Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 511 (25.6.1920)
- Date
- 1920-06-25
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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i beite 2 Wim. Freitag V, J ‘ ■- - •. . , ... -i— feöborl wurde auf der Straße anegschossen, ein österreichischer Deserteur namens Czernucki verblüffte Richter und Zeugen durch Erzählungen über Gespräche mit Kaiser Wilhelm. Am 9. September 1899 wurdß Dreyfus abermals verurteilt, jedoch unter Zuerkennnng mildernder Umstände. Der Sturm, der sich ob dieses Urteils in der Kanstner erhob, zwang den Präsidenten, die Begnadigung auSzusprechen, die die Wiedereinsetzung Dreyfnß' in seinen militärischen Rang zür Folge hatte. - Im Krieg kommandierte Drehfus als Major ein« Artilleriestellung in Flandern und erwarb sich, die Ehrenlegion. Er ist nun, 61 Jahre alt, gestorben? Seine „Briefe aus der Gefangenschaft" und „Füstf Jahre - meines Lebens" sind nicht nur ihres aktuellen Inhaltes wegen, sondern wegen ihre.r literarisch abgefeilten Form viel gelesen worden. Die Kulturellen Aufgaben der Kultusgemeinde. Bon Prot. Dr. Wilhelm Stern.. Wir stehen beute weit genug vom Zeitalter des Liberalismus entferntz»um seine geschichtlich Bedeutung für dgs jüdische Volk zu begreifen. Er hat uns die Freibeit nm& gesetzliche Gleichheit des Individuums gebracht und damit jene Atomisierung des Judentums rji'fdjaffei» die alle äußerlichen Bände, der Gemeinschaft ouslöste. Selbst die inhaltvolle und leüengesülltende Religion wurde zu einem Kultus verdünnt, der von der Mädchenkonfirmation bis , zur .Kleidung dtzs Rabbiners ganz den Kultdn anderer Konfessionen nachgeahmt war. Das trotz aller Engherzigkeit und Schrecken reich pulsierende Leben der Juden von einst sank zu jener armseligen und kraftlosen Wirklichkeit herab, deren Zeitgenossen wir noch heute sind. In den älteren, Generationen wirkte noch das gute jüdische Haus und die starke Tradition, aus Erinnerung und Pietät zogen hoch, gar viele ihren Willen zum Judentum, ohne daß die' jüdische Gegenwart vorhanden war. Aber die jüngeren Generationen hätten nur noch von der Pietät zur Pietät ihrer Väter und Großväter zehren müssen, Und das war denn doch zu wenige, um ans Judentum zu fesseln und» allen Hohn und alle Drangsal erträglich zu machen.. Und darum mutzte die Folge dieses seelenlosen Judentums die Flucht aus demselben werden. Von allem ehemaligen Reichtum jüdischen Lebens aber blieb neben dem Kultus lediglich der Religionsunterricht,' den man mit größter Freude in dem allgemeinen Lehrplan der Schule unterbrachte. Wieder diese gedankenlose Nachahmung fremder Vorbilder, des katholischen und des protestantischen, die Religion lehren können, weil sie ein System von Dogmen und Lehren sind. Judentum aber bleibt ewiglich em tiefes Ersülltsein von Gott und das daraus fließende Lun. So mußte naturnotwendig der jüdische Religionsunterricht zu dem unorganischen Konglomerat von Einzelkenntnissen werden, dessen Unfruchtbarkeit jedes 'jüdische Kind an sich selbst mit erschreckender Deutlichkeit erlebt hat. Nicht der Lehrer, nicht das Lehrprogramm trägt die Schuld an dieser Karikatur, sondern der ganze Geist oder vielmehr Ungeist, aus dem heraus dieser- Religionsunterricht geboren wurde.. Und selbstverständlich die offiziellen Führet des Judentums, die seit Jahrzehnten den Zusammenbruch sahen und nicht genug Ehrlichkeit besaßen, sich die Wahrheit einzugestehen, und noch weniger Mut, es besser zu machen. Wer aber sein Judentum in tiefster Seele liebt, seine Zukunft wahrhaft will und es nicht als ein böses, unentrinnbares. Erbe trägt, her muß wieder die ganze Weite und Lebensfülle jHischer Wirklichkeit anerkennen, mag er uns Volk, Gemeinschaft.oder sonstwie nennen, nur nicht Konfession, weil darin die eigentliche Ursache alles Uebels liegü Dann gewinnt auch der jüdische Unterricht als einer Fortpflanzung jüdischer Werte von Geschlecht zu Geschlecht eine ganz andere. Funktion "in unserem Dasein, als sie der Religionsunterricht hatte. Hebräisch wird aus einem scheinbar unnützen Ballast — fc&ttt ethische Sätze kann, man auch in der UmgangsspracheUehren — zu jenem Bindemittel, das uns mit der Geisteskultur unserer großen Zeiten ebenso verknüpft wie mit den Schöpfungen des jüdischen Ostens und dem werdenden Erez Israel; das Hebräische bedeutet eben die ewige Einheit unseres Volkes. Und die Geschichte, die bisnun eine lebensferne Welt aufzeigte, fern von unserem eigenen Leben, wenn sie sich nicht zu schwächlicher Abwehr und Apologetik verkroch, sie muß Stolz und Selbgefühl wecken, muß uns die Vergangenheit des ganzen Volkes als die Vergangenheit jedes einzelne^ von uns empfinden lassen. Wenn dann noch Bibel, Aggada, Palästinakunde gebannt l werden, welche Fülle von Kenntnissen tut sich da auf! Gewiß ist dann der Religionsunterricht in der Schule ein zu enger Nahmen, aber das jüdische Kind wird auch eine größere Stundenanzahl freudig hinnehmen, wenn frisches Leben an Stelle der hoffnungs» losen Dürre geboten wird. Durch einen Zusatzuntec» richt, der vollkommen freiwillig bleiben muß, hat eine verantwortungsvolle Kultusgemeinde dazu die Gelegenheit zu schaffen. Besteht ja heute schon in Wien eine ganze Anzahl ^on Bibel- und Talmud-Dhoreschulen, denen es nicht an Schülern, wohl aber an einem modernen Lehrhlan mangelt. Solche schon vorhandene Schulen rationell auszugestalten. ihre Tätigkeit nach ncodernen, pädagogischen Grundsätzen zu erweitern, ihre Zahl durch Neuerrichtung nach Bedürfnis in allen Bezirken zu erhöben, das sind Aufgaben, die Wiener Moegenzeitung M ■ , —■ ,, -J- —. r.-V.Wii- 'irii.iim ohne allzu hohe Kosten 'erreicht werden können. Aber; nebst dem»gute^;WzjW..müssen auch die nötigen Lehrer da sein. Nach dieser Richtung hat die alte Kultusgemeinde in geradezu aufreizender Weise versagt. Von' einem Nachwuchs an Lehrkräften ist überhaupt keine : Rede; die wirtschaftliche Zurücksetzung selbst vor dem städtischen und staatlichen. Lehrer, die soziale Mißachtuyg f. haben es zuwege Mrachh daß heüt.e. schyst zahlreiche Stellen nicht yr'ehr besetzt werden können- Und doch, sind es die als unfruchtbare Nörgler> verschrienen- Zionisten, die mit 8er Gründung des „Hebräischen^ PNagogmms"' däs Uebel an der Wurzel fassen.' Hü der ursprünglichen Aufgabe, jüdische Kindergärtnerinnen und hebräische Lehrer heranzubilden, ist die heuer geschaffene Abteilung für Religioyslehrer gekommen, wo neben echtem jüdischen Wissen auch die beste methodische Erziehung geboten werden soll. Ehe von' den vielumstrittenen .'jüdischen Schulen gesprochen werden soll, muß ausdrücklich, erklärt werden» . daß zu ihrem Besucht MmäNd AzMnW ÄökdtzN' däkf';" alle öffentlichen Schulen müssen^ stets-jüdischen Kinde-zugänglich bleiben, aber-jüdische Eltern, die eine harmonische, vön Leistem Antisemitismus vergiftete Jugend wünschen, die in jüdischer Atmosphäre aufwachsen soll, werden ihre Kinder in diese jüdische Schule schicken.' Heute brauchen wir Zionisten auch, gar nicht mehr über Wert und Möglichkeit einer 'solchen Schule zu diskutieren; -Daß die Schüler des Jüdischen Realgymnasiums in einem J?chre - so viel Hebräisch - er» ’ lernt haben, daß. in den HMäischstustden,' ja selbst -im Bibelunterricht,, kaum..mehr die deutsche. Sprache gebraucht werden mutz und ddß sich -die Unterrichtsbehörde so lobend über die. Anstalt ausgesprochemHat, daß das Oeffentlichkeitsrecht. nur noch eine Frage kurzer Zeit ist, beweist mehr als lange Diskussionen. Darum schreitet der Jüdische Schulverein auch Heuer schon an die Errichtung einer jüdischen Volksschule. Die Kultusgemeinde weiß aber von aÄ demnichts, obwohl zum Beispiel deutsche Nichtziömftische Grotzgemeinden seit Jahrzehnten jüdische Volks- und Mittelschulen, besitzen, wie. etwa Bkrlin, Frankfurt, Mainz usw. , Diese jüdischen Führer wissen aber auch nichts von ihren Pflichten der Heranwachsenden Jugend gegenüber. Was kümmert sie,- daß die schulentlassenen Jugendlichen ohne jeden lebendigen Zusammenhang mit ihrem Volkstum heranwachsen, daß das jüdische Mädchen, das einmal als Mutter der Mittelpunkt der vielgerühmten jüdischen Familie sein soll, kaum die pimitivsteN Kenntnisse besitzt, während es sich in allen Möglichen Wissensch'astett sind Fertigkeiten umgetan hat. Und gibt es heute in Wien auch'nur den mindesten Versuch, den breiten Massen des Volkes eine jüdische Bildung zu ermöglichen?. Eine große Bibliothek besitztdiese Kultusgemeinde. Aber wer weiß von ihrer Existenz, wer von ihrem Reichtum, wer von * ihrer , Benützungsweise? Die Bibliothekskommission ist seit Jahren nicht zusammengetreten. Niemand schafft ihr die nötigen. Räumlichkeiten Fir die Leser, niemand denkt.daran, in den Bezirken Filialen und Lesesäle zu eröffnen, weil auch dyrt Menschen wohnen, die nach jüdischem - Wißen dürsten. Was p-ffsen. diese - Herren, von einer solchen Sehnsucht, was wissen sie von Jugend und Zukunft, diese Greise und Starrköpfe mit den greisen und starren Herzen! . Wenn darum diese altem-»,Repräsentanten", von Gleichgesinnten, und Gleichgearteten verstärkt, wiederum in die Kultusstube einziehen sollten, dann wehe dem Äienet Judentum! . , Inland. Eine überraschende Wendung fit der Regierungskrise. — Ein rein sozialdemokratisches Kabinett führt provisorisch die Geschäfte. Bon unserem Pürlamentsberichterstatter. Die Reciterungs-- v und Parlümentskrtse, die von verantwortungslosrn Drahtziehern außerhalb und innere halb der Nationalversammlung heraufbeschworen wurde, hat im Lause des gestrigen Tages eine Wendung genommen, die - sicherlich nicht b?n Absichten ihrer 'Entrepreneure entspricht. Die tage- Und NkichtelanM Beratungen zur Lösung drr Kabinettskrise sind nutzlos gewesen und mußten gestern scheitern, weil, wie schon seit Ausbruch' der Krisk' beobachtet werden konnte, Schritt für Schritt, durch gewisse beziehuNtzsuttd einflußreiche Kreise die 'Großdeutschen Ünd nach' ihnen die Ehristlichsoz-alen Zug um Zug veranlaßt warten, öin Lizitandospiel t'G Forderungen aufztzführen, das die Unmöglich keil, einer parlämMtäri schön Uebergangsregierung erweisen sollte, ES wäre dann kein anderer Ausweg übrig geblichen, als die rangsältesten Sektionschefs mit det Führütsg der Negierungsgeschäfte bis zuM Zusammentritt dev NeUett Nationalversammlung zu betrauen. Dieser . Plan, so geschickt geschmiedet und konsequent verfolgt, hat. kvöhl den bisher fortgesponnencn Berhandtungsfaden gestern znm Reißen gebracht, der LösuttgsvetsUch Adler Z ist gkscheitsrt, aber vott dem Beamtenkabinett ist auch nicht die Spur zu erblicken und bis auf weiteres wird Doktor Renner mit seinen sozialdemokrätischen KvllöM die Negieruugsgeschnfle Ein fortführen Müssen. Die Hauptschwierigkeit der nun abgebrochenen Berhand'Ui'.g'n. b stand darin, daß die Großdeutjchen j sich ans die Verminderung der Regierungsmitglieder. 25. Juni 1920 Nr. 5 versteiften und hiebet von den CyWftchsoftalen WÄ tätig unterstützt wurden. Statt - zweA.Parteien sollten sich drei in die Regierung teilen,-die prep,beamteten Staats lekreläre soll en ihre.,.Stellen^ betzalM, während leine der Parten aus Mn bisherigen EiNflüß verzichten wollte. Da''iiba4-k-MEman - nicht hinweg; ühtzW - dies wollten die ^SvzialdeMrMen M Hinblicks auf die^. Mahlen das SsckaÄstMlldd^ Wuern nicht'''Äö.HMtijche Hände geraten lassen. Dasschlugdem -Faß den? OoM aus! Me christ'ichMialen KabinettßmitMeder übMtjchtAr,,nü^ech ülleMv^andlün gön beim Wästde.:ten' S e rtz'llzü kömem^WÄgltzich der WMtlsätz^ führt hatten, -gestern nachmittags deNnPräsMUten.. die, Bitte um die Enthebung''M^oer^pMvisörftchen- Mhi». rung der Geschäfte in der Erwartung,' ssziül-» demokratischen Kollegen ein Gleiches tun und nun dev der Präsident ein Kabinett der rang ältesten Sektivnschess einsetzen werder-Mider alles- Erwarten folgten aber die sozialdemokratischen Regierungsucltgliedee hftesem Beispiele wcht und der Präsident vertraute die - durch den chrMichföMken Bllrzicht erledigten Staatsämter der Führung der im. Amte verbliebenen sozialdemokratischest MVistMsrMgliLd'er'Eöst.''.- - i Es blieb also nichts übrig, als den Hauptaus- - schuß einzub^rufen, da der Präsident diese Körperschaft nicht von' der Pflicht entheben kann, für eine definitive Regierungsbildung der Nationalversammlung Vorschläge zu> unterbrriten. Zunächst soll cheu'te die Nationalver- . ' sammlung ein-einmonatiges Budgetprovisörium vexab- ' schieden, damit., in der - verfassungsmäßigen Führung des Staatshaushaltes keine Unterbrechung eintritt. In' -.Krischeyzoit, sq.lett die Versuche.zur Bildung einer neu^l Regierung fortgesetzt weröe'n, Mit" dem Beämtenkabinett ist vorläufig wenigstens,. Essig geworden. Ueber die. Sitzung des Hauptausschusses wird mit- - geteilt: " Dsr HäuptaUßschuß hielt gestern unter dem Vorsitze -de» Präsidenten Eeitz eine mehrstündige Beratuna ab. Der Präsident berichtete über die in der letzten Zeit zwischen den Parteien aepflögenen Verhandlunaen wegen Neubildung der Negierung, die sich sehr langwierig und schwierig gestaltet haben. Leider sei man bis jetzt noch zu keinem Ergebnis gelangt. Im Laufe des Nachmittag? seien überdies bei ihm der bisherige Vizekanzler Fink und Staatssekretär Doktor Mahr erschienen und haben ihm eine von sämtlichen, der christlichsozialen Partei ungehörigen Mitgliedern des Kabinett» gefertigte Zuschrift überreicht, in der sie um Enthebung von der Fortführung der Geschäfte bitten. Auch Staatssekretär Ingenieur Zerdik habe nachträglich dieses Ersuchen gestellt. Der Präsident habe über Vorschlag des.StüatskanzletS mit der Fortführung der Geschäfte des Staatsamtes für Justiz den Staatssekretär E l d e r s ch, mit der Fortführung der Geschäfte des Staatsamtes für Landwirtschaft den Staatskanzler betraut; er wird wegen der Fortführung der Geschäfte des Staatsamtes für Handel und Gewerbe, Industrie und Bauten sofort eine Verfügung treffen. Ebenso werde er auch für die Vertretung des leider sehr schwer erkrankten Staatssekretärs für Verkehrswesen Paul das Nötige Vorkehren müssen. An diesen Brief schloß sich eine längere eingehende Debatte, in deren. Verlauf auch der Staatskanzler Mitteilungen über einige Fragen der auswärtigen Politik machte. Präsident Dt. Dinghofer stellte folgenden Antrag: „Für den Fall, daß die Bildung einer Regierung nicht möglich ist, wird der Präsident ersucht, im Sinne de» Artikels % des Gesetzes vom 14. März 1919, StGB!. Nr. 180, leitende^ Beamte der Staatsämter unter dem Vorsitze eine» dieser leitenden Beamten oder eines eigens hiezu bestellten Beamten mit der einstweiligen Leitung der Verwaltung zu betrauen." Präsident Dr. Dinghofer begründet den Antrag' damit, daß hiedurch. die Gefahr der Versteinerung ftses. derzeitigen provisorischen Äabiüetts verhindert werde. Verfassungsrechtlich sei der Antrag als aüs dem Grundgesetze gegeben. Präsident Seitz bemerkt, daß die Verfassung für best Fall des AmtsvetzichtK durch einen mit der Fortführung der Geschäfte betrauten Staatssekretär nichts voraeseyen habe. Seiner Ansicht, nach würde es jedoch dem Geiste oer Verfassung widersprechen, daß de« Präsident einen derartigen Funktionär eigenmächtig enthebe. Aber selbst, wenn drese Frage-strittig wäre, so steht'unbedingt fest, daß der Präsident eine solche . Entziehung der Funktion nur auf Antrag des StaeriLkanzlets verfügen könnte. Wenn der Hauptüusschuß eiNen sülchen Beschluß faßte, jo Müßte daher behufs Durchführung an einen anderen Präsidenten gedacht wtzrden. Die Vertreter der christlichfozialen Partei, stellen fest, daß für sie mit ihrer bereits abgegebenen definitiven Erklärung. sie können einer dauernden Weiterführung der Geschäfte ourch die in siätuta deMisslonis befindlrche Negierung nicht zustimmen, die Angelegenhen erledigt fei. ÄüßördeM fei durch das heutige DemisstonSschreiben der der christlichsozialen Paxtei .üngehörlgen Stvatssekretäre ihre ^Stellung in dieser Frage klar gekennzeichnet. Auf die verschiedenen theoretischen AuseiNcMderstyuttgen über die juristische Seite der Angelegenheit sich einzukasseN, liügü für sm-kttn Anlaß vor.; Die Vertreter des. Sozialdemokratischen Verbandes erklären,, daß auch nach rhrer ^Ansicht her .Hauptausfchüß ferne verfassustgsMäßige Pslicht^^ü erfüllen Und der Nationalversammlung so schneÜ als Möglich Vürschläge über die Bildung erster neuest Regierung zu erstatten habe. Solange aber eine neue Regierung nicht gebildet, ist, seiest, die Mit. der LürtUstg de« SbaalsäMter beträtltest Herren vrpflichtet, auf ihren Posten auSzuharrest und ihre Ablösung abzüttariött. -De« Bildung Sine« reinen Beamienregierung —- tel es buch auf dem Umweg der Erneststug durch den Prästoenten könne der Sozialdemokratische Verband Nicht zustimrttsN. Eiste töiNe BeüMtestregterung könne Nur banst zustande kommen, westtt die bürgerlichen Parteien sich zu ihrer Wahl vereinigen. Der Bericht de» Präsidenten wurde zur Kenntnis genommen und der Antrag Dinghofer abgelehnt. Der Präsident erinnert daran, daß er aus zwingenden staatlichen Gründen Notwendig sei, das Budaetptvvisokiüm noch in dieser Wöche, eventuell morgen, im Hause zu verhandeln und appelliert an die Ptttteien, dieser staatlichen Notwendigkeit Rechnung zu tragen, Die Vertreter, ället Parteien erkennen die Notwendigkeit der Erledigung eines allerdings nüt aüf einen Monat zu befristendes ÄUVEprobisörtustis samt den Kteditermächtigungen an und erklären sich bereit, in det für morgen, 1 Uhr mittag» einzuberufsnden Sitzung des Hauses für die' sofortige Verhandlung des Vudgetprovisoriums zu stimmen.