Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 490 (4.6.1920)
- Date
- 1920-06-04
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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1 J Nr. 490 lenr Freitag : daher die Namen Dalentine und CSfliii3 Da sich Baseutine- Springer, die Herrin des Schlosses Sitzenberg, selbst^ dnjg«tz«ge» hatte. -7 was ühriMis.-^-Leziv^ifelL werden nahnl. der .dortige PsarDr^ ohne, ^edvnten - anu^derhielt für seinen 5tirchenfonds , die „nainhaste" Lpeaoe von sage 2500 Kronen. -Abgesehen''onvon,«das; ,dieser ^Betrag der-Multimillionärin nicht mehr als em Bettelgeld zu nennen ist-' hat der Pfarrer-obendrein,-die' christlichen verlnögenden Gemeindemitgliedec vor den Kopf "gestoßen,, von denen manche eine besondere Ehrts. darin.' gefundeil Hachen wsi'rden, als Paten zu fungieren,, und sicherlich - eine, größere, den gegenwärtigen, s Verhältnissen angeincssene 'Spende 'hätten 'folgen laffen.' . ' Es ist eine traurige Tatsache, daß ein katholischer.Priester «9 nicht 'unter' seiner Würde, fand, .'sich por' den Juden zu verbeugen.'.Eine derartige Wöhlchie.uerei 'dem..jüdischen Groß-/ kapital gegenüber, wie sic. in d'iMn. Falle vorliegt, kamt nicht scharf genug' getädeA werden.. Pächter. Geehrter Herr: Doktor! / ' . Bestätigend den Empfang Ihres /werten Schreibens vom ls.4.v. -M., teile, ich folgendes,,mit: Bei der Glockenweihe in. R.cidling. fungierteals sGlockan-patin - Ella Kohl - geb.orne Freiin v. Springer,"welche ,K<r t h o l.i,kin ist, als Glücken--' Patin ist sie auch eingetragen. Wenn, die Glocke den-Namen Iahentiiw Ella trägt, so bemerke ich, daß ja auch ein christlicher Taufname - ist ,mrd ich btcjeit Namen aus Dankbarkeit gegen Fran Baronin Valentine Springer, welche, obwohl'Israelitin) ^üiiser' Werk'finanziell sehr unterstützte, zn -Ella hinzilgef'ligL' Z'm übrigen sprach'ich mit Herrn Baron Springer sclhP'darüber, der taktvoll bemerkte,-daß seine - Fmu^aus ^religKsLÜ'- G^ühdeü '-die'-.'Paten- . schuft nicht übernehmenkönne; ujch' hübe , ich' den 'Ausweg, seine k a t h 0 li s ch e- Schwester,'- E^a Kohl v. Kohlenegg, als' Glockenpatin zu nehmen, als den bqfent 'erkänüt. Frau Baronin Valentine Springer hatte also in Wirklichkeit als Glocken- Patin nichts' zu"tun. Wenn ich mH' in meiner Rede'dies-' bezüglich sch lech t ^usd r ü ck t.e, so kann 'ja daS sein. Im übrigen stehe ich den Springers uMälss Parteirn'ann, sondern als Mensch und Pfarrer "gegenüber, und als solcher achte und -schätzeichdiese edlew o§Pntc, -.die ich als solche kÄnien und schätzen gelernt, -habe'.->E.in- Haß ist hier'nicht am Matze, Menschen gegenüber,.!-Die. ,'iinr, Mutes zu. stiften bemilht sind. Man möge also. ans», diese arme,.- taubstumme, aber ehl^Person nie alS-Katholit -die --Schale, seines Zornes äusgießem Ich gebe, hier nur der Wahrheit Zeugnis,'wenn ich diese-Leute.lobe. -Mit dem AWdruck vorzüglichster Hochachtung : ' Wilhelm. Pe-ite- Pfarrer. Neidling, 13.. Mai 1020. - . .' ' - .. ,* ", - ■ . Da gewinnt man- -1vieden» ei Ücki ist^ lhS^.-östoßenden Einblick in das Seelenleben jener 'jüdischen .Kirchenväter,' die heute als -Taufpaten -einerkatholischen - Kirchenglocke, morgen" als -Paten eines n ich tj-ü d i sch n-a-t i o'n'a-le n- - Wähl-' komitees- Geld-hergebchn und! sich einen Einfluß auf die. größte' jüdische Geineinde sichern tvollem.7 Wer - zn lese,: - versteht,' wird-aus'den:- Briese des Herrn- Pfarrers P e i-t ein Reidling " her»usfinden,:daß die eigentliche-Ta-nf-patin Frau Valentine tSpr.inge-r-Roth schilo war .-- und ihre katholische Schwägerin nur'als Strohmann figuriert hat. - * ■ Das jüdische Museum in Wien. 'Das jüdische Museum führt' ist Wien ein iticktiges Klschenbrüdeldas-ein. Im dritten 'Siocklverle der jüdischen. Volksschule '(2. Bez., Malz^asse. ip)' untergehrachtj.' ist -est den'''wenigsten .Juden bekatults,'Nup ci^-elne besuchen es uW lvisse'n es' zu ivürdigeüi Und döchchttierbergt das jüdische Museum .'gar vieles, " wM danach angetau' ist, das Auge'" zu. -erfreuetst uyd der. Seele Nahrung zu. bieLÄt. Wüpfeit ivirs elneir ' Blick "in 'die .„gute' Stube",., die Jsidod K a u f'nr a n n' eingerichtet hat.' Der Zäub.er' der Sabbätstimmung ist. tziLrs.geivisserm-ajjSn^. eifigefangeil. Man sieht die., tveißtze^ckiek).^. Äsche,' die Lichter sind 'astgestecktt" (Die elektrischen Ker'zeU.' beeinträchtigen, viclleiöht ein, weirig das S'tünmungsbrld.) Der. Pokal scheint' trinkbereit, unter einer "lvetHen Serviette ist wohl die' „Challah" verborgen, '.der' Siddur zum.„Aidbnsch" aufgieschlageil . ..Es. siitd 'Mstrichtungsgegenständil gus dem achtzehnten' Jahrhülldert. > s Um nur 'einiges glts. Hst., sonstigen .Ausstellu^gSlräuuHn b.eranS^tgrcifcu- -77 wo. das. .meiste, jedein jirdischen.Lstteressettt'ön etwas-..' zu' sagen.- hat — sei unter andereur auf die.jüdische Ke r a tn.i k ails -dmn 16.'Hahr*, hundert verwiesen: Sederschüffeln.,Mt aparten Heich!- uungen. Es sprechen-, zu. ultss->die -..-Bildnisse jüdischer Persönlichkeiten (vvm Oe.lgemälde ,bis zur Aqua tiutä) jedes,.Mnxe vertreten, aus. neuer und älterer Zeir,. auch Mei.ras.se den Israe.l,ist hier im Bilde:vorhaudeu. Last not .least sind hier, reizende Mimatur^- tepp'i.che vo.m „Beza'lel" in Jerusalem zu sehen. Der „Sagest.des..Rabbi" von Prof. Bvris.Sch atz und vieles andere...Ich .beabsichtige keillesloegs,.'den Lesern .eine „Kunstschau". .-zn bieten, ich -tvill sie lediglich anregen, das jiidische Museum eifriger zu besuchen und-alles Schöne und Sehenslverte,, das..,aus6^Ltzeitet daliegt., auf sich wirten zu lstssqn.,.Marl 'katzliHm.Atamrelr kaum uuterdruckcil, haß dieser' Bevetzst-.^filr Sammlung und Ko nserv ierunL - Mt, - Kunst-, und historis chen- .Denkrn Llern -es Judentums", tvie-ec offiziell, heißt, so werüg Popularität genießt, daß seine Bestrebungan nur wenig BerftLndrus. finden.. Die Wiener .jüdische Bevölkerung' ist doch kunstliebend, .sie . ist es., sogar Ln. hervorragendem Maße. Woran mag es also liegen, .fragt man sich unwillkürlich. daß sie für das jüdische.Musenur sich so wenig begeistert? Vielleicht ist - dieses kühle Verhältnis einfach ein Rudiment, aus der 'Zeit,. wo alles Jüdische nicht ganz „fair" war. Das Kunstgewissen aller-jüdisch Getunten mutz crü'üch-'n, sie Müssen die angenehnw Pflicht, 1 Wretter MsrAenfjeitmrfl 4. Juni 1920 Seite all d-ie, Dtznen Durtzc' zu besichtigen, ^ersüLen.. Freilich auch die 'midere.' dem Vereine die. ilM Mbühr^rde. För-. denl.;g augodeihs'n / " " "Esther. .D' jüdiMe ÄntzisemiMmuS. Die Sache'M,aÜes-eher-'denn scherzhafte Der Anti-: semitisui'ns der Judeii beginnt allmählich den Antisemitismus der >Arier .an,Musdqhmttrg-?und' Intensität zu erreichen und gestört ist Wichier Astdcyhceisk'n allgemach zürn guten Ton.''Natürlich, ist unter Antisemitismusnicht" etwa -Me, scharsch Kritik ' an Pest' Schwächen und Fehlern der Judcinch'a'ft verstandest.' öw immer nur klärend und' bessernd lvi.rken känch sobald sie eben tut Bewußtsein und unter deck -Vdrzeichon '"der Selbstkritik erfolgt. Nein, der jüdische Antisemitismus beginnt dort, wo sich^ckst SLakstmesgenosse, der. durch.höhere Bstd'.lng und' Weltgewanöttzeit die'äußerM'/Formen des Ghettos überwunden-',hat,., gewissermaßen' astf, eine, höhere Stufe gestellt fühlt und von.dort aus üher „die Juden" zu. Gericht sitzt. Er schiebt die'Gefährten von sich, betrachtet sie aus der Entfernung und gibt .sohann sein' wohlwollend-kritisches stlrteil ah: .„Die"'J'uden sind zudring- / lich", „Die Juden haben einen Hang zum Betruch zur Gaunerei, zürn Faulenzen", Las sind Aussprüche, die man alle Tage aus jüdischem Mündel hörtt „ Angenommen,- daß etwas Wahres daran wäre, was aber nicht zutrifft, vermeint der Kritiker -irgendetwas durch sein liebloses Aufzcigen der'Fehler zubessern,- ver-' meint er damit einen Weg zu weisen, der zur Gesundung der Judenschast führt-? . Mit nichten, darum bandelt es sich dem wackeren Mann ja auch, nicht. M-will nur den Abstand' zwischen seiner eigenen erlachchten, abgeklärten- Person und „den Juden" richtig beleuchtet haben.. Danir gibt "es lwch die besondere Abart des'^jWsschen Aiui-j seniitr^mns: ' die Ub'neigüng' gegen heu OMuden: Nüst. nnrß ja ohneweiters zugestanden werden, daß vielen der' gehetzten, gepeinigten Ostjüden vom Standpunktdes Großstädters so-manches zum. Kulturmenschen fehlt und sie vielfach LebeuSgewohnheiten und .Sitten, mit sich bringen, die in unser Milieu nur schlecht--Hineinpassen. Aber'schließlich liegen, moderne ..Ideen den Bewolmern kleiner galizischer Städte ebenso fern wie , etwa den Unterinntalern und wer das Glück hatte,, unter anderen Einflüssen aufzuwa'chsen. hätte "die doppelte'Pflicht ferne Dankbarkeit für. dieses. Geschick--durch Nachsicht und Teilnahme. - gegen die - Benachteiligtem zu bekimden. Statt dessen gefällt -sich. die Wiener Mudenschaft ineiner fast prinzipielle^, -Gegnexschafh ,gßgMr dem« tzMdLn^.-Es ist offenbar, der Genutzt, seinerseits ein wenig:- Antisemit spieltzn.zu. könnenher. hier .verlockend wirkt. Wenn man schon nicht „Saujud!" schimpfen kann, sagt man wenigstens: „Der Polnische!" und füblt sich als etwas .ganz, ganz -anderes^ Leider sind aber die Arier durchaus .nicht geneigt, den feinen U-nterschied gelten zu lassen, und beurteilen den'jüdischest Antisemitismüs/ so wie' er .beurteilt-zu.werden verdient: als beispiellose Lächerlichkeit. t Ahasver in der Weltliteratur. Ahasver ist der „ungeschichtückie" Sagenmensch, der nur ht der Volksphackaste gelebt hat. Das Judentum kennt keinen „ewigen Inden", weil der Geist des Fluches und der ewigen Verdammnis, der . aus dieser Sage spricht, mit dem Genius des Judentums unvereinbar ist. Erß im XUI. Jahrhundert nimmt diese grausame Legende in'der Figur des Kartaphilus eine feste Gestalt ftm Dieser soll nach dem Bericht eines englischen Chronistenim Palaste drs'Pon'ius Pilatus Pförtner gewesen sem, jedoch zur Strafe für die Verspottung Jesus sei er von diesem zum ewigen Wandern verurteilt, .worden. Die Sage bot viel Stofs iur poetische Schöpfungen, Das älteste Dichtcrprodukt von diesem Sagenstoffe 'finden, wir in den sogenaunten C a n t e r b u r Y-Geschrchten des 14. Jahrhunderts. In Italien tritt AhaSver im 1b. Jahrhundert als Buttadeus auf. Er ist Schatzkenner und beinahe allwissend, denn er versteh alle Sprachen,, was den gelehrten. Humanisten Leonardo Bruni in Erstaunen letzt. Er ist wohltätig und rettet während eines Schneegestöbers im Gebirge zwei Kindern das Leben. In den Niederlanden nimmt er eine geheimnisvolle, schreckenerrrgende Gestalt an, in anderen Gegenden wird er mit- Wodan und dem „w i l d e n I ä g e r" identifiziert, .während er in Belgien als Isaak Laquedem austritt.- Als solcher erscheint er in Brüffel im Jahre 1774 in einer Herberge, wo er stehend einen Trunk einuimmt und gleich darauf verschwindet. Die erste poetische Bearbeitung drr Sage in Deutschland erfolgt durch Daniel S ch u b a r t (1783),. der in seiner Rbapsqdie ein. fast zwei Jahrtausende umfassendes geschichtliches Kolossalgemälde entrollte. G 0 e t h e hat m seinem bekannten Fragment den Ahasver als eine humoristische, orginelle Persönlichkeit geschildert, indem er. ihn als Vorsteher einer Art Herrnhuter" gemeinde einsührt. Zweimal kommt Ahasver im 19. Jahrhundert als Modeproblem zu Worte in den Dreißiger- und Vierzigcrjahren. dann wieder seit Beginn der Neunzigerjahre. Er galt als ein Sinnbild des ruhelos umhergetriebenen, unschuldig verfolgten Israel, er ist und bleibt der jüdische Märtprertypus, das beklagenswerte Opfer religiöser Nnduld'amkeit, der lebendige Protest des einen Gottes gegen den Polytheismus in jeder Form. Wiehl, A u e r b ach (in' srmem ^Spinoza"), C h a m i s s 0 (in dem Sonnett „Ein Bal Tschüb'a"), Eugene S u e, sind die hervorragensten Vertreter der ersten Periode. Fritz Mäuthn'ers ^Neuer Ahasver" (lSBl) folgte. In einem kleinen Schauspiel hat Heijermans (Ahasver 1393) ein mit schauerlichem Realismus gezeichnetes Bild einer russis^en Judenverfolgung m dcr Nähe von Nüchny- Nowgorod geliefert. Der durch die Taute fernes Sohnes znr Rasrrrr getriebene alte Mann erschemt hrer als ern neuer Ahasver. ttlkll' Größte AusivahU Billigste Preise? 54V 'Lespald Steinhart, Wim,Biberstraße 8. 17MIHQ ". Eine Schweizer Kommission zum Sttrdium d«!v. jüdischen Emigration. Mn'n meldet uns -aus -Zürich: / Anr 11. Mai wurde in Zürich n-ach vorhergehendem' Einvecnel'men mit den..-verschiedenen jüdischen Faktörerx. -in-'^er. Schweiz' ern-sKomileö''zum Studium .der .jütch-. -schen Emigration gegründet. Zurir Borfitzenden tyurde Herr Irr-eni?ur S. Gi us b-urg gewählt, der seit' Jahren der jüdischen Oefientlichkeit n-achzuweisrnsucht,/ - daß sie dem Enngrationspooblem, nicht genügende-Aufmerksamteit tvidrnet. /Auch jetzt, höre, man nur,-von d'entt komm-ckderi Wand erstürm, ohne sich.-aus ihn vor-; zubereiten- Das .rrLue-UsmitÄri-gedenkt- 'nicht etwa, den > . Schweizer KnlLusgeme'nd'Ln die philanthropische Sor^r . üm die über Buchs-Basel kommenden Emigranten M"' .zuirchmen, sondern als neutrale, außerhalb der Nichtnnq des Wand-erstromes stehende Stelle - alles-chr-Betracht komrnende Material neuesten Datums zu sammeln, zu verarbeiten und die Bulletins den in Betracht. konrinendeir. .'Emigration^-,' Palästina -Aeurtern. un8 ajtt-eeen Organisationen zur Verfügung zn stellen, Gleichzeitig will das Komitee eine AuSkunsts- / 'stehle für alle Interessenten'.errichtem' Denn-dic-.letzte " BeobachtunM an Einzelfällen -der. durch die Schweiz reisenden Amepika-Neisenden zeigt, daß sie, nwistensi völlig unorientiert, fich in die unangenehmsten Verlegenheiten stürzen. Die jüdische Presse weist noch viel zü wenig aüf die Valutaverhältnisse hin, so daß manche Familie schon an der Grenze in Büchs durch 'das * Einnehmen von Mahlzeiten um ihren ganzen Reisepsennrg kommt. , * Hebräischer Koreespondenzklub. Die Leitung dieses . Klubs' kündigt die Herausgabe eines e i g e n e n O r 'g a u s an, das fick hauvtsächlcck mit knlturvoliüsckcn Problemen befassen wi>d. Sie ist auck bereit, alle Fragen sprachlicher und literarische« Na'ur au die Mitglieder periodlsck zu beantworten. -Neuanmeldungen' an den Kulturvcrband, „Jabne", IX., Türkenstraße 9. * Wieveranfbauaktion fair die ostgattzischen Juden. Einem Berückte aus Amerika zufolge haben die galizischen Inden m Philadelphia.den Grundstein für eine j ü d i f ch e W i e d e r a u f b a u b a n k m Galizien gelegt, indcnl sie bei einer zn diesem Zwecke speziell veranstalteter, Versammlung den Betrag von 25.000 Dollar gesammelt haben.' Ferner haben sich die reichen galrzfichen Inden in Philadelphia bereit erklärt, den noch hrezu nötigen Betrag von 100.0.!0 Dollar ehestens aufznbrmgen. Der von der gahzischen Anierika-Kommrssion vorbrreilc'te Plan zmn Wiederausball. O st-, . g-a-l i i e n s gewinnt -unter der amerikanischem Judenschast riut jedem Tage mehr Anhänger. An der Spitze der Belvegüntz.stehen die bekannten Fühier der dortigen ostpalizischen Judenschast. William F i s ch m a n n und Bernard S e m.rn e l. idie sich gegenwärtig mrt der Saminlung eints'500.000-Dollar-Fo'ntzs fm' eine Wiederaufbau bank beschäftigen. Dieser Betrag soll allein in N e w-N 0 r k aufgebracht wcrden. * Eiare Kleidersyende 'ans Amcvifia. .Das Vionv« Ebilärevs'« Milk Relief rn New-Iork. das schon viele reich«! Gaben an Gerd, Lrbenslnitteln und Kleidiingsstückm nach Wien gelangen ließ, hat dem Kinder-Wohlsahrtswerk vor einigen Wochen neuerlich eine großzügige Spende für Wiener Kinde«- i - gewidmet. In 19 großen Kollis sandten' unsere Hclür in Amerika Schuhe, Strümpfe, Mützen, Sweater und Hemdhosen von einer bei uns. schon lange nicht gesehenen herrlichen Qualität. Eines der rührenden Mitglider des Vienna Chiiaren’s Milk Relief,; Herr Paul Larsen aus Ncw-Aork, der in'Wien weilt,' üderzeugie-- ' i sich von der Durchsüürung der Beleilungsaltiou, die in ihrem! Verlaufeauck von Fräulein Ella Kreisler, der Schwester Fitz Kreislers, überwacht wurde. >. * Ein Gedicht. Die Pariser Zeitschrift der Dadaisteü, s . welche den lieben Titel „Eannrbale" sühn, veröffentlicht dieses Gedicht: . - : * S u i c i d e. Abcdef v" ' g h i jkl ■ mn 0 pqr s t. n » lü . r i) ä Louis Aragon. I Es hat den Vorteil, daß es nicht übersetzt zu werden braucht. Der Titel fbet „Selbstmord" heißt) tut ja bei einem sozusagen lyrischen Erzeugnis nichts zur Sache. Im übrigen weiß mau nicht, ob man lachen oder weinen soll. Aus Gutgläubigkeit erheben die - Dadaisten ja keinen Anspruch, Drr Vollständigkeit halber: DaZ Werk ist aus starkem,-giftgrünem Papier gedruckt. * Bekämpfung de- Wuchers im Frischobstver« kehr. Wir erfahren vom Staatsamte' für Volksernährnug: Dank den günstigen Aussichten drr heimischen Obsternte und den , zu grwärti'genden Einfuhren ans Ungarn kann im heurigen Jahre eine ausreichende Versorgnng der Bevölkerung mit Obst^ zn angemeffenen Preisen mit Sicherheit erwartet werden. Es machen sich aber bereits wiederum Umtriebe gewisser ' Elemente bemerkbar, die darauf ausgeben. sich durch allerlei^ Machenschaften zum Schaden der Allgemeinheit in eigen-. nützigec Weise zn bereichern. Um diesem Treiben Einhalt zu tim, hat das Staatsamt für Bolksernährung sämtliche Landesregierungen und Kriegswncherämter angewiesen, sgegen Kettenhändler, Prcistreiber sowie Anfküuscr mit der vollen. Strenge des Gesetzes vorzugehen, Ueberschreitungen der züm Schutze der Verbraucher bestebrnden Vorschristcn, soweit fie'wchl von den ordentlichen- Gerichten zu ahnden find, grundsfi tz l i ch m i t A r r e st zu bestrafen und in jedem Falle - auf den Verfall der Ware zu erkennen. Die Bevölkerung wird aufgeiordertz stch der Teilnahme an preistreiberischru Machenschaften, sei es auch nur durch Gewährung oder Anbietung übermäßiger Preise, zu enthalten un'd die Behörden in ihrem Wirken nach Möglichkeit tatkrällig zu unterstützen. Ein Garibaldi-Muserrm in Mailand. Ans M-a il a n d wird berichtet.^ das? der Sladtrat von Mailandmit dem Unwerfitätsprosessor Enul C u r a t u'l 0 wegen Ankaufes seiner, großen Sammlung von Garibaldr-Rckiqnien ttt Verhandlungen stehe. Diese Sammlung, die auch ausländischen Forschern bekannt ist, enthält eine große Menge bisher nnbekannler Garckaldi-Bilder, unveröffemlichte Briefe von und an Garibaldi und sonstiae mit dem Leben Garibaldis zusammenhängende Gegenstände. Kommt drr Anlaut zustande, so wird diese Sammlung vercungt mit den im Püiseum von Mailand bereits bewahrten Ganbaldi-ErinnerungSgegenständen m einem zu errichtenden Gartbaldi-A?useum unterst brach t N'tt'd'tt.