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Wiener Morgenzeitung · 1920-09-15 · Heft 591 (15.9.1920) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 591 (15.9.1920)
Date
1920-09-15
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr 59t,.- ' , ' 'MMrvW- 5oS; fu,;'iv'r,v c’.uc.v.d:p* er fit* iv-cst w'j»,. k-iq. das Viinduii aller / tlemen Oitstaatru ,6^füi*tuä>i ielon.' AtMuöi>llL-jch to&te ettte fptfe feine Entente. gegen Polen gerichtet,- PüMHMbeH^-sy-HvoWäMen.keinerlei Schwierig» ketten bereuen, Wer beschränke es sich aufs Abwarten, aM tzp glaube nicht, Laß die kleine Entente schon Wirk'; "lichkeit sei und daß Man nlit ihr endgültig rechnen müsse. Äid höknische Mleddüsdeliegatron.! /. W-arschau» 14. Septtmüer. (Anlilich.) Die polnische . Frio-ensdeletzatwu reist heute hm 8 Uhr 20 Min. nach i Danzig ab, um sich von dort nach Niga zn begeben. j Die Zusammensetzung der Del-egattvir. ist im großen und tzaNZen unverändert gsbtieben, MM' böoß die Zahl des technischen Hilfspersonalsvrrmindert.-jOvrden. Dagegyn^lvarden diesmal mehrere Mrkreteis einzÄner MtuistariHN den pölttischen Delegierten bLigegeöeu. Die Instruktion für die Delegierten ist endgültig in der vorgestern abends abge'halteken Sitzung des nationalen VetNdignngKrÜtüö sestgEilt worden. Der Verteidigungsrat erteilte, den Delegierten tveitgehönde V-olllttächhen foivohl bezüglich des. Waffenstillstandes als auch hinsichtlich öventtteller Friedens Verhandlungen, Im übrigen' ist Mtürlich für einen ungehinderten umnittelbaten Berkehb der Delegierten mit der Negierung in WarschM Fürsorge ßetrofsen. "Dis MitMieder der abrsisSnden Friedensdelezätwn hielten vormittags eine gcmeiiisüme Kousercuz mtt dem Mittist-Lr Süpieha ab, tu der endgültig der Tezrt der in'der ersten Sitzung der Rigaer Konferenz ab zugeb enden polnischen Erklärung sestgestellt wlirdSt Zunächst reifen bloß die politischen Delegierten mit den Hauptuni-- Lrbsitern ab, der Rest der Delegation begibt sich erst in-sechs Lagen nach Riga. Die erste Sitzung findet wahrscheüMch Samstag hei IS. 'b/ite. fi-att.' ■ Dis Zusammensetzung ideriDelegütiorl erfährt nur inssferne eine Veränderung, als diesmal als Vertreter der Heeresleitung an Stelle Ltstowsk/s General Kuliuski an den Verhandlungen MlnehMn wird. Als Landtagsoertreter wurden in die Belegüttou die Abgeordneter: Barlicki, Stanislaw Grabski, KierNik, Meszkowski, Waszkiewicz und MslinskilMsendet. /. Der Minister des Mußxrn. Sapieha verbleibt , in Warschau. Auch Staatssekretär Mroblewski bürste vorerst an den Verhandlungen nicht teilnehmen. Mit den Delegierten begibt sich eine ganze Reihe von Fachmännern nach /Riga, und zwar die Herren: Altberg (als Kenner der bo^chewikischen Verhältnisse), Vankspiski (sür litauische Angelegenheiten), Sznmlansti (Kenner der Verhältnisse in'den polnischen Ostländerri), Kaspsrski und Leimen bäum - (für volkswirtschaftliche Fttsßen), Mzanowski (für südöstliche - Angelegenheiten), VEsiewiez (OstPolitit), /Makiszewski - (ethnographischer Fachmann), HMf. Römer (geographischer Fachmann), PeN (soziale Fragen), Runasteig (Rechtsfragen), Karl Ka'nzik (Finanzen), Eberhürdt (Verkehrswesen), Krzyzanowskt (Schissahrtswefien), Trenkner (Sauitätswssen), KofeMowski- (Gefangeneuaustansch-). . Generalsekretäre der Delegation sind die Funktionäre deS Ministeriums des A-'ußern, Jnrikowski, Lados und --M Hs zins kt. Sekretäre: Poznanski, Wfzelaki und Zaleski. - Die ganze Delegation besteht aus ungefähr IW Personen. Moskau» 14. Scplember. tFnnksprnch.) Die russische FcichmSabordmmg rst hcuw morguis m Riga «wzetlosfrn; die polnische w'rd erst am 16. September emtreffen. Telegramme. Die englische Presse über Aixles-DarnS. LiMdo«, 14. September. (Funkspruch.) „Daily / Chronicle" erklärt bei der Besprechung der Ergebnisse der Zusammenkunft von Aix-les-Bains, daß Italien offenkundig Frankreich nachgegeben habe. Es sei für ' England sehr zu bedauern, feststelten zu müssen, daß dies diö Opferung her Zusammenkunft mit den Deutschen in Gens bedeute und den ZusMinenbruch in Fragen, in denen England und Italien in Verfolg der Entschließungen von Spa zugestimmt hatten und die Frank- ' reich Mckgäugig zw machen wünsche. Wenn es auch nicht leicht sei, den genauen Sinn der Worte über die Durchführung der..MMä^^^des letzten Jahres zu depten/^sp sei doch /Mar, daß Italien in .wichtigen Fcggenche'n französischen Forderungen nachgegeben habe, v „Daily News" meint zu den Erklärungen Millerands, daß aus ihnen jedenfalls yervorgehe, daß die GenM.WiedergutmachungSkonferenz weder ie.tzt. noch fotiiejc zustandekomtnen werde. Frankreich und ißcf&int teidw, ihr abiaeneiat. Großbritannien und Italien ~ soviel bekannt — wünschen sie und Deutschland, das Mitglied der Zusammenkunft sein hättd sollen, werde did Nichtabhaltung der Zusammenkunft mit zienrlichen Recht als Wortbruch au nehmen. Das in Spa gemachte Besprechungen, vor der Brüsseler Konferenz mit Deutschland selbst über die Wiedergutmachung zu verhandeln, könne nun nicht eingehalten werben. Deutschland wird zum Völkerbund zugelassen. Paris, 14. September. (Wolfs.) Wie die Blätter melden, erklärte gestern Giolitti Vertretern der Pesse, daß Deutschland zugelassen werben soll, wenn es den Willen, den Frtedensvertrag auszuführen, zum Ausdruck bringt. Ob diesen Zeitpunkt nahe.oder lern r*t. hänge allein von Deutschland ab» SSOeuer Morsten,ertnrrA w Mpremver iSAk . v^rke d Die' WellhilfskMfereuz in Karlsbad Berichterftattuna durch Frau Au itta Müller morgen. Donnerstag den 16. d. M., im Mittleren KouzerthauSsaal ' yr Näheres im Innern des Vlattes Shaw -- Leiter des Propagaudadieuftes für den Berga rbeiterstrerk. P nis, 14. September. (Wolfs.) Wie „Mlt Parisitn" aus London nreldet, tourde der Propogandadienst für berl Bergarbaiterstretk Bernhard Shaw übertagen. Die Genfer Kanferenz — verschoben. Paris, 11. Smüinhe:.. (Funkspruch.) Die Genfer Koirstrenz iß ohne Termmaugabe verschoben wvldcn Take Iouesku Über die kleine Entente. SNßjS. 14. Seplombcr. (HaVas.) Nach der Zufammenttuift in Aix-les-Bains hatte Take Ionescu Mit Millerand und Giolitti eine Unterredung, in der er den Sinn und die Bedeutung der kleinen Entente dar legte, die b.v als rein beföttfib be zeichnete. , Dam „Malin" zuf-olge fragte er Millerand, - ob er einer solchen Politik seine Unterstützung leihen würde. Miklerantz antwortet^ bejahend. Wiedas Blatt weiter meldet, habe Millerand auch den Vorschlag Ionescus,- den Sitz der Dvnau-Kommisfion von Zeit zu Zeit tvechseln zu lassen, damit niemand 8«* kränkt tbtrde, angenommen. Dem „Petit Paristen" zufolge habe Ionesen erklärt, daß alle der kleinen Entente angehörenben Mächte die b cftcn Beziehu ngen zu Oesterreich nntrrh alten. Italieulsch-vusstskhe Handelsezrehunge«. Stockholm, 13. September. (Rosta.) Aus Moskauwird' gemeldet: Armanbo Bvrghi, Vertreter der ilali.'nisck)Ln Gewerkschastsvereinigung, ist in Rußland ejngetroffen, mü an der Anbahnung internationaler Beziehungen teilnehmen zu können. Er hatte mit dem Präsidenten der russischen Gewerkschaftsvereinigung, S i u o tu i t f f, bereits eine Besprechung gehabt. Das Sowjetsyste« abgelehnt. London, 13. Srptrmber. (Reuter.) Der Bollzuz-nuSschaK der Arbeitspartei hat daß Ausnahmeansuchen der neuen kommunistischen Porte!, die sür das SowjetsDkm. die Diktatur deß Proletariats und den Anschluß an die Dritte Jutematronalr eilt* tritt, abgelehnt. Die Rrichstagswahlen in Schwede«. Stockrholm, 13. September. (Wolsi.) Nach dm bisher vorliegenden Ergebnissen haben bei den Rcichstagstvahlrn die ^kon'eroativen 17 Mandate (6 gewonnen, 1 verloren), die zwei Baüernorganisationrn 8 (2 gewonnen), die Liberale« 14 (2 gt» wannen, 4 verloren) v«d die Sazraldctnokrattn 27 Mandate er« hätten (5 verloren). An die jüdische Wählerschaft. Die Patteileitmrg hat beschlossen, itt alle» in Betracht kommenden österreichischen Lvahlkreifeu, insbesondere aber in alle» Wiener Wahlkreisen, die jüdischnationale Einheitsliste »»Stricker und Genossen" aufzitstellen. Nach dem neuen Wahlrechte werden alle in den verschiedenen Wahlkreisen abgegebenen Stimmen einer Liste beim zweiten Skrutlntum zusammengezöhlt und können weitere Mandate durch diese Stimmen erlangt werdem * Die j ü d i s ch n a t i o n a le Hauptwahll e i t u n g befindet sich; II., Taborstraße 20 a. Unser Auskunftsburean für den XX. Bezirk ist: Karl Meitzlstraße 5, Tür V, für den IX. Bezirk: Liechtensteinit t 0 c 1 i, S ü t 13. Für die Bezirke Vl bis VIII: Auskünfte in Wahlangelegenheiten» VI., Amerlingstraße 19, Hofstiege, täglich von 9 bis 2 Uhr nachmittags. Das zionistische Bureau, X.,Favoritenst r a tz e 130. cUeilt Auskünfte in W a h la n g e l e g e n h e i t c n täglich von 3 bis 6 Uhr nachmittags. Morgen, Donnerstag, den 16. September, um 8 Uhr abends findet im Cafä Zeißl, O, Große Sperlgasse 25, eine Wählerversammlung statt. Tagesordnung: Die Juden und die kommenden WßÜm. Referent: Abg, Ing. Aohert Staichti^ Tagesbericht. Die stidifche VolkSfchnle in der Brigittenanj Seit Jahrzehnten schon wartet hier im Westen die' Frage bet jüdischen Erziehung auf ihre Lösung. Wahren^ im Osten die Doppelerziehung — die jüdische im Chedey und die „weltliche"' in der öffentlichen Schule — erst im den letzten Jahren zusammenbrach. ist dies im Westen? schon vor einem Mnschenalter geschehen. Der Privatei nicht obligate Unterricht in den jüdischen Gegenständem trat allmählich in den Hintergrund und hörte fast ^anzs auf. Die jüdischen Religionsstunden in^ den öffentlichen Schulen waren rmö sind — das ist niemandem unbekannt oft nur — eine Posse. Die zweifellos gut gemeinten Versuche in den Dibelschulen sitzd völlig misslungen. Trotz aller Lockmittel, mit denen man die Jugend in diese Schulen heranzuziehen trachtete, rneldete sich gewöhnlich nur eine verschwindend kleine Anzahl, die nach den ersten Wochen des Schuljahres immer den Besuch einftcllte. So wuchs eine Generation heran, die wir jetzt vor Angen haben und die vom Judentum nichtviel mehr weiß, als was ihr — von den Antisemiten eingepaukt wird. ' , Die einzige Losung ist die moderne nationale Schule, in der dem jüdischen Kinde nebst den allgemeinen Gegenständen, wie sie in den öffentliches Schulen gelehrt werden, eine echt jüdische Er. z i e h u n g zuteil.werden soll. Der jüdische Schulverein in Wien hat sich zur Ausgabe gestellt, Schulen in oberwähntem Sinne zu gründen. Die erste Gründung des Schulvereins ist das jüdische Realgymnasium, das jetzt die zweite Klasse eröffnet unN zirka 260 Schüler zählt. Als Vorbereitung in das jüdische Realgym?msium ist di-' jüdische Volksschule ge^ dacht, die nach den Feiertagen im 20. Bezirk, Denis-'' gasse 03, den Unterricht beginnt. In diesem Jahre, werden zunächst zwei Abteilungen der ersten Klasse eröffnet. Die Schulzimmer sind hell, geräumig und modernd eingerichtet. Die Leitung ruht in den Händen bewährtes pädagogischer Kräfte. Gleich von Anbeginn wird außer den Volksschulgegenständen täglich Unterricht in Hebräisch erteilt werden. Der Unternchtsbeitrag ist MW (50 Kronen monatlich) und wird in berücksichtigungk/ würdigen Fällen ganz oder teikweise nachgesehen. Dil. jüdische Kind wird sich in der Atmosphäre/ die in der Schule herrschen wird, heimisch und Wohl fühlen, es wird bei den Lehrern Li-ebe und Verständnis ffnden und dah^'-- mit Lust und Freude am Unterricht teilnehmen. Es ist ein verhältnismäßig bescheidener Anfang, d'e^ da gemacht wird. Jedoch bei entsprechender Unterstützung! durch die jüdischs Oeffentlichkeit wird das große WerÄ der Aufbau des Modernen jüdischen Schulwesens, zweifelt los gelingen. - - (Einschreibungen täglich — außer Sonn- Und' Feiertagen — von 2 bis 4 Uhr nachmittags in der Direktion der jüdischen Volksschule, ÖO. Bezirk, Denisgnsie 33; im Hanse der Toynbeehalle.) Eine jüdische AniverfitSt in Budapest, st/ Seit Jahr und Lag Haben die «ngarfehÄ Zivilisten unter dem Hohngelächtrr der Afsünikmtn« und den Angriffen ihres Organs „Egyenlöse^ dem Kampf um die jüdische Mttel- und Hochschule gesährfA Diesen Bemühungen wurde stets die Phrase entgegen^ gestellt, baß es in Ungarn keine Iudenfrage gebe mÄ die Bildung höherer jüdischer Schulen rmpatrivtss» sei. Erst Horthy-Frtedrich und .Hejjas haben mit ihren Inbenvetfolgmtgen die Assimilauten und ihr Sprachrohr zur BZinnung bringen müssen. Der NnmeruS cstrusu» und die Vertreibung der Hoch schitllehrer von den Universitäten haben eine Aktion zur Gründung einer jüdischen Universität gezeitigt. Die Spenden für diese Btait« Gründung — Herr Armin Hersch hat eine Million Kronen und einen Jahresbeitrag von 30.000 Kw«n gewidmet — lassen hoffen, daß brr Plnn auch zin; Durchführung gelangen werde. '' Jüdische Ein«attvern«s in Kanada. Aus London Wirb uns berichtet: Twtzdem dÄ kanadische Einwanderungsminister ettre lebhafte Agitaz tion für die Erleichterung dev Eittwandenmgsbälin^ gungen in Kanada entfaltet und zu diesem Zwecke nach London fährt, um die Erleichterungsmodalitäten mit der englischen Regierung zu besprechen, würde in letzter Zeit sehr vielen aus Polen und Rußland ^ngetvanderte^ Inden die Landung in Kanada ver we" ge r t, Nach! einer „TijtieS"--Melbung handle es sich um ettw große Zahl von Juden, welche die bisher noch geltende^ schweren Eintvauderungsbediugungen außer acht ließet und sich nun in einer trostlosen Lage befinden. ES istj höchste Zeit, daß die Auswanderung der, Inden; aus! den Oststaaten ein« einheitliche Regelung ersihrr. Eine settsa«« HeschLchte. A Am IS. d. M. abends wurde dev Z4jähVigaMtotzÄ Alex. Cadvna aus Budapest, ein polizeich bekannte, Schleichhändler -mit Arzneien, vom Polizeikommissariab Jvsesstadt verhaftet und dem Laadesgerichte eingeliefert Die Verhaftung hat eine seltsame Vorgeschichte. Eado« ifrfc m mtk fl&wn&ii

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