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Wiener Morgenzeitung · 1920-06-30 · Heft 516 (30.6.1920) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 516 (30.6.1920)
Date
1920-06-30
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 516 Wien» Mittwoch Wiener MorgenzeiLnnA ♦ BevA«» 29. Juni. (Korr.-Bur.) Der Reichskanzler erklärte zu« Schluß seiner Anssührunflen: Die Hälfte unseres ßt5 samten Sachvermögens vor dem Kriege ist vernichtet. (Zurufe bet den Unabhängigen: Durch Ihre Schuld!) -Trotzdem Phxt a« Reiche und vom Reiche, anstatt es -zu stärkeu und wieder aufzurichten. Auf einem solchen Wege j W.lNM G-nMng der deutschen Volkswirtschaft u-nmögttch.. steht.. U tnitt Wechselwirkung -mit der Gesuqdung der zerütteteir Reichsfinauzen. Handel und Verkehr, Gewerbe und jede Arbeit sind durch die unausgesetzte Entwertungdes PMergeWs und den sich daraus natürlich ergebenden Lohn- KM^n,! MS tzHgste gefährdet. Dieser muß begegnet werden. Mt allen zu Gebote stehenden Mitteln werden wir unser Vpfl vor dem Zusammenbruch unserer Volkswirtschaft und ^aatswirtschaft bmvahven. Darum muß W Sgyim-ug der Finanzen des Staates nrkt allem Nachdruck gefordert werden. Wenn sich die neueOffneten Einnahmsquellen entsprechend den Beurteilungen euschrickßln, werden au den Steuern 2i' Milliarden umgehen, darunter allerdings drei Milliarden einmaliger Steuern. Abx« trotz' dieser Steuern ist die Last der Staatsschuld eine tzMz bedeutende. Mr sind Dsy Hch nicht p. Wde -mit un)f$£]j Mie^ormärd^ten" auf'diesM^Wblettz,' Die'Post rechnet mlt eihevl' D efi z i t won «ähezir einer MUlaDe, die Eisenbahnen mit mehr als 15 Milliarden. ' Mer muß.unbedingt Hilfe Keschafsen werden. Weiterhin muß unsere DflWwixtschast durch hie Wiederbelebung unserer WtererzeugüM. gefördert werden. Unsere .einzige Rettung/liegt in der ' Stetgerununserer Erzeugung, die mit allen WKjtm MterstM werden muß.. Unsere Ernährungslage ist nach wie vor sehr.üesorguis- : erregend. Für die Aufrechterhaltung unserer Ernährung werden wir auch weiterhin auf größere Z^fuhpM'aus denr Ausland angewiesen sein. Wollen wir'die ckyjkffchaMche Wiedergesundung, so genügt es nicht/daß wir auf den bisher recht dürftigen. HgiwnLn stehen hleibeN. Unser- ' Bestreben. mich dah^c in der nächsten Zukunft darauf g-erichset sein, eiW>. tzxWySHM Steigerpng unserer Zuhchven - zu er- GÄsMhmt sage.- rch den ^Wep Dank mHM ^.hochherzigen ausDkdischssM AhmDmfvMcheit^. die täglich WausendM vqn Hpzrgericheu. dputschen KWMMM OrMeichen. Das Rückgrat unserer Ernährung ist W MtznsßHe Mnpwjrtschaft. Der MMraufSflu befandwirtfchWiM» HMuWynSkrqste/sst eige her. HhruuSsi^Mgchr für den WiederaüsbM. . .. , / / Die neue Regierung, wird..alla. .sozialen und wi'rtschastlichep MatzpakhM ergreifen, um - , . , t die Kohlenförderung sichvrzustellen. Kr ■■■$*$ im-JnkerM M tzWt'Mte. Sr^ialisiexunssyßsetz/^flsbesöndere dm "^rMisterung der EkektrizMtswirtschast 'wird.-, lohst durchgeführt werden. Zweck und Wfchs ,jeder -GoSialifieruM M;cjne/BtergeruM/her ProdMion^zM.ä Äs , Negierung begrüßt es lebhaft, /haß. > ghrichzMg Mit ihr. tzev- Reichswirtschaftsrat seine Arbeiten hxchnyd'^l.»^devLPurchführM>g cheL<Mmlon Rosarmen hält die neue Res!LrÄ«s:.Mi-'..&öi« Lierfichetzungsreform.in Anpassung an hie. neuen ^Verhältnisse wird I nötigsei». Die Regierung denkt dabei vor. allem sa» eine RsuaufstüLung der Lohnklasseu und eine Reufüstsetzung der Beiträge entsprechend,den erhöhten - Leiftungeü'/der Invalidenversicherung. Eine .Vorlage! über dt«. Versicherung bei Arbeitslosigkeit liegt dem Hause deleeitS vor. ,g ' Im engste» l/'.m»nmenHa«g'mit dieser Aragor steht die Fvptze deS inländischen SiedlmrgSwesenS'.' und die Durchführung deS HermstättengssehsS. Anschluß an die Rerchsversorgung der KriogSbeschädigten M auch die- Entschädigung derer geordnet werden, die durch cinf kriegerische Handlung irgendwelchen - körperlichen Schaden erlitten haben. Gleichfalls in Vorbereitung ist eine Vorlage zum'Schüße des Lebensynd der Gesundheit der Arbeiter. Die Neuordnung der sozialen Sondergerichtsbarkeit ist ebenfalls in Bearbeitung. Wir hoffen zuversichtlich, mit dem Ausbau dir Arbeitervertretung - eine neue wichtige Etappe zurückzülegen auf dem Wege der wirtschaftlichen lind sozialen'Gesundung und der Wiederaufrichtung unseres züsaiptnengebrocheNen Vaterlandes. ES ist der aufrichtige und ehrliche'Wille der Regierung, nicht ßM» dir Arhvitrrschast, s,»dern für sie nnp.mst ibr z y ' resierey. ,/ (Äbhgfter Btzjfgll.) ~ Mr wollen efM Regierung der Versöhnung, 'des Ausgleiches dpr Gegensätze seist und richten au das deutsche Volk c,est Aufruf, atze vexsügbgrcn Kräfte zum Wiederaufbau ,'PatsxlqrcheS auzstspor.ireu. Ans hat nur dgs Bewußtsein'unserer Pflicht-gegenüber unserem Volte und unserem Vyjerlgnd an diese Stelle gesetzt. Wir, schließt der Reichslanzler,'tteten ip einer Zeit der Not lind der folgenschwersten. Entscheidungen vpr de» deutschen Reichstag. Gemeinsam wqllen mir schaffe.» unter Zurückstellung aller parteipolitischen, Fnterl'ssen zugunsten des großen Ganzen. iLanganbaltender Beifalls Die Debatte üdex das Programm Fehreubachs. rlhgpord««trr Scheidemann über dar Aegier««gSprvgramm. I» der tun 'Ul Uhr nachm»ttazS wiedereröffneten Sitzung .'rtznff als erster Redner Abgeordneter Scheidemaun 'Sozialdemokrat) das Wort und führte aus: Die ErklLrnngen detz Regiernng ließen manches vermißen, was seine Pariei gerne gesehen hätte, aber im allgemeinen könne man mit dem Programm einverstanden sein. Die gute» Absichten Fehrenbachs, die Rttnheit seiyeS WolleaS ständen für ihn außer jedem. Zweifel. Tv hgbs rr.ttch das feste Brrtrauen zu tbm. daß er mit seiner ganzen Person für d>.n Schutz der Bersasiung einstehen werde, tziebö werde er Redners Partei auf seiner Seite haben, wenn er hem heute gekennzeichneten Programm der Arbeiterschaft gegenüber treu bleibe. Wenn jetzt;nm ersten Male die Sozialdemokratm im Kabinett nicht vertreten seien, so sei das allein der Politik der Unabhängigen zu danken. Fortwährend von Zwischenrufen unterbrochen hast Redner mit den Nuabhängigen Abrechnung, denen er Eigensucht, Kurzsichtigkeit und Verblendung vorwirft, die mr Zersplitterung der Arbeiterschaft geführt hätten. Tr warnt vor jedem Versuch der Herbeifühmng gewaltsamer Umwälzungen. Der Sprecher der AnabhSngige«. Abgeordneter Ledebour (unabhäugiger Sozialdemokrat) erlläit, seine Partei habe den Eintritt in die Regierung abgelehnt, we-l die Wahlen klar bewiesen hätten, daß das Volk die Koalitionsparteien verurteilt. Die Unabhängigen würden ihrer ganzen Bcigangenheit ins Gesicht schlagen, wenn sie einer solchen Koalition sich angeschlossen hätteitz So sei das sozialistische Kabinett gescheitert. Seine Patte' stehe aus ihrrrn Programm, das ihr fünf Millionen Stimmen verschafft habe. Er gebe zn,.- das; einzelne Mitglieder seiner Partei . abweichende Absichten, belpndet hätten, Darauf aber komme es nicht an, das Parteiptogrämm sei bindend und daran halte auch die WchZtagöfmUou fest. Die Einigung der Proletarier sei freilich auf dem. Wege, abdr n j ch t a u f d e pr W e g e ü b e * das Parlam e n t. Der Kampf gegen die/Reaktion werde das .e i y i g c % b c Band, bilden. Daun. werde auch der Tag lomrnrn, an dem die Mehrheitsfozialisten wieder Hand/n 'Hand mit ihnen gehen würden. Die Arbeiter müßten sich rechtzeitig auf den Generalstreik einnchiem Redner erklärt: Das Proletariat werde , seine Forderungen mit immer größerer Energie gütend machen und jenes Mittel Wahlen, das cs seinein Ziele näher bringt. Schließlich trat Abgeordneter Ledebour für den Friedcnsschlnß mit Rußland und hie Wirdera.nsnähme, der wirtschaftlichen Bellehnngett ruit Rußland ein, wobei seine Partei gerne Mitwirken werdc.^ Abgeordneter Dr. H,>.e r g t. ,der Vertreter der Deutschnationalen Pollspartei, bespricht die Presscäußerpngrn der Koalitionsparte-eu, welche den Ausfall der WahleP als Zeichen der Dumlnheit der Wähler hingistrllt hasten. / So lange er Vorsitzruder'dcr Demschiiatlvnalen Partei sei, werde sie auf dem Boden der Prrsasiung sichen,- . Was die Ideologen von den Mchrheltssozialisixn erhofft hätten, sei rncht eingetreten. D a,s P o l k s ch r e.i e nach A n t or.it ä s. Redner schließt: Wär werden nuö abwariend vergalten, aber uns nicht binden. Seme Parker wDc der Regie' ung kein Mißtrauens" volufli, aber auch lcin Veriraizcusoo.tum aüssiellen. '/ Mmsier "des Aüswasti^H. 1 o^n s. legt här^. dgß die. ^anAfche' Noft''llSi.'.^Gi x'ly^clamcy...sej- und daß er sie am 86. 'Innt'bei..feinem.'Ämt^arsir^ 'vMMp-ey-.l-ab?,-.- Die mit der Büdung-des ^ibipetts .Tulwürf Programyts verbundenen Arbeiten hätten dir Pc;öll.cnt!ichunß..verzögert, bic Morgen ersolgen Würde: ^/ ,. ' . . . ... Mchste SiAmg. M.i t-tw o. ch.. l il!)r »uachmiltaKs, Fvr!- sct-m>g Ui herr.'itzc». Besglnuge^.. . Z . ...... - - ..^ TeleMMWe.-/ / : Sir HrrrbsvL Samuel beim Papst.' L-ndyn, 28. Zuni. lIüd. Korr.-Bm.) Reuter meldet aus Rom: Der Papst empfing heute in Privataudienz den britischen' High°Comnüssioner in Palästina, Sir Herbert S amue l, welcher sich in Begleitung feines Sekretärs und des britischen B e p ö l l m ä ch t i g t e n beim heiligen Stuhl befand. Sir Herbert Samuel besuchte dünn Kardinal G a sp cu H bei dem er eine halbe Stunde verweilte. Dle SpezrarlrKnferehL der englischen Zionisten. London. 28, Juni. (Jüd. Koir.-Bur.) Die Spezisllonfercnz der englischen zionisiischrn F ed er ä t i o n, welche aus. dir XXl, Iahrrskonserenz beschlvsien winde, fand qm 20. d. M. stall. Es wnrde eine Reihe von Brschssissen gefaßt, bie die Haltung der englischen zionistischen Föderation in allgemeinen und speziellen zionistischen Fragen bestimmen. Unter anderem 'wmdc auch eine von Sol-Goldberg eingebrackte Resolution gefaßt, ein Register der jüdischen P r o f e s s i o n i st e n und Bauer» in aller West für eine dreijährige Dienstzeit — welche in Palästina gegen besouddre Vergütung zn leisten wäre — anzulcgkv. Ferner wurde eine Resolution gefaßt, welche die Bedeutung der Naturalisation der . I u d e n als p a l ä st i li e n s i i ch c oder britische Untertanen hervorhebt. Z l a > o p o l s-k i lenkte die Aufmerksamkeit ^drr Konferenz auf die Notwendigkeit einer hebräischen Knltnr^im Lande. Die Palästina-Resolution der englischen Arbeiterpartei. Lond»«, 88. Juni. (Jüd. Kor. Bur.) „Daily H e r a l b" vom SS. Juni meldet: Bei' der Konserenz der englischen Arbeiterparte/ in Scarborough brachte der Verlretrr der jüdisch-sozialistische» Arbeiterpartei I. Pomrran die nachstehende. Resolution ei», die einstimmig angenommen wnrde: „Mit Rücksicht ans die Tatsache, daß der Oberste Rat in San Neuro Palästrna als nationale Heimstätte des jüdischen Volkes »nter britischem Mandat ln den Fricdrnsvertrag einverleibt hat, und daß die Militärvmvaltung bald durch eine Zlvllvenvaltung ersetzt werden soll, verlangt die Kovferevz von der RegiemnL die A n ihr b u vla aller E i «- 30. Juni 1920 Seite 3 \v andt r tt n g Z b c s ch r ä II f lt n g c n für die I u d t o und die Zulassung einer großen Anzahl notleidender Juden ans Osteuropa zur sofortigen Einwanderung, da diese mit Ungeduld auf die Erlaubnis warten, sich in Palästina anznsiedrln. Zionistische Konferenz in Polen. Warschau, 22. Juni. (Tel. d. „Wr. Morgenztg/) Heute wurde in Warschau in Anwesenheit von etwa 150 Delegierten des zionistischen Rayonskomitees m Kongreßpolrnj G ä l i z i e n «nd Posen, der Obmänner der zionistischen Organisationen von B r a l h st o k und S n w a l k i, sowüs fast sämtlicher Mitglieder des Zentralkomitees dev zionistischen Organisation in Pole» und des Zentva« k o m i t e e.s der Fraktion „Hapoel-Hazair" in Polen die zionistische Rayonskonferenz eröffnet. Die Leitung der Konferenz hat Herr 9. G r ü u b a u m. Die Konferenz, welche sich hauptsächlichmit den Fragen: besaßt, welche auf der Londoner Jnhreskonferenz behandrh werden sollen, wurde in ihrer ersten Sitzung durch ein Referat von Dr. Ostas Thon eingeleitrt, welche auf das Wachstum der Bewegung in Polen hinwies, dann die Probleme, welche die Jahrcskonserenz beschäftigen sollen, einer eingehenden Betrachtung unterzog und sich dafür anssprach, der Londoner Leitung für ilwK Tätigkeit v o l l st c s V e r l r a « e n zu votieren. Dr. T h aw besprach dann die Grenzfragen Palästinas, die Emigrationsfrage^ die Finanzsrage der Kolonisstion, die Nationalisierung des Bodens,! die Hebräisierung und Organisationsfragcn. An das Referat schloß sich eine lebhafte Dcbatte, an welcher sich unter anderem die Herren Olfchwanzer, Ing. Z i m m ermann (Krakau), Herr Neiger (Tarnow), Dr. Brande (Lodz) beteiligten, ttm 1 l Uhr nachts schloß die erste Sitzung der Konferenz. Lenins Fordernngen an die Sozialdemokraten! des Westens. Paris, 29. Juni. (Havas.) Nach „Echo de Parissoöj Lenin für eine Aussöhnung der Räterepublik mit den Sozialisteni der Weststaatcn folgende Bedingungen anfgestellt haben: .1. Anschluß an die Moskauer Jnteruationale uud' Ausgabe jeglicher Provaganda zugunsten der 4. Internationale, in der diel Stiömnngcn der s. und 3. Internationale aufgehen sollen.! 2. Anerkennung de§ Rechtes der Bolschewiken, ihre Weltprdpa-! ganda fort-usetze:i, und Abgabe des Versprechens, revolutionäre! Aktionen zu unterstützen, die sich daraus ergeben könnten. - * Die verschwundenen Milliarde« für den sranzöftschen Wiederaufdan. ' > Paris, 29. Juni. Der „Matin" teilt mit, daß sich der! Finau auslchuß der Kammer gestern mit einer Frage beschäftigti habe, die dm Gegenstand einer .Debatte anläßlich der Beratung, des Budgets der zerstörten Gebiete bilden werde. Es handle sich! um eiücu B e t r a g v o n v i e r M i l l i a r d e n als Ertragt der Anleihe, dieüm Iänncr 1919 »nter Clr m enccau aus-! schließlich zum WiebkraufbaÄ^ zerstörter Gebiete ausgrnommrm worden war. Nun heiße es, daß von diesem Betrag m Ganzen nur 1,60Q.0Ö0 Franken ihrer Bestimmung zngesnhrt wurden^ M a r s a l habe gestern im Ausschüsse erklärt, daß vier Mil-- liarden von seinem Vorgänger znr Bereinigung verschiedmer^ anderer Budgetposten verwendet worden seien, ohne daß das Parlament um seilte Bewiüigting befragt wurde. Die Lebensmittelkrawatte i« Deutschland. Berlin, 29. Juni. (Tel. Komp.). Aus-dem Reiche-,, liegen wieder zahlreiche Meldnngeir über schwere Äebensr- Nliltetunruhelriv-or. Aa wird, aus W ü r z b u r g gemeldet-, daß es Hort gestern zzr größeren Ruhestörungen kmn^, Vor dem Rathaus in Würzhurg sarnmelte sich' «twfcj nach Tausenden zählende Menschenmenge. Das. Rathaus, wurde von der Reichswehr besetzt und dies«/ fordLcte^^ die Meilge auf, dem Matz zu räumen. Als dies gejchahi gab die Reichswehr Feuer. Berlin, 29. Juni. ^Tel. Konrp.) Bei Heu Lebensj urittelunLuhlStt in Würzburg sind, wie verlautet, mehr^ .Person-rn getötet rrnd schwer verletzt worden. ZahlrerWj Geschäfte rvurden geplündert. Auch heute fanden. Mch„ überall starke Ansammluligeu statt, doch.ist eine Störung der Ruhe noch nicht gemeldet worden. In (Luz'haven kam Ls gestern abends ebenfalls zu Plünderungen. Die .Polizei war machtlos/. KustLnwehr wurde zur 'Hilfe gerufen. Sie griff aber nichh ew/ Hente fordert das GewerkschaftsLartell in Mscruexan--1 schlägen bk Zurückziehung des Militärs und her Polizei., von der Straße icnd verbürgt sich für die ShcherhLrh! der Stadt durch eigene Ordner. - |; In 'H amburg ist der gestrige Tag und die heiitige> Nacht ruhig verlaufen. Die AbsperrungsrnaßnahMni dauern an. , . Die Stadt M a i tt z hat angesichts der Lebensmittelkrawalle an dis Reichsregierung das dringende Ersuchen, gerichtet, dafür zn fotgen, daß der weiteren Verteuermrgj der osfiziLll verwalteten Lebensmittel Einhalt gMipyj/ werd-. Mainz» 26. Jmn. (Wolfs.) Der grsiri-e Lag ist im allgemeinen rvhrtz vetlanftn. Die Vertreter der Landwirtschaft haben grgen die Festsetzung von Höchstpreisen für das Obst protesttM vnd einen Anbau- «nd Leeferungsstrett angekündigt. Die Stadt Mainz hat anläßlich der Lebensrnitlelkrawalle au die NelchSregie»»^ das dringende Ersuchen gerichtet, der weiteren Bcrteaernug der, öffentlich verwalteten Lebensmittel Einhalt z« tun. Ferner wird^ Abbau der Kartoffrlprerse und Abschaffung der Zuschläge, auf, manche Lebensmittel- und Bedarfsartckcl. zu den tatsächlichen- Gestehungskosten verlangt. ' Berlin, 29. Juni. (Wolfs.) Ein Versuch, heute früh'' LcbrnStntttelunruhen in der Zentralmarkthalle bervorzurufen, .isll durch das schnelle Einareiscn der Sicherbe'ckSpolizei tm^eün' erstickt worden. Der Rädelsführer, der aus Hamburg ftammewl soL. ist verboitet wvrdrr.

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