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Wiener Morgenzeitung · 1920-09-07 · Heft 585 (7.9.1920) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 585 (7.9.1920)
Date
1920-09-07
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wirk, stenstag Wiener Morgenzeitung Spendet für den Wahlf Juden und Jüdinnen! Die Wahl i in die Rationalnerfammlung bedeutet für uns: Sicherung der einzigen jüdischen Vertretung im Parlament. Schutz des österreichischen Judentums hör den Angriffen einer immer übermütigeren und gewalttätigeren antisemitischen Reaktion, welcher im Parlament niemand in den Weg getreten ist als unser Vertreter Strickar. Der Ausgang der Wahl ist ansfchlaggeöend für die Entwicklung des österreichischen Judentums nnd unserer Bewegung. Anspannung aller Kräfte sichert uns das Mandat und gibt uns die Möglichkeit, weitere Mandate zu erringen« Spendet für den Wahlfond s! Das Jüdischnationale Zentralwahlburean I! Taborstratze 20a. Spenden werden an den Schaltern der „W i e n erMorgenzeitung", II., Taborstrafte ^a, und imZentralwahlbureau gegen Quittung entgegengenommen. Geldsendungen sind mit dem Vermerk „Wahlsonds" an die „Wiener Morgenzeitung" zu richten. Wdische Wähler rmd Wählerinnen! ^)er nicht in der Wählerliste fteht, ist nicht wahlberechtigt. In diesen Tagen liegen die Wählerlisten zur Einsichtnahme auf, Sonntag von 8 bis 12 Uhr vormittags, an Wochentagen von 3 bis 7 Uhr nachmittags. In jedem Hause ist ein Verzeichnis angeschlagen, aus welchem zu entnehmen ist, wo die Wählerliste a u f l i e g t. In dieser «H aus w äh l e r li st e" sind die Wähler des Hauses nicht mit Namen verzeichnet, wohl aber ist ersichtlich, wieviel männliche und weibliche Wähler in jeder Wohnung vorhanden und eingetragen sind. Wahlberechtigt sind alle dcutschösterreichischen männlichen und weiblichen Staatsbürger, die vor d em l. I änner 1920 zwanzig Jahre alt g e w o r d e n f i n d. Wer erst am 1. Jänner 1900 oder Kater geboren ist, ist kein Wähler. Staatsbürger ist: st Wer in einer Gemeinde der Republik Deutschösterlich heimatberechtigt (zuständig) ist. ll. Derjenige, der nach dem Umsturz die Staatsb ürtz e rs ch aft serklärung abgegeben hat. Auch Hie Frauen und Kinder derer, die eine solche Staa^bürgerschaftserklänmg abgegeben haben, sind wahlberechtigt. Femer dies, rügen Personen, die nach Deutsch-Westungarn zuständig sind, denn gemäß dem Friedensvertrag gehött- Deutsch-Westungarn zu Deutschösterreich. ' Als in Deutschösterreich heimatberechtigt kommen für diese Wahlen auch diejenigen Personen in Betracht, die nach Deutschböhmen, DeutschmLhren (einschließlich Brünn, Iglau und Olmütz) sowie dem deutschen Teil Schlesiens zuständig sind. Um eingetragen zu werden, muß Man das Alter von zwanzig Jahren (am 1.'Jänner 1920), die deutschösterreichische Staatsbürgerschaft und den Wiener Wohnort Nachweisen. Also braucht man: Meldezettel, Geburtsschein, Heimatschein, eventuell Staatsbürgerschaftserklärung, Reisepaß oder^ ein altes Arbeits- oder Dienstbotenbuch, wenn man nichts anderes hat, ein Militärzertifikat usw.; kurz die Dokumente, in denen Alter und Staatsbürgerschaft amtlich angegeben erscheinen. Verheiratete Frauen müssest'auch den Trauungsschein bringen. Die Reklamation muß nicht persönlich geschehen. Auch diejenigen können reklamieren, die erst jetzt nach Wien gekommen sind. Auskünfte und Durchführung von Reklamationen H a up t b u r e a u. ll., Tabor st raße20a, von 9 b i s 12 Uh r vormittags und 3 bis 5 U hr n ach m itt a g s. Unser Reklamationsbureau für den XX.Bezirk ist: Karl M e i ß l st r a ß e 5, Tür 1; für den IX. Bezirk: L i e ch L e tt ft e i nüraße 11, Tür 13. Drie.Eintragung jener Juber» und Jüdinnen!u die Wählerliste«, welche wahlberechtigt find, dereri Name« aber bisnuu in der Wählerliste /ehlten, ist für unseren Erfolg entscheidend! Wichtig für die Agitation! Das Hauptgewicht ist auf die Werbearbeit von Manu, zu Mann zu legen. Der Wahlbezirk ist in Agit a t ionssprengel eingeteilt. deren -Lage und Ihnfang im H a up t b u r t a u, 11, Taborst r a ß-eWs/ zu erfragen ist Die Anfklärnngsnnd Propagandaarbeit »nserer Oestnnungs genossen und --genossinnen hat stch vor allem ans den Sprengel zu eri in welchem ffe wohnen. [ Mitteilungen ans dem Publikum. Zwi Sobar'Sonneiiscliein Hadassah Sohar^Sonnensciieiii * »an VernShlt«. Wien, Elul 5680. im TEwuwr Vjf "ider Frau Eva Häusler geb. Brill mit Herrn Mendel Häusler und 2EY&9? Verlotmng des Fräulein Basift Brill mit Herrn Jenö Welss gratulieren herzllchst tiieschwlster Hutschnekar* Statt jeder besonderen A.nrelge! Hirsch und Erna Singer geben hocherfreut ihren Verwandten und Bekannten die glückliche Geburt eines strammen Sohnes bekannt, sm RILL ANTEN, Perlen, Gold, Silber, Platin u.Uhren kauft und verkauft 77« ETTER Botentnrastr. 93, Marlahllferstr. 88 AUe Arten TALARE und BARETTS ▼orr&tlf? oder nach Macs, ita bekannt schönster Aasführnng beim Spezialisten RUDOLF CtOLDSTEUT, Schneidermeister, Wien, 11,, Taborstrasae 84. Telephon 45-6-29 781 GegrCndet 1868 Konkurrenzlos! Neu eröffnet! Konkurrenzlos! Grosses Herrenmodegeslhäft II., Stefaniestrasse 10 Ich erlaube mir auf diesem Wege allen meinen Bekannten und Gesinnungsgenossen roitiuteilen, dass ich durch meine Verbindungen mit den ersten englischen Firmen imstande bin, sämtliche Kleider und Wäscheartikel nach Mas« und fertig sowie allerhand Herreftm odesachen zu staunend billigen Preisen abzugeben. Für tadellose Ausführung wird garantiert. sie A. Borenstein, N.» Stefanlestrasse 10. Option und Wahlrecht. In Ansehung des Wahlrechtes Können von heute, Dienstag, den 7. September angefangen OptionserKlarunge« in alle« amtliche» Wahlreklamationsstelle» während der Dauer der dortigen Amtsstunden (von 3 bis 7 Uhr, an Sonnünd Feiertagen von 8 bis 12 Uhr) bis einschließlich 14. September mündlich zu Protokoll abgegeben werden. Die Vertrauensmänner des Sprengels IV werden aufmerksam gemacht, daß die Besprechung heute, 8 Uhr abends im C a f S Z e i ß!, II., Große Sp erlg asse 35, stattfindet. Vollzähliges Erscheinen ist Pflicht! Die Polemik der „Arbeiter-Zeitung." Das sozialdemokratische RegterungSorga» regt sich Mer mt}ere Behauptung, wir hatten aus eigener Kraft und gegen alle Widerstände unseren Abgeordneten ins Parlament gebracht, fürchterlich auf. Ss findet, daß der technische Behelf der Listentoppelung (der wahrscheinlich nur erlaubt ist, wenn ihn die Sozialdemokraten benützen) den zionistischen.Wahlsieg verschuldet habe. Tatsache ist aber, baß eben die Zionisten aus eigener Kraft' und gegen alle Widerstände 7700 Stimmen aufgebracht und damit den Sieg errungen haben. Auf die Kritik, die bas edle Blatt daran übt, einzugehen, ist unten unserer Ehre. Die „Arbeiter-Zeitung" hat sich bas Urteil selbst gesprochen. Sie gehört in die Einheit Zfront der Lügner. Tagesbericht. . Die Inden aus den ungarische« Mittelschule« ausgeschloffen. Aus Bu bapest wird uns geschrieben: Rach der Hetzjagd gegen die jüdischen H-ochschüler kommt nun programmgemäß die Verdrängung der Juden aus den Mittelschulen. Jüdische Mittelschullehrer an ungarischen Staatsschulen gibt es schon fast' gar keine. Die meisten von ihnen haben des vorgezogen, aus Ungar» zu emigrieren, um nicht in irgendeinem Jntertliertenlager oder auf dem Transport dahin zu verschwinden. D'ie mutigen, die daheim geblieben sind, wurden auf Grund des berüchtigten Rechtferttgungsversahrens ihrer Stellen vhpe Zubilligung eines Anspruchs uns e in en . SR u h t g e h alt. enthoben,.. Jetzt geht es gegen die jüdischen Schüler und SchÄerimren. Wie alle gegen die Juden gerichteten. Verfügungen, wird auch diese neue magyarische Kulturtat in ein gesetzliches Mäntelchen gehüllt. Minister für. Kultus und Unterricht Stephan Ha.lle r erließ nämlich vor . kurzem eine Verordnung, wonach die Aufnahme in eine ungarische Mittelschule — die bisher nach Absolvkerung einer vlerklassigen Volksschule automatisch erfolgen konnte; von nun an an eine Nufnahmsprüfuntz. gebunden sei. Diese Woche haben denn nun die Austwkhmsprüsungen für die Gymnasien und Realschulen stattgefimden, nnd Ztvur mir dem Ergebnis, das; 0 0 Prozent der in Llnda^esr u'ti tunm-iUva; ü ii i j uj v u dj ü te r tutö sSchiUe- 'ir.mcn?, u x ii c c toigf e tt ujtb auf solche ffi&fjc 1. September 1920 Nr. 585 Mittelschule ausgeschlossen wurde». In Anstalten, deren erste Klasse bisher von 70 bis 80 jüdischen Schülern besucht «wurde, sind jetzt durchschnittlich btet Juden ausgenommen worben. Verschärft wird dieser brutale Akt der ungarischen Negierung noch dadurch, daß der Unterrichtsministcr dem unter dem Druck der Verhältnisse!nS Leben gerufenen jüdischen Gymnasium in Budapest wohl das OeffentlichkertZrecht verlieh, jedoch mit der Beschränkung, daß in die erste Klasse des Gymnasiums nicht mehr Äs 40 Schüler mit höchstens einer Parallelklasse ausgenommen werden dürfen. Mehr als eine Parallelklasse bars an einer jüdischen Mittelschule nicht errichtet werden. Die bewilligte Zahl von st 40 Schülern war bereits am ersten Tage der Anmeldung überschritten und man begreift die Panik, bte im Kreiseber jüdischen Eltern durch diesen neuen VersvlgmigSakt ausgebrochen ist. Die BUdapester Kultusgemetnbe versucht dem durch den christlichnationalen NoheitSakt entstand««« UoSAstanb dadurch abzuhelfen, baß sie in ber von ihr erhaltenen jüdischen Bürgerschule, welch« von dem verbot der Errichtung mehrerer Parallllklasfe» nicht auSbrückttch betroffen wirb, fe viele Parallelklasse» errichte» will, als sich durch die Zahl' der sich Meldenden <&i, notwendig erweisen sollten. Sieben Millionen 5kro«e« von eise« Vankkaffie» «nterschiage». Bttdapeft, 6. September. (Ung. Tel..Norr.-Nur.5 Bei einer Skontrierung, die bei Lee Ungarischen Mgemeinen Kreditbank wegen eines jüngst bei dieser B<mk erfolgten Dreimillionenbetruges in Flora-Attivr borgenommen wurde, hat sich herausgestM, daß einem Depotbesitzet aus seinem Tressor dar Depot von 3000 Dollar und 290.090 Mark entwendet worden ist. ES ergab sich, daß der Kassier Eugen Dobay, der kürzlich sein L6jähriges DienstjubilSum gefeiert hat, zusammen mit' seinem Kollegen Bela Balkasfa Valutageschäfte gemacht hat und seine Verluste durch die Unterschlagung des Depots decken wollte. Er hat auch andere Parteien geschädigt, doch sind diese nicht sämtlich bekannt. Die Höhe der unterschlagenen Gummen dürste 7, Mllionen Kronen betragen. Hochwaffeogefahr in Salzbnrg. AuS Salzburg wird gemeldet: Um 1 Uhk mittags signalisierte ein Kanonenschuß von der Feste Hohensalzburg unmittelbare Hochwassergefahr. Infolge der andauernden Regengüffe sind die «Salzach und die Gala sowie deren Zuflüsse stark angeschwollen. Im Gebirge beginnt der in den letzten Tagen gefallene Neuschnee zu schmelzen. Besondergefährdet ist die Dorstadt Nonnthal. AuS dem Pinzgau wird gemeldet, baß MaiShofen, MitterM, Bad Fusch und Dorf Fusch unmittelbar bedroht sind. Auf der Straße Alm—Gaalselben sind, fast sämtliche Brucken und Uebergänge weggerissen worden. Die UrSlau ist aus den Ufer« getreten. In Hallein wmde um 1 Uhr mittags die Brücke weggeMen. Schwer betroffen ist auch diesmal wieder die Oberndorfer Gegend. M-Oberndorf steht bereits unter Master. Au8 S t.-G i l g e n wird berichtet, daß der Grottensee auS den Ufern getreten ist. Der Wolfgangsee hat einen solchen Tiefgang, daß der große Dampfer nicht mehr anlegen kann. Der Budapester Prozeß gegen die Volksbeauftragte«. Budapest, 6. September. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) In der heutigen Verhandlung des Prozesses gegen die ehemaligen BolkSbeaustragten erschienen sowohl die alten als auch die neuen Verteidiger. Dr. Petrik bat namens der neuen Verteidiger, daß ihnen der Gerichtshof, angesichts deS Umstandes, -aß die neuen Verteidiger den Stoff des Prozesses nur auS den Blättermeldungen kennen, ftir den Fall, daß sie doch die Verteidigung übernehmen müstm, Zeit zum Studium des Prozesses gewähre. Hierauf wurde die Verhandlung auf rnoraen vertagt. _ Einnahme« des Jüdische« Nationalfondr im Inli 1920. DaS Grget » is der Gammlangt« zugunsten de- Jüdischen Nationalfondr im Monate Juli 1920 betrügt 16.687 4 7 Pfund «mb verteilt sich auf folgende Länder: England Pfund Sterling 691148, Amerika Dollar 7895'Sl, Belgien Francs 61.717*66, Pfund Sterling 150 Sund holländische Gnldrn 653*56, Deutschland Mark 165.S7S'60, Griechenland (Saloulki) Pfund Sterling 1050 —. Polen polnische Marl 542*923*24, Rumänien Lei 160.768*80, Tschecho-Slowalri tschechische K 129.009 52 und polnische Mark 18.038*82, Frank« reich Francs 18L64*88, Holland holländische Gulden 855T68, Palästina ägpptische Pfund 249.088, Westgalizken ll 130.281'07, Brasilien Pßmd. St«lmg 176 1 6. Ostgrlitim polnische Mark 97.5vS'Sö, Schweiz Francs 8541'4S und Mark 15*40 Litauen (Wilna) polnische Mark 90.000*—, Deutschtsterreich K 79.567*65, Bulgarien LevaS 842.868*31, Südflavieu K 89 106*69, Letland Rubel 24.028'61 und Pfund Sterliug 5 —, Mesopotamien Pfund Sterling 40 —, Ukraine polnische Marl 22,090°—, Atlstralim Pfund Sterling 27 44, Schmeden schwedische K 202*05, Marokko Francs 886'—, WkißmUaud polnische Mark 8100*—, Bukowina % 10$*—, Än der »big« Smm« ist ri» vck«g tzo« 5000 Pfmch dom Minister Sir Afirrd M tz n tz «chatten, die von chm »l- I zweile rllare au die.Summrlstelle i« England «uge-echtt wurden, 1 «ckrMsch.M. .«ttkJM

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