Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 579 (1.9.1920)
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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W. 879 Är««.'MUivöch . ...... 111 -' ■" —.— Verei«S«achrichten. J«s end gr nv P e der zi on'istis H'-ek-B-«-' »erks fekti o n Brigittenau. Heute BeremSabend, XX., DeniSaaffe 33/10. Referent: Dr. Emil Kraß « y (Literarisches? Uhr abends. Sammelbogm mitbringen. — Palästina G a r t e » st a d t g e s e N i ck stf t K i r i a b N e e m a n a h. Heute V»? Uhr abends im Cafe l, Börsegasse 10, ■ Zusammenkunft. — Zerret Zion. Heute 7 Uhr abends findet eine Versammlung Ml Cas6 Zron. II.. Glockengasie Ecke Große Stadtgutgaffe statt, zu welcher alle Jnlereffeuten geladen werden.. -- An alle kkiegsin v a l i d e n E is e it« b a h n e r. Sonntag den 19. d. M. findet im blauen Saal des Wiener Nordwcstbahnhofrs (Ankunfiseite) um '/,9 Uhr vormittags - die diesjährige Vollversammlung der krtrgstnvaliden Eisenbahner statt. Tagesordnung: Gesetz aut Sicherung des DieustverhälkniffeS der invaliden Eisenbahner Oesterreichs. Vollzähliges Erscheinen der Wiener und insbesonders der auswärtigen invaliden Eisenbahner (Delegierte) unbedingt nytig. Kommunales. "X -—... ... Dom Kraftstellwageuverkehr. Mzebärgermeister Emmerling berichtete gestern im Htrdtfenat über folgende Aendrrungen, die tn der Führung der Autobuslinien erfolgen sollen: 1. Die Führung der Tage-- linie»: Praterstern (Nordbahnliuie) — Aspernbrücke—Kai—Rotenlurmstraße —Stephansplatz—Oper—Alleegaffe—Südbahn mit einem Intervall von' 15 Minuten. Praterstern (Aorddahnlinie) —Aspernbrücke—Ring. Wollzeile—Stephansplatz—Schottentor (Bankverein) mit einem Intervall von 15 Minuten. Westbähn« Hof—Mariahilterstraße — Oper — Kärntnerstraße — Stephansplatz mit.einem Intervall von 15 Minuten, 2 Die Führung der Nachtlinirn: Nordbahn—Aspernbrücke—Kai—StephanSplatz, Over—Südbahn. Volksoper—Stephansplatz—Rochuskirche; Westbahnhof—Babenbergerstraße- Oper—Strphansplatz. Alle Nachtlinien beginnen mit dem jeweiligen Betriebsschlüß des Tag^sfahrplanes der Straßenbahnen. 3. Die Verschiebung der bestehenden Zonengrenze Ferdinandsbrücke zur Aspernbrücke. 4. Die Schaffung der übergreifenden Zonen Oper—Neubaugaffe und Stisigaff: - Westbahnhof auf der Mariahilferlinie. 5. Die Einführung von Vorverkaufsscheinen, gültig nur für den Tagcsverkehr bis 10 Uhr abends für eine, zwer und drei Zonen zum Preise von K 2.60, K 4.40 pnd K 6.2o auszugeben in Paketen von 10 Stück. Gültig auch ohne Stamm; die Ausgabe erfolgt nur bet den Kaffen der Kraftstellwagenunternehmung. Die Tageslim'e Bolksoper—Stephansplatz gelangt zur Auflösung, da sie sich als vollkommen unrentabel erwiesen hat; der dazugehörige Teil Stephansplatz—Rochuskirche ist als Tageslinie bereits vor einiger Zeit aus dergleichen Ursache eingestellt worden. Gleichzeitig wird auch eine.Verstärkung des Ncichwcrkehrs m den Streckenteileil Nordbahnhof, beziehungsweise Westbahnhof—Strphansplatz mit elektrischen Autobussen vorgenommeu werden. ' V^rPieLurtg Äon AuLoLnssenfür Sonder- ■ ts--rn* - fahrte». •" Um größeren Gesellschaften die Möglichkeit zur gememsalneu Benützung von ,Auto-Omnibussen zu geben, wird die bisher nicht vo/chergefthengewesene Vermietung ganzer Wagen für bestimmte Zeiten und Strecken eingeführt. Die Berechnung erfolgt auf Grund einer kombinierten Zeit-- und Streckeutaxe und wird in folgender Weise,: bemessen: In der Zeit von :7,Wr früh bis 10 Uhr abends Zvrtentgelt von .200 Krönest für die Betriebsstunb», Mmimutn jedoch 400 Kronen für>, jede einzelne Bestellung, wozu noch.die'Kilometer- Vergütung von 49 Kvo/.ren für einen befahrenen Wagenkilometer, ünd zwar für , Nutzkilomeier ' und Zufahrtskilometer von. und zur Garage berechnet werden. Für die.Nachtzeit erfährt.der Stundenmtgelt eine Erhöhung auf. 250 Kronen mit Minimum? 500 Kronen, mährend die Kilometervergüftmg unverändertbleibt. - ... E«r der stad/ckfchen Holzstelle. Um den in letzter Zeit häufig auftüetendü» Gerüchten zu 'begegnen, "wird hiemit festgrstÄlch. daß für die MmLiüde Wien,' Holzstelle, Geschäftsführung i Länderbank, weder.in Niederösterreich noch außerhalb. Nieberfisterreichs Einkäufer (Provisionsagenten) tätig sind.- Den geschäftlichen Verkehr -innerhalb Niederösterreichs besorgt ansschltrsstich. das Bezirkswirtschaftsamt, Stelle 8, während außerhalb Niederösterreichs'Funktionäre der Länderbank: unsere Geschäfte vertreten. Andere Vermittler treten ohne Mandat, auf und sind daher ahzüweiscn. Keine Annahme von NeuaumesduuAcn für die ll. Klein« gartenausstek.lung. Bei der Kleingartenstelle sind bereits um über 700 Ansuchen um Zulassung zur II. Kleingartenausstelmng am 11. und 12. September mehr eingetaufen, als Plätze vorgesehen sind. Neuanmeldungen von Ausstellungsobjekten können somit nicht mehr entgegengenonnnen werden. . Wechsel in der Stadtbaudirektion. Im Sinne eines vom Vizebürgermeistcr Emmerling erstatteten Referats wurde vom Stadt,enat gestern beschlossen, daö vom Stadtbandirettor Ingenieur Dr. Heinrich G o l d e m u n d eingeürachte Rücktrittsgeruch zu genehmigen und an seine Stelle den Ober baurat,Mar Fiebiger zum Stadtbaudii'ektor zu erste,men. » Der Marktbericht. Me Märkte waren gestern wieder sehr güt beschickt, dkawentüch O b st. ist aus Ungarn in großen Mengen eingelroffen. Auf dem Naschmarkt allein kamen heute an ungarischen Zwetschke n nahezu 140.000 Kilogramm zum Verkans. Die ungarische AusfuhranObst u n d G e m ü s e hat nur msoicnl eine Beschränkung erfahren, als Ausfuhrßcheine nur an legitime Händler und Produzenten ausgegeben werden-. Diese Personen erhalten Ausfuhrbescheinungen ohne lebe Beschr>'ütunst. bloß jene Zwischenhändler/die weder lechkime Händler, ' v und. Wi-Ksr MsV-KK-ettmsg Zum neuen Jahre . JhrenVerwandten> 'tp Freunden (Gästen, «runden) in der Nummer unseres Blattes. Sie sparen Geld, Zeit und Mühe! Preis für das Einheitsinserat: Für Wien und Deutschdsterreich ..K 60 Für die Tschechoslowakei.tsckech. K 20 Für Jugoslawien ......... jugosl, K 30 Für Polen.. poln. Mark 60 Muster: d ~ABNOLD IWJiy Wien, II. Taborstrasse gratuliert allen Verwandten, Freunden und Bekannten xum Neuen Jahre! ■WBMBBBBWHWWMMBaMMMIIIiailWMMMI wurden von der Ausfuhr von Obst und Gemüse ausgeschlossen. Die P r e i s l a g e hat trotz des großen Angebotes keinen Rückgang erfahren. Nur Aepfcl sind etwaS billiger geworden. Fleisch, Geflügel und Fische waren über Bedarf vorhanden. Im Kleinhandel besteht fast gar keine Nachfrage nach diesen Artlkeln. - ''_ Fleischabgabe in Wien in der Woche vom 2. bis zum 6. Sdpternber 192EK In der kommenden Abgabewoche wird in Wien allgemein Rindflersch zu den Preisen der billigen Wochen abgegeben werden. Es erhalten alle Haushaltungen 10 Dekagramm Rindfleisch per Kopf zum Preise von K 50 für ein Kilogramm Vorderes, Li 52 sür ein Kilogramm Hinteres und K 66 für ein Kilogramm Bia'enfleisch. Der Verkauf erfolgt gegen Abtrennung der mit Zifstr 12 bezcichneteu Abschnitte des Rmdflelsch-Einkcmfscheines. Ab Samstag, den 4. d. M-, 5 Uhr nachmittags, dürfen die Abgabestellen das erübrigte Rindfleisch an die bei ihnen rayonierten Knuden ohne Rücksicht darauf, ob diese ihre Quote behoben haben oder nickt, verkaufen. Die Kopfquote beträgt auch in diesem Falle 10 Dekagramm, die Abgabe geschieht zu den gleichen Preisen. Beim Bezug der Zusatzquote wird der mit dem Buchstaben N bezeichnete Abschnitt des Rindfleisch«Einkaufscheines abgetrennt. .__ Mindeft-emitteltenfiirsorge. In der 148. AktionSwoche erhalten alle Besitzer der rosatarblgen Emkaufsscheine für Wohlfahrtsfleisch per Person Vs Kilogramm Maisgrieß zum Preise von K 2.60 gegen Abtrennung des Buchstabens 0 in den Geschäften der Großschlächtcrei an folgenden Tagen: Mittwoch den 1. d, M. für A bis F, Freitag den 3. d. M. für 0 bis K, Montag den 6. d. M? sür L bis R und Donnerstag den 9. b. M. für 8 bis 2. Zentralüonsumvereinder Hochschüler, IX., Porzellangaffe 30. Montag bis Freitag von V-9 Hs 12 Uhr und von V,3 bis 5 Uhr. Samstag von V,9 bis 2 Uhr Abgabe ,v»n Schweinefett, Pflanzenfett, Kerzen, Seife, Nestle-Mehl, Sardinen, Tee, Marmelade, gezuckerte Kondensmilch, Salz und Zünder an alle Mitglieder, sür Zucker-Rayonierte der Juli-Zucker. Neurayonierungen werden täglich in der Verkatlfszeil entgegengenommen. ■ ’ . Bühne und Kunst. Die Ernte der Dramatiker. Der Verlag Oesterheld gibt einen Ueberblick über die Kassenerfolge. seiner. Autoren. Darnach haben die Schauspiele „Hinter Mauern^ von H. Natharlsen, „Jettchen Gebert" von Georg Hermann und das zumeist im Ausland aufgeführte Dmma^,Mm Vorabelch" von L. Kampf bis ■ höchsten, je 200.000 Mark betragenden Tantieme-Ein nahmen. erzielt. - Die ^nHchsth ochste 'Einnahme, 180.000 Mark, brachte W, W. Götzes musikalischer Schwan! ..Wenn Männer schwindeln". Dann folgen das Ln!' 1 „Der gutsitzende Frack^ von Dregely, das.Drama . .Warschauer Zitadelle" voll G. Zapolika und die M;'^ke „Nachtbeleuchtnng" von C. Götz mit je 150:000 Mark Lantieme-Einnahmell. Einen guten Kassenerfolg, 130.000 Mark-, hat C. Götz auch mit seiner GroteSle „Menager.ie'^erreicht. . Es tzibt natürlich Dramankör. die noch, viel höhere Eli'.üal'-'NVN 'n. mmu.'riiiu ai-'! ok';t* u.'ver ini: l September 10M einen nicht uninteressanten Einblick und macht es' bve greiflich, daß der Drang zum Drama so lebhaft ist.! Freilich kommt nur die kleinere Hälfte der Autoren diese'K' Verlages über 100.000 Mark.' di? Mbrzalil Wil darunter. TheaterLrise und KritU.. Infolge der berechngten ,Forderungen der Fheater» Angestellten, insbesondere öe.r. Musiker, war dir Eröffnung der Wiereer O p e.r e t 1 r n b ii b n t n m Frage gestellt. Nach längerrn Verhandlungen zwischen Direk- Lorenverbaild und Bühnenverem wurdL geschlossen, dir Saison unter allen Umständen mit dem heutigen Tage zu eröffnen. Weniger erfreulich als die Tatsache der überwundenen Krise ist die Aeußerung des Herrn Direktor Wilhelm Kare zag'. Er stellte einem .In-LervftMv, gegenüber eine Berechnung der großen Beteiebskoften auf und fuhr fort: „Man stelle sich vor, daß eine Novität durch fällt oder von der Kritik abgelehnt wird, man stelle sich vor. das; aus' irgendeinem' Grunde ein voer -zwei Wochen pausiert werden muß, und man wird ermessen, ein wie großes Risiko der Direktor auf sich nehmen muß. Dennoch werde ich den Versuch machenfort zuspie len. um die. Existenz meiner Leute zu retten, und dieser Versuchj konrrnt nur wie eine Injektion-vor, die der Arzt einem Schwerkran ken gibt, um ihn zu retten." Direktor Karczag erklärte schließlich, Voraussetzung für die. Aufrrchthaltnng des Theaterbetriebes sei -neben der Befreiung von der- MietziLnsstener, „daß die Novitäten einschlagen .und Schlager bleibet. Ein.W'ink an die Kritik, bei der Beurteilung der Wiener Ope-rettenproduktivn Lewe Augen zuzudrückeu, weil sonst die Existeitz der Bühnenkünstler gefährdet sei. Gegen diese Zumutung kann nicht scharf genug Stellung genommen werden. Man tveiß, daß die -Operettenmache nicht gerade die Zierde des Wiener Kunstlebrns, ist und die wirkliche Kunst durch ihre zielbewußte Betriebsamkeit iminer rücksichtsloser verdrängt. Man wird den Wink mit denr Zaunpfahl des Herrn Karczag nicht befolgen dürft«, gerade im Interesse der ausübenden Künstlerschaft, der der Wiener Operettenbetrieb weder, sympathische noch förderlich ist. Nicht den Interessen der Bühnenküllstler, sondern den Geschäften des Ope-- rettenkonzerns und der Herren Direktoren würde die KlKik dienen, welche das Karczagsche Rezept befolgte.-- Maler Sandor Kozeluh gestorben v Der akademische Maler S'andor Kozeluh, fett als Aquarellist in hohem Ansehen gestanden ist, iU hier nach langem. Leiden im Alter von 54 IaMch gestorben. Im ungarischen Ort Pistyan wurde er aM. Sohn eines Staatsbeamien geboren. Ursprünglich Mdas Maschinenfach bestimmt, fühlte er sich früh' vorder Malkunst allgezogen; Einen mächtigen Ansporn fand! er in den iunstlerischLU Erfolgeii seines Oheints EdMtt'st Kozeluh, der im vorigen Jahrhundert als ZeichMr/ Maler und Kupferstecher in Ungarn sehr gesucht war. Wien wurde ihm dir zweite Heinlat. Mt besonderer. Liebe malte er Alt-Wiener Ansichten, die vrrträumteü alten Höft, die Gäßchen in: Herzen der St.-ldt. diese Bilder brachte er eine eigene Note. Das Aktionsprogramm der „Renen Wiever Bühnet i Die „Neue Wiener Bühne", die di« neue Saison heute, mit »Doktor Stieglitz" eröffnet, bereitet^ als erste Premittt die Tragikomödie ^Kleine Sklavin" von D i e tz e a-l s ch m i d t vor. Die Direktion plant ferner Erstaufführungen von Aristophanes' „8 y s r st r a t a", Tschechows »§ w a « o SternheimS W1913“ imb WT ab u 1 a a h «err-- ka « pf" von Lautensack, „Präsident Stopp e r^ von Friedmann, „Sommer" von Sramk, »Du soll st nicht töten" von Andrejew.' — Rminszemermlgen der „Gläubige t", von »Maria Stuart" und andere« llassischen Werken sowie des „D u m m e« Jakob* von Ritwrr sind in Aussicht genommen. . Ans den Theater». Im Burgtheater gelaugt morgen DonnerSlar „Renaissance* zur Aufführung. Anfang */,7 Uhr. . Im Schönbrunner Schloßtheater «mV morgen Donnerstag »Der e r st e Beste* und „Es hak n i ch t s o l l e n f r i n* gegeben. Anfang 6 Uhr. * Im Operrrtheater^ wird. morgen Donnerstag »A * d a* aufgeführt. Anfang 6 Uhr. In der V o l k s o p e r geht morgen Donnerstag zu nor* malen Preisen „F i d e l x o* tu Szene. Anfang "/«7 Uhr. \ Im W i e n e r Stadttheater findet hrnte Mittwoch die E r st a u f f ü h r u u g der Komödie „D e r u n g es ch i ck t e.. I o « g l r u r" von Henry B u r g a st und Hippolithe S a u r i n statt. In den Hauptrolleu sind beschäftigt, dw Damen: Brenneks, Gregor, Markt und die Herren: FM§, Heumngs, Schenk und Weißmüller. .; Im Jofefstädtertheater wird Kreitäs .de» 3d. M. die Groteske „G r e t ch e n" von Gustav, Davrs Nnd Leopold Lipschüy zum ersten Male gegeben. An diesem Abend debütieren die Damen Magda Karden (Gretchen^, Jrma«tb Züchter (Enlnra) und Lllly Block (Magda) und die Herren, «tstl Allhoff (v. Strehle), Oskar Hugelmann (Bürgermeister, BinS), Die männliche Hauptrolle ,S e i n e E r l a n ch t* wird tzo» Josef Jarno dargestellt. >j Im Metrovoltheotrr stndet heute die P«mieer von ,P e n s i o n S ch ö l l e r*, Schwank in drei Akte» von Karl Laufs mit Gustav Müller in der Hauptrolle stakt. Beginn I 7 Uhr.