Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 564 (17.8.1920)
- Date
- 1920-08-17
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Lette 8 Wien. Dimslag Wiener SKorgertMuHg lSiiczawa). Haporra (Radautz)' und der -jüngste, '.siochba" (in Drirna Watra) hatten durck ihrc stramme Organisation und settonen Eifer in kurzer Zeit eine beträchtliche Anhängerschair erworben. - Schon nach halbjährigem Bestand trat Malkabi mit vorzüglichen Leistungen turnerischer Art — wie sie das im» posaute Sportfest des Vorjahre? bildeten — vor eine viel» tausHdkopfige Oeffentlichkeit. Aus allen Teilen - des Landes waren Zuschauer herbeigeeilt, Juden und Richtjuden, und zollten den vortrefflichen Produktionen, der strammen Turner and Turnerinnen in ihrer schmucken blauweißen, Dreß geradezu ehrfurchtsvolle Bewusiderung und Begeisterung. Dan sah in diesen selbstbewußten, energischen Menschen .die- SÖet* heistung großer Zeit, die Grundlage der Wiederbelebung de-s JudenliurcS. Das infolge dieser erfolgreichen Tätigkeit gesteigerte Interesse, das tngllche Anwachsen st^r Mitglieder»^ zahl, batte den weiteren Ausbau des Maklabi zur Folgt? Sämtliche heute bestehenden Sektionen/ und zwar TÜrU-, Leichtathletik-, Fußball-, Wänder-, Tennis- und Schwimm- - sektivn. erfreuen sich starker Frequenz und grüMichsr. Pflegt. Im Brennpunkt' des Interesses steht in bieferr Frühjahrssaison der. Fußlallsport. denen Meister die Makkabi-Mäuuschast^ iü Durch einen glanzenden^Sieg über' die bisher erstrangige ..Poloui'a" hät Makkabi die Meisierschaft Für, das Jahr lb'^0 erreicht. 2?iit stürmischer Freüde und unsagbarer Begerüeruna wurde dieser Sieg der strebsamen, vielversprechenden' V.aunschaft im ganzen Lande begrüßt. Makkabis Ruf ist auch ins Neichsland' gedrungen und. hatte die Gründung einiger Techterverciue zur Folge, von,denen der Jasfher „Mak'abi" besonders genannt sein mag. ' So bar eie Dieder'ausbauaktion' des Muskeljudenrums in der Bu/owina. von guter Hand geleitet, herrliche Erfolge gezeitigt und dent Aotdauschen Mahnruf Miit müssen wieder ein Mnsreljildentum schassen" - vollauf Rechnung getragen. Dk? Siegmünd Last, Czernowitz. 17. August 1926 3K. L64 (■ > Exzeß im Landesgericht. Bor einem Einzelrichter fand eine Verhandlung gegen die Arbeiter Sperl, Scholesti und Zettl wegen Diebstahls statt. Gegen Scholcsti schwebt eine andere Untersuchung wetzen öffentlicher Gewalttätigkeit, deshalb würde das Verfahren gegen , ch« ,ausgeschieden und ersollte in die Untersuchungshaft abgkführt werden. Dir beiden anderen. Angeklggten würden ich u l d i g erkannt üntz zn je s ech 8 M o n a t e n schweren ^Kerkers verurteilt. Kaum war das Urteil gefällt, als die im ZühorettäuM anwesenden Bekannten der Verurteibm den Gerichtshof mit den Morten beschimpften: „Justizmötdtt! Gauner! Räuber!" Nur mit Mühe konnten die Leute aüs dein Saale entfernt werden. Auf dem Gang des Gerichtsgrbäudes entwickelte sich ein sörmlicher Kampf zwischen den Aufsehern und den Anhängern ' drr^tntzeklaglen, die den. Versuch machten, die Inhaftierten zu best'eikN."Dem Änsieherpersonal gelang es schließlich, die Exzedenten zu iitiei'-vält'gen und drei züc Amtshandlung abzuführen. Der Volkswirt. Gew. / HLzenL- (Wursball) Wettspiel m Gövittg. Auch bic weibliche Fügend will ihre Wettspiele haben und so hat-nun auch der Wuriball, zuerst von den tschechischem Sportvereinen gepflegt, die weiblichen Sektionen auch des jüdischen Sports ergrisien. Am 8.- August trat die junge Gkdmtzek Hirzenä zum ersten Male zir einem Wettspiel ün und hatte sich in der wohlgeschulten kamlfervrobteN H r a d i ich er Makka b i- H.äzenä einen harten G'gner gewählt. Die Godingerinnen spielen für ein v'.crwöcheinlicheZ - Training güt. beim Wettspiel' über alle Erwartung hervorragend im Tor Hermi, die unermüdlich'der heftigen Belagerung^ standhiclt und manchem scharfen und' gulplacierten Ball ein sicheres Halt gebot, wacker ümerstützt. von Franleirt Hohenberg in der Vcrteidipnrig. Die H.ilves schwach, der Sturm slvtk/ vor dem gegnenichen Tor gänzlich versagktld.' Bei Hralüsch demerkenswert das mustergültige Zniamürensprel. Der SturM mit Fräulein W.nter im Zentrum darf sich überall zeigt«. Dir Halv-S verläßlich' und flott, Aber van eineczielbewußtrn RMheit, von dtn zahlreichen Zuschauern gern verfolgt. Verteidigung und Tor bei Hradisch beinahe unbeschäftigt. Schüdrichter Geiger' (Göding) galant. Wochenprogramm des Sportklub Hakoäh. , (Erscheint jeden Dienstag.) Schwerathtetiksektion: Training Montag, Donnerstag und Samsi'a?! im KlubheiM (Souterrain), ab 6 l!hr abends. Schwimniftktion: Hattenlratning im Diärtäbad von ' -«K bis Uhrabends, für HMn Montag, für Daulen Donnerstag. Krtchelan täglich. - , Fechlsektion. Training im'Fechtsaal der Neure Jehuda, lX.,Servitengan'e l0,und zwar:Montag und Donnerstag für Damen von 6 bis 7 Uhr abends, für Herren (Alüänger> mon 7 bis 8 Uhr abends, für Herren (Vorgeschriitene) von 8 bis 9 Uhr abends. — Sonntag vormiitags'gemernsames Training im Aero» .Mb, ll., Prater. i - - - Leichtathletiksektio«. TiainrNstF Mpntqg, Mittwoch und Freitag aut dem Uorchsdorser Arhlelit!pott!lnb-Platze. , Tennissektion: Training . täglich, aüj dem Sportplätze, Dl^., "eidisdorfgasie si. ' F ^Hvchtzysektion: T^'alnma. Mi'.twoch dov 2 biS '/,6 tthr nachmitt'agg - für Damm und Iuiitzmannschäft, ab, '/,6 uhk nÄckmnttags L und H. Mannschaft. Samstag von 2 biS.,/|5 Uhr nachmMags für Damen und Jungmannfchafl. . .. , TourrstenseKtion. Sonntag den 22. d. M.^: Wienerwald. -Besprechung Frcitüg abends. Führer: . zz-riedmalm. - Fr^img Zusammenkuntr dkr Sektion im ÄKtbhe.m. Eine Krone 3.— Centint« Gestern notierte in Zürich: die österreichische Krone Geld . . 3.— ( 3.— jm A. August) die öfterr. gestempelte Krotte Geld. 3.10 ( 3.10 August) die tschechische Krone ...... i0.70 (10.70 ari /14. August) die ......... . 12,97*6 (18.05 ji 14. August) Agram * . 6.70 ( 6.60M 14. August) Warschau * . . , . . . . . . . —\r~.~-hin 14. August) Budapest . . . * . . . ... 3.— ( 3.7/arst 14 August) mner des, ältest Anzeichen aus- Hazair 1! -S. B Atzgersdorf ^ungmannschast 4:0. Faires Spiet. Hazaw war fortwährend überlegen. Dw. Tore schaffen Rindler 'l (2). Schlestnger und P-llinger. ' HetVvrzühtbett wären der Torniann Ticherwitz. die Berteidiatr Basch, Ratawäst. die Lau er Ernst, Scharr sowie rkkindltr I, Schlesinger, Ptlltnger und Torczyrier. Hazair Iunflmannschaft Leop. Hakoülh 4 bl. Tore für Hamiv' dccubauer. ffi- Deutsch. Rapaporrz Adler, für V H iloab Gros;. Güt bü-Hcrza r Napavort. Roßmann In, Wortmann Nk. Stacknopf, R..Deutsch uüd Kavölv,, ver den ltzegne-.n: Hniisler, HolZer, Gr off.. Schiedsrichter Po ssasttr. Hazair! -Sportvereinigung ÄK^ttSdvrf, stoü,b. Ü: 1 (4:1). Sickner Sieg der jungen SazaiEaktMast,- vre crnrS chree schönsten Spiele lieferte. Dir kSrverlich stärkest Äl-gersdor'er wwen dem technischen Spiel der Gästen,cht'üe» wrchsl-n. Gleich nach Beginn iept sich Ha;air,vor dein Toxe der (Gegner fest. Nach einer Flanke Futlerwests kaust Seurb m der 12. Minute dos erste Tor erzielen. Emen herrliche« Kottldtstattönszua Wortmonn-LajoS kann, Ictstcrcr. mit einem Machttor beenden. Ein Sololm,? Lajos' bringt das Resultat auf 9:0. Rach einem Eckstoß kann Apgersdori das Ehrentor erzielen. Em Mer wrrd von Laios '.nzhaltbar eingeschosiest, einen anderm schitßt L.zcherwih Vtm Tonaann ,n die Hände. Nach Halbzeit kommt Häzäli mächt'g auf und Wortmann kann nach einem schonen Vorleger Lajos' Punkt 5 erzielen. De« Stürmerreihe kombiniert sehr schön. Ein schöner Schuß Posaners geht lnapp daneben, tm Lbensolcher Schütz RititzlerS findet den Weg ms Netz. Losch schitßt volley M der Treffet findet beim SchiedSrichter Kiste Aüirkennststg. Ästademische Sportabtettuüg ZUdLa. ,Träining der FstßbgllMott ab 5 Uhr äm Hakvah'Sportplatz, Flor'bSdvrs. Nächstes Training wird Donnerstag bekanntaegeben. -> -8- Wirtschaftliche KoasalMeruttg Jugoslawien», l , Der „Oestcrreichisch^ DolksMirt" ringt folgendcn rnt-rrssfLstten Artikel über biL wird tlichen BerWp ui lse Hugvs lawAnS: - „Währen^ die besten Südslawer!l Oesterreich noch immer sopgfaltig na spälM. vb'Dsr Gegensatz zwischrn Me en und Kroaten noch sticht den jungest südslawischen M it sprenge, macht dieser riesige Hortschritte auf dem öeye' zur imrt** schaftlichen Kvstsvlidierustg. Für Deuts, stcrreich,'welches in Jugoslawien eisten beträchtlich'; Teil seines NshriistgSbedarfts decken will, Ledeud das eine wesentliche Verteuerung und Erschwerüng se sr Bezsigst, Dsnst die jstKoslawische Äkione ist m Wie seit April butt. 140 auf 250, der DiMr demgem vdn 560 ausi 1000 gestiegen. In i der Schweiz n pert der Dinar gegenwärtig 06 gegen 14,60 zu Nsstng April und 3-3 im Juli. Damit hatte er den Kurier itülienischen Lire 'schön überschrittest und wüst , de Kurs des fran-i' 'zofischest'"Franken' iistmürnahergört^ ..... ' . Es müssen, schon starke wirtscha Kräfte sein, die' -eine, .solche Entwicklung bei bei politische st,; Lage , Europas im allgemeinen und Juglawietts int Be*. ■ sonderen möglich Machen. Denn dies4,Staal.stat mit düst größten Äußeren und inneren 'dierigkeitest zu TämpM. We'Tiumdst'er' ^stiMkMr''Lösüstg noch. immer Nicht Näher und/ es ist schÄMnzuseMst,. wie einer .der beiden'^eile,. die sich so beit vorMvagts hübest, gßstütztnd Ä MDMWn Mtd, um eine Einigung zu ermöglichen, ft«mt ^Zug-Mien lehnt bisher jedes Kompromiß ab, das ihm nichH StaatshvMd über Fiume gewährt. Und der KonMmuß sich iw, dem Maße verschärfenals die wirtschmichen Schäden, die mit der Unzulänglichkeit FiuHs wMndSn sind, sich sühtbar sttachen. Letztes Estdes ismp Fistmaner. Frage eist böses Mbstück nach der älteNMnarchie. D.a Budapest jahLzehntelang den Ausba'u deMyisch-dalmatistischieu.-Mchnest.' veMWkt Hut, ist Fim" die Lunge, durch die der ganze reiche Zßesten desdg^slawischerb Reiches wirtschdstlich otmt DMi füt sich Jugoslawien zugleich im Ostest von Bülgcky bedroht, während es im Norden.sich ge^n UM gerüsbet halten muß, dessen Fünskirchner KohlenÄtzx es noch, im Besitz hält, und gegen Rumänien di^pgrenzung' im Banat, strittig ist'. Inmitten dieser anßenpvlitischtzst Gefaiq, bte den jungen Staat zur Erhaltstng einer ArmeGst einigen hunderttausend Mann MistKn, muß sicher innere Aufbau unter den schwierigsten BerhältnissePl^iehen. Der serbisch-kroatische Gegensatz lebt als inmylitischer Gegensaff fort und äußert sich dort inder vHiedenen Stellung der Parteien zu btt VerfassungAhlemtst. Die serbischen Rabißalen sind grundsätzlich Z^alistön, die kroatisch,en Demokraten grundsätzlich Fo^listün, und dieser Gegensatz übertrügt seine llLirkum ^uch tauf die Bshattdlüstg der wichtigsten wirtschlichen Fragest. So bekämpfen die Demokraten aus dasiärfste das Aussuhrmonvpvl für Lebensmittel und Mpsfe, weil es die wirtschaftliche Bewegungsfreiheit dlmest. Uchöst ReichSteils zugunsten einer Bolgrader JMion etstschränkt. Umso erstaunlicher -sM die Fortschritte, dpAstigvslawische Wirtschaftsleben ist den ft#« «0%n äufzstweisün hat Ustd die ZsügniS abftgest für b£tf\x* WMDu statürüchen Reichtum, dieses Maw provisorischen Nationalversammlung hat die RegierUng anfangs Juli den Voranschlag für das Jahr 1920/21 vÄtgäfegl. Er sieht 3199 Millionen Dinar ordentliche, 803 Millionen Dinar außerordentliche, insgvsamt somit 3994 Millionen Dinar Ausgaben vor, denen er 3884 Millionen Dinar Einnahmen gegenÜberfftW DaS Defizit beträgt somit bloß 110 Mllionen Dinar g^gen 853 Millionen- Dinar im Vorjahr. Die AÄSst Men sind gsgen das vorjährige Brldtzet auf daS Zweieinhalb fache, die Einnahmen auf das Fünffache stftgen. Wie weit diese Zisferrmnsätze in der Wirklichst begründet , sind, läßt sich schwer beurteilen. Bvtrikchtkiche Zweifel und Vorbehalte sind sowohl für bk« Ausgabenwie vielleicht noch' mehr für die Ettmahmenleite angebracht, aber wenn die B'udgetziffern, was doch nicht anzunehmen, nich't geradezu freies Phantasio- Produkt sind, bleibt es eine hervorragende Äistung^ daß' gerade Jugoslawien als erster von den keiegführen-» den Staaten seinen Staatshaushalt annähernd' fctt> Gleichgewicht gebrächt hat. - .Vvst den Ailsgaben entfallen nicht weniger alitz 1l2l Millionen Dinar auf die Heeresverwaltimg^ Sollte im Laufe des Jahres die adriatische Frag« ' glücklich gelöst werden und auch' sonst der Südvsten Eusto- Pas sich beruhigen, so wird diese Post sich einschneidend! väcmindern lassen. Andererseits werden dadurch dies notwckndigsn Mittel' für die, Durchführung von jetzS vertagten, aber notwendigen Aufgaben freigesetzt wei> den. So ist es sicherlich ganz ungenügend, p^ß daO, stnjerrichtsnlinisterium mit einem Etat von 159 Mil-> lionsn Dinar ausgeftattet wird. Von den Einnahme« entfakftst 402 Millionen Dinar auf Zölle, 130 Millionen Dinar auf Verzehrungssteuern, 400 Millionen Dinar auf die neue Umsatzsteuer, 3117- Mtlionew Dinar auf direkte Steuern. Unter diesen 'Mtfte wohl) die durch königlichen Ukas eingefützrte Kmiegsgewinu-i sftuep den Hauptanteil haben. Ob sie in solcher Höhvj wirklich, einbringlich ist, muß freilich' bezweifelt werden, zumal Meldungen porliegen, daß ihre Einhebuna pod-i läufig sistiert ist. * . ■ ‘ Ueber die Auslandsschuld Jugoslawiens fehlen! verläßliche Angaben. Eine Schätzung des „Obzvr", d«ej die Auslandsschuld auf 5200 Millionen Goldfvanep schätzt, erscheint wohl zu hochgegriffen. Nach den An-, gaben von Keynes beträgt die Auslandsschuld Augo-! slawientz 1500 Millwnän Goldfranes. Trotz der verschiedener j Vorschüsse nach' dem WafferMtlstand, dürfte die Äußlandsschuld 2i/s Millionen Frästcs nicht übersteigen- Natürlich wird M MSeMndersetzung FügeslawrenS mit.den AlttiLrten llMso schwieriger werden^ je > weniger es sich auf auswärtige Hilst angewiesen, zeigt. Und diese scheint nach' der diesjährigen Ernte tatsächlich, überflüssig zu werden. Wie an einer amft lichvn' Siattsttk überhaupt, so sshlt es Jugoslawien inS-- befondsre an einer Trutestätistik D'vr demokratisch^ Fiuanzminister im Kabinett VeSttje, Herr Kosta Gtv-! jailovic,- :haL .in einem vor einige« Wochen veröffent-i lichte«, Vortrag bi^ Brötgetretdeernte Jugoslawiens auf 65 MilliottSn Meterzentners die.Mäi4?rntS auf 40 Mift. lrondu MeMMtmir geschätzk. Das würde ungefähr deu- Erntemenge des alten UNg-vr« gleichkomme«. Ob dies« Ziffern Heuer den tatsächlich.'« Ernteergebnisse' entsprechen, dürste der Finanzminister selbst Vicht wissen^ An sich sind sie durchaus plausibel. Südungarn«, der; westliche Teil' Banats, Kroatien und Sstlwonie«/ die än Jugoslawien gefallen sind, waren die fruchte bärsten Getreideböden des alten Ungarn und dazu kommen, noch die bosnische und serbische Ernte. Dev Mangel an. Kunstdünger und landwirtschaftlichen G^ raten macht sich dort weniger fühlbar als in höhere kultivierten Länder«, da die landwirtschäftliche Dechnst Hort noch auf niedrigere Stufe steht. Würde aber biff tatsächlich» Ernte den angeführten Ziffer« auch' nur annähernd entsprechen, so würde Jugoslawien mit feine» 13 Millionen Eintvohnern über enorme Ausfuhrüberschüsse verfügen. Dazu kommen eine außergewöhnlich reichlicko Pflaumenernte und beträchtliche Ueberfchüsse an sonstigen wertvollen Ausfuhrgütern, vor allem an Hotz. In Kroatien allein, sollen»nach Zeitungsmeldun- , gen £0.000 Waggons Eiche, 50.00 Waggons Buche nutz 20,000 Waggons Weichhvlz zur Ausfuhr bereitsteheu. Wieviel don diesem Reichtum im Ausland wird vttwertch Werden können, ist freilich eine andere ^rage. Zunächst ist es durchaus wahrscheinlich', daß da- AußfuhrmoUvPol, welches politisch von den föderal^ stischen Parteien auf das heftigste bekämpft wird, zusammenbricht, weil es der Größe seiner Aufgabe un-' möglich/ gewachsen sein kann. Das Anbot der Ernte drängt sich in Jugoslawien aus kurze Zeit zusammen^ weil es an Lagerhäusern und Magazinenfehlt, um groß« Ueugen aufzubewahren. Kann der heimische Markt durch eine wohlorganisierte Ausfuhr nicht rasch entlastet werden, so besteht die Gefähr, däß beträchtliche Erntemengtz« zugrunde gehen. Erschwert wird die Ernte» Verwertung noch durch die völlige Desorganisation deß Verkehrswesens, den schlachten Zustand der Straßen und den Mangel an Zugvieh. D^u stellt auch dis Finanziemlng der Ernte bei den hMigen Preisen ei« ungelöstes Problem. Während des Krieges voNzog sich in de« fvüher üstereeichisch'ätngärischen Gebieten, welche den Hanptte.il der Erüte aüfbringen, und später auch itn vtsupierten Serben die ÄrnteverjvtrtUng durch staatliche Organisationen. Nun ist der Verkehr im Innern Jugoslawiens freigegeben und niemand weiß, in welches Weise die ungeheuren, in viele Milliarden gehende Beträge aufgebracht werden sollen, welche der