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Wiener Morgenzeitung · 1920-08-14 · Heft 561 (14.8.1920) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 561 (14.8.1920)
Date
1920-08-14
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite « Wien. Samstag Wrerrer Ärorgenzettüng 14. August 1926 -Nr. 661 'Herrn Edmavn und H:nn Erba dt v.»in Dent'ckett Volksihca'er. .Karten von X 30 b:3 l0-> f«i l,ci?e. Vorsreltmiaen bf Kehlen« -orfer, I., Krugerstraße, m der Knnüschau und an der Abendkasse. Statt Forest wurde von Direktor fürden tatttgcn Monat August als Gast für das W t fit c r Stadt- Theater verpflichtet. Der Künstler spielt allabendlich Hauptrolle in der erftlgleichm Konwdre »Der Tot- Schlägervon Emile Zola. Ausstellung im Oesterrerchifchen Museum. Die -Ausstellung .der orientalischen Teppiche aus ehemals kaifeckichrm- .Besitze und die ModeauSstellimg ,st, mit Ausnahme de§ Montags, 'wie die Sammlungen de5 Oestcrretchifchen Museums täglich, -und zwar Dienstag bis DonnerLtaa von 9 bis 2 Uhr, Freitag und Samstag von 9 bis 1 Uhr peöffmt. Dienstag und Mittwoch .'80 Heller, sonst frei. Di: Kunstschau täglich von 10 bis 6 llht. -' Sport.. Mit der Hakoah in Deutschland. Bon Arthur Baar. , . ' IV. ( Während dte Zwickauer Judenschast unserem Gastspiel ziemlich interesselos gegenühergestanden war, fanden wir in Mhemnitz durch unsere Freundo eine überaus , herzliche Aufnahme. Die Mitglieder des ftit ungefähr Jahresfrist -beistehenden Chemnitzer jüdischen Turnvereins gaben «sich alle 'Mühe, uns den Aufenthalt so angenehm als möglich zu machen. Am Abend vor dem Wettspiel vereinigie uns ein fröhlicher Kommers, ans welchem einleitend die Bedeutung des Hcikoah-Gastjpicls durch den Obmann des Turnvereins. Herrn Weißkopf, gewürdigt wurde. Donnerstag mittags waren sämtliche Hakoahner bei Mitgliedern des Turnvereins zu Gaste. Hakoah-Chemnitz Sri. , DaS Wettspiel selbst zeitigte derart skandalöse Vorfälle, baß sie ein Schandmal für den deutschen Sport bedeute^. Die Einheimischen hatten sich von altem Anfang an eine /Spielweije zurechtgelegt, die gemeinhin als lobcnSgefährlich bezeichnet werden muß. Die Hakoah konnte sich demgemäß nie entfalten. Der Schiedsrichter war der Dirigent des einheimischen Orchesters. Unfähigkeit und Parteilichkeit paarten sich bei ihm in selten gesehener Weise. Ein Großteil der Zu-" ieher äußerte ostentativ seinen.Unwillen über den „Unparteiischen", und über dir einheimische Mannschaft Zu Halbzeit stand die Balgerei 1:1. Den Treffer hatte Jszo Gartsl' -erzielt. Trotz der inständigsten 'Bitten, daS Spiel regelentsprechend zu leiten, ging der Schiedsrichter über alle, Grenzen der Parteilichkeit hinaus. -Schließlich schritten die Hakoahuer zur Selbsthilfe, was auf jede« Fall zu wexurteilen war. Bandy hatte mittlerweile das siegbringendr Tor geschossen. Die Hakoah-Maniischaft glich einer "»Invalidest? truppe. Halprrn blutete aus mehreren Munden, Scheuer -gastierte als „Halbtauglicher" im Angriff. Grünfeld' spielte Verteidiger. Jjzo GanSl und Häusler waren verletzt.: Acht Minuten vor dem regulären Spielende gab es einen ZuiSMYienftoß zwischen Grünfeld und einem gegnerischen Stürmeri 'Der Schiedsrichter pfiff das Wxttspiel einfach ab.» :.Ein-Vorgehen, das den Regeln hohnspricht. Dünn förderte, dieser Herr das Publikem auf, die hakoahuer tüchtigzu verprügeln. Freitag, zeitlich frühreisten , wir Noch Leipzig ' weiter: zahlreiche Turnbrüder gaben uns daS Geleite. Der Empfang in Leipzig übertraf alles bisher Erlebte. Nicht nur die Mitglieder des Leipziger Bar Kochba, sondern auch jene der Spielvereinigung, unseres Wettspielgegners, waren am Bahnhof erschienen.- ' : Nach den Chemnitzer Vorfällen sahen wir dem Wettspiel mit größter Spannung entgegen. Die Mannschast würde wie folgt aufgestellt: Tor — Holpern; Verteidigung ' — scheuer, Trümer; Deckung — Molnar, Grüufeld, Nntzbaum; Angriff Katz, Slutzky, GanSl, Poltak, Häusler. Der Weg zum Sportplatz wurde in Dreß zu Fuß' zurückgelegt. Bei '£000 Zuschauer hatten sich eingefunden, um Zeugen dös Spiels zu sein. Die Dimensionen des Spielfeldes, 70 mal 110, das ebene, mit Gras bdwachfene Terrain, flößte uns Vertrauen ei». , Die Spielveremigung steht unter 10 Ligavertinen. in der Meisterschaft derzeit an dritter Stelle, hat aber vor .kurzem die führenden Leipziger Bewegungsspieler in der Meisterschaft 3:1 geschlagen. Vorzüglich waren der Tormann, die Verteidiger und die Verbindungsstükmer. Der gejamten Mannschaft konnte man das Prädikat „Wienei: erste« Klasse" zubilligen. Angenehm wurden wir auch, durch -die Tüchtigkeit und Objektivität des Schiedsrichters Schmidt 'überrascht. . Trotz bedeutender Ueberlegenheit der Hakoah fiel der erste' Treffer erst in der 37. Minute. Gansl schoß einen vor^' bildlichen Paßbäll HäuSlers /Valley ein. Nach der Panse mußte Slutzky infolge Wadenkrampfes zeitweise aus scheiden, wodurch da§ Spiel offen wurde. Die Sturmläufe der Leipziger' zerschellten beider vorzüglichen Hakoah-Verteidigung. Nach «in« Kornerjerl« fiel das zweite Tzt in der 44. Minute, wieder durch einen Volleyball Gansls. Wie schon oft vorher 'lohnte reicher Beifall die schöne Leistung der Hakoah. Gleich darauf pjisf Schiedsrichter Schmidt das, Wettspiel ab. Er hatte während des ganzen Spieles keinen einzigen Freistoß wegen Font diktieren müssen. Lebhaft ükklamiert trat«« die Hakoahner den Heimweg an. Abend vereinigte ein großer Kommers die Hakoahner mit den Mitgliedern des Bar Kochba und der Apieluereinigung. I. A. B.> Heute Training der i. und U. Manmchatt. Ericheckon PslM. Mitgludirauiuahmr Montag, Mmwoch, L«k> Freitag von 3 bis b Uhr de: P. Fern, Rrmdrarldt» stcuße B2/Q. Kndima, 7 Uhr abends. P v l l « e r j « m m l u A g iw ,C.'o^ Renwrgndi. Sonntag V:? ilhr am Viktoria-Platz Heros Heue. 6 Ulm.,, Svrlk'vttf.'mmftma -m Caf« Zuckcrveig, U, Kieme Plmrgaffc 8; Ericheiucn Pil.ch.'. Sportklub Hazair. Morgen vormittags Wettspiel mit zwei Mannschaften in AtzgerSdorf. Jüdischer Sportklub Tharuth. Fnßballüainr'ng: Dienstag, Donnerstag, Samstag von 4 bis 7 Uhr. Sonntag Wettspiel. Leichtathletik: Montag, Mittwoch von 2 bis 4 Uhr. Freitag Ausschußsitzung um 6 Uhr im Cafs Sennerin. Jeden Samstag Spirlerverlammlung. Sportklub HaSmonea. Wochenprogramm: Fnßballsettion: Training l. Mannschaft Mittwoch, Freitag; 0 Mannschaft Montag, Mittwoch; Jugendinannfchaftm Dienstag, Donnerstag ab 6 Uhr. Leichtathleliksektion: Training: Dienstag, Donnerstag 6 Uhr; Dienstag 6 Uhr Ausschußsitzung. Samstag 6 Ubr erste odeniliche Generalversammlung. Zusammenkünite täglich von 7 bis 6 Uhr. Einschreibungen täglich von 7 bis 9 Uhr im KlstbcaiS mm Butterfaß. II.,' Prater 8, zwischen Cafs Pratrrfce und U. Kaffeehaus. Kaltenleutgebener Hakosth. Sonntag, 9 Uhr vormittags. Wettspiel in M 8 d l i n g gegen den dortigen' B. i. B. Abfahrt der Spieler 7,8 Uhr mittels Auto vom Hotel Ludwighof. Sportklub Kadima eröffnet die neue Saison mit einem Wettspiel seiner ersten Mannschaft gegen Meidlinger Akademiker erste Mannschaft aur seinem ^Sportplatz, XXl . Anton Stört- Gaffe 68, am Sonntag den 15. d. M. uw 7rs Uhr nachmittags.. Lmie 31 bis Floridsdorf am Spitz, dann 32er, zwei Haltestellen. — SamStag 8 Uhr. Versammlung der Fußballseknon mit sehr wichtiger Tagesordnung. GerLchtssaa!. Dep seSHreLe Amerika-Brief. Wiedekhvlt erligneft iS sich in der letzten Zeit bei Postämtern, daß einlangende B r t c f eauSAmerika geöffnet wurden, weil die Täter in diesen SchrcibLn Geldsendungen von Angehörigen, der dlbrrffateu v-nnutey. Am T. Juli l»eß der Vorstand des Postamtes in der Wemtraubtttgaffe den AnShitfspostamtsdirner Nndolf E r n st wegen Diebstahls verhaften. In dem Postamt war ein Amerika-Brief anHerrn Moritz B a r t f e 1 d.. aufgeriffm vorgesunde» worden, welcher wenige Tage vorher dem Ernst nebst elf anderen Amerika-Briefen zur Bestellung übergeden worden war. Die übrigen BUefe, welche der Beschuldigt versteckt hatte, wiesen keinen Kontrollstcmpel auf. und vermutete der Borstand, daß offenbar der Beschuldigte die Absicht hatte, auch diese Bucse zu öffnen und sie dann nachträglich mitdem Kante ollstempel versehen zulasten. Der Verdacht batte sich aut Einst gelenke, weil dieftr bereits zu Ostern Amerika- Briese in einem Fach versteckt hatte. Bezüglich des Briefes an Barts e l d kennte eine Spolienmg nicht nachgewiesen werden. Bezüglich^der Briese zu Ostern erklärte der Beschuldigte, daß er dre Briefe an einem Tage zugewiesen erhielt, an dem er nicht bestellte und sie im Fach b>§ nächsten Tag aufbewahrte, wo er sie bestellen wollte. B« : einer abends vorgevommcnen Revision des Postfaches seien die Briefe vorgefunden worden. Da ein Dirbstcchl ausdem Amerika-Brief nicht .nachgewiesen werden konnte^ wurde gegen Ernst, der jetzt Kellner rst, die Anklage wetzen Verl e tz u ck g d e S B r i e f g e h e i m n i s s e s erhoben. In des VerhandlWg beteuerte der Angeklagte, daß er dem Briefe nichtS entnommen habe und gab die Eröffnung des Brretes aus Neutzierde zu. Der Angeklagte wurde wegen. Versetzung ' des - BriefgehrininisteS zu achtundvlerzig Stunden .A r r e st s verurteilt. Studenten als Diebe. - Dir Studenten Egon N e ch i imd Georg Nest waren wiederholt in die in Kalftburg gelegene Villa de§ Industriellen Jysef A h o r n e r eingrdrungen und halten aus ihr Effekten und Lebensmittel im Werte von über X 50.0(0 entwendet. DaS fremde Gut verkauften sie und machten mit dem Erlöse eine Sommerrcile . nach. .Salzburg und Tirol. Dort traf Nechi seinen einst«geu Lehrer Pro'estor Lemberger in Mütttsill an und stahl rhm zwer Pistolen. Arrßerdem hat Nechi der Organisation der Mittelschüler, deren Vizepräsident er eine Zeillang war. eine Schreibmaschine und ein Tischtelephon entwendet. Die zwei Studenten hatten sich Freitag vor dcm ^Schwurgerichte unter dem Vorsitze dcs Ober« landeSgerichtsratcS Dr. Kästner wegen Diebstahls zu verantworten. Sie waren geständig. Nechi errählte. haß er nach Kriegsausbruch an die Front kam, dort viel durchznytachen haste, und nach dem Zusammenbruch sein Studium am Technologischen Gcwkrbemuscum wieder aufnahm. Anläßlich des TechnikerstreikS spielte er eine führende Rolle. Er habe schon am Gymnasium alS ein „Spinner", das heißt als ein Mettsch gegolten, der sich mit vhantastlschen Plänen trägt. Die Anregung zu den Diebstählen sei von Rest auSge» - gangen. — Der Angeklagte Rest, der im Felde dem Kundfchafterdienst zugeteilt war. bezeichnete sich wieder als daS Opfer.ftines Freundes Nechi. — Die Gerichtspfychiater Profeffor Dr. B.vf ch o f f und Primarius . Dr. Stelzer kamen in ihrem Gutachten zu dem Schluffe, daß den Angeklagten . gewiffe psychische Mängel zugebilligt werden mttffen, daß sie aber nicht geisier-krank sind. Die Gefchwomen erkannten Georg Rest mit zehn Stimmen schuldig, verneinten dagegen die Schnldfrage fiir Nechi mit sechs Stimmen, worauf der Vorsitzende den Freispruch des letzteren verkündete. Das Urteil gegen Nest lautete auf ein Jahr schweren Kerkers. Der Volkswirt. Eine Krone 2.95 Centimes Geld. Gestern "notierte in Zürich: die österreichische Krone Geld. . dir österr. gestempelte Krone Geld die tlchrchffche Krone ..... di, Mark.. Agra« .......... Warschau. ÖJlfcflWL . 2 95 ( 2.95 am 12. August) . 8.— ( ».Ist am 12 Augusts .10:50 10.75. am 1- August) 18.-- (18.1-7, om IS. August) . 6.50 ( 6.50 am 12. August) . —am 12. August) Zur Fra e dcc« PrerrQ-haur.s in Sesterrrich. Eine der HauptuLsachen der gegenwärtigen Wag« nation im kornmerziellsn Leben Oesterreichs liegt ich dem Umstande, daß man, ebenso wie in ÄmerM, iw den Entente st a ater: und in Deutschland einen »ausgißbü^w Rückgang aller Preise erwartete und deshalb mit Gin«' kaufen stark zurückhielt. Ist aber diese Hoffnungaus einen baldigen Preisabbau noch begründet? ■ Wohl konnte man auch m Oesterreich kleinere Preisabbröckelungen feststellen. die aber im Verhältnis zw dem Preissturz.. der in den Vereinigten Staaten uM den Ententeländern einträt, sehr geringfügig.waren» Air diesem Festhalten der Preise war — abgesehen vonder barniederliegendvn Pvsduktion Oesterreichs und h«en' verhältnismäßig doch immer geringer werdenden Menge Vorhandener Warenvorräte — vor allem der andauertü» niedrige und schwankende Kursstand der österreichischen .Krone aus den internationalen Märkten schuld. In letzter: Zeit hät die Krone sogar einen neuerlichen Rückschlag! erlitten. Das Vertrauen d^s Auslandes in die politische und wirtschaftliche Lebenskraft Oesterreichs ist eben ein sehr geringes und das äußert seine Rückwirkungen auf, den Staalskredit und, was noch vi^l schlimmer ist, auch auf den'Privatkredit. Das wären einige der von außest her wirkenden Momente, welche den Preisabbau in, Oesterreich hemmen. Ist aber nmsererseits auch alles geschehen, lim den Preisabbau nach Möglichkeit zu fördern?. Daß die-österreichischen Konsumenten sich organisieren und zielbewußt auf eine Ermäßigung der Preise hin^ wirken würden, war.,von vörneherein nicht zu erwarten^ Im Gegenteil, sowie Man irgendwo ein kleines Herab-s gehen der Preise wahrzunehmen glaubte, so wyr.'hi^ Käuftrschar trotz ihrer gefunkenen Kaufkraft sehr bE bereit, sich einzudecken und hat so durch den MättgeV" an Zurückhaltung den Preisabbau zumindest viel' zw wenig gefördert. Soweit, sich Zurückhaltung bemerkbar^ machte, war das dem Umstande zuzuschreiben, Msjgroße Massen früher zahlungsfähiger Leute einfach nicht;' mehr in der Lage wären, die heute geforderten Preise zu bezahlen. Aber auch seitens des Staates ist wenig oder.nichts geschehen, um den Preisabbau zu forciepep.^ Oesterreich ist hinsichtlich einer ganzen Reihe wtchtigep Lebensmittel und unentbehrlicher Rohstoffe auf. die Dfttf: fuhr angewiesen. Nun hat die Regierung einige 5ü)»v-: pensationsverträge abgeschlossen und glaubt damit, ha^: Ihrige getan zu haben. Zunächst werden aber auch Kam» pensationsverträge manchmal seitens des anderen Ver-'r tragsteiles nicht eingehalten oder gekündigt, überdies!' aber der freie Handel, der diese Funktionen viel bess-rk, hätte erfüllen löpnen, gestört und gehindert. DaZ.; Post-, Telegraphen- und Telephonwesen ist ebenso wie! das gesamte Transportwesen in, Unordnung und durchs häufige Streiks und sonstige Störungen desorganisiert.'. Auch die Tarifpolitik der Regierung wird man nichts gerade als glücklich bezeichnen können. Dasselbe gilt! von der Steuerpolitik. Am schlimmsten aber hat die' vollkommen vetunglückte Zollpolitik der Regierung gewirkt. Wie schon bemerkt, ' ist Oesterreich in weitgehendem Maße Einfuhrland. Es wäre nun ganz selbstverständlich gewesen, daß man die Zölle möglichst niedtig hält, zumindest in jensn Artikeln, welche nicht ausgesprochene Luxuswaren sind. Das hätte der Produktionnichts geschadet, dem Konsum nur genützt und den Preisabbau gefördert. Aber was geschah? Der Staat braucht vermehrte .Einnahmen. Die Regierung erhöht daher die Zölle, zuerst, aus dass Zwanzigfache und jetzt neuerdings auf das Fünfundzwanzigfache des ursprünglichen Zolles. Die Folge ist^ daß eine Anzahl von Produktionszweigen, darunter auH Ausfuhrindustrien, nahezu lahmgelegt werden, daß die Maren sogar, wenn sie schon vor der Zollerhöhung) im Jnlande waren, um den Zollzuschlag verteuert ver» kauft w:rd7n, weil her Kaufmann die.Zollspesen natürlich überwälzt und den Preis der bereits früher vorhandenen Ware auch unter Berücksichtigung der Repwduktionskvsten kalkuliert, das heißt, nach ienen Kosten,, welche, ihm die derzeitige Wiederbeschaffung dev Wareverursacht. Durch diese Zollerhöhungen hat die Re-, gierung dem Preisabbau in Oesterrech geradezu ents gegengewirkt. Ein weiteres Moment, welches j^>emj. Prcisfall geradezu hemmt, sind die Kosten und Schwierigkeiten, welche heute jede Reise verursacht. Waruny' ist das kostspielige Systern der Visader Aufenthalts¬ und Ciureisebewilligungen noch imnrer nicht aufgehoben? -Ein System, das in Wirklichkeit den Staat noch teurep zu stehen kommt als den Reisenden. Es wurde darüber,' in Prag verhandelt — 'gut Aber gerade Oesterreichs als kleiner Staat, der viel wirtschaftliche, wenig pvlitische und gar keine militärischen Interessen im Aus-' lande hat, könnte mit dem guten Beispiel vorangehenj und ohne hysterische Augst vor Bolschewiken und Spio« nen die. Grenze freigeben. Die Prager Handelswelk würde dann .schon das ihre tun, den unsinnigen Chawt vinismus ihrrn Abgeordneten zu dämpfen. Handelsnachrichten aus der Tschecho-Slowarei»! Prag, 12. August. (Privat.) Nach einer Mitteilung btt Handelsministeriums wurde da« Uebtreinkommtu zwischen der tsch echo-slowakischen Wirt« schaftsmission und den bulgarische« R e g i e r » n g s v e r l r e 1 e.r n am 4. d. M. urtterftrtigt.^ Die Berhanrlnngen Uber den Aukaui von prompten Weizen und Kukuruz sind noch nicht beende'. Im Verlause der Belgrader Bd» ratungen hat die jugoslawische Regierung eine größere Menge Kohle und Koks als Gegenwert fiir den zu liefernden Weizen gefordert. Unter Mitwirkung der Böhmischen EStomptebau? , LMlmM Md unter.BrGigW jm

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