Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 585 (7.9.1920)
- Date
- 1920-09-07
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 58& TfLMtn. Dienstacs Wiener Morftertzeiturift 7. September IMk Er vetrag von 25.000 Pfund in ffiwf Jahresraten dem Jüdischen Nntionalfonds zu spenden. Herr Ezra S. E. Sassoou aus Bagdad hat rinen Betrag von 10.000 Pfund an den Jüdischen Nationalfonds ungeschickt, Der'Betrag soll für die E r r i ch t u n - einer fand wirt schaftlichenKolonieinPalästina ruf den Namen seines verstorbenen Bruders HeSkel Sasfo on Zeh q h e k verwendet werden. Ferner ist ein Betrag von 8000 Mund aus Singa« Ä o r e Ar den Jüdischen Nationalfonds eingegangm. Herr.Israel C. o h e n, der sich bekanntlich im Aufträge der Londoner Zionistischen Zentrale auf einer Reise im fernen Oste» befindet,..telegraphiert«, daß in Melbourne 0600 Pfund ind in P.erth 300 0 Pfund zugunsten de- Jüdischen Nationalfonds gesammelt werden, welche Beträge für die Errichtung einer australischen Kolonie in Palästina bestimmt sind. Die Idee der »landsmann» s ch a s t l i ch e n Kolonien" bat, wie aus de» obigen Beispielen hervorgeht, auch in den überseeischen Ländern Anklangesunden. Zur Ehrung des bei der heldenhaften Verteidigung von Lel Ohai gefallenen jüdischen Helden KapitänTrumpelbor und seiner Genossen find m einer Reihe von - Ländern Sammlungen für den Jüdischen NationalfondS-Boden eingeleitet worden. In Polen haben fie bisher über eine halbe Million Mark ergeben. * Professor LipfittS gestorben. Wie die Berliner Abendblätter melden, ist der Proteffor der Philosophie LipsinL in Leipzig im 87.'Lebensjahre gestorben. * Gottesdienste der israelitischen Kultusgemeinde. Vom Vorstände der israelitischen Kuliusgcmeinde Wien werde« a« den diesjährigen hohen Feiertagen m den Lokalen. II.. Volksprater 98 (Saallokalitäten zum . Eisernen Mann) und XX., Donaneschingrngasse 9 (Ecke Pasettistraße) Gottesdienste ver* anstaltet. Ein Teil der Karten zu diesen Veranstaltungen gelangt zum Verkaufe, und zwar: Für den Gottesdienst im II. Bezirk ab 5. d. M. I-, Seitmstettengaffe 2.1. Stock, zwischen 9 bis 19 Mr vormittags, für de» Gottesdienst i» XX. Bezitt ab 5. d. M. täglich in der Zeit von 2 bis 6 Uhr nachmittags im Lokale, XX., DonauWivgenaaffe 9. Gleichzeitig wild bekanntgegeben. daß die AuSgE von G r a t i § b e t s i tz k a r t e.« für Mittel« lose am Mi t t w o ch dm S. und DonnerSta g de« 9. d. M. in der Zeit von 3 bis 5 Uhr nachmittags, II., Tempel« gaff« 3, gegen Vorweisung des Meldezettels und EinkansschrineS erfolgt. * Option für die dentschüsterreichische GtaatsLürgeo. schaff. AusMuste und Ratschläge in dieser Angelegenheit werden täglich' (mit Ausnahme des Samstag- und Sonntagnachmittags) von 10 bis 12 Uhr vormittags und von 8 bis 6 Uhr nachmittags im Jüdischen Nationalrat, N. Bezirk, Taborstraße 20 a, erteilt. * ALchku»ft von Wiener Kindern au» de» Schweiz. Die Kinder, welche durch das Berser Komitee (Wiener Vertreter Dr. Rudolf Richter) mit dem Zuge vom 7. Juli nach der Schweizgefahren sind, kommen Donnerstag den 9. d. M. um 2 Uhr nachmittags — falls kerne ZugSver« spämng emtritt — im Westbahnhofe Wim an. Ihnen werdm auch dre bis jetzt in der Schweir verbliebenen Kinder der sogenannten 'Dr. Biehlp-Aktion deS Berner Komitees augeschlossen. Die'Eltern werden-ersucht, ihre Kmder im Bahnhöfe, besten Betreten erst nach Ankunft deS KinderzugeS — und zwar nur gruppenweise — gestattet ist. abzuholen. * Nattonalsonvs-Besprechu«-. Die Zentrale deS Jüdischen NativnalfondS, Wien, ll., ZirkuSgaste 33, hat für D o n n e r S t a g den 9. d. M., 7 Uhr abends im CaiS P r ü ck e l, I., Stubenring 2t-, eine Besprechung der T e m p «lundBethauSv o r st 8 nde Wie« S festgesetzt. ES referiert Herr Dr. Egon Z w e i g über Bedeutung und Zweck des Jüdischen Nationalfonds. Die Vorstandsmitglieder werd-n auch auf diesem Wege hvfltchst gebeten, pünktlich und zu- »ersichtlich zu erscheinen. * Die «»politische jüdische Tischgesellschaft Alfer» stratze und Umgebung ersucht unS mitmteilen, daß fie von nun an ihre allwöchentlichen Zusammenkünfte wieder im neu» renovierten weißenSaal .de- H o t e l R i e d h o f, VIII., Schlößelgasse, abhalten wird, nachdem sich der Saal im Catö tamerling als viel zu klein für die stets wachsende Zahl ihrer erlnehmer erwiesen hat. Die genannte Vereinigung hat e§ in der kurzen Zeit ihre- »eunwöchentlichen Bestandes verstanden, sich durch ihre Veranstaltungen sowie durch dre Abhaltung von das besondere, Interests chrer Teilnehmer erweckenden Vorträgen zu eme« geistigen Zentrum der gut jüdisch , gesinnten Kreise z» werde«. * Aufruf. DaS Jüdische Rellgionslehrerseminar in Men, daS im Herbst d. I. eröffnet tmrd, beabsichtigt femen Hörern und Schülern mit Rücksicht auf die derzeitigen hohen Bücherpreise die Bücher und Lehrmittel unentgeltlich betzustelleu. Buch soll «ne Fachbibliothek gegründet werden. Es ergeht biemit an alle jene, welche für den erwähnten, eminent edlen Zweck etwas übrig haben, daS höffiche Ansuchen, Büche» — es kommen vorzugsweise Bibeln mit Kommentaren, Mischnajorh und Talmudexemplare aber auch sonstige Hebraica und Judaica m Betracht — spenden zu wollen. Die Seminarleitung?wird dre gewidmeten Bücher nach erfolgter Verständigung abWen kaffe». Prof. Dr. M. Nosenfeld^ XX., Brigittenaurrlande 46. * Rednerzeutrale. Die Zusammenkunft der Rednerzentrale findet heute dm 7. d. M. um 7 Uhr nachmittags im Lokal der Lesehalle statt. Die angemeldeten Teilnehmer haben unbedingt zu erscheinen. * Heimkehrbewegung. Der Schifftransport vom Dampfer'-Hudson maru" ist, wie telegraphisch gemeldet wird, am 5. d. M. in BrunnSbüttel-Kosg eiugetroffm, Der Bahntransport tzcht voraussichtlich heute nachmitttags von dorr ab und dürstemdrei bis vier Tagen in der Heimat emtreffen. * Selbstmord Gestern früh stürzte sich der SSjahrige KavsmanwJosef K. ans einem Fenster seiner: Wohnung, VI., Webgaff?,., i» den Lichtbof. Er erlitt schwere Versetzungen u«d ist ihnen erchge Stunden danach erlege». * Qegctt daS keimende Lebe» Im S1efanir«Svital ist am 3. d. M. dre 37jährige Näherin Theresia B e ch st e i n unter Unständm gestorben, die dm Verdacht aufkoulmen ließen, daß, der Tod infolge eines gesetzlich verpönten Eingriff e s erfolgt sein müsse. Die Erhebungen des Polizeikommiffanats Oltatring ergaben, das; Theresia Bechstiin auf Anraten und durch Vermittlung der 43jährigen Privaten Anna Palauka sich von der 41jährigm Herwiüt Weichelbaum gegen eine Entlohnung von X 300 dm verbotenen Eingriff ratulatioiren für die Nummer unseres Blattes werden nur bis spätestens Freitag, den 10. d. M. rnkgrgrngrnommen Preis für das Einkeitsinserat: Für Wien und Deutschosterreich * » K 60 Für die Tschechoslowakei.... tscheck, K20 Für Jugoslawien ••••••» 4 fagosi K 30 Für Polen . » - » » « ••***• polh. Mark 60 Mustert ARNOLD KÜHN Wien, II. Taboretrasse gratuliert allen Verwandten, Freunden und Bekannten mim Neuen Jahre! machen ließ. Anna Palauka und Hermtne Weichelba««, die wege» deS nämliche» Delikts schon mit sechs Monate« SerkerS adgestraft sind, wurden de« LaudeSgerichte emgettrjert. VereiuSuachrichte». Zeirei MiSrachi. AlleAuSfchnßmitgKeder werden zu einer äußerst w ichtia e» Besprechung M heute präzise 6 Uhr abends m unsere« Lokal, H, Pralerstraßr 41, eingeladrn. . Die Ernährung. «SW?« S*.*»»BE Gpätkartoffeln auS Ungarn einlange«, die mit Rücksicht aus die Dringen Raumverhältnisse von uns nicht eingelagert werden können. Da jedoch während der Frostperiode in dm Kältemonaten Zdarloffeln per Bahn nicht transportiert werdm können, empfiehlt eS sich für die ^Konsumenten.VorkLu^ »öfort vorzunehmen und giffunde und trockene Kartoffeln fo wie in normalen Zeiten in trocken« KellerrLumen einzulaaern, bamtt während der Wochen, wo keine Kartoffel!. auSgckbe stattfindet, diefeS hier besonders wichtige NahrungSmittel dm Haushalten zür Verfügung steht. Bühne und Kunst. Der Theaterstreik. «er Standpunkt der Schauspiele». - Die 5ru»dgebuua de» Tkeaterdirektore». - Konzerte i» de« Theatern - Bewegung unter de» Mitglieder» der Staatstheater. Vorläufig bei«« Einmengung der Behörde«. Der Sonntag plötzlich auSgedrochene Theaterstreik ist zur Stunde noch nicht beigelegt, bleibt ab« vorläufig auf die Bernau- und Karczag-Bühnen beschränkt. Sine allgemein zugängliche Versammlung der Schauspieler tagte gestern vormittags im Bühnenverein mit d« Tagesordnung: ..Protest gegen die provozierende Ablehnung unserer Lohnforderung seitens des Direktorenverbandes/ D« Standpunkt der Schauspiel« geht auS einer Mitteilung deS Dsutfchm Bühnenvereines hervor, ln dem es heißt: D« Verband österreichischer Theaterdrrektoren hat den Vertretern des Deutschosterreichischen BühnenvecemeS auf sein Ersuchen um eine Gagenerhöhung für die Schauspieler ein Anbot gemacht, das von diesen als unannehmbar bezeichnet wurde. D« Direktoren« verband «klarte fern«, üb« dieses Anbot unter keinen Umstanden hinaus gehen zu wollen, und machte damit jedes weitere Unterhandeln unmöglich. Die Schauspielerorganisation war auf eine solche schroffe Ablehnung nicht vorbereitet. Die Schauspieler hätten eine Beratung für M o n t a g einberufen, die Direktoren hingegen selbst den vorhergehenden Sonntag als Verhandlungstermin bestimnit. Die Ablehnung ihrer Forderung, die man den Vertretern des Schauspielerstandes mitteilte, nachdem man sie dreiviertel Stunden hatte warten lassen, habe aufreizend gewirkt. Es sei bß-eichnend, daß von I.t'Ap. ßteinhart, Wien 1., HHicmv. — l'ol,*ttS/Vin fiffl»«** t .mm«»* f*roT»«! allen Wiener Bühnenangstellten nur 26 ein Monat-ein^ kommen zwischen 3000 und 4000 Kronen und nur -wSlsl Personen mehr als 8000 Kronen beziehen. Demgegenüber erklären die Theaterdrrektoren die diesmaligen Forderungen der Schauspieler als „matzkoß" (was allerdings kein Unbeteiligter emsehen kann, bet die Forderungen der Schauspieler gelesen hat; wir haben sie tu unserer gestrigen Ausgabe veröffentlicht). Zugestande» wurde eine Mindestgage von 30.000 Kronen, während der Bühnenverein eine jährliche Minimalgage von 42.000 Kronen fordert. Die Zuschrift d« Theaterdirektoren schließt mit den Worten: „Der Streik wurde so rücksichtslos durchgführt, daß die Kassiere verhindert wurden, dem PMikum das Eintrittsgeld zurückzugeben. Die Direktoren sind einmütig entschlossen, den Streik unter allen Umständen Lurchzuhalten, da eS sich um Sein oder Nichtsein des Wiener Theaters handelt." Auch unter den Mitgliedern d« S t a a t S t h e a t e t haben die Forderungen der Schauspieler eine starke Bewegung hervorgerufen, die,ihren Anschluß an den Kamps der Schauspieler der Privatbühnen um ihre Existenz et-4 Watten läßt, zumal ihre Bezüge verhältnismäßig gering sind. i Wir verzeichnen noch das Gerücht, wonach -in Theater beabsichtigen, K o n z e r t e mtt gemischtem Programm in ihren Theatersälen zu veranstalten. * Der Bühnenverein sprach gestern mittags bek. Landeshauptmann Sever vor, um dort eine Darste!-! lung der Situation und einen Bericht über die Fordes rungen der Schauspieler zu geben. Jnr Einvernehmen' mtt dem Landeshauptmann wurde beschlosien, daß dies' Behörden einstweilen nicht intervenieren und die spiel« ihre B«handlungen auf eigene Faust führen. Der Direktorenv«band teilt zur DrienttentUg Publikums mtt, daß nur in vi« Theatern: D«üsö. Volkstheater, Kammsrspiele, Theater an der Dien tmS Raimund-Theater gestreikt wird, während' in aftiH* auderen Theat«n d« Betrieb ungestört wettergehi, Ans de« Theatern. Asm Bu rgtheaker gelangt morgen MWevch!^ uub' fein Ring" zur Aufführung. Anfang hals L Im Schünvruuner Schloßt-eate» Mittwoch Lärm mn nichts" gegeben. Anfang HM In ber Staatsvper gelangt morgen „Taviueria rüftiama" Und „Der Bajazzo" zur Anfang 7 Uhr. 3« der «olkkopsv gehhaute Michele ylet a in Gzene. — Kamnmrf Piecaver von der Diener StaatSoper fingt 12. b. M. in der BolkSoper de« Herzog in Im Wiener Stadttheater tritt heute Riefe zum erst« Male in dieser Spielzeit auf. Künstlerin spielt die Frau Rat Goethe in Pauk 0*t! heimerß Komödie „Dis Frau 9tai". hrefevent E Ernährung. Beethoven als erwmpvnist. BiE geht «ach Palästt««. Ch. N. Bialik, der bedeutende hebräische htt vus Obes,a km Wege der rumänffch-ztonistifche» FSk ratton an bi« rumänisch« Regierung das Vrsirchen geriv ihm die Einreise nach Rumänien zu gestatten, du er «s bolschewikischen Rußland heraus möchte, mn sich Mtt Familie nach Palästina zu begeben. Der mmlKl Minister be- Innern hat dem Ansuchen stattgegebm wieden rumänischen Veneralftab an, den an der beßarabisch-russtfchen Grenze z«' destinnnen. BialikS. Ankunft in Betzarabien wird dieser Lege wartet. ______ Der Philharmonische Chor, dessen VeiLwg StzSauNl Generalmusikdirektor Bruno Walter Übernom»«« hat, feine ProSeLättgkeit gestern um halb 7 Ähr abend» tm P lokale, 1. Bezirk, Stubenbastei 8, wieder ausgenommen. Verein wird am 24. d. Mj. vei der Aufführung der 8. Mal Symphonie Mitwirken. — Aufnahme« «euer Mitglieder Montag und Donnerstag zwischen .8 und halb % Uhr tm Prv-elowr, Sport. Das leichtathletische Meeting -es Mattabi 3U Am 29. v. M. brachte der rührige Favoriiuer Turnverrio. anläßlich seine- JubilLumsjahreS m Hertha-Platz einige leichtt athletische Wettkämpfe zur Austragung, di« « Anbetracht dej! überaus ungünstigen Witterung verhältnismäßig guten Vpött brachten. Bor alle« gebührt dem veranstalteuden Verein bfj vollste Anerkennung, als erster unter den jüdischen Turnvereins Wettkämpfe leichtathletischer Natur ausgetragr« und i\t hetzg Bedeutung der rationelle» Verbindung von Senaten und Spo» erkannt z« habe». Nachstehend die Ergebursie: t00a-°8guseuj G. Fisch (Hakoah) 12 Sek.. 1. % LcaWittger lMkkrM,Gn0, 4 KovaS (Hakvah), 3. Zahlreiche Bveläufe, wodurch die Leisimrgeu sehr viel leiden «uhtm. Der sehr schön lausende Traichsinge^ wurde hinter hm « guter Form sich befindlichem Fisch zweites - l»0ü«.8anfenr E. -ahn (Makkatt X) 4:5S'S, 1,' FranN (Makkab! X) *. Kohn (Haloah) 3. In Anbetracht dsi Bahn gute Zeit. Besonders viel verspricht bei rationelles Training der talentierte Sieger. — O l tz « p i j ch Stafette: Hakrah I (Karpnt. Fisch, Kovai, Hora) 4: YS. h Makfabi X (Taussig, Mandl, Ulüriruur. ..PitM') S. Hatsuh U, 8, "- Ablbselanfen über 10X109«»!} Maffabi X l. Hakvah, % Hakoah verliert dreimal dm Gfub. «bei