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Wiener Morgenzeitung · 1920-06-24 · Heft 510 (24.6.1920) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 510 (24.6.1920)
Date
1920-06-24
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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m rvM. DvnnersrLs rvMM MbegettzöMMK S4. ZM LZM DM H ' I ..—-—,via-^rr-r^r<f..T..-:--rr.~-- ■».. . ,.. ,~.i > n-r ..—i .. . .~~m. Vü»._cx . ... —■iriiiiiu _... j '' "4~ “'• ' 8. PersonenzugNr.57 abWien-Wcstbahnhof 12Uhr45Min. Verkehrt bis Amstette« (an 5 Ahr 58 Ml», nachmittags), in Gegenrimtung wird Äug Nr. 114 ab Amstette» N Uhr 40 Mm. vormittags. an Wien-Westbaknhof 4 Uhr IS- Min. nachmittags geführt, dagegen Personenbeförderung bei Gütemug Nr. 193 (ab Amstetten 9 Uhr vormittags, an Wien.6 Uhr abendS) ausgelassen. 4. Personenzug Nr. 112. ab Awstetten 5 Uhr SOMrn. früh, an Et. Pölten 7 Uhr 22 Min. früh, wird von St. Polten mit Ab fahrt um 7 Uhr 32 früh beschleunigt bis Men-Wrstbahnhvf (an 9 Uhr 8 Mi«, vormittags) weiter geführt.. 5. Nahpersonmzng Nr. 59. ab Wien-Westbabrihof 7 Uhr 85 Mm. abenos, vnkehrt nur bis Neulengbach (an 9 Uhr 11 Mm.), dqgegen wird Nahpersonvnzng Nr. 39. ab Wlcw-Westbahnhof 8 Uhr 50 Mm. abends, bis St. Polten - geführt (an 1l Uhr 13 Min. nachtsh 6. Zwischen St. Pöltcn und Hainseld Züge Nr. 1814 und 1818, ab Hainfeld 6 Uhr trüh und 12 Ubr 15 M,n. nachmittags, a» St. Pölten 7 Uhr 25 Mm. früh und 1 Uhr 49 Min. nach- WittagS, und Zug Nr. 1818, ab St. Pölten 8 Uhr 10 Mm. früh, an Hainfeld 9 Uhr 23 Mm. vormittags. 7. Zwischen St. Arghd und Scheibnckbl Zug Nr. 1918, ab St. Aegyd 11 Uhr 2Y Mm. vormittags, an Scheibmuhl 12 Uhr 41 Mi«, nachmittags. Dagegen bleiben Mischen Scheibmühl und .St. Polten Zug Nr. 1912 (ab Scheibmühl 7 Uhr 3 Mm. früh, an St. Pölten 7 Uhr 45 Min.' früh), und Zug Nr. 1913 (ab' St. Pötten 8 Uhr 85 Min. früh,- an Scheibmühl S Uhr 11 Mi«.-vorn») stra « z JofefS-Bab n : Ab Samstag de» 26. d. M. wird jeden SamS'ag Personenzug Nr. S15' ab Wieri-Franz Josefs- Bahnhof 4 Uhr 25 Min. nachmittags nach KremS a. D. geführt, an KremS. 7 Uhr abends, in Gegenrichtung jeden Sonntag Schnellzug Nr. 3C4, ab Krems 7 Uhr 58 Mi», abends, an Wien-Franz Josefs-Bahnhof 9 Uhr 28 Min. abends. Zwischen Krems und Spitz' verkehrt jede» Sonntag Zug Nr. 317. ab Krems- 2 Uhr 5 Mm. nachmittags, an Spitz 2 Uhr 47 Mm. nachmittags und zurück Zug Nr. 1314, ab Spitz 6 Uhr 59 Min. abends, an Krems 7 Uhr 40 Mm. abends. Dieser Zug wird ab Krems als Schnellzug Nr. 304 bis Wien-Franz Josess-Bahtthvf weitergetührt. - Täglich regelmäßig wird ab 26. d. M. ab Wien-Kranz- JofefS-Bahn Nabpersonenzug Nr. 12,9 (ab 10 Uhr 30 Min. abends) bis 'Tulln (an'11'Uhr 42 nÄyts) und zurück Zug Nr. 514 (ab Tüll« 10 Uhr 52 Min. vormittags, an Wen- Franz Josefs-Bahn 12 Uhr 8 Min. mittags), mit Gültigkeit ab 27. Jum'»ferner Zug Nr. 35 a ab Wien 5 Uhr 35 Min. nachmittags bls St. Andrä-Wördern und zurück Zug Nr. 46 ab St. Andrä-Wördern 10 Uhr 3 Min. abends, an Wu:u -- Franz Jofefs'Babn 10 Uhr 55 Min. abends geführt. Z«a Nr. 35 Wien-Franz Josefs-Bahn - SiegmundShrrberg wird ab Wien-Franz Jofefs-Bayrthof um 6 Uhr abends als befchlnmigt« Zug geführt. Aevderurrgen in der Tabakabgabe an die Raucher. Die. letzte Tabakpreiserhöbung hat den ^llißftand gezeitigt, daß'Stammkunden, die den ihnen von den Verschleißern angebotenm Feinsten Türkischen Zigarettentabak (1 Päckchen zu K 40) nickt nehmen wollten, aus die ihnen zukvmmrnde Stammkundeneinheit verzichten und sich mit der Zubuße allein begnügen mußten, wob^i immer die Frage offen blieb, ob tatsächlich keine anderen Tabaksorten dcm Verschleißer zur Befriedigung des Stammkunden zur Verfügung standen. Diesem Mißstand kann nur durch Verfügung der Abgabe des Feinsten Türkischen Zmarettentabaks im.sreien Verschleiß abgeholfen werde«; bei den gegenwärtigen Vorrats- und Erzeugüngsverhältniffen ist aber diese Maßregel nur durchführbar, wenn gleichzeitig die Zubuße sät alle Stammkunden bis auf weiteres »m zwei Zigaretten wöchentlich gekürzt wird. Diese Kürzung reicht auch z«r Deckung des durch die demnächst zn gewartigende vor- Lberaehmde Einschränkung der Erzeugung -und Ausgabe von PfeismtaWen, eintretenden Ausfallescurs. Der Beginn der Aendcrung m W bisherigen Regelung derTavakabgäbe wurde im Einvernehmen mit den-Vertretern der Verschleißerorgamsationen für den Anfang Juli festgesetzt; die Firiambezirksbehörden werde» die für ihren Amtsbereich erforderlichen Verlautbarungen rechtzeitig hmausgeben. _ * Begrabuiffe a« heuttgen Tage: A l t e r F r i e dbof: 9 Uhr F r e u «d Julie; 9 Uhr 80 Miu. Sojka Wilhelmine; 10 Uhr P i 1 tu e r Julie, 10 Ubr 30 Mm. Wien Barbara; 11 Uhr Beckmann Pauline. — Neuer Frie dh o s: 9 Uhr 20 Min. 8 u k a c's Julius; 9 Uhr 40 Mm. M a y k u t Sofie; 10 Uhr Toch Rafael. Paul. * Haruuch... D i e D e r e i n i g «n g jüdischer Forscher. Schriftsteller »nd Künstler Ha rü,ach 1 u W r e n nimmt ihre Tätigkeit wieder aus.' Alle Zuschüßen in Rechtsschutz- sowie in allen Vereinsaugeleaenheiten sind bis zur Eröffnmtck des Bureaus an den derzeitlgeen Geschäftsführer Jakob Kraus-, Wien, l^ Seitenstettengaffe 4 (Kultusgemeinde) zn richten. BiS zum Wiedererscheinen der „Mitteilungen" erfolgen alle Kundmachungen durch die ^Wiener Morgrnzeituua". * Kurs zur Heraubildüng von Geometergehilferr. Das Gewerbesördemngsamt geht daran, im Einvernehmen mit der Technischen Studiengruppe des P a l a st i n a- A wie s, einen Kurs zur Hrranbrldung von G e o M e t e rtz e h t t f e «, der zirka fünf Monate, dauern soll, zu schaffen. Dieser Kurs beginnt ania « g I u l i 1920. Anmeldungen und Auskünfte werden im Palästina-Amt (Technisches Referat), Wien, II.. Zirkusgaffe 33, täglich von 11 bis 12 Uhr, mit Ausnahme Samstag erteilt.. , * Jüdisches Realgymnasium. Beginn der Ausnahmsbrüsnna. für die , erste Klaffe Freitag den 25. d. Äst. um 2 Uhv nachM'ttagS im Schullokale, l., DraMaffe 4, IV. Stock. Die AnfnahmSuud PriffungStaxe (K.oo.—) ist vor Beginn der Prüfung'zu erlegen. Federn sind mitzubringen. Die Elter« haben dafür.zu sorgen, .haß bte Schülerbeschreibung.von der Leitung der Volksschule der Direktion rechtzeitig zugestellt werde. — Di< Auinahmsprüsunge« (ErgänzungSprüfungen ans Hebräisch) für die zweit e Klaffe beginnen Dienstag den 29. d. M. nm 2 Uhr nachmittags. Die vorher zu enteichlenre A u f n a h » Z t a x e betragt K 100.—. jüdische BolkSschnle. Das Untercichtsault des Jüdische» Nationalrales für Deutschösterrcich gibt bekannt, daß die erste jüdische Volksschule irr. Wien mit Beginn des Schuljahres 1929 im U. Bezirk eröffnet wird,, und zwar vorlausig die e r st t und zweiteKlass e. Die Unteriichts-' spräche rst Deuts ch.> H e.b r ä i s ch - wird nach moderner Methode als, lebende Sprache gelehrt. Boranmeldungen in der Dircküouskauzlei des Jüdischen Real gv m na s i.u m s,- V Drahtgasse 4, 4. Stock, täglich von 11 bis 12 Uhr. Daselbst auch nähere Auskünfte. * Für di« Chalnzim Abtiou des Herrn Dr. R u b \ n find zu deffen Hauben eingrlaugt: Sammlung drS Herru Hermann - L h a m e i d e S: Baumeister K a »1 m a n n K .500, l* c b e n s a r t Lazar K 30, W e i n st o ck Josef K 50, Brandwein L. S. K 50, Donath Nathan.'K .50, 2 zlam K 20/ P fefferd a u m K: 50, Leder e t K 20, N. 9?. K 20, Hor.ow itz M. M: K 200, K o h it Erwin K 20, Dr. R e i ch l r n H. ll 20, Dr. B 11 g e l 20, L a n d esh e r g ü 20, H o r t m a n n 10, Ch a m eid es Hermann Ri00, Eingrnfrld Hermann K' 100, W i r t h. Bebta K 20, 8 eigel Esther K 80 (bisher eingelangt K 3880).— Für obige Spenden dankt heulichst amd ersucht-alle Pallistmafteimde. »m uHt’crr Gabcu Dr. Edinni'.d -)k nl'i». MitteilWgm ms dem Publikum. Zur Vermählutjg des Herrn Jakob Weinreb mit Fräulein Regine Hojda gratuliert herzlkhst E Isak. rNebe.aaa5a5«t * Der Schmttckdiebstahl an BotfHafter Fürstertberg. Dcr Polnei ist es gelungen, die Diebe zu verhaften, die dir Handtasche des Botschafters Fürstenberg mit Schmuck im Werte von 6 bis 8 Millionen Kronen gestohlen haben. Es sind dies der Müllergehilfe Paul Bogelbaum,. der Kclluer Ernst Gauautsch. der Hilfsarbeiter Rudolf Grißler und Anton Schmian. Grißler nnd Schurian waren die eigentlichen Täter. Sie wruden, verhaftet) als sie 214 gestohlene Perlen um iii 750.000 verkaufen wollten. Gvenden. Für die a r m e G r e i s i rr. Sammlung von Siegmund Klein, Floridsdorf: S. Klein ö. 50. Ä. Drack kt 50, .M. Reich K 30, A. Remingrr K 20, Schidlos K 10, B. Glaser K 30, S. Eyler K 10, Fräulein Evlex K 20, S. Prager K. 20, Frau Pragan K 20, Ludwig Frankl K 80, D. Ruß ll 20, Frau Grünwald K 10, Frau Mendl T 5. I. Bullath K 20. Moritz Deutsch K 20, Bertold Drrkesr ll 20. M. Kovpelmann kl 50, zusammen K 415; Dr. OZkar Angel. Wre«, K 75, Elsa Picker, Hiuterbrübl. X 50. Bisher K 2755. — Für. Krieger- Witwen u n d -W a i s e u: Jakob'Aron. Radautz, K 20. Bisher K 5242. — AdolfStand-Stift u n g: Ludwig und Marie Stand. IX., anläßlich des Geburtstages dem unvergeßlichen Onkel Adolf, L 100. Bisher 31.467. . ^'Anforderung deS Palais Friedrich. Die gestrige „Wiener Zeitung" verlautbart ein Editt: Dem Herrn Friedrich H ach s b u r g - L o t h r i »gen, vormals Erzherzog Friedrich, zuletzt in Wien, L, Hofgartenstraße 3 wohnhaft, ist der hiergerichtUche G'.undbuchsbeschluß zuzusteüen, womit die Inanspruchnahme der Leegenschast E. Z. 11 des Grundbuches für den I. Bezirk i^ Wien im Sinne des Gesetzes für zulässig erklärt wurde. Da der Aufenthalt deS Genannten unbekannt ist, wird »hm zur Wahrung seiner Rechte Herr Dr., Simon Faust. Wrrn, zum Sachwalter bestellt. Die Ltegenschatt ist das bekannte Palais des früheren Erzherzogs Friedrich gegenüber der Albrechtsramve, in dem das Staatsamt für soziale Fürsorge nntergebracht wurde. Die Jnam'pruchnahMr erfolgte ans Grund des Schlöffer-, respektive des sogenannten Volkspstegestäiteugesetzes. * Die Toten von Alm. Bei den gestrigen Nuruhe» in Ulm an der Donau wurden, wie jetzt feststebt, acht Polrzetleute um Teil erheblich verletzt. Auf Seite der Demonsttavten sind ü n f Tote zu beklagen. Aus Ravensburg werden zwei Tote und 25 Verwundete gemeldet. * Erdbeben. Au- Rom wird vom 23. Juni gemeldet: AnS Cakerta-Sulmone wird ein Erdbeben gemeldet; über den Schaden ist noch nichts bekannt. * Habe« Sie alte falsche Zähne? HirfSe höchste Preise, auch für Platin, Gold, Silber, zahlt Spezialist Braunst e in, Wien, Weihburggaffe 16, II..Stiege, Tür 5. * „Mrtallum Gold" — (mit dem Regntbsgen) die Ustbewährte Taschenlampeubatterie. Bevemsnachrßchte«. « D e s I ü disch - akademische Technikerde r b a « d, M . Reisnerstraße 23, ladet die Vertreter aller jüdische« Mittelschülervereinigungen, Sportvereine usw. zn einer Besprechung betreffs Organisation -er Mlttelichulabsolventen in den Trchnckerverband für das kommende StudiMahL-Sgmstag d>» 26. d. M>, 4 Uhr nachmittags, ei«. Briefkasten der Redaktion. Knltusgemeindewahleu 1920. Sowohl im Steueramt der 5kultusgemeinde, Seitenstettengaffe 2, 3. Stock,, als auch im Jüdischen Nationalrat, H., Taborstcaße.20 a, liegt die gesamte Wählerliste einschließlich aller Nachträge zur Einsicht auf. An einer dieser beiden Stellen können Sie fefistelleir, ob Sie «nd Ihre Schwester in die Wählerliste ausgenommen würden. Kommunales. Zulage sowie eines OuarffergeldeS zusammen. AZtzerdeu» erhält jeder Bedienstete Lir jedes in feiner Versorgung stehende Kind bis zum 18. Lebensjahre 100 Kroiien mouat, sich. Das Werkstättenpersonal erhält etwas höhere Lohne. * Bizebüraermeister Ernmerling berichtete anschlietzend in eingehender Weise über die neuerliche' Erhöhung deS SträtzenbahntarifS, welche eine Folge des neuen Kollektivver«. träges sei/und besonder? im Betriebsakaaiig ihre Ursache' habe,-dacküch nach der Erhöhung des Tarif? für das Budgetjahr 1920— 21 ein solcher dein M Millierwn K'roni'n erwarte^ - ipird. Nach Ansrckst des Refetettten fer die -Erhöhung-/nicht» katastrophal' und trage den Bednrslnffen der Bevölkerung- .- Rechnung. . .. , Christttchsoziale Horlhy-Lchwnrmet'. /;/>. 1; - Der Cbriftlichsoziale Angeli spricht gegen den Vertrag und sagt, daß an der Erhöhung des StraßenbahntärisS nüb' der Boykott g e q e n U n y a r n schuld sei. Dieser' AÜS-.. spruch entfeffelt bei den Sozialdemokraten einen furchtbaren: Sturm. „Horthy-Buben!" hört man rufen. .Die-Sozialdemo-- ' traten drärrgen zum Sitze des Nedners,. . Gemeinderot H o f ll a u e r stürmt wild gegen Angel: unv wird nur mit Muhe von seinen Parteigenossen zurückgehalten. -Eine«: Moment lang schaut es so aus, als ob es zu Tätlichkeiten' kommen wellte. Da ertönt plötzlich der Ruf: -- „Bluthunde!" — -- Dieser Zwischenruf entfesselt einen Lärm, wie man ihw' selbst in diesem sturmgewohnten. Saale nicht gewöhyt. .ist.- Gegenfcitig werden Beschimpfungen ^kaut), die Glocke deS.-Pör'ssihcnden Skaret mahnt unausgesetzt, aber vergeblich, zur' Ruhe. Endlich gelingt es dem Vorsitzendenetwas den Sturnr . zu mildern uud er richtet über die,, stürmische Forderung,de^ Ebristlichsozialen,. welche den Gemerndcrat Kurz beschuldigen, - «Bfflthunde gerufen zu haben, rm. diesen die Frage, oll er den Ausdruck wirklich-gebraucht habe. '. : )• Gemeinderat Kurz?Ich habe gesagt, wenn Sie das System Horthh verteidigen, dann sind Sief Bluthunde! ' Diese Konstatierung entfesselt bei, den Sozialdemokratenstürmischen Beifall, bei den Christl-ichsozialen ebensolche Ent», rüstung. Der Lärm beginnt von neuem. Die Glocke des Vor-' sitzenden arbeitet wieder lange vergeblich, lisr sich der Sturrw teilweise legt, so daß der Vorsitzende endlich sich verständlW' machen kan». Cr sagt:. Einen derartigen Ausdruck kann ich nicht billigen und weise ihn zurück. Gleichzeitig bitte ich die Herren auf beiden Seiten, gegenseitige Beschimpfungen .zu unterlassen. ' “ Forstner sagt den Christlichsozialen unangenehme Wahrheiten. Gemeinderat Forstner, der zunächst das Wort ergreift, sagt, es sei zu bedauern, daß e§ den Arbeitern allein über»? laffen ist, gegen die Kulturschande in Ungarn vorzügehen.. Fast seit einem Ighre sind in Ungarn die Morde an per. : Tagesordung und es ist eine Schändung des Christentums,' daß die christlichsozale Partei hier nichts dagege:: tut, wenn ' man sieht, wie die „Christen" in Ungarn Haufen und unsere -! Christlichsozialen die Morde verteidigen und wie sic zuschauen, wie in Ungarn Frauen und Mädchen vor den Äugen ihrer' Verwandten von den Horthy-Lumpen geschändet werden. Wenn' die Christlchsozialen behaupten, daß die HrMordeten' lauter. Juden sind, sei dies eine Lüge. Redner HMc eine Lifte iw dm Händen, wonach 90 Prozent von den Ernwrdetcn Christen find.- Die Ausführungen ForstnerS waren den christlichfozialerr Ehrenmännern sichtlich nnangenehm, ^'und sie versuchten'es . mit der alten Taktik der Anpöbelung. , Sie . provozierten wiederum Krawalle, die. jedoch ohne Resonanz bsiebenr KnrK gesagt: Die Vertediger der ungarische». Bluthundei hatten,- auch diesmal Pech. Nun legte sich Mmähtich der Sturm mch bie / schme .mehrstüzkdrge Debatte konnte zu Ende geführt werden. . Det Referent. Vizebürgermeister E m m e r l i u g ivitzer-, , legte in feinetti Schlußworte alle geguevischeri Argumente und. Bemängelungen,, worauf bei der Mstimmimg der Kollektiv»- . vertrag angerwmmen wurde. ' . Hierauf gelangtees war bereits halb 43 Uhr —. die Vorlage über die Fah'rpreiserhöhürrg. auf den stäbtrschely? Straßenbahnen zur Debatte, die erst vor Mitternacht pj.. . Ende geführt wurde, worauf anch diese Vorlage zur Astuahnre- ' gelangte und die Sitzung geschlossen wurde. - . Die ErnühruNg. Der neue Kollektivvertrag mtfe die Erhöhung des StraßenbahuLarifs angenommen. — Christlich soziale Provokationen. Die Gemeindestube war gestern wieder ein-Tummelplatz wüster Szenen, welche von christlichsozialer Seite provoziert wurden. Den Anlaß gab der Christlichsoziale Angeli, welcher den Boykott gegen Ungarn als die Ursache der Fahrpreiserhöhung (!) auf den städtischen Straßenbahnen hinstellte. Daß die Christlichsozialen zu den Horthy-Enthusiasten zählen^ haben die Ereignisse der letzten Zeit zur Genüge dargetan. Hierüber Bericht: In der gestrigen - Sitzüng referierte Bizebürgermeffter Emmerling über dm 'Wschlutz.i.her -ArLeitsverträge zwischen der Gemeinde Wien städtische Straßenbahnen und dem Verbände der Handels- und Transportarbeiter über Lohn- und Arbeitsverhäktnis der Funktionäre, BedeNsteten und Arbeiter der städtischen Straßenbahnen, welcher bekanntlich zu der neuerlichen, von uns veröffentlichten...Fahrpreiserhöhung auf den städtischen Straßenbahner; geführt hat und welche bereits am 1., beziehungweise am 3. Juli in Kraft tritt. Der neue Kollektivvertraa bringt den Bediensteten im Fahrdienst Mndestlohne von 2ol9 Kronen und Maximällöhne von 2830 Kronen monatlich. Diese Bezüge setzen sich aus einem fixen Mottatslohn, einer Teuerung»- und einer' gleitenden Jüdische Kttttuswühler und -Wählerinnen des ß., 7. und 8. Bezirkes! Heute, halb 8 Ahr abends, findet , im Restaurant „G r ü « e s To t“, 8«, Lercherifelderstratze 14, eine - Massenversammlung statt. Referenten: Architekt Dr. K a r p l u s, Gemeinderat Dr. Jakob Ehrlich, Dr. Fritz L 8 b n e r . if1 ' ’ ' Der Marktberrcht. Auf den G r ü n w a r e n m 8 r? t e n hat sich r>er Bvhkvit gegen Ungarn auch gestern nicht bemerkbar gemacht. Es herrscht »ach wie vor .Ueberfsuß an Gemiisr. Der Naschmarkt war gester» «it grüne« Erbsen förmlich überschwemmt »nd infolgedrffe» g i « g < n. d i e P r e i s t fftr diesen Artikel bis auf K 5.— für das Kilogramm zurück. Auch bei frischem Kraut machi sich em N a ch g e b e n der P r eise bemerkbar. Italienischer Zwiebel,»fi um ll 5.— das Kilogramm z» haben. Billig« als in den Brzirkshandluugen sind auf dem Naschmarkt auch Hasrlnüsie, dir aus dinem Mackt ll 120 — für d^s KrlograuMs. koste». Gsster» gela«gie. Mn erste» Male ans diese« Mimk auch markrufr. eie ausländische Butter z«r Abgabe, doch handelt eS sich der dieser erste» Sendung •. ta» g e s alre « e Brriter recht minderer Qualität. Der Kilogramm- Preis betrug ll 190.—, beim Einkauf vou kleineren Quaytitatm wurden ll 210.— iür das Kilogramm berechnet. ES Ware «m ft wünsche», daß. die später eintreffendrn Sendungen in Anbetra« des hohe» Preises wenigstens besserer Qualität sein «erden. \ Die Fler sch Versorgung ist die gleiche wie«»« dem Boykon und dem JnkrMretcn der ungarischen Gege»»«finahmcn. Es gab überall markcusreie Fleischgattungen z« d« bekannt ho'oeu Preisen in mehr als ausrrichender Menge. . ' . Die heute, brgrauendr Fleischwoche ist, waS die Ausgabe drS rayovierten Fleisches örtrifft, wird« nm sogenannte teure. &R Abgabe gelangen 10 Dekagramm per Kops wie »rShrr. Fleischousgabe in Wien in der Woche no« 24. bis znm 30. Juni 1VL0.! Ju. der kommenden Abgabewsche wird i« Wien allgemeÄli Niudllnsch auSgrgeben werden. Es erhalte« alle HauShaltunzoi Rlndsteffch im Ausmaße von 10 Dekagramm per Kopf z« de» Preise« der teuren Woche, daS ist ll s8 per Kilogramm fidr Vorderes, ll 102 für Hinteres und ll 124 .für Bratenfleisch. D« Verkant erfolgt gegen Abtrennung der mit Ziffer 2 bezeichnte» Abschniltr des neuen NmdsleischrimanffcheittrS. Ab Samstag dm 26. d. M.,, 10 Uhr vonnirtags, , dürfen die AbgabesteLen daS erübrigte Rindfleisch au die der ihnnr ravonirrten KMdrn vH« Rücksicht darauf, ob diese ihreOnotr behoben oder nicht, verkaufe«^ Die Kopiauote beträgt auch in diesem Falle 10 Dekagramm.- Die' Abgabe geschieht ebensätlS z«. den oben anaeführten Preffe«. Beit«! Bezüge der Zulatzauste wird der mit dem Biicksiaben C Kezeichmtztt Abschnitt des neuen Rindsteischemkallsscheines abgrttrnnt. ' .Ksschersieesch. Heute vog 7 bis 12 Uf»? vvrmrtiaas -uA von 2 bis 5 Nhr nachmittags, mor^u von t'iß 12 Ühr vor- Abgabe von koscherem ff-.schge,chl»ch-.^^- R.-»t'sir.;ch iti. VrN'.pru, IM., r!i>ra1:au: o. &

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