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Wiener Morgenzeitung · 1920-08-13 · Heft 560 (13.8.1920) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 560 (13.8.1920)
Date
1920-08-13
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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M. öW itoleit, Freitag Wiener MorgenzeiLunK Telegramme Der türkische Fried ensp ertrag unterzeichnet. | GtvreS, 10. August. (Havas.) Heute erfölgtö' die Unterzeichnung des türkischen Friedensvertrages. Nach- - dem die türkische Delegation, bestehend aus Genexal 'Hamdr Pascha, Tewfit! Pascha und Reschid Alis Bei, in den Saal ein gefühlt worden war, teilte MkNrsterpräsident Miller a ti d, der den, Borsitz stihrte, . enfach mit, daß er zu der llnterzei.chnung des Friedens Vertrages schreite. Er gab den türkischen Bevollmächtigten und den Vertretern der Verbündeten die Versicherung, daß der Text des Vertrages mit dem früher überreichten Übereinstimme. Zunächst Unterzeichneten den Vertrag die türkischen Delegierten, wbtäüf die Vertreter Englands, Frankreichs, Italiens, Japans, Armeniens, Belgiens, Griechenlands, Polens, Portugals, Rumäniens, rntd der Tschecho-Slowakki dön Vertrag unterfertigten. , Da hiemit der letzte Vertrag mit den Mächten, die mit der Entente im Kriege standen, unterzeichnet ist, ist detz Friedenszustand gegenwärtig offiziell mft den feindlichen Mächten wiederhergestellt. Sevres, 10. August. (Havas.) Gleichzeitig mit dem 'türkischen Vertrag Unterzeichneten die Bevollmächtigten ein italienisch-griechisches Abkommen und eine Konventiön, betreffend die wirtschaftlichen Einflußes 0 n e n i n K l e i n a s i e n. Ratifizierung des bulgarischen Friedensvertrages. Paris, 9. August. (Havas.) Ilm 11 Uhr vormittags fand ÜN Ministerium des Aeußern unter Vorsitz Jules CsmbonS der Austausch der Ratifikationen des Hut-» ggrischen Friedensvertrages statt. Der Vorsitzende gab den Wünschen der Mitunterzsichner für die. WohkMrt Bulgariens Ausdruck. Hierauf unterfertigten die Vertreter Frankreichs, Belgiens. Englands. Italiens und .Siams den Friedensvertrag und die beiden Zltiah- ^protokolle. Sir Herbert Samnel Über seine Aufgabe». London, 10. August. (Jewish Corr. Bur.) In Beantwortung des Begrüßungstelsgramms der zionistischen Weltkonferenz sagte Sir Herbert S a M n e l, der Goniverneur von Palästina:! „Ich wurde Mt der Ausgabe betraut, die Verwirklichung der historischen Botschaft gnzüstreben. Hiebei bin ich mir sowohl der jahrtausenölangen Hoffnungen des Mischen Volkes als auch her Rechte der gegenwärtigen Bevölkerung wohl bewußt." €ff? Herdtzrt chgmnel in Aegypten. Äfty, Ifi. August, (JMish CtzM.Bnr,) Der High Comtnisstoner WltzNms« Mr Herbert Samuel, hesuchttz den ägyptischen Sultan nntz den PremiermiMyr« . Bi? Mischrn AhMrdyeten gegen den AnfisemftUmus in Palen. i Warschau, 0. August. (Jewish Corr. Bur.) Der jüdis che Sejm,Klub überreichte gestern dem Staatshaupt P-ilfudLki, dem Staatsverteidigungsrat, dem Kriegs? - und Innenminister, dem militärischen Sejm-Kommissär und anderen zentralen Regierungsstellen ein ausstihrliches Wemavandum, in dem die jüdischen Deputierten, sich aus eine Reihe Tatsachen stützend, auf die Folgen der antisemitischen Agitation Hinweisen. In diesem Memorandum wird ferner ausgeführt, daß danI dieser Judenhetze der bekannte Aufruf des Kpiessministeriums gegen die schlechte Behandlung der Juden ganz ahne Wirkung bleiben muß, und in der vgn die.sst? antisemitischen Agitation geschaffenen Atmosphäre die jüdisch-polnischen Ausgleichsverhandlungen den Charakter politischer Machenschaften annehmen. KMsfioy des polnischen Kriegsministers. i WN'.s.7,au, 10. August. (Poln. Telegraphenagentur.) WaS Preßbuvesu des Ministeriums des Aeußern teilt mit. haß des Ministerium keinerlei Nachricht über eine endgültige Ablehnung der englischen Vorschläge durch.die Bolschewiken und über eine Zusammenkunft der tzvlnischen u nieder russischen Delogiexten, die Pciftwoch erfolgen sollte, erhalten hghe. Wie das Minifterratspräsidium mitteilt, hat Kriegs mini ster LeKniewscki seine Dssmif« jsivn eingermcht. Die Demission wurde angenommen. iHurn Arisgsrninift.ir wurde der gegenwärtige Be rh % §'m i n ist e r General Sosukowski ernannt. Marsch-» bedroht. Pari-, 12. August. (Funkfpruch.) „Temps^ meldet aus Warschau, daß sich die Sowjetheerc Warschau vom Norden, Nordoften und Osten nähern. Der Nordftügel sei am nächsten, die Lage dort am bedrohlichsten. Patnrscher Frontberrcht. i Posey, 12. August. (Funkspruch.) Fropthericht vom > 11. Wgust: Ich NorpMchnitt svarhen. hartnäckige Apgrjfte hes Feipdes, her uns uw jehen Preis von Pustußk zst pexhtängen suchte, abgewiesen. Schwexe Käinpse fänhen ich Abschnitt des Generals Zeligywtzky statt, der ftärfsten feindlichen Druck zurückzuhalten hyt. Im . Zerchmm verging der gestrige Tag ohne bedeutende t Kampstätigkeit. Im Südabschnitt vermehrte Tätigkeit )er Reiterei BudjennyS, die sich nach ihren Wärt Mtzderagen ergänzte. Ihre vordersten Abteilungen gelangten bis R a d z i w i l l o w: unsere Gegenaktion ist im Gange. Feindliche Angriffe im Abschnitt Horodycze und Ch ö d a c z k o w worden blutig abgeschlagen Ukrainische Abteilungen, die vorübergehend aN der Strypa zurückgegangen waren, haben das verlorene Gelände wiedererobert. Minsk — Sowjetrepublik. Moskau. 12. Ängnst. (Funksprüch.) In M i uSk wurde dit w e i ß r u s s i s ch e S o w j e t r e p u b l i k als ll n a b" hängiger S t a <rt cmSgernfrv. Der neire Staat hat Mt Cowieinißland cm > Bündnis zur Bekämpfung Polens g-schlonei!. Oftgalizien. Wien, 12. August. Der Ukrainische Presstbienst meldet: Die Lemberger „Hvomadska Dumka" stellt fest, daß laut Aussagen des gewesenen polnischen Ministerpräsidenten G r a b s! i und des jetzigen Premierministers Witos die Frage Oftgalizietis eine offene intet* ii ät iönatö A ü ge le g e n h e i t bildet. Große Bente der Bolschewiken. Moskau, 12. August. (FuNksptuch.) Bei der Besetzung Wilnas wurden ungeheure Vorräte^ Rohstoffe für die Zuckerfabriken, borge fundöu. Sie reichen füt den Betrieb voll sechs Monaten aus. Ein Teil >er Maschinen war nach Biälyftok verschleppt worden, wurde jedoch entdeckt und zurttckgebracht. Eine englisch? Flottenaktion? Kopenhagen, 12 August. Wie -.Nartonaltidendr." aus , HelsingfoeS meldet, hat' Sie Marh'richt von dem Aüslaustn der englischen Flotte in Petersburg Erregung hrrvorgerUfen. Sinowjew veröffentlicht einen. Ausruf, worin es' heißt, baß, falls Petersburg bedroht werden sollte, die Ärbtzitev-. und Matrolen aufgefordert wiirdhn, für die Börteidignng der Stadt zn sorgen. Ungaon chird nicht mstrschiepen. Budapest, 12. Angust-. (sing. Tel.-Kürr-Hur.) Mas Stephan Bcthlen, der für -diß Heilung des Auswärtig«! Äintes t» Aussicht genommen ist, .erklgxt. int... „Virradat", die maßgeb e ,i d e n Kreise wüßten nichts von einemVorhaben, Polen ge gen die Bol schewiken bewaffnet zu unteerstützsn. Die Nisdevringllng besi Bolschewismus würde allerdings auch Ungarns w-lcholitifchs Lago bessern; es sei jedoch ftine UeberMgnng, daß Ungarn o h y e E i nwilli gung her En tfyte keinen Krieg führen föpm:. Die UnHiftighsit in der K»feme. Llgytz Gtzyrge tst bestürzt .SoB-y, 12- MgM. (W,-Foinp.) Zlvpd Gepxge evktärw gtzsftM pbeichs M Hnterhans auf kiu« Amm'gß, daß N. die KgriM Mltzunev hWeffönd Pen Beschluß der franz^sifchW Wgieruug,Henqräl Mrau? ge l anzusrkegMu, mitz Pest Kr zun 0 »O Äe sv r guis gale fau hghs, Ihn. hyhv k^rperhöi Mitteilung dieftr'Urt erreicht und er Mm'^asttn glauben, haß sie wahr fej, tyvji Millergnd ihn sicher von ein,cut solchen HltzU französischen Regierung, uutepx-ichtet htztte. Mrs dep Konferenz m Hytha sei Hin Vorschlag zM Anerkennung Geukvtzl Wrangels nicht gö|Mcht worden urch Englanh habe auch' nM W Absicht« dj.es zu tM. Ms MM wird aber geiueldet, daß pst französische Regierrmg Lloyd George von diesem B«sch lasse in .Ken ntnis gesttzt habe. Die Anerkennung General Wrangels bedeutet, daß ihm sehe m ö gliche ma terie lle H ilfe gewährt werden müsse. Auch die Absicht, der französischen Regierung, sich mit Kainenew und K^ckssin in keinoBeziehungeu einzulassen, habe in London großes Aufsehen erregt- Der sündigt in großen Huchstabsn an, daß Frankreich tz^rsuche, tzen Frieden zu boykottieren, und stellt im Zusammenhang, mit der gestern abends veröffentlichten Note her gMrjktznifchen. Regie" rung daß hie Bundesgenpsstzn durch die russische Frage in zwei Lager gespaftefl wurden, TYrqnßpls PexspxpchMgW. Pariß, 12. August. (Wolft.) „L'Qeuvre" meldet: Der diplomatische Vertreter der Regierung SüdxußlaudL in Paris ist der ehemalige russische Botschafter in London Giers. Der „Excelsior" veröffentlicht Erklärungen über die Absichten der Regierung des Generals W r a n g e l, die jedenfalls von ihm stammen. Darin wird gesagt, da- Hauptziel, das die Regierung Südrußlands verfolge, sei, dem russischen Volke die Möglichkeit zu geben, seinen freien Willen über dis anzunehmeude Regierungsform zu äußern. Die Gleichheit, die persönliche Unverletzlich* feit aller russischen Staatsbürger ohne Unterschied der Abstammung und der Religion sollen fichergsstellt werden. Der Grund und Boden soll denen als Eigentum überlässen werden, die ihn bebauen. Ferner sollen die Jnterssfen der Arbefterklasfe. und der Handwerker ge* wahrt werden. Die Regierung Südrutztands werde alle internationalen Verpflichtungen der ehemaligen Regie, . rungen Rußlands gegenüber auswärtigen Regierungen anerkennen; sie werde ferner die Berstflichtung über* nehmen, die Schulden Rußlands zü bezahlen. t '■ -• Die sranzofifchösr Doziattsts» fü, G-Mjstenffiand. Parih, \t Augpst. (Appr.-Bm) Per Aufruf her ständigen Kommission der sozialistischen Partei weist auf 13. August 1920 Seite S ' -die in HMe WüßM BefchMO W, den pMistzeni Imperialismus.und Generäl Wraügel gegen die russische. Revölütron. zu unterstützen'Mid über Rutzlanb' die Blockade zu verhängen, und erklärt, die nächste Forderung des Proletariats solle lauten: Friede für Sowjetrüßland tmd Anerkennung der Verfassung, die das russische Volk frei gelvahlt hat. Gegen den Krieg. P ü r t s, 12. August. sKorr.-Bur.) In der gestrigen Sitzung des Allgemeinen Getverkschaftspstzbandes wurde eine Tagesordnung beschlossen, in - der unter P rötest gegen e titcii Kr ieg mrt S o tb jei*ufsl<tnb erklärt wird, aste ^regiertrugen hätteü die Pflicht, normale Beziehungen ükd den Frieden tnit Rüßlanv wiedeeheöznftellcn. Anden ZuternatittNalen Gswerkschafts. verband wird das Ersuchen gerichtet werden, ztt dieser Frage nnverzügtich Stellung jil nehmen und eine Konferenz des Exekutivkomitees des Internationalen Gewerkschaftsverbandes einzuberufen. Solidarisches Bdrgehen -er tschecho-flowakkschen und deutschen sozialdemokratischen Partei. Prag, 12.. Augüst. .Arivat.) Äm 11. d. M. tagte der Exekutiv aus schuß der tschecho-slomafischen sozialdemokratischen Partei. Die Berhanüluugeu galten der augenblickliches politischen und wirtschaftlichen Lage und den inneren Verhältnissen in der Partei. An der SitzüNg nahmen auch Mitglieder deö Vorstandes der deutschen sozialdemokratischeu Arbeiterpartei der tschecho-sbowaftschen Republik teil. Es wuM mit ihnen ein gemeinsaMr Aufruf der beiden Parteien an die Arbeiterschaft vereinbart und beschw-sen. daß auch in Zukunft bse beiden Parteien in diesen Fragen solidarisch vorgeheni.In. der Debatte erklärten die deutschen Sozialdemokraten, daß sie mit dem tschccho-flowakifchen Proletariat vollköoitnnen einig seien in der Verteidigung der tschechoslowakischen Republik gegen einen allfälligen Angriff der magyarischen Horthy-Reaktion. . In dem Aufruf wird gesagt: Die Arbeiterschaft beider Nationen fühlt sich mit dem russischen Proletariat im Kanipfe gegen die kapitalistische Reaktion solidarisch und ist entschlossen, jede Unterstützung der Feinde Sowjetrußlands mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern. Das tschechische sozialistische Proletariat wird nicht zulassen, daß irgendein Gebiet der Republik Mißbraucht wird zum Vormarsch reaktwnättzr Truppen oder zur Durchfuhr von Kriegsmaterial zum Kampfe gegen Sowjetrußland. Genossen und Genossinnen! Seid auf der Hut, seid bereit, unserem einigen und disziplinierten Rufe , zu. folgen, wesin es die Lage erfordern sollte, durch die Tatz unsere Solidarität mit Sowjetrüßland zu beweisen^ Köm Messer, keine Waffe, kein Geschoß, den Feinden Sowjetrußlands! Gr. Denefch «ach Belgrad abgereist. Präg, Id- August. (Privat.) Minister des Aeußern Dr. Penesch ist heute nach Belgrad abgereist.. Seine Zusammenkunft mit den jugoslawischen Staatsmänner)! wird der allgeMinen Lage und den speziellen Fragen gewidmet sein, Mlche hie Tschecho-Slowakei und Jugoslawien betreffen. Von der projektierten Reise des' Miitisters nach Rumänien ist Abstand genommen worden.^ weil die augenblickliche internationale Situation eine längere Abwesenheit des Ministers nicht zuläßt. Hie Festlegung dar tschechischen Grenzen. Prag, 12. August. Amtlich Ivird gemeldet: Gesandter Osudski hat gm 10. August außer dem Lürlifchen, Fri^densvertvaz auch den; internationalen Vertrag, genannt „Friedensperhrag über die Grenzen^ unterzeichnet, worin die fünf Großmächte unsexe Sou-! verginlät über das G?biet anerkennen, das durch, die in den Friedensverträgen mit Deutschland, Qe^erreich und Ungarn vorgezcichneten Grenzen bestimmt ist, Dieser Vertrag beftimml auch die desinitiven Grenzen zwischen. der Ts Ä e ch o.Slowakei II nd Rumänien und ist identisch >,nit hem. vom Obe.cst?nRat im vergangenen Jahre-gefaßten Beschluß. Wmters bestimmt herOoxtxag hwGrenzen zwi-chen rer T? chech v* Slowakei einerseits u n d O st g a l i z i e n a ndererseits, welche mit der alten Grenze zwisch.ni Ungarn und Galizien bis auf die dnrch den Beschluß der Botschafterkonferenz über?l r v a und Z i p s sestgelegien Aendernngen zusannnanfällt. Der Erzbischyf van Irland ivtzernispt. . London, 10. August. (Korr.-Bur.) Erzbischof M a n n e r ist in London oingötroffen und nach einem unbekannten Aufenthaltsort gebracht worden.- Zu Kundgebungen ist es nicht gekommen. In don Straßen von Dublin wurden gestern abends zu Ohren des Erzbischofs Freudenfyuer angozündet. Als sich die Monge weigerte, äuseinanderzikgehön, feuerten die Truppen. Eine Person wurde getötet, eine verwundet. Aufhebung des augeutinifchen Getveideausfuhrverbots. Ast?«, lß. AMst. Eel.-^vuip-l Drr » r - e n t i n i s ch i G; f g n d t e Rom trilt mit, haß das AnSfuhrverbo' fstr aufgehoben wurde. Jlaliey wecdim Jahre INI die gesamten, ihm zugesagten zwei Millionev Metrrzrutier Getreide erhalt«...

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