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Wiener Morgenzeitung · 1920-08-08 · Heft 555 (8.8.1920) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 555 (8.8.1920)
Date
1920-08-08
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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MM W^Homitaz- , 8. Lgust!ZA>' SBBIli. 1 i|Ufi|l't~ »'urSSaaeaPiaaaga»—»»W»1 MH»1»"» II I«! . z «,eMWWÄll»A«W«»ffUW>»>W^d>W«WMb^^ sarnrnlmrg, der monatlichen B'ezirksvevsammluug und de« jährlichen Veneralversamnrlüng aust Die Selbständigkeit der Gemeinde wird durch die übergeordneten Einheiten nicht antzetastet; neben der männlichen gibt es eine weibliche Organikgtion, und man unterscheidet innerhalb der Gemeinde Geistliche, Äelteste und Aufseher. In den Vereinigten 'Staaten wurde die QuAerbewegung hauptsächlich durch den jüngeren Zeitgenossen und Landsmann von Fox, William P enn,. ausgebreitet. Die Quäker haben an den von ihren Führern aufgesiellten Grundsätzen bis zur Gegenwart zäh festgehalten. Im August 1914 protestierten sie in einer eindringlichen Kundgebung gegen den Krieg und haben später. Schimpf und Schande, Gefängnis und Zwangsarbeit lieber auf sich genommen, als sich dem Kriegsdienst zu widmen. Tschechische Geschützlieferungen für Polen. Dieber „3Hb e n sk y D e n.« if" meldet, ist gestern der kommerzielle.Direktor der . Skoda-Werkr.m; Wien eingetroffen, ttm betreffs der Uebernahme.'dem Stahl und anderen Materialien,,:, zur Erzeugung vpn Geschützenzü verhandeln, die. mit Einwilligung der. tschechö-slowakifchen Regierung an Polen zur Mlieferrmg gelangen sollen. Ein sonderbares Erbstück Moses Mendelssohns. Dieser Tage starb zu Königsberg der Gymnasialdircktor Geheimrat Dirichlet, ein Enkel des berühmten Mathematikers Gustav Lejeune Dirichlet Md seiner Gattin Rebekka — einer Tochter Moses Mendelssohns. Zu der Erbschaft, die noch aus der Zeit des großen Berliner Philosophen auf die Familie Dirichlet gekommen war, gehörte — wunderlich genug — auch ein lebensgroßer Affe aus Porzellan, der!im Hause als' teures Andenken gehütet wurde. Und damit!hat es folgende Bewandtms: Unter Friedrich dem Großen mußte jeder Jude bei' seiner Eheschließung für eine bestimmte Summe Porzellan aus' der neugegründeten Königlichen Porjzellanmanüfaktür entnehmen, und zwar nicht aus eigener Wahlsondern nach Belieben der Manufaktur, die sich auf .diese Weise natürlich ihre Ladenhüter vom Halse schaffte. So 'Mam Moses M e n d e l § s o h n, der damals schon allgemein bekannte und /geächtete 'Weltweise, bei seiner Verheiratung mit Fvomet G u ge n h eim 20 massiv porzellanene Affen. Und das letzte "Stück dieser seltsamen Gesellschaft ' wird noch heute in Treuen aufbewahrt . :r*; , Jüdische Erziehung in Amerika. I Auf der Jahresversammlung des Fester Seminars für Rabbiner und Lehrer in New-Zor! beklagte Louis Marshall, daß die amerikanischen Juden, welche so stark für das materielle und geistige Wohl ihrer Brüder in Osteuropa sorgen, sehr wenig für die jüdische Erzieh ün g ihrer ' eigenen KiMd-er sorgen. Von den 300.000 Mischen Schulkindern in den Mreinigte» Staaten 'erhalten bloß 50.000 eine jüdische Erzirhungl Die übrigen bleiben dem Judentum ganz fremd, nicht etwa, weil die Eltern ihnen keine jüdische Erziehung geben wollen, sondern weil die' nötigen Erziehungsanstalten fehlen. ES ist daher notwendig — fügte Louis Marshall Hinz« — jüdische Erziehungsanstalten und Lehrerseminare zu schaffe«. Auch für die Heranwachsenden Kinder muß gesorgt werdenwelche sich in die Vereine der „Jmka" (Christliche Vereinigung von Jünglingen und Mädchen) drängen und Lärm schlagen, wenn man sie n i ch t a u f n e h m e n will. Es ist daher notwendig, jüdische Vereinigungen ähnlicher Art wirklich j ü d i f J& g« machen, damit die jüdische Jugend dort die richtige jüdische Athmosphare finde. ' Dom Jüdischen Nationalrat veranstaltete Kurse. Mechanislche Technologie. Am 7. September beginnt ein Kurs, der sich mit der Technologie der Metalle, dem Perkzeugmqschinenbau und dem Bau von Dampf- und Wasscrkraftmaschinen beschäftigen wird. Dieser Kurs vermittelt dentnäch die ' nötigen technischen Kenntnisse für Betricbsorgäne von MaschinLnfabrikün und Kraftzentralen. - Architektur>And Bäup olierkurs. Ain 6.September .beginnt ein Kurs, der die grundlegenden Kenntnisse auf'dein .Gebiete des Baues von Fabriken und Wohnhäusern vermitteln wird. Die Vortrüge werden sich mit der Technik der' Bauelemente, der''Ausführung von Bauplänen und der künstlerischen Ausgestaltung von Fassaden beschäftigen. Besonderes Gewicht wird ans die Ausbildung Don Hilfsocganen für die Ueberwachüng von Bäuaüfführnngen gelegt werden. E l e k t r o t e ch n i s ch e r K n r s/ Jur Hinblick auf den zu gewärtigenden Bedarf an Elektrotechnikern beim Wiederaufbau Palästinas beginnt am 2. September ein neuer, theoretischer Kurs über Elektrotechnik, der folgende Kapitel-eingehend behandeln wird: Grundgesetze der Gleich- und Wcchselstromtedjttif; 'Akkumulatoren, Dyuaiiw- und Motorenknnde, Instalkationswesen, elektrische Bclenchtnng und elektrische Bahnen. M o l o re n-, An't'o m o b iln n d C h a u fle u rkurs. Am - 6. September' Beginnt cttt .Kurs, 'der sich mit dem Bau und Betrieb von Verbreminngskraftniaschinen njrü int 'Aiffchlns; daran mit dein Aiitoinobilban und der Automobillenkung beschäftigen wird. Bei dem Mangel eines dichten Eisenbahnnetzes Und großer elektrischer Zentralen in Palästina wird das Antomdbilwefen und der Ban und Betrieb von Kleinzentralelt nrtt Verbrennungskraftniäschinen in' Palästina erhöhte Bedeutung gewinnen. E i f c nbahnerk it r s. Wegen der. großen Zahl der für Palästina notwendigen Kräfte 'für das Eisenbahnwesen hat das Gewerbeförderungsamt des Jüdischen" Nationalrates I Mitteilungen aas dem PMikiluL Sniginäi^ngiiäodö 7«0 Heia kbocrner Mendel Infrater . Tam<5w Trzemysl Verlobte. lYjen, im Juli 1920. 3io7 Statt jeder besonderen Anzeige. Irene Welss Jakob Pisk Yicsap , Wien, II. empfehlen sich als Verlobte. ssi» Statt jeder besonderen Anzeige. Ilona Weiss Isidor Pisk . Vicsap " .Wien, II. . empfehlen sich als Verlobte.?s:o Paula Spatz Ing. Emil PdtlaselienKo Verlobte. Wien, im August 1920. S23Ü Statt jeder besonderen Anzeige! Hedi Goidsciunld RIM Manier empfehlen sich als Verlobte. Wien, im August 1920. 3234 Dr. Markus Grossfeld u. Frau zeigen hocherfreut allen Verwandten, Freunden und Bekannten die glückliche Ankunft eines strammen Jungen au. 3239 Möbel u. Innendekoration in grösster Auswahl; Nur gediegene 619 Erzeugnisse. »\ J. SP1RA len, Uli., Slebeosferng. 11.2 (Ecke Karl Schweighofergasse). B RILLANTEN, Ferien, Gold, Silber, Platin und Uhren kauft zu Höchstpreisen ■.Tätlich. Botenturmstrasne 23 J Gelegenheitskäufe. Beiter, Blaiiahilferstr. 98 776« einenZLiienbahnerkUrs eröffnet, der 'sich sowöhl inil der Technik, insbesondere mit'dem Lokoinotivbau, als auch mit den Per waltuugsäufgaben "des Eisenbahnwesens befaßt. > Airmeldun gen werden im Gewerbeförderungsamt des Jüdischen Nationalrates, 2. Bezirk, Taborstraße 20 a,' täglich (mit Ausnahme von Samstag) von 8 bis 12 und von 8 bis. 6 Uhr -c11if]c 13oi,3cr«imnu*u. >■ Damenkonfektion im' A. ßerngross A.-G. Letzte Woche der Sommer-Okkassioi! Sommerkleider K 490.-- Sommerhlusen K 190.- Wiedereröffnung der beliebten Koscliermtaaration SPRITZER in den prächtig renovierten Lokalitäten, II., Obere Augartenstr. 72, vi«-h-vls Hotel Bayrischer Hof. Ab 9 Uhr vormittags wird sowohl kalte als auch warme Küche verabreicht. 779 Kultusand JustiztaTare und -Barette in bekannt schönster Ausführung beim Spezialisten Rudolf Goldstein, Schneidermeister Wien, II,, Taborstrasse 54 Telephon 45.629. 731 Gegründet 1866. c-a. HUTREPARATÜR-AHSTALT Panama) Girardihüt« und allerhand Hut- JÜL——reparaturen werden nach neuester Modo prompt und billigst modernisiert XVXII., Wühringer Gürtel 21 und VII., «Xariahilferstrassa 86 W^REIHT EME5B nmmAmMJ II., PRATER HAUPTALLEE NR. 10 Heute, den 8. August 1920 im Prater, Restauration „Pratorfee“ (zwischen erstem und zweitem Kaffeehaus) GROSSES CH A1UIS CH A - AS SAR . B AB GARTENFEST mit anschliessendem Tanz 5357 PROGRAMM: Hebr. u. jüd. Liedervorträge: Oberlcantor Gerson Margulies. Dirigent S. Brazlavsky / Vereinschor / Humoristische Vorträge von Mitgliedern der „Jüdischen Bühne“ Juxpost, Tombola, Sch5nhoitskonkurrenz, Amerikanische Lizitation, Konfettischlacht,- Glücksrad und sonstige Volkebelustiguagou. Salonkapelle: Kapellmeister WOLFSTHAL. Beginn 3 Uhr nachmittags Ende 11 Uhr abends Karten im Vorverkauf IC 10, an der Kasse K 20. Ein Teil des- Reinerträgnisses Messt dem J. N. F. zu. Gummi tu i für Herren and Damen ücM M WIEN,!. 1 Rotenturmstr.31i Te iephonaut’ruf SSI f«*: Erscheinet in Massen im eigenen Interesse zu der im Mittleren Konzerthaussaale am 8. d. M. um '/,10 Uhr vorm, einberufenen VERSAMMLUNG mit folgender Tagesordnung: a) Stellungnahme zur Ausweisung der polnischen Staatsbürger aus Wien, b) Diskussion u. Beschlüsse. Die Schriftleitung des .Clos Wiedenskt *214 Die Mensa academica — nur für Arier. Mit Rüdficht auf die im Laufe des Wintersemesters erfolgte Sistierung des Betriebes der Allgeiuerurn Mensa academica und der gleichzeitigen Ueberlassung von ihren Räumen an den antisemitischen Beiein Deutsche Mensa, hatte der Jüdische Hochschulausschnß eine Reihe von Forderungen an das Knratorium der Mensa academica gerichtet. Nun wurden am 4. d. M. die Vertreter des Jüdischen Hochschulausschusses vsn Profeffor S ch a t t e u f r 0 h empfangen, der diesen mitteilte, daß daZ . Knratorium nicht in der Lage sei, dm Wünschen der nichld e u t s ch a r i s ch e n Studentemchait Rechnung zu lragen. Dies bedeutet, daß die a u ch mit jüdischem Ge l d e gegründete und bis heute mit staatlicher Bei-^ Hilfe erhaltene Institution ausschließlich deutscharlschen Studenten zugute kommt, während die gesamte jüdische und frcmdnationale Studentenschaft — im diametralen Widerspruch zu dem Geist und Wortlaut dieses auf vollkommen liberaler Basis gegründeten Wohlfahrtsinstituts — von dem Genuß der seit Jahrzehnten dir zum Beginn des vorige» Wintersemesters unterschiedslos allen Studenten der Wiener Universität zugedachten LLohltat, auch in Hinkunft ausacschlossm bleiben soll. Da das durch die Errichtung einer jüdischen Mensa,' in der auch die Angehörigen der Nationalstaaten Zutritt fanden, geschaffene Provisorium wegen Kündigung des Lokals unhaltbar erscheint, stehen sämtliche nichtdeutscharischen Studenten, darunter selbstverständlich auch ein großer Teil deutschosterreichifchep Staatsangehöriger, bei Beginn des Wintersemesters vor einer' ungemein bedrohlichen Ernährungssituation. Da Prosessor S ch a t t e n f r o h in den bis nun ei» volles Jahr währenden Verhandlungen gegenüber den berechtigtem Forderungen der sremdnationalen Studentrnschast nach Wiederaufnahme des seit einem Jahre suspendierten Betriebes der Allgemenen Mensa academica in ihren eigenen Räumen bisher nicht das geringste Entgegenkommen gezeigt hat, ist leider eine be-: friedigende Lösung für die in ihrer Ernährung schwer bedrohh» nicht'drutscharische Studentenschaft kaum zu erhoffen. r . Zionistische IahresLonferenz für die Slowakei Die JahreZkonferenz der Zionistischen Organrsatioir für die Slowakei findet am 22. und 23. d. M. t»r Bratislava statt. Zur Teilnahme sind nur die Delegierten der zionistischen Ortsgruppen der Slowakei, die zionistischen Behörden und die Vertreter anderer geladenen jüdischnationalen Organisationen berechtigt.^ * Tagesordnung: Sonntag den 22. August. 5 Uhr nachmittags, itrel Komitatshaussaal: 1. Eröffnung. 2. Wahl des Präsi»! diums und der Ausschüsse. 3. Tätigkeitsbericht. 4. Be-! richt des Palästina-Amtes. 5. Bericht über den National-! fonds. 6. Bericht über die Jahreskonserenz in London«! Panse. — 9 Uhr abends: 7. Debatte über die Berichte.! Montag den 23. August, 9 Uhr vormittags im! Albrechtsgarten (Hafnerweg): 1. Palästina-Referat.-! 2. Knltnrreferat. 3. Organisationsreferat. 4. Jugend-! referat. o. Generaldebatte. 6. Freie Anträge. 7. Neu»! Wahlen. \ Die Delegierten müssen sich mit Vollinachten versehen^ gegen lvelche sie die Delegiertenkarten und Abz'eicherr im Zcntralbureau erhalten. Zuschriften sowie auf deyi Konferenz seitens der Ortsgruppen vorznbringende An-! träge sind an das Zentralbnrean zu richten. i * Schulrat Dr. Heinrich Pollak. Der Präsidcnt de^ Natiomilversammlung hat dem Profrssor am Slaatsgymnasimch' im IX. Wiencr Gcmeindebezirk, Dr. Heinrich Pollak, anläßlich! seiner Versetzung in den dauernden Ruhestand taxfrei dm Titel! eines Schulrates verliehen. * Die Wols Heitzcnheim-Handschriftenbibliothek.l in welcher sich kostbare h e b r ä i s ch e H a n d s ch r i f t e n,! viele nur handschriftlich bekannte hebräische Dichlungen kabbali-! stffchen Inhalts usw. besinden, wurde vor einiger Zeit dev! kantonalen Z ü r i ch e r Z e n.t r a l b i b l i o t h e k einver- ' leibt; in deren Anstrag weilt seit einiger Zeit der jüdische Gelehrte! Abraham S ch e ch t e r i n W i e n, um Nachforschungen unbj Untersuchungen in der W i e n e r S t a a 1 s b i,b l i o t h e k (Abteilung hebräische Manuskripte), besonders zur wissenschaftliche« Vergleichung solcher Bestände, die sich auch in Zürich befinden, onjufidluit 4279 495519

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