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Wiener Morgenzeitung · 1920-07-18 · Heft 534 (18.7.1920) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 534 (18.7.1920)
Date
1920-07-18
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Wien. Sonntaz 8Bf ftttC 18. Julr 1929 * Lhaluzim, Ausländer kaufen Kleider, Wasche nur bei Mahr. II., Tadorst'.aße 39. * Eine sensationelle rteberraschung bietet der große amerikanische Schncllvcrkauf im Rcstrnmarkt, Wien, VI., Damböckgafie 10. ' C'Z g'elangen siim Verkauf zwei Waggons Voile und Batist?,, per Mcrer K. 37.— bis K 70.—. Ein Waggon Oppale «nb .Eiauun y e st i ck r. dopprlbrnt. Ver mieter K 83.—. Wir machen unsere geehrten ^cscr darauf aufmerksam, davon raschen Ge» brauch zu machen. * <sis ersparen die Einbruchsverfichernng, wenn Sie Ihre Türe durch einen Tubal-Türverschlnß schürm.Zu bestellen: SchlofierlehrwerkstättedeS Jüdischen GewerbeiSederungsanttrs, Ul., Apostelgasse 39. Vereiusnachrichte«. .. IngendvereinAbavathZio». Heute präzise 7.1. Uhr mittags Wanderung nach Baumgarten. Treffpunkt, im Bereinslokake, II., Kleine ZufiilirlZstraße 16V. Führer Kam. S t'b am ch l e r. — H a p o e l - H a z a i r. Morgen 7s 7 Uhr abends findet. I.. Fleisckmarkt 22, eme Besprechung statt. Erscheinen Pflicht! — Chaluzimgrupve der jüdischen B o l k s d i b l r o t b e k Z i o «. Heute 3 Uhr nachmittdgs Zusammenkunft der Cbaluzimgruppe im eigenen Heim, ll., -Gwckcns,nfie-30zwecks -allgemeiner Besprechung. Erschemen jst Pflicht.. 5 Uhr nachmittags Ausschußsitzung der jüdischen Bolksbiblio^hek Zion: die AuZschußmitglieder werden aufgeiordert pünktlich' zu erscheinen. — Verein der Hörer desJüdis ch e'n "P ckdä g o g i u m s. Kranke und erholungsbedürftige Hörer? des- Jüdischen Pädagogiums , mögen" sich heute von I bis 11 Uhr vormütags im Sekretariate des Pädagogiums bei Hen'n K a tz melden. ... ... -.-— - Me EMähkmrg. 'Oe'r MLkkLSericht. Die'gestrigen Viktualienmärkte waren mit Gemüse und Grünwarcn mit für den Bedan vollkommen entsprechenden Mengzv. fieschrckt. Das Gefamtaubot betrug ungefähr 4850 Meterzentner und. bestand aus den Zufuhren.von den vorgestrigen recht'guk'beschickten Abendgärtnermärkten und aus den Zufuhren von ernberünschen seldmäßig gebauten Gemäsesorten. .In den Prusrmmr Salat, Kohlrabi und Gurken find kleine Rückgänge deute..zu verzeichnen: Karfiol und rote Rübe» Waren etwas teurer.' Der Obfimarkt .war wieder gut beschickt. Auf dem Geflügekmärkt'waren Hühner, VoulardS und Enten angeboten. — Der-Hrschmarkt'war'mit Seelachs, Lengfischen, Schellfische« und,.lebM-en Karpfen beschickt. -Aumarrrsches Getreide für Oesterreich? .' <Wie'.won gut informierter Seite verlautet, stehen Verhandlungen unserer Regierung mit der rumänischen unmittelbar bevor, welche, den Abschluß eines Uebcremkommcns auf'Belieferung «n..fieu-er 'Republik mit rumänischem G c.-t r p i d-e zumZiel haben. -Die.-.die-sbezualichen- Verhandlungen sollen schon in B ä l d e beginne«-.-Sollte diese gewiß er-freuliche Nachrichtbewahrheitrn, io twären. ..-.d i e .Ä u s se n s n r u n f r re B r o 1--' Versorgung, die ja derzeit fast ausschließlich' von den amrrfla.nuchen Zuschüben abhängig ist, w e s e n t l i.ch b e ss e r e. ^firbeuzwang. Von Montag den 19. d. M. b\S ‘ tnklüfive S'Etag den 24. d. M. von 9 bis 11 Uhr vormittags Abgabe von'P'rrma jugoslawischem Fett Per Kilogramm K 130, HascheekonservenX -2ß,y -Bohnensalat'^X-L0.fi LaM L'X 56. ZigcMttenWseü' pew-Schachtel ll 4, Zigarettenpapikr per'Paket 20 Hllex- ^alodont ll.iL per Tube.Doilctkseife ä K 18, WälcheleinG' Wpllweften, -.Herren- und Damrvschuhr und' Kinder« NeidMm..., . .Mus^abe von Koudeasmilch. Vom Staatsamte iür DolksKrüahruyg wird verlautbart: Zur Verbeffernng der Milchve:sost§stmg,Ler.i,Klttder in Wien-wird im Anschlüsse an bie am 17. ß.-M..epdigende Ausgabeperiode aus den zur Verfügung steheNdB-MiIchkonfervenvorräten in der Zeit vom 18. bis zum 31. d't' M. cm. die Kindervom -vollendeten ersten - bis zum vollendetrp. :.sech'sten^8ebrnsjahre Kondensmilch abgegeben. Jedes Kind vom. ersten bis zum vollendeten zweiten Lebensjahre erhält drei,/HdesL'Kmd vom 'zweiten bis zum vollendeten sechsten Lebensjahre eine Dose Kondensmilch zugewiesen. Zur Ausgabe gelangt diesmal ausschließlich ungezuckerte Kondensmilch. Der Preis beträgt für Mindestbemrttelte und. die mit der Znsatzkärte für Ar^Wlhse.-.betslltcn.'Arbeitslosen ll 10 pro Dose, für-die übrigen "Brzugsbercchtigten ll 15 pro. Dose. 'Zyrkerassgabe in Wien. Bon Mittwoch den 21.d.M. sngÜauM--. gelangt' in Wien die auf den Monat Maid. I. entsciffeüde'.Änckermrnge gegen Abtrennung der beiden HalbmonatsabschrüM ,8es Einkauischemes, und zwar mit 60 Dekagramm Weißzucker, 'zur Ausgabe. Desgleichen werden auch die Arbeiterzusatzkarten sowst' die'Bezugscheine für den Monat Mail.J. vom gleichen Tage an eingelost. Bei diesem Anlafie wird darauf aufmerksam gemacht, daß mit Rücksicht auf die außerordentliche Zuckerknappheit''.dir aus den Monat Juni d. I. lautenden Halbmonatsabschnitte des Einkaufscheines' m S a c c h a r i n zur Einlösung, gelangen werden. Die Saccharinausgabe wird voraussichtlich "Uw. Laufe der nächsten Woche erfolgen. Mäegarinenusgabe. Vom 18. bis 24. Juli werde« bei den städtischemMargarineabgabestellen pro Person 12 Dekagramm Margarfire zum Preise von ll 11.48 gegen Abtrennung des „R" Abschnittes Nr. 201 und der beiden Abschnitte Nr. 201. für vlchtMpömeries Fett der Fettkarte ausgegebm. 'Vcährmittslzububen für Kinder. Vom 22. bis 31. d. M. werden für' Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahre Näbrrüittehnbfiße» bei den städtischen Abgabestellen und bei den Verschlk.iMellen. der Kousumentenorganisationen abgegeben. Jedes Kind chMlUwt 1 Kilogramm Feinmehl zum Preise von ll 11.20 gegen.^Bör^elsnUg der Mehlbezvgskarhe und Abtrennung des Abschnittes-1'dSr entsprechenden Milchkarte. Die Leitungen der Konsmnerrteuorgünisationen.wollen sich wegen Zuweisung an das B.ezwkswirtschaftsamt Stelle 2 wenden. Al-äslandSlzilfe, für Lehrer .und Altpeufionisten. Die mMlen wostnhaften vor dem 1. Februar 1920 in den Ruhestand '.'get'r'elenrÄ Lehrpersonen, können Bezirke' l bis VIII am Montag-Hen 19. d. M.,' Bezirke IX bis XIV am Dienstag den 20. b. M.,. Bezirke XV bis XXI am Miitwoch den 21. d. M., jeden Tag vdu 'S bis 12 Uhr in der Schule, VI., Stumpergasse 56, gegen Vorweisung des Pensionsdekretes,t Liebesgaben beheben. Spefenerscch ll 3.—^. Rucksack und Papiersäcke MUbringm. Zemiverba." Vom 18. bis 24. d. M.: Java-Reis, Schokolade, Keks, Brösel, Sofo-Kafiee-Ersatz. Felgenkaffee. 'Kalod.ont, Schmollpasta .und Kristallsoda. Textilwaren: Ab Dienskckg Decken, Polster, Kinderstrümpje, Schürzen nnd Restdrstände'- der. Boiwocheu. Biemistofse. ' Ncmavonterung bis ■;h Angust möglich. Bühne und Kmist. Das Arbeitsprogramm des Burgtheaters für September nnd Oktober. Direktor Heine hat dieser Tage das Arbeitsprogramm der Burgtheaters für die ersten Monate der neuen Saison fertig, gestellt. Nach diesen Dispositionen wird die erste Neuaufführung der nächsten Saison eine Neuinszenierung der längere Zeit nicht gegebenen »F r ä u v o m Meere" sein, in der Fräulein M a h e r die Ellida spielt. Dann folgt am 15. September im S ch l o ß t h'e a t e r die Premiöre des Lustspiels » d o r S böse r G e i st" von Rudolf E g e r mit Fräulein M a r i e r g, den Herren T r e ß l e r und Ro m v e r g in den Hauptrollen- * Für 20. September ist im Burktheater die Aufführung von Grillparzers ^Libuff'a" vorgesehen. Fra» MedelSkh spielt die Titelrolle. a m l e 1" wird (neueinstudiert) mit Herrn A S l a n in der Titelrolle am 1. Oktober zur Auffühmng gelange». Für anfangs Oktobetisteine Neue'mstudierung des Lustspiels,D a S Gl aS Wasser" mit Herrn Treßler und Frau W i t t in den tragenden Rollen geplant. — Für die zweite Halste Oktober wird die AuflShnmg von Shakespeares ^Winter-' Märchen" mit Frau B l e i b t r e u als Hermivne vorbereitet. Zwei Uranfführungeu plant das Burgthe'ater für Ende Oktober: Bernard'ShawS neueste Komödie „H a»SH erzenstod" und S i l v ä r a s Schauspiel. ,D i e G i 1 atuV mit Fräulein M a r b e r g in der Titelrolle. »Die Gitana" ist bekanntlich eine'Bearbeitung deS Carmen-Stoffes. Ein Roman ans dem Oste» Menschen im Abgrund R o m a n von § a k ob Fingermann Preis geh. M. 12 R §öwit Verlag, Wie» l , Fleischmarkt 1 Das neueste Vurgtheatermitglied. Im Burgtheater machte dieser- Tage ein neues Engagement Sensation. Die Enkelin des New-Porker Petroleummillmrdärs John Daoifon Rockefeile r, Miß Mac Eormick, wurde für das Fach der sentimentalen Liebhaberin des Burgiheaters engagiert und wird schon im Herbst, voraussichtlich als Ophelia, debütieren. Die junge Dame ist die Tochter der , Tochter Rockefellers, Mrs, Mac Cormick, und weilte'wahrend der Kriegsjahre mit ihrer Mütter in Zürich, wo sie auch ihre Ausbildung als deutsche Schauspielerin erfuhr. Ihr Vater ist der berühmte Tenor Cormick. Miß Mae Cormicks Engagement hat das Burgtheater eigentlich Treßler zu verdanken, bei dem die junge Dame während seines .Züricher Gastspieles vorsprach und der sich sogleich für ihr Engagement einsetzte. Miß Eormick wird als außerordentliche Schönheit geschildert, die nebenbei auch wirklich sehr viel schauspielerisches Talent hat. Sie ist bisher nur in Zürich öffentlich ansgetreten. Ms de» Theater». W o.ch e n s p r el p l an der Neue» Wiener B Ü h n e. Heute abends V-8 Uhr Gastspiel Hugo T h i m i g «Klein Dorr H", nackmittags 3 Uhr «U r i e l A c o st a". Montag 19. d. M. abends '/s1 Uhr Gastspiel Oskar B e r e g i «U r i e' l A c o st a". Dienstag 20. d. M. abends Uhr Gastspiel Hugo T h i m i g *5? 111 n Dorrit". Mittwoch 21. d. M. abends V»? Uhr Gcistsvirl Oskar B e r e g r ^Uriel A c o st a". Donnerstag 22. d. M. abends '/,7 Uhr „Ursel A c o st «". Freitag 23. d. M. abends V-7 Ubr zu« ersten Male „D i e g n t e a l t e S i t t e" von Gustav D a v i s und Felix D L r m a n n. Samstag 24. b. M. abends 7*7 Uhr Gastspiel Oskar B e r e g i' ^U r i e l A c o st a". Sonntag 25. d. M. abends 7,8 Uhr „D i e gute alte Sitte", «achMttagS 3 Uhr „U r i e l A c o st a". L u st s v i e l t h e a t e r. Dienstag den 20. d. M. findet die 75. Aufführung des BolksstückeS „Das Glückskind" mit den Gästen Mizzi Zwerenz und OSkar Sachs statt. Mittwoch den 21. d.M. geht abends 7,7 Uhr mm ersten Male unter persönlicher Leitung des Komvomsten Fritz Lehner die dreiaktige Operette «Der Filmstern", Buch von Wilhelm' Sterk mit den Gästen Christl Mardayn und Fritz Jmhoff von den Karczag-Bühnen in Szene. Erika Gläßner hat ihr Gastspiel am Wiener Stadttheater, daß heute zu Ende gehe« sollte, mfotze deS anßervrdentllch starken Jntereffes bis einschließlich 29. d. M. verlängert. Die Künstlerin spielt allabendlich die Titelrolle in dem Lnstspiü „Sie" von Georg Reicke. - . II. Deluedere-Konzert Mittwoch den 21. d- M. findet imSchloßparkedes Belvedereanf dem Platze der Freilich bühne daS U. B e l v e d r r e - K o n z e r t deS S h.m p h o it i e-O r.ch e st e r S statt. Pas Konzert dirigiert der ehemalige Dirigent der Warschauer Philharmoncker Wilhelm G r ü m m e r. Das Konzert wird so wie das erste in zwei Teilen stattstndrn.. und. zwar als Symphonie-Konzert und nach der Pause das. Promenade-Konzert. Begm» 8 Uhr abens. Karten von ll 10 bis ll 50 in der Könzertdirektion Benno Lie, Hl., Landstraße Hauptstraße 1, Tel. 9577, in der Schloßverwaltung des Belvedere. Ul., Prinr Euae"stratz, 3 und bei Keblendorstrl. Krugerstraße. Letzte ,Preeiosa".««ffiih»««s. He«Ir si«det » Gartentyeater des Belvedere »nter der Reg« von Albert H e i n e die l e tz t e Aufiührnng vou^P r e c i » s a* mit der Musik von C. M. v. W e b e r unter Mitwirkung deS Symphonie-Orchester -und des Ballettkorps der StaatSoper zu rrinäßigten Preisen statt. Karten für diese Letztqufführung im Bureau der Freilichtspiele, Ul., Landstraße Hauptstraße 1. Telepbon 9577, in der Schloßvrrwaltung des Belvedere. Ul., Prinz Engenstraße 3, bei Kehlendorser, I.. Krugerstraße und ab 8 U h r ä o e n d S an der A b e« d k a s f e im . Belvedere. __ Literatur u. Wissenschaft. Max Drod: „Sozialismus im Zionismus? 1920. R. Löwit Verlag, Wien.! Der Prager Schriftsteller Max B r o d gehört zu jenen Zionisten, welche vom Zionismus mehr als die Erfüllung einer nur nationalen Sehnsucht, vielmehr die eines menschheitlichen Ideals erwarten und fordern, das mit dem Begriffe des Sozialismus eng verknüpft ist. Unter Sozialismus fteilich will Brod etwas anderes verstehen als jenes parteimäßige System,^ das in einer mechanistischen Weltauffassung und einer! geistlosen Auffassung des Menschen als „Masse" wurzelt' und dessen Verwirklichungsmethoden durch geistlose Sozialisierung einerseits, durch das Schlagwort des! Klasse'nkampfes andererseits bezeichnet sind, an dessen Stelle der fruchtbarere „Kampf der Gesinnungen" zu - treten Hätte. - i In positiver Beziehung propagiert der Verfasser die ' von Josef Popper-Lynkens in seinem bekannten Buche:" „Die allgemeine Nährpflicht als Lösung der sozialen! Frage" vertretene Forderung der „Minimum-Jnstitui tion", wonach im Wege einer militärähnlichen um-! fassenden Abeitsorganisation jedem Menschen sein: Existenzminimum zu sichern sei. Indem eine/ solchrs Institution das ganze Wirtschafts'gefüge der Gesellschaft! ‘ von Grund auf ändern miißte, fühlt sich Brod zu dem! Ausspruch berechttgt, daß dieselbe nicht Sozialreform, ' sondern wahren Sozialismus bedeute. Allein die Schwierigkeit der Durchführung des Vorschlages, welche Popper mit sonst nicht geänderten sozialen Verhältnissen,! ja mit dem Fortbestehen des sonstigen kapitalistischen! Jnteressengetriebes neben her Minimuminstttutton! verträglich glaubt, veranlassen auch Brod zu einer Krttik,! welche im Grunde, ohne daß er es mertt, den Vorschlags an der Wurzel trifft. Wohl aber kam es Brod vor! allem darauf an, das Prinzipielle der Forderung! zu vertreten, daß hier ein Recht jedes einzelnen! Menschen vorliegt, dessen Erfiillung die Frage der! Privatinitiative im wirtschaftlichen Leben gar nicht be-- rührt.s Und daß die Wurzel der Erfüllbarkeit nicht m! ' abstrakt-mechanischer Oekonomik, sondern in dem ethischen! Seelonimpuls umfassender Menschenhilfe gelegen ist. J Die Bedenken gegen das Poppersche System nunveranlassen den Verfasser, das Problem von einem anderen Punkte aus anzugreifen oder vielmehr einen bereits in früheren Aussätzen formulierten Gedanken in, Beziehung zunu Popperschen System zur Geltung zufi bringen. Er geht hiebei aus von der fundamentalen Be^i Ziehung des arbeitenden Menschen zur Arbeit, welche ja. auch in dem bedeutsamen Buche Rudolf S t e i n e r sÄ „Die Kernpunkte der sozialen Frage" in den Mtttelpunktj gestellt wird. Brod stellt mehrere Typen dieser Be*j Ziehung auf, für welche der Aufstteg vom geisttötend' Mechanischen zur seelischen BeteUigung bis zur „Arberh am eigenen Werk" den Einteilungsgrund bildet. Detz Äufstieg.der Arbeit in diesen Typen gilt ihm als der. soziale Rettungsweg, und zur Ermöglichung desselben dient , ein bis jetzt wahrscheinlich unbeachtetes Prinzips das er „Automatisierungsrente" nennt, und das in der Zeitersparnis besteht, welche, mtt der fortschrettende« Mechanisierung im gesamten Wirtschastsprozeß erziÄ werden nmßte. Es müßte danach „der Staat jede durH irgendwelche technische Verbesserung entstandene Zeitverkürzung zugusten der Arbeiter konfiszieren, das heißt, wird durch eine solche Verbesserung der ProdEion Zett erspart, so wird die Arbeitszeit herabgesetzt". Freilich muß man einwenden, wieso in der großen, hinter unS liegenden Epoche der Mechanisierung der Arbeit mchtß von einer bewußten Anwendung dieses so naheliegenden Prinzips gemertt wird — hier scheint allerdings dey Satan des heutigen Produktionslebens die Hand iny Spiele zu haben — wie aber andererseits auch die unbewußte teilweise Erfüllung dieser doch nur negativen Forderung, die wir an der allgemeinen Arbeitsverkürzung denn doch gewahren können, ohne eine von anders- ' her kommende Aenderung des ganzen sozialen Systems! dasselbe doch nicht wettergebracht hat. Pas namentlich auch die Angehörigen sozialistischer Parteirichtungen aus diesem Buche vor allem ’ gewinnen könnten, wäre die ganze Einstellung desselben, daß hier rein menschliche, seelische Faktoren als bestimmend auch für den Wirtschastsprozeß erkannt werden. Demgegenüber ist es von sekundärer Bedeittung, ob gerade die Form der von Brod erhobenen Förderungen auch für ein neues jüdisches Gemeinwesen in Palästina schon die richtige wäre. —em. Ans dem heittgeu Buche Sshar. Eine Auswnhl, znsammengestellt nnd übettra-e« von J a »k e« Seid««» n. (Die Weltbücher). Welt-Verlag, Berlin 1920. Dank dem geringe» Verständnis brr jüdischen Gelehrtennelt nnd dem «och germgeren Jnteresie der westlichen J«de»heit überhaupt für Gege«sta«de der sogenannten jüdische, Mystik find deren Schatze fast »och mit sieben Siegel» verschloffen, »nd erst Marti» B n b n hat durch seine literarischen Nr«grstaltupge« deS chaffldlschrn UeberUefrrnngSgnler hierin «me gewisse Wandlung

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