Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 587 (9.9.1920)
- Date
- 1920-09-09
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 687 Wien. Donnerstag gesagt, es werden aber dessenungeachtet die Anhänger btt linken slowakischen Sozialdemokratie zusammen« treten, um die Personalfragen zu besprechen. Diese 'Zusammenkunft wird deshalb von Bedeutung fein, da die Linke der slowakischen Sozialdemokraten einerseits gegenüber der Regierung denselben Standpunkt ein» nimmt wie die tschechische sozialdemokratische Linke, sich also für die Dritte Internationale erklärt und für den Austritt aus der Koalition und der Regierung andererseits aber eine Ausnahme für die Slowakei fordert. Sie verlangt, daß die Befugnisse slowakischen Ministeriums bedeutend erweitert werden. Wie die „Lidove Noviny" erfahren, wird dem Minister für die Slowakei Dr. Derer' das Vertrauen ausgesprochen und er -wirb ersucht werden, im Arnt eines Ministers für die Slowakei zu verbleiben. Die tschecho-slowakischen Parteien. Prag, 8. September. '(Korr-Dur.) Der „GzaS* verweist .darauf, daß die agrarischen Minister Gtanek und Sontag für eine Koalition sämtlicher tschechischer Parteien Stimmung machen, und meint, daß diese ersten Kundgebungen von Mitgliedern der Regierung gegen die bestehende Koalition beweisen, wie sehr die Basis der gegenwärtigen Koalition svolitik auch bei den Agrariern erschüttert sei. Sowjetrntzland tttsb Rumänien Aus Moskau wird «emeldrt: »Westink* schreibt: Nachte« die russische Regier««- Rumänien von «euem den Füeden aNßeboterr hqtte, antwortete letztere Regierung »nter dem 10. August mit der Unterfchriit Take IsoneScnS, sie habe sich bereitftp pflichtet, an der London« Konferenz teilzmehmen. Es ist nun klar, daß die ' rumänische Regierung diese Zmsick- Mllwidirekter Derhandlungm mit Rußland Rumänien verheimlichte. Sie ließ vielmehr den Schein fort» bestehe«, als ob sie Verhandlungen mit Rußland zugestimmt hattet Die rumänische Presse behauptet. Au«8nren hätte sich mit Brr- Handlungen mit Rußland einverstanden erklärt, von Rußland indeffen keine Antwott erhalten. RumLmr« weiß nichtdavon, ^aß die rumänische Regierung unter dem Vorwand der Londoner Konferenz die Verhandlungen «it Rnßland abgelehnt hat. Am 29. Aumst wies die russische Regierung in eine» «e die rumänisch- Regierung gerichteten Radio darauf hm, daß die Londoner Konferenz nicht zusaPmentreten werde und daß direkte Verhandlungen mit Rußland der einzige Weg wäre«, Friede» zu machen. In diese« Momente sind diese Berhantlunge» für beide Teile weit vorteilhasitt als spät«.' Wir wollen »n» fetzen, welche Antwort Rumänien auf diesen neuen Vorschlag von FriedenSverhandlange« geben wird. Telegramme. DerBSlÜerbundrat. Amfterv««, S. September. (Wolfs.) Nach einer Meldung dcS „^ekegrgai* «ms London stitt her Bölkerbundrat a m 17. d. M. in P a r i - . zusammen. Kr wird sich mit der Alands-Frage und mit dem deutschen Bericht über die Maßnahmen der Belgier in den annektierten Gebieten von Elch« und Malmedy sowie «it der Krage beschäftigen, ob in diesen Gebieten eine Volksabstimmung stattsinden soll oder nicht. Außerdem wird sich der Rat mit dem von d« gemischten Kontrollkomnnfsio« ausgestellten Bericht über dir VerwaltnngSirage i« S a a rg ebie t brfaffen. Hvover für de« Dölkerbund. Paris, 8. September. Aus New-Pürk wird, geuieldet, H o o v e r habe anläßlich der Marne-Feier in der Meriwnifchen Militärakademie erklärt, er fei LberMgi, daß ^die Über» wir-ende Mehrheit deß LandrS für den Eintritt der Bereinigten Saaten in den Völkerbund sei. Dev polnischntttauische KsnstiAt. Paria, 8. Grptembrk. (WM) Der ^Matin* «rloet aLS London, daß sich der Völkerbund mit dm polnüch»lita«ischen Streitfälle beschäftigen werde. Dieser Fall werde jedoch dadurch schwierig, daß Litauen nicht Mitglied des Völkerbünde» ist. GS sei zweifelhaft, ob in diese« Falle der W t k t s ch a f t Sböyko tt gegen Litauen angewendrt werden kSnnr, fsllS dis Ängelegenhrit nicht gütlich brigelegt wird. Die Unruhe« in Stfoaft. Bvndo», 8. September. (Äolff.) Vewaffntte Gi« «- seiner haben einen Eisenbahn»»g vor Waterford ongehalten und sich der Postfevdrmge« bemächtigt. m Di« englischen GewerKschastsdelegierte« Verlegenheit. Ehrlstiania, 8. September. iTel.-Kvmp.) Troß wredechokter telegraphischer Anfragen habe« Ät englischen Gewerbschastsdelegierten noch Keine Antwort von der englischen Regierung auf ihr Gesuch um Einreiseerlaubnis nach England «halt-«. Wenn bis Mittwoch Keine Antrvset aus London eingetroffen ist, must die Delegation Weiterreisen, da ihre Ausenchaltserlaübnis für Norwegen mit dem heutige« Tage abläuft. Die 'Einreiseerlaubnis nach Deutschland Kat die Delegation bereit» erhalten. Pariser Eise«dah«erk0«gretz Pari», 8. Lepteüibtt. Grsttzk« ist hi« im Mmbchü«» öffnet »vkden. Da .erste La- -E «--schließlich tu PröfMg der Fkügr, m di, -«sMattMtz föf bmllrsl, rrr <h b, S Grv, ikS im Mai «nd «« bis VerantOSM-s für den Z-sammenbruch ditftS GtrM zu lMen,.ha8r. Oie Adfinbft beut, statt. Wiener Morsettzeitmech . -....V-..—..... Die Pariser Presse gegen UttfMM« Pari-, 8. September. (Korr.-Brr.) D« Melnnn-Sstreit der Parrfrr Blätter Uber die f r a n z ö f i f ch o Politik in Ungarn fetzt sich fort. Während Jtc1«i t* f«»t, Frankreich habe grnntz Opfer gebracht and «tfiftt sich jetzt 0*1» schließlich von seinen Interessen leiten taffe», wurntPertiuap im ,Echo de Pari-" vor einer allzu sestea Bscankenmg der Wirt» schaftliche« Ättterrffe« in Ungarn» die recht leicht,« pol i* tis ch e« I, r t üm e r n f Ü h d en k 8 n n t e. Mau dürfe nicht vergesse«, »er in der Stunde brr große« Gntscheihnrrg?» Frankreich mtd wer gegen Frankreich gestände« habe. Die Lage itt Albaniem Rom» 8. September. (Stefaui.) NusDurazzs wird grmeldet i Mehrere Anzeichen deuten daraus hm» daß die Jugoslawen die Absicht haben, sich zn Herren AlbauienS zu mache«. Nach der Besetzung deS T a r a b o s ch grifft« sie dat Gebiet von K a si t * t i an. Gegenwärtig find A n g s i fs e v » « drei Seite» gegen Kastrat!, Dibra und Elbasio« im Gauge. I« erstgenannten Gebiet sind die Jugoslawe« 8iS Kublik (?) vorgerückt. Bei Dibr» wurden sie abgewirfen, wobei sie 12M Gefangene, 26 Kanonen n«d 3L Maschinengewehre verloren; doch Ware» die Kämpfe nicht von Bedeutung, da sich die Mehrzahl der bosnische» und slowenischen Truppe» ergab. Bei E l b a s s » n. wo die Atbauer von dem jugoslawischen Angriff Überrascht wurde», stehe» die I«Svslaweu fiiuf Stunden vor der Grabt. Die albanische Regierung zieht Truppe« zusammen, «« de« Bormarsch bet Feinde- Widerstand zu leiste«. Ende des Triester Ge«<ralftv»ß»s. Mattaotd, s. September. (Wolff.) De« »Comerr dolla Sera" zufolge' ist der Generalstreik in Triest d e i g t \ t« t worden. Dre Zeitungen sind wieder erschiene«. Zusammenstöße in Jtalie«. Muttaud,?. September. (Schweizer. Depeschenageutur.) »Sccolozufolge kam rß in C r e« v » « zu eine« Zusammenstoß zwischen Sozialisten und FaSzistr», als die letzten« die Druckerei des sozialistischen Blatte- ,Ecco del Popvlv" stürrat««. Zwei FaSzisten wurden getötet, der sozialistische Gemeinde- Präsident schwerverwundet. Danzig. Dauzig, r. September. (Tel.-Komp.) Der Leiter de- WirtschastsaaeteS des Freistaates Danzig Stadkrat Dr. Grünspan reist heüte abends i« Aufträge der Fceistaatregirrnng nach London. Dt» Zweck der Reise bildet die Besprechung «it dem englischen Kohlenkontrolleur und dem enMchr« KritgSmiuisier. Die tfchech» - slowakische Handelskilouz »asfi«. P»«S, S. September. De» BlAt«« wird «ntgetrilt, daß die tfchecho-flowakifche H a « d 11 S h! I a * % m der Zeit von Mitte April bis Mitte August bei ein« Einfuhr von 8788 Mil° Üoneu Kronen eine Ausfuhr von 9961 Millionen Krone« anfwtist, also »it *58Y VMiout« Krona« passiv «scheint. Die Opfer de« Protetapierdtttatuv r« Augur«. Budapest, 8. Septernber. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Wie „Pesti Naplo" meldet, hat Las BuLapester Strafgericht eine Liste der während der Proletwüerdiktatnr in Budapest und in der Provinz Hingerichteten, beziehungsweise ermordeten Personen zufammettgsstellt. Danach wurden nach den bisher vorliegenden Daten in Budapest durch die Revolution Zgerichte 6, dtnch vom Regierenden Rat Beauftrage 5, von Terroristen 18, von Roten Soldaten 8, zusammen 87 Personen «mordet. In der Provinz wurden durch Revolutionsgerichte 83, durch vom Regierenden Rat Beauftragte M, durch Terroristen 66 und von Roten Soldaten 87, gusammen 292 Personen ermordet. (GS wäre dankenswert, wenn dar Dttdüpsster Strafgericht sich der Mühe unterziehen wollte, die während des Horthtz-RegimeS ermordeten Personen festzustellen. Me Horthy-Mattstik würde gmuenhafte Refultaw ergebe«. Die Red.) Der Prvzrtz gege« ft it Mfttkft« flf$**. Budapest, I. Septnuder. (Ung. Teb-K«k.-V«r.) Am hkutigne, VS. Bnhenldüw-StssR im Prozeß -e-en die MSkdtt döS Grast« TtfM besame« die PlaidotzerS. Mittt8ra«w«lt Mchormdtt« G tz t« p k a hob z« Gr-w» seiner Anllagttkdr hervvr, daß tS ihm, «lS er ln dm erste» Tagen des Februar die Strafangelegeuheit in die Hände bekam, bek«»nt gewesen fei, daß während brr diS dahin geführten Unter« fuchvug Dinge geschehen seien, die tmmf hirttvirse«, dastne P»M, dm» Vpf« Gras Tisz» w«ktz», in die Nnttrsuchurrtz rwgegriffen habe. Auch im Zause der HegttwSttig« BtthaMang« erschien« Zeug«, tit erklärte«, ihre AnSsag« K«nk« einen habe« Herr« nnaagrneh« borühre», dr» « ' gelang, durch tönende Phrase» außerhalb de» PtzchmmtS d i t M «sstz« für sich z, tzewinne«. Der NillkSrimwalt schiwerts fodm« Re BMgSnge k« Oktober ISIS «id sagte, eß brßche kein Awr,selb bub Rß Ad« des Attentats, gegen den Graf« Pffsa »oaeRari »««lrat h,eeLhrr«. Der Ratiomlrat «tstnft« in dieser A«grlesen- %m «t*idreiglirdchge Kmrmifsis«,diemPaul «ft et ^LadWm» F 8« tz ß« n»d Gkephan Friedrich instand. Rach einer Passt stellte der MikttSramoalt dm Strafanr r 0 g. Er klagt an: De« ObrttmtalMt ssladar Hütisee dein Gigenfchaft eine» Mittäter» begangmm -ftttbrechi«- des SkdmMtr« MerveS, dm gemsmeu RefmrMnttch Tiber Szka«dk«vfsktz brr ckWakigKi Dettttiv« »ad bwMilläkerschaft m gedu«-eu«a Morde, dm gewefmm Wasimmsür Etiphon D a b a M. -er Mist tüterschüft am gebu»gme« Msrb und d« schmm kbOttlich«« Potützmg, b-MM durch Gchüffr an der -rSstn Dmis« M«aÄ, brn gewefenm ZavdftK«M-n« Eugen Vage» G L t tz e i« tzsS Bertrechrna d« i i« w «< \«e» & e{evtt*tt. Jüdische Wähler und Wählerinnen k DiePartetteU««g hat fteschrsssee^ htt&ti itt Betracht tommenfttt Ssterreichlsche« Wahstr kreise«, itt«ftes»«dere after tu «II«« Wteuti Wahlkreise«, die ftivitzchmch-iftGate Gstche-s« liste „Stricker «nft Genosse«^ a«sr«steUe». N«ch de« neue« Wahlrechte meefte» ch»r i»P«r»e« schiedeaen Wahlkreisett aft-aUefte»e« ftlMw ei»er Liste beim zweite« Skratstrim» Ms itt «aft Ernten wettere MaaftuK ftiese Stimmen erlaaat werften. $ Jeber Mische Wllhler, Itt welchem Be^ jirk er nach wohnt, maß sich «nfteftrngt um sei» Wahlrecht kümmern «ntz es restkamierrnB wann sein Name nicht in der Hansttste^ resftetmve WLHlerliste »arstemmt. Oes Verlast einer jüdische« Stimme kann daher fte« Verlast einen ykftischen Mandaßs ßeventenS eklamiert sofort Sner Wahlrecht selbst ave» ftnrch bas Unterzeichnete Bnreanr Die jüdisch-nationale chaaptwaWettaas tt. »aftoassoatze M« Auskünfte und Durchführung von A e k l a m a t i o n e n Haup kd «re Sv. 1l.,Tad o rstraffe 20«, von 9 bis 12 Uhr vormittag» und 3 bis 5 Uhr nach mittags. Unser Reklamationsbureau für den XXBezirft ist: Karl Meifflstraffe 5, Lürl; ' für den IX. Bezirk: Liechtensteinft r a ff e 11, T k r 1S. Das zionistische Bureau, X,Favsrite«i straffe 180, erteilt Auskünfte m StaaßM bürgerschaftsangtleaenhrite« (Option^ sowie Wahrangelegenheiten tSglich voui S bis 6 Uhr nachmittags Option und Wahlrecht. In Ansehung des Wahlrechtes ftftmett Osttionserklarnngen in alle« amtlichen Vahß^ reklamationSsteLe» I mährend der Dauer der dortigen Amtsstmde« cho» K bis 7 Uhr, an Sorm- und Feiertagen von & tttl 12 Uhr) bis einfchlietzNch 14. Septemd^s mündlich M Protokoll abgegeben werde«. Achtung! Nach erfolgter Vption aentzeß^ jedermanndagWahlrechtl p Alle jene, welche optiere« wolle«, «Vaem sich «noerHüglich an dar Lanptb«eeck« hg« Jüdische« Nationalrates, 2In TadorstraßeSwa^ wende« Aioniste« und ^nistinnO«, Sstorbler n«d die im Prater wohnen, «erbe« erfscht, Ssmswn! 4 Uhr nachmittag im CafL Winkler, Sttnoechmffe Ul zwecks wichtiger Besprechung sich ewMfindm. Aeferenten: Aron Schwertsittsier nnd Emannel FirenA ^schewm PstW? AnsschnhpKnng der zionistische« Bozirnssektion IX. Samstag den 11. d. M., halft 1 Uhr abends, findet m der B e z i r k sj e kt i o n IS* Ltechtenftekisttütze!l, eine sehr wWise Aässch^ berstmtgstatt. Gegenstand: Die deoorstchende« SlaNonaksersammittttsswahte«. Dtt Sektionen Wöhring und Döbling werden ersucht, bei! dieser Sitzung bestimmt zu ttschewkn. Spendet für den Wahl- CeMitte I Jlldan und IÜdi««e«f Die Wahl |Vlili91 i« die Natia»alversa«ml«ND bedenter für «ns r Sichernns der e i m % i 41« i S ft I f 4 e « Bertretnaff im Parlament Schatz ftes ftfterreichisHea Indenttems vor de« Angriffe« einer immer iber« mittiaerrn and gewattlStigeren antisemitische« vUlltiltt» welcher im Parlament «iemand i« fte« Weg getrete« ist als anjer Bsrtreisr Stricker. Der Anvgans der Wahl ist ansfchlstaWOftend für die Entwickln«- des öfter, reichische» Jvdentumv and ansersr Brwsg«««. Anspannung aller Krüste sichert uns da« Mandat und gibt ans ftie MftgttchKeit, weitere Mandate za erringen. Spendet für den Wahl fand o! Oao ZAftischaativnale Hentralwahldnrea»: ». Dobmstratze L0» Gpenftra werde« an den Schaltern der ffftHem** *Xt 01 g c « je i t a rt li.r Labor, stratzs LchWlftimHratratwahlft «renn tzGßßn Llltttaatz sasgetzeagenammen. Äeltzsradansra stad «tt dr« örrawrh »Wn rsoLds* «» ftts «MHefti« «srAeWzettanL^ zu richee».