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Wiener Morgenzeitung · 1920-07-25 · Heft 541 (25.7.1920) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 541 (25.7.1920)
Date
1920-07-25
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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tf Rr. 541 r r Wien. Sonntag -- . ...—...•'. I Heimkehrer aus Sibirien. . Die Oesterreichrsche Gesellschafl vom Roren Kreuz erhirst «vch folgendes Schreibe» von Frau Jda S t e i n, der Schwester des »m die Krirgsgefangenenlürsorge, beziehungsweise um die^ Heimkehr unserer Krieg-gesangenen aus Sibirien hochverdienten Dr. Glogau auS New-Zlork: »Euer Hochwohlgeborcn! Es freut mich sehr, >Euer Hochwohlgeborrn mitteilen zu können, daß ich hexte einen vom 23. v. M. datierten, rekommandierten Brief meinelieben BruderS erhielt. Er sandte mir mitfolgende Liste von Kriegsgefangenen, die auf der Heimfahrt aus Sibirien mit de« Dampfer »M o « n t B e r n o n" in Norfolk (Virginia) gestrandet sind und deren Abfahrt von dort laut Mitteilung des Rote» Kreuzes in Norfolk für den 23. Juni mit dem Transporter »Antigone* festgesetzt ist. Die beigelegte Lifte eyihält unter anderen folgende Namen: Abend Chemja, Vlarianizowska. Galizien; Josef Agetstein, Nrw- Vork, Jersey-City, Road 170; Mendel Ammilh, Lancut, Galizien; Samusch Bader, Tlumacz, Galizien; Hans Bauer, Wien, kl., 8irk«sgaffe 52/12; Kalman Bergmann, Baligrod, Galizien; Moritz Bilek, Jägerndorf, SchlesienOtto Blumemhal, Odrrfurt, Bahnhofstraße; Karl Dramant, Wien, IX., SvbirSkigaffe 3; Georg Distler, Katzengrün, Böhmen; Leon Enten, Zurawica, Galizien; Ufcha Faust, -Lancut, Galizien; Faustin Beschitz ans Lemberg; Max Fischer, Nirder- Einsiedl, Mähren; Eugen Fleischer, Budapest, Elemer - utcza 5; Artar Fortin, Wien, VH., Neustlftgasse 55; Isidor Gartenberg, Doli««, Galizien;Kalman Gerstrnfeld.Kolbiichan-Rzeszow; Bern-- tärd Gottlieb, Dolina, Galizien; JsraclGottlirb, Zedtscheff, Galizien; Hermann Groß, Wien, XVI., Brunncngasie 71; Benzion Heller, llöowosirlica; Wolf Jancik, Jachnowrtz Gurki, Galizien; Leo KamphaS, Kalirfsz, Galizien; Richard Iilg, Wigstadtl; Leo stütz, Uhrynöw, Galizien; Oskar Klinghöfcr, Wolafa Kuböwa, Galizien; Salomou Kern, Taruow, Galizien; Fritz Kraus. Wie», Einsiedlergasse 18; Herman Landmaun. Kälusz, Galizien; Alfons Oswald, Wien, lX., Porzellangasse 53,; Jonas Peck, 8zo«8athely; Siegmund Pick, Wien, U., Taborstraße 72; Ignaz Wr, Wien, V., Kohlgaffe 27; Hermann Sechter, Lemberg; Leujamin Remzelstem, Wien, X., Kudlichgaffe 20; Benjamin ßtemrrlstrin, Kalusz, Galizien; Jakob Rubi», Stryj, Galizien; Samuel Schneider, Rzeszow; Wolf Schuster, Dorhslaw; Alexander Spitz, Sambor; Moriz Steiner. Czcrnowitz; Efrcm Einthal, Strhj; Gustav Thmner, Kotnarnow, Galizien; Willy Mmann, Sauersack 15; Abraham Weißberg, Narold, Galezien; Alexander Winter, Berlin, Nothrrstraße Li Kalman Zarwamzer, Stanislau. ___ Nerust«mschichtrtNg der jüdischen Stüdenlen- L ... schaft. , ■ ' Der Jüdisch« >Hoch schula ussch uß Wien richtet an jüdischen Studenten eins» Aufruf, in dem unter tftfcetem gesagt wird: Weder im Osten noch im Msten sieht heute der jüdische Student eine rosige Zukunft vor sich, seine angestrengten Studien vermögen ihm sticht eine genügende Lebensmöglichkeit zu bieten, meist Md er — nach Beendigung seiner Studien — zum zradniertsn und diplomierten geistigen Proletarier. Im Interesse unseres Volkes und der eigenen Person wendesich daher, wer noch vermag und guten Willens ist, kinem manuellen Beruf zu. ' -! Der Jüdische Natwnalrat für D'eutschvsterreich hat vurch Aktivierung seines 'Gewerbefördernngsamtes und Errichtung von Werkstätten und Kursen den ersten Schritt getan, um auch die Reprodnktivierung der Studenten in die Mge zu leiten. In den bestehemben' stiü» den demnächst neu zur Eröffnung gelangenden Werk st ä tten und K n r s e n wird jedem Studenten stnd jeder Studentin die Möglichkeit geboten, sich theoretisch und praktisch für einen manuellen und probuklifcett Beruf heranzubilden. Der Jüdische HochschnlauSschuß hofft, daß dieser Appell hei der jüdischen Studentenschaft den lebhaftesten Wider- M finden wird. Anmeldungen werden täglich zwischen II und 1 Uhr mittags in der Gewerbesektion des Mischen Hochschulausschusses, 9. Bez., Türkenstraße 9, kntgegengenommen, wo auch alle diesbezüglichen Anslünfte erteilt werben. ' Der Mann, der feine Frau ansplündert. Nach vieezotzntägigek Ehe mit W«etgeg»»ständ«n am 100.000 Kronen durchgegan-en. > " Traurige Erfahrungen hat eine Geschäftsfrau vom -.Bezirk gemacht. Die Frau hat im 9. Bezirk eia gut-' zöhendes Geschäft. Jur Mai dieses Jahres kam in das Geschäft ein junger Mann, den Aussehen und-Sprache ils Ausländer verrieten. In unverkennbar slawischem tlkzent machte der Mann exitc Bestellung und kam mir selben Abend wieder. Der Mann heuchelte Interesse jitr die Frau und lub si« zü gemeinschaftlichem Kinobesuch' ein. Die Zahlung des ^Sitzes' lehnte die Frau ch» - Der Fremde kam dann anr nächsten Tage wieder in den Laders stellte fiä)l als russischer Offizier, und Whttiksr Leopold Gaube, zu Petersburg geboren, vor;!v teilte der Frau im Gespräche mit, er sei mit einem russischen Truppentransport gekommen und gehe bem- ,rächst nach Marburg ab. Er kam nach einiger Zeit in russischer OffizttrSunlfarm wieder und zeigte wieder zvoßes Gefallen an der Frau. Schließlich stellte er ihr!>en Antrag, sir zu heiraten. Die Frau nahm den Antrag an. Binnen acht Tagen hatte der Russe seine Papiere in Ordnung und anr 27. Juni fand die Trauung statt. Die irrsten Tage des jungen Eheglücks »erliefen wolkenlos. Der Russe behauptete, eine Stelle ist einer Schlosserei gefunden zu haben und brachte iruchl das Gelb des Wochenlohnes nach Hause. Anr 18. d. M. vormittagging er aus dorn Geschäfte in i>te Wohnung. Bald darnach kam er wieder in das Wckätt, nahm von fee. Flau hMlMst AhjH'ch Md. Wiener Msrgenzeitung 25. Juli 1920 Sette M Bela Kun kommt nicht nach Wien. . Halbamtlich wird mitgctcilt: Die Äbfcrtigttnq des Kriegsgcfangcnenzuges, dem sich Bela Kun und Varga nebst zwei anderen Volkskommissären angeschlosscn hatten, erfolgte auf Grund des Kopenhagcuer Vertrages. Derartige Züge haben internationalen Charakter, was die deutsche Reichsregierung auch wiederholt ausgesprochen hat. Das Durchfuhrland wird um die Erlaubnis im allgemeinen angegangen, ohne das; auf die Besetzung des Zuges naher eingegangen wird. Ein Einflns; darauf, wer einem solchen Zug angeschlossen werden kann, steht in erster Linie dem Bestimmungsland zu, und Rußland, für das dieser Transport bestimmt war, war mit der verfügten Zusammensetzung einverstanden. Der über die Angelegenheit geführte Dcpcschcnverkehr hat indes den Sachverhalt k l n r g e st c l l t und die entstandenen Mißverständnisse beseitigt. Die deutsche Reichsregierung ist von der Rückbeförderung des Transports abgestanden, sendet d ic K r i c g s g e s a n g e i? c ii weiter und ninnnt einstweilen die BolkSkommissäre in Sch u tz h a f t, bis die zuständigen Behörden über ihr weiteres Schicksal entschieden haben werden. Rach dem Rechte des Deutschen Reiches scheint eine A n s l i e s c r n n g . wegen eines politischen oder eines gcmischtvvlitischen Deliktes nicht zulässig. Soviel bekannt ist, beabsichtigt die Reichsregierung, den Volkskommissären, nicht so wie es in Oesterreich im Wege eines Vertrages geschah, das Asylrecht einzuräumen, sondern sie als unerwünschte Ausländer a b z n s ch a f f e n und nach ihrer eigenen Wahl an eine Grenze zu stellen. Wie sehr man diese unerwünschten, ab>er unverschuldeten Zwischenfälle bedauern mag, so mus; doch sestgestcllt werden, daß für Oesterreich und die österreichische Negierung der Fall Bela Kun nunmehr erledigt und gegenstandslos ist. ging wieder weg; als die Frau später in die Wohnung kam, fand sie, daß.die Wohnung ganz aUs geplündert war. Es fehlten Schmuck und Kleider im Werte von 106.909 Kronen. '< Die Frau war wie aus den Wvlken gefallen; denn nur der junge Ehemann konnte der Dieb sein. Die Frau nimmt an, däß^ er die Beute durch einen Genossen wegschafsen ließ. Der angebliche russische Offizier Gaube ist groß, hat längliches Gesicht, dunkelbraunes aufgestelltes.Haar, gestutzten Schnurrbart, braune Augen und Schußnarben an der linken Halsseite und am linken Knie. Er spricht tschechisch', russisch und polnisch und schlecht deutsch, trug vermutlich schwarzes Sakko und, Gilet, weißgestreifte Hose, gr'ünen Mäntel rmd graue Kappe.'' ' ' Bei den Wiener jüdischen Kindern in Triest. In der Vorstadt San Andrea, hoch über dem tiefblauen Meer, inmitten eines wundervollen Gartens, liegt das Heim, das ein TrrestineP Menschenfreund den jüdischen Kindern ans Wien erschlossen hat. Diese Villa Delnetrio ist gar nicht so leicht zu finden. Erst war ich , kreuz und cglkr in den steile» Gassen der Vorstadt herumgeklettert, bald nach rechts, bald nach links gewiesen, obwohl man den Auskunftgebenden recht genau ansah, daß' sie nicht die leiseste Ahnung hatten, wo mein Ziel sich befand, Da kam mir der Einfall, nach der Colonia dei bambini viennesi zu. fragen. Ein Lächeln verklärte das Gesicht der Signora: „'O, i bambini del impegnere Stock", sagte sie lebhaft und. winkte ihrem Söhnchen, mich zu geleiten. Sie haben es gut, die „Kinder des Ingenieurs Stock". Große, lustige Räume,, ein herrlicher Garten, in dem es auch an dein sengend heißen Sommertag Kühle und Schatten gibt, eine Kost, die für viele dev kleinen^ „Kriegsopfer" . ungekannte Herrlichkeiten wie süße Milch, Eier und Butter bietet, dazu gute Pflege und vor allem: Liebe, viel Liebe. Die brauchen sie vielleicht am meisten, diese Wiener Judenkinder, die die Soziale Hilfsgemeinschaft der Frau Anitta Müller unter den Hilfsbedürftigsten ausgewählt' hat, um ihnen die Wohltat eines Aufenthalts im Süden zuteil werden zu lassen. 41 Kinder haben hier Unterkuüft gefunden (ursprünglich waren es 44, doch sind drei Pfleglinge, die besonderer Wartung bedurften, an bas Hospiz in Valdoltra abgegeben worden), unter ihnen 30 Kyaben. . Wählend sonst bei allen AuZlaüdSüktiünen die Mädchen bevorzugt werden, ja, vielfach heißt: „Rür keine Buben!" ist hier die persönliche Äequemlichkeit hinlangeseht worden, um den Bedürfttgsten beizustehen. Wenn man die Buben, die zuhause sind — ein guter Teil ist mit dem Lehrer baden gegängen — betrschtet, wie sie friedlich im Schatten der alten Bäume spielen,' kann man gar nicht glauben, daß sie gar so gefährlich« kleine Teufel sind, wie die nervösen Gastgeber sonst immer behaupten. Der kleine blasse Leopold sitzt sogar ganz still auf einer Bank und liest Andersens Märchen. Er ist der Jüngste eines Knegsinvaliden. Auj^ die Frage, WaS dem Vater fehlt, antwortet das Kind kurz und mit verhaltenem Schmerz: „Mein Vater hustet seine Lunge aus." Natürlich weiß der kaum Achtjährige nicht, WaS das bedeutet. Aber vor feinen Augen mag ein Bild von Kummer und Sorgen erstehen, denn er seufzt tief auf und fragt beklonnnen: „Nicht wahr, ich darf noch bleiben?" Auch der Jüngste der Gesellschaft/ der fünfeinhalbjährige Simon, erschrickt sichtlich, als ich. chm zum Scherz mitteilte, ich sei gekommen, ihn abzuholon. Er verzieht das Gesichtchon zum Weinen, wird ganz rot unter der dunklen Bräune der Wangen und auch als ihm von allen Seiten versichert' wird, man denke ja nicht im Entferntesten daran, ihn &ai§ goufc zu schicken,^. ■»pwtiifirwrawniMWtBBWWiini "RMOIE ZföAKOT’SHftBIERe ZlGARETtBCftÜLSEN Sie uttetetf’e£%aa die bcchxren des ftacjcfceüs«. mir fern — sicher ist sicher. Um einem Sandhaufen hocken ein paar Kinder und „bauen". Schmale schmächttge Kerlchen Mit dünnen, verbogenen Beinchen und'jenen Zug von Leiden und Wissen im Gesicht, der eint: so furchtbare.Anklage bedeutet. , Aber hier sind sie ganz der Freude des Spieles hingegeben und die nervösen Gesichtchen sind von der feinen zarten Röte der Gesundheit bedeckt. Zwei Geschwister sind unter den Spielenden, Kinder eines Tempeldieners/ die in ihKm kurzen Leben so ziemlich alle Kinderkrankheiten durchgemacht haben, die es gibt, und die trotzdem' beide'„Klassenerste" geblieben sind. Zutraulich schmiegt das Mädchen ihre Hand in die meine und gesteht mir ihren Herzenswunsch: Sie hat gar kein Heimweh, o nein, es ist ja so wunderschön hier, nur — einmal möchte sie die Mutter sehen und ihr von dein guten Essen zu kosten geben. Ein Zwölfiähriger, Sohn einer Kricgerswitwe, die sich mit Schneidern fortbringt, versichert mir, hier fei e§ viel schöner als in Wien oder Tornopol, oder sonst irgendwo auf der Welt. Er schläft zum ersten Male jm Sebett hier „allein in einem wirklichen Betz". Trotz alledem — ob die Kinder, selbst die größeren, zu ermessen wissen, welchen Dank sie für dis Erschließung dieses^ kleinen Paradieses schulden, das weiß ich nicht. Wohl, hat die Leiterin der Aktion, Frau Anitta Müller, hier Vorzügliches geleistei, wohl verwendet Ingenieur Stock nicht nur Unsummen an Geld, sondern auch Unsummen an Liebs auf diese verkümmernden Großstadtpflänzchen. Aber Kinder danken auf eine eigene Art — sie danken, indem sie gedeihen und sich entwickeln. Einundvierzlg von Not und Elend scheu und böse gewordene Kinder haben hier ihr Kinderlachen und ihre Kinderfreude , wiedergefunden, einundvierzrg Menschenpflanz» chen blühen auf in der Sonne des Südens — gibt es einen schöneren, einen reineren Dank? Klara Mautner. Prophezer«nge». Wir sind entdeckt. Unsere geheimsten Pläne sind enthüllt. Artur Trebitsch! heißt der Mmn, der im „Deutschen VoMblatt" den Zionisten die Maske her- Mterreißt. Wir denken nicht daran, eine Uebersiedlung ins Heilige Land vorzunehnven. Uns' handelt ess sich! um die Weltherrschaft, die . wir mit zwei Eisen im.; Feuer anstreben. Das eine ist .Exkaiser Karl, das andere der Bolschewismus. Ein. solch ruchloses! Beginnen bloßzulegen, bringt aber den Enthüller in Gefahr. Und! melancholisch schließt er seine.Prophezeiung: „Daß derjenige, der die ungeheuerliche Vermessenheit hat', durch eine deutliche Vvrausverkündrgrmg, wie es hiemit.geschehen ist, Zions geheimste, Plane zu entlarven und' also etwa doch noch in letzter Stunde zu durchkrenzen^ begreiflicherweise als einer der ersten von der durch ihn allzu lange verunzierten Bildfläche zu verschwindenhaben wird, ist nwhr als selbstverständlich. Und sei nur deshalb' zuguterletzt noch! erwähnt, damit das' deutsche Volk, gelingt es oder gelingt es nicht, seinew Untergang auszuhalten, dessen eingedenk sei, wer ingenauem Vorausahnen des Bevorstehenden sich irlch'tz gescheut hat, das ^unglückselige deutsche Volk in' allerletzter Stunde zu warnen und', wenn möglich, vorm Mgrund doch noch zurückzureißen."- Nein, wir sind nicht so grausam. Wir werden, wenn wir im Bfcftjjj der Weltherrschaft sein werben, diesen Trebitsch als Wahrsager anstellen oder in Stein aushauen. Aber, hat Herr Hugelmann, der UniversitMsteose'ssor, jedes Reiiflichkeitsempfindvu verloren? Keine Ansdehnung des NLttmungStennins der Wohnungen. i Die niederösterreichische Landesregierung macht tat Einvernehmen mit dem Oberlandesgericht in Wien kund, daß eine Verlängerung des Termins zur Räumung von Wohnungen und sonstigen Räumlichkeiten für düs Gebiet' der Stadt Wien im Ängusttermin 1920 nicht statte findet. Es gelten dennmch bW auf weiteres' für die Räumung von Wohnungen und soustigen Räumlichkeiten wieder die in den Verördnungeir des Öberlanb'esgerichtes! Wien, LGBl. Nr. 11 ex -1866, Nr. 10 ex 1868, Nr. 53 ex 1873, beziehungsweise der Verordnung des k. k. Statthalters im Erzherzogtum Oesterreich unter der Enns vom 16. Mai 189.4, LGBl. Nr. 31, festgesetzten Termine. __■ . ZLdjsche Errrigrattorrskommrsfiou Zürich. AM '11. Mai traten in Z ürich Vertreter jüdischer Organisationen, Gemeinden und Vereine zusammen^ um darüber zu bcratelr, auf welchen^ Wege die Schweizer Judenschaft das ihrige dazu beitragen kömtte, daß bfe unerträglichen Leiden der jüdischen Wairdexer einigev^ maßen gelindert werden. Nach eingehender DislussMi wurde beschlossen, eine Institution ins Lebeir zu rufen, die durch zuverlässigen In svrMativN'S-- dienst sowie durch ein grüudliches Stndiunt Lestimmküt i^cöiete des komplizierten EmigrationsptobltzmH jedem Jnter'essenten Aüfllärung auf diesem fehl" s« überaus aktuell gewordmwn Gebiete bieten solle. ISfcf m.

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