Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 482 (27.5.1920)
- Date
- 1920-05-27
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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1 M.. 462 ., Wien. Donnerstag. , Iciüdtäg e'müesetzten besonderen ÄuSschilsscs. Bericht Matter Dm Ke tz Ma-ntrasie narnens, deK ÄüsWssÄ, M von öM in WbsWsterrcich erzeugten NotattonZsrückpapM rü chWe'MW m& ßur He'rstellMg M^-oVsristerreichischen Tages, und Wochenblätter erforderliche änWiM-sWMesteU.werden müsse, daß den oberöster-- keichischen Papierfabriken, die jetzt stillstehen, durch gerügende Kohlenlieferungen ein dauernder Vetti'eb er-> nöglicht werde- und daß . dm Zeitungen von den denr krfchtziKWgM zunächst gelegenen Fabriken zu belieföttr ieiM. . \ ■ - : . Abgeordneter Thomas beantragte als Zusatz, daß üe StaÄtsregierung aufgefordert werden möge, dsn iortKesetzM Weisörhöhungen und den an Wucher grstt-- ,eMN' .PtÄsfeftfetzungen auf deM'PäpiermaM endW nttüial Mergisch entgegenzuwirken und gesetzliche Matzraihmeu gegen neuerllche Versuche, den Papierpreis m üe Höhe zu treiben, zu ergreifen. Die Anträge wurden mgenüMcken. Blutige Zusammenstöße zwischen Nationalsozialisten und Sozialdemokraten. Salzburg, 26. Mai. Bei einer gestern in Zell am Lee abgehaltenen Versammlung der Nationalsozialisten Mm es zu einem Zusammenstoß mit Sozialdemokraten. RationöktaL Witte rstig g Mikt im Laufe her-etttstandenen Prügelei nicht unerhebEiche PetlePunzen am Kopfe und mußte sich in das Spital in Zell am SK bsgOett. Die behördliche Untersuchung ist iw 8M . Die jngoslaWisch-österreichischen Verhandlungen Dir öereitä anMindigte Reise L^r Staatssekretäre für BolkSrrnähmng und Verkehr nach Jugoslawien wird im Lause ta? ktstch Juniwöche erfolgen. 'Seite 3 27. Mai 1920 Wiener Morgenzeiturrg reiche indische Bevölkerung Tat Mhinen orr oocf wohnetiveuj Ani 11. Mai fand' in Sto-ckholm eine ' aroßeDemonstPationsversamMlung Der schwedischen Zionisten statt, über derart Verlauf wir an anderer Stelle berichtem. Anläßlich dieser Kirer, rickstete der schwedische Minister- ' . Präsident Uran trug, der bekaninteFührer der Jnchrnalionale, folgendes' Schreiben an - den Vorstand der Svens«! Zronistföreningen. Der Staatsminister.f Stockholm, den A. Mai :1920w SvssNska Zionistföreningen, * , .Stockyolm., ' Ws ich' bereits- Ihren Delegaten bei ihrem' freundlichen Besuch mitgeteilt: habe, bin ich nicht in de« Lage-, persönlich Ihrer feierlichen Versammlung am 11. d. M. veizuwohnen. Es ist mir aber eine teure Pflicht, brr Versammlung den Ausdruck' meiner besten Glückwünsche zu dem großen, und wie man Haffen darf, entscheidenden Erfolg zu schicken, den Ihre Bestrebungen durch den Beschluß von San ReMo, bezüglich, der Wiedererrichtung eitles Mischen Staates in Palästina, zunächst unter englischem Protektorat, gewonnen haben. Wenn dieser Beschluß in dem Geiste nationaler Befreiung und nationaler Konzentration durchgesührt wird, die so viel ich' weiß, jederzeit Ihre Bewegung ausgezeichnet htch dann wird er einen Ausgangspunkt für eine neue ifnu* fruchtbringeitbe Entwicklung kn dev Geschichte Ihrer hochbegabten Nasse werden. 'Der Einschlag, 8er von den jüdischen Bürgern in denverschiedenen Ländern bisher zum Fortschritt der allgemeinen Zivilisatton gegr-ben wurde, wird wie bisher fortgesetzt werden, aber ein Teil der 'Schwierigkeiten, die an gewissen 'Stellen der Welt sich dadurch erKben Traten,, daß' *efitc unverhältnismäßig M)landeren Nationen lebt, werden ganz ' gewiß leichter Liberwunden werven zmo verlchwmven, looald' an wEder 'er«. richteter jüdischer Nationalstaat das natürliche Zentrum für die Wahrnehmung der ' jüdischen Interessen . in der ga.irzeH Welt wird. > y Sie haben also wirklich Veranlassung, jetzt » eine. Fest-j, Versammlung zu veranstalten, und ich bitte Sie, überzeugt' ^, zu. sein, daß die Sympathien für Ihre ehrliche Sache, . denen' ich früher mehr als einmal .während der Zeit der' Der-» - fvlgungen in der Welt Ausdruck gegeben habe. Ihnen auch jetzt weiter folgen werden, wo man 'hoffen darf, daß öi# schwerste Zeit für Ihr Volk vorüber ist. ' - > ‘4 ’V* Es ists Mir eine besondere F-reude, nteinnr Wü'A-' - wünschen sowohl als schwedischer Bürger als auch als! - internattonaler Sozialist Ausdruck geben zu dürfen. Unser'; Land gehört zu denjenigen, wo,man am frühesten die Gleichberechtigung der Bürger jüdischer Nationalität anerkannt, und' wo antisemitische Strömungen und eine Hetzagitatton von der Art, wie sie zur Schande der betreffenden Länder, anderswo. > geführt wurde, niemals eine nenncnslverte Resonanz, gehabt haben, und der international Sozialismushat durch seine' wiederholte Stellungnahme nicht nur gegen die schamlosery > Judenverfolgungen in gewiss«: Länder,:, sondern auch für das Programm des Zionismus, einen freien, nationalem > jüdischen Staat zu schaffen, seinen Standpunkt zu Ihren B.esttebungen tagklar dargelegt. > r\ 'Genehmigen Sie den. Ansdruck meiner ausgezelchnsttNl ° Hochmhtlmg ■ f *•; Hj. Branti'ng.^ Telegramme. Drs Eröffn«« g des tschechischen Parlaments. LVAafcheg znnt Präfidenten Wiedergewählt. Prag, 26. Mai. (Tfchecho-slowakisches Preßbureuu.) hchrte wurde die erste gewählte Nationalversammlung durch den Miniftevpräsidentett T n s a x in den- Räumen bt§ frÄhesen RUdölfinuin eröffnet. Das HauS-and die' TEünerk Mren dicht besetzt. Nach Erleöigur'lg'. der MtMsstiätzey. .MßMleguag des Gelöbkisses-vurch' die Ab geordneten würde zur Wahl des PräsLentett der M'KMdWtestEaMchet KefchMtzen. 4 1. öis^er.'ge President Tonra schek wuE ntik 26® PÄrr 2^1 abgegebenen Stimmenzum Pr äsiöen-« teM,seHäHlt.^Er legte das Gelöbnis in seiner Eigenschaft als Präsident ab, dankte in einer kurzen Rede für das TPn ^sätzenkte Petträüen und forderte die Mit- AMhidn^tenkantmer ohne, Unterschieb^ der PäEr Mr' ZusamnrenaGeit auf. Seine ZTede wurde vord-en VertretSrn der tschechischen Parteien mkt'stürmischM Wöisalk MfßenönnNeü. Ein Nlaghatischer' Äbge- - 'W'HsttsxöMMtt VöMvn hie Hrej.- heikj^, töob^i ihm Üis'rt'-öen' GutschÄr ^.GoziklLMyMLM .«,Hehr richtig!" zstgerusty wurde, - - Me Sißüng wurde sodattnnn tetd ra chen. - Me- Ab geordnete,ltammer hat nach Wiederaufnahme bep Sitzung die vier Stellvertreter des Präsidenten gewählt, darunter den deutschen svzi-aldemdkratifchen Abgeordneten Dr. C z e ch. Nach der Wahlder Ordner und dev Schriftführer wurde die Sitzung geschlossen. " 26. Mäii Die Möfflrungssitzung be^ Abge^> vrSAMHnuses nähnt dis aiis einige Zürüfe währeM her Antrittsrede des neugewählteü- Präsidenten Tönt-aschek t'eiiM rütziMt OerAüf. 'Als'Präsidsnt Tvmaschek die bittH 1si& Pürlamertiswahtett bekundete Einheit der TMch'stt Md der Slowenen Vetiönte, rief ein slotvakifcheij KleriWt! „MätzyarrsHe Watzlen!" Als der Präsidsttt dskaüf vsrwies, daß das Gebäude bisher eine 'GNtte - Kunst und 8ölt Härwvnie erfüllt' gewesen sei> Mitbs övst deutscher Seite gerufen: ,,Ein Werk destMeL Mttst tzNd deutscher Hände!" Später' tief ein dMschMWtischär Abgeordneter: „Gebt den unterdMZ^N Böllern die Freiheit", welcher Zuruf von deutscher Seite mit lebhäftein Weifall ausgenommen wurden Da dm 'Geschäftsordnung den deutschen MMrdnLtett nicht gestattet hat, heute schön ihre stwatsrechtliche BvvwahruNtz abzilgeben, w'trdl diesi m der Dienstag.-- sitzMg geschehest. Während dev Sitzung des Abgeordnetenhauses veranstalteten die Linkssozialisten gwße Straßendenronstrarivnen, zu denen auch eine Abordnung der Kladuoer Arbeiterschaft eingetroffen war.! ' K-kItituieruttdes Senats. Prag, 26. Mai. (Tjchecho-slow. Preßbm.) Heute fand die konstituierende Sitzung des neugewählten Senats statt. Ins Präsidium wurden gewählt'..Professor Horaeek (Ägrarier) als Präsident und als VizepriifidentM der Sozialdemokrat Soukup und der NattonalfoziaÜst Klofae. Unter best Schriftführern befindet sich der Deutsche Dominik Low. Kommukifiekdemvnstvatiött in Pvag. PVÜg» 36. Mai. (Privat.) Hmte hat auf deck. Wettzels« V i a h e M 11 Uhr vormütM eine große D e m o nsträtiön brr Kowmukifteu pattgestmhen als Protest Uhuh die LaM Lxr MMwärMN,Rcgittnng, Die Kommunisten verlangten die Einsetzung von A r beit r rr ä t e n und die Uebertraguntz des bolschewikischen Kommumsmits auf den tschechischen Boden. Spannung zwischen Polen und der TscheHo- Slowaker. Warschau, 26. Mai. (Tel.-Kömp.) Angesichts der jüngsten Ereignisse m Tescheu fiitb nach einem Bericht der offiziellen: Agentur Varsovia die diplomatischen Beziehungen zwischen. Polen und der Tschecho- Slowakei sehr gespannt, so daß man mit der Möglichkeit des Abbruches der Beziehungen rechnet. Die jüdische« Rechte in Griechenland. Die jüdische Gemeinde von Saloniki als oberste jüdische Instanz. . London, 24. Mai. (Jüd. Korr.-B'ur.)' Aus Athen wird gemeldet: Der griechische Unterrichts minister legte her Kammer einen Gesetzentwurf vor, welcher die i ü d ische Gemeinde von Saloniki als höchste jüdische Behörde in. Griechenland anerkennt. Der Entwurf anerkeunt.alle bisher bestehenden Rechte dev griechischen Juden auf religio fern, rechtlichem und dem Gebiet der Erziehnug Und bestätigt den Sabbat als gasetzlich.en Rnhetag für die Juden. v ■*....., Die Wirren in Irland. Bv'bli«, 26. Mai. (Muter.) Die'Sinnfeiner setzen ihre Anschläge fort. In Debercurry wurden in der Nacht auf Sonntag das ■ Gerichtsgebäude sowie das Polizeiamt in Brand gesteckt. In' Lvugh bei Galway versuchte man, die Polrzeikaserne in die Luft zu sprengen. Die Polizeilente entgingen dem Anschlag. Tagesbericht. Geschenke für das Jerusalemer jüdische Rationalmusenm. /- Herrn Professor Boris Schatz', welcher Lei verschiedenen Wiener Künstlern für das Jerusalemer Museum Einkäufe besorgt, ^sind auch; von Künstlern und Kunstfreunden Zahlreiche Kunstlverte und Kimstgegen-- stände als Geschenkck fiir bas Museum gewidmet worden. Herr Professor Schatz nimmt täglich, von 2 bis 3 Uhr nachmittags in der Wvhüung (des Malers' Kr e st in,. 1. Bez., Concordiaplatz 5, weitere Geschenke entgegen. Die Liste der Geschenk wird fortlaufend veröffentlicht. \ t . Bon den bedeutendsten ^GeschMlen feien heute erwähnt: '. \ Dialer Jehuda Epstein: „Selbstporträt" und eine Zeichnung; Herr Hartenstein: Das weltbekannte Wieiftertveck des verstorbenen Malers Moritz Gott lieb, „Der Rabbi im Tempel" und Gottliebs' nicht minder bedeutened Werk „Jan Kippu". Mit diesen Geschenken hat Herr Hartenstein sich' um das Muftun: ein nnsterülichcs Verdienst erivorben. ' Herr Dr. S eg all: „Jan Vietoors' Abraham' Und' Hagvr", ein gnuz in der Art Rembrandts von seinetn Schüler gemaltes Meisterwerk. ' Frau Federu-Lipschitz: ein Pvrträt.HirscheUbergs, vou ihm genmlt und ihr Porträt, gemalt von Hirschenverg. Maser Adolf Kaufmdnnr „Selbstporträt", Herren D'r. I. Waldmann und Sanblex,' „JudiE< ge.-- »Ult vgn. Uilhesnt WM?l. Dr. M. Krämer: mehrere Stücke Alt-Wieneri und Alt-Meissner Porzellan. N. N. 25. Medaillen und' Ptaqurtten. Zur Repatriierung der Kriegsgefangenen. Das Kriegsgefangenen-Jnformationsbuwau bc@j Iudischen Nationalrates für Dentschösterreichj berichtet: Unter dem Eindrücke der von der Zionistischen Organisation beschafften und verbreiteten Berichte über die Lag-e der.Kriegsgefangenen in Sibir-ie.w und von. dem Gedanken getragen, daß bei der gegewtoäxtigen Machtbosigkeip der Zentralstaaten nur frei-! willige Organisationen die Befreiung der Kriegsgefangenen erwirken können, hat das Amerioan Joint Distribution Committee, wie schon gemeldet, die Jintiattvs ergriffen, um endlich alle von Wladiwostok aus erreichbare jüdische und n i ch t j ft d is ch'e Kriegsgefangene heimzubringen. Folgende acht Orgatnsationen haben sich zur Ausführung dieses Planes zusammen^ getan: American Joint Distribution Committee, American Relief for Amerioan War Prisoners, American' Friends' Service Commission, American Red Croß', Federil Council vf Ehurches vf Christ in American Nattonal Lntheran Coüncil and -A. M. E. A. Sie er hielten von der amerikanischen Regierung die Zusicherung der Unterstützung. Amerika stellt fünf seine größten Transportdampfei zur- Verfügung, dis ausreichen werden, um den .Heimtransport der T5.000j in Betracht kommenden Kriegsgefangenen durchzuführen^ Drei Millionen Dollar sind .hiefür erfordert lich. Das American Joint Distribution Committee und« das Amerikanische Rote Kreuz haben jej 250.000 Dollar aufgebracht. Die 'gleiche Summe haÜ das Ungar i s ch e Hilfskomitee Amerikas' Mgesagt. ] Die vereinigten acht »Hilfsorganisationen habew einen Aufruf erlassen, der sich speziell an die Ber^ wandten der Kriegsgefangenen richtet und bezweckt^ den zu drei Millionen Dollar noch fehlenden Betragj aufzubringen. Von den beteiligten Mgierungen ist mp Augenblick kaum ein Zuschuß zu den RepattrierungÄkosten zu'erwarte::.! Unter den 15.000 Gefangenen dürften sich' 1200j jüdische Kriegsgefangene befinden. In Betracht kommen alle jüdischen Kriegsgefangenen der ehemaligen öfters reichisch-nngarischen Monarchie mit Ausnahme der! imch Ts'chechv-Slvwakien zuständigen, für die das tschecho-slowakische Repatrnernngskoyritee für jüdischen Gefangeueü tsch^echo-slviviaftscher Sjasttsang^ Hörigkeit sorgk.; . . ' , ' 1 / 5| *• Beerdigungen am heuttgen Tage. Alter Feie 8 b o f: 9 Uhr 30 M:n. Weiß Katharina, 10 Uhr Guttwam Ernestine, 10 Uhr 30 Min. DeuchrS Gustav Gabriel. — Neuer F r i e d h o f: 10 Uhr 40 Min. Horowitz Josestne, 11 UÄ Dr. Rosenzweig Moritz, 11 Uhr 20 Min. Frankl Simon, 11 Uhl 40 Min. Goldstem Mathilde. * Ein Memorandum der Juden Siebenbürgens an di< englische Regierung. Aus Klausenburg wird uns. berichtet: Aus Anlaß der Beschlüsse von San Romo haben in^sämtlichep jüdischen Gemciichon Siebenbürgens Festversammlungen uns Feftgottesdiene fbattgefunden. In Klnusenburg haben sowohs die Orthodoxen als auch die Neologcn und die Gruppen da« alleren Richtlimien den historischen Tag festlich begcnmens was auch dadurch zum Ausdruck kam, daß sämtliche bei tnbfev Festgottesdiensten gespendeten Beträge dem Palästina-Äusbaufonds gewidmet wurden. Der Siebenbüvger Jüdische Natryl naiverband richtete aus diesem Anlaß an die enginsche Ro gievung eine in hebräischer und englischer Sprache verfaß« Denkschvift, iu welcher namens der Judenschctfk Sieben«