Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1920-08-08 · Heft 555 (8.8.1920) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 555 (8.8.1920)
Date
1920-08-08
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2979076-2979416-2979633--04909-2990704
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

l Seite .j(P Wien.. Sonntag Die »arisch-christliche" Legion von Zalaegerszeg. Bei Herr: hier verhafteten Oberleutnant S tangel - kerger hat man, wie die „Arbeiter-Zeitung" mitteilt, einen Aufruf gefunden, den der Kommandant der . österreichischen Legion, Major Streitner, erlassen und den der nun gleichfalls verhaftete frühere Gras Mberti, der mit dem ,.Sektionschef-^ Schager und dem Generalstabsoberstleutnant Malievic das monarchistische Komplott in - Oesterreich leitet, zu verbreiten gehabt hätte.. In dem Aufruf h^iHt es.:: „In Erkenntnis, daß unserem armen, schwergeprüften Vaterland zu seiner Wiederaufrichtung vor allem Ruhe, Ordnung und' die Sicherheit des Rechtes' nötig,"alle' diese Bedingungen zurzeit aber durch eine im Verhältnis zur Bevölkerung ganz gering dastehende Parteigruppe, welche gestützt auf eine durch sie geschaffene militärische Macht m i t Terror, arbeitet, ausgeschaltet sind, höbe ich die Absicht, eine aüf nationaler und christlicher Basis stehende, vollkommen parteilose-, ausgebildete militärische' Truppe aufzustellen. . Bei einem Wechsel der jetzigen Regierung mit Abkehr von der roten Richtung würde sich diese Truppe der neuen Regierung zur Verfügung, stellen und ihr Vollstes einsetzen, um Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten. Die Rekrutierung derselben würde voraussichtlich zum Hauptkerl aus ehemaligen Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften der alten Armee erfolgen. Sollte sich späterhin der Witte der Bevölkerung dem monarchischen und dynastischen Prinzip zuneigen, so dürfte sich diese Truppe wohl dieser Richtung anschließen; jedoch wird ausdrücklich betont, daß hiebei nur der Volkswille entscheidend fein soll. Bedingungen für die Aufstellung der Truppe: Anerkennung leitens sämtlicher gegen die jetzige Regierung und Strömung arbeitenden arischen politischen Parteien;Unterstützung durch diese, und zwar in der Werbung, in der Beschaffung der Ausrüstung und Bewaffnung, sowie in der Aufbringung der finanziellen Mittel-. Die Gelegenheit, die sich durch das Lager in! Zalaegerszeg bietet, ist günstig und sollte ausgenützt werden." Im Zeichen des Hakenkreuzes. Die rühmlich bekannten Ehrhardt-Leute treiben wie der „Frankfurter Zeitung" von einem ehemaligen Offizier berichtet wird, nunmehr in Cuxhaven ihr Unwesen. 400 Mann stark» sind sie dort als „Garnison" eingezogen und .sollen jetzt Marinetruppe werden (wo bekanntlich Deutschland jetzt nur das Rudiment einer Flotte hat). Sie umgeben sich mit dem altkaiserlichen Brimborium, damit aber ist ihr Tatendurst nicht Lefriedigt.' Denn vor allem haben sie ihr Kasino, mit dem Hakenkreuz geschmückt, um so zu' dokumentieren, was für heldenhafte, deutsch-antisemitische Prachtkerle sie seien. Als nun das sozialdemokratische Organ in Cuxhaven sich mit denk Treiben der Putschrecken zu befassen begann, zog ein Fähnlein aufrechter Ehrhardtisten vor die Redaktion und beschmierte die Außenseite der Redaktion üben und über mit großen Hakenkreuzen und ihrem Geiste entsprechenden Inschriften. 1 So sieht der Geist des deutschen ^Militarismus aus. Es ist der Geist des Hakenkreuzes, der rüdesten Judenfresserei, welche gern ihren Tatendurst durch ein paar Pogromchen löschen würde, weil dem Geiste der Räuberei und Barberei eine furchtbare Zwangsjacke angelegt worden ist. Wirtschaftliche DieuftpfLicht. In seinem Werke »Die Volkswirtschaft des Wiederaufbaues" fordert Dr. Kleefeld ein „Dienstjahr der Arbeit", das er an Stelle der Wehrpflicht setzen will, die ja Deutschland heute abschaffen mutz. Diese Forderung Kleefelds hat die demokratische Fraktion aufgegriffen und im deutschen Reichstag die Vorbereitung eines Gesetzes aus einjährige wirtschaftliche Dienstpflicht beantragt. Nach Kleefelds Darlegungen müßte sich die allgemeine wirtschaftliche Dienstpflicht auf sämtliche Betriebe der Handarbeir erstrecken und in erster Linie den lebenswichtigen Zweigen der Wirtschaft, nämlich der Landwirtschaft, dem Verkehr, und dem Bergbau zugute kommen. Jeder taugliche-Mann zwischen dem 20. und 30. Lebensjahre müßte ein Jahr der praktischen Arbeit widmen, wobei auf die geistige und körperliche Eignung der einzelnen Individuums für die einzelnen Arbeitsgebiete besonderes Gewicht zu legen ist. Kleefeld errechnet bei Einführung einer allgemeinen wirtschaftlichen Dienstpflicht eine jährliche Arbeitsvermehrung um mindestens 3000 Millionen Arbeitsstunden mit einer Produktionssteigerung von Milliarden. Auch für die weibliche Jugend müßte, wie Kleefeld dorschlägt, ein Jahr praktischer hauswirtschaftlic^r Arbeit im weitesten Sinne im Anschluß an die Schule obligatorisch eingeführt werden. Der Vorschlag Kleefelds ist nicht ganz neu; er hat die Idee von Popper-Lhnkeus zur Grundlage und baut sie auf der jedem Deutschen eingewurzelten Idee.militärischer Organisation auf. In der Form, wie ihn Kleefeld bringt, und bei der heutigen Gesellschaftsordnung ist die Forderung sehr zwer« schneidig; denn ihre Durchführung kann dem kapitalistischen- Wirtschaftssystem vielfach eine auf Kosten des Arbeitswertes gewonnene.Stärkung bringen und doch der- Produktion Vicht förderlich sein. Sowie der Wert der gewonnenen Arbeit kapitalisiert wird — Kleefeld berechnet den Vermögens-mehrwert der sich bei Einführung der wivtsaftlichen.Dienst-Pflicht ergeben würdeauf. 10 Millionen Mark — wird die Produktion weiter auf den Mehrwert gestellt sein und für den Arbeitswert, der ia ihr liegt, .nichts gewonnen sein. , Dagegen hat dieser Vorschlag große Bedeutung für «ine Wirtschaft, in welcher der Arbeitswert der Gemeinschaft z.igu!^ kommt, ohne in kapitalistische Produktionsmittel um* gewandelt zu werden. So vor allem dort, wo es .Gemein- Wiener Morgenzeituttg eigentum an Boden gilbt. Daher konnte die Einführung eines wirtschaftlichen Dstenstjahres gerade für den Aufbau Palästinas von Wichtigkeit werden, besonders auf dem Gebiete der Landwirtschaft, wenn sie mit einer gesunden, von sozialem Geiste erfüllten Bodenpolitik verbunden ist. Gerade beim Aufbau Palästinas wäre auch für das wirtschaftliche Arbeitsjahr die seelische Einstellung gegeben, welche einer deutsch-militärischen Avbeitsdienstpslicht immer fehlen und damit ihren Erfolg noch fraglicher machen würde. Das wirtschaftliche Drenstjahr in Palästina wäre erwägenswert. »Wider den Aufruf der 93!" Der Pazifist Dr. Hans Wehberg veröffentlicht jetzt in einer Broschüre „Wider den Aufruf der 93!" (Deutsche Verlangsgesellschast für Politik und Geschichte nt. v. H. in Berlin,W. 8) das Ergebnis einer von. ihm veranstalteten Rundfrage an die 93 Unterzeichner . des- Manifestes deutscher Gelehrter und Künstler vom 11. Oktober ,1914, in dem diese die Ententeanklagen gegen die deutsche Politik und Kriegführung als üntvahr zurückwiesen. Dieses Manifest hat seinen Unterzeichnern jahrelang ' schwere' Wernätionäle Angriffe eingetragen. . Dw- Heins- -'Whberg. Hat sich persönlich an die samt" lichen noch lebenden Unterzeichner des Aufrufs gewandt, um ihren heutigen Standpunkt zu dem damaligen Manifest zu erforschen. Die Unterschriften sind bekanntlich vielfach auf telegraphischem Wege zustandegekommen. Biele haben ohne Kenntnis des genauen Wortlauts, den^ guten Ruf und Namen der Unterschriftwerber vertrauend,, den Aufruf unterzeichnet. 18 Gelehrte und ^'Künstler, die ihre Namen für das Manifest hergegeben hatten, sind inzwischen gestorben. Einige von ihnen haben vor ihrem Tode noch Erklärungen abgegeben. 'So hat v. Liszt mitgeteilt, er sei jeden .Augenblick bereit, seine Unteffchrift znrückzuziehen, wenn eine Desamtaktion des Bundes deutscher Gelehrter und Künstler herbeigeführt werden könnte, Friedrich Naumänn bereute die von ihm ohne Nachprüfung ÄvMzvgerÄMntebzeichnung des Aufrufs. Bon, den 75 noch lebenden.-Unterzeichnern haben 17 auf die Anfrage Wehbergs überhaupt.nicht geantwortete .Die übrigen 58 Unterzeichner 'haben ihren heutigen Standpunkt zu dem Anfrüf-zum Teil sehr ausführlich auseinandergesetzt., 16' Gelehrte und Künstler betonen, daß sie auch heute noch ün bedingt auf» dem damaligen Standpunkt beharren müßten. Zu ihnen gehören Siegfried Wagner, Eduard Ddeyer, Max Lenz. Die noch verbleibenden,42 Unterzeichner des AufxuH.. sind der AuffaftünFM^fich auf' keinen Fall alle'Behauptungen des damaligen' Aufrufs heute noch aufrechterhalten. -lasßkn'< AaUiMch, Adolft Hildehründ, Mmgartyer,. EzllenLerg>.,SreytcM'0,, W, Förster^. Karl Bollmüller ünd ' dür'- ThvdlagM- -'Sshmiöiin/' Herrmann' und Mausbach hatten ihre Unterschriften bereits, früher zurückgezogen. Förster, Mäusbachi und'Schmidlift stehen auf dem Standpunkt, ihre Unterschriften seien von Anfang rechtsungültig.gewesen. An Stelle eines ihm. wenig Aussichtsreich erscheinenden Widerrufs macht Peter Kehren s folgenden beachtenswerten Vorschlag in seiner^ Antwort: „Vereinigen Sie hie Dreiundneunzig und.vielleicht noch andere dazu zu einem Bekenntnis auf dem Boden einer jetzt möglich gewordenen neuen geistigen und seelischen Beurteilung der Verhältnisse. Sie würden ein Manifest erhalten, das an Stelle eines Wiedergutmachungsversuches. von neubelebender und starker' Kraft vielleicht zu dem erstrebten Bündnis dev Geistigen aller Länder werden könnte." Ein Roman aus dem Osten MENSCHEN IM ABGRUND R o m a n / von Jakob Fingermann Preis gebunden Mark 12.— Neue Urteile: „Das Buch überragt an Bedeutung bet weitem alle jene Werke, die bisher uns über diesen besonderen Kulturkreis bekannt geworden sind ... Der uneniwegie Idealismus des gläubigen Judentums steigt im Hintergründe über dem Schauplatz sittenlosen Frevels im Glanze uralter, frommer Poesie auf . . Die stürmische Bewegung der Handlung hat eine meisterhafte Geschlossenheit des Gefüges der Einzelheiten, der Stoff wird nicht zu naheliegenden Sensationen missbraucht, vielmehr macht sich ernster, künstlerischer und sittlicher Witte achtunggebietend geltend K. v. Per fall (Kölnische Zeitung). „Man kompromittiert fJraccuse!4 nicht, wenn man,Menschen im Abgrund4 mit ihm in eine Reihe stellt44 Südtiroler Landeszeitung, Meran, I R. Löwit Verlag, Wien, I.» Fleischmarkt 1 8. August 1-20 ■, Sfc BSL GSteVorger Schachtrnmrer. W, Seit dem Mannheimer Schachturnier 1914°, Anlaß des Krieges abgebrochen werden mußte, ist doS jehH in Göteborg stattfindende, das bedeutendste. Zu seinen Deü^ nehrNern zählen allererste Meister, wie Tarrasch, Rubins stein; Spiel mann und Mieses, ferner sind zu Nenneys B og.olj u b o n, der kürzlich in einem von ihm verüneriM Wettkampf mit Rubinstein seine Meisterstärke erwiesen hätzj Marco, Niemzowitsch, Reti, Breyer, Kostitsch/ Tartakower und der bekannte russische Enbspielkomponiff Selesnieff. Besondere Aufmerksamkeit verdient die TeÜ> nähme des Ungarn Maroezy, der nach mehrjähriger Paustz zum ersten Male wieder an einem internationale» Meistpb« turnier teilnimmt. Endlich ist noch der einzige, nqrdiWs Spieler zu erwähnen, der Köpenhagener Möller. j " In der ersten Runde des Metsterturniers siegte RubüistWs gegen Tärrasch in einer holländksch eröffnet«» Partie bwchgj durchtvegs feines urkd überlegenes Spiel; ferner DögoljüboU gegen Tartakower, gleichfalls 'mit holländischer Eröffnung/ durch ein grobes Versehen des Gegners.; Al) Nachziehendaf gewann Maroezy gegen Möller. Unentschieden blieben die - Partien Reti—Niemzowitsch (Damenbauernpartie), weil Weiß in Gewinnstellung schlecht spielte. Mieses—Sprelmann, eine. schottische Partie mit beiderseits gutem, interessantem Spiele^ und Marco—Selesnieff. Abgebrochen wurde die siManischxj Partie Kostitsch—Breyer, Remis ist sehr wahrscheinlich. Wen« Paulus heute lebte ♦ . Im „Vorwärts" lesen wir unter dem Titel PauluH u n d \ M umm folgende treffliche Notiz: ij Ein weltberühmter Karton von Raphaels Meisterhände Die Predigt des Paulus in Athen. /(Jede Kunsthandlungj führt. Reprodilktionen.) Der Apostel . steht auf freier! Straße, die vorspringenden Stufen eines Tempelgebäube^ dienen ihm als Rednertribüne. Er predigt mit. erhobene«! bewegten Armen. Die G e st i k u l a t i o n ist besonders auK, drncksvoll: Jeder einzelne Finger scheint etwas zu sagend Ul« ihn eitle ergriffene Menge. ' | Was hat das mit dem Licentiaten Mumm tun tun? Ach^ hielt er nicht am, Dienstag eine vollendet schöne Reichstags, rede gegen die Ostjuden? Und verweilte der fromme Man«! nicht mit selbstgefälligem Spott bei den. Straßenrednern unds ihrer ^körperlichen Beredsamkeit", als er die Ausweisung dieses Leute "als Konsequenz christlicher Nächstenliebe forderte? i , Mir kommt so in den .Sinn: Paulus predigt 'allß offener Straße. Er redet mit — na sagen wir ruhig —* er redet. mit. die. Hand'. Denn wir wissen ja alle, mchk Herr Lizentiat Mumm als antisemitischer Stammbaumschnüfflerf weiß es erst recht, daß dieser Paul von Haus aus Saul! hieß. Ein Ostjude! . Und:ttun denke man sich, Saul hätte; nicht vor mehr als achtzehn -Jahrhunderten^ in Athen, soydssyh. hetttigentags in Berlin gepredigt, Saul — auf offener Stra^:, mit die Hand'! Und Herr Lizentiat Mumm wäre zufällig vorbeigekommen — nein, es ist n icht auszudenken! Hätte) Herr Mtnntn nicht sofort eine Kompagnie Reichswehr mtfi Stahlhelm und Flammenwerfer gegen den „Fretndstämmigen^ marschieren lassen? Zum mindesten aber hätte doch Heys Lizenjiät, Mumm,. Jünger der Lehre Pauli, die sofortig«;. . Ausweijutrg dieses Ostjuden auf Grund seiner „körperlicheus Berehsqmkei.t" verlangt. ' . f - Wie gut, daß Paulus vor diesem Schicksal bewahrt Wie gut für Herrn Mumm! * Die QuAer. Während des Krieges hat die religiöse Sekte der Ouäbe^ viel von sich reden gemacht, einerseits dadurch, daß sÄl einen flammenden Protest gegen den Krieg -erhoben und ich dessen Verlauf jeden Militärdienst verweigerten, andererseits durch eine wirklich großzügige, vom Geiste echter Menschlich« feit durchgeführtc Hilfsaktion in allen kriegführendes Ländern, wo es rmr nröglich war. Diese Hrlfstätigkeit Wirts. von ihnen auch heute. speziell in den besiegten Ländern forb, gesetzt; so werben in Deutschland Kinderausspeisungen vpw -den Quäkern durchgeführt. Die. hohe kulturelle und soziale, Bedeutung der Quäkev beleuchtet Herbert K ü h n e r t in einem Aufsatz der „Sozialist^ scheu Monatshefte". Der Name war ursprünglich' ein Spotts natne; er bedeutet so viel wie Zitterer und sollte die ekstatische Ergriffenheit lächerlich machen, in der sich der religiöse Geist chei den Quäkern vielfach äußerte. Sie selbst nennen sich Gesellschaft der Freunde nach dem Spruch im 15'. Kapitell des Johannis-Evangeliums: „Ihr seid meine Freunde, wem^ ihr tut, was ich etlch auftrage." Die Zahl der Quäket! beträgt, gegenwärtig in England gegen 20.000, in den Werft einigten Staaten etwa 120.000. > Der Sichopfer der ganzen Bewegung war im 17. Jahrft hundert der Engländer George Fox, der Sohn eines Hankm werkers, der zunächst als Schafhirt und Schuster sein Lebery Lfristete und nach seiner Erleuchtung im Jahre 1643 als! Prediger und Seelsorger durch die Welt zog. Einen große«! Teil seines Daseins verbrachte er im Gefängnis, da ep sich durch feine Lehre mit den herrschenden Gewalten tot Widerspruch setzte, aber sein Wille siegte auch' über die härter, ' sten Widerstände, und so schloß er seine zahlreichen Anhängers zu einer Gemeinde zusammen. Sein Kampf galt der äußer-« lichen Fassung des Kirchenbegriffes; er lehnte jeden Gebrauch äußerlicher Gewalt ab und machte es im wirtschastlichpns und sozialen Leben seinen Freunden zur Pflicht- Nüchternheit sowie unbedingte Redlichkeit und Zuverlässigkeit zu. beobt achter,, sich jedes Luxus und aller aufreizenden Genüsse z« enthalten und sich innerlich, zu befreien von Reichtum, MaW. und Ruhmgier. Pflege des Körpers und der Gcsnndhechbetrachtete er als. religiöse Verpflichtung, ebenso aktive Zetir nähme an allen auf Hebung der Volksbildung und Zivils sation gerichteten Bestrebungen. __ 1 |,- Die von ihm begründete Orgattisaiion baut sich stufen-Ejörmig aus den drei Elementen der sonntäüiaeu G.etneiudtz^

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.