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Wiener Morgenzeitung · 1920-08-22 · Heft 569 (22.8.1920) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 569 (22.8.1920)
Date
1920-08-22
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Rr. 569 Wien. Sonnlatz ' .. .■■■■... .. .Jlf111" i i«»1 ■>' 'Ein-KinderschicksÄ behrmdott' Dinesckhns . bekaüntssttz^Er» - jähürng «J-o f sk e"*):-- .-JossÄe)'" d«s' -VlendfiNd eines schwmd-- süchtigen Vaters und eurer abgerackerten-Mutter, welcheeine ztzohä Farnilie ernähren mutz/ beHuanti im Cheder die Meisten schlägv und Püffe vom MÄlame4»,-'wew.'— die Mutter dir? IchrützÄdschuldig, ist.'!Mc ein paar- GroschrN, bTC/ ct "eines Tages findet, wird das Schulgeld befahlt urrd Jossele hateinige' grlte Wochen. Dann aber beginnt das alte Lied nnd Hssolc, der den Grund begreift, triyunt.-vone-incirt neuen. Mcklichen Fund. Eines Tages hobt er ein. paar Ktipfcrheller, »uf, die der Lehrer vevloren bat, urrd obwohl die Mutter, der der Knabe das Gsld bringt, eS dem Melamed zurückgiht>^wrr'd Gosselc ,rls „Dieb" gvbumdmarkt rurd bleibt im Städtchen „der Dieb"," leidet hundertfÄttge Marter/aus-der ilhn früher Tsv bor Hunger und Erfchöpftrng erlöst. Als ihn/ der.auf -der Straße hinfirE, ein Mitleidiger aufhebt und. fragt, wer .er fei. antwortet er r «Ich /hm .MfÄe. .der,..T.ieb^' Hier --ist soziales Schicksal gestaltet-und soziale .ÄirklägL/in die WÄt gerufen. Vielleicht ist die.Gestaltung des, sozialen Unrechtes etwas zu geradlinig. "Aber das. liegt — wie.vielleicht ,.y§ .dam ganzen Schaffen dieser Literatur — an her' ArDche'rhrit des sozialen Willens in einem Volte, das sich..-mitten'-in einem noch lauge nicht, abgeschlossenen kultnrellen Umschichtmigsprozetz befindet. Dinesohn steht am Anfang dieser Entwicklung.' Mer geradedas Erfassen - der Kinderseele, wodurch Di n/e s ohn'noch später in vielen kurzen, skizzenhaften Geschichten fehtc Meisterschaft erweist, ist - vielleicht das Zeichen des sozialen, Willens zur Gesmidimg.- Im jüdischen Kind ist das. jüdische Schicksal ungetriiLt. „Der Intellektualismus dieses 5ttndes ist rtod}. ganz reizvolles? Spitzl' und nicht scharfe Waffe..." Die Kiitderseele hat die Freiheitnach welcher der Wunsch einer gcmzeA.jüdischen,.Generation steht, die.'neue isoziale, kulturelle'Jortitung erstrebt. Von. solcher.Art 'sind «DineMns Krndergeschichten und sind dabei alle ein ganz klein wenig sentimental. Die Lösung in Sentimentalität f stellt sich bei dichterischem Schaffen entweder dort ein, wo die'Kraft der dichterischen Imagination zur. Lösung ches vorn schaffenden. geknüpften Schicksals nicht ausreicht oder wo der Schäsftnde sich sdlhst mdas von ihm geschaute Sein gestelst sühfi >üud davanfsp gefitüpft ist, dätz er eine mnwälzende, ittmstürzende Lösung als Vernichtung seiner selbst c mp findet und' Häher ^neidet. Dieses letztere ist eigentlich in gewissem Sinne bei der ganzen jiddischen Literatur der Fall, deren Schaffende bezeichnendeMoise schon.stofflich bisher an die Grenzen des jüdischen iSeinS, gebunden sind. Dinesohns dichterisches. Sentiment ist Merdies der Ausdruck seiner schöpferischen ÄemUt. Sie' hat jchm die/ stille, schöpferische Freiheit geschenkt, die er in' der iKinderseele widergcspiegclt fand.. / '/So ist er der .Mndcr-Dinesohn" geworden. Nicht bloß dadurch, daß seine Kmdevgeschichten ihn.berühmt machten und ihm 'bei' jung und alt Fremmde goWannep,nicht blotzdadurch, dvß er,, neues Ge^re jfibbifSiterttittr ■ eirtf juinfc He'rave auf dsefeyr Gebiete feinest gleichasterigen'Dichterckollegen Sch-älem' /Al-eschttst. /-befruchte^'"dem/ sbenfälls -eine Dkeiye. ' KriÜ^eitzeschichörn aus der nie detzfageitden Meder'stoß, smchern'vor alldem dadurch, daß Dinefchnwirklich: wicht'nur von Kinde rn zu erzählen, sondern auch, was schwerer istzu Kindern zu sprechen vermochte. Seme „Erinnerurüsten" /—-übrigens lein 'Kulturdofttment einer bedeutenden iZeit — 'geben Bmspiele davon. Er sprach zu Kindern/-Tas vor Kindern, mid sorgte für Kiitder. Er hat eine AnMHI von jüdischen. Kinderheimen geschaffen, verwaltet Und heaUfsichtigt- und inZbesoitdere während des Krieges eine viel- Eält^e^Fusworgetätigkeiit für Kinder ewtfaltet. ' ' .- DmesHni war nicht bloß als Dichter, sondeyri''vielleicht woch mehr als Meüsch eine der markantesten Persönlichkeiten der vekgänhsiie'n Generation und wurde von jedermann ge--' liebt. t Alles, inas in seiner Zeit öffsntlich hervörträt, jung Wrd alt,' fand ivgendwie, den Weg zu ihm wie zu/einem bätevstchen Freunde. Davon gebest einige tausend BWfe'Zeüg» nis, welche S. Rofenfvld jetzt sichtet. Darin fft'/dle-'gastze jiddische Literatur von. E. - Dk.' Dick' bis -zu den Jüngsten stertbeten/' 'MstDktdesohm'.H' eine Säule einer' Mrkenl'Oestoration idsthingegangen. Einer, Lest groß' tvar und demütig und dadurch Dichter. Wir HÄen wenige, dieser Art. . ' ' > ' •' *'*-•/ ' Dr.,Siegfried Schmitz, Wien. Die, Mre» nach den Quellen^. HerauLgegeheu ' std Verband der deutschen Iüdeu. Bearbeitet, von Äoktdr ’ Srtnoü; K-ie r n fe l d' ünter Mitwirkung von Dr. .L, Baeck,? Proftssüb" Ä>r. 'I, Elbogen, Dr'.' S. Hocbfeld, - Direktor . Holzman, Dr. A. -Loewerrthal. Erster Teil-: .D ie Gir.u.ndl/<rge,n der jübischen Etv i k. Mit Einletlüngell von Dr. L. Bneck, Dr. S. Äcrnfeld, Professor Doktor , I.-Elbogen, Dr^ S. Hochfelü, Dr. M. Löeweuthal. -Berlm, l.920l' Verlag.'.' C. Ä. Schwetfchkc und Sohn.. Oktav. 158: Seiten. - / . v . ' . Gegenüber - der bisherigen Methode, über die Lehren -des Judentums zu berichten, sie so darzustellen- Wie - dt'r jeweilige Wradept sie sieht, -ist die in dieser neuen Pnblikätiou,zur An-» Wendung gelangte Methode als ein bedeutsamer Fortschritt zu begrüßen. Sie entspricht, nicht allein den strengsten Anforde-' rmrgen ernster Wifsenschaftlichkeit, sturdern stellt gleichzeitig die vornehmste Art einer Apologetik dar. Krist Deuten'/und,-Er-- Lsäxey,.kein.r Verteidigen oder gar Entschuldigen gegenüber einer, stillschweigend als. Gerichtsherrn gedachten frkttveii Srtperiorjdie ,die Kriterien ethischer und religiöser Wahrheiten inuuer!»wch in, der Brutalität der äußeren Macht verankert sieht./Son" , dern-,Die Lehre des. Judentums in ihren -Grundsätzen und in ihr«.r nraunigfaltigen Anwendung im Leben spricht hier in ihrer eigenen Sprache. Was das-Judentum lehrt?und wie es lehrt-./geht aus diejrr D'arstellnug. .hervor." Daruur ist 'die Herausgabe dieses sechs Teile umfasselchen-Werkes, dessen '«tster Teil vorliegt. ein-Wort zu seiner Zeit, ja, weit wehr, eine Tat. ." Hier sei die Anmatzuug einüs gewissrn Kah gebranD-" Marti, - der- Dinescchns Geschichte in schlechtem Deutsch schlecht- »bearbeitet" mW eS gchvagt hat, sich als Verfasser auszugebcn!zrud imchträglich hinLuzusügen „nach Diinsohn". , 2Öiett«tr §8»9§ut$Mw$ '■■■i.ii.umi»»..., ui ... ——.. 22. Mrgufl lSW ‘;TffrTVnV' 1 , ■— 1 .—.UMtM Der Aufbau der Ethik des' Judentums und dir Anordnung der mit großem Fleiß und gründlicher 'S ach kenntint? zustrinitiengetrageneil Quellen Und Literatnrbelege hat die Sittlichkeit als Grundforderung des Judeninms zur Basis. Aics di'.-s?.r erheben sich als Säulen und Tragbalken dir'Kapiwl: .Tun und Glauben, Sittliche Gesinnung, Neiüheit der SerU, . Willenssr.-iheit, Lohn und Strafe, Gleichheit aller Menschen. -Wille zum 'Leben, Erkenntuks' und Litilichteit. Der Lejersieht vor seinen Augen dir «Ursachen '.Anschauungen, des Inden. ' tuni' erstehen.. Bibel, Gebete, talmudisches, mi-ftclalterliwes »üb neueres 'jüdisches- Schrifttum erhalten zu jedem der genannten Gegenstände das Wort und. legen fr«, daß die. sittliche Forderung ein Grundsätzliches, ein Tragendes der Religion dc.s Judentums ist, daß btr.fc Religion nicht blinden ' Glauben fordert, sondern sittliches, lebensvolles und lebensüllendes Tun; daß sie unlauter-7 Gesinnung für ebenso sünde Haft emschatzt wie die frevelhafte'Tat: daß 'das Judentum' eine erhabene Erlösungslehre aufzuftellen vermag,- ohne die Reinheit der. Seele anzutasten, das heißt'ob'nr das. beängstigende Gespenst der Erbsünde an die Wand zu maken; 'daß es eine Willensfreiheit. lehrt, dir. den schein baren 'Widerspruch zwischen der sittlichen Freiheit des Menschen und den Erscheiimngest und Erfahrunacn des Lebens auszugleichen weiß; daß seine Lehre von Lohn und Strafe in ihrer rein geistigen Natur die Verantwortlichkeit des einzelnen i>n Jlltercsfe der Ges-ttttthnt stärken will; baß daZ Priuzip ßds NniversälisukUs, d4r hinsichtlich der Eigtinng zrmr. SittlichD^ 'kc'intzn Untre schied 'kennt zwischen ' Mensch und Mensch, ebenso' Erundlasse deö Jüdenturns ist, wie seine'einzigartige Messlaslekrr desst-i Gipfel; daß sein lebensbchahenbes,- optintistisches Brrbältbis zur Lüelt der sich unendlich auswirkendcn Selbstzucht dient, die den'Juden befähigt, fein Leben zu gestalteit und stärker zu stick als rbie Materie; daß Erkenntnis -und Einsicht neben der Lebendigkeit des'-Gefühls nud der Festigkeit des Willens die sittliche. Ent-' Wicklung des Menschen in der zur inneren' 'Einheit,..gewordenenethischen Persöltlichkeit lulminiercu, lassen. Die Zusannnenfassungen cher Ornndgedankän,.' ö'ie in. dL.r- Quellen und der herangezogenen Literatur,in die Erscheinung treten, sind in Form von Einleitungen dm Quellen ' voransge schickt.. "Diese sind ebenso kurz ,md klar wie zumeist vortrefflich .geraden. ..Vielleicht wäre es zweckmäßiger gewesen, diese Znsarnmensassungen den.cinzelnen Kapiteln Nachfolgen zu lasten. Voran die Darbietung, hierauf Zusammenfassung und Aurocudung. - . ' " . ' ' Ein glücklicher Gedanke war cS, d.-n Stellen und Zitaten aus dem jüdischen Schrifttum /gm Schluß, eitles jeden LkaffftÄs Auszüge aus Schristett chrlstlichec Gelehrter, die das Judentum wissenschäffrich erforscht ha^n, folgert zu - .lassen.' Jht Zeugtüs, insbesonöerc für die. Gleichartig seit d?.s jüdischen Geistes von Thora und' Propheten bis herab zu df-rr jüitgsten -Lehrern .des..Judentums, muß. doch gewiß, als objektiv, ge- Avertet./ive.r.de)r.^..- . - - , / So - ist Die je" Püblikatiö a stach 'jeder 'Hinsicht" geeignet, det Währ heit' zu dienen, Licht zu verbreiten uüd ^Attfklärimg. zu vermitteln. Zunächst nach außen. Aber nicht minder, im - Dienste, der inneren Mssio«, der einzigen, die wir Juden treiben Mlen und müssen. hDarum sei auf den holM ' Wert diefcs Buches als Unterrichtsbehelf im Religionsnntervicht,- und zwar, auf-der. obersten Stufe der Mittelschule ganz --beftmders, vertviesen. Lange schon machte sich-der Mängel -eines Führers für die Zllsammeusassung der Lehren des Judentums fühlbar, dcr. dem jüdischen Miturienten als ein ' Bademeküm. für -das -praktische Leben gereicht 'werden könnte. : Wir dürfen einen solchen in diesem Buche füglich ansprechen.) "Der ' jpäächlichä' Ausdruck ist fast überall sorgfältig gewählt, Ouelleuv,erzeichnis und , Sachregister "ephphen , .seinen Wert äks Nachschlagewerk.' '-Die' äußere' Aiisstattung täßt nichts zu wünschen übrig. Herausgeber urrd" Bearbeiter dieses Werkes, ' dessen weitere Bände sicherlich auf. gleicher'Höhe stehet: und hoffentlich nicht-Mtzs auf sicki'-soartett lassen'werden, haben / sich bcu Dank -des jüdischen Volkes sowie der Wissenschaft erworben. Mögen-"die.„Lehren des Jüdentums" wohlvardieirte, weiteste Verbreitung finden. vr. R. Das Takmudisrhe Ftecht ans ben Nsrschiedenen Stufen seiner Entwichlung» mit Levr Römischen veraliche« und davgestellt non Lektor Dr. G. Rubin. Dieses Won de;: maßgebendsten Fachleuten mrt Freude begrüßte Werk ist zu. haben, bei.Schlesyrger, Wim, lf Scitenstelren- . Me 5.; / //;;;_,/;";" / / . ■ ' ,»Dere Jude". E i n e M o u.ä t s.s cki r t f t. H'erauSgeg-'ben von Dr. Martin B ü b e r. Heft *3 tft soeben erschienen und bar folgenden Inhalt: Ar n v l d Z w eia. Der heutige deutsche Antisemitismus. P a u l A m a n n. Assimilation in Frankreich. Sam » r.l N a p p a p o r r. Aus dem« religiösen Leben der Osijuden (Krantenfürsorge). M a r t i n B n d e r. Hmci Wundergelchichten. I a f o b Rabin o w i tz. Von «estindrschen Schrrststellern- H e l e n e H ä n n avK o b n, Artm Nnppin. U ui i ch a lt: Tr. % at h an den Nathan. Kolömsaiiou.. M ä r k u s N e i n e r, SoziatrsinuS. Berichte v o m jüdische n Lebe n: H a n s K ä h u, Die Juden in Silürrrn.' Jüdischer Verlag. Berlin. NW. VII, Dorotheen« . ftraßr 85. -Vierteljährlich Mark 15,—, Eiuzelb eit Mark 5.50. Die ^Wellbützne". Wockenschnst für Politik. Kunst Wirtschaft, berauSgegcben . von Siegfried J a Lo b s o h n. enthält >n der Nummer 38: «Die Waffen nieder!"'v on Heinrich Strobel, „Eugen Gntmann" von Hans Ganz. „Das Spiel von Spa" von Meridionalis. ^Der Bolschewismus in Asien" von ' Elias Hmwrcz, ..Wahres Märchen" von Hans-Janowitz, .,D>« Sittlichen" von Jgnm Wrobel. „Allgemeine HilslosiM^ von Balidns. „6oupwt ow voltigp",voil Malter Mehring, '„Rundschau" von Georg, Bauer, -Panter. „Mliovrl n". - " - BLchereiuluuf. A b e l e s. Dr. Otto, ..Die Genesung". Gedichte. (Wim. Löwit-Perlag.) — B e r l i n I.. ..Nakannry" (Berlin, Selbstverlag.) — ))i « 6 i a b t a u $ t b % a ß ß x ..Der Stern über der Schlucht". (Erich Reiß-Derlag.) H e g e t e r Wilhelm. Der kleine Roman „Dcr Junge aus der Walde". lBerlin. Verlag Hermann & Co.) „Die Lehren de Judentums." Erster Teil: „Die Grundlagen der jüdische! Ethik." (Schwetschke & Solar.) — Saltvkow-Stsche 1 b v I ii, Satiren. (Bctlin, Bnlaz „Drr Neue Merkur".) Sport. Der jüdische Sport unb Äre Dstjttden. Die langen Jahrhunderte furchtbarer SntbehrungeAst sind an dem jüdischen Körper nicht ohne Einwirkung vor»/ libergegängcn. Das können wir selbst täglich beobachten ämd)? c-.L beweisen uns' Statistiker-'wie stark bei uns gewisse Kränk» >- heiten äustreten. Die jüdische Sportbewegung ist imf Grund \ dieser,- Erkenntnis am" Werken -durch' systematische ArbeihMS:?. Schärfen, - die dem jüdischen Körper anhaften,' attZzumLrzetir's Wenn man die körperliche Leistung der Juden auf dem i Gebiet des Sports betrachtet, so findet,man eine ganze -Reihe'k' von Juden als Rekordträger: Deutschland S i m on (Langstrecken); tu Ungarn RakoS (Kurzstrecken) und K ä tz a c S (Weitsvrung); in Oesterreich F l e r s ch e r (Kurz« ' strecken). ' Die hervorragenden Leistungen , der Hakoäh in , Wien, des Makkabi in Krakau und Czsrnöwitz, des Hagibor in Prag und der Hakoah in Graz sind bekannt. Es wäre aber falsch, die physische LListungsfähigkett der - Inden nach' diesen einzelnen Punkten zu bemessen. Mau mutz das Gegenteil Hetzanziehen und die ungeheure äilebr« heit der in drückender' Armut und unter den ungünstigsten': .Verhältnissen lebend'en Juden. Polens und Rußlands be- - trachten., ö^nn wiÄ mänvwohl deutlich sehen, wie weih diese , .Juden in ihrer körperlichen Enttoicklüng hinter den anderen?lätionen Fitrückgeblieben sind und wie notwendig für sie '.eine/systematische', körperliche Erziehung ist. Den Ghettojuden dieser. Länder war Sport fremd, er galt für sie als etwa? Unartiges und Schlechtes. . Der-' Krieg hat viele dieser Ghettojuden nach Wien vertrieben und hier'-weckte diä Hakoah bei diesen Juden da» Interesse fiir jüdischen Sport. Sie wurden treue Anhänger -des Sportklubs Hakoah, bejubelten fanatisch jeden Sieg und betrmierten- .'jeöe''s Der SiegeSzug der Hakoah änderte den psychischen Zustand einer großen Mehrheit des jüdischen Volkes: Die jüdische Jugend verspürte, eine Sehnsucht, es auch hier der Hakoah nachzutun. So entständen in der letzten Zeit an zwanzig neue jüdische Sportvereine ' mit Hunderten von jungen Juden, deren Großteil aus dem "Osten'stammt. Zu den neugegründeten Sportvereinen gehört auch ein orthodoxer,Jugendsportklub, dessen Gründer ein Rabbiner ist und dessen Söhne als Spieler im Verein tätig sind. Dieser Sportklub zeigt am besten die Umwandlung int jüdischen Eolkel/Dieselben Talmudjungen, die vor kurzer Zeit von Sport . Mne''Ahnung hatten, tragen schon, heute/ FutzbällwettspiÄr aus -und -trainieren (fleißig auch Leicht» . athletik. . Die Mirküngo istmicht -aUsgeblieben, junge, schwächliche, ungeschickte Juden.entwickelten sich inikurzerc Zeit. DieM G^ttojudeN wollen nicht: mehr die Schwächlinge sein! -Diese? 'jungen Juden -schloffen sich in Vereinenrzusamnten, um ihr«,?: s Körper zu stählen, zu trainieren und. ihrer sportlichen Leides' schäft zu frönen.'' Das Interesse für körperliche. Erziehung fist . geweckt. Zu den größten Hindernissen gehört diefinän« zielle -Frage. Leider ^bringen die bemittelten jüdischen Kreise 'dieser neuen jüdischen Bewegung wenig Interesse entgegen. Die jungen jüdischen Sportvereine entfalten eine rege Tätix keit, deshalb verdienen ihre Bestrebungen die weitestgehen- ) Förderung. Ent. FrscnS. Mit der Hakoah i« Dsntfchland. Von Artur Baar. . - X. Die Wettspielveise der Hakoah erstreckte sich böitt 30. Juli bis 17. August. Innerhalb zweier Wochen wurden acht Wettspiele absolviert, von denen sechs gewonnen wurden, zwei gingen verloren. Das Torber» hältms ist 23 :13. Die Mannschaft spielte in de« Städten Plauen (3 :2), Zwickau (6 :0), Chemnitz (2:1), Leipzig (2 :0), Dresden (5:2), Hamburg .(1:3), Hannover (2 :3), . Braunschweig (3:2). Achtzehn Hakoahner traten - in Deutschland an, von ihnen Grünfeld imd Jszo Gansl in sämtlichen Spielen. Es erübrigt noch, einiges über die jüdische Turn» und Sportbewegung in Deutschland zu berichten. In fast jeder Stadt gibt es einen Bar Kochba. Bei der Arbeit konnten wir leider keinen sehen. Der jeweilige kurze Aufenthalt unserer Reisegesellschaft veranlaßte die Brudervereine, ihr Tagesprogramm unserer Anioesenheit anzupassen. Aus den Mitteilungen der leitenden Personen konnten wir entnehmen, daß in allen Vereinen das Schwergewicht auf den Trirnbetrieb gelegt wird. In Dresden, Leipzig und Hamburg gibt es auch Sportabteilungen. Es muß vorweg konstatiert werden, daß die jüdische Sportbewegung in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt. In der Leichtathletik wurden bei öffentlichem Auftreten schon einige recht. nette Erfolge erzielt, aber von einem Massenbetrieb und. einer Gleichwertigkeit mit den uichtjüdischen Vereinen ‘ sind ilicht einmal such die boscheidenstey Anfänge vor- , -Händen.. Noch ärger steht .es im Fußballsport. Er -wird zumeist nur als ^willkommene Abwechslung im Turn- , betvieb betrachtet.' Höhere Ambitionen hat eigentlich nür der Bar Kochba-Lerpzig, dessen Mannschaften bereits öffelltliche Wettspiele bestreiten, und der jetzt die Äusts llahme in den Deutschen Fußballverband anstrebt. Die Aussichten sind nicht die besten, da sich die Sportbehörde an der nationaljüdischeil Tendenz , des Vertzmes ' stö^t, Das Auftretest der Hakoah dürste auf alle Vereine, zu»' mindest in sportlicher Hinsicht, aneifernd, gewirkt haben und es ist zu hoffen, daß sich die Früchte der Propaganda» reise bald zeigen werdend / Vom deutschen SportLetrreb selbst können wie' jüdischen Svortlente sehr viel lernen. - Das deutsche Volk 1 bat'die 'kolossale. Bedeutung des Sports für das Voffr.«

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