Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 529 (13.7.1920)
- Date
- 1920-07-13
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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xomoxiauaxiit <»£tv- 6«ra«a.:.; «»««WWZ Rr. Z2Z Wien, Dienstag Wimt* Or-rge»»zert«tts 13. Suß 1920 Seite 3 MMtzett, laut zu verkünden und als' Nichtlrnkß die Freiheit der Völker anzustreben. Es ist daß das Kdeal, das auch uns vorschwebt, und wir waren es auch, sie alle Nationalitäten von Konstantinopel aufforderten. W) .«nt dieses Banner zu scharen. Eine Entente mit den Zionisten wäre nicht schwer, frei sie im Rahmen der Anerkennung der gegenseitigen llechte beider Parteien abgeschlossen würde. Zum Unzliick für alle mar der Ex-Großrabbiner ein enragi.erter ^i-eind der Ansichten und der politischen Ziele der Zionisten. Die Zionisten haben geradezu übermenschliche llrbeit geleistet, durch welche es ihnen gelang, Nahum Affendi zu entfernen, iydem sie aus den Wahlen in die Äecheinde siegreich hervorgingen-. Wenn nun die cm* zedenteten Aeutzerungen des neuen Grand Rabbis auch »en richtigen Widerhall unter den-ottonmnischen Juden linde«, sa müssen die ilnglückseligen Mißverständnisse, üe einer Annäherung der beiden Völker bisher hinderlich varen. bald schwinden und eine Verständigung und für tzeide Teile nützliche Zusammenarbeit herbeiführtzn. Denn sie Jude« müssen es npn einmal begreifen, daß die Verhältnisse sich geändert haben, und daß sie das größte Interesse, auf wirtschaftlichem, sozialen: und moralischem Äebief haben, mit jenen zusammenzuarbeiten, die wohl nne Beeinträchtigung der Arbeit der ihnen Nahestehen - ien nienrals zugeben würden, die aber andererseits den unerschütterlichen Standpunkt der Gleichheit und de: uoien Konkiwrenz anerkennen und sich zu eigen gemacht )aben. Aul dseier Plattform ist ein für beide. Nationen egensreiches Zusammenwirken anzustreben und auch -ringend notwendig, Ernste Lgge irr Mesppptamierr. Paris» 12. Fnü. Watzas.l Nach einer Meldung, d:S aus Teheran sei die Lage m Mesopotamien sehr ernst. De Bewegung der Türken mache gute Iprschutte. Ksystnminopyl int-rnatiynalifiert Hyytzpn. l8. Fnü. (Funkipruck.) Nack der „D o i l y iTS (t i l“ haben die Verbündete» der. lürkischen Regierung mitzketult, dqi sie, iaUs der. Bntrag nickt nntkrze,chnrt werde und pkmr! P.uctza n-chl seine Operationen einstelle, Konstantinoprl - 'ndgnlvg mterngstoyalisierm werten. Die Adria-Frage. Nom. 12. I^li. (Fnukspruch.) Nach dkin „P r. p k> l o Roman v' stnden in Spg zwischen dom Minister des Acuhern Prosen S t o r z a und den südslawischen Abgesandten Brrhandsungrn zur Losung der Adria-Frqge statt. Dir erste Sitzung des DSlkerbnndss Washington, 18. Juli. (Farikspr«ch.) Die Einladsng für die a« 15. November stattsindrnde erste Sitzung der Dolkrrbnndsr>:rsamrn!ung wird Präsident Wilson selbst ergehen lassen. Der Ort der Zusammenkunft ist bereits bestimmt, jedoch noch nicht erkanntgegebe«. Die. Bereinigten Staaten werden an der Znammenkunfr nicht teilvehmen, da der Beitrag von Versailles von ihnen nicht angenommen wurde. Gütliches AebersrnLommen Mer Tesche«. Peng. 12. Juli. (Prixgt,) Akinistrr drs Aeußern Doktor B c n e s ch trifft heute gm Mitternacht gn§ Spa bür pin und wird morgen dem Präsident!» der Repubück nnd den auswärtigen AuSschüssm beider Hävser der Rationalversannnlung Bericht über d e Hrgebuiste seiner Verhandlungen mit den Vertretern der Entente und den polnischen Politikern in A'.gelegcnkiett der Tc scheuer Frage erstatten. Es wird versichert, seine :'!ntl8>re werden dahin gehen: Kein Plebiszit und kein Schiedsspruch, sondern gütliches H « & e « e t n f o m w.e n unter Brrmittlmlg der kompetenten Faktoren der Friedenskonferenz. Inland. Die Konferenz in Spa. S p a a. 12. Juli. (Tel.-Komp.) In den deutschen Kreisen in Spaa gibt es augenblicklich zwei Richtungen. Die eine unter Whrung von Stirmes will die Verhandlungen a'bibvschen. Die andere, nrrd zwar die mächtigere, will, was es auch koste, die Besprechungen fvrtsehen. Die gestern vollkommen ins Stocken geratenen Kohlenverhandlungen sind heute morgens wieder aufaenommen worden mrd cs sind hier sicher Annäherungen erfolgt. Trotzdem bleibt die Gefgmtlage außerordentlich ernst. Mrltetand müsse durchaus -juin NaLlonalrttifnt4 <*** Qfr.tuVii fnJS fest adreifsn. Lloyd Georges Krankheit soll eine rein diplomatische sein. Keine Einigung in der Kohssttfrage. - Spa, 12. Juli. (Wolst.) Der Bericht der Sachverständig':: der Alliierten iu der Kohlenfrage lautet: Die Sachversittttdigcii der Alliierten sind der Ansicht daß die von der, deutschen Delegation vorgelragenen Ziffern nicht de'art sind, das; üe irgend eine Aendenmg in den Dispvsnioücn des am 10. d.M. nittgetcilten Protokolls rerlttü-tigen würden. , - Spn, 11. Juli. (Havas.) Anstlich wird verlantbart: Die Konferenz nahm in ihrer heutigen Sitzung den Berecht der Sachverständgieu, in der Kohlenfrage zur Kenntnis.- Minister des Auswärtigen Dr. Simons bemerkte, daß die von den Sachverständigen vyrgeschlagene Lösung eine Rückwirkung auf die verschiedenen, von der deutschen Abordniurg vorbereiteten Wiedergutmachungspläne habe. Die deutsche Abordnung habe damit gerechnet, daß ein Einvernehmen mit den Verbündeten zustandekommen würde. Die Pläne könnten daher nicht heute, wie beabsichtigt war, unterbreitet werden. Ministerpräsident M i l l e r a n d gab seiner lieberraschung darüber Ausdruck, daß. die Mitteilung der deutschen Pläne wiederum in Frage komme, nachdem sie gestern angekündigt worden sei, ohne daß man sie von dem Ergebnis der Besprechungen der Sachverständigen abhängig gemacht hätte. Bezüglich der Kahle hätten die Grnndziffern keine Aenderung erfahren und seien dieselben, wie sie von der Wiedexgutmachungskommission für die Kohlenlieferpng an die Verbündeten festgesetzt worden feien. . Minister des Auswärtigen Dr. S i in o n s erwiderte die deutsche Delegation harte die Pläne vorbereitet, abe: sie erfahre soeben, daß die geforderten Kahlenlieferunger das Zweifache dessen übersteigen, was Deutschland mit Rücksicht mtf feiere WirtsckM zu liefern vermögt Pep Minister werde die vorbereiteten Pläne morgen, frjf uach der Prüfurig des Berichtes der Sachv'erständigle« überreichen. Ministerpräsident Mille r ci rr d erklärte, es.-, könntz sich nicht mit eine Aenderung des Artikels 233 des Vertrages handeln, doch solle den deutschen Bemerkungen soweit sie tmf Berücksichtigung Anspruch haben können^ Rechitung getragen werden. ) Die derrtschen Wiedergutinachnngsplärre' wurden so dann vom Minister des Arrswärtigerr Dr. Srrnon-A derch Generalsekretariat der Konferenz überreicht. Die Fragal wird morgen früh geregelt werden. Eine Konferenz Mitterand-Simons. ,, v Berlin» 12. Iittr. (Korr.-Bur? Die Blätter melden 'L»sk Spa: Heute unl 10 sthr vormittags hat dkr sranzösische Mmisterpräsideiit M i l l e r a n d den Reichskanzler wissen lassen, daß er den Minister des Auswärtigen S i m o n s spreche» tzollei lieber dcn AaSgang dieser Besprechung ist bis zur Gk>mde PÄU irchls bekannt. Die bayrischen Einwohnerwehren wollen nicht entwaffnen lasten. München, 13. Juli. Der Landeshauptmann der/Mn-c wohnerwehren Bayerns Dr. E s ch.e r i ch hat im Hinblick auf das Entwafsttuugsverlangen der Entente au alle Wehrknmeraden die Bitte gerichtet, nach wie. vor getreu zu bhnt zu stehen, damit in der neuen Stunde der Gefcchtz plbe einig bleiben.!- t M Die Leftung dex Einwohuepvehr der Stadt hat folgeubs Erklärung veröfsentsjcht: Auf Grund der Zustimmung. Bezirke erklärt die Leitung für die Einwohnerwehr Münche^ das; diese einmütig entschlossen ist, sich einer Entwaffnung uyty! keinen Umständen zcc fügen. München, 12 Juli. Die ...Münchner Neuesten NaW richten" melden aus Spa: Es sind mit der bayrischen Regierung bereits Verhandlungen im Gange, die eine Erledigungi der Frage der Entwaffnung der Einwohnerwehren erhoffe^ lassen, so daß sich die Gefahr der Absplitterung Bayerns nichid so akut darstellt, wie es in gewissen Kreisen vielfach jem* genommen wurde. .: > , Vnx Landta^swshlen in SLoiertnavtz. B?sKwß doo sszsaivemvDntischen Partei. Ärm, Id- Juli. Die sozialdemokratische Partei in Strien mgxh m-hsn gestern in einem außerordentlichen Laudes-Parteitag zrzr strsso in her .steiermärkischen Landesregierung Stellung. Dem Kttsgegabenen Gourmttniqnä zusolge wurde nach einem Resipqt des Ab geordneten Dr. Eisler mit allen gegen drei Stimmen beschlassen, die Erklärung des Aandes-Parteitagss vom 20. Juni d. I., wonach die Koalition mit der. christlichsozialen Partei im Landtag zu bestehen aufgehövt habe, zu erneuern, jedoch bas dep fozialbsmokratischen Partei nach ihvsv'zahlenmäßigen Vertxetupg im Landtag zufallende Mandat in der Landesregiernllg neuerlich zu besetzen. Da'aber init der pov!älistgen Entsendung eines sozialdemokratischen Land-- tagsmitgliedeS in die. Landesregierung die durch die bürgerltdicu Pgrkeisn verursachte striso im Lände nicht gelüst würde und dies nur durch eine Entscheidung der Wähler selbst erfolgen kann, wirb der sozialdemokratische LandtagSklnb in der morgigen Sitzung dos Landtages öiuen Antrag auf.vorzeitige. BeaMgnng der Funftchusdansp tzeS Lgntziggss und gnf Wrch-- füsMng der Wahlen.. zugleich mst.. dpn R * u« wählen fi.it* die Nati-umloersanimlung api >7. D/ftpder dieses Jahres esuhrjugen. Die Austastung in dipromaLischen Kreisen. Wie die Korrespondenz Herzog erfährt, herrscht in' diplomatischen Kreisen hie Auffassung, daß - über" kurz oder laftg die Wiederaufnahme der Besprechungen zwischen der ungarischen Regierung und dem Inter», nationalen Gewerkschaftsbund in Amsterdam, die dann allerdings dennoch den Charakter von Verhandlungen haben könnten, nickst arrsgeschlossen ist. In diplomatischen Kreisen der Entente würde man es am liebsten sehen, wenn die megarische Regierung aus eigener Initiative und ohne daß dies den Anschein irgendeiner- Pression haben würde, sich zu einer Demarche in der Richtung veranlaßt sehen würde. Für die Dauer er°. scheint nach Auffassung der Entente ein Bohkottzustand | einem Lande gegenüber, das im Zentrum des mitteleuropäischen Wirtschaftslebens sieht und durch vielfache Fäden mit dem ganzdn Wirtschaftsprogramm der Entente, in Zusammenhang steht, kirn doch unhaltbar und muß, «ach der einen oder der anderen Richtung umsomehr eine Lösung finden, als es sich -um eine Frage von internationaler Bedeuitmg handelt. Die Mstimmung in dem SAagenfnptee Gxhiet. Klaseufurt» 12. Jnli. Wir amtlich mttgetcist wird, reift kr Stab der britischst Ablcilmig d?r Abstimmungskommission am jl. d. Al. von Ostende naüi Klggensnrt ab und trifft Po; - ayr 16, Just i« Klageniutt ein. Oberst P e ck, der Chef der hritischrn Ahtrihmg brr Äbstimmuug-kyMuMon und gleichzrittg Präsident her Absümmynkskommissiov, wird einige läge später hiev aukomvr». Vor einer Vauernpevolte in Ungarn. . Bei Beginn des Boykotts hat Herr Horthy in West- Ungarn laut übereinstimmenden Berichten eine starke Armee vonmindestens 60.000 Mann ztifammengezogen. Alle Personen, die jetzt uns Ungarn nach Dentschösterrejch fomsilen, berichten, wie der „Abend" meldet, daß die Dörfer und Städte gn der Grenze, von Militär wimmtzln. Selbst während des' Krieges hat man all diesen Orten nicht so große Dcuppenzusammenziehlmgen be, obacksten könnet;. Den Soldaten wird von ihren Offizieren —, ungefähr jedar. flchte Manst ist Offizier,, viele Offiziere traget; Feldwebeluniforw, erhalten aber Oberleutnantsgage ---'erzählt, dqh in Detttschpsterreich Revolusion wüte find die ungarische Armee einmarschioren werde, tlM ,,Ordnung zil nlachen" tind dcir Kaiser Karl.zurück auf dep Thpyn zu bringen. ... In Wirklichkeit herrjchtz in. Deutschösterreich Ruhe, tvöhk aher ist die Lage in Unggrtt so gespannt, daß her AuZhruK einer großen Revolte, wenn nicht esner Revolution, bevor?,usteheit scheint. Es gärt jri der Bauerttschastl Zwischen Dorwis und Theiß hat Hejjas die Aufteilung verschiedetwr Großgrundbesitze begpttueu. die jAdi's.che EjgfNtü mev Hattest. Die Bauern sind aber dgbei ilicht stehen geblieben, spnderu hqben - aus eigeite. Faust auch die ch r i st l i ch % rr Großgrundbesitze enteignet und ausgeteilt, Sie verlangen Pie Durch-- Führung des i'on Karolui ausgeskelltan Agrarpragmmrns. Der Name Karolyi wird bei dieser Bauernbewegung immer wieder emmnut Westlich von der Donau ist die Bauernschaft tzr« . bittert über die immer größer werdenden Requisitionen her ungarischen Armee. Horthy hat bisher ein Heer aufgestellt. das infolge der Einberufungen sich auf 130.00g' bis 160.000 Mann erhöht haben dürfte. Diese Armee Uluß verpflegt werden, nnd da die Bauern'derzeit nicht mehr viel Vorräte haben, werden die Requisitionen immep schärfer. Selbst aus Westungarn, wo jetzt so viel Militär, zilsaenmengezogen ist, kommen Berichte über Zusammen^ stoße zwischen den Baueret und den Reqrrisitions/ kommanden. ' Kenner der ungarischen Verhältnisse meinen, daß SH Lage bereits sehr gespannt ist und Horthy nicht mehr! lange die Bauernschaft im Zamr wird halten können. D! Die Zuftizkomödie in Budapest. Die Vergewaltigung der angeklagten VolksbeauftrWrrtz! und ihrer Verteidiger durch den Gerichtshof und den Staats»! finwalt sowie ihre Jnsultiernng durch c>as Auditorium dauert ungestört an. Die Offiziere nnd die „Erwacherrden Mugyareu^», die seit dem ersten Tage der Bürhandbln'g ununterbrochen! sämtliche Bänke, des Auditoriunjs besetzt halten,'' bcteiieW dem Vorsitzenden stürmische Ovationen, beschimpfen die.S&fci ^«cklagten. In einer her letzten Verhandlungen, als sich, Angeklagte Bohanyi gegen die Zigennersitten des Vorsitzenden! znp Wehr setzte, fpplltep Pie Offiziere die Barriere stüMert! und dyn Augestflgten tätlich m!ultieren; es entstand m riesigen! Tumult, so daß der Vorsitzende geziprmgen war, hie BE Handlung zu unterbrechen. Als ass nach eiper Viertelstunde!i die. Verhandlung wieder eröffnet werden konnte, fand dttsi Vopsitzeudo Feilt einziges Woxt her Rüge für das unqualsiizii^f! bare Verhalten dyr Zuhörer. Hejjas in AKtinn. Nach einer Weldrmg des „Az EuiÜf.r" Paten H'ejsiM! nntz Bibo mst best Führern der PrpuaY-DctachanrentS vep»s traistiche Besprechungen abgehaltep, die zu dem Beschluss«! führten, an dst Regierung mit einem neuerlichen UlliinattuN; heranzutreten. Iu dem Ultimatum wird die Negierung.zu« urp'erzüglichen, energischen p v l j l i sch e n Maßnahwe^ aig'gesordert und die Mstteisnng' gemacht, daß die Unterch zeichneten in allernächster Zeit das Gebiet der Tat fetncgtenH tverden. Tatsächlich hat die Hejjgs-Biba-Prouay--Bnnde ihr« Drohung erfüllt, denn das Korrespondenchurcau meldeh paM Budapest vom 12. d. M.:! Sainsjäg gbendS gegen 10 Uhr drangen DeuigustrarMtzt iu das auf dein Berlmerplgtz befindliche Cafo Vigszinyaz e!yv uw sie Gäste angrisfen. Mehrere Personen wurden leiW. verletzt. Die D'rmattstrariten versnchreu dann auch in Mf tu der Nähe befindliche Eafo City einzndringen. Erne^ NM! - dem Schauplatz erschienene Mlitärpattouitte hinderte -)!