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Wiener Morgenzeitung · 1920-08-31 · Heft 578 (31.8.1920) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 578 (31.8.1920)
Date
1920-08-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Augusts Havas meldet aus Warschau: Aus den letzten Nachrichten, dis diepoknischeRegisruntz ans Minsk erhielt, ist ersichtlich, datz die Arbeit in Minsk Vollständig n nm ö g l i ch ist, da der Mast der drahtlosen Station gebrochen ist. Es §ann daher mit Warschau leine Verständigung erzielt werden. Der Leiter der polnischen Abordnung begab sich mit der gesamte« Abordnung nach B r e st-L i t o w f L. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die polnische Delegation nicht mehr nach Minsk gehen, sondexn mit Sapieha nach Warschau anrSckkehren wird. '! M o s ik a u> 30. August. (Funkspruch.) Volkskommisiar Tfchitscherin hat dem Londoner Sowjetvertreter & a m o n e w mitgeteitt, daß der Vorsitzende der russische« FriederrsaborLnung, P^nischomssti, zar- BerichterstaLttzng »ach Mosk au abgsreist setz Werl die polnische Abordnung die russischen Friedensvorschläge ablehne, ohne GsgenvoWlage M machen. G ch i d o witsch sei in Minsk verhlieben. . . rufstsH^r ^r^ehMV '"/ " ÄO^-WdKMWolff^ Nach -hiimi ' ^eMrgylnr aus Waxfchau, vom-d-M. chejß^..es in ^rW. Note des polnischen -Ministers ,d?s MuHm, isie psltzfsche-.HL-tchzeHH^leMtiorr..'Hahr.--am. 27^ ^. M7., die pusM.chLn HM-e'd.e. ns>be'd>i.n g nn-gau - .e?: lehnt, ,weilfie/gegen das Meödst^stimmustgs'^L-der, Mlfer upd gegen die von 'Rußland bereits anerkannte --GoytterKüttät.-.- Polens -gerichM' seien .nntis eins^Ein-s iGtOnM -in die inmre -Politik, WlenS üarstellen. . \ t -.^/PombM »ach Minsk unterwegs. v ' “ ÄMSkach, v - 30. Augusts (FÜnk-fpru.ch.) - Mr ^Mhrer derpoMschen' -Friesen-LWrdMng, D^^nr-dsk,i/''hät . Mern um 3 Uhr nachmittags' die irussisch-poKische lschstt ÜVerschritten. - '' . T i ’; / Pole» ML in Mga Verhandeln. \ 30^ August. (Funksyruch.) Außenminister . H sandte-an den BolkskommissäL T s ch r-t sch efolgsrchss Telegramm:. Ang-ssichtS, ,der peinlichen .§a^,..-in d^L -sich, unsere Ahorhnung in Minsk.befindet,- "pnL wegen - des .geradezu unerhörtsn AufruseH -deZ 'HochmandpS der Westfront der Sowjetarmee, der unsere -Uri«den.ßaboxlmuygheschimpst, find« ich den sofortigen Qiitsch e ch fe t b et „ Be rha n btu n ge n -npchierchig. und beantrage Äigg unter der Annahme, daß.die srttischs Regierung damit einyerstanden ist.. - - Moskau, 30. August. (Fmrkjpruch.) Fpombencht , -vorn. .'2^. August: p chZik besetzten wir' i Hehrere-- QrtschaftH M^Mchsk^ÄMG-M AWUMM GebsÄ von W l H ÄchMicho G r u h r e s z yH^Oampfe von nur örtlicher Bedeutung. Bei L e m b e r g h a r tn ä ck i g e K ä nr. p f e. Im. 5krimabschmtt wurde bei Orjechow W.ran g el zurückgeworfen, wobei zahlreiche! Gefangene/ Geschütze und MäsDnengetvehre eingebracht wurden. . ' r. ... Moskau, 30. August. iFunkiPruch.) BolWommissär TschiLscherin hat die Sowjetvertreter Kamentw in London und Ko pp in Berlin verständigt, daß die russische Armee ihre Umstellung beendet und den An" griff neuerlich au fgenommen habe, wobei bei Bialhstvk, Brest-Litvwsk und in Qstgalizien bereits Erfolge xrrungen worden seien. Die polnischen Mewungen über ungeheure russische Verluste seien unwahr. Die russische Armee sei durch den FlanMangriff bei Nowo- Minsk zum Rückzug gezwungen worden. Hiebei habe es einige Male kritische Lagen gegeben. Berlnste waren unausbleiblich, die- Kampfkraft der Armee sei uuberührt,. neue Ve .stärkmr gen seien eingelangt, London, 30. August.(Funkspruch.) Nach den letzten Meldungen aus Warscharr bemühen sich, die Nvttruppen, die polrtische Armee, die nun über 100 Meilen östlich von Warschau steht, in ihrem Vormarsch aufzuhalten. ’ Rußlands neue Lands», 30. August. (Funkspruch.) Nach Berichten ans Warschau ist der Krieg in ein neue- Stadiumgetreten. Tyszowee, Sy Meile» nördlich von Lemberg, wurde huoch Badjeunys Reiterei erobert* Man f ermutet, daß die «eue Offensive «ördlich von emherg eiufetzen werde. «. ' Perlin, 30. Angüst. (Tel.-Komp.> Das qA4lhr Abendblatt^ meldet aus' Kopen- Hag0«r „Ärrttugsl« Tideude" meldet von der lönsfischen Front: Von seite« der Bolschewiken tuden ungeheure Vorbereitungen sSr die ommeade Offensive statt. An der gauze» KroUt wird augenblicklich erbittert gekämpft. Große russische Trnppenmaffen operieren be^MM Rücken der Pvlen. / ^MvMtr, 30. AuMi-' s^HNpruch.) Ayr,GEt der KrhutMe. B i-ly sto^^o'hkoHMkMHden Mgtloüen^. erobert. H d i| uH.. -Ud' lHtv ie ich prch noch - einige. Or.ischafteu. beHew 'U^ern , s.bes flössest. Mzaskaja wu'lHu vrieyr-. Ünier Bor,ri-.rr,'aj/.wird. Etzt.^, , ... ,. .... <;.7;; ,-i. V;‘/V 7 Trotzky übe« die außen Moskau, 30. August. (Funkspruch.) Am 28. August hat Volkskommissar T r o tz k y in der Versammlung der Genoffenschäften und Betriebsräte über die a ü ß e U p o l i tische L a g e gesprochen und hiebei geäußert: Es gibt zwei Auswege aus der jetzigen Lage. Entweder beachtet Polen die Lehre, die es erhalten hat» v e r z i ch t e t auf die Fortsetzung der Eroberungsversuche und wird sich bewußtdaß Moskau etwas weiter als Warschau.von Brest-LitowsK entfernt ist, und erstrebt einen baldige« F r i e d e n, oder wird Polen wieder, auf den Weltimperialismus gestützt, versuchen, das Kriegsolück zn erproben» um S o w j e t r u ß lau d z u e rw ü r g ie». Am ersten Falle wird Polen eine gerechte Rechnung über die vielen Meuschen-. leben erhalten, die durch den polnisch-rufsi-- schen Krieg vernichtet worden find. Im anderen Falle aber werde» die Arbeiter- und Banernrepubttken Rußland und Ukraine alles aufbieten, was sie an Kampf- Kräften «nd Kampfmitteln besitzen, um die Me Fahne der proletarischen Revolution Nuch in Warschau aufzurichte». Die russische Regierung Hai ihren auswärtigen Vertretern eine durchaus optimistische Darstellung, der /' -Kriegslage mitgeteitt. Die Umgruppierung der)Mmes;/'?sev :'6§endet- und der Angriff' neuerlich --aufgenomnwM/ worden, wobei an wichtigen Stellen der FroEherD^^ Erfolge erzielt worden seien/ Die neuen -VerstWuHetW ' seiew eingetroffen. Falls es nM - bald zum/MMW, kommt, wurde eine neue Offensive begonnen :--werden/- Diese Ankündigung, deren tatsächliche UnterlagH-/;.ckMt-?^ überprüft werden können, soll den , diploWtWesi^ Kredit der Söwjetregierung ' im -ZlnslaE ^ehewder durch die letzten' Vorgänge bedenkttch .^ gefunken war. Die Verhandlungen * in/ MiW /'sind E inzwischen - schon abgebrochen ' worden: - ^Mchüld ';. daran sind .. weniger^ die^Frredensvörschlage- MMäW'2' als vielmehr ein.an sich unbedeutender Zwischenfäll. . Ein bolschewikisches- Mmeekommando hat näinlich üw/ einem Aufruf an die- Bevölkerung^ von Minsk die: polni' scheu Friedensunterhändler nls Spione bezeichnet' mstd;. .diese -Beschimpfung- .hat den Dolen den willkapstneneu- Anlaß gegeben, mit denr Abbruch der Verhandlung eu zit - - dröhen ünd Riga als neuen KonferenZört/zü beänträgesi/. Obzwar sich Rußland beeilt hat, Satisfaktion? zu-- geben > jund-in öffentlicher'Plakaten die Beleidigung^^-M-/po!« - nischen Delegierten zu widerrufen, sind diev Verband^ Ölungen in.Minsk abgebrochen worden'wnd die Friedtzns^- delegierten sind abgereist. - Dies wird nun' von beiden-/ Meitert zu - nrilitärischerr AkLivnett' benü tzt, - unreine Äeridei'' EgAer^age:Derverzu.! " / Inzwischen seßen' chle^ M lil W’ Papst, haben bei den Polen in' mäßigendeni ' /Sinne/ inteweniert und sie davor gewarnt, ihre Wqff^n /a^/ russisches Gebiet zu tragen. Die Gefahren, die auANHE solchen' Schritt Polens entstehen kLmsten/zliegest zn' klav Zutage, als daß sich die demoMLisHen' -ÄäÄHMrüber hinwegsetzen könnten. Das Selbstbestinlmuugsrecht dep' Völker, für das sie in'den Krieg gezogen sind. Muß auch;für die Russen geltest, fiir die'ein Erscheinen polnischer' Truppen in ihrem Lande den Anlaß zu einen: förmlichen - „heiligen Kriege" bieten müßte. Die SowjetregierirstD chatte bereits in, ihrerletzten Note an. England, jnHME. ' sie die-Abberufung Kamenelns ankündigte, mit den: Mgriff auf die asiatischen Besitzungen Englands gedroht. Ihre Truppen Haberr wiederholt' versucht, durch einen * Einbruch in Persien die asiatische Stellung der eng« ' lischen Truppen von der Flanke her.aufzurollen. Es ist in dieser Angelegenheit ungemein viel gelogen worden,^ wie denn überhaupt die Bolschewiken die Kunst der 'huropäischen Heeresleitungen, mit ttebertreibungen - und Siegesnieldungen die Welt zu bluffen, sich sehr gut angeeignet haben. Aber das englische Weltreich ist rn feinen asiatischen Vörpostenstellungen ungemein'empfind, lich und geht, gernallen Störungen aus Lern Wöge. Der ’ Orient reagiert auf militärische Geschehnisse, 'ganz' -anders als das Abendland, und die englische SfaatskuNst' ist immer ängstlich darauf bedacht gewesen, Rgizüngest * ^so weit als möglich zu vermeiden. Die' Bedachtsamkett/ MÜL der Lloyd George die Ostfrage behandelt, ist auch von Sorgen, dieser Art diktiert, und man' kann dpssestficher sein, daß die englische Diplomatie alles'aufbieten' , -wird, um die polnischen Bäume nicht in den HimmA'^' wachsen zu lassen. Die Meldung, wonach'Enver Päscha, in einem Flugzeug von Berlin nach Moskau entkoch'Melri sei, um im Zusammenwirken mit der Sowjetregienmg die islamitische Welt gegen' England in Bewegung zu setzen, ist bis heute noch nicht bestätigt/worden, Hie denn überhaupt der gewesene türkische Generalissimus ' ein Lieblingsheld der europäischen Kriegsphantasie! geworden ist. Aber die Gefahr, daß dies doch einmal 'ge- ’ schehen könnte, liegt sehr nahe, und so ziehen es die englischen Politiker lieber wor, die polnischen'Schützlinge des französischen Militarismus beizeiten an die Ver-gäng-' -sichkeit hes Schlachtenruhmes'zu mahnen. '. Die .russische Regierung'weiß auch von einer neuerlichen Niederlage des Generals' Wränge! zu' berichten. der sich wieder auf die Krim zurückziehe. Man kann'. dessen sicher sein, daß in den nächsten' Stunddn Genersts' Wrängel'via Konstantinopel einen großen Sieg bei ' -irgendeinem,' auf keiner Karte aüffindbären Orte'rnÄde» ' wird. . Wie dem immer sei, sicher ist,^ daß-jer WdH'

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