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Wiener Morgenzeitung · 1920-06-20 · Heft 506 (20.6.1920) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 506 (20.6.1920)
Date
1920-06-20
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wie«, Sonntag Wiener Morgenzeitung 20. Juni 1920 Nr. 506 Mitteilungen ans dem Publikum. Die Wen in die Kuliu$gemeinde Wahltag: Sonntag den 27. Juni. Der Kandidat. Ms Zweig Siegmund Wachtel Verlobte. Wien, im Juni 1920. *ss» Stelli Frommer Josef Reiner Wien, XIX. Verlobte« Wien, im Juni 1920. 2970 Luna Schneider Wilhelm Kurz Sambor 844 Wien empfehlen sich als Verlobte. Möbel u. Innen- I CD 11111 dekoration Uwrinii ln grösster Auswahl. Nur gediegene 11/iBO, UH., SlßuBflStBlfl3* 1 B. 2 691 Erzeugnisse. (Ecke Karl Schweighofergasse). An der Schwelle der Wiedergeburt. (Herausgeber: DAVIS ERDTRACHT.) Mbx tlordau: Die Tragödie der Assimilation. Vierte und ffinlte Auflage. Diese sensationelle Schrift war bereits in wenigen Tagen vollkommen vergriffen. Die „Vossiscbe Zeitung“, Präsident der tsebecho-slowakisehen Republik Prof. Masaryk u. a. sprachen sich anerkennend Ober diese Schrift aus. Im Drucke: Davis Erdtracht: San Rem«, Palästina und die jüdische Legion. (Ein Ruf nach Selbsthilfe eines jüdischen Offiziers.) Mit einem Vorworte eines englischen Heerführers. 2s beziehen durch alte Buchhandlungen oder direkt im Kommissionsverlage Buchhandlung A. Sehönfeld. Wien. IX., Universitätsatrüsae 8, Zuschriften an Verag: .Wiedergeburt*, Hochschule für Welthandel, Wien, XIX. 3997 die Angreifer als Jüdische Verleumder hinzustellen. Seiner Redaktion freilich ist dieser neueste Journalistenpascha nicht so ganz sicher. Wenigstens spricht sie schon; auf Seite 2 desselben Blattes davon, daß die ungarischen Behörden außerstande seien, die bezüglichen Niederschriften über die Greuel der weihen Terroristen zu erükräften oder gar zu widerlegen, und rügt weiter die uns schon lange bekannte Tatsache, Laß Wiener deutschnationale Studenten im Türkenschanzpark „Vudapester Zustände nachahmen", indem sie nicht arisch genüg'ausaussehende Strüßenpassanten belästigen. ' Man muß, wenn man von der Wiener, bürgerlichen Presse spricht, wissen, daß kein einziger ihrer Redatteurü die in dem gepriesene« Budapest so beliebt gewordene anatomische Untersuchung ohne schweren Schaden an Leib und Leben ertragen würde. Sie sind auch, wie. wir wissen, im Innersten empört über die Würdelosigkeit der Unternehmer, die sich fern vom Schuß wissen und' die österreichische Republik auf dem Umweg über Hortyy- Ungarn ins Herz treffen wollen. Daher das Gegreine derselben Leute, die den Krieg und die Frechheiten des Kriegsüberwachungsamtes mit Knopflochschmerzen ertragen haben, über den Terror, den sie bei den Röten verdammen, bei den Weißen aber loben und verteidigen. Es wird aber weder ihnen noch den mit ihnen derschwisterten Antisemiten etwas nützen. Ungarn wird weich werden. Kür die jüdische« Krieg-invaliden rmö Heimkehrer. Ruf der „Wiener Morgenzeitung" nach Hilfe, für jüdischen Kriegsinvaliden und deren Hinterbliebenen istnüht ergebnislos geblieben. Die jüdische L^ffentlichkit erkannte, toaä sie ben ilibifefjen Frontkämpfern, die ihre Gesundheit und ihr Leben auf den Schtachts'erldern opferten, und den Witwen und Waisen, die ihre Männer und Väter verloren,, schuldig ist. Biele erkundigten sich nach den einzelnen unglücklichen Opfern, deren Namen veröffentlicht wurden- und brachten ihnen direkte Hilfe oder zeichneten zu Händen, des Verbandes der jüdischen Kriegsmvaliden und Heimkehrer in Wien kleinere und größere Spenden, um die sofortige Aufnahme der Arbeit zur Wicderaufrichtung der Existenzen der jüdischen Kriegsinvaliben i'Jermöglichen. In nächster Zeit wirb mit Hilfe des American Distribution Committee eine Schneider- und Schusterwerk» Uärte eröffnet, die vielen Opfern des Krieges Beschäftigung gewähren werden. Das; die jüdische Bevölkerung und jüdische Institutionen die Werkstätten mit Arbeit versorgen tverden, ist wohl sicher. Es ist auch gelungen, ein Komitee zu organisieren, welches sich als Aufgabe gestellt hat, Prothesen für oia jüdischen Kriegsinvaliden zu verschaffen. Mer auch werktätige Hilfe des Auslarwes ist notwendig, bfe sich erreichen?aßt bvfrf) die Organisierung a75e r f'udifch en K r ie gs- $*« validen u n b K r i e g s i e i kn e: Q m c t zwecks Schaffung einer wirtschaftlichen Weltorganisation, die durch Stellenvermittlung und andere wirtschaftliche Aktionen vieles leisten könnte. Ein solcher Aufruf wird in der Nächsten Zeit von der jüdischen Presse des In- und Auslandes veröffentlicht werden. Hervorragendste Persönlichkeiten des Auslandes haben ihre Mitarbeit versprochen. Bel dieser Gelegenheit fei auch den vielen Spendern, die ^Acträge beigesteuert haben, öffentlich der Dank ausgesprochen, und Zwar den Herren P o l l a k u. Söhne (600 Lkronerr), Dr. Sophie Klerma n (300 Kronen), Direktor Spler >600 Kronen), Heinrich finget (1000 Kronen), Mani an a (1000 Kawnen), Bauruga rten aus Karwin (300 Kronen), Alois Le rnberger (1000 Kronen), Ingenieur Emikio Stock in Triest (1000 Kronen), Dr. Philipp Go mverz (500 ltronen), Kornelta G o mp er z (600 Kronen), Eidinger (1000. Kronen), den Banken: Wiener Bank- Becem (3000 Kro»ien), Allgemeine Depositenbank (8000 Kronen), Allgemeine Derkehrsvank (3000 Kronen), Gutmann '-fLQO Ktoncr'?« mxb pi-le» anderen. I. Herr Vlauheim schk im seidenen Pyjama Ruf der Veranda feiner Enttagrvilla» And mustert angeregt das Panorama Im blauen Rauch der echten Flor-Manila. II. Cs Klopft. Ein Herr mit einer Aktentasche Erscheint und grüßt nach bester Anstandsregel; Sein Rock ist fckwar;, so wie dir Seidrnmaschr, Das Haar» oir Augen und dir Fingernägel. in. v „Herr Vlauheim, es ist eine wicht'gr Sache, Um derentwillen ich inkommodieret" Er spricht, als ob er Rudertempi mache: „Dir Rnltuswahlrn strhrn vor der Türe!" IV. Man will den altehrmürd'grn Rurs verändern, Vrrjuden die Gemeinde sozusagen! Gewiffrn Herren aus gewissen Landern Gelüstet es, den gelben Fleck zu tragen! v. Doch Gott lei Dank, es gibt noch Israeliten, Die nicht Kastanien aus dem Feuer holen; Drum möchi' ich Sie als Kandidaten bitten . . . Direktor Großbauch hat Sir warm empfohlen! VI. » Der Hausherr greift gerührt nach seiner Rechten: „Ich danke Ihnen lebhaft fürs Vertrauen! A öonto dessen, was Sie da verfechten, Kann nian getrost auf meine Firma bauen! VH. Die Chuzpe dieser Züngeln — Sir verzeihen! — . MhrischL die Politik des reinen Tisches! Was wollen sie?! Was können sie?! Kur hchreien! Was suckrn ste?! Was machen ste?! Nur Risches! FM. - ' Man muß die Religion vor ihnen schützen! Da gibt es Keine Schonung und Nvblrste! Ich geb' noch heute — tomms wird es nützen! — Einen Artikel in die „Freie P rs ff e". IX» "■ ' V Doch was Sie sagen da vom Kandidieren, - -Das meinen Sie wahrscheinlich nur symbolisch Das kann Ihr Komitee doch nicht riskieren.- Nachdem ich bin seit einem Jahr Kai h o l is ch...!" Brda. Der Führer der englischen Nichtjüdischnätionalen über die Minderheitsrechte. Während die politischen Zwerge) die sich im gegenwärtigen Wahlkampf unter das Kommando des Wahlagenten Fleischer gestellt haben, in ihren BörlöuM^ dungspämphleten die durch, den Friedensvertrag gesicherten Minderheitsrechte für " häs jützrsche Volk als StWü-8 Wertloses, ja sogar für die Juden^ Schädliches hrnstellen. hat der Führer der 5 englischen Nichtjüdischnationalen Lucien Wolf m einer großen Versammlung mit Stolz sich darauf berufen, daß er chls Mitglied der jüdischen -Delegation bei der Friedenskonferettz in Paris NN der -Erlangung dieses wichtigen Rechtes rnitgeärbeitet Halle. Der „Maecabean^Elub-in London hat nämlich zu Ehren ' Lucien W 0 l fs, dessen Gegnerschaft gegen den Zionismus noch in Erinnerung ist, esn Bankett veranstaltet, bei welchem der Vorsitzende Claude Montefiore ihm den Dank für seine Verdienste utn die Züerkennüng der Minderheitsrechte an die Juden ausdrückte. Lucien Wolf antwortete, er und seine Genosten hätten diese Rechte bei der Friedenskonferenz umso, leichter vertreten können, als die Friedenskonferenz schön vorher das Prinzip d e r M i n d e r h e i t S r e cht e Und ihres Schutzes durch den Völkerbund grundsätzlich angenommen hatte. „Wir sind" — fuhr Lucien Wolf fort — „nicht als Bettler bei der Tür gestanden, sondern als Mitarbeiter, welche derlangen, was ihnen mit Recht zukommt. E s gibt Leute, die meinen, die Klausel de!rMiuderheitsrechte habe kernen Wert. Ich bin anderer Meinung. Denn zugleich mit dem Vertrag haben wir das Instrument erhalten, welches für die Durchführung des Vertrages sorgt: den Völkerbund." Es wird wohl Len jüdischen Kultuswählern von Wien kaum schwer fallen, darüber zu entscheiden, westen Urteil in dieser für das Judentum lebenswichtigen Frage mehr Verständnis entgegenzubringen sei: dem Urteil des hervorragenden Publizisten Lucien Wolf, der in Kreisen per englischen Intellektuellen, der jühMen und der nichtjüdischen, mit.Recht das größte Ansehenge, nießt, der nach jahrelangem erbitterten Kämpfe gegen den Zionismus und Nationalisums in Paris zu derselben Ueberzeugung gelangen mußt« wie die Zionisten, daß der Schutz der Minderheitsrechte nicht eine Rechts- Verminderung, sondern eine R-e ch t sverstärkung I bedeutet, öden, einem Siegfried Ic.il die r, ..beiieu üoli«. tische Anschauung nach der Größe des Betrages, den er dabei verdienen kann, sich weitet oder einengt, und einem Professor König stein, dessen politischer Horizont bis Spittal am Semmering reicht. Nicht zu reden von Gesinnungsmenschen wie Dr. Ornsteitt, der sein Verbleiben im Judentum von der Niederlage der Jüdischnationalen abhängig macht. Immer klarer wird es, daß sich unter dem Namen .Mchtjüdischnationale" eine Clique zusammengefunden bat, die wegen ihrer Unehrlichkeit und ihrer politischen Rückständigkeit eine Gefahr des Judentums bedeutet. Dieser Gesellschaft darf die Wiener Kultusgemeinde nicht ausgeliefert werden. _ Bersavr«lrmsnbale«ber: ♦ Jüdische Frauen und Mädchen Wiens r Am 27. d. M. Kultuswahlen! Bergesiet nicht eure Pflicht! Meldet «ach zur freiwillige« Mitarbeit l AvmrlVvvge« «erde» i« Wahllokale. II., Kaiser- Josefftratze 42. itt der Zeit von 8 Uhr früh bis 8 Uhr abends entgegrnsenommen. Sportler! Turner! Alle Sportler nnd Turner, die sich an der Wahl» agitation beteiligen »ollen» «erden ersucht» i« Hauptagitationslokal, II.» Taborstraße 2V a, in der Zeit von S bi» 12 »nd 2 bis 8 Uhr vorzufprechett. Heute, 10 Uhr vormittags, im Komödienhaus, IX., N«8dorlersiraße 4. Reserenien r Anitta Müller» Abgeordnete« Stricker, Gemeinderat E h r l i ck, Dr. Isidor Schalet» Montag den sr.d.M.» v,8 Uhr abends, Cais Winkler, tt., Stuwrrsiraße 1. Referenten i Anitta Müller, Gemeinderat Dr. P l a f ch k e S, Aron S ch w e r t f i» g e r. Montag den 21. d. M., */*S Uhr abends, Elisabethbei«, U., Mälzgaffe 7. Referenten: Abgeordneter Stricker» BrzirkSrat HirmäNN P l ü s ch k e §, Adolf P i n k ü s. M 0 n t a g d-n 21. d. M., '/,8 Uhr, Hotel Weißer Engel, XÜI./Hietzinger Hauptstraße 8. Referenten: Anitta M Llk.er» Gemeinderat Dr. Ehrlich, Oskar G v l jss ch m i e d, Dottov Karl P o ll ack. . z D i e n S t a g den LS. d. Vs8 Uhr. Cafö Stadtiheater, VM., Albertgaffe 39/ Referenten: Anitta M ü l r, Dr. Eg», Z w eig. Dt. S. 8 az ar0 «iez, . ' > D i e«'8 t a g de» 32. d. M.. V,8 Uhr abends, Bolks^ bibllothrk Zion, II., GlockengaffrSO.Referenten: ÄntttiMüllev. Gemeinderat Dr. P l a s ch k e S, A. S ch to 11 tf t n 0 e r. ‘ Dienstag dm 22. d. M.. V*B Uhr, VerbandShei«, V!. Honigseggafse 10. Referenten: Anitta M S!l e r, Gimemderat Dr. P l a s ch k e S, Dr. D. F r i e d m a n n. D i e n s t ä tz den 22. d. M., 8 Uhr abends, Eafü IübilSumS-Stadttheater, IX., WahringergÜrtel 101». Resermtert: GemtlMrat Dr. P t!l a ck-P a r n a u, Dr. Schal i L BrsirkSrät Dr. W ci n e t.,! M i t t w 0 ch den 23. b. M., V*8 Uhr, ResiMärtt ,ZuÄ wilden Mann*. IV-, Favoritrkstraßr.53. RkferttjM GtMeinderqt Dr. Plafchkes, Architekt Dr. Sy^tpluld< W i t t iv 0 ch den SL^ d. M., Ur, ßoi8 Post. Fstischmarft (Eingang Drachengajse l). Äesertnte»: AniÜS Müller, Abg. Stricker, Gemrmderäi Dr. E h r l i ch. . . M i t t w 0 ch. den 38^. 7t$ Uhr, EichenM, X, Favoritenstraße 71. Referenten: Gemeinderat Dr. P lascht,S^ BezirlSrat Dr. Otto Abel t Si . . . „■ J . Mittwoch den 23. d. M., V-8 Uhr, Cafe Republlh II. Franzenßbrückenstrahe 19. Referenten: Anitta Müller, Gemeinderat Dr. P l a f ch k »s, X S'ch wertfing e r. j Mittwoch den 23. d. M., '/,8 Uhr, Äefchuath Israel, H., HaidgLfse l. Referenten: Gemeinderath Dr. Ehrlich^ Jakob P i n k a -, Religionslehrer Markus Pick. I Mittwoch den 23. Juni, 8 Uhr abends, Eafs Jäger« Hof, D£v Porzellangüsir 22. Referenten: Gemeinderät Dottop P ö! l ä ck - P ä r n a n, Dr. I. S ch a l i t, VezirkSrat Doktor W e i N er, ArMeNrät Max B ell ak. I D 0 n n e r s t a g den 21. d. Dt., %B Uhr, Manensiile» XIV., Rrindorfgaste S. Mfrrrnttn: Abgeordneter S tricker, Oskar G y l d s ch m i e d. Dr. Sonderling.! D ynnerstag de» 2t. d. M.. V-8 Uhr. Hotel Naglerin., Rennweg 59. Referenten: Abgeordneter Stricke r, Fra» P i S k. Gemeinderat Dr. P 0 l l a ck - P a r n a | D o «nerSkagde» S§. d. M., </,8 Ühr. GschMandtnerß Soallokalitaten, XVII.. Häupistraße 4. Referenten: Dr. Fritz Löhner sBeda), Dr. Ä. F r i e d m a n «, B. R e b e w« r-ht!■ ■ - -1 DSnne r S t a g den Ä4. d. M.> Uhr,' Restaüra« Grüne- Tor, Vttl., Lerchenfeldttstraße. Referenten: Architekt Dr. & a r p (u S, Gemeinderat Dr. Ehrlich, Dr. Fritz Löhner (Beda). 04t«e rStag den 24. b. M.. Vs3 Uhr, Kasino Zögernttz, DX., Hauptstraße 76. Referenten: Anitta M Ü l k e r, Adolf Böhm, Architekt Dr. K a r p.1« §. | D 0 rt tt erStag den 34. d. M.» Uhr, Btrein Zion, U., PrLterstraße 7. Referenten: Anitta Müller, Gemeinde rat Dr^ P l a f ch k e Aron Schwertfinger. Donnerstag den 24. d. Uhr, Restaurant Alt, H* siärsteigasse Reterente»: Gemeinderat Dr.P0llack- P a r n a u, Ortsschulrat G-Toreztzuer. Lotte K r mp t er# Donnerstag den 21. d. M., V#8 Uhr, Nestauraüt

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