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Wiener Morgenzeitung · 1920-06-20 · Heft 506 (20.6.1920) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 506 (20.6.1920)
Date
1920-06-20
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 * Wien. Sonntag * Begräbnisse am hentigen Tage: Alter Ti r i t b I) o f: 9 Ubr: K o b n Berta. 9 llfir 80 Minuten: B l ft » (Abarlotfp. N e uerFried h, o i-: 9 Udr : Leutnant der pobwcfien Mission M ölte r Jojcs, 9 lldr 20 Minuten: S k m nie 1 IonftI L^b. - ' , ' " v ' * Heckw.lin. Ti-'ienigen Cbalftrotti lanch Cdftluzim). die Korb« und M ö b e 1 '! e. rb t k r e» erlernen wollen, mögen sicli im Hechaluz. ll.. Zaknsaasse 33. täglich zwischen' 10 und 12 Uhr melden. Näheres di)rtscU>ft. * Spende«, Für die Soziale Hilssaemeinschaft (Anitta Äliillcr) von Herr», Hermann Schaber. Wien, X 5000; derselbe : .M cnsa academi ca j u d a i c a K 1600s(b'Sk>er K 39.291 X — Für jüdischeBlinde: M. R u f f -:K 20 (bisher X 56?0). — Für jüdische K,r iegsblinde: H. H., VII., K 50 (Mer K 5202). * Liebesgabenverteilnng iw I. Bezirk. Mittwoch den 23. d.M. werden durch dasFranenarbeitskomitee. I., Wippliyaerftraße 8, von 2 bis 4 Uhr nachmittags Liebesgaben verteilt. Be- Mysüerechtigt sind nur Familien und Einzelpersonen, die im l. Bezirk wohnen und bisher nur einmal oder überhaupt' nicht beteilt'wurden und mit Fürsorgeblattern beteilt sind. . * Kinder aus Norweger». Heute, Sonntag, vm 9 Uhr vörmittcias kommt der. zweite Norweaer Kinderrücktransport ap Wener, s)c'ordmeslbahnbof an. Die Eltern werden ersucht, sich rechtzeitid am Bahnhof einzufiudey. * A« unsere Leser. 2^ bitten diejenigen, .die der pünsiigen Entwicklung unseres B les Interesse entgegcnbringen, unseren Inseratenteil zu beachten und bei ihren Einkäufen, unsere Inserenten unter Berufung auf die bezügliche Anzeige zu bevorzugen. . * Die ^tapfere« Pronay-Horde. Man schreibt vnS: Folgende Episode wurde mir von einem vertrauenswürdigen Gewährsmann erniblt: Gelegentlich der iüngst in Budapest stattaesundenen- Ringkampskonkurren; begaben, stch ^auck Wiener Athleten und Ringkämpfer nach der ungarischen Hauptstadt. Unter ihnen auch ein bekannter, herkulisch gebauter Ringkämpfer j ü d i ' ch er Abstammung. Cafstier von Berus. Bevor er nack Budapest ging, nahm er eine breite, rote Armbinde, ließ darauf mit - großen Lettern ,J ch. b i n e i n I u d e* druckeq. Mit dieser Binde am Arme erschien er in allen Lokalen,' in denen die. Heiias-Oifiziere verkehren. Aber keiner dieser feigen Terroristen getraute sich an den jüdischen Herkules heran! Ja, diese Pronay und Komorten, sind nur gewohnt, schwache, wehrlose Personen und Frauen zu massakrieren; wenn sieaberPrügel B e fürsten,, bann bleiben s i e fern vom Sch n s i e! * Deutschnationale Bodenkultur. Wiener Blätter berichten, dab am Donnerstag abends deutschnationale Hörer der Hochschule für Bodenkultur ein Fest der Mitglieder der „Neue« Wiener Bühne* im Türkenschanzpark zu stören versuchten vnd die A u s l i e f e r u n.g des „Juden und Kommunisten* Moissj forderten. Sie wurden vom Publikum vertrieben und schließlich von der Polizei zur Ruhe gebracht. Solche Szenen sind sitzt in Wien sehr häufig. Daß sie.dem Ansehen der Stadt im Ansland tausendfach schaden, kümmert natürlich diese Platten nicht, die die Horthy-Mamerm schon sehr gut gelernt haben. " Schnellzug Wien—Znaim. Mittwoch den 23. d. M» verkehrt ausnahmswene in der Strecke Wien-Nordwestbahnhof— Schackau—Znaim Schnellzug Nr. 105 mit Wagen III. Klasse, der dem allgemeinen Verkehr bis Znaim fteiaegeben ist. Abfahrt von Wien-Nordwestbahnhof um 2 Uhr 25 Min. uachmittags.;* jüdische Kinder in Frankreich. Aus Paris. w'rd gemeldet: In der Redaktion des ..Povulmre* erschiene» heute, genihrt von den Frauen Ducheue und Rkynaud. zwei Kinder, die zu den 16 ersten Schützlingen des europäischen Kinderbiliskomittes, gehören. ..Bopulaire* benützt diesen Anlaß, um an alle Leser,'die geneigt wären Wiener Kinder, au'zunehmen, die Bitte zu richten, sogleich ihre Adresse bekanntzugrben. Das Spiclabgabengeseß. Aus Anlaß' zahlreicher Anfragen bezüglich des Spielabgabengesetzes. Verlautbart der Magistrat folgendes: Das Gesetz 'über die Abgabe ist am 15. Juni in Wirksamkeit getreten. Die Einhebung geschieht auf Grund amtlich ausgegebener Kontrollcoupons, mit deren Ausgabe in den nächsten Tagen durch die städtischen Hauptkassenabteilungen begonnen'werden wird. Der Tag des Beginnes der Ausgabe wird bekanntgegeben werden. Bei Lösung der Kontrollölocks hat sich der Gewerbeinhaber selbst in eine der Abgabeftufen (1, 2, 3, .5, 10 oder 20 Kronen) einzureihen.. Als.Maßstav für diese Selbsteinreihung, in eine der sechs Ab gabestufen gelten die Preise für Speisen und Ge-, träuke, die Höhe des eingehobenen ' Spielgeldes, in Klubs oder Vereinen auch die Höhe der'Beitragsleistungen der Miitgliedere die Anzahl und Ausstattung der Gesellschaftsräume, - die Mietzinse u. dgl. Für Wien beschränkt sich , die Auswahl der Abgabestufe für Lokale des Gast- und Schankgewerbes, mit wenigstens acht im Betriebe beschäftigten Personen sowie' für Vereine, welche nicht ausschließlich aus Feftbesoldeten bestehen, - auf die zweite oder eine höhere Stufe. - für andere entgeltlich . für .Spielzwecke überlassene Lokalitäten auf die fünfte oder sechste Stufe. Wenn bei jvicht angemessenerSelbsteinschätznng eines Betriebes zwischen Betriebst nhäber und Gemeinde keine Einigung zustande kommt, entscheidet über die angemessene Abgabestuse die Jnvalidenentschädigungskommission. Die Kontrollcoupons werden in Blocks zu 200 Stück ausqegeben und auf den Namen des Lokalinhabers unter Anzeichnung'der selbstgewählten Tlbgabestufen ausgestellt. Hiebei ist der Gesamtpreis im vorhinein -zu entrichten,-wenn nicht eine Kreditierung erfolgt, von welcher jehpch'wegen' der Umständlichkeit des Verrechnungsverfahrens abzuraten ist. Jeder Teilnehmer an einem abgabepflichtigen Spiele hat einen Konirollcoupon zu lösen. Die Abgabestufe ist im Lokal anzuschtagLn. Eine Pauschalierung der Abgabe kann'(erst in späterer Zeit erfolgen. ' ' ' - ' . . * Ein Täschchenriiüber. Die . Verkäuferin Agate Hav lice t ist gestern nachmittags aus dem Geschäftslokal der Pslzwarenhcmdlung 'Horwitzl,' Neuer Markt '13, getreten und fetzte ihren Weg gegen die Singerstratze fort, als plötzlich ein junger Mann blitzschnell auf sie zutrat und ihr das silberne Kettenhandtäschchen mit Gewaltanwendung entriß und davoneilte. Fräulein Havlicek rief um Hilfe, und hinter dem flüchtigen Dieb entspann sich eine wilde Jagd bis in. die Riemergasse, wo der Mann festgenommen werden konnte. Der Strolch ist der 28jährige Hilfsarbeiter Leopold Werner. In dem geraubten silbernen Handtäschchen befanden sich 9000 Kronen österreichischer Währung. 1600 Mark, 40 -holländische Gulden, 5 Schweizer Franken und eine silberne Tabatiere. Werner hatte das Täschchen mit Inhalt noch im Besitz. Es wurde der Bestohlenen aüs'gefolgt. * Betrügereien eines Hochstaplers. Die Dummen sterben nicht aus. In Wien trieb sich seit einiger Zeit ein Hochstapler herum, der unter dem hochtönenden Namen ..Otto von Wärton-Bauer" große Betrügereien verübte. Er' wohnte im Hotel Metropole und gab sich für einen reichen Rittergutsbesitzer aus. Der junge Mann trat sehr vornehm auf, hatte den ganzen Tag ein Automobil zur Verfügung, das er als sei Eigentum bezeichnete, und machte auch sonst großen Aufwand. Um feine Opfer ijx Sicherheit zu wiegen, erfand LSi«Uer-Mopgenzeit««^ er die wirksamsten Tricks.. Er führte sie im «eigenen* Automobil zu Banken öuntz'zn sonstigen Amtsstellen und wußte sich so zu geben,'als ob"er überall gut bekannt wäre und das höchste Vertrauen genösse. Zu seinen Hauptopfern gehört eine junge reichsdeutsch« Dame,; mit. der er sich hier verlobt hat und die einen Schaden voy 160.000 Mgrk zu beklagen hat. So weit feststeht, hat der Gauner mehrere Personen um etwa 400.000 KroNtzn bekrögeni Dke Mehrzahl seiner Gläubiger hatten ‘ Schecks -nn: den Händen, die gestern bei der Bank, in der „von Warton" sein kleines.Depot hatte, fällig gewesen wären. Ass nr^n heute vormittags die Gläubiger, ohne.von einander, zu' wissen, sich mit den Schecks in der Bank einfanden, harrte ihrer eine /traurige Ueberraschung: Der ganze Betrag, der für. den Mann' in der Bank erlag, betrug 9(X) Kronen Nun erstatteten die Betrogenen die Strafanzeige im Sicherheitsbureau. Es wurde festgestellt, daß «von Warton- Bauer" schon gestern früh aus Wien verschwunden ist. * „Metallnm Gold" — (mit dem Regenbogen) die gntbewährte Taschenlamvenbatterie. * Haben Sie alte falsche Zähne? Hiefiir höchste Preise, auch für Platin, Gold, Silber, zahlt Spezialist Braunst« i n. Wien, I.. Weihburg passe 16, II. Stiege, Tür 5. - * Warnung vor Irreführung. Die Bevölkerung wird aufmerksam gemacht, daß der große amerikanische Schnellverkauf im Restenmarkt einzig und allein im VI. Bezirk, Dambockgasse 10, stattsindet. Der Restenmarkt besitzt weder Filialen noch Zweigaeschäite und alle ähnlich lautenden Firmennamen sind ans Täuschung des Publikums gestellt. Dos seltene Vertrauen» welches wir in den weitesten Kreisen der Bevölkerung besitzen,, zwingt uns. ans unsere Adresse, Wien, VI., Dambockgasse 10, wiederholt aufmerksam zu .machr«, um unsere Kunden und das P. T. Publikum vor Schaden zu bewahren. * Dirndlstoff, Kretone, Marquisette und Kleiderleiuen in herrlicher Auswahl, billiger als überall, offeriert du ohne Konkurrenz dastehende Wiener Resten-Meffe,' VI., Windmühlgasse 2, gegenüber der Laimgrubenkirche. . Praktische Steuerfrage«. Berufung gege« die Kriegssteuervorschreibung. Wenn auch gegen die Einkommenstenervorschreibung Berufung erhoben wurde, muß gegen die korrespondierende Kriegsstruer- Vorschreibung separat berufen werden; bezüglich der Ausführnngen kann ' auf daß erste Rechtsmittel hingewiesen werden. — Besondere Besteuerung von Hauehaltungsangehörigen. DaS Einkommen eines HaushaltungSangebörigen, welches der gemeinschaftlichen Haushaltung nicht zustießt und daher besonders besteuert wird, unterlirat dem Ausschläge tür minderbelastet« Haushalte. — Steuerpflicht des Ge«eiuschulduerS. Wird wahrend des Konkurses das Unternehmen deS Gemeinschuldners' von der Konkursmasse «eitergesiihrt, so ist der Gemeinschuldner einkommensteuerpflichtig.. — Grundlage der Besteuerung. Wird kurz vor Beginn des Steuerjahres ein Anteil bei einer Gesellschaft m. b. H. erworben, so tft für das Steuerjahr das mutmaßliche Einkommen > aus dem «euerworbenm Anteile i« die Besteuenmgsgrundlage emznbeziehrn. Briefkasten der NedaKtio«. S. F. in N. Di: Sie finde« auch als tradstiovStreuer Jude, der die Sabbatruhe, streng Einhalt, in ihrem Fach in New-Aork Arbeit. — Dr. R. F> postl.: Die Aufhebung der Verordnung ist jetzt kaum möglich, ~ vielleicht aber in nicht zu ferner Zeit. ' ■' •" '' Derettrsnachrichte«. S ch u tz bünd d e r B u k o wi » a e r in Deutsch-' o st e r r.e i ch. Heute um V.10 Uhr vormittags im Cafs. Industriellen,. I., Konkordiaplatz 4, dringende Besprechung' der Mitglieder über, aktuelle Fragen, wie Gründung eines Konsumvereines uiw. Rat und Auskunft sowie Einzahlung der Mitgliedsbeiträge au Werktagen von 3 bis 6 Uhr nachmittags im Bureau, V., Srebenbrmmengasse 37 (Landwehrkaserne, III. Stock, Tür 160).- — Igdi s ch-A k adem»scher Kulturverband Jab ne. Heists 10 Uhr vormittag-, Mitgliederversammlung. Referenten: Salomon K l i n g e r: Politische Tagrsfragen. PinkaS HaHer: Perez. — A ch n s a h - P fl a n z u n-gS g e s e l l s ch a t 1 W i en. Heute, 3 Ubr, Versammlung im Cafs Industriellen. Tagesordnung: Anschluß an Degel Jehuda. — Bereinigung der Schlosser und Elektrotechniker der Jüdischen GewerbeförderunaS - AmteS. Heut«. Ausflug nach Grinzing Md Umgebung. Tresspuukt 2 Uhr vor der Oper. Führung Herr Stäatsbahurat Pist.. Kommunales. Erhöhung der Bezüge der Bürgermeister und Sladträte. Die Obmänner der Gemeinderatsparteien befaßten sich gestern mit der Vorlage-über die Gebübrm der gewählten Funktionäre der Gemeinde. Nach dieser Vorlage sollen die bisherige« Gebühren für die Gemeinde- und Stadtrate, mit Ausnahme der am'tSsübrendm Stadtra'te. von K 8000 veziehungsweise K 9000 jährlich unverändert bleiben, hingegen wird eine. SitzuugSgebühr von 40 eiugefüürt. Die B r z.r b ü r g e r m e i st e r follm eine Zulage von 18.000 jährlich — ihre jetzigen Gesamtbezüge — zur StadtratSgebühr erhalten. Die zuletzt im Jahre 1918 mit K 60.000 festgesetzte Funktionsa e b ü h r des Bürgermeisterwird auf K 144.000 jährlich erhöht. Die BezirkSvorst e h e r erhalten 2500 monatlich, außerdem für Lohnverlustf oder sonstigen Verdienstentpang' eine entsprechende Entschädigung. ihre Stellvertreter K 300 monatlich. Die ä. m 1 Sf ü h r e n'd e n 'S t a d r ä t e . erhalten die' jeweilige, Bezüge der Unterstaatssekretäre, das ist K 92.000, die kontrollierenden Stadträte k 9000. Von dm Bezügm des BüraermeisterS und der - amtsführmden Stadträte werden sämtliche AttlvitätS- oder Ruheabzüge..in' Abrechnuna gebracht, die sie als Angestellte von Körperschaften des ossenssichen Rechtes erhalten. Alle Personen, welche von der Gemei»»de als ihre Vertreter in Körperschaften, Gesellschaften u. s. w. entsendet sind.^abm die Bezüge, welche ihnen in dieser Eigenschaft hon der betreffenden Körperschaft 'zukommen, an die Gemeinde abzMbren. Die Penssonsbestimmungen für die gewählten Funktionäre werde, abgeschafft. . - ■ Die Ernährung. Der Marktbericht . ' Dem reichlichen Angebot auf. den. gesiriam Märkte» stand, wie gewöhnlich am SamStag, sehr lebhafte Nachfrage gegenüber In der Gr oßmarktballe war daS als Kbuße auSgegebme amerlkamfche Rauchfleisch z« K 90 per Kilogramm bereitum 9 Uhr vormittags ausverkauft. Jnfolgrdesseu gmgen quch die i teuren markenfreien Fleischeattmigev ziemlich aut ab und die 20. Juni ISA» Nr.«« Letzte Nachrichten. Einlösung der österreichischen Kriegsanleihe in der Tfchecho-SlowaKei. Prag, 19. Juni. (Tschecho-slow. Preß.-Bur.) Nach einer großen Debatte, in der die deutschen Redner gegeA die Regierungsvorlage betreffend die Einlösung der -ö st er reich ischen Kriegsanleih« und die vierte Staatsanleihe Stellung nahmen und erklärten, daß das deutsche Volk, falls die Vorlage angenommen werde, passive Resistenz machen und die Steuern verweigern würde. Der Antrag aus Zurückverwesiung der Regierungsvorlage an den Budgetausschuß wurde gegen die Stimmen der deutschen Abgeordneten und der tschtB chischen Nationaldemokraten abgelehnt. Alle Zusaßanträge der deutschm Abgeordnete« wurden ab gelehnt, bloß der Antrag der Abgeordneten Lodgmänn und Czech zu § 12 wmde angenommen, wonach man das Vermögen von dem die Vorlage ans Begünstigung des Gesetzes abhängt, 40 Prozent »des Nennwertes -er Kriegsanleihe eingerechnet werden. Ein bürgerliches Kabinett in Deutschland. ' Berlin, 19. Juni,- (Del.-Komp.) Heute endlich fen« Man von einer Lösung der Krise sprechen. Zwischen den Demokraten und. der Deutschen Vvlkspartei ist heute, mittags eine Einigung über, die Kabinettsbildung standegekommen und damit ist der Block der Mitte^ bestehend aus Demokraten, Zentrum und der Deutschm Volkspartei, gesichert. - hohen Preise konnte« sich behaupten. Allerdings blieb «« Teil des Kitzfleisches unverkauft.' Die Grünwaren markt» waren mit Gemüse hirsiüer Erzengung mehr als ausreichend beschickt, doch »st e> vorderhand nickt zu weiteren Preisnachlässe» gekommen. An O b st warm nur Weichsel« in ausreichender Me»gtz vorhanden. Kirschen und Marillen standm nnr in ganz «tu»* längliche» Mengen zur Verfügung. Der Verkauf von Marille» fand unter lebhaftm Ansieuunaen statt. Eier waren wieder rück allen Marktm zu haben, doch wurde der Preis für dieselbe« t«f : K 5 per Stück erhöht. _ Mittwoch beirre Brotkommiffiorre». Mittwoch de» 23. d. M., entfällt wegen der Bezirkslehrrrkonferenz der Die»ß in den Brotkommifsionen. Abgabe von FrLhkartoffel«. Sonntag bis Dienstag werden im VlU., IX.. X. und XI. Bezirke italienische FrLh« kartoffeln züm Presse von fl. 10 per Kilogramm, und zwar lh Kilogramm per Kopf, gegen Abtrennung des Buchstabens M der Kartoffelkarte ausgegeben. Petroleumab gerbe Vom 20. d. M. bis r. Juli werde» an die Besitzer von Karte» für HauS- und Stirgenbrlmchtrmg wöchentlich ft, Liter Petroleum, an die Besitzer von Karten für finstere Wohnungen und Küchen statt des Petroleums wöchentlich 2 Kerze» ä ft.» Kilogramm abgzgeben. Preis für Petroleum und Kerzen ist derselbe. Zewiverba. Vom 20. bis 26. b. M: Dänischer Hartkäse, Salz, Margarine. Kristall»», Textilwaren. Ab Dienstag: Ehiffo» . kkleine Menge). Herrenkragen, grauer Stoff lgennger Vorrat), Leinenküchrnschürzen und Wetterkragm. Restbestande den Vorwochen. Brennstoffe: Neue Kohlmkarte, Burggaffe 16, ad« geben. Neurahonierung. zur Zewivexba ermöglicht. Nur »e»« Kohlentarte abgeben. Literatur u^Wiffenschaft. Die Gemeiube der Chassidtm. Bon Eh ajim Bloch. 1920. Benjamin Harz-Verlag, Berlin-Wien. Die chassidische Romantik ist kein Erzeugnis der Literatur, kein Produkt einer lediglich in Mystik und Theosophie wurzelnden Schule. "Sie hat sich' nicht, gleich de» romantischen Schulen, gewissermaßen außerhalb der Wirklichkeit im uw- . endlich Geheimnisvollen, im grenzenlos Unsichtbare« ei« wunderreiches Leben zu gestalten gesucht. Sie hat fefoifc ästhetischen Bedürfnisse befriedigt noch in Zkunst Und Poesie! sich erschöpft/ sondern sie ist stets ein Stück wirklichen Debmst und lebendiger Wirklichkeit gewesen. Kein begnadete». Poet, ./etwa wie Novalis, hat das erste M'orgmrot der chassidischen Romantik in mystisch-erhabene» Liedern i«- sungen. Auch kein abgeklärter, vielseitig gebildeter philosophischer Geist, etwa wie Schleiermacher, hat den GefühlSformeUj der chassidischen Romantik eine gedanklich faßbare, jystemattschi abgerundete Prägung gegeben. Die chassidische Romantik ist weder ein« dichterische Gattung, noch ein philosophisches System. Sie ist eine LebenSanschauung plus Lebenskunst. Innerhalb deS AUtagSlebenN . ist sie im sarmatischen Urwald emporgewachse» und hat basj Leben großer Bolksmassen von Grund aus umgestaltet. IKu$ der Sehnsucht nach einem neuen Leben, nach dem Leben ctg Göttlichen geboren, hat sie unmittelbare Beziehungen zuml Leben angeknüpft. Weil der Chassidismus unmittelbar ins tägliche Leben, eingreift, ist er von seirlen lebendigen Trägern nicht zu trennen. Nicht daS Wort, sondern der Redner, »ichß. bas Werk, sondern sein Schöpfer bildet den Mittelpunkk der chassidisch-wmantifchen Schule. Man kann sich zum Beispiel die Theosophie Jakob Böhmes^ aneignen, ohne sich üfl geringsten um seine Person zu kümmern, aber man kann dt bas Wesen der chassidischen Mystik eines Keduscha- Vevi uw-. möglich eindringen, ohne vorerst die Psyche dieses MystikerÜ erfaßt zu hccken. Dis chassidisch-romanttsche Schule — ich' sage ^Nhüle", um . den alten Terminus beizubehalten — ist bemnach «u» eine Art religiösen Ordens, wo. sich dke Jünger um de» Meister scharen — um seiner selbst willen. . Hier gilt den . Hehrer Wehr afä die Lehn. Dn Zaddik her Ch.asftdiM H

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