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Wiener Morgenzeitung · 1920-09-09 · Heft 587 (9.9.1920) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 587 (9.9.1920)
Date
1920-09-09
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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\ Kr. 587 Wien, Donnerstag “ 1 Zahlers deklarierte Sonst wäre wahrscheinlich niemals jkach der „bekannten f t « ft t t .t n Stille der vndankbaren Nachwelt" das jetzt herrfchcnde Lärmende Getue* losgebrochen, noch dazu »über Nacht", in jener Nacht nämlich, da man erkannte, Mahlers Genius wäre in Wahrheit eine ausgezeichnete.Marke siir eine jüdische „Firma". Dr. Haas klärt nun die Mahlerianrr über diesen folgenschweren Irrtum aus md es ist zu erwarte«, daß diese musikallsche Gemeinde zu ihrer alte» Taktik zurückkehrt, bei der sie der Scharfsinn des Herrn HaaS schon zur Zeit der Mahlerfchen Anfänge beobachtete: Sie pfiffen damals Mahler aus, weil er ein »Renegat" war. Jetzt hat aber Mahler endlich seinen Anwalt gefunden und jo sicher er sich, wie sein Sachwalter meint, dawas heute »mit nni. um Mahler" getrieben wird, verbeten hätte, so sicher wäre er seinem lieben Haas in die Arme gesunken. Wer Mahler gekannt hat, wird daran nicht zweifeln. Dr. Konrad M a r il. Aus de« Theatern. Im Burgtheater gelangt morgen, Freitag, ,G h g e Sund fein Ring" zur Aufführung. Anfang »/,7 Uhr. Im Schönbrunner Schloßtheater geht hmte und morgen, Freitag, „Biel Lärm nm nichts" in Szene. Anfang */,6 Uhr. In der S t a a t S o p e r wird morgen, Freitag, zu erhöhten Preisen »M a d a m t 35 tt 11 e t f I tf gespielt. Anfang V,7 Uhr. In der VolkSoper wird heute, Donnerstag, tarnten" mit Frau B aptsch-Jona-in der Titel« rolle aufgeiührt. Herr F l e t a singt zum ersten Male tn Wien den Don Jose. Morgen, Freitag, findet der „Wagner-Zhklus" mit »T r i st a n u n d I s o l d e" seine Fortsetzung. Isolde- Fräulein Rantzau, Trrstan-Herr Engelhardt. Im I o b a n n S t r a u tz «T h e a t e r beginnen von heute an di« Abendvorstellungen um V,8 Uhr abends, Nachmittagsvorstellungen um S Uhr. 7 Das Pro gramm der Urania von hmte: Großer Gaal, 7 Uhr abends: Tanzabend Pauline Bittner, 5 Uhr nachmittags: Kinematogramme; kleiner Saal, V-8 Uhr abends: Hochschulvröfesior Dr. Franz Strunz, »Die Sorge*; Kursvaal, V,8 Uhr abends: Kurs Dr. Richard Korn, »Charakter Und Intelligenz* II; Klub-Saal: 7*8 Uhr abends: Hella Magnus, »Goethe*. ____ Ein Goethe-Fund. DaS „Hamburger Fremdenblatt^meldet den Fund eines Fugendwerkes von Goethe. Es handelt sich um de» „I oses", von dem man bisher annahm, daß er 1762 von» dem ISjahrigen Goethe geschrieben und von Goethe während seiner Leipziger Studienzeit verbrannt worden sei. Der Finder Md jetzige Besitzer der Handschrift Ist der Altonaer Germanist Profesior Paul Pieper, der die Handschrift vor Jahren von einer-Dame, aus Brüdergemeinde-Kreffm erhalte» hat. Die Handschrift ist mit zahlreichen eigenhändigen Korrekturen deS Dichters versehen., Der. „Josef" umfaßt di^ .im erste« Buch Mostt? berrchtetrn Vorgänge in fünf Tetlen.. . Jüdische Sportler! Der Wahlkampf m Deutschöstewsich hat begonnen. Die Christlichsozialen und Deutschnationalen wollen die Judenaüstveibüng und Jbie Sozialdemokraten erklären, leine Judenschutztruppe zu sein. Nun heißt es »'heute, klar und offen zu bekennen, .in welchem Lager man die Meinen findet. Der 17. Oktober ist für uns ein wichtiger Dag. Die Wahl in die Nationalversammlung bedeutet Mr Ms: Sicherung der einzigen jüdischen Vertretung im Parlament, Schutz der österreichischen Juden vor den antisemitischen Schikanen! Der Ausgang der Wahlen ist auch ausschlaggebend für die Entwicklung des jüdischen Sportes! Blicken wir auf die Länder, in welchen kein Wischer Vertreter in der gesetzgebenden Körperschaft fitzt- .sp -.werden wir hie Schäden* sehen, welche ' die jüdische^ Sportbewegung erlitten hat. Wo hat sich der Wische. Sport noch so .mächtig entwickelt wie in Oesterreich? Wer war es, derzu dieser Begeisterung beitrug? jUnser jüdisch nationaler. Parlamentsvertreter Stricker, der -Wischnationale Sportklub Ha ko ah und die ,Miener:Ntorgenzeitüng"! Wir Mischen Sportler sollen es in dieser Zeit beweisen, daß wir nicht nur national Wlen, sondern auch handeln. Wir müssen in der.Stunde der Entscheidung unsere'Wischt tun! Die körperlich' gestärkten jüdischen Sportler-haben mehr als alle die Wicht, im Kampfe ums Volkstum vvrmiz uschreiten! Der Sieg der jüdischnationalen Sache muß am 17. Oktober errungen werden, damit ein weiteres Gedeihen der Wischen Sportvereinigung gesichert wird. Jüdische Mportler, auf zur Arbeit! ’':/■*Emanüel Fis.eus. Aüdis^.ev' Sport in der Ostslowakei. Der' Initiator des jüdischen SportlebenS in der Oftflotva Ee i bildet die feit, einigen. Monaten bestehende Hakoa h. Kasch au. Im Mai begründet, hat der junge Klub bereits eine überaus rege Tätigkeit entwickelt; die la-Fußballmannschaft hat bereits 14 Spiele absolviert. und die Erfolge — meist gegen starke Gegner — sind , sehr erfvmlich, itzsbe|orchero der Sieg gegen einen der. ältesten und spielstqrrsten ' Klubs der. Slowakei,' den Eperjeser Spoict- " klub, 3:2. Auch die Reservemannschaft und die Junioren verteidigen erfolgreich die blau-weisM Farben. Durch Spiele in der. Provinz trägt die Hakoah viel zur Hebung' des jüdischen <^pbrtgcdansens.bn, was die Neugründungen Makkabea in Ungvar, Hagibor «.lesmark und Äakkabea Rnzomberk Wiener Morgerr-efltmg p. mmmm'vnar SüSSL wegen eines Hanbs beS rechten Jubaea-DerbeLigers; zweite würbe knapp vor Schluß, erzielt. Unitas ist eine MÄ bringt I die Insertion in unserer I Rosch-haschanäh- I Nummer | vom Sonntag den 12. d. M. | mit der | Spezialrubrik: Export-Import weiche in bedeutend verstärkter Auflage als Propaganda-Nummer erscheint und IngrosserAuflage nach Polen, Tschecho - Slowakei, 8 Jugoslawien, Bukowina etc* versendet wird Normaler Tarif Inserate werden entgegengenommen: In unserer Administration, II., Taborslrasse I, sowie von allen Annoncenexpeditionen Auf Wunsch Details durch unsere Vertreter oder telephonisch Nr. 44-0-38 O—O Die Neujahrs- Gratulationen werden nur bis spätestens Freitag den 10. d. ML entgegen» genommen zeigen, denen hoffentlich recht bald weitere Nachfolgen werden. Die Judenschaft Kaschaus bringt vorderhand im allgemeinen dem jungen. Klub nicht das nötige Interesse und die notwendige Unterstützung entgegen; nichtsdestoweniger schreitet die Arbeit rüstig vorwärts.. Für den Herbst ist die Gründung einer Turn- und Fechtfektion für Damen UndHerre» '.vorgesehen. Die Leichtathletik- und die Schwimmsektion.arbeiten mit gute« Erfolgen.. / , Die gestrigen Fußballspiele. Der einzige Meisterschaftskampf des TageS brachte eine große Ueberrafchung. Der W. A. F. konnte die Amateure 1:0 schlagen. DaS Spiel brachte keinen besonderen Sport. Den Einzigen Treffer erziele HoreyS in der 20. Minute nach Halbzeit. Lowenfeld, von den Amateuren, wurde nach der Pause ausgeschlossen. In den Freundschaftsspielen mit erstklassigen Vereinen schnitten dir Zweitklassigen recht gut ab. Die Resultate waren: Rudolfshügrl—-Bienna 1:1 (1:1), Wacker—Donausiadt 1:1 (0:0), Hakoah—Nußdorf 3:1 (2:1), Sportklub—Gersthof 2:0 (3:0), Slovan—Hertha 2 :1 (1:0). Hakoah schlägt Nußdorfer A. C. 4:1. Die Hakoah konnte in diese« Freundschaftsspiele, das auf dem Nußdorfer Sportplatz stattfand, einen mühelosen Sieg erringen. Die Mannschaft zeigte sich diesmal in einem besseren Licht als gegen Rudolfshügrl. Obwohl der schlechte Boden eine feinere Ballbehandlung nicht zulirß, wurde gut gespielt. Der neue Verteidiger Kovac bildet eine wertvolle Verstärkung der Mannschaft. Vorzüglich war die Deckung Pollak, Grünfeld' und Molnar. Der letztere mußte zwei Minuten vor Halbzeit wegen einer Augenlidverletzung ausscheiden und wurde dann durch Palmay recht gut vertreten. I« der Stürmerreihe leistete Slutzky die beste Arbeit. Die Nußdorfer, die in sehr starker Aufstellung augetreten waren, mußten sich trotz aller Ambition und reitweisem etwas zu scharfem Spiel dem überlegenen Können der Hakoah beugen. Ihre besten Leute waren Kargl. Weiglhofer, Kürer und Pujmann. Den erste» Treffer erzielte Häusler in der 24. Minute mit scharfem Schüsse. Pollatschek brachte sieben Minuten spater den Stand auf 2:v. Knapp vor der Pause schoß Pujmann für Nußdorf ein (2:1). Nach Wrederbeginn verwandelte zuerst Grün»; selb einen Freistoß (15. Minute) und gleich darauf schießt Slutzky ein (4:1). I« der Folge kam Nußdorf etwas auf. ohne aber daS Resultat ändern zu können. Schiedsrichter Preßler gut.' Akademische Sportabtettrmg Zrrdaea— Sp. C. Anitas Bade« 0:2 (0:1). Dieses Wettspiel, da§ am Sonntag in B äs lau stattfand, nahm einen interessanten Verlaus. Trotzdem Jubaea auf die Mitwirkung von drei ihrer, besten Kräfte, darunter des Tormannes, verzichten mußte, die nur ttngeirügcird erich: werden' konnten, hätte ein unentschiedenes Resultatam ehesten dem Kräfteverhältnis entsprochen, Jndaea gefiel sehr gut. Ihre Hanptstärke lag in der Hintermannschaft. Beide Verteidiger und die Halfreihe war sehr gut. Der mit Ersatzleuten bespickte Sturm konnte sich jedoch zu keiner Aktion aufraffen. Von den Toren war das erste ein Elsmeterstost, Mannschaft, deren Hauptstärke in ihrer Schnelligkeit liegt. Bei etwas mehr Zusammenspiet würden sie ein schwer z» schlagender Gegner sein. Sehr gut wgr ihre Hint:rmn>.n' schaft,' namentlich der Tormann, beide Verteidiger und -de, Contrehalf. Der Sturm, von dem matt oft sehr schöne Ei-nes. leistungen sab, ließ das nötige Znsamm'enspms Schiedsrichter gut. Hechawer—Frem 2:0 (1:0). Meisterschaft. Für Uneingeiveihte war dieses Resultat sicherlich Ueberraschung. Hechawer trat mit völlig reorganisierter Mann« schaft an, die besonders im Sturm Leistungen zeigte die man von viertklassigen Vereinen wohl selten zn fefM bekonrmt. Der körperlich weit überlegene Gegner vermochte der mit besonderer Begeisterung und unbedingtem Sieg-Twillen kämpfenden Hechawer-Elf nur in der ersten Halbzeit einen gleichwertigen Gegner abzugeben. Dennoch vermochte Leser einen prächtigen Flankenball des Rechtsaußen ins Nk^ zu drücken, während dem Gegner etit Erfolg versagt blieb. Nach Halbzeit spielt Hechawer zwar gegen den Wind, doch die' Mannschaft verschärft das Tencho, dem die Gegner schließlich zum Opfer fielen. Ein Bombenschuß de- Rechtsaußen bleibt auf der Goallinie im Wasser stecken: gleich darauf läuft Leser mit dem Leder bis ins Goal: damit ist das Spiel entschieden. Vereinzelte Durchbrüche der Gegner scheitern bei der gilt spielenden Verteidigung: einmal 'ivThrt der Goalkeeper einen scharfen Schuß ab. Schiedsrichter leithner sehr gut. Hechawer-Reserve—Krem-Reserve 4:0 (4:st). Auch, dieses Spiel sah Hechawer als sicheren Sehr gut spielte die Verteidigung Wolfson-Brandes sowie der Sturm. Auch die Deckung befriedigte. Die Tarr erzielten Kalman (2), Bock und Werner. Sportklub Unitas—Bindob«na 3:0(1:0) (Meister* schaff. Der Sportklub Nnitas, der in der heurigen San«« bereits über den Klosterneuburger Svvrtverei» und über dr« spielstarken Sporlllnb St. Andrä-Wörderu einen Sieg frier» konnte, absolvierte fern erstes Meisterschaftsspiel mck einem sicheren Sieg. Das Wettspiel, welches vom Schiedrichter Paul Salzer glänzend geleitet wurde, bot des öfteren interessante Kampfe. Mit einem schön vorgclegtrn Ball geht Klein allein dittch und smdet unter großem Beifall des trotz der schlechte» Wrttmnift zahlreich anwesenden Publikums daS Leder unhaltbar ei«. Bald danach Seitenwechsel. Das Spiel wird in flattern Tempo b-egönnen und die brav spulende Bmdvbona kann nicht durch sieh eri. Einzelne Durchbrüche wehrt die gute Verteidigung von llnitas, leicht ab. Bei einem Durchbruch Vindobona« läuft der Tvrmam-r Rothmann zu weit hinaus, wird überfvirlt, und eine sichere Chance verhindert Rnßbaum, indem er auch den Tormann vertritt^ und einen scharf auf daS Tor getretenen Ball, mit der Brust inß Spielfeld stößt. In der Folge gelang, es Fuchs vnv Grünhut, je einen Treffer für ihre Farben zu erzielen. TenniSsektio« der Hakoah. Das Teunisturr.ier äüi de« Tennisplätzen. XIX., Leidesdorfgasse 6, wird heute /«nL Freitag ab b Uhr fortgesetzt. Samstag um 3 Uhr.uachAitttz-s finde» die Entscheidungsspiele statt. Gerichissaal. Gin Prozeß der Priuzesfiu Gisela von Bahren. Bor kurzem ist eine EntscheidMg deS BerwaltungsgerkchtshofeS herabgelangt, der eine Beschwerde der Prinzessin G i s e l« vonBapern in München zugmnde lag, die sich gegen ein< Entscheidung deS S t a a t S a m t e S der F i n a ü z e u betreffend die Erbgebühr aus der Verlaffenschast ihres Vaters, des Kaisers Franz Josef!., richtet. — DaS besianbkm, Obersthofmarschallamt hat bei der Bemeffung der Erb' gebühren vom Erbteile der Beschwerdrfuhrenn den auf den Erbteil der Beschwerdeführerin entfallenden Anten an beweglichem Nachlaßvermögrn von der Erbgebühr samt Zuschlägen f r r i g.e l a s s e n. DaS Zentrattarnnd Gebührenbemessungsamt Wir» hat jedoch eine N a ch l r a g s g e b Ü h i samt Zuschlägen und Zinsen im Gesamtbeträge von K 82Ö.013 vorgeschrieben, Der VrrwaltrmgSgkrichtshof hat der Beschwerde st a t t ge g r b e n und die angefochtcue Entscheidmrg M Stqätsamtes der Finanzen wegen Mangel bar i t « SeAs a h r e n S a u f g e h o b e n. Der DolksWl Eine Krone --- 2.40 Centimes E riß. ■ Gestern notierte in Zürich: ' “ die österreichische Krone Geld . S.4V ( 2.55 am 7. September' die österr. gestempelte Krone Geld 2.4V ('8.40 am 7. Septrmbn ' die tschechische Krone ..... 8.50 ( 996 am 7. Srpteinbrr die Mark 11.46 >ll.95 am 7. Sepiembrr Ägram .5.61 ( 5.75 am 7. September Warschau . ..—am 7. September Budapest.2.25 ( 2.40 am 7. September Die Regelung des Antzenhnndelsveekehrs in Pa?.en. . Mit dein Gesetz vom 15. Jirli 1920 (kundgemacht ill Staatsgesetzblatt Nr. 79 vom 20. August 1920) wird bv gesamte private Warenverkehr Polens :nit dem Au'Zlanp das ist die Einfuhr, Ausfuhr und Durchfuhr, geregelt Im Sinne dieses Gesetzes sind zur Leitung des Waren Verkehrs mit dem Ausland folgende, denr Minister Gewerbe und Handel unterstell de Aeruter berufen: Ali Leop. tneluliart, Wien I., nibur8tr.fl — Tftl.407R Vm firnsstt AmwsihU- BlVia'^a:

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