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Wiener Morgenzeitung · 1920-09-01 · Heft 579 (1.9.1920) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 579 (1.9.1920)
Date
1920-09-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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ÜRBTT ««.TMtvöH WlÄtee Morg«rzettmrS y Dar Programm fett U r o tt t c für heute lostet: Großer »aal: 7 Lhr: Franz Schubert. — Kleiner Saal: Vrs Uhr: ZuleS Vernes Fahrten ins Weltall. Von Dr. Ludwig Karell. — SmSlaal: V,8 Uhr: August Troian: Chincstschc Weltanschauung. — Klnbt'aal: V,8 Uhr: Prof. Dr. Anton Catscha: Neue Wege »er MuMheo.te. — 5 Uhr: Uranra-Klnomatogramrne. Parisien. Eine erstklassige internationale Küustlerschar debütiert ab heute in diesem gegenwärtig im Triumph führenden Dergnügungeetablissement. Wiens. Die Direktion des« selben schritte »er keine,« noch so großen finanziellen Opfer zurück, mn dein io beliebten Unternehmen die führende Stellung, die ecbesittt, auch in der kommenden Saison zu erhalten. Da i-t vor allem Miß Emma Hope aus New- ^ork, Geschwister Brockhvirsen aus Holland vom Haager Skalatl'-eaiee, anerkannte Größen de-Z internationaleu Publikums. Da^ü gesellt sich die Solistin au der Staatsoper, Fräulein Miztt Stollberg, die eben von einer an Erfolgen reichen Schweizer Tournee znrückgekehrt ist. Ferner debütiert das nragparnch,' Tauumar Edla und Alma Harry. Ein. lieber, unerreichter Star ist Fräulein Clara Bauroff wm den Kammer spielen tu München, die schon einmal das Wiener Publikum durch ihre epochaler! Darbietungen entzückt hat. Auf dem Gebiete der »wndänen Tänze verpflichtete die rsthrrge Direktion die preisgekrönten Max und Ernee Lenxlvs, das Geschwisterpaar Ossy und Hedy, Paul und Paula Biro. Der Erfolg des russischen Ensembles Karvkas und des exzentrischen Steptänzerpaares Arco und Etziuanoff, der die Direktion deranlaßtr, ans die übliche Sommerpause zu verzichten, bewog lie auch, diese beiden Attraktionen zu prolongieren. Sport. ' Sportklub Anitas-St. Arrdrä Wördern 4 :2 (1:0). Un'tas hat Abstoß und verlegt das Spiel glerch in die Sfilfte des Gegners, der sein Heil »n Einzeldur chbrüchen versucht. rst in der 40. Minute gelingt ks Gründur, aus zirka 25 m Entfernung ein Tor zu rrzrelen. In der 13. Minute der zweiim Halbzeit erzielt der rechte DerbinduntzSstürnrer der St. A. W. ein Tor, welches Klein m der 18. Minute ernndert. In der 22. Minute verschuldet Voll ein Hands im Straf» aum. der Elser wird glatt vrrwandrlt. Nachdem Bleuer in der 23. MinMe n» Alleingang ctjt Tor «cuelt und d'e Gegner sich jeder Ge- «nistchance beraubt sehen, artet da5 Spiel, welchrS schon vorher von seiten der St. A. £C\ ziemlich rob geführt wurde, gänzlich »^.Besonders der Zenierhalf Klare (Amateure^ leistete rn dieser >drsicht , zu viel. Als Klair rn der 3?. Minute dm Schiedsrichter, Herrn Lopatar, Wre», der da?- Wettspiel in einwandfreier Weite leitete, tx'ege» einer Entscheidung angrisf, brach derselbe das Weilst-tt ab. Erst nach langen Bemühnuarn war Herr Lopatar zu bciuepe« das Spiel seid wieder zu btnrcteu. In der Folge werden zwei Spieler von St. A. und einer von llnitas ausgeschlossen. Eine Minute vor Schluß verwandelt Grünhut noch erneu .Elfer''. Bon UriitaS wurden sechs Mann verletzt. Ber UnrtaS Rolmana, Grünhnt, Breier und Gansl. Dr St. A. W. Klan, Prbinger und der Tormann Z nunermann kRavld) glänzend, lieber das St. Ä. W. Publikum wären ganze Artikel zu schreiben, was cs sich gegen Wiener Spieler an Aemrmpri'.en erlaubte. Hpsmonea—Helios, Deutsch Wagram 4:1. Das Wettspiel hotte sehr unter dein schlechten Wetter zu leiden. Hasmonea sonnte sich in der ersten Halbzeit auf dem schlüpfrigen Boden schwer zusammcnsinden^ Die ganze Manu sch ast spielte sehr gut und verdient uneingeschränktes Lob. Spielverlauf: Hasmonea hat Abstoß, doch Helios Übernimmt den Ball und geht vor. Die- Mannschaft ist stark überlegen. Alle von Helios prachtvoll geführten Angriffe zerschellen an der guten Verteidigung der Wiener. Hasyronea fommt aus und düs Spiel wird offener. Helios riposriert und Pinelks kann das sichere Tor durch Hands im Strafraum retten.' Der Elfer wird von Danlner iicher gchalte.». Helios, der die Wiener stark unterschätzt hatte. £ortittc seine Ueberleg-enheit nicht iu Treffern zuin Au?druck bringen, da vor dem Tore »ehr viel gekünstelt wurde. Halbzeit 0:0. Fu der 1. Minute dar zweiten Hälfte erzielt der Rechtsaußen Kolben Nach einem Sololauf die Führung. Helios kann bald darauf ausglsichen. Aus einem Freistoß erzielt Schächter aus größerer Entfernung de« zweiten Trester. Helios drärrgt hrsiig aus den Ausgleich, welcher aber durch ” bk glänzende Arbeit der Hasmonea-Hiutermaunschaft verhindert lvird. Äach einem schöncrt Zuspiel Zieglers erhöht Fiscns deu Vorsprung. Gegen Schluß ,endet Langsnec noch einen vierten-Sri)uß ein. Helios 'hatte in Feutl, Andrischtt und Böck die besten Spieler im Felde. Seinen Treffer erzielte Groß. Schiedsrichter Scheinmann «'Wien) leitete das Wettspiel in einum'bi.rier Weise. Kaltenteutgebner Hakoah—Mauer Ssr»m(rteärtt 7}ö '*3: 0). Ucberlegener Sieg'brr mitvust Er'ahienten anirrtenben Halouhncr. Die Mrurn'cha't bol enre rmvvultrkubr Grsamllcistuug. Zu besonders glänzender Verfassung briaud nch der Mittelstürmer H. Remuann, der allein drei Tore erzielte.!£te beiden FlLgelstürmer P. Scher und Molkner aesirlm durch ihr-: enorme Durchschlagskratt. To.S Rückgrat der Mannschaft mt der Zenterhals Ronis. Die Vtrreidlgrtstg cnttedigte Tu!) ihrer nicht allzuschwc^eu Ausgabe gut. Tvre: H. Rtümami ä, Ranis 1, P. Schcr 1, Rmdler i. lEifer). Die Hakoahner schließen damit ihre heurige Sa.son. Sie wurden nie geschlagen und erzielten ein Skore von 64 : 3! Reichmann und Markus, die Heiden Ringer der Hakoah. würben vvm Oesteneichischen Schweriihlrirkorrbarld für dir vom 4. dis 8. d. M. in Wien fi,iitstn-kndtu Äetntristttsch.iftcn im Ringen genannt. ' Mehrkämpft für Herren nnd Damen. Der Oester reichische Hanp'verband für Körvtrsporl lchrerbi tM Gstvrrurhmmmit den hetces'endcn Berbäudcu, ern-:n LsterrtichMkir Fi-uskmiws für Hertcu,nnd einen osterrerchrschk» Trcikanrps Hit* Damen aus. Sic umfassen folgende Koukurrcuzen: Fünskams für Herren: l. 500 2 Schwimmkrt über 200 m, s.. Gewichtheben, einärmig Rkiftru und lieidmnrjg Stemmrit, -t.Wertsprung mit Anlauf, 5. Wrtkuiarsch Ubtr 30 kta, mir *<0 kg Belastung. — Dreilamp»f für Damen; l. 150 m-Läm. Schwimmeri übrr 10) m, rst Aricketball-Weruv«! t. — Ale AüStragungszeit wurde der 19. biS 26. d. M. biMmmt. Nennungen brs H. d. M. an Urc Hauvlverb'.nd, l, Dvroth*er« S«ffc 12. Füdischer Sportklub Achduth. Eiuichuibruigcll nab Auskünfte Montag und Llirt'wrnh von 6 bis 8 Uhr m> tBcutha* lokale, II, Obere Dvnaustrnße Sportsektion Ahawath Zion.!!,, Kleiae ZutälE fttaße Idv. Training der Fußballmannschaft Wktwtch ab 6 Uhr sbertds und Samstag ab 3 Uhr nachmtltagS.; Spoetklab Hokoah. Hrvke findet um 1 Uhr abends tim iU o I! v r r s a m m l v u g d e r F uH d a l l f e k t i än statt, ln welcher der Vertreter des FußballverbaadkL die Verteilung de: Ä'e.nun'ha'rsmrea lbu r-o'-uchmru wird. D-e Mit- ..1 irr er rer üvrrgcn Settrouei, sind als tröste erngelrdnr. Gerichtssaal. Freispruch eines LebensmitterschwiadlsrS. Rach bewährtem Muster hatte sich auch der schvn vorbestrafte Kutscher Anton W e b s ch e l auf den Lebensmittelschwindel verlegt. Er sagte verschiedenen Parteien die Lieferung vvk Zucker zu und brachte die begehrte Ware auch an den zugesagten Bestimmungsort. - Die Pakete enthielten aber nur an der Oberfläche Zucker, bei näherem Zusehen kamen die Käufer darauf, daß der übrige Jrchalt der Sacks oder sonstigen Behältnisse ans Sand bestand und daß sie um ihr Geld betrogen worden waren. - ° ‘ Webschek stellte sich, als er keftreu anderen Ausweg mehr sah, selbst dem Gerichte und hatte sich DieMag vor dem Schtvurgecichte unter dem Vorsitz des Landesgerichtsrates Dr. Karnert wegen Betruges zu verantworbeu. Er legte rin Geständnis ab und gab grv ßi' Notlage a.ls Motiv seiner.Handlungsweise au. Die Geschwovnen bejahten nach längerer Beratung die Schuld frage mit sieben Ja gegen fünf Stimmen Nein. Da zur Schuldigerklärung mindestens acht Stimmen notwendig sind, würde der Angeklagte vom Gerichtshöfe freigespro chen. , -h ' Der Volkswirt. Eine Krone -- 2.8v Centime» Geld. Gestern notierte in Zürich: die österreichische Krone Geld. . . 280 ( 2.80 am 30. August) die österr. gestempelte Krone Geld . 2.60 ( 2.80 am 30. August die tschechische Krone ...... 1015 i 10.30 am 30. August) die Mark .12.35 (12.80 am 30. August) Agram .5.40 i 5.50 am 30 August Warschau .......... —am 30. August ' Budapest . 2 50 ( 2.60 am 30. August) Zur Sicherung ausländischer Rohstoffkredite im Deredeinngsverkehr. Bon Fritz Rodeckt. Mit dem gegenwärtigen neuerlichen Sturz der österreichischen Krone auf den internationalen Devisenmärkten dürfte auch die Frage der Verarbeitung von ausländischen Rohstoffen auf Grund von ausländischen Rohstofflieferanten und .Händlern gewährten Kredite in noch erhöhtem Matze aktuell werden. ' s Mefe Art des Vereölungsverkehrs basiert darauf, datz - inkWschr- Erzeuger, die über einen 'vollstaMM-$*&*'- duktionsapparät' verfügen, öfters nut' aus' dem' Grunde ihre Betriebe stillegen mutzten, weil sie sich infolge Entwertung der inländichen Valuta die notwendigen Rohstoffe entweder überhmcht nicht oder doch nur in unzureichender Menge verschaffen konnten. Da nun überall größter Mangel an Gütern herrscht, griff man zu dem aus der Vorkriegszollpolitik bekannten Mittel des aktiven VerodlungsverkehrS. Der ausländische Rohstofserzeitger oder Fertigfabrikatenhändler stellt dem einheimischen Pro. duzenten die nötigen Rohstoffe gegen entsprechende Sicherheiten zur Verfügung, dieser verarbeitet sie on> gemessene Entlohnung oder Anteil am Endprodukt1 un& reexportiert das Fertigfabrikat an seinen Kreditgeber. Dieser Vorgang ist im Grunde nur ein Aushilfs- 'mittel, und man ist in England, wo vitz^fach derartige Geschäfte gemacht wurden, der Meinung, datz diese Art des Veredltmgsverkehrs kaum grotzen Umfang annehtnen werde. t; Einen großen Raum, in der Diskitsston über aus diesetu VeredlnttgSvetkehr entständenen Fragen nohrn die Debatte über die.Sichert)eiten ein, durch welche der ausländische Rohstosskreditgeber vor eventuellen Verlusten geschützt werden sollte. Wie dtzr Handelskammersekretar Dr. Pistor in einen: Referat über die Ergebnisse der von der Mndelskammer veranstalteten Englandreise mitteilte, .würdest dort folgende Artest von Sicherheiten in Betracht gezogen: .Hvpothekärische Sicherstellung, Garantie durch eine Bank oder einen Konzern der betreffenden Fabrikanten unö Eigiintumsvsrbehült dSS Rohstofflieferanten. Diese verschiedenen Arten der Sicherstellung sollten nach der: Angaben Dr. Pistors tvahlweise so angewendet werden, daß die Sicherung in der einen FopM jene anderer Art ausschlotz. Wie aus später aus England eitwetroffenen Äachrichten hervürgeht, scheint in diesem Punkte ein Mitzversiändttis Platz gegriffen zu haben, denn die Engländer verlangten, teilweise wenigstens, sämtliche A.rtvn der Sicherstelluitg gleichzeitig und nebeneinander. Indessen dürste an dieser Frage die Gewährung von Rolistoffkrediten kaunt scheitern, umsomehr, da seitens des Staates und einer Reihe sonstiger motzgebender Faktoren alles geschieht unt einen Veredlungsverkehr auf Gund voy Rohstoffkrediten in Gang zu bringen. %ie hypothekarische Sicherstellung in Form sogenannter Valutahypotheken — eine durch grundbücherliche Eintragung in fremder Valuta gesicherte Forderung erscheint aus dem Gwnde wenig praktisch, weil, der ausländische Gläubiger seine Forderung so zwar vollständig gesichert hat, das investierte Kapitai aber auch auf lange Frist intmobilisiert ist, war bet der heute im Ausland vielfach herrschenden Geld- .knappheit diese Art der Sicherstellung unpraktisch er-! scheinen läßt.! Die zweite Möglichkeit, den nitsländischeu RohstoffhYi'ufru'h<,>' nch>ttv,>r'r^'i>v>!. [H'Hi'tVi in hör B ii r (\ ) it) o s t v StPtember 1926 , l ». 87S Übernahme durch eine Bank oder «in kapitalSkräftiges Konsortium von Unternehmer« der betreffenden Branche. Das ist der Weg, der vor dem Kriege meist in solchen Fällen eiuMchlngen wurde. Zu diesem Zwecke wurden jetzt eine Anzahl von Instituten gegriindet, so eine Bank in Holland, auch Hie „Trenga", eine österreichische TrtuhandgesellschtM, dient diesem Zwecke. Die dritte Möglichkeit dem ausAiMschen Rohstoffglänbiger Sicherheit ztt bieten, besteh-, tu der vertrag-« mäßigen Festsetzung des Ei ge nt wMK vr» r b e halt e S für ihn, was auf. Grund des § M M allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches durchaus möglich etscheistt. Durch eine Vollzugsanweisung vom i-6. .JuN d. I. ttscheint diese Frage nunmebr gersaelt. Dar ausländische Nohstoffgläubiger behalt das Etgentum an hen Rohstoffen während des ganzen BerarbertttntzSpiwsessM, er ist im Falle des Konkurses setnes Schuldners aüAfonderungSberechtigt, im Falle gegen diesen Exekutton geführt wird, exszindierungsberechtigt und überdres bewMfrer, falls der betreffende Robstoffkredrtvertrag Mrt Gigentumsvorbehalt in ein bei der HandelMtmmer geführtes Register (mit Zustimmung beider Vertvagsteile) eingetragen wurde. Dieses Register, zumindest aber tim Namensliste der Empfänger von Rvhstosfsrk,. steht »ach dem Publizitätsprinzip jedermann zur Einflcht offen, so datz auch eventuell vorhandene Jnlandsgläubig« Stzs Kreditnehmers sich nicht darauf berufen können, datz der Abschluß solcher Rohstoffkreditverträge feiteuS' HM Schuldners ihrten unbekannt geblieben fet. AM besten it* scheint wohl die zweitgenaNnte Art der SichersMuNg^ jene durch Bank- oder KonMnbürgschaft, denn ftet Falle des Eigentumsvorbehaltes wäre immerhin irgendsbUt trachteilige Behinderung des Kreditnehmertdähtttch des Produktionsprozesses denkbar. Me Sicherung tm# Valutahypvthekung ließe sich vielleicht prakiftch gestalten, wenn durch Pfandb riefaus stellung in sMaubischer Währung bei dieser Art de8 Realkredits der RüDöil tut Immobilität beseitigt werden könnte. Es wurde auch die Frage aufgüvorM, ob nW tat Staat durch Uebernahme der Garantie dem ausländischen Rohstoffkreditgeber Sicherheit gdr&f könnte, wobei der Staat selbst sich dem inländischen duzenten gegem'Der durch rin Regreßrecht Sichsevnge» gegen Verluste verschaffen müßte. Eine dewrttgr GtvMgarantie dürfte aber weder notwendig noch nützlich setzt. Entweder hat der ausländische Gläubiger zu der» tzckän» öischen Schuldner Vertrauen und räumt ihm RoWüffkredite ein, oder aber er mißtraut dem inländifchm Kreditwerber und den wirtschaftlichen DerhältnWm tzk Oesterreich, dann wird er sich auf solche Rohstoffireditgeschäste wahrscheinlich überhaupt gar nicht einlassen. Und der Gtäat'als Garant für deraäige Geschäfte? Dü dürfte der ausländische Gläubiger wohl mit Recht fragend „Und Wer bürgt mir für den Bürgen?" Nein, Düs sich ein inländischer Produzent nicht durch seinen Privatkredit verschaffen kann, wirb er sich bestimmt durch dm Kredit des fttrchtbar überschuldeten Staates eberisowenig verschaffen können. Die beste Lösung wäre wohl, wenn die Valutafrage irgendwie (etwa dirrch den Völkerbund, durch irgend welche internationale Vereinbarungen oder am besten durch Konsolidierung der entwerteten Valuten) aus der Welt geschafft werden könnte. Dann wäre der ganze VeredluNgsverkehr auf Grund von ausländischen Rohstoffkrediten unnötig, und attslarchifche Rohstoffbezüge würden so^wie in der Vorkriegszevi wieder bar bezahlt' werden. Die Aitssichten für eine derartige Lösung d<er Valuta- und Rohstoffrage sind aber derart geringe, daß kein ernsthastet Sozialökonom sie in Rechnung Wird stellen dürfen. Hoffentlich gelingt e$ wenigstens, auf. dem oben beschriebenen Wege des' aktiven Veredlungsverkehrs einige der. schlimmsten Folgen rrnserer Valutaverhältnisse zu beseitigen. Sm neues pupMarsichereS ^apieu. Das „StaütSgrseh-Lolt" und die „Wimev Zeivntg^ t»*c* öffentlichen eine VollMsantveisung befi StaatSamstck für Nnanzev, betreffend die Verwendbarkeit der von der Oesterr^ichlschm Hell» mittelsielle, gemrinwirtschaftliche Änsiall mit dem ^ih in Wim, aUWtzebMden d1/s*/otg*tit Trilschirldverschreibungeft zur stuchtbringenden Anlegung von StiftungS-, Pupillarittöb ähnlichen Kapitalien. ___ # Einreise ln Las besetzte deutsche Gsbiet. Die Men» Handels- und Gewerbekammer gibt bekannt, daß der-eit fist die Emrerse von Ocsterretchirn in daS befttzke deutsche Gebiet die uachsiehenden Bestimmungen gelten: ES tb ein g ü l t i g e r 8 st e r r e t ch i s H e r P a ß mitBj «tv er m e rkder r ei ch S d ev ts ch en P a - b e h br v e n v k w e n d i g. Oe siegreich er. ''die aus Oesterreich ln daversetzte deutsche Gebiet zu vorübergehendem Aufenthalte reisen, bediirfen: 1. Einen Wlltigen österreichischen Reisepaß; 2. behufs Ueberschrcitung 8er östtrrerchrsch-dcütichett Grenze bin Sichtvermerk der zuständigen reichsdeutscheu Paßbehörde. Ein englisches, irauzöstschrs oder belgisches Bisum ist nicht - eriorderüch. Sollt« bingegen ein Oestgrrercher im büktzten deutschen Gebiete dauernde« Wohnsitz nehmen wollen, so ist ein Ansuchen an die deutsche Ortsbehörde (Dtirgerntkistecamt) zu richten, spätestens innerhall zweier Tage nach der Eimeffe. Die rheinischen Bürgermeister^ d'mter pstegen die Ermächtigung wegen der dortlandS herrfchettbar Wohnungsnot yur dchnn zu erteilen, »venu eine feste Anstrlluue im besetzten Gebiet nmchgetvieftn wtrd- Balutenkurss.MrsrtmdeZahlnngörnirtrl umtomuti gestriger sreien Verkehr höhere Plxersr gezahlt. ES noueiteu: e i »r »t e»! -K 5.96, Rubel N r, fv.c it K 8.28. Mark N l'tku S.2S i V i i i- I' l:!.0.r>. ' t tr n ö l i i r() e ")i o 1 : 11 K 17,ö(\

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