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Wiener Morgenzeitung · 1920-08-31 · Heft 578 (31.8.1920) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 578 (31.8.1920)
Date
1920-08-31
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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€töte 27 Wien. Dienstag* Rußlands durch Kriege verwüstet wird und daß sich in diesem Gebiet alle Bande der Ordnung gelöst haben. Auch im übrigen Nutzland ist die Sowjetregierung nur vermittels der Macht ihrer Bajonette Herr der Lage.. Dies konstatiert ein eben veröffentlichter Bericht eng- < rischer Arbeiter. Sie stellen übrigens fest, düß die lyauerttichaft Rußlands über eine passive Anerkennung der der-- zeitigen politischen Gestaltung nicht hinausgegangen Md gegen reaktionäre Einflüsse durchaus' nicht gefeit; icu Tiefe wirtschaftliche und politische Labilität AfS Systems nn'rtzte es den Moskauer Geivalthabern naheiegen. so rasch als möglich Frieden zu machen und sich darauf zu besinnen, haß der erste Punkt ihres Programms „Frieden" lautet. Das Judentum als Pfadfinder für die wirtschaftliche Entwirrung. Eine Anregung tum Otto Machtfrage. Es ist mir völlig bewußt, daß schon meine bisherigen Ausführungen erheblich von dem abwrichen. was man gewöhnlich in einer Toge^enung zu suchen und zu finden gewöhnt ist. Bon dem nunmehr folgenden trifft dies noch mehr za, um so dankenswerter scheint es mir. daß dit,Wirntr Morgkmcitung"solchenAtM'chrungm Raum gewährt. Allein cs wird sich binnen ganz kurzer Zeit zeigen, daß sie damit nur vorauseilt, den« lange .wird man .sich nicht mehr darauf beschränken können, eire Auswahl der sinnlosesten LeidenschastSankbrüche der Staaten, Böller und Einzelner zu orrze-chven. Sie häufen sich so sehr, daß eben nur mehr täglich sine kleine Auswahl geboten weiden kann. Man wird sich auch »icht damit begnügen können, über diese Vorgänge zu jammern und zu klagen und endlich wird auch die Möglichkeit rrper Steigerung auihören, indem man durch fette Alifschnsttn ans das Gmseln von morgen vorbei eite'. Schließlich w-rd ja doch nichts anderes übrig bleiben, als, sei es auch mit eirr'gtt Anstrengung, daran zu denken, wie das Gestern Lurch das Heute «it dem Morgen so zu verbinden sei, daß man übermorgen nicht wieder etwas anderes, etwas noch neueres als daS allerneueste „bringen" konnte, sondern etwas, was zwar bloß Fortsetzung ist, aber was man doch als eine Art fortschreitenden .Aufbaues". sei cs auch vorläufig nur von geistiger Art, zu rrkmnen vermag. Es kann als ein bemerkenswertes Anzeichen für die gegenwärtige Eignung des Judentums zum Pmndfindcn betrachtet werden, daß gerade seine Tageszeitung solchen Ausführungen! Raum gewährt, noch brze'chnender aber scheint mir die sehr einfache Erklärung hiefür. M>t dem zionistischen Gedanken, der diesem Blatte die Grundrichtung gibt, ist es auf den Geist de- Aufbaues vorweg eingestellt und kann daher in allem und jedem dieser Richtung folgen, die andere Blätter noch nicht zu finden vermögen. Warum? Das gehört nicht hicher. Run liegt meine Anregung, das darf doch wohl ohne weiteres gesagt werde«, zweifellos in dieser Richtung, allein ihre Verwirklichung wäre so lange ausgeschlossen. als man die Gestaltung der Wirtschaftsordnung als eine M a ch t s r a g e betrachtet. Wie sollten sich eine solche Ainahl geistiger Kräfte zu .rmer so umfassenden Arbeitsleistung zusammenfinden, wre sie die Erarbeitung und Gärung vyu Darstellungen der künftigen Wirtichastsgestaliimg erfordert, wenn diese eine „Machtfrage" wäre und som" von irgend wacher „Macht" jederzeit nach ihrem Belieben gestaltet werden könnte. Da müsse man doch nicht nach Vorstellungen einet Wirtschastsgestaltung, sondern lediglich nach solchen für die Erlangung von Macht streben. .Tatsächlich ist dieser Gedanke der Herrschenden auch in den derzeit aus diesem Gebiete geistig führenden Kreisen, ungeachtet seines schaudcrvollcn Ergebnisses, das wer nun feit über sechs Jahren durchlebenohne daß durch diesen Gedanken ein Wandel abzusehen wäre, vielmehr werden' die Dinge mit jedem Tage schlimmer statt bester. Hier und Nirgend anderswo. Das wird man bald erkennen lernen müsten, liegt die Schuld auch nicht bei diesem oder jenem Volke, diesem oder jenem Staate, vollends irgend welchen rmzeluen Menschen. Es gbt auch keinen anderen Ausweg, als endlich zu erkennen, daß die Gestaltung der Wirtschaftsordnung durch eine eherne uucrschüttcrl che U n g e s c tz m ä ß i g k e i t bestimmt wird, gegenüber der alle menschliche Macht ebenso versagt und versagen muß, wie gegenüber einer Aenrerung der Schwerkraft, daß aber die die Wirtschaftsordnung unbedingt zwingend bestimmende Urigeletzmäingkeit, ebenso zuverlässige. die menschlichen Dedürsniste vollauf befriedigende Gestaltungen ermöglicht, wie die auf der Schwerkraft beruhenden statischen und dynamischen Gesetze, ja noch mehr sieermöglicht, wre diese Grütze m baulichen Kunstwerken oder in Leistungen' wie zum Beispiel das Flugwesen, Einrichiungen und Exnmgenschafren, die weit über dre Grenze« rrkeurlbarcr menschlicher Bebiixfiuffc b'.nausgehen. Wird aber eine solche Urgeschnrüßigkeit erkennbar, dann und nur dann wird es möglich,, die hier gegebene Anregung -n verwirklichen, well die auf kolcher Urgesetzmäßigkeit aufgebauten Vorstellungen der Verwirklichung — ohne Rücksicht auf menschliche Macht — sicher sind und somit der Antrieb sie zu erarbeiten, keine wirksame .Hemmung erfahren kann. Und — man besinne sich doch nur einen Augenblick — welchen Wert hätte alle geistige Arbeit, wie gerechtfertigt wäre die Geringschätzung, mit der man ihr gegenwärtig fast allgemein begegnet, wenn sie zwar bei irgendwelchen kleineren oder größeren menschlichen Werken fähig wäre, durch Pläne, Anordnungen und dergleichen Vorstellungen zu vermitteln, die der Werkarbeit reife Ergebnisse sichern, aber für jene Ordnung, die all hem, was so errungen wirb, für die menschliche Lebensgestaltüng erst Wert verleiht, wenn die geistige Kraft hier so versagen würde oder gar, well eine „sRachtftage" jpj^ft Siebt Nr. 568 und 664 der „Wiener Morgmzeitnng". Wiener Moegenzetrnrrg vorliege, versagen müß-t e,,.wie wir es seit mehr als sechs Jahren qualvoll erleben?- ■ - Der einfachste und fruchtbarste Weg, den Machtgrdanken zu üherwinden, besteht darin, jene Urgesetzniäßigkeit aufzuzeigeÜ'-und eine klare Vorstellung von ihrer Wirkungsweise zrr erywglühen. Der bisherige .geschichtliche Verlauf wird hann'-ßeutksch< ergeben, wodurch da? Judentum gegenwärtig , zum Hfadftntm berufen, ist, und die gostcherto DoräMsicht, die auf diesem ■ Wege möglich wird, gewährleistet dt» Verwirklichung . -dev' auf. solcher; Grundlqgq evarbetttten V^r-,.. stellikttgen, da kein Zspeisel« übrig bleibt, daß jedes ändert Streben zunichte rtzerhen müsse. Diese Sicherheitgßftattct auch — getragen von Unbedingter Zuversicht — dem für alle befriedigenden Ergebnis mit der unerläßlichen Geduld und dem Uebergang jo zuzustreben, wie das rascheste Fortschritten in der gebotenen Richtung es erheischt. Von daN zahklosem Wegey, UrgMMSßlg^tt^fzuzrigen und den Verlauf ihrer Wirst amksit dakrzustellen, wird der folgende deshalb gewählt, w>etk er als der kürzeste angenommen wird, um eine andeutungsweise Darstellung zu bieten, die für den 'vorliegenden AtvLck ausreicht, uyd. zugleich. das Verhältnis zwischenUrMetzmäßigkeit und Menschlicher Macht auszudrüclvn. - , Das Verständnis für dieses Verhältnis bildet den Knotenpunkt für die ganze Entwirrung und zugleich die rrnerlähstche Grundlage für die Lösung der strittigen Hauptfragen. Keinem Zeit standen so reiche Möglichkeiten für dieses Verständnis zu Gebote, aber niemals fehlte so sehr der Sinn dafür un.d so bleibt nichts -nDvÄ übrig, als mit nichtweniger als beliebter, geradezu schulmaßiger Anschaulichkeit an dieses Verhältnis zu erinnern. - •' Die Erde als der Boden, an den die menschliche Lebens* gestaltrmg gebunden ist, ist, ipbe allgemein bekannt, em kugelartiger Körper pou über lAt/z Wnlipne« Meter Durchmesser. Stellt man stch eine Ameise , am Fuße des 137 Meier hohen Stephansturms vor. so hebt sich Dieser etwa 137.008:««! mehr von der Erdoberfläche ab als dre Ameise (etwa ein Millimeter). Die aurrcryte Gesrair eines Menschen von 1,8 Meter Höhe hebt sich — im Verhältnis zum Erddurchmesser — noch etlya 45mal weniger von der Erdoberfläche ab, als eine Ameise im Verhältnis zum Stephansturm. Nun ist die Erde doch rmr ein Planet innerhalb unseres Sonnensystems und welch ein Teil 'des Weltalls unser Sonnensystem ist, Mögen die Astronomen berechnen: aber man wird wohl dieses Rechnungsergebnisses nicht bedürfen, es genügt drt ohnehin bereits unvorstellbare Abstand zwischen Urgesetzmäßigkeit und menschlicher Macht, der sich aus jenen Größenverhältnissen ableiten läßt.' Es ergibt sich nur eine belanglose Aenderung, wenn man sich die gesamte Menschheit im Verhältnis zur Oberfläche oder zur Masse der Erde vorstellt. _ PolitischeRundschau. Horthy gegen Friedrich. Eine humoristische Rede de» ReichSverwesers, Budapest, 30. August, illng. Tel.--Korr.-Bur.) Gestern fand die feierliche Eröffnung der Theißbrücke zwischen SzenteS und Csongrad statt, die seinerzeit von den Rumänen gesprengt wo'.drn war. Der Feier wohnte auch Ärichsverwcser Horthy bei, der in einer Ansprache unter anderem aussührte: Nach der schmählichm Epoche, die nichis vermochte als zu zerfiörc«, hat im ganzen Lande die Arbeit d.s Wiederaufbaues begonnen. Bor kaum einen Jahre haben wir in Szeged n die Organisation der nationalen Armee in Angriff genommen. Heute steht sie als Hoffnung und Etolr der Ration da. Bisher haben.wir MttigstenS ko viel erreicht, daß .der Name Ungar wieder Ehre und Kraft bedeutet. Ich erwarte, daß iedermann hingebungsvoll hinter mir stehe. W e r aber auf Irrwege gelsitrt Ist. de n w erdest wir z e r f ch m e t t e r n. Im Komiiatc-Haus von Szcntes hielt der ReichSverwrser ln Erw.dcrung auf die Begrüßung des ObergespanS eine Rede, in der er unter anderem darlegte: Die'em Lande tut ein Wille und eine Richtung not. Wer nicht p a l r : o t i f ch genug G die'e Richtung zu befolgen, den werden wir d a z u z w r n g e n. Die Zeiten der Experiment: sind vorüber. Jedermann muß die. Nativnalarmee mit Leib und Seele untirftützen. denn wenn wir eine Ernte haben und unsere Nachbar n lmbcn keine, so könnten sie kommen,' um sich unsere ErNte zu holenwenn wir nicht zur Stelle sind. DaS aber wird kein Bela Kun verhindern, sondern nur die nationale Armce. , Der Rcichsvelwrser sagte ferner: Wir wollen dm Selbstl o s e st e n und Klug st e n unter uns auswahlen; der möge sich au die Spitze dieses Volkes stellen, das so gute E'-genschaslen hat w:e keine andere Rasse der Wclk. Dann werde« wir zmn Ziel gelangen-und zu den besten aller Rationen zähle». Das neue Deutschland. Ueber öas Rachkriegs-DeutMand schreibt Heinrich Strobel im letzten Heft der „Weltbühnü": „Eine neue,Orgie des Chauvinismus, einen Zyklon der Volksverhetzung", einen Taumel des Nationalbolschewismus, der nicht nur Offiziere und Studenten, Alldeutsche und Beourgeoisiesöhnchen gepackt .Hai, sondern auch Handwerker und Dauern, ja selbst Arbeiter, die das stupide Phrasengedröhn von der Diktatur und denz Terror jetzt ° glücklich den nationalbolschewiklsch verkappten chauvinistischen Brandstiftern in die Arme getrieben hat. Die Unabhängigen, die durch ihre Verherrlichung der Gewalt, durch ihr Schimpfen auf den Ententekapitalismus und ihre seichte Verspottung des pazifistischen Gedankens erst die rechte Stimmung für die chauvinistische Haßpropaganda geschaffen hatten, nehmen jetzt mit Entsetzen wahr, wohin wir gekommen 'ZI. Dugust 1920 Rr. 578 sind. In den Straßenkämpfen m Oberschlesienm dems Erfolg der wüsten Propaganda für den Nevanchekrieggegen Frankreich offenbart sich der Seelenzustand des auch in den ztpei Friedensjahren immer nur verhetzten und mißleitetest Volkes. Der Geist von 1914 rast tpieder durchchie Straßen, ein Amokläufer mit gezücktem Dolch, Mütschaü'M auf den Lippen und die Stiere des Wahnfinnj^in den blutunterlanfenenAugen. Noch sind massenhaft KrüHel des Weltkrieges in Krankenbaushehandlung, noch verkommen Hundexitausende von Kriegsgefangenen in Sibirien — aber die karg gewordene Erde muß mit neuen Blutströmen gedüngt werden. I^nd was.schadet s. daß Millionen elend verreckten und abermals verrecken werden — die Menschenproduktion wenigstens ist ja wieder in flottestem Gange. , Mit - der grauenhaften Selbstvernrchtuugswut st'fsttasftert schauerlich ein rasender Lebens-drang, eine -sinnlos wrkfte Genußgier. Aus der historischen Ueberlieferung wissen wir, daß die Menschheit noch auf alle schweren Heimsuchungen so reagierte. So oft ein Krieg ader die Pest das Menschenleben fpottwoflfeil machte, fielen Männlein und Weib lein sich umso brünstiger in die Arme. Welches Leben lebt das Volk, das sich jauchzend «T den Weltkrieg stürzte, well es fest davon überzeugt war, haß qm deutschen Wesen die Welt genesen müsse, bas VoA, das noch heute, nachdem es unerhörtes Unglück über die halbe Welt gebracht, hie ihm zugemutete Sühnung der Schuld als schmähttchstsS Unrecht emp. findet und lieber sich selbst und die andere Hälfte der Welt vernichten mag, als daß es wartet, bis eine friedliche, natürliche Entwicklung der Dings auch Hm wiedsr zu seinem vollen Rechte verhilft. Es ist, als ob sich seiner eine Jrrsinnepjdemie bemächtigt habe, fjfür nichts mehr scheint es Sinn zu haben als für läppische Zerstreuungen, für idiotische Amüsements. Fast in jedem Häuserbkock nistet ein Aino, und mit welchen Stücken lockt die Flimmerfläche die Massen! Md wo. Dttektjvromantik und gefilmte Entkleidungsfzenen nicht mehr ausreichen, verheißen verführerisch plakatierte Nackttanze dem keimenden und dem versiegenden Sexualtrieb besondere Reizung. Damit sich aber mit der Wollust auch die Grausamkeit paart, haben es die öffentlichen Poxkqmpfe zu einer ungemeinen Verbreitung gebracht. Das ist freilich nur ein schwächlicher Ersah für die Tierhetzen und Gladiatorenkämpfe Roms, aber für diese Entbehrung entschädigt einstweilen ein gelegenlicher Stratzenkampf und, hoffentlich, bald der neu«, größere Weltittieg, an dem diesmal auch ganz Asien ein ehrenvoller Anteil zugedacht ist. Beduinifche Selbstverwaltung in Transjordaulen. Jerusalem, 28. August. (Jewish Eon. Bur.) Nach der Einnahme von Damaskus durch die französischen Truppen wandten sich die angesehensten Scheiks Transjordaniens an Sir Herbert S a m ue l mit der Bitte, die englische Verwaltung auch auf Transjordanien auszudehnen. Auf seiner Reise nach Jericho und W Salt, wo ihn die ganze arabische Bevölkerung mit Begeisterung aufnahm, empfing Sir Herbert Samuel eine 600gliedrige Abordnung der transjordanischen Bevölkerung, der er die Erklärung abgab, Frankreich habe zugesttmmt, daß Transjordanien zur britischen Einflußzone gehöre. Es ist notwendig, dieses Land von Damaskus abzusondern. Es sei jedoch nicht beabsichttgt, Transjordanien Palästina einzuverleiben. Es solle eine besondere beduinische Selb st Verwaltung eingerichtet werden. Eine kleine Anzahl, polttischer Beamter werde bei der Organisierung einer arabischen Wehrmacht und bei der Einführung der Ordnung behilflich-sein. Handel und Gewerbe wie auch die Errichtung von Banken werden gefördert werden. Zwischen TranS» jordanien und Palästina werde vollständig freier Handel herrschen und es werden Schritte unternommen werden, um die Verbindung mit allen Ländern zu erleichtern. Es soll weder eine allgemeine Militärdienstpflicht eingeführt noch eine Entwaffnung vorgtznomncen werden. Waffen werden aber nach Palästina keinesfalls gebracht werden dürfen. Die britischen Instruktionen für die Beamten dieses Landes werden vor allem den Grundsatz verfolgen, die Bevölkerung zur Selbstverwaltung zu erziehen. Die politische Lage in Bulgarien. Ans Sofia wird berichtet: Die Lage ii.N Bulgarien gestaltet sich sehr ernst. Die Regierung de'schärft den Kriegszustand und die Zensur. In einem Interview mit den Vertretern der So'ioter P.esse hat der Ministerpräsident S ta mb o l i i s k i die getrogenen Maßnahmen damit begründet, daß dis Gefahr bestehe, daß sich kriegslusttge Elemente in den Konflikt zwischen Polen und Rußland einmengen könnten. Es ist sogar'der Verkehr der Privatntomobiie verboten. Den. Zeitungen ist es untersagt, irgendrvelche gesetzwidrige Handlungen der Neg'erungsorgane zu veröffentlichen. Es wird mit Sicherheit verbreitet, haß zwischen den rumänischen und bulgarischen Regierungen geheim« Verhandlungen stattfinden. Die Verhandlungen werden von Wen Bulgariens von Stanrboliifki.geführt. Der Ort der Verhandlungen ist Euxin-vgrad bei Warna. An diesen' Verhandlungen nehmen auch iranLöü.ÄL Ofsiziere teil. Es scheint, daß die französische Diplomatie einen Bund zwischen Rumänien und Bulgarien begrün« den will, der gegen Rußland gerichtet werden soll. De« Bulgarin sind tex,ritzoriale Zugeständnisse genracht

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