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Wiener Morgenzeitung · 1920-07-21 · Heft 537 (21.7.1920) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 537 (21.7.1920)
Date
1920-07-21
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Wien. Mittwoch Seite 2 Wiener MorgenzerrunF 21. Juli 1920 Nr. 53T - ■ ■ .-■ .... Politische^undscha«. Faisuls Doppelspiel. London, 19. Juli. (Reuter.) Staatssekretär des -Auswärtigen Bvnar Law erklärte im Unterhaus in Erwiderung auf die Ausführungen verschiedener Redner über die Lage in Syrien, die arabische Frage sei auf der Ariedenskonserenz, w.oran auch der Emir Faisul teilnahm, klar aufgeftcllt worden. Diesbezüglich hatten Verhandlungen zwischen Clemtz»- ceau und dem englischen Ministerium des Auswärtigen stattgefunden. Redner selbst habe sich bemüht, ein volles Einvernehmen herbeizuführen. Die englische Regierung Habe alle Anstrengungen gemacht, um zu diesem Einvernehmen zu gelangen. Wiewühl er versprochen habe, daß Arabien unabhängig sein solle, so sollte das. nicht heißen, daß die Unabhängigkeit mit der Schaffung eines Mandats unvereinbar sei. Auf der Konferenz in San Rem p sei beschlossen worden, daß Syrien' von Frankreich besetzt und diesem das Mandat übertragen werden solle. Diese Entscheidung sei nicht ohne Wissen des Emir Faisuk getroffen worden, der während seines Aufenthaltes in Paris zugestimntt habe, daß das Mandat Frankreich übertragen werde. Eine große Anzahl französischer Soldaten (ei von den Arabern nüoergermchelt worden. Die Franzosen machten nichtden Emir Faisuk für diese Massakers verantwortlich, aber sie können nicht zulassen, daß sie fortdauern. Bon«r Law fügte hinzu, daß er mit der frauzyfi- Ichen Negierung bezüglich der Krage der Besetzung Aleppos und anderer Gebiete in Verbindung gewesen sei. Die französische Negierung -habe ihm erwidert, daß eine ständige Befttzung keineswegs 6?cchsichtigt sei und daß di: französischen Truppen sofort nach Annahme des Mandats und Wiederherstellung der Ordnung zurückgezogen würden. Die Vsrgeschichte des AlLirrraLirrttS an Fqisnl. Paris. 26. Juli- (Funkspruch.) „Temps" zählt eine Reihe von Zwischenfällen auf, die zum Ultimatum Frankreichs an Emir Faisuk geführt haben. Die ^Feindseligkeiten begannen im Jänner 1920, als der gemäßigt gesinnte Gouverneur von Aleppo, Dj.affa r Mascha, Plötzlich durch den Gsfleral Ruchdi Bey, Kammandanten d-rr ZS. scherisischen Division, ersetzt würde, der sogleich dir für den Nachschub französischer Streit- Kräfte nach Norden unentbehrliche Bahnlinie den Franzosen entzog. Emir Faisul ernannte hierauf zwei Frankreich feindlich gesinnte Scheichs, Saleh und Ensarie. Im März sprach der Gwßmufti von Syrien ^öffentlich und heftig gegen Frankreich. Der KomtnLtckaüt der scherisischen Division in Aleppo erklärte öffentlich, sdaß, wenn man an Frankreich den Krieg nicht offiziell> erklären könne, man das Land mit Banden überschwemmen müsse, um es zu zerstören. Seit Eflhe. Jänner sei die Z u sa m m e n a r b e i t E m i r F a i s ü l s mit den türkischen Nationalisten festgestellt. Der türkische Oberst Selfi Bey sei einige Male von Anatolien nach Damaskus gekommen,, um' Instruktionen der türkischen nationalistischen Regierung zu Überbein gen. Anfangs Februar sandte Mustafa Krmgl Mascha an die Bevölkerung Aintabs einen Aufruf, mit der Aufforderung, sich auf die Türken zu stützen. Alle Behörden Emir Faisuls machen die möglichsten Anstrengungen, um den Nachschub französischer Truppen und von Munition nach Wielen zu behindern. Zählreiche Brüchen seien zerstört Wochen, hw srtznzösischen Dorposten würden ständig angegriffen. Seit Ende Dezember sei die allgemeine Wehrpflicht für sämtliche männlichen Einwohner zwischen £0 un& 4YJyhxen in Kraft, die Truppenbestände wüchsen zusehends. Das mens syrische Geld, das von der französischen Negierung heraus ge geben werde, dürfe auf Befehl Faisuls nicht als Zahlungsmittel angenommen werden. Die Ausfuhr von Nahrungsmi ttel n in das von Frankreich besetzte Gebiet sei völlig verboten, wodurch Die Schwierigkeit der Verpflegung her französischen Mruppen in Syrien noch mehr erhöht werde. Emir Faisul behandle die Franzosen wie Feinhe und bereite sich auf sden Krieg vor. * Der franzöfische Vormarsch gegen Faisstl» , Da- Jüdische Korrcspondeu^-Burtau erfährt ausBeyrut: Wie verlautet, beabsichtigt Emir Fadul da- Ultimatum der franzöfischrn Regierung nach seiner Art vut StiÜschwrigm zu lLhergehrn, weshalb die Feindseligkeiten gegen ihn Eröffnet wurden. Im Marsche auf Damaskus Hchtzteu die Franzosen Kajak. Die Franzosen hahey füx hie Durchführung dieser Operationen eine Armee von LEW Mann z«k Verfügung. Verbot von Demonstrationen in PaMstina, i DaS Jüdische Sarrrspovdevz' Buregg herichsrt g«S 'g r r » f a l e m: Die Negierung hat die Veranstaltung von Lffentlichm Demonstrationen in ganz Palästina verboten« j3)te Wünsche der Bevölkerung könne« nur im Wtge von jDrpntalivnrn der Negierung unterbreitet werden. Der russisch-litauische F?iederr> Die .Dossische Zeiinng^ meldet auS Kvw » »r H >Fiirdt«rkkikgiert»n n» ä$Q0fft« find hiyr eingrlroffen, Die 'chanptpyvktr des LertrqgrS finde Bedipgungslose Lnerkennung lder dtamsche» llnahhongigkeft, Anerkennung der Hauptstadt Wrüra und der Städte Gwdno, Lcha, Sweucianh, der Station Milleranä Oer Spa, vrienlkragen und Polen. sid ra n a aas LUyrr,.nm wtttteWugen .zu machen über dir; Akt, wis di« franzöWe Mgierung die Fuwl eisen Frankreichs-in Spa perteidigt habe. Die Alliiert-.'».seien der Ansicht, das; in Anköfracht de-- , , vcraüscheuungswürdkgen Massakers in der Türkei es nicht möglich gewesen )ct Mrllm i^n von Menschen UttkLr der Herrschaft der Türkeizu belasse». Der Friebeusvertrag mit der Türke; werbe deshalb aufrechterhalten. Was Syrien anbetrilst. bade dre e»gll,che Isolierung ritit volllontwen l L u,a'Ut t nfiart da,, Frankreich zu falle, allein dao Mandat lcher Syrien hU übernehmen. Millerand besprach sodann hrk pyle nische Fra ge und erklärte de Uor,fne»§ von Hphabe sich b.'müht, die . . Wche von DanM und Tesche» zu.regeln. Hiu habe sich nach emgebeud mu den Rach.' Wirklingen där Lage beschäftigt, die in P..cken durch den KrirgtvirMowstMWch geschafft». wurde. Dis. französische sft M Wx Sawjetregieruttg ffft Hann i» Vurhsudung trete» »mW, wenn sie "die wesenttichM Gruuhsähe Hinsr RtzgisrUNS Äilgeuomme» haü^. > Die stanzösiHs -Regie'.ung psrf-)sgs mit Sympathie die Van Lloyd Georgs zwecks Ubschlussss elntü ’Was fenstillftandes angeknüpfto» Verhandlungen und wünsche ihnen Erfolg. Wer heute vunnittagö hah^ der sranzysischc Botschyster in London ruiffstLeD, -baß thron Gewohnheiten entespxechenh die. GöwWegjerung mit Impertinenz auf bis.MtiieilunM Mntwvrtet habe, dis Lloyd Göor.g<, an strichte öS. Äkvhd George habe den Sowjets mitgeteilt, daß, wenn.sie nicht einen Wafstnstillstand, annehmen würden, Großbritannien und seine. AÜi-: irrten Polen mit allen ihren Kräften und in allen Formen verteidigen würden. (Stürmischer Beifall, Widerspruch auf der äußersten Linken,) . Nachdem sich dsx BAM gelögt haM, führ Nrtlbknnd fort: Frankreich werde fein Mort ,hakten, wie es auch sicher sei, daß England dem scinigen treu Mißen werde. . Der MrnijKxkrHjHM ging dann zur..B^sprechMg. hei Verhandlungen MD den dtzütschen tzMHmrW M Spa ubex und sagte, diese haben den Zweck gehabt, dw Ausiuyrung des Friedensvertrages von Versailles Frankreich sei cheit entfernt Yvtt dem Geda»ke». sich in die mnere deutsche Politik einzumischen. Den Brrirag tzvn PersyMs hckbu das Deutsche Mich anerkannt, man tr-rrda nicht versuchen, es heimtückisch zu demslieron. Frankreich werde seine Hand separatisti- ' Aber hi« Elemente ohne von der, preußischen .Hegemonie bedroht zu werden, ^eren Trijlmph beinah« dys TytengeläuLe der Zivilisation und auch Deutschlands geweden wäre, Deshalb habe die französische Regierung in München einen GLsandteN ernannz. mm Melod(tskbni>,Anr)ahkrmgvovdrtiMibionenNn-kluGhlb,HMvg von lOO.COQ DcSratinen Walh in Rußland, sofortige Heimschgffnug drr Gesangenrn »nd Flüchilmgc. Zn Verhünhlvngkn über die vchergabe von Wilna «Nd qvdtten litauische«, vvu rysßschen Truppe» besktztm Gebieten, hegah sich d,r Delkg-Lion nach Wilna. Pogpomgefahr in Lemderg und Ostsalizien. Rach Meldungen, welche uns feit wrhrrrfn. Tagen tttge&ett, ist die Loge d»k Juden in Ostgäkji'.en «ud in Lemberg außerordentlich srnst. Der va» dr» Pofü» -rrfiuckti Teil OstgalipenS ist vsn d»« BolWwiktN »sch .nicht besetzt bkd lstehi «nt» der Herrschaft drr Organe P e^t l j u r a S, deren Wüten aus dem vorjährige schreckliche« Tagcn der ukrainischen Pogrome bekannt ist. Auch in dem'vyü W Polen besetztr» T^l perschärij sich die Situativst für dsy Wr». tzstm GtWkvchDAdantest pp« Astrberg wurde wieder jener-.Mtist's k.i «Mstpf, dein die Hauptschuld an dem Lcmbrrger graßm Pogrom xügrschrirben wurde und der sich biheut- ,vy tzihsep Anflfise noch nicht gfrristist hcck. ES, ft«& dkkM mhr^r jtzdtfchk Anssttttn m LStsders üstM ÜtM BoswMdm-m Hgft senomW» Ws^e»-. Hie MM OkffMichkvt d^ An-landrö ist über diese bedkMM Wrndvstß i« W Lagt der ostsal'zischm Mm btttitS «Wrrichtßt »»d es sind Schkitte unternommen «Srdkfi, M Potzrom» ttstch MÄichkeit VSrzubeuM. Die Lage in Ostgattzren. Pex Ukrainisch- Pyesschs-?nst meldet Ms WstNÄau: Dis Städs« im änße?strn Dfts» gnd Süd^sten Oft«* gnlizisn^ msbtzsyMtz« T-grnypol und Brsdy,. wuchv» WdM dtz? MsMOWg dE Bltdenntzjs Reizker schon vor ejnev Woche syakuiöHt. Di- Familie» her Beamten« die Kassen der Brhtzrhen u»d Archivs sowis die Hm mügerrd^ryp polnische» Fymilisn wuchs» i» Gts-nhflh»«' zügen nach Westgqlizien befördert. Die Transport erfordern lange Zeft und behinhepn den militärischen Perkehr. Lemberg »»h die jStsidte westlich des San sinh von Flüchtlingen üb'sxfsillt,, herunter ciusr gryß?r; An, zahl Flüchtlinge yon jenseits hetz Zbrucz, T)is Gefahr der weitere» Ve?schlepp»nß her Necktyphusepihemie ist sehr bgyxohlich, tzrklLrpngey hep MvifterprösidenLen GraSski. Wistiffchem, 89. $u|i (Poln. Stimmen.) Ministerpräsident Grabski erklärte de» Pressevertretern, Llotzh Georgs habe in kraftvollen Worte» Polen die weitestgehende Hilfe für den Fall zugesichert, baß die Bolschewiken die von den Engländern vorgeschlagenen Bedingungen ah'lshNHN sollten. In dieser Hinsicht hat sich Lliatzd Gevrgtz in aller Form engagiert. Er erklärte, England würde in einer Ablehnung der englischen Vorschläge durch Sowjstrußland de» Beweis erblichen, daß Sowjetrußland gsge» den Bestand Polens kämpft, MinrsterpräsidenL Grabßki erklärte feWerr Dis eventuellen Waffenstillstandsverhandlungen wirb die Obersts Heeresleitung führen, die alle Gewähr dafür; bstztet, daß sie di« Ehre und das Prestige des polnifchM Volkes Kn schtztz-en verstehen wird, Schließlich sagte der Ministerpräsident, Pylen werde Men ihm uufgezwMgenen Friede» Mt annehmM und müsse daher Ws Wl -eMt fti», wefwr zu Ampftn. Nus«qh«Szyst-nd in Poltz-r, Kerkin^ §0. Ditz „Gosfifche KeWn^ «Mtzi auS Warschau: In allen polnischen Gebiete» ist btzr Zustand außerordentlichen Schutzes pvokla- M KstWW" MWMW die Pr-okkamierung des MuSnahmszustandtzß in der Woiwodschaft. Posen in . einer Entfernung Yyn 20 Kilometern' lanLs der polnisch-deutschon Gren^. 'Seit vorgestern ist dort die gesamte Verwaltung an hie MisiLärbel'örden übcrgeMNgen. Die Tescheuer Frggy. Paris, ry. Juki. Havas.) Die Votschststertonferenz hat i» ihrer hentigr» Sitzung Heu Bericht PadrrewSkis über die Teschruer Vrage svwic einen Bericht des Vorsitzenden der polnischtschechischen GrenzvereüsigungSkommlssion entgtMgenommen. Girre Fälschrmg dev ungarischen Negieenng. Der Brief des Obersten Wedgwood. .. Dar einigen Tagen veröffentlichte das Ungarische ÄleLkgphen-KvrresPondenz-Bureau ein Schreiben des Obersten W e h g w o d d, das dieser an den „Nemzeti Ujs-g" gerichtet hatte. Der Wortlaut dieses Briefes, ist hem Wehgwovd, der mit der englischen Arbeiterabv'.dnüng in Uttgprn geweilt und Len bekannten Bericht über den weißen Terror verfaßt hatte, das Bestehen der Schreckensherrschaft in Ungarn zu bestreiten schien, mußtä sofort Zweifel an der Richtigkeit der Wiedergabe dss Schreibens Hervorrufen. Jetzt stellt sich heraus, dqß das Ungarische Lelegrapen-Korrespondenz-Bureau sich Äusr frechen Fälschung schuldig gemacht hat, indem es die wichügste Stelle in dem Schreiben des Obersten unterschlug. Wedgwood schrieb nämlich, wie „Vecsi Magyar Ujfag" mitteilt, wortwörtlich: „*Wü aslc kor the iiömediate cessation of the alrocitiee, the panfahement of the gailty persona, freedom fo« the lahoup raövement according to the läW;' a»d we wish to have the carrying ont of these döiftöndö gilaraHteeeJ by the represent^tives of the Western powe*s.‘? F» deutscher Uehersetzung; ,Mix yerlangLn d»s sofortige Mfhürey der Greuel. bk Bestrafung der schuldigen Persans», Freiheit für ditz Arbeiterbewegung gemäß de» Gesetze»; und wir wünschen, daß die Durchführung dieser Forderungen YSU dun H-rtrsterz» her Westmächw verbürgt werdp!" Anenttvegtep Terror. Dem „Becsi Magyar Ujsag" wird aus Budapest MitgeteW; Die Polizei hat i» den letzen Tagen den PhvtSgraphen Arnold Lashlo?Läbl, he» Werkmeister Emmerich Kaufmann, den Schlosser Dionys Pal, de» Alheim Johann Budai, den Rauchfangkehrer Johann- GklM. den Metalsgießec firu-olf EsaMt, hen F.eischergehilse» Löjas Toch, de» Po.stwa^nlenkrr Gabor Jöhann Wies und dsn MlossHpgehils^n Markt Rqgy wegen des Pechachtes „bolschewikischer Vörbrrchen" ver- LtlM setzt he» ^Kampf" fyrt, BUhiMtzftH Sy, Hali. (stoß. Kacr.-Burh Der scheidende MmsierPrWmt Hp. tziWypvi-Stwadam v^rabschsthlttz sich vau bm LkstMtey des M'w,sterpräschi»ms. Hieraus bMÜßst die Be-Ylttyschöst de» neuen Wichsterpräsideutey Grafen Trlesi, tz« in Um ÄNtMrt ezWte, er werde Yen tzgp mm W« Legoflyrsten K a m p f gegen jhOtzsktzNdhNze« KxäftftrWn. hie dgmols i» sinßgrn Erschien M d» scher W» gaW Wr-tza hchrphW, Bttzen Wer ytdrvhnntz ßchfiM Wgar» deS festpy ZasayngW schWe» M W hinßetWSßyypm sirbck jedes em-elue«. / ■ . »mw» ■'■miffuff. - :r. :

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