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Wiener Morgenzeitung · 1920-09-09 · Heft 587 (9.9.1920) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 587 (9.9.1920)
Date
1920-09-09
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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ffWv i Wien, Douncrstast - v VLetter Msrgcnzertuu§ Ä. September 19N7 ^Rr."587 Tagesbericht. ^.rbertsernstelluug der rriedsrSsterreichischer» Gemeindeangestellten. .Gestern fand im Sitzungssaal des nieherösterreichischcn Aaildtages unter dem Vorsitz hes Obm-auustellvertreters O frae.l (Badeir) eine Delegiertenversammlung des Landesverbandes der, Gemeindeangestellten Weher- Österreichs - statt. Qsrael teilte mit: Es geht nicht an, daß der Lamdesrat und die Landesregierung fich auf das Selbstdestimmungsrecht der Gemeinden und die Gemeinden wieder auf die leeren Kassen berufen. AttnäHstt seien die Arbeiten des übertragenem Wirkungskreises im ganzen Lande' durchdie Gemeindeangestelltcn einznsicllcu.-'- ' 'Vizepräsident Ofrael stellt inm mit Rücksicht darauf, daß der Staat keinen Vertreter zur heutigen Versammlung entsendet habe und der Landesrat keine bindende Erklärung abgegeben hat, den Antrag: Die. Delegrertenversamnüung vom 8. September 1920 wolle'' beschließen, das Verbandsprasidium des' Riederosterreichischen Landesverbandes werde beauftragt,- ab 1-1. Sap'tcmber 1920 für Niederösterreich den 'S trLi-k'Au'pro k tarn i r ren. (Stürmischer Bei-' fall.) — Der Antrag wurde mit allen Legen fünf S tim inen a n g c n o m fit e n. Die tzschwafferkatastrovhe. e. Linz, 8. September. (Korr.-Vur.) Die Nacht und der Tag verliefen ohne Regen. Die Donauzuflüffe lind' bereits im Fallen begriffen. Ischl ist nur zerweise telephonisch oder ' telegraphisch zu erreichen. Die "Straßen und die Bahn find noch immer unterbrochen. Nach'Ischl kann man nur ans der Solenleitung, dem sogenannten Solenwegr gelangen. Die Donau steigt noch immer. Ueberschwemmt sind zum Teile Aschach, Alkoven. Ottens-' heim, Mauthausen, Grein und Sarmingstein. In Linz sind die beiderseitigen Kais und einzelne Uferstraßen überschwemmt. Das Wasser reicht bis an die Gebäüde der Donäu-Dampfschiffahrts-Gesellschaft. Öbtyochl.aus O b er oft erreich und S a lFb u r g Noch inMtdr Hochwasser gemeldet wird, ist anzunehmen, daß nach ^denletzten Nachrichten der Höhepunkt überfchriÜerr.ifL und die Wasjermassen sich in wenigen Tagen verlauten werden,'so. daß eine Ueberschwemmungsgefahr für Wien/abgewendet erscheint, wenn auch der Schaden, den die'Donau auch im Weichbilde der Stadt Wien angerichtet'chaL. .ein sehr großer ist.. Der Badebetrieb an beiöeii Ufern , der Donau ist seit Wochen eingestellt und durfte int heurigen Fahre wohl kaum mehr ' aufgenommen werden können. . Mittrilmaeil aus dem Publikum. RIM.ANTEN, Pbrloo, Gold.IJilber, Platin u.Ubron - kauft uad verkauft 77« ETTER Boteatnrm.tr. 23, Sffarlahilfor.tr. 98 Alle Arten TAX.ABE and BARETTS vorrätig oder naeh Mas*, in bekannt schönster AnsfflhrtiDg beim Spesia'isten ÄTJDQIiF GOX.BSTE1N, Schneidermeister, Wien, U.,TaborstraBSO 54. Telephon 45-6-39 ‘ ' 781 Ge^rttudet 1866 Brillanten Perlen, Juwelen, Gold, Platin und Silber kauft und verkauft Oskar Sachs, Juwelier, IX., Aiserbachstrasse 5. Hauptheilsaktoren sei. Auterstaatssekretär D'r. Tandler, dar letzten Sonntag in Alland erschien nnd die Verabreichung'einer Einhe i ts ko st anordnete, habe keinen Erfolg gehabt, da die den Patienten gebvtene Kost auch nicht im entferntesten hinreiche, nnr den Hunger zu stillen, geschweige denn dazu angetan sei, den Kcäftezustand der ' Patienten zu heben. Die angekündigte Verstaatlichung der Heilanstalt habe bisher keine Wirkung gehabt; die Anstalt könne mangels der notwendigen finanziellen Mittel die ihr zugciviesenen Lebensmittel nicht.'kaufen nach seit Monaten schulde Mland verschiedenen' Produzenten 700.000 Krpnen, so daß peue Kredite' nicht' zu erhalten seien. Die .Vertrauensmänner der Patiensjssn .haben bisher ihren ganzen Einfluß.tzMD WUend;Mmacht, mß hiHrWtiMen von > denizAeußersten zurückzuhalten. Die -Aborhuung -richtete : in Letzte r Stunde an das Volksgesundheitsamt die Bitte, beim Staatsamte für Finanzen dahin intervenieren; zu wollen, daß durch di^. Bereitstellung der .notwendigen SumwE^den'MÄeWn'NWW^e'nheilanstalL- ' Alland die Möglichkeit einer Erholung gegeben ^werde, da sonst auch die Aerzte nicht mehr imstande wären, die hungernden Kranen von Verzweiflungsschritten znrückzuhalten. __ * Begräbnisse am heutigen Tage. Alter Frirdb o. f: n Uhr K a tz Movtz, 9 Uhr 45 Minuten Fleischer Elisabeth. — Neuer Friedhof: 10 Uhr Markuschewitz Hermine. * Ab heute Straßenbahn bis 11 Ahr nachts. Wie wir bereits gemeldet haben, wird der SNaßenbahnvcrkehr ab beute auf emigen der wichtigsten Linien b i s ll'U f> t n a efj t § (atz Ring) ausgedehnt. Gleichnttig tritt der erhöhte Abeudtarif (K4 statt K 3) ab VslO Uhr abends in Kraft. * Kasieneinbrnch. In der Nacht zum 6. d. M. wurde im Bureau der Getrerdehändler Siegmund Stern und Wilhelm Frankel und des Rechtsanwaltes Dr. P i st i « g t r, U., Lasfirigleithnerplatz 4, eine eiserne Kaffe ausgesprengt. Gestohlen würben K 100.000 m österreichischen Banknoten und X 140.000 in. ungarischen Banknoten. Hochwasser in Bayern München, 8. September. Ans allen Teilen - Süd bah rrns kaufen Nachrichten Lher Hochwasserschäden ein, Inn und Saftach habere in Mühldorf, Wasserburg nnd anderen an ihren Ufern gelegenen Orten schwere Schaden angerichtet.^Die^ Nä h mst r e ck e n stnd vielfach unterbrochen. Ganze Dörfer und Stadtteile steben unter Wasser. In Mühldorf »nd Erding wurden Hauser fortgerissen, wobei auch Opfer an Menschenleben zu beklagen sind. Auch Lech. Wartach und Iller find weiter gestiegen. Die Eisenbahn A u g s« b n r g—In g olstadt ist u n t e r b roch e i; Die Isar «nt ihren Nebenflüssen führt gewaltiges Hochwasser; der ''n ihrem-Flußgebiete angerichtete Schade geht in die Millionen. Dtzr Verleger Nudolf Mosse gestorben. Berlin, 8. Sevtember. (Wolff.) Berlagsbuchhändler und Herausgeber des „Berliner Tageblatt" Rudolf M o s s e est heute gestorben. . Mit 'Rudolf M osse ist eine der markantesten Persönliche leiten der deutschen Zeüunssswelt dabingegangen. Ein Selfmadetaan gleich'; Ballin. ist es ihm geglückt, ans kleinen Vecchaltnissmzu einer führenden Rolle des industrielle« ^Deutschland' 'aufzusteigen. - Man kan« in ihm - den Begründer des modernen Nellamewesens sehen und er hat diel!*ur Ausdehnung deS deutschen Exports und damit zur Hebung dcr deutschen Industrie beigetragen. Das »Berliner Tageblatt* : b"! er aus anfänglicher Unbedeutendheit zu einem über die lokale Bedeutung berausragenden Organ emporgehoben.- Moffe war ri-ch ein begeisterter Kunstsammler. In seinem prachtvollen?10''ais am Pariserplatz benndet stch-einr Galerie moderner Kunst, die zn Schmswürdigkeiten Berlins zählt und die schon zn Friedms- > n mt} 5y Millionen Mark bewertet wurde. Im wilhelmini-- ischen DeatsMcnid wären führende Politiker und Staatsmänner tstaudige Gäste des Hauses Mosse. In der Berliner jüdischen Gemeinde:«ahm der Verstorbene zahlreiche Ehrenstellm ein. Seine ^Anschamwg auf jüdischem Gebiet vertrat die in seinem BerlaS 'erscheirrende. zuletzt von Prof. Dr. Ludwig Geiger redigierte ^Allgemeine - -Zeitung des Judentums", deren afstmilitorische! Richtung geuugwm bekannt ist. Hnttger in der Heilanstalt Alland. . Rankens der Militärpairenten der Heilanstalt i^llwnd erschien gestern eine Abordnung in Wien, um lbei allen kompetenten Steller auf die geradezu twstiloseir Ernährungsverhältnisse in der be^eichneten ^rmgenhei/anstalt hinzuweisen. Die Abordnung erklärte. -Laß der Hunger bie Prtienten Lur Selbsthilfe ztvinge; Die ursprüngliche Absicht einen Hungerstreik zu prollmnierinr, erscheine bei der verabreichten Kost' heute nicht mehr möglich. Die Aerzte der Heilanstalt eri!lärten> daß/ unter den obwaltenden Umständen alle fthre Bemühungen, den Tuberkulösen keine. Besserung Lringen können, zumal ein ausgiebiges Men einer der.. * Dia „Perle" ä«S Bade«. Das Polizeiamt in Baden teilt der hiesigen Pülüeidirektion telephonisch mit, daß am 7. d. M. der dort wobnhalten Frau Sofie W i n t e r» m Wien. IX., Alserbachstraße 10 s wobnboft, von ihrer Hausgehilfin Kleidirncsstücke und Schmuckgegenstände im Werte Don einer Vierlelmillion Kronen gestohlm worden find. * Leut«. Me Zeit und Geld haben. AuS Karlsbad wird gemeldet: Nach strbenjähnger Pause trat beute in Karlsbad das erste Schlaraffenkvnzil nach dem Kriege (da8 letzte fand in Zürich statt) unter Teilnahme von Sf.OO Schlaraffm aus aller Welt zusammen. Das Programm des Konzils erstreckt sich auf fünf Tage. Besonders zahlreich sind die amerikanische« .und reichsdeutschru Schlaraffen vertreten. * Spende. Für Jüdische Kriegsinvaliden und Heimkehrer : Frau Sali Strickmänn, XX , X 50, bisher K 5922. . * HeiruLehr von 1200 Kindern aus der Schweiz. Die Geschäftsstelle' des Schweizerischen Zentralkomitees für notleidende Auslandsrinder (1. Bezirk, Hofburg, Schweizerhvf), die nun wieder Oberst Dr. v. Wattenwyt leitet, teilt mit: Am Donnerstag den 9. d. M., nachmittags, bringt ein Transport rund 1200 Kinder aus der Schweiz zurück. Es kehren heim: Noch .ausständige Kinder, die am 25. März Wien verlassen haben, dann Kinder der Dr. Brel,ly-Mion (Berner Oberland), die am 21. April ausgereist find,, und Kinder, . die am 7. Juli in die Schweiz abgegangen sind. Die Liste der vielen, am Donnerstag ankommenden Kinder ist in der Geschäftsstelle bereits eingelangt und wird am 9. d. M. von 1 Uhr mittags an in der Auskunftsstelle des Westbahnhofes (ASfahrtjeite, Pavillon neben der Restauration). aüfliegen; dort werden faxt Eltern, welche durch das Komitee noch nicht verständigt worden sind, Auskunft erhallen und mit Einlaßkarten für den Empfang (per Kind eine erwachsene Person, ohne Karte kein Zutritt in den Bahnhof) beteilt werden. * Nattonalfond» Besprechmrs Die Zentrale d e S Jüdischen N a t i o n a I f o tt b 8, Wien. II., Zirkukgaffe 83, hat für Heu t c, Donn erStaa, 7 Uhr abends, im. Cais P r Ü ck l, I.. Stubenring 24. eine Besprechung der T e m v e lu n d B e t h a u s v o r st L n d e W i t » S festgesetzt. Es referiert Herr Dr. Egon Zweig über Bedeutung und Zweck des Jüdischen Nalionalfonds. Die Vorstandsmitglieder werdr« auch auf diesem Wege höflrchst gebeten, pünktlich und zuversichtlich zu erscheinen. *An Me Herren Borstärede der Tempel mrd Bethäuser! Es »ist hetlige Wicht, a« den Festen au E r e z Israel zu denken. Wir bitien bei Ausruf zur Tbora der Palästinafahrer nicht zu vergessen. Fürsorgekomitee für Palästina-- Emigranten deS Palästma-AmteS, ,U., Praterstraße 9/4. * An «eile jüdische« Familien Wien-! Wir bitten, anläßlich der hohen Feiertage Miseren Ehaluzim und Palästinafabrern G a st t p e u n d s ch a f t zu gewähren. Es Ist unsere Pflicht, den Chaluzim die Leiden auf dem letztm Wanderwege zu lindern. Die Adresse für Zuschriften ist: Fürsorgekomttee des Palästina-Amtes, U., Praterstraße 9/4. * Chat noir. Diese Kleinkunstbühne beginnt die Saison mit einem wirklich sehr unverhaltendeu und sorgfältig gewählten Programm. Neben erstklassigen Varietönumniern ist vor'allem die liebliche Tanzkunst Ronny J o H annsous zu nennen, deren entzüwnbe Anmut das Pubttkum zu stürmischem Beifall begeistert. Der strahlende Tenor Mbin Rittershgims, die Tanzdichtungen der Schtvcsteru Wiesenthal,! die intinie Vortrags kurt st Theödör Wollers und das treffliche' Spiel Marietta Webers, die in einen: Sketsch mitwirkt, bieten reiche Abwechslung. Zun: Schlüsse gibt es noch' allabendlich ein Radvennen, das eine Attraktion für Sport- . feilte bildet. ' ‘ ~ * Jüdische B olksschule. DaS UnterrrcktZamt dM Jüdischen Nationalrates teilt mit: Mit Beginn des Schuljahres 1920/21 wird vom Jüdischen Schulverein die erste jüdische Volksschule im Hau'e der Tvhnbee-Halle, XX., DeniSgaffe SS. eröffnet. Schulbeyivy nach den Feiertagen. Nebst den allgemeinen Volksschulaegenftänden in deutscher Unterrichtssprache wird täglich auch.'Hebiäisch nach modernen Lehrmethoden unterrichtet. Unter-, richißbeitrag X b0 monatlich. Auskünfte und Einschreibungen ab' Donnerstag den 9. d. M. bis einschließlich Freitag den 17. d.M. täglich (Somstag und Feiertag ausgenommen^ zwischen 8 und 4 Uhr nachmittags in der Direktion der Jüdischen Volksschule, XX., Denisgaffe 33. , # „Metallnm Gold" — (mit dem Regenbogen) die gut' bewährte Taschenlampenbatterie. Vereinsnachrrchten. Zionistische B e t! r k S s e k t i o n XVM. Ab: heute finden die Ausschnßslyungen regelmäßig jeden Donnerstag um 8 Uhr abends im Sitzuugssaale des Tempels, XVIH., Schopenhauerstraße 39, statt. — D i e unpolitische j ü d i s che TischgesellschastAlserKraßeund' Umgebung zeigt an, daß ihre dieSwochlge Zusammenkunft im neurenovierten W e t ß e nSaaldes Rtedhof, VIII., Schloffelgosse, heute präzise V-8Uhr abends -statt* finden wiid. An diesem Abend erfolgt die Fortsetzung des von: Herrn Adolf Böhm am letzten Donnerstag unter so! lebhafiem Beifall begonnenen BoiträgeS über Zionismus. An>! schließend wird Herr Dozent Dr. S. Kornfeld über j ü d i s ch ei Kinder fürsorge sprechm- Gäste stets willkommen. Die Ernährung. Lebensmittelabgabe -es American Joint * Distribution Committee. An die bei der Abteilung Wien deS American 1e>int! Distribution Oommitte« im Bezüge der fortlaufenden Unter* stützuug stehenden Personen gelangt in der Zeit vom 15d. M. bis , einschließlich 6. Oktober gegen Abtrennung desAbschuitt eSVU des neuen LebensmittelbezugSblockS Zucker und F e t t in de« früher fefigesehten Ausmaße zur Ausgabe. Die Ausgabe von Oel -statt Fett bleibt Vorbehalten; es sind daher zur Fassung offen» Geschirre mitrubringrn. D:e Abgabe erfolgt: An Personen^ btrett LebensmiltelbezugSblock mit der Bezeichnung Mo 2 versehen ist, Mittwoch den 15. d.M.. D!2DönnerStag den Itz. d. M.,' Mi 2 Freitagden 17. b. M., Do 2 Montag ben 20. d. M., Pr S Donnerstag den 83. d. M., Mo 1 Freitag dm 24. d. vi 1 Mittwoch dm 29. d. M., Mi 1 Donnerstag den 30. d. M.. Do i Freitag den 1. Oktober.. Pr l Mittwoch dm s. Oktober» Die AttSgabe findet in der LebenSmittelfektion. M., Esteplatz 8, statt. Die obangeführteu FaffungStage sowie die für die fMeren Fassungen bezeichnete Stunde wollm gmanest eingrhatt« werden. . Bühne und Kunst. Die Ausdehnung des Theaterstreiks auf drei' weitere Bühne«. Wie nach dm Beschlüssen deS BühnmverrineS zu erwarimi war, wurde der Streik der Bühnmangehöngm «mf drei weitete, Bühnen ausgedehnt, und zwar auf di» Renaissance^ Bühne, das Carl-Theater und die Rolands V ü h u e, so daß die gefirigm Feirrlagsvorstelluugen nicht statt-! finden konnten.! Die Direktion der Roland-Bühne versuchte tim BarieM- BorstrÜllikg zu improvrfierm, derm Abhaltung jedoch von dm Bühnenarbeitern v e r h i n d e r t wurde. Da die Theatndirektore» nicht nachgrbm wollen, ist Sorp^ lag eine w e i t e r e A u S d e h n u n g d »S S t r-» i k 8 gewärtigen. . __ Eine Mahler-vRettnng". Ein Artikel Max B r o d S, der vor langer« Zeit im ^Judeu" erschienen war, aber erst durch seinen Wiederabdruck m den »Mufikblättrrn des Anbruch" zur KmutuiS der nichtjüdischeu Oessmtlichkeit gelangte, hat die Behauptung aufgrsteklt. daß m Mahleis Musik deutliche Einflüsse jüdisch« Melodienhildung z« finden wären «nd daß mau insbesonderS di« für Mahler charakt«^ rifiischen Diarschrhythmen auf die Einwirkung chassdischer Go«! sänge zuiückzuführrn hätte. Diese vorläufig grfühlmäßig auf-, gestellte These, die der Nachprüfung durch die junge jüdische Musikwissenschaft noch entbehrt, hat nun einen gewissen Herr«, Dr. Theodor H a o S veranlaßt* im »Mufikalische« . Courier". eine Rettung Mahlers auS 'der drohenden, Gefahr, als jüdischer Komponist gelten zu müsse», in Szene zu setzen. Er erblickt in den unschuldigen Gedankengangen Max Brods den sträflichen Versuch, Mahler der Gloriole echter KÜnfilerschaft zu entkleiden und ihm die „Krone Zions ausS Hai^pt zu sehen'. Auf der BtldungSstnfe deS Verfassers Haas, der sich nt einer grimmigen teutonischen Schule aus einem Haas in einen kampflustigen Löwen verwandelt zu haben scheint, gelten die Begriffe „jüdisch" und „künstlerisch" schlechthin als unvereinbar, ja eine Gleichstellung dieser Begriffe einfach als »Blasphemie". Herr "Dr. Haas ist eben von Natur aus so veranlagt, daß er angesichts des Wortes ^jüdisch" nicht umhin kann, ein krÄtigcs Hepp-Hevp- Gefchr'ei 'auszustoßm und eine würdige und sachliche EröxMmg mit dm taktvollen ^Ausdrücken „Geserres" - und ^Geschmus" zu belegen — und damit zu widerlegen. Eine« Tropfm Süßigkeit mischt er allerdings in den Wermutbecher: er kmnt und anerkennt als jüdische Musik die Temvelszme in de, „Königin von Saba" die ^hebräischen Melodien" (2) und die ^rituellen Gesänge der Kantoren, die oft von wunderbarer , Schönheit sind/ Sollte ihnen Herr Dr. HaaS doch einmal gelauscht habe«? Mahler darf also nach %tt HaaSschm Theorie nie und nimmer als Jnde gelten, da er ein' .viel zv großer Geist" war und keineswegs in dm Niederungen des Judentums, sondern, wie HaaS mit lyrischem Aufschwung und hoher sprachlicher Schönheit fefistellt in den lichten Höher j enes Hunmels wandelte, di e^ sich über der gesamte« Menschheit wölbe n\ Die jetzt herrschende -Begeisterung füi MahlerS Schaffen entspringr eben ganz falschm Mottvm. Ma« glaubte bisher tetls «ms GeschäslSrücksichten, teils im zionistische» .Iulereffe »« handeln. wenn man fick a!S Verehr«

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