Die politische L§ge in Südtirol. , Aus Südtjrol wird uns geschrieben: Wie hirr' verlaufet, ist der 20. September als / Dag. der Annexion Südtivols ausersehen. Da aber der, Senat Heu Annexionsbeschluß der Kammer zur Stunde-noch N'cht in Verhandlung gezogen hat, dürfte dieser Termin kaum eingehaUeu wer--en können. Faksisck>:;wird fei2i offiie;0inber^ei6ultg an. Herr bestehenden, Verhältnissen hier, nicht, sehr diel ändern, es. sei denn,- daß das Volk in Sühlirol und im> Trentino dünn bald Gelegenheit haben-wich, feine Vertreter in die .Lämmer zu.entsenden. :D'ie Aütosto mieHeu;tsch- Sii d tirpls ist gesichert. Kürzlich hatsich der : italienische Generalkommissär von Trient, Exzellenz E-r.e.d a r^-.selhst Ha'ür ausgesprochen, eine Tatsache, He en Meldützg chauvinistischen deutsch:n- Zeitungen Südtir-ols,.. miß. Ausnahme des sozialdemokratischen ^Organs .ihr«:«..-estrnfeinfach unterschlagen haben! ' Wer ans Wien oder Budapest hieherkommt, ^st angenehm, überrascht von, den günstigen > Lebensbedingungen, die er bet vvrfindet. Man lebt hier wie im Frieden. Kriegs- und Gemeinschaftsküchen gibt es längst Nicht mtzhr-^- mtt' eines einzigen Artikels: Zucker! — ist in beliebiger Menge offen im baren Handel erhältlich. Die Krone wurde nach dem Einmarsch der Italiener Her deutschen Bevölkerung in Südtirol und Her. italienischen im Trentino' mit sechüg. C'.'utesimi eingelU. Alle Kriegsschäden werden auf Staatskosten 'repariert, - die deutschen Kriegsve.letzten erhalten dieselbe Behandlung und die gleichen Gebühren wie die Italiener. Daß die Tir-oler trotzdem noch weit davon entfernt sind, Freunde der I taliener zu sein, braucht wohl nicht erst betont zu werden. Sie klagen wohl über die fremde Oberherrschaft, insgeheim ist es -ihnen aber nicht ganz unlieb -rmomentan wenigstens — die /sozialistische Abgeordnete.der..Stadt Czernowitz Doktor t-Prst'iner berührte nicht mit einem Worte die Judenfrage. Seine eigenen Parteigenossen erhoben in der „Freiheit" gegen ihn schwere Vorwürfe. „Das jüdische M.September 1920 Stütze eines finanziell konsolidierteren Staates zü Wt nießen, als es Oesterreich ist. So ist auch der Beschluß des an der Gren-e gele^e ren Ortes Neschen zu er-- ''-klären, die GÜverleiSüng in Italien zü erbitttzn, nachdem die.GrenKtzhulierungSkommisj iön.'die -Stadt Oesters reich zuspröchen wollte. 1 > -Das Recht der Freizügigkeit wird in Sitdtirol Von den italienischen Behörden - sehr respektiert. Die Einreise hieher wird-nicht von nationalen und koir- - sesfionellen Momenten abhängig gemacht und^die Aufenthaltsdauer ist hier, däük den ita.'ienischen Verfügungen, in keiner Weife beschränkt, >oährend in Noröiirol hie ekelhaftesten Schikanen, insbesondere gegen - die Juden, ^an der Tagesordnung find. Nicht nur. .im, deutschen Südtiwl wird man gut ausgenommen, sondern auch im Trenti-io, wo man in fast jeden Geschäft und ijr jedem Hotel auch Deutsch spricht. - Das Kurleben in Meran ist jetzt wieder im Gange. Die Bevöllerüng komint einem dort anständig entgegM, . denn die Anhänger .der deutsch-chauvinistischen HetztzK bilden nür eine Tischgesellschaft,' die sich hochtrübtzttV ,-Deutschfreiheitliche .Bolkspürhei"' nennte Selbst' ' Christsichsozialen führen ihren Kampf gegen einzeMe iia'liestische Unzukömmlichkeilesi-' sachlicher als die DeütschmonopoliPn, die aus jeder Sache ein Politikum machen. Jnsbesoudere gilt^ ihre Hetze der Staats- - vahndlrekcion in Trient. Bon den „Mißständen", die sie rügen, bemerkt dev Reisende üuS Oestetteich sehr .wenig, und wir könnten froh sein,-hätten.wir daheim solche . Bahnzustände. S'unienlarrges Ansteckm,. übersüllle Waggons gibt es hier nicht. Die Züg^ auf den Südtiroler Linien sind in bester Verfassung, durchwegs mit elektrischem Licht versehen. Wrnn' man aus dem nun jugoslawischen Maribor,- so"- htißt jetzt Marbütg an der Drau, nach Südtirol kommt, glaubt man hier im Paradies zu sein ... , Eine Publikation der englischen Regierung über Palästina und Arvnisdrus. - London, 18. September. (Jewish Corr. Bur.) Die englische Regierung veröffentlichte unlängst zwei größere Publikationen: „Zionism" und „Syria and Palestine", von denen die letztere von außerordentlicher Bedeutung ist, da sie die praktische Seite des Zionismus behandelt. Das Buch beschäftigt sich mit; der Geographie, dem Klima und den sanitären Verhältnissen im Lande und hebt den günstigen Gesundheitszustünj» der jüdischen Kolonien' hervor, der in ständiger Besserung begriffen ist. Das jüdische Erziehungswerk findet ebenfalls genaue Berücksichtigung und Anerkennuyg für seine modernen^ Einrichtungen'sind erzielten Erfolge. Jn einem,weiteren Kapitel werden die sozialen Verhältnisse unter den Juden ui^d deren Differeuzierung iü das alte Chaluka-Jüdemum und das neue, zionistische Element ^behandelt. Das Buch bezeichnet die Forderungen des" Zionismus als „gemäßigt" und betont, Haß der Zionismus keine Gefahr für die anderen Vevölkerungsschichten bedeutet, im Gegenteil, er sei der wichtigste Faktor in der ökonomischen und kulturellen Entwicklung des Landes. Am Schluß enthält das Puch eine siebersicht über Handel und Gewerbe in Palästina und im Anhang statistische Tabellen. Die Abrra-Frage. Die „Dossische Zckitung" meldet aus Mailand: Nach römischen Berichten wird der italienische Minister des. , Aeußern Graf Sforza Ende dieses Monats mit dem jugoslawischen Minister des Aeußern Trumbie eine Besprechung haben, um die Adria-Frage zw erledigen. Dabei ist noch'Nicht klargestellt, ob die jugoslawische Regierung einen direkten Vergleich mit Italien oder ein schiedsgerichtliches Urteil der verbündeten'Negierungen vorsieht. Bor der Zusammenkunft der beiden Minister wird die Belgrader' Regierung ihre Ansicht darüber Mitteilen müssen. __ Der Kümpf gegen das Judentum im ungarischen Parlament. Budapest, 17. September. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Jn der heutigen Sitzung der Nationalversammlung wurden die Gesetzentwürfe betreffend Erhöhung ver-> schiedener'Gebühren und der'Börsensteuer in zweiter und dritter Lesung angenommen. Hierauf wurde die Debatte über die Vorlage betreffend die Einführung des Numerus clausus an den Hochschulen fortgesetzt. Abgeordneter Dinich (Friedrich-Gruppe) lehnte die Vorlage ab, da er sie vom Gesichtspunkt des ch r i stlichen Ungartums für nicht genügend radikalerachte. Gabriel U g r o n (Demokrat) polemisierte gegen die gestrige Rede des Bischofs Prochaszka, der dem Liberalismus den Krieg erklärt habe und meinte, Prochaszka hätte überzeugend, wirken können, wenn es ihm gelungen wäre, den Beweis zu erbringen, daß alles Leid und Unglück, das düs Land getroffen habe,, durch den Liberalismus -verursacht worden sei. Tatsache 'sek dagegen, daß an allem Unglück der Weltkrieg Schuld trage, ünd der Weltkrieg sei nicht Hurch den Liberalismus verursacht worden. Die gegenwärtige Vorlage bedeute die Einstellung der Lernfreiheit. (Lebhafter Widerspruch der äußersten Linken.) Abgeordneter Julius Gömbös (Regierungspartei) erklärte, man müsse offen aussprechen, daß es sich bei der Behandlung dieser Frage um die Judenfrage handle. Die Statistik ürüsse jedermann über-

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