Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1920-08-25 · Heft 572 (25.8.1920) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 572 (25.8.1920)
Date
1920-08-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2979076-2979416-2979650--05057-2990869
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

, Gkyer-»s«Vl«n»L füht K ^eKptMeratiorrspreff« s,»r Kr» «SHÄm U» N» Me«. L Bezirk» Zdtei» 1 H6 8, oder te eiMt* schlei-steile (Trafik): fottttottfA. . ftcwrat »«.- Wrteljichrltch „ VV- »it yostoersmtd für Wie» mrd Oesterreich: stlvvatlich «: ftrouen 30. - ' Lfchecho-TlowÄei: -ranrtlich .. »raaen 13.- vterteljÄrltch „ »o.- . tzq»ech»-flLwarischerM>hrL« rUtgar« j .^öno-arffcher W^tznmz . ., , Jugoflawiev: Estayidttich . . Dinar 6.~ VrarteisiihrNch 18.- V- Nr. 572 Wien, Mittwoch, den 25. August 192V U«te K 1.SO Prannmerattonopreiser Pole» Msrratlich.. Mark PC»« wkertelftrhelich Mi« ia palaischer WÄ)«MS Devtschltwd: -'_ä EstovaUich. . . Mark 10^— Mmratltch^^'.Sttr 5.- MoaatUck . \ . harter 3.«» Für dar üöriae AuLIandr vierteljährlich Kro»e» 133.— Sredaktio» a. Administratio» > Wie»,L.Bez..TaborDul-S Lelephmrer Admürtstratio» 4^038. ReLaktioa 4331», *i 6 Uh» aLeudS 04*. 10801 Voftwarraffeutoots IMW®3 2. Jahrgang mSSi vie min$ker MüemvechanülMgen vor dem Abbruch. Pole» lehnt die russischen Vorschläge ab. Lonvo«, 34. August. (Tel.-Komp.) Dev Korrespondent des „DaUy Herald" und der VonLerberichLerstatter des „Manchester Guardia«- in Minsk melden ziemlich übereinstimmend r Pie heutige Friedenskonferenz hat zur Not gerade noch einen formelle» Abbruch der Verhandlungen v e r «i e d e n. Die polnische Antwort auf die russischen Bediu- Zungen besteht darin» Latz von sämtlichen russische« Friedeusbedingunge^ nur eine einzige, die der Demobilisierung, angenommen werde« soll, und diese nur unter der Bedingung der Gegenseitigkeit. Der Vorsitzende der russischen Friedensdelegatio« legte atz» dar» daß die Erklärung der Polen in dieser Form uudiskutabel fei. Der allgemeine Eindruck vom gestrige» Tage geht dahin, daß die heutige Sitzung die letzte der Me i e d e « s L o »f e r e » z f e i n w i r d. Durchbruch des dritten russischen Kavalleriekorps. Königsberg, 24, August. (SBpIff.) Das gestrige Gefecht bei Ehorzele war der DurchbruchSkampf des bisher westlich der Lime Ehorzele—Mlawa abgeschuittenenZ. Kavallerie- Wßp-4 Der D nrchdrn ch eiues -g r o ß e n W£ii*S ist gelungeu.'Der Aebertritt Dpscher Truppeuteile verstärkt sich; die De« stzmtzahl der über getretene« Truppe« beträgt Wt rund 20.009 Man«. Die Niederlage der Bolschewike«. Lo»dön, 34. August. (Funffpruch.) Nach dm letzten Nach- Ücht» «rS Warschau waren insgesamt 21 russische Divisionen »» Angriff ans Warschau beteiligt. Hievon seien sechs vernichtet worden. acht hatten dir Hälfte ihres Standes verloren und die Srigen ffebw befänden sich ans dem Mchuge. Stanisla« und Kolomea zurückerobert. ÄtLhvisch-Oftran» 24. August. (Tel,--Äomp.) Wie die »Ostrauer Morgmzritnng" aus Lemberg erfährt, haben die Palm lchf ihrem weiterm Vormarsch in Ostgalsiirnaußec Stry auch S t a »i 8 l a n und K o l o m e a mrücketobrrt. Der polnische Sieg und die Alliierte«. . ,Pari«, 24. August. (Havas.) Der »Temps* schreibt, der ddluische Sieg habe die Einigkeit unter den Verbündeten gefestigt. Die Luzerner. Erklärung betone, daß die Verbündeten entschlossen .fmd, die'verschiedenen Friedensverträge zu verteidigen, die nach Ansicht der Verbündete« ein Ganzes bilden. Das Blatt schließt, die Niederlage der Bolschewiken gestatte die Hoffnung, daß Europa sich wieder lllcnhige» und an die Arbeit machen wird und daß die sozialen Kampfe in den Ländern, via sie bisher den nationalen Wohlstand oder gar die öffentliche Ordnung bedrohen, an Schärfe verlieren werde«. Rußland habe nunmehr die. größten Aussichten, sich wieder zu sammeln und vöreder eine Großmacht zu werden. Matt stehe an einem Wendepunkt der Geschichte; möge er endlich zum wahren Frieden führen. ständischen Bauern unterstützt werden, sind im-Kaukasus gelandet und haben die Gegend von Ar dl er und Sotschi be s e tz t. Sie machten 200 Gefangene «nt. erbeuteten sechs Geschütze. Das Küstengebiet des Asowschen Meeres und . die Don-Mündung wurden von den Bolschewiken gesäubert. Pie Offensive der Rottruppen in der Richtung Ocjechow ist völlstäsidig geschertert, . Die Truppen Wrgngels, machten 6000 Gefangene Und''erbeutetenf 34 GbschuW' und,100 MaMnengtzwehre. Das linke Dnfepr-Üfer wurde zur Ganze befreit. Die Batterien von Otjchakow wurden mit Erfolg bombardiert. . Mobilisierung der Gewerkschaften gegen Wrangel. Moskau, 24. August. (Funkspruch.) Im Zusammenhang mit. dem neuen gegtnrcvolstionareu Versuch Wrangels -ruft. der allrussische Zentralrat dir Gewerkschaften in der Krim imd im Kubangebiet auf, vou neuem ihre Kräfte zur Verfügung zu stellen. Eine kraftvolle Unterstützung der Südfront durch die M o b i l i» s i e r u n g der G r w e r k s ch a f t e n . sei s a f o r 1 notwendig, sie müsse «och in dieser Woche d y r ch g e f ü h r t werden. Wrangel nnd SLrumr. Konstantinopel, 24. August. (Havas.) Geyeral Wrangel hat im Einvernehmen mit den Atamanen den Titel „Oberbefehlshaber der russischen Armee" angenommen. Er hat an die ukrainischen Aufständischen einen Ausruf gerichtet, worin er sie auffordert.' sich seinen . Truppen anzuschließen. Wrangel erklärte den Kosaken, er würde den Kampf erst nach Befreiung Rußlands und Einberufnng der konstituierenden Versamtttlung einstellen. - , Der Minister des Aeußern der südrussischen Regierung, Struwe, hat der amerikanischen Regierung für ihre Erklärung, betreffend das russische Problem, telegraphisch den Dank ausgesprochen. Llohd George verlangt von Rußland Antwort. Amerika warnt Polen.? Washington, 24. August. (Tel.-Konip.) Die Beröinigten Staaten haben ihren Geschäftsträger in Warschau beaufttagt, an Polen eine nichtamtliche Warnung zu richten» in der gesagt wird, Polen möge seine Heere inder Gegeno^ensioe nicht über die ethnographische GMze'Vordringen lassen. Es verlautet, daß mich England einen ähnlichen Schritt unternommen hat. Rußland ändert ferne Friedensbedinaungen. London, 2!. August. (Funkspruch.)'».Daily Chronicle" meldet ans Warschau, daß angesichts der polnischen Erfolge die russischeil Abgesandten' m Minsk ihre Haltung gegenüber den Friedensbedmgnngen änderri, vesonders hinsichtlich des Punktes 4 (Abrüstung und Auf« stellung.einer Miliz). si > Oie Dperationen Wrangels. . Konstantinape!» 21. August. (Havas.) Der ' Bericht die! Operati'sirett an ■ der Wrangel-Frout. t besagt:. . Mi.GeMals. Wrangel,' chw' YM den M- . London, 24. August. (Funkspruch.) „Daily News" meldet, daß die Verlautbarung Lloyd Georges und Giolittis der russischen Regierung mitgeteilt und die Beantwortung bis zinn 28. Augm't sie. langt worden, ist. London, 24. August. (Funkspruch.) In dem über die- Verhandlungen in Luzern ausgegebenen Communiquee heißt es bezüglich der.russischen Bedingungen: Die polnische Regierung beruhe auf der Wahl der gesamten männlichen Bevölkerung deS Landes ohne Klassenunterschied, und die sogenannte „Zivilarmee", die nur aus einer Klasse allein gebildet zu werden hätte, wäre nnr Re mittelbare Aufstellung einer Streitkraft, um die demokratische Verfassung zu stürzen und. sie durch die Gewaltherrsast einiger weniger Bevorrechteten zu ersetzen, die die Lehrsätze des Bolschewismus befolgen. Die „Zivilarmee" wäre wahrscheinlich nach dem Vorbild der Roten Armee anfgebaut. Die Forderung, den Schutz von Leben und Eigentum durch eine nur aus einer Klasse ausgestellte Macht versehen zu lassen, sei mit den Begriffen von Freiheit Unabhängigkeit und Selbstachtung- . unvereinbar. / .- . .- . Das Ultimatum an Rußland.! %’ _ —7. Wie», 25. August. Die Verhandlungen, die gegenwärtig zwischen den leitenden Staatsmännern Englands und Italiens, in Luzern geführt werden, hatten zunächst den Zweck, eine Einigung der beiden Mächte in den allgemeinen europäischen Fragen und insbesondere bezüglich der Dinge im Osten herzustellen. Es war Hoffnung vorhanden, daß die beiden Bundesgenossen eine feste Haltung gegen' über der französischen Gewaltpolitik beschließen weiden. _ Das erste Communiquee über die Besprechungen, läßt diese Seite der Angelegenheit offen, besaßt sich vielmehr, ausschließlich mit der Sowjetregierung und deren Friedensbedingungen an Polen. Die Moskauer- Re< gierung hat es sertiggebracht, sich ins Unrecht zu sctzerr und hat die durch Kamenew in London mitg'eteilteir FriedenSvorschläge bedeutend verschärft. -Sie hatte-sichoffenbar durch den Gang dos Krieges berechtigt geglaubt, - das Beispiel der bürgerlich - imperialistisch golerteten Staaten nachzuahmen und unverhüllt auf nationalistisch?. Ziele losznärbeiten.' Die Friedensbedingungen, so wie sie jetzt dorliegen, sind, für Polen tatsächlich unannehin« bar; sie entziehen die neu - auftustelleirde^ Arine'e - völlig:. der Kontrolle der Regierung und unterordnen sie dem Moskauer Befehl. Es war unvermeidlich, daß Lloyd - George, der bisher mit unendlicher Geduld an -der ^Löschung dkis polnischen Brandes arbeitete,, nunmehr zur Ansicht kommen mußte, daß die: Sowjttregierüng-ihr Wort, nicht, halte. Ihm schloß sich'auch Italien siir^ und "das Resultat.. der BHprechungeu. liegt M: einem Mti'' ^rWrherM^M.A?fi^ :'Gundsätze 'öer"-KämenewschM - Natze f^rder^ vöriHnMn und Frankreich treten entschieden für die ..vollständig? Unabhängigkeit Polens ein und kündigen für 'den Fäll der Ablehnung ihres Verlangens die Unterstützung der polnischen Armee mit Munition und anderem - Kriegsmaterial an. Sie wurden damit sich vollständig ..äukden Boden der Millerandfchen Aktion stellen, -die das polnische Heer in den Irland gesetzt hat/nicht nur'erfolg, reichen Widerstand zu leisten, sondern auch zur esiergi« schen Offensive überzugehen. Die Rote Armee, di« in einer übermäßig langen Front die polnischen Grenzen M überschritten hatte,, ist an mehreren Stellen von den unter offiziellem französischen Oberkommando operierenden Polen durchbrochen worden und hat bereits , den Rückzug von der deutschen Grenze antreten müssen. Diese Wendung des Kriegsglücks hat natiirlich ,d.ir psychologische Wirkung, daß. die Haltung der polnischen Friedensunterhändler viel schärfer geworden ist. Die Russen wieder wollen sich nicht besiegt geben. 'Sie iHßen jadie Launen des Krieges genugsam an sich selbst'- -er. fahren simd hegen im Stillen die Hoffnung auf neue Siege. Es ist allerdings fraglich, ob sie imständä-sind. ails ihrem ausgeschöpften Hinterland neue Kräfte-heränzuzrehen und ihre durch den fast -vier Monate - -vlang währenden Krieg arg gelichteten Bestände aufzufüllpn. Es droht ihnen der Verlust der Ukraine mit den unöntbehrlichen Kohlenfeldern des Donez und des kaukasischen Oelgebietes. Eine längere Dauer des Krieges-würds die Zustände in Rußland einer neuen Katastrophe zutreiben und den Bolschewismus auf eine sehr gefährliche' - Probe stellen. An der Südfront sind zudem die Truppen des Generals Wrangel wieder im Vormarsch. -. Die «Sowjetregierung hat, wie es sich zeigt, ihre eigenen Er« fahrungen von Vrest-Mowsk vergessen und den Bogen überspannt. Sie ist in der Lage des geschlagenen Siegers, der es nun auskoften muß, daß er nicht im rechten Augenblick zum Siegen aufgehört hat. Der Geist der Mäßigung ist den Diktatoren von Moskau, ebenso ftenrd. wie er es den Ministern der Zentralstaatcn sim Winter 1917 war, und so muß Rußland heute es über sich er> gehen lassen, daß ihm auch Frankreichs diploumtisch? ' Gegner mit Intervention und Blockade drohen. Rußland hat kein Kriegsmaterial, keine Industrie, schlechte Eisenbahnen und ein ermüdetes Volk. Vielleicht wird diese Situation dazu beitragen, den. beiden ineinander verbissenen Gegnern ctlvas Vernunft beizubringen. Auch Polen hat eine Zeit uugehcuerlicher- Anstrengungen hinter sich und muß jedes Mittel benützen, das zum Frieden führt. Wenn auch Polen den Krieg fartft'ihrt, so-verlängert es damit auch seine eigenen Leiden, lind die französischen Geldgeber, die schon bisher genug geopfert babeir, werden mit der Zeit-'einsehon. daß ein noch weiter unter. Waffsn stehendes überhaupt nichts mehr wird zahlen köy»y?n. .--MnflH'.yW

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.