Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 586 (8.9.1920)
- Date
- 1920-09-08
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2979076-2979416-2979664--05185-2991011- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Riga 1× ep/1000826
OCR text
9?r?W, töten«* Wählerliste. Wer nicht i« -er Wählerliste steht, ist nicht * Wahlberechtigt. In diesen Tagen liegen die Wählerlisten zur 'Einsichtnahme auf, Sonntag von 8 bis 12 Uhr vormittags, an Wochentagen von bis 7 Uhr nachmittags, jit j ed em H aufe ist ein Derz e r ch n t s angeschlagen, üus welchem zu entnehmen ist, wo d i e W c! h l 111 i ff t auf! legt. In dieser, „H a u s w ä h l e r l i ft erf sind die Wähler des Hauses nicht mit Namen verzeichnet, wvhl aber ist ersichtlich, wieviel männliche lind weibliche Wähle? irt Zeder Wohnung vorhanden und eingetragen sind. Wahlberechtigt sind alle deütschösftrreichischen männlichen und weiblichen Staatsbürger, die vor dem 1. Jänner 1020 zwanzig Iahkealt - geworden sind. Wer erst an: 1. Jänner 1900 vder späte? gkbStM ist. ist Kein Wähler. Um eingetragen zu werden, muß man das Alter von zwanzig Jahren (am 1. Jänner 1920). die deutschösterreichische Staatsbürgerschaft und den Wiener Wohnort Nachweisen. Die Reklamation mutz nicht persönlich geschehen. A u s k ü n ft e u u- D u r ch f ü h r u n g von R e kl a m a t i o n e n Haupt hur e a n. N.,Tab orstratze 20», von 9 bis 12 Uhr vormittags u n d Ä b r s 6 U h r n a ch m i t i a g s. Unser Reklamationsbureau für den XX. Bezirk ist: Karl Meitzlslratze 6. Tür 1; für den IX. Bezirk: L i c ch t t' n »f c i n* straße 1 i, $ ii r 1.3. Die Eintragung jener Juda» und Jüdinnen in die Wählerlisten, «eiche wahlberechtigt find, deren Name» aber bisrinn in der Wählerliste fehlten^ ist für unseren Erfolg entscheidend! Wichtig für di« Agitation! DtH zionistische Bureau, X„ Favoritenst r ü tz e 18 0, erteilt Auskünfte in Staatsbürgerschaftsangelegenheiten (Option) sowie Wa hlangelegenheiten täglich von 3 bie 6 Uhr nachmittags. Die R e k l a m a t r v n s st e t l e für die Vk Sektion Leopold st adt zwischen Tabors stratze l bis 23 und Stephaniestraße 2 bis 18 befindet sich jetzt im C a s 4 R e i f, tl., Stephaniestraße 4. Auskünfte dortselbst zwischen.*/$ bis 8 Uhr abends. Mitarbeiter wollen sich daselbst sofort melden! r. - ,.Äefinn««-9genoflett» diLstu dM'Stktivn IX deS H Bezirks (das iß AlliierUnsiraße 2 l»ik:W, Hordbzhl\ft .aße 12 dir so. Bollertstraßr 17 bis 27, BsÜGplgtz 5 bis lv. Pazmanitengasir 3S bis 20, yugbach^assr IS bis 23, Eberlgaffe,?. Io. fei« iS, Schwridlgassr ll bis 17, 18 diSM-rMarmeLigasse 11 bis 19, 12 bst 18, Am Tabor 7 bis 17, 18 blS 8^ 8esßnggasse 2b bis 29, 22 bis 24, Hochstättergasse ganz, Rueppgaße, 21 bis 37, 26 bis 42, Springergasse 17 bis 3l, 18 wohnen, werden ersucht, heute. Mittwoch, 8. StPftmöer, um 8 Uhr abends im Cast Jglaüer, U., Taborstraße 48, zu. einer .wichtigen Besprechung zu erscheinen.. Die ergangenen Einladungen für Cast Fiala werden dahin abgeändert, daß die Besprechung im Cast Jglauer und nicht im Cast ssiala statt- Ünden wird. . Inland. Die Sozialdsmokbate» und die Wahlen. Dre sozialdemokratische Reichsparteileitnug hielt gestern im Parlament Deratimgen ab, m denen über die 5kattdidatenliste und die Taktik,zu den bevorstehenden Wahlen in die Nationalversammlung verhandelt würde. Der Deratmitz wöhnM Präsident Seih und die übrigen Führer der Partei sowie die VertEr aUk' der Provinz an. Wie verlautet, werden in den Kandidatenlisten keine besonderen Aendermtgen ein> treten uNd werden sowohl in Wien wie auch in den Ländern die sozialdemokratischen Portei »ubrer nned0r M Listonfi'hl'er fungieren. % Dv. Renuee auf drr Agitationsreise Wie die „Politische Korrespondenz" erfährt.?>at Staatssekretär für Äeußeres Dr. Nenner eine achttsitzige' Agitationenise nach Salzburg, Tirol und Vorarlberg an.-, getreten De'.mach entMt der für Mittwoch Empfang. Telegramme. Nene Hindernßffe für die Verhandlungen in Aiga. Wi'schir«, 7. September, fDel.-Komp.) Die polnische F> i.'denseelegLtton ist noch nicht ab ge reist. Itt hiesigen mr verrichteten Kreisen rechnet man bestimmt damit, daß sich die Reise der Delegation um mehrere Tage v e r z ö ge t n wird. GefwLn stmbM de ugsnzrn Dag über Eihuügen des MnistervLiss Mb der iüVr< mmisteriLlürn Mmmission statt, in denen die von einem sozialistischen und einem nü!ionalds>mkratischöu WgL°- tzeordneten grundsätzlich ausgestellten Friedensdedingungeu erörtert Würden. Der Mittpf um diese Bedingungen hat sich nöch dadurch bedenklich verschärft, daß die polnische Negierurig eine neue Note Tschi--. t s ch e r i n s erhalten hat, in der die Sowjetregierung der BEgmrg der Fnedevskvnsereuz von Riga Schwierigkeiten bereitet, da ihre DHlegatiou dort nicht die Möglichkeit ungehinderten Verkehrs mit Moskau habe. Die Note hat hier große Aüftnerlsamkeit erregt und wird als ein neuer Verfchkeppunhsversnch der russischen Regierung angesehen. Die Adria-Frage. Asm» 7. September. (Tel.-Ksmp.) Me die „Tri-- buna" aus Belgrad meldet, steht die Wiederaufnahme neuer BerhaMiMgsn zwischen Italien und Jugvslüwieu über die Adria^Frage umuiitölbor bevor. Millerand im besetzten Gebiet. Paris, 7. September. (Hadas.) MmisteryräsidrnL Mille raub in Begleitung dtzs Marschalls Fach hat gestern di« Mise durch das besetzte Rheistgebiet angstrfcten. Meuds traf der Miiftsterpräsident in Bonn ein. Lard Hardinge — Bstschafter in Pari». Lvttdö«, 7. September. (FunkssteM.) Nach der „Marning Post" wird der frühere Bizeköuig von Indten und jetzige Sekretär im Auswärtige» Awt> Kord H ürdinge, an Stelle Lord Derbys Botschafter in Paris werden. aus Palästina. Der Kaffaer Spezialkorrefhond«tit deS ,'JfraeWfchen FamMeNblattes für die Schwest", Dr. A. Mibafhan, ver- - . vürVffentlicht den folgenden, von Anfang ,,. . l’fjiftnft. datierten interessanten Bericht: . langon^Äihcht/ ^.hie di>e Bevölkerung PKlästiuas bis voe^ gaH Mnigen Wochen PeintgM, kwnmt ihr diö jetzige Zeit, obwohl noch nicht ganz klar und »sitthMlich in dchr iKyeDtissest, dach schon als die- Erldsun tz vot:. Dst Üftruhen> ruid IMerfälle haben im ganzeit Lande ausg-üchört, hie, jüdische. Flagge Ws üWall fvet gehißt tverdkn, unstre Kolonisteu kötzveU gostört ihre Arbeiteu verrichten und int NegiEügshans zu Krusalüu wird der Sabb-t als vssiZW-er Mhetag des Landesverwrfers gestiert. Die. atübsiche Pressä anttjüdtscher Richtung ist gewarnt und hat «Hrnm sthr ksemläuten %6n angeschlagen, bi* früher mit Nit streu Gegnern gemeinsame Sache machenden MilitöLgvUM-- nenre sind in. ZiviWamte umgewandelt, zum Teil schon ersetzt worden und müssen nnn, int Gefolge Herbert Sainuels, eine ganz , andere Halftyig eirinehntStt, als es noch vor Monaten der Fall war. All dies zufaMMN mit den .bisher veröffentlichten Erlässen dss Db^.rkdM'- misfärs, die dahin tandiereu, die Bsvölke.vüng LZS-Landes zum wahren Fortschritt und Zu fleißiger Arbeit zu erziehen, d.ie Er Nähr un g fichrrzustelstn, den Berkehr int Innern und mit Aegypten zn heben, die endlich seit gestern ftülgögebene Einwaridernng in die richte gen Bahnen zu lenken ttsw., haben eine sichtliche spannnirg Niiö. Erholttng bewirkt. Die Stabikität her geschaffenen Berhältrtisst, die der hohe Oommifsür durch Worte und Taten bisher nachdrücklich untrrstrickM, hat endlich die. so lange entbchrte Ruhe und Sicherst'ft ins Heilige Land gebracht und die fthtimme. Not ut Ergangenen Jahve und Muaie wird allmählich vergesstn. Dies würde sicherlich noch rascher geschehen, tvSMi die n' i r t s ch a [ i n ch e ä a g o, die noch imnter sehr kriti-ch ist,, auch eine WeMng.Mtl Besstreil answiest. NaK allem, was man v-oransfchen kann, dürfte dies tvvhl in den nächsten Monaten der Fall sein, doch vorläufig 'ist die materielle Lage der palästinensischen Bevölkemmg iwch äußerst schwierig. "Eine besondere Erwähnungweil van größter historischer 'Bedeutung, verdienen die bisher gegebenen Anlässe, att denen der erste jüdische Statthalter Palästinas seine innige Liebe zur bisherigen Tradition und zum Heiligen Lande bewiesen hat. Kaum war die Reihe der offiziellen Empfänge zu Ende rrvd der Vertreter Großbritanniens in Palästina konnte sich einige Tage von den Geschäften, der Negierung frönnächen, begann er eine Reihe von Besuchen und nahm an jüdischen Festlichkeiten teil, die ist den verschiedenen Drtfchaftett des Landes gegeben wurden. Der DberkoMmWr besuchte-vorige Woche Jaffa und feine Umgebung, wobei er sich in Nischon Lezion einen halben Tag aufhielt. Dort trat der LöerkomnnM unter festlich gekleideten, jubelnden und ihn segnenden Kolonisten mit ihren Kindern zum ersten Mals in eine Synagoge ein. Er wurde dann in tief großartige Kellereianlage geführt, wo Herbert Gamnel nach Anhören von BegrützitttgSünsprachen der GastgGer den ersten Korb Trauben in die Weinmüschins bineinwarf, eine ZereinoNie, die feit laugen Jahren nicht mehr begangen wurde. Das althebrätsche Weinlesefest wurde somit in der ersten juöäischen Kolonie in Anwesenheit des ersten jüdischen BerweserK des Heiligen Landes wieder erneuert. Die Menge, bestehend aus tzuden, Arabern, und Ck-riften, war von dem sichere» und einfachen Unstreten des Obekkommisiärs und feiner Freude über die schöne Zeremonie hingerissen. Beim Tisch, der unter den Paftnen des .Kolonieparks mit viel Gefchtnack gedeckt worden jvar, erklärte der hohe Gast, ittböm er die britischen und jüdischen Fähnlein, die über dem Tisch ftattökten, vereinigte, daß dies das Symbol der Zukunft detz Landes und der Mrsinigung zwifchsn Großbrftauuieu und dem jüdischen Äokke bilde. Gr '[ trifte noch mit, daß er hosfe, im Herbst der» Gründer 1 und Wohltäter der Kolonie. Baron Rothschild, als. Gnft 5? September kW)' Sette $ FMMOHfE 2IGAR€TTE«PA«Oie j ZIGAACTTEHMÖtSEN! Sie ubert^lfe«i »Mäet höthiteo EiwftrttfikgiM des »««nd-feirs. Fortdauer der Metallarbeiterbewegung iu Italien. Mailand, 7.Septenibrr. (Wolfs.) Die iMetallarbeiter. Bewegung dauert fort. Die Minister Meda uni» Labriola haben ihre Vermittlung nngebotcn. Das Gerücht, das; Glolitti wtgeu des Ernstes der Lage nicht «ach Aix-les Bains sahreu werde, wird von dem „Secolo" dementiert.- siliolitti werde erst nach der Besprechung in Aix-les-Bnins vor dem Zusammentritt des Senats, ««gefähr am 17. d. M., nach Rom znrückkommen. t Dir A»r»hen irr Srfottd. Die Rrgiervus verlangt Garantien. Lölldon, 7. September. (Funkspruch.) Nus Kreisen, die dem Sekretariat für Irland nahestehen, wird mitgeteilt, daß in keinem der Telegramme und in keiner Zuschrift, die wegen Freilassung des Bürgermeisters von Cork an die britische Regierung ge-, richtet wurden, irgendein Versprechen enthalten gewesen wäre, im Falle der Freilassung Wae Swaneys mit der Ermordung der Polizisten in Irland auszuhören. Wen» von führenden irischen Persönlichkeiten ein solches Versprechen abgegeben werden würde, wäre die britische Regierung geneigt, nicht nur Mür Swaiiey, sondern LÜe anderen Iren, die hilngerstreiken, f r e i z u 1 a f f t n. Hr» anderen Fülle aber sei. die Freilasiung unmöglich. Weib Irland sonst Nicht mehr zu regieren Ware. Ausschreibung der Mahls» für die jugoslawischck Kv»stit»ünte. i Belgrad, 6. SeMmber. (Tel. der „Wr. Mvrgen-j ztg Prinzregent A l r x a u d e r, welcher unter Hv/A Namen eines Grafen d'Avalta nach Paris gereist -ijiJ ckehrt schon Samstag den 10. d. M. nach Belgrad zurück. Bvr feiner Abreise unterzeichMUr der Prinz-i regent den Ustitz, durch berr die Wahlen für die Konsti-s tnante für den 28. November ausgeschrieben werdem und die Einberufung der verfassunggebenbe» Nativnal-! Versammlung für den 12. Dezember vorgesehen ist. :\ Z»sar»me»schlutz der deutsche« und «agharische» Arbeiter i« der Slowakei. \ Preßburg, 7. September. (Tschechv-slow. Pretzbur.)-' Hier fand am 5. und 6. d. M. der Kongreß der Gewerk»! schaftsorganrsationen der deutschen und der nragyarischen- Arbeiterschaft der Slowakei statt, die bißher in etner^ Sonderorgsnfation unter deni Raitten „Uuie" vereinigv - waren. Gegenstand dör Beratungelr bildete der Zlt-i saMmenschlütz zu einer einheitlichen Orgänisatiöü. Es! wurde einhellig beschlossen, den technischen Anschluß an den Prager sozialdemokratischen Verband vorzUbereiWM und gleichzeitig die LiqUidatiöN durchZuftthren. i zü begrüßen. Unter dem unaufhörlichen Jubel der freudigen Einwohnerschaft verließ der Oberkomnrissär! die Kolonie, um sich nach Jaffa zu begeben,-mo. ihm! ebenfalls fürstliche Ehren guteil wurden. Hier nahm! - er unter anderem auch an der Verteilung der Müturitäts^ Zeugnisse in dem Gymnasiuni „Herzlia" teil. Die ächte Seüe Maturanten dieses Instituts erhielt die Zeutz< niste und den AbfchiedSgrutz vom jüdischen Landesver« Weser. Die dabei zum Ausdruck gebrachte Freude un« die Begistttung der.Bevölkerung hat in der bisherige Geschichte Palästinas ihresgleichen nicht gesehen. j Am Sabbath-Mchmu kam denn Me risch größere' lleberrafchung. Die schönste Synagoge Jerusalems/die? „Ruinensynagoge" des Rabbi Jehuda Hnchasiid, wurden fürstlich geschmückt, die Straßen und EftrOnge, die seit! GemratioNktt nicht mehr ausgsbesiert wordeii wärest,? instand gesetzt, gefegt, mit Teppichen belegt, die Cingäimä zum Bechaus uftt Grtin geschmückt u>,d vor dem Aron..! Kodesch prangte ein Baldachin aus Brokat, über, freu die! jüdischnütionalen Farben ausg-ebreilet waren, ftpftr dem! Baldachin war ein Throusessel angebracht, da rauf der! Mtzrkommisiär Platz nehmen sollte. Dieser kam um 8Uhv! morgens mit seinem Gefolge, besteberw aus den höchster^ militärischen und zivilen Beamten, an, setzte sich ntlft seinen Platz und das.Gebet begatiu. Roch uw batte eine jüdische Synagoge ein derart gemischtes Publikum ge-i sehen. Särntlichö jüdischen Gemeinden waren vertreten,' die meisten Beter hatten ihre nmiertfclwu eigenen Tmchtew angelegt lBucharer, Marokkaner, Jemeniten) und da§E Gebet verlief in größter Weihe und schönster Ordnung. Der Dberkommissär lvnrde zuuk „Maftir" ünfgerrlftri. Cr sprach die Berachoot in klarem Hebräisch mit sephardischeu Aussprache, mit lauter, heller Mimnw. tvährend die ganze FöflversaMtnliiNg sichend zu hörte. Er las dann, selbst aus der Rolle den ersten Satz des. HaftaothMbschttiitesi „Nachm«, RachnlU Ämi jomar Aotzechem". Tränen deck Rührung standen in aller Äugeu. Ms der Gast di ei BeraHa ..Rachem al Zisn. ki hi Belt»'Cha!euu" aubsprach/ )uar er selbst sehr gerührt, und sogar die britischen!'