Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 499 (13.6.1920)
- Date
- 1920-06-13
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 499 Wien. Sonmag >> l > »«.. . H" .---> —U— Ävm-euanschlgg auf den ägyptischen Mjuisterprafiderite« , Kaie», H. Juni. (HavaS.) Auf den Mintsterpräsideuten N a s s i tit Pascha ist ein B o mbenanschlag verübt worden. Der Ministerpräsident blieb unverletzt. Drei ändere Personen erlitten Verletzungen. Blutige Iusammenstöße in Kischenetv. Äkoekau, 12. Juni. lFunlspruch.) In Kischenew ist es . gelegentlich einer Reqmfilioir zu blutigenZusa mm e nst § ß e n zwischen Truppen und der Bevölkerung gekommen. Düs Militär hat die Ruhe wieder hergestellt. Todesurteil in München. München, 12. Juni. (Korr.-Bur.) Das Bottsgericht ha' bettle gegen den aus Baden bei Wien stammenden Hutmacher Fetbinand Rottet das Urteil wegen Beteiligung am Geiselmord gefällt. Rotier wurde wegen des Verbrechens der Beihilfe zum Hochverrat z ii s i e b e n I ü h r e N Z u ch t h a ü §' und Aberkennung faet bürgerlichen Rechte auf die Dauer von zehn Jahren verurteilt. Bon der Anklage de§ Mordes wurde er freigesprochen. Der zweite Auneksaaic W a l l e s h a u s tr wurde n m T o d e verurteilt. Muna spricht in Prag. . Prag, 12. Juni. (Tel.-Komp.) Heute nachmittags fastd auf dem Altstädterring in Prag ein ungemein stärk besuchtes Meeting der Prager Arbeiterschaft statt, bei dem die Führer der Linkssyzialisten Dr. Smeral und der Kommunistenführer Muna sprachen. Die Arbeiterschaft der Fabriken in den Vororten kam mit roten Fühnsn und Standarten, aus denen zu lesen stand: „Es lebe die dritte Jnternativnale", „Heraus mit der Räteregierung" ufw., in geschlossenen Zügen auf den Altstadterring, der bald von einer unübersehbaren Menschenmenge dicht gefüllt war. Vor Beginn der Versammlung versuchte ein Legionär vom Sockel des Hutz-Denkmals herab eine Rede an die Menge ZU halten. Er wurde hevliNtergezerrt und verprügelt. Dr. Smeral hielt ovn einem Bahlkon des Prager Rathauses hieraus eine kurze Rede, in der er zunächst seine Opportunitatspolitik während des Krieges rechtfertigte und hierauf von. seinen Eindrücken in Rußland eMhltö. - Nach ihm ergriff Muna daß Wort. Erwachte dem Präger Proletariat den Vorwurf, daß es sich von den. KAdNoör Genossen ins Hintertreffen bringen ließi Er verlangte, daß Klarheit geschaffen werde, in welchem. Verhältnis die tschechische Republik zum russischen Staate stehe. Weiters bemängelte er die Anwesenheit russischer WktipNärer Missionen in Prag, während das russische Rote Kreuz nicht nach Prag kommen dürfe. Er verlangte unter stürmischem Beifall der Versammlung, daß fürderhin die Munitionsarbeiter und die Arbeiter der Skodawörke genau kontrollieren sollen,, für wen sie Kriegsmaterial und Munition erzeugen. Rach ihm sprach noch ein russischer Legionär und hierauf wurde eine Resolution angenommen, die die fofMige Aufnahme freundschaftlicher Beziehungenzu Sowjetrußland verlangt und in der der Regierung für ihre bisherige Haltung das schärfste Mißtrauen ausge- fprochen wird. Citt blutiger Vorfall \n Gieuvrtzi Oteiwitz» 12. Jttni. (Korr.-Bur.) Als sich heute vor,Wittags mehrere Gymnasiasten lächelnd über die auffällige Uniform eines schottische Soldaten unterhirltett. st ä ch e n.dem „Oberschlest'chen Wanderers zufolge, französische Soldaten mit den Seitengewehren a u f d i e S ch Ü l e r e i n, von denen drei schtvere Vorletzungen erlitten. DK Erttgnng der Bevölkerung ist vngehener. ZivnostensKa Banka. Präs» 12. Juni. Wie „Niüodm Mh" berichten, wurde in der heute staitgehabten Generalversammlung der Zivliosteriska Büttka beschlössen, eine Dividende von 9"/» auszuschüttcn und das Aktienkapital auf ßOO Millionen zu erhöhen. Dev soziale Sinn der Kultnsgemcirrde. Dis Greisenhaftigkeit und Nückstärwigkeit der KuliuSgemöinds Wien, wird vielleicht durch nichts so augenfällig dargetan alS durch eine Darstellung ihres Verhaltens gegenüber best sozialen Problemen. Von einet sozialen Fürsorgetätigkeit in. modstnem Sinne ist in der Kultusgemeinde eigentlich werstg zu fühlen. Wohl machen die Beamten von Zeit ztt Zeit M größten Anstrengungen, in der Kultusgemeinde eine Zenträlisievung der jüdischen sozialen Fürsötge durchzusehen, aber ihtze Bemühungen mutzten wie vieles andere, was ernstlich aNgestrebt wurde, an der Brüchigkeit des Systems mrb an der falschen Auffassung scheitern, welche die bisherigen Führer der Kultusgemeinde von der Aufgabe einer jüdischen Gemeinde hätten. ES ist ein alter. Sttöih der^ überdio Frage gesiWt wit-d, ob dis Wohltätigkeit überhaupt zu den Aufgaben eiM OlltUßgemeinde gehöre otzche nicht..Sehr kluge und.ernste Mettschon, die während der verflossenen Jahrzehnte ab unh zu dom KuItusborstanLe angehörten, 'vertraten die Meinung, daß es den eigentlichen Zwecken, ja sogar dem Statut guwiderWfe, wenn, die direkten'Einnahmen der Kulütsgemvittde für Wohltätige Zwecke ausgegeben werden. Wohltätigkeit zu üben — so meinten, die Vertreter dieses Standpunktes sei - Aufgabe. dev privaten Initiative.und nicht der KultusgoMetnde, .welche ausschließlich für den Kultus, den Ritus und den NettgioNSunterricht zu sorgen habe. Dieser Streit wurde imMev aktueller, denn daß sogenannte Wohltatigkeitsbstdget der KultusgeMÄiide wuchs immer mehr an und steht heute nicht mehr in jenem normalen, .Verhältnisso zu dem Budget der änderen Ressorts, in welchem es auf Grund hör RanKordriuua der einzelnen Aufgaben zu stellen hätts^. Wiener MorgenzettunK 13. Juni 1929 . Seite 5 Wir wollen heute zu dieser Streitfrage nicht Stellung nehmen, sondern bloß festshellen,-daß, selbst wenn man zu der Auffassung hinneigt, daß die Üebung der Wohltätigkeit zu den Pflichten und-Aufgaben einer Kultusgemeinde gehört, die Wiener Kultusgemeinde in her Ausübung dieser ihrer vermeintlichen Pflicht rückständiger und unsozicüer ist als viele kleine Provinzgemeinden. ' Die Kultusgemeinde steht im großen und ganzen heute noch auf dem von jedem halbwegs modern Denkenden schon längst verlassenen Standpunkt der - Philanthropie.' Sie hat sich von 'dem alten Zedakah-Systertt der unzulänglichen und weher dem Beteiligten noch der jüdi° - schen. Gesellschaft helfendsst' .Geldspendenverteilung nicht zu emanzipieren vermocht und stach wie vor ist die Frage, ob der arme oder der bedürftige' D eine Unterstützung von acht oder zehn Kronen zu bekommen habe, eine wichtige Gelegen- , heit, mit welcher sich-der Präsident.in.höchsteigener Person mit mehr oder weniger Engherzigkeit befassen muß. Daß diese Art Philanthropie niemandem nützt, ,daS Ansehen der Kultusgemeinde schädigt, den Empfänger erniedrigt und. erst recht zum Schnorrer macht, wurde außerhalb der Kultusgememde schon längst begriffen und deshalb hat die Philanthropie in altem Sinne auch Nirgends mehr ein Asyl. gefunden. Wie in einem Museum.haben sich in der Wiener Kultusgemeinde alle jene Institutionen erhalten, die während des letzten Jahrhunderts die Wiener jüdische EharitaS geschaffen hckt. Da ist zunächst die «Armenanstalt der Israelitischen-Kultusgemeinde Wien", eins Institution, die zu Beginn des vorigen Jahrhunderts ins Leben gerufen wurde und damals als moderne soziale Gründung gelten konnte. Denn,sie hatte es sich.zur Aufgabe gestellt, den reichen Juden Wiens eine, Zentralstelle zu. schaffen,' durch welche sie ihre' Spejrden . att die hehrWige JudWihaft,. die sich aüch damals hauptsächlich aus Flüchtlingen'aus, Mähren, Ungarn, Galizien rekrutiert, hatte, gelangen zu lassen. Dis reichen Juden wollten auch damals Nicht einzeln und direkt behelligt werdey und schufen sich, gewissermaßen eine gemeinsame Armenkasse. Heute ist diese Ärmenaststalt der Israelitischen Kultusgemeinde eigentlich ein Anachronismus, sie ist halb, kommunale Institution und halb philanthropischer Verein, und es mußte die ganze Findigkeit früherer Vorsteher und Vizepräsidenten herhalten, um sowohl beim Einlangen von Spenden an die ,KuItusgemeinds wie auch beim Eintreffen von Unterstützungsgesuchen festzustellen, welche Spende und in welchem Ausmaße oder welches. Gesuch döt Armenänstalt zugewiesen werden soll. . Tür an Tür mit. der Armenanstalt amtiert das «Wohltätigkeitsamt der Israelit ischen Kultus ge mein de Wien", ein Amt, daß, wis manches andere Amt in der Kultusgemeirrde, seinerzeit ohne jede Notwendigkeit für; eine, Person geschaffen, wtzrde, die ein schon längst, verstorbener KuItusvorsMevMtztKrbxistg'ön wollte. Anstatt die bereits bestandene AvmenaststM stufenweise zu entwickeln uttd cruszugestalten, wurde ihr gewissermaßen ein Konkurrenzunternehmen in der. Form. eines Wöhllättgkeitsamtes geschaffen. Dieses Amt Hätte-Sinn und Bedeutung gehabt, wenn es vor: vorneherem? nichts anderes als eine. wissettschüftlichtheoretischs, sozialpolitische-. -Zentralstelle der Judeyschast geworden wäre, von welcher aus-die.gesamte: jüdische Sozialbewegung in Wien und in Oesterreich beherrscht und durch fachliche Anregungen befruchtet, worden-; wäre. Statt. dessen ist dieses Wohltätigkeitsam-t anfangs eine große Verlegenheit gewesen und nnm kann ruhig fügen,, daß die Schaffung dieses Amtes zum großen Teils schuld daran ist, wenn die Wiener Kultusgemeinde in jüdisch-sozialpokttscher Hinsicht zu. den rückschrittlichsten und -rüDSswigst«, Gemeinwesen gehört, Wäre dieses Amt nicht geschaffen worden, so hätte sich vielleicht die Armenanstalt entsprechend entwickeln., und allmählich modernisieren können. Aber das, wenn auch überflüssigerweise, einmal ins Leben gerufene Wohltätigkeitsamt mutzte beschäftigt werden und dies geschah natürlich im alten Schlage. Wenn das Wohltätigkeitsamt heute trqtz aller Hemmungen von üben zu $inet Stufe emporgekommenist, die es ihm ermöglicht, wenigstens Teilarbeiten sozialer Mrsorge zu leisten, so ist dies mehr dem,Bureau als dem Systern und der Erkenntnis des Kultusvorstandes zu danken, daß dieses, Amt in der' ursprünglichen Form ein schäriülicher Widersinn ist., Der verstorbene Dr. Maximilian Steiner, desssn Bedeutung seinerzeit viel zu wenig, gewürdigt. wurde,, hat die Unhaltbarkeit eines auf. so niederer Stufe stehenden Wohltätigkeitsamtes empfunden und. ihm.Aufgaben zugewiesen, durch, deren Erfüllung es allmählich in dett Kteis aktiver Sozialpolitik gezogen wurde. So entstand der Wirkungskreis der Kinderfursorge, die gleichfalls bei größerem, mMrnere.nt Verständnis. von seiten des Knltusborstandes Hervorragendes zu erzielen berufen gerufen gewesen wäre. So aber droht auch diese Zweigstelle des WohttättgkeitsaMteß, obzwar sie sich äußerlich zu emanzipieren sucht, zu verkümmern und lvird schon hetzte.durch die modernst angelegte Jugendfürsorge der Jüdischnationalen überflügelt. Gleichfalls -im Amtshäufe der Kultusgemeinde besindet sich das Bureau der «Zentralstelle, für jüdisches A r m e n w e s e n", eine der.,schönsten und bedeutungsvollsten Schöpfungen des verstorbenen Vizepräsidenten Doktor Gustav Kohn. Diese Institution,- die nur als Oberbau des gesamten sozialen Fütsorgetvesens wirklich Zweckdienliches leisten könnte, tragt gleichfalls den Stempel veralteter Philanthropie. Den« auch hier war mehr der Wunsch, den Uitder- -stützungßttehmer zu kontrollieren und eine etwaige Doppelteteiluttg gtz verhüten, der SM« dieses sonst' schönen Gedankens. Gewiß wird auch biedurch das allzu Üppige Emporschietzen des BerufSLe!ä^l.-ttnus eingedämmt. Aber nicht Minder wichtig wäre es, das vielleicht in noch erschreckenderem Maße um sich greifende BerUfsphkanthropentum, das sich in zahllosen Vereinen mit gleichem' Aushängeschild 'breite macht, zu kontrollieren. Auch hier leistet das Ouieau daS Bestmögliche im Rahmen derihm zügebilligten Bewegungsfreiheit. Aber immer wieder ist eS das alte -Systems welches allen diesen Gebilden wie eine, entwicklunghemmende Krank? i hett in den Gliedern jtLck^. nnnuwwiiin«M »«»««»» m\xwn ZIG AR ETTEW PÄPl ERE ZIGARETtCNHÜLSEM Sie überwerten selbst Üfc höchsten F RÄuchferfs», g 9Bi'aäitBaaamaäiaiaamiBääa&ä$m, -Ui Die Jüdischnationalen haben nicht gewartet, bis.sie., die. Herrschaft über die Kultusgemeinde. erlangen, und haben'iw Wien eine soziale Fürsorge geschaffen, welche LvreitS alle Zweige dieses großen. Gebietes umfaßt. Ziehen sie als 'Sieger, in die Gemeinbestube ein, so werden sie dort vieles vor», finden, das des Ausbau'eö fähig..'und. würdig ist. Sicher ist/ daß ,eS eine: ihrer wichtigsten Aufgaben -fettt wird, Sw hiev ausgezählten drei Stellen-so-miteinander»zu verbinden und ausgugestalten, daß sie nicht doppelte und dreifache Arbeitverrichten, sondern ein ineittandergreifendeS züsammeit» hängendes Ganzes bilden. Kr, v‘ Tagesbericht. Die „Bodenständigen". Die bodenständigen" — da?- ist jene- MhichL Unserer jüdischen Mitbürger, welche unter den: Indens - tum dev vnb'Svvn, empörmtdevweise in dieser Stadtweilenden Juden unsäglich leiden. Wäre diese dunkle Masse nicht da, der Uraw die Jüdisch Seit lauf hundert.. Meter Entfernung ansieht die ,Dodeuständigen^^ - lebten in der schönsten aller Welten. Ein braves Ge? schüft im Kaiviertel, das in den Kriegsjahven. eiUeW" . Nicht zu verachtenden Ertrag abwarf, eine .Villa in Döbling oder Baden, ein GtaUrmsitz im Burgtheatev^ . zu den Premieren und im SeitensteLtenwmpel' .zn den. „hohen Feiertagen". Draußen xtt der „Gesellschaft" hat man. sich mit dem ^steigenden Vermögen immerhin seinen , Kreis erobert, in der israelitischen RsligwnsgeMomschaft,.. im Kahal, ipr Temp.elvorstand, in - der Aogen-Brüder- .i schaft ist man. wer. Auf einmal stehen.sie ha,.- wm*, brandet. Pom Antisemitislnus? Der schert sie. nicht/ . kann ihnen nichts anhaben. Umbrandet vom Judentumt - Das ist der unerhörte Frevel, den ihr Volkstum an ihnen begeht. Da fanden -.sie, rrsteiHrkü,' ..düknj /- klarer gemünzt ' im Konventikel, die rettende Losungr Judentum ist gut, schön und irdel.-.Mer nur"' -hasl-' bodenständige, 'erdgewachsene WieM AusiMLUni.', Hinaus!^ mit den anderen -Juden! MtrechM/ A- -W Viehwagen' stopfen, in Konzentrationslager spevven, diese jüdischen-/ Fremdlinge^ Fort mit den VielzuvMen!--Danü- WM- ' man wieder Jehovah preisen ont . FreMgabend, Ak-'' - ryosen spenden und wieder Äs IM Muschi sein in. ' .dieser Stadt an der schönen blauen-DoMU, -' - - Das Losungswort vonden ,HodLNständWn" - ist - unerhört frech und Verlogen Und - wir Mllen - es, unLeö- - f die Lupe nehmen. t . Bodenständig bürft°n sich' wohl nur jchld Huden' neunen, Heren Familien zwar nichts seit gräürr- Ädr-i .' , zeit,, aber'i döch zumindest lvir sind - sehr entge'gsns-. - kommend —i-. seit hundert JähreU Metzer Luft atm/n/ ' Däs wären.Äst diÄ Nachkommen jener ToleranMÄen, : deUett auf Grund des josefinischen Doleranzpatentes dev/ Aüsenthalt in Wien gestattet war und deren es ptttw''; 1808 in der Kaiserstadt insgesamt 119 Mische FaMilieü-, 'i Häupter gab. O, ihr.'erbgesessenenNÄchWmmD''' jettei!;; Dslerirtten, ihr jüdischen Urwiener v>ön''echtesii Schtüt i und Kotn, wo seid ihr zurzeit mir Ein mühsesiges Bei ginnenjene Ueberreste zusammenzusianben, die sich nicht - schon seit Generationen jenseits der rsrne.litischen ' Kultusgemeinde befinden. ' ' ' Die. ersten, allerersten Geduldeten wurzelten noch im > Judentum, haben Noch mit Hingabe slir ihre Grüdev j gewirkt. Aber schon nach kurzen Fahren Wiener Judentums begannen sie jenes ^frevelhafte, skrupellose Spiel, bas jetzt unsere /Bodenständigen" so verächtlich' .mrchtr Die Mische Umwelt abzuschütteln und sich um- Men, , Preis, auch den des Verrates. ihrer Glutgenossen,' die ., Gunst der Machthaber zu ergattern. In. dem denö- - würdigest Majestütsgesuch' vom 1,2. Äovembeu.:.18i^i führen die Juden nicht nur Klage darüber, daß sie nicht „als Böhmen, als Polen, als Deutsche, sondern nur als. . Juden und Israeliten angesehen werden",, joudern siestellest, auch schon .das ,Ansinnen,"daß... maU .mit Erteilung der Gleichberechtigung ' bei.' nen,'Jjfjti's niederösterreichischen Juden, beginne, die sich durch ,'Dür- ' gersinn, Redlichkeit und Bildung auszeichnen, .den JHetz : der anderen Provinzen später, wenn siei haizu. reiswerden" . . . Wahrlich, die neuen israelitischen Oturm-.- läuset gegen die „ftemden Juhen" sind zwap nicht höbest-! ständig, aber den jüdischen Mmeinbeväterst Ätsi'' vorigen, Jahrhundert wesettsverwandt. ,, , / -. Ein Blick ans die nächste Generation der Toleriertest, i mag dem weiteren Entwicklnttgsgang der „Bobenstätw, digen" verdeutlichen/ Da waren die großen . Wiener jüdischen Salütts der Eskeles, Arnstein, Herz, ' W e r t h e t m st e.i n. .Alle Achtung vor dein KlMst-- sinn, der . Kultur und den diplomatischen Fähigkeiten? dieser Damen und ihrer Kreise, Aber vom, Judentums wollten.diese.„Bodenständigen" nichts mehr wissen. Jaqim Hause Arnstein wurde eine bis - dahin in katholischen Familien ganz unbekannte gesellschaftlich^?..WslS!L MLL^LM.Mxd^Lrr. LeidL.mL.MriM»'-! i U i