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Wiener Morgenzeitung · 1920-08-25 · Heft 572 (25.8.1920) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 572 (25.8.1920)
Date
1920-08-25
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Wie», Mittwoch ^itgTartb und Italien mit einem lUHmertum ei «greifen, in welchem sie M' Sowietregiernug am ihre Zusagen nr-üglich der.Unabhängigkeit Polens w stiegen, so ergibt das die Möglichkeit eine? raschen Friedens, vorans' ^esetzt, daß sich-Lenin und Trotzki der ihnen in solcher Weise sich darbietenden Vermittlung bedienen mallen. Tic Beschleunigung.-es FriedensschltlsieZ liegt im Interesse . Europas, noch mehr aber in jenein Nußlands.deni ia noch Unglück genug bevörsteht. Ein' verlorener Krieg «st noch immer der Ansgängs'putzkt sozialer nnd.politischer Krisen gewesen. .Diesen!., Schickjät wird auch das 'Rußland der Dritten Internationale'nicht entgehen. Potttifche^Rundscha«. Zusammenkunft Lloyd Georgemit Simons? Die ^Boimche meldet mi-3 R o m: Der Bericht* Matter der ^Jdea Nanonole" in Luzern erfährt von autoiiiertcr deutscher Seite, Deutschland beabsichttge. "falls cs zu einer Ziisc-mmenkunft zwischen Dr. Simons und LloNd George kommen olkte, keineswegs, eine Erörterung des BerfüMr Hrtrageherveizrtsnhren, sondern nur speziell d en t s ch ' e n g l i s ch e Frage« anzuschneidcn. Der Berichterstatter sögt hinzu, in -rutschen Regierungskreise» arbeite" man augenblicklich stärk an nn«r dentsch-rnglischen Annäherung. Deutschland wünsche ferner, sich mit der Entrute Aber die Haltung fli versiäüdigca, die sich *>tn Mittelmächte« und Weltmächten Rußland gegen* 4 b t r empfehle. ' Frankreichs Vertreter bei Mrangel. Wie aus Paris gemeldet wird, ist Botschaftsrat de Mar rot zum sranzö'irchen Qberk-rnmi'sär bei der Rco: -ung Wra"g"s« ernannt word-en. Mir'-el, der geaenn-i n.ig Frantveim bei ben f4ufa-ifcfrtt Dfa,.u jtifen vertritt, wird sich von IMis ^ach Sebastopol begeben. Der bevollmächtigte Minister Abel Che valle y, der Frankreich in der Plebiszitkammiision von Allenstein vertreten hat, deren Arbeiten nunmehr beendigt sind, ist zum Oberkommissstr Frankreichs bei den kaukasischen Republiken ernannt worden. Von der Liga str Menschenrechte. AuS Paris wird gemeldet: Liga für Menschen-' keHr veröffentlicht eine Erklärung zugunsten eines Verurteilten namens Josef Burger, der zu zehn Jahren Gefängnis und zwanzig Jahren Anfenthattsverbot verurteilt worden ist, weil er angeblich einen 'französischen Posten belästigt haben soll. Burger sei unschuldig und seinem Verteidiger fei nicht die Möglichkeit gegeben worden, vier Entlastungszeugen zur Verhandlung zu laden. Die Liga für Menschenrechte verlangt die Revision des Urteils und die Begnadigung de- Verurteilten. Auf neun Briefen habe der Kriegsminister nur mir einem einfachen Schreiben geantwortet, baß die Angelegenheit geprüft werde. Wenn dir Angelegenheit nicht in kürzester Frist eine günstige Lösung fände, so werde die Liga für Menschenrechte die öffentliche Meinung sich mit der Angelegenheit befasse« lassen. Selbst einem Deutschen gegenüber schulde man Geechtigkeit. _ Gegen He ungarische Armee Es verlautet, daß demnächst in Paris bei« Obersten Rat. und in Budapest ein Schritt der Tscheche« und Südslawen wegen Entwaffnung der ungarischen Armee erfolgen werde. Man halt rö in diplomatische« Kreisen für möglich' daß der Schritt in Budapest befrist« t sein könnte- Der irische Aufstand. London, 24. August. (Funkspruch.) JnLisburn bei Belfast sind sechs Mann der britischen Poli^eitruppe, darunter der Inspektor der Konstabler, Swansey, von unbekannten Tatern ermordet worden. Die Gegenhandlungen der Un io nisten nehmen gleichfalls eine immer schärfere Form an. So wurde im katholischen Bezirk von Lisbur« eine Reihe von Gebäuden nieder* gebrannt, wodurch ein Schaden von 150.000 Pfund entstand. Die angeforderten Polizei- und Militärverftär» kungen erwiesen sich gegenüber der Menge als machtlos. Aus Cork stammende, in Men Ortschaften Irlands an*, geschlagene Aufrufe kündigen Men jenen den Tod an, die auf Grundlage von Homerule mit der britischen Regierung verhandeln wollen. Inland. England und Oesterreich. London, 24. August. (Funkspruch.) Zur Republik Oesterreich sind' die vollen diplomatischen Beziehungen ausgenommen Worden. Die österreichische Ges and schüft hat ihren Sitz im Gebäude der früheren österkeWsch-ungarischen Botschaft. Da die österreichische Regierung vorläufig in Großbritannien keine Konsularämter errichtet, werden alle Konsularangelegenheiten von der Gesandtschaft erledigt werden. __ Aus dem Abstimmungsgebiet. Marburg, 24. August. (Südsläw. Preßbureaui) Dos technische Personal der Abgrenzungskömrmssiün bat heute die Grenzbestimmung oberhalb Drauburg begonnen. Die Eiitentckomnüssion nahm die erste Besichtigung an Ort und Stelle zwischen Spielfeld und iWahrenbera vor. Wiener Morgenzeitung Deutschland läßt keine Waffen- LrMsporte^ hrrrch. Berlin, 24. August. (Wolff.) Gestern aberrvF fand unter d m Vorsitze der. R c i d) | a n zlers eine Besprechung m\t den Ver itefern der beteiligten Organisationen Wer dio. Frage der O e f ö r& c r u n pi v o « W a f f & it n nd M u n i t! o n statt.'' Es bestand EinmKtigkett darüber, dnst sowohl neutralitätswidrige als arrÄ zu ungesetzliche« Zwecken bestimmte Transporte unter allen Umstanden verhindert iöc t d e u sollen, denn die Regierung steht unabhängig von dem Gange der Kriegsereignifse fest aus dem Boden.strengster Neutralität. Blutige Kämpfe zwischen Albanern und Jugoslawen. Laibach, 23 August. (Südslaw. Preßbureau.) „Novostl" melden, datz von der albanischen Grenze Nachrichten über immer blutigere Kampfe einlangen. Die Albaner haben eine zur Säuberung des Gebietes entsandte jugoslawische Division mit überlegenen Streitkräften angegriffen. m/mmmmmmmsmmtmfsmmmmmmmmmummmmammjmmm Telegramme. Die Unruhen in Oberfchlefien. Brut'hen, 24. August. (Wolff.) Sämtliche Parteien mit ^lusnahme der,Unabhängigen und der Kommunisten sowie alle gewerkschaftlichen Verbände, erlassen einen Aufruf an die vberschkeftsche Bevölkerung, in dem es heißt: Wir wollen dem Frieden. DM inter-alliierte Kom- Mission hat uns zugesichext, Ruhe, Sicherheit und Ordnung wiederherzustellen. . Die. Bewaffnung polnischer Banden schreitet dennoch fort. Sie Haben die Gewalt an sich gerissen und mißbrauchen sie. Dem muß. ein Ende gemacht werden. Die gesetzmäßige Gewalt muß sofort wiederhergestellt werden. Das ist unsere einzige Forderung; sie wird heute der interalliierten Kommission unterbreitet. Wird sie nicht erfüllt, dann sind, wir entschlossen, de« Frieden zu erzwingen durch den Generalstreik. Haltet euch bereit und wartet auf den Ruf der Führer. Es geht um unsere Heimat.,. Beukhen, 24. August. (Wolff.) Don der interalliierten Kommission wird m itgeteilt: Da feststeht; daß bewaffnete polnische Banden' von jenseits der Grenze in den Kreis Rybuik-eingefallen sind, .Zusammenstöße mit der Bevölkerung gehabt haben nnd Zustände entstanden sind, die nicht langer zu ertragen sind, ist über den Kreis Rybnik der Belagerungszu stand verfängt worden. . Die Militärbehörden sind mit. allen Vollmachten zur Wiederherstellung von Ruhe und' Ordnung versehen worden. Berlin, 24. August. (Wolfs.) Der preußische Minister des Innern Severing und der Staatssekretär im Reichsministerium des Innern Dr. Lew ald begeben sich heute auf Veranlassung des Reichstabinetts nach Breslau, um sich mit den Vertretern Ot-erschlesuns über die dortige Lage zu besprechen, Sowjets in Danzig? London, 2 t. August. (Funkspruch.'i In spater Nachtstunde wird aus Danzig gemeldet, daß dir dortigen d e u t s ch e n A r b e i t e r über Polen die Blockade verhängt und & t-w fett ausgestellt hätten. r ©noer Pascha in Moskau. Berlin, 24. August. In hiesigen Entente kreisen ist die Nachricht eingetrosfen, datz"Enver Pascha nach einer Reihe mißglückter Versuchs aus Deutschland, wo er sich ohne Wissen der Behörden aufhielt, geflohen ist und es ihm gelungen ist, nach M o s k a u zü entkommen. Enver Pascha will Z e n t r a l a s ien gegen E n gland mobilisieren. Er ist mit großer Kaltblütigkeit bisnun vorgegangen. Er ist, wie jetzt bekannt wird, mit einem kleinen Flugzeug-in Danzig gerade vor den Augen der englischen Behörde aufgestiegen. Sie erhielten erst Kenntnis davon, als er schon ob geflogen war. In Moskau, wo er bereits mohammedanische Abordnungen ans ganz Hinterasien erwartet, will er die Bewegung organisieren. Er hat bereits mit der Sowjetregierung Vereinbarungen festgelegt, die dahin gehen, daß er die ganze mohammedanische Welt gegen England von Hinterasien aus in Bewegung setzen wird. Berlin, 24. August. Die „B, Z. am Mittag" teilt mit: Die Berührung der bolschewikischen Armeen mit der , deutschen Grenze hat vor etwa zwei Wochen Enver Pascha Gelegenheit gegeben, selbstverständlich ohne baß die deutschen Behörden eine Ahnung davon hatten, die Grenze zu überschreiten und mit der Hilfe bolschewikischer Truppenkommandanten nach Moskau zu gelangen, wo er vor drei bis vier Tagen eingetrosfen ist. Fehrenbach bei Lloyd George. Pari», 24. Auqust. (Trl.-Komp.) ,Information* «lüdet cnrS Lüzern. daß Reichskanzler F e h r e n b a cb heute in Bern einttifft und amtlich um eine Unterredung mit L'l.y yd George augefucht hat. Eine Antwort sei'noch nicht eingcnoffcn,. doch werde es für wahrscheinlich Walten,.(daß diese Unterrchuvtt am 2k. Auavst stottßnden mrd. 2ä. Ailyiift mo ._ ._ «1. 87g1. Die engrischen Bergarbeiter. Laudon, 2 l. Aligm't. (T'ek.'Kotnpss Eie englische Ü$6* gierimg hat tral;. der nenerTirfien Drohung der Bergarbeiter beschiosien, auf ihrem St-I!'dp:utkt zu beharre« und nicht auf die Forderungen der Bergarbeiter einzitgeben. Die Grubeiwrbeiter verlangten, daß der bei deir.Kohleilerpyrten eheste Ueberschiltz zum Teil.«nt« sie verteilt, zmn Teil dazu verwendet lverdeu soll, di« Kable für den Heimverbrauch zir verbilligen! Seitens den, Regierung wird chetpnt, dan die Frage von 'politisches Pedentüng sei, demr. die Regierung, die die-Forderungen der Arbeiter bewilligen würde, würde ihit.en dadurch.das, Recht einräum eit. hinter dem Rücken des. ParlameW Entscheidungen zu ti ef reu. die für die ganze. Nation vp« Bedeutung seien. Gegemvärtig halten beide SeiM msi großer Hartnäckigkeit au ihre! Forderungen fest. . London, 24. Alkgusi. sFnnksvruch.) Der Vorsitzende der Berg arbei rerv cr c i n t gnng, Sntil 11e, erklärte gestern in feiner Rede in Wrerbam Wordwales). daß wabrscheinlich im Laufe der nächsten Wochen mx neuer Streik ein setzen werde Die Forderungder Berg« Arbeiter nach -einer'- Lohnanfbesferimg von -2 - Echibing für die Schicht und der 'Festsetzung eines Verkäufsvreise-s von 44 Schilling 2 Pence fü» Hausbrandkohle sei sowobl gegenüber der Reaicrung als auch gegenüber den Verbrauchern - gerecht. Wenn die Forderungen erfüllt würden, werde man die Frage als beigelegt ansehen können: anderenfalls sei man entschlossen, die Nation zur Besitzerin der Kohlengruben zir machm. da die' Zeit komme, wo die Kohlen für den Bedarf des Volkes gefordert würden. . v Er«ahrimgssorgerr fit England. London, 24. August. (Tel.-Komp.) Der Nahrung?» mittelkontrollor erklärte, daß, wmn eS zu einem A rb eit e rst r e i k käme, die Preise der Nahrungsmittel in England im bevvistchendmWinter erheblich höher fein würden. Die Regierung trifft vorbereitende Mäßnahnien, um wenigstrnS eine beschränkte NahrungSmittelversvrgung aufrechtzncchalten- Die nordischen Staate«. Stockholm, 24. August. (Tel.-Kornp.) ^Astrm« .hladet" meldet, daß die Staatssekretäre und Minister des Auswärtigen von Dänemark, Schweden und Norwegen in Kopenhagen eine Zusammenkunft hahe« werden. Gegenstand der Beratungen soll die S t e l l u n g d er drei g < nannten Staaten int Völkerbund sowie die durch den polnisch-russischen Krieg geschaffene Lage sein. MinrsterpdLsident MitoS über die jüdisch. Mnische«'' BeMhüttge«.-' Warschav, 23 August. (Jewish Corr. Bur.)' Anläßlich des Besuches des polnischen M in i st er Pr asi d ent an in K r a k a u würde außer dein Vorstand der jüdische« Gemeinde auch der jüdische Deputierte Dr. Thon in längerer Audienz empfangen. Dr. Thcin ersuchte de« Ministerpräsidenten, die V e r ö f f e n t l r ch u n g der bereits langst versprochenen Proklamation der. Regienmg an die polnische Bevölkerung über die ' ungerechte Behandlung der jüdischen Mitbürger zu da» schleunigen. Ferner lenkte Dr.. Thon die Aufmerk* samkeit des Kabinettschefs auf die aufreizend« Wirkung gewisser antisemitischer Andeutungen in o f f i z i e l l e n E.n n n z r a,t i o n e.n, sowie auf-erne Reihe von Schikanen lokaler Behörden gegen die jWschs Bevölkerung in einzelnen Städten Kleinpolens. (Das rsL Galiziens. Die Red.) . Ministerpräsident Wito 8 erwiderte, daß er rckchk aufhören werde, mit aller Entschiedenheit fiir ein friedliäyes Zusamrneirleben aller Nationalitäten der polnischen Republik., cinzl'.treten. Die iy Rede, stehende Proklamation werde in einem sehr resolrsten Tone gehalten sei« und im geeigneten Moment veröffentlicht werde«« Der Aufruf werde sich unterschiedslos an die.gesamte Bevölkerung richten.und sie entschieden auffordern, de« Gesetzen zu gehorchen, die Pflichten zu erfühlen mtb-auf allen Gebieten die ungeschmälerte Gleichberechtigung aller Bürger der Republik zu respektieren. Schließlich versprach der Ministerpräsident, sich, betreffs der vorgebmchten Beschwerden über die Schikanen gegen die Juden Kleinpolens mit dem GenerÄbevollmächtigten für Galizien Dr. Ga leckt ins M«- vernehmen zu setzen. . Die kleine Entente. Prag, 24. August. (Tel.-Komp.) ^Lidove Nooiny" erfahren, daß Minister Dr. Benesch ferne« Bericht über die Ergebnisse der Reise nach slawien und Rumänien im Ministerrat erstattet mj Die Vereinbarungen zwischen der Tschecho-Slowakrh Jugoslawien und Rumänien sollen demnächst vtts öffentlicht werden, sobald die formellen Berhandlungett zwischen Rumänien und Jugoslawien beendigt erscheinen. Bekanntlich nahm Jugoslawien an den Verhandlungen Dr. Benesch' in Bukarest nicht teil. Der Prozeß gegen die M'örder Tiszas. Budapest, 24. August. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Zeuge Gustav H o HMY, ^er ehemalige Chef der Polizeisektion im Mtnisterium des Innern, gibt an, er Hab« über Auftrag des damaligen Ministers Baron Perenhr den seinerzeitigen Oberstadtbauptmann Mattyaszovszkqs ersucht, in der Angelegenheit Tisza energisch vorzugehen, Mer von Mattyaszovszky eine ziemlich abweisende Anhwort eiM -v, BM ÜMM M S

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