Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 528 (12.7.1920)
- Date
- 1920-07-12
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 52S Wien, mientag fr,, ■ i ... i iiMiTrff^Torr ■! > >,> * Die Fälschungen von Banknotenstempeln. Das Sicher- ^ettSbureau erhielt Kenntnis , davon, daß sich im Hause 3. Bez., ßtobertgasse 1, eine Wertftätte zur. falschen Abstempelung ungarischer Banknoten befinde. Kriminalbeamte und ein Sicherjheitswachmann wurden dorthin entsendet und überrascht?» in der Wohnung den Kaufmann Sigmund Baumgartner, nach Budapest zuständig, eben beim Abstempeln von Danknoten zu K. 1000. Es'wurden gleich 18 Stück frisch gestempelte und eine noch ünabgestempelte Banknote zu K. 1000, her Falschstempel und Chemikalien beschlagnahmt. Baumgartner wurde dem Landesgerichte eingeliefert. * Die bestohlene Telephonzentrale. In der Telephonzentrale im 9. Bezirk, Berggasse 35, ist in letzter Zeit sehr viel Telephonmaterial abhanden: gekommen. Der Dieb wurde in der Person des Mechanikers Fra^ -HelfenSdörfer festgestellt u. verhaftet. In der Wohnung in Weidlingau-Haders« darf wurde Lelephonmaterial im ^Läufigen Werte von 8000 Kronen gesundend Die Betriebsleitung. der Telephonzentrale der Berggasse beziffert den Schaden mit rund 123.000 Kronen.' Helfensdörfer dürfte auch in der Telephonzentrale in der ßollergasse ähnliche Diebstähle ausgeführt haben. * Jüdische Volksschule. Das llmerriclnsamt de§ Jstdr-- jchm Nationalralcs iür Deutsch osten eich gchi besannt, da'r die e r st t j;ii d i sch e Volksschule m W t en mt Beginn des Schuljahres 192»>,21 m>l. Benrkerö-mck wird, und;w irvoilLussa dieersteundzwerti' Klasse. Die U.'ldrrMnswräche ist deutsch. Hebräisch wird nach modeln r Methode als lebende Sprache gelehrt. Diese Volksschule dient mgleich als Vorbereuungsschule für das Jüdische Realgymnasium. Cchil,str ahl beschränke daher kann nur brr r e ch t z e 1t t fi c t Anm e ld u n g mtt einer Abnahme m diele Schule gerechnet werden. Boramueldnnaen idre betreffenden Kinder sind mi'mbnnoen) werden läalich (außer Samstag und Sonntags nachmmags von 8 bis 4 Ubr im Untcrrichlsamt des Jüdischen National'ates.U.. Tabvrstraßr 20», entgegengenommrn, woiclvst auch Auskünfte rrmil wudcn. __ ' Der Hausarzt. Resigicri von Dr. Sans! Beer. BeenksWahl der Mädchen. Besonders schwierig und eigenartig ist die Berufsber-atung -bei Mädchen.- Wenn man von den Mädchen absieht, deren Mittel es ihnen gestatten, sich einem künstlerischen und akademischen 'Beruf oder der Vorbereitung für die Ehe "zu widmen — deren Zahl ist sehr gering — so gibt es eigentlich nur drei Gruppen gelernter Frauenberufe: Die nadelführenden Berufe der Schneider,in, Näherin, Modistin^ und Kürschnerin, der BureäNberuf und der Dienstmüdchenberuf. Die Bureauärbeit, der meist eine sozial - höhere Schichte zustrebt, ist gweifellos die leichteste und angenehmste und wird meist Mchin einer chyg lettisch einwandfreien Umgebung durchgeführt, was besonders für die Banken und großen Comptoirs zutrifft. - Der-Gesundheit weniger zuträglich sind die Arbeitsstätten der Nadelberufe, wo die Mädchen e.M heieinayder..,..m * >WM „gelüfteten, überhitzten Räumen fitzen.. .Die, Schädlichkeiten, die diese sitzenden Yerüfe gerade in der Zeit der .lebhaften körperlichen Entwicklung des Menschen herbeiführen,. werden durch den Umstand gemildert, daß die Mädchen die ersten Jahre den Dienst des Lanfmädchens besorgen, der ihnen viel Bewegung im Freien ermöglicht. Nur zu bekannt ist, das; Mädchen' gegen schwere Berufsarbeit viel empfindlicher r als.,Knaben > sind, mnd, bald darauf sich Bleichsucht. und. nervöse. Erscheinungen einstellen. Jedenfalls eignensich, nervöser Mädchen von vornherein nicht zu Berufen,/ die gespannte Aufmerksamkeit Und geistige ApstLengung-.'erfordern.(Telephonistin). Wie sonderbar eK-auch scheinen. mag,J möchte ich, vom gesundheitlichen Standpunktfür. den. ..Beruf einest Dienstmädchens ein» treten. Gerade dieser Dienst bietet den blutarmen Mädchen abwechslungsreiche Arbeit nnd eine ausgezeichnete, sorglose EristeNz. Ein besseres Stuben- KdMn, das eine Hanshaltungsschule absolviert hat, lstbesser als eine Näherin daran, die für Unterhalt, Kleidung nnd Wohnung z.n soraen hat. Verhälrnismäßig gesund ist der Benff einer Köchin, der von den jüdischen Mädchen gemieden wird- Selbstverständlich sind Schwächliche für derlei Dienststellen ungeeignet. Aber aM -ich der Landwirtschaft gibt es Betätigung für lüdische Mädchen genug. Zur Vorbereitung dienen die bereits bestehenden Gärtnerei- und .Kleintierkurse. DtzS Stxeben der indischen Eltern, auch die schwächlicher:, . WstA ungeeigneten Mädchen in die Lyzeal- und akademischen. Schulen zu drängen, ist verfehlt. Unsere jü discheu Mädchen sollen tüchtige Hausfrauen, geschulte Mütter und verständnisvolle Gattinnen werden — nicht UW .Doktoren dep Philosophie und Medizin. Unser - im Entstehen begriffener Staat braucht^krättige, zur Aufzucht eines kräftigeren jüdischen Geschlechtes. Aerztliche Winke. Das Bettnässen. - Diel Sorge macht der Mutter das meist nächtlich üuftretende Bettnässen eines Kmdes. Es handelt sich up blasse, nervöse, oft erblich belastete Kinder, die von diesem Leiden befallen werden. Ost ist eine Erkrankung api Harnavparat die Ursache — in diesem Falle ist der unangenehme Zustand leicht heilbar — sonst kommt man dem Bettnässer meist nur auf suggestivem Wege bei, indem man ihm unangenehme Sensationen mit dem elektrischen Strom oder einem bitteren Medikament beibringt. Von gutem Erfolg kann die persönliche Beeinfliiffuhö durch den Arzt sein. Zu empfehlen ist jedenfalls, 4 bis 5 Stunden vor dem Schlafengehen - dem Kinde kein Wasser und keine flüssige Nabrung zu verabreichen v.v' , wenn möglich, ein- bis zweimal des rotener MorgenzeitunF Mitteilungen ans dem Publikum. BH&rail B ABITrN PEtoUNundJUWEI.EM unlLlaKli ■ tIB kauft teurer alsl«d«r D 45 Vägö, Juwelier, I., Graben 3Ö Nachts zu wecken. Gute 'Nahrung, viel Aufenthalt im Freien, Eisenmedikation tun das Uebrige zur Hebung des Allgemeinbefindens. Die Hakenzehe. Die große Zehe.ist dabei nach außen abgewichen und liegt meist unter, seltener über der zweiten Zehe. Das Köpfchen des ersten Mittelfutzknochens ragt meist stark hervor und durch den Druck des Schuhes bildet sich über dem letzteren eine Schwiele mit darunterliegendem Schleimbeutel. Die Ursache dieser ziemlich häufigen Deformität liegt im Tragen unzweckmäßiger Schuhe, diese sind meist zu kurz und zu eng. In der Folge treten Entzündungen des Schleimbeutels über dem Köpfchen des -Mittelfußknochens auf. die zu Vereiterungen führen. Meist besteht gleichzeitig ein Plattfuß und eingewachsener Nagel, so daß die Betroffenen am Geben stark behindert sind. Die Behandlung der Hakenzehe bat zuerst für gutes' Schuhwerk zu sorgen. Die Schuhe müssen genirgend lang, vorne breit fein. Soll er zugespitzt fein, muß sich die Spitze an der Innen-(Großzehen-)Seite befinden, aber auch die Absätze Müssen medrig'und breit sein, damit der Fuß nicht noch vorne sinkt. Die gekrümmte Zehe wird durch eine mit -Pflaster befestigte Stahlfeder in die richtige Stellung gebracht. I AsrzLttcher ^ra^ekästen. Einäugig. Sie müssen sich von Berufen fernhalten, die leicht eine Gefährdung des Auges hevbeifuhren. Sie sollen kein Schmied, Schlosser, Steinmetz, Steinbildhauer werden. Eine Verletzung der Hornhaut des einen Auges durch Splitter macht sie arbeitsunfähig. Auch Berufe, die scharfes Sehen erfordern, wie Goldarberter, Graveur, sollen Sie meiden. — Frau K. L. Die X-Beine des Kindes beruhen auf englischer Krankheit. Versuchen Sie noch einen -Winter mit Phosphorlebertran — sonst kommt Behandlung durch Givsschiene in Betracht., Sehr gute Resultate. — Grete K., MariahAf. Das flügelförmige Absiehen eines Schulterblattes hängt mit einer Wirbelsäulenverkrümmung zusammen'. Orthopädisches Turnen. Eventuell Stüvmieder durch Arzt anfertigen lassen. — Besorgte Mutter. Brustwarzen sind vor jedem Anlegen des Kindes mit Borwasser zu. reinigen. Jede kleine Schrunde ist vorsichtig zu behandeln, weil sonst eine Vereiterung der Brustdrüse zu befürchten ist, die ein Abllillen. des Kindes notwendig machen würde. — Mediziner. Jeder junge Mediziner ist ein eifriger Selbstbeobachter seiner kleinen Leiden. Mit fortschreitendes Kenntnissen in der Heilkunde werden die hypochondrischen Ideen verfliegen. Das jüdische GeWerdeförderungsaMt. Von Dr. Adolf Brand. Es kann nicht geleugnet werden, daß sich das jüdische Volk, wenigstens in Oesterreich, in einer unglückseligen Berufsschichtung beftndet. Der größte Test widmet sich dem Handel , ' und den freien Berufen und nur ein geringer Bruchteil steht in manuell-produktiven Berufen. Nicht physische oder geistige Uneiguung sind die Ursachen dieser abnormalen Struktur, denn daß sich die Juden zum Handwerke, wie überhaupt zur physischen Arbeit eignen, zeigen uns' nicht nur die Verhältnisse im Osten Europas oder in Amerika, wo die Juden in manchen Handwerken — als Tischler, Schuster, Schneider, Kürschner usw. — derart stark vertreten sind, daß dort die Berufsschichtung in umgekehrter Richtung abnormal ist, sondern auch die Erfahrungen, die in Wien und in Deutschland gemacht wurden, wo die bereits der physischen Arbeit Zugefühvten sich vorzüglich bewährt haben, wie von Arbeitgebern, die jüdische Arbeiter ausgenommen haben, wiederholt mündlich und schriftlich versichert wurde. Die Ursachen liegen vielmehr in äußeren, noch aus der Vergangenheit herüberwirkenden Einflüssen, die die Juden auf das Gobiöt des Handels und in die freien Berufe gedrängt haben, in der Gegenwart aber nicht mehr, oder wenigstens zum Teil nicht mehr bestehen, teils in. der Unkenntnis der tatsächlichen Verhältnisse und materiellen Aussichten. Die Folge dieser ungesunden Berufsschichtung stt eine ungesunde, soziale Gliederung des jüdischrn Volkes mit seiner ungeheuren Zahl von in unbeschreiblichstem Elend lebenden Luftmenschen und einer dünnen Oberschicht von Schwerreichen. Die Erkenntnis dieser Verhältnisse veranlaßt« die führenden Stellen des modernen, lebensbejahenden Judentums, das Hebel bei der Wurzel zu' packen und mit den Ursachen auch die Wirkungen zu beseitigen.- Der- Jüdische Ratio n a l r a t für Deütschösterreich, das Palästina-Amt und der Verein Jischuw Erez Jsbael schufen — jeder von seinem Gesichtspunkte.aus -— Gewerbesektionen, ersterer, um die in Deütschösterreich lebenden Juden im Wege der Berufsumschichtung allen Gewerben zuzuführen, die beiden letzteren, um hier, in Wien junge Juden, die nach Paxlästma auswandcrn wollen, für ein dort benötigtes Handwerk oder die Landwirtschaft aüszubilden. Da aber die ungeheure Bedeutungdie der Frgge der Bevufsmnschichtung der Juden hierzulande und deren Vorbereitung für Palästina zukommt, die Schöpfung einer Stelle fordert, führte der Jüdische Naüonalrat die. Schaffung eines jüdischen Gew erbe fürder ungSamtes durch, dem die genannten drei Organisationen ihre bezüglichen Agenden abtraten. > Jn der festen Zuversicht,/ daß ihre Bestrebungen in der jüdischen Oeffentlichkeitfreudigen Widerhall,ftndeN worden, schritt die Leitung des neu gegründeten jüdischLy .Gewerbefövdevungsaintes frohen ällutes und. mitgroßzügigen Plänen, aber ohne Geld, an die Arbeit..Size richtete die Berufsberatüngsstelle ein, deren Aufgabe es ist, Rat zu er- - teilen bei der Wahl eines Berufes mit Rücksicht, auf angeborene und angeeignüe Kenntnisse und Fähigkeiten, materielle 12. Juli 1920 _ __ Seite 3" Aussichten aus VaS erstrebte Ziel der BerufSumschichtung des Jubrn zu einem lebensfähigen Wirtschaftskörper und nicht zuletzt im Hinblicke auf die Bedürfnisse Palästinas, als der aufzubauenden Heimstätte der Juden. Diese Abteilung erfreut sich eines täglich wachsenden Zuspruches. Im Zusammenhänge diunit' wurde sofort die Abteilung für Lehrlingsfürforge ins Leben gerufen und diese dem Verbände für jüdische Jugdenfürsorge angegliedert. Ganz besonders zahlreich sind die Aufgaben gerade dieser Mteilung. Sie führt die jüdischen Lehrlinge in Evidenz, sorgt für deren Unterbringung bei Meistern, überwacht den ÄbschlnH' der Lehrverträge solcher Lehrlinge, die keine Eltern haben und die Einhaltung der Verträge, gründet Lehvlingsheime, und. sucht den. Lehrlingen günstige Lebensbedingungen und die Möglichkeit zur beruflichen und moralischen Weiterbildung zu schaffen. Die in jüngster Zeit vorgenommenen statistischen Erhebungen ergäben, daß es in Wien derzeit über 2 00 0 in Gewerben beschäftigte jüdische Lehrlinge gibt. Dazu kommt noch eine große Anzahl solcher, die, ohne einen Lehrvertrag zu besitzen, bei Meistern arbeitern, weiters eine bsdeutendo Anzahl jugendlicher Hilfsarbeiter, die in sozialer Hinsicht das Schicksal des Lehrlings teilen, die aber derzeit noch nicht alle statistisch erfaßt sind. Man kann daraus ersehen, welche Bedeutung gerade diese Abteilung für die.Bevufsumschichtung der Juden besitzt und welcher Geldmittel sie zur Durchführung ihrer Aufgaben bedarf. Der Wirkungskreis der Mteilung für technisches BÜdungswesen umfaßt die Einrichtung von Lehrwerkstätten und rheoretischen technischen Kursen, deren Gründung sich als unbedingt notwendig erwiesen hat, wenn die Bestrebungen, die auf die Berufsumschichtung der Juden Hinzielen, auch solch« Kreise erfassen soll, die aus religiösen oder anderen in der jüdischen Eigenart oder in äußeren Umständen liegenden Gründen sonst ausgeschlossen bleiben müßten. Miele jüdische Lehrlinge werden wegen ihres Alters, ihrer StaatSzugehörigkeit und aus sonstigen Gründen in die staatüchrn Gewerbeschulen nicht ausgenommen. Hier ist ferner der Unterricht ein mehrjähriger, während er in den Kursen deS Jüdischen Ge« werbefördevungsamtes in konzentrierter und der jüdischen Eigenart angepatzter Form abgehalten wird und parallel läuft mit der praktischen Ausbildung in den Lehrwerkstätten. Schließlich haben die Kurse und Lehrwerkstätten deS Jüdischen GewerbeförderungsamteS nicht nur Kenntniffs zu bet* Mitteln, sondern müssen das größte Gewicht auf die Erziehung der dieser Arbeiten und der Einfügung in «ine» Werkstättenbetvieb bisher ungewohnten jüdischen Lehrlinge legen. Wo es möglich ist, werden sÄbstverstäwdÜch die Lehrjungen bei verschiedenen Meistern untergebracht und die entsprechenden staatlichen Institutionen benützt. ' DaS jüdische Gewevbesörderungsamt hat ferner in der kurzen Zeit seines Bestandes die kleine Schlosserei, die eS vom Verein .^stchuw Ereg Israel" übernommen hat, zu einem modernen Betriebe ausgeftaltet. In der nächsten Zeit werden Lehrwerkstätten der M e» chanik und Elektrotechnik eröffnet, und es hängt nur von der Bvreitstellung der Geldmittel ab, daß noch weitere Lehrwerkstätten ins Leben gerufen werden. Jn diesem Zusammenhcmge muß dankend das American Joint Distribution Comittee erwähnt werden, daS die.Bestrebungen des GewerbesördevumgsamteS richtig aüfgesatzt und in großzügigster Weise die Ausgestaltung der Schlosserwerkstätte ermöglicht hat. Von theoretischen Kursen wurden bisnun ein Kurs für Elektrotechnik, einer für Maschinerrbau und mechanische Technologie in Verbindung mit gewerblichem Zeichnen etabliert, welche unter bewährter, fachmännischer Leitung stehen und den Zweck haben, nicht nur die eigenen Lehrlinge und Gesellen, sondern auch solche bei fremden Meistern beschäftigte, wie überhaupt alle Juden, die sich für diese Fächer interessieren, auf ein höheres berufliches Niveau zu bringen. Wie groß das Bedürfnis unter den Juden nach Erlernung eines Handwerkes ist, zeigt sich am besten darin, daß alle diese praktischen und - theoretischen Kurse überfMt stnd, ja daß sogar zahlreiche Bewerber aus Mangel an Platz abge« wiesen werden mußten. Im Entstehen begriffen sind gegenwärtig theoretische'Kurse für das Bau- und Eisenbahnwesen, weil besonders in diesen Fächern in Palästina die Nachftage nach Arbeitern sehr groß sein wird. Alles, was das jüdische Gewerbesörderungsamt in der kurzen Zeit seines Bestandes bisnun geleistet hat, bildet nur' einen bescheidenen Anfang, vieles, das in - den Wirkungskreis' eines GewerbefördevungSamteS fällt, wurde noch nicht einmal begonnen, wie zum Beispiel die Organisierung der bereits in der gewerblichen Praxis stehenden Juden Wiens. ES hängt nur von den . Geldmitteln ab, die dem Amte zur Verfügung gestellt werden, damit die auf eine Berufsumschichtung gerichteten Bestrebungen. bald ihre wohltätigen Wirkungen,, äußern. Mit dem jüdischen Gswerbefvrdevungsamte wurde" eine'- Institution geschaffen, die den sozial ungesunden Organismus des jüdischrn Volkes durch konstruktive auf. bauende Hilfe Heilung bringen soll. Das wäre eine der vielen Aufgaben einer wahren jüdischen Volksgemeinde. Wiener Börse. Die heutige Börse eröffnete mit einer neuerüctye't» starken Nachfrage nach Südbahnwerten. Auf den übrigen Gebieten ergaben sich nur geringe Verschiebungen. doch war die Tendenz fest. Von den fremden Zahlungsmittel stiegen Leinoten bi« 4'42 und R u b e l n o t e n bis 3'23. BereilrSrrachrichterr. Jugendgruppe d e r Z i o n i st is ch e n S e d tion Innere Stadt, Dom-Cafö, l., Singerstraße 10 Rcferent',Rovcrt G r ii n w alb’ Die Ausgaben der jiibi'chrü 5suamd innerhalb und auüerbalb des KndentumS.