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Wiener Morgenzeitung · 1920-05-11 · Heft 467 (11.5.1920) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 467 (11.5.1920)
Date
1920-05-11
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien. Meirstaej LBieüer Morgenzettttttg reich. Wohl jedes Blatt der jüdischen Geschichte zählt eine Ursache auf: Bald ist es der Selbsterhaltungstrieb, bald der starre Rabbinismus, der augeborne Wissensdrang, der mangelhaft ausgebildetc Kunstsinn, vornehmlich aber die Verfolgung und Unterdrückung van ansten. Dies erklärt uns auch, warum von allen Erzeugnissen der jiddischen Literatur dieser, Epoche die. Dramen die schlechtesten lind. (sin. Bkhnerrwert, von varnüerein lediglich zur Lektüre bestimmt, kann ..nicht ein Wert für die Bübn-e sein. Es war für die Juden des Ostens zweifellos kein großer Verlust, da st für die „gemachten" Büduenwerke keine Bühnen vorhanden waren. Die primitiven jüdischen Büluren. die die sogenannten jüdischen Säugertruppen, wie zrnn Beispiel die berühmten „Brodyer Länger", in Pierlotalen rata Weinrestaurants errichteten, waren geradezu eine ciudrchgUche Mahnung, diese verrohend wirkende „rtunst" nicht auskeinlen zu lassen. Und doch sind diese Längertruppe'n, die bereits neben verschiedenen Conple-s, burlesken Liedern und gereimten Zoten auch kleinere Einakrer'aufznführeu Pflegten, die unfreiwilligen Anreger zur Schaffung einer jüdischen Bühne gewesen. Diese Erscheinung ist beachtenswert, weil sie eine Ent- Wicklung in umgekehrter Reihenfolge zeigt. Ueberall sonst ist das Ueberbrettl das Produkt einer Lhiaterübersättigten Zeit; das Uebcrbrett! bedeutet gewissermaßen die lieber- Windung des Theaters. Hier aber wurde zuerst das Uebertvecti geschaffen und von diesen! dann der Sprung zu den Brettern, die eine Welt bedeuten, gewagt. » Aus den ThsaLern. Im B n r g t he a t r r gklncht marg-'N. Mittwoch, ftK o n i g r n Christi u t" zur Zlürfttprung. An'ang '/.7 Ubr. Jur O p e r n t l, e a t r r gcfinoi morgen. M tlwoch, »D e r R o r e n k a v a l i •: t" zur Austühnng. An - ang 6 Ühr. h Die Direktion des B n r g t h e a t e r s teilt ani mehrfache Anfragen hin mit, d-,isi das Lüstiviel r e' Schwestern o d e r E a i a n o v a i n S v a" von Arrbnr Ä ch n : fe {e r wegen Beunanbuna H-rrn. T r e ß l e r seit dem 2$. April im Repruo^e de§ Burzrkeatcrs nickst erscheinen konN'e. Donnerstag dcn^ st. M. wird dast Lnst'viel um Schönbrunner S rb l s st t l> e a t e r änwsstibrt Mi» Herrn R o m b e r a in "er Nolle des Casanova — Es .wird nochmals daram h-ngewstien, daß wc kür die abgesagten ^Vorstellungen nn Bürgt de st er und Schön!-:unner Schloßbeater (Montag den 10. fr. M > n-l-’u-n Karten an den besteffenben Verkaufsstellen bis Mittwoch den 12. d. M., 12 Uhr mittags, Luriickgenommen w.rden. Die nächste Novität des S ch 8 n b v « n « e r S ch l t fftheaters ist ein hcistirr A'-end Ni' l r o t f f e t s zweiöligem L'.m'vie! „Der e r st e B e st t" nnd Bernard Shaws Eutastrr ,.E s b a t n i ch t f o 1 {c n t e i n". . In der Netten Wiener B ü h n e beginnt die yeukge.waüWkwuna von C. M. L e v e h o w s Hirtenl'ed «dl u t h\ Äcuii! von Hans & ä j. pränie ist7 Uhr. Züspätkommende kcuum erst uach dem ersten Bilde zu ihren Sitzen geranam. . ........ Im Carltheater findet Samstag den 15. Mai b. M. NM 2 Uhr nachmittigs ein' F st Vorstellung zugunsten des Feiiälsonos des Personals des Earltheakers stakt. Zur AnffiilirüNg gelangt „D e r H n t t e n b e s i tz e i* mit den Bnrg'chärtsviett-' Nnnen Lotte Witt. Anna K a l l i n a, ferner Nelly H p chrv a l d vom Dcu'schen Bolkörbeuer und Pia A r n o l fr,, von &ui Jarno-Biiknen. sowie den Herren.Buraschauwiele'-n Georg N er me r s, der die Hauvlrdlle inne hat, Emmerich Re iw ers sowie Max N e u f e l b, dem belarmtm Filmstar. Gerhard Hauptmanrrs GeLurtshavs ist wieder der Dmeutlichkeit übcrgeben worden, nachdem es 'eit dem Ausbrnch des Krieges von der Mil'tii:Verwaltung für dienstliche Zwrche verwendet worden war. Es bandelt stch um das Hotel P'.emrischi Krone in Salchrunn. Die üls „Fuhrmann Henfchcl* bezrichnete Kutichcrstube rst in der alreu Aufmachung erlralinn Freilichtaufführung dss Lena^fcheu „Faust«. DiL Wiener K a n, m e r k n n st bcabficht-gt, aut d'r Fre-lichtvühne, welche zwecks Amssthrung des „Somni-'rnach's raum" im Belvedere geschaffen w rd, Lmans „F a ,t st" zur Dar? stellung zu brinaen. Die Kammerlunst bereite! fr^s üUerk in einer für diesen Zweck geschehenen Beai b-'riung von Atttlio B l e i b« treu und Fr,cdl S ch r e y v o g l vor. - Ludwig Varnay» der gegcnwäuig in scinont hännoverschen Tuskuluvr der Muse^ lebendberühmte Schauivirler und Begründer der Deutschen Bühnrugenosscnschatt, wurde dieser -vage 60 Jahre alt. Barnay. 1860 als Sohn des Sekretärs der rsraelituchen Kultusgemeinde ,n Budapest geborm. brannte als junger Mensch ans dem Eltcrnhauie durch und trat zum ersten Male in Trautrvan in Böhmen unirr dem Namen Lacroir aus. wo er jämmerlich durchs,'!. Berl der Schneider. Aus dem Jüdischen des I. L. Perez. (Schluß? „Und wie die Zeit vor dem Neujahrsfeste bmnmh wenn man jede Nacht ins eBethaus geht, »m Buß- Gebete zu sprechen, da wird es mir schon etwas bange: der Schuldiener klopft jede Nacht ans Fenster,- um mich zu wecken, und mein Herz klopft auch! Es zieht Mich hin . . . Aber ich bin ja Berl der Schneider Änd halte mein Wort! Ich ziehe mir die Bettdech: ,, über den Kopf und gebe nicht nach. Dann kommt das j Neujahrsfest — ich rühre keinen Finger. Und wenn die Stunde konrmt, wenn man Sch-ojfer*) bläst, stopfe ich mir Werg in die Ohren . . . Das Herz will, mir aus dem Leibe springen, Rabbi! Ich habe vor mir selbst Ekel: ich bin ungewaschen und trage schmutzige Werktagskleider. Ein kleiner Spiegel hängt bei mir in der Stube — ich kehre ihn um zur Wand, 'ichj will mich nicht sehen! Und wie ich höre, daß die Gemeinde zum Flusse geht, um die Sünden ins Wasser abzuschütteln ..." Er verstutnmt für eine Weile und ruft dann aus: „Aber recht habe ich, Rabbi! -Und ohne was zu ertrrichen, will ich rächt nachgeben!" Rabbi Levi-Jizchok denkt eine Weil« nach und fragt) ( V Wil.dk'rs-.o.r«, dlü; am jüdischen. RenjahrS.kcig gr- Eitte Schauspte^erin als Universität«! ektorln. Die Schmckvielerin Ansta S w e r t o l h ein frukeiils Mitplird des Stadttheateis in Könipsbe'g in Prcusten, wurde als Lestonn an der Könicksbirstn Nnwerstiät für Sprache, Rede- und BorkrttsZkunst von! Kultusministerium bestänpt. Theater von heute. 7 Burgtheater: G,n Geschlecht. <; Sperntheatev: Ma,garere Faust). %fi Schönbruunev Schlotztheater: Viel Lärm um uichiS/ Vi? Vslksoper' Tosca. '/»6 Deutsches VolkstheateT: Peter Gynt. ' 7 Wiener ^ammerspiete: Die frrcibundeil TaW 7 ^osefstädter Theater - Die Dame vom Mapm. / Vs7 Neue Wiener Buhne: Zum ersten Male 7 Ruth.? Wiener Stadttheater 7 Mw Ms von Kt ttz. 7 Reuaisicknee-Vühue: Die schwarze Danie der. Sonette. . — Die Kulissen der Seele. -- Goethe. VJ Wiener Komödienhaus: Das Sperrsechserl. V.7 Carl-Theater: Der Hofnarr. '^7 Theater a« .der Wirrt!;'DichtMebe^ 7 Apollo-Theater: Fräulein Puck. */<7 Balmund-Theater: Dorfmustkanten. ‘ >/.7 Wiener Bürgertheater: Mchi tanzt. . st«7 Johann Strontz'Theater: Das Hollandweibchrn. Metropol-Theater: Schwarzwaldwäfrel. 7 LUftspieltheater: Die Königin der Lust. Sport. IüdWer Sport in Äraz. Hastoah l gegen Germania I 0:0 (Meisterschaft). Nach dem glänzenden Abschneiden der Hakoahner gegen den Mener Fußballklub Sturm 07 bereiteten sie diesmal den zahlreich erschienenen Zuschauern eine große Enttäuschung. Hakoah konnte pon Glück reden, wenigstens einen Punkt gerettet zu haben, und ijt dies lediglich ein Verdienst des Ersatztormannes Freiberger II, welcher einen glänzenden Tag hatte und die schwierigsten Bälle mit, Ruhe und Kaltblütigkeit meisterte. Verteidigung und Deckung arbeiteten wie immer brav und aufopfernd. . Das Vorspiel konnte diesmal gar Nicht befriedigen. »Nur Bernhard und Adler spielten mit Ambition. Unangenehm fiel Bettelheim auf, der durch sein egoistisches Spiel und seine Faulheit Einige rodsichere Chancen vergüb und zersetzend im Vorspiele wirkte. Ein so junger, talentierter Spieler., wie Bettelheim, muß ganz anders arbeiten, um den Ehrenposten in der l. Mannschaft der Hakoah zu behaupten; diesmal hat er durch seinen Eigensinn die Häkoah-Mqnnschast um einen wichtigen Meisterschastspunkt. gebracht. Auch die beiden Flügel würeit diesmal schwächer. Hoffentlich war diese Krisis nur vorübergehend, so daß Hakoah in dem am 15. Mai stattfindenden Entscheidungsspiel gegen die Grazer Amateure die in sie gesetzten Erwartungen auch erfüllen wird. , Wocheripro5ranrrn des Spörtkluhs Hakoah. (Erscheint jrdcn Dienstag.) Leichlathletiksektion: Training Dienstag nächmsttags aui beitt; A. F.-Platze. Donnrrsrag nvd Soüntag vormittags qui dem Hakoah-Platze. Mittwoch Vtf. U :r abends Vollversammlung im Cajs Industriellen, I., Kottkordlaplotz 4. . SchweeathletiksekLion: Ringtrainmg fNontag, Äittwocb und Donnerstag ab 6 Uhr abends in der Werdertörtzaste 6 kBollsichule). Fechtsektton - Training im Fechtsaal der Neure-Jebuda. IX., Eerv t-'naaffe ist, und zwar : Montag - von 6 bis 7 Uhr abends für Damen, von 7 bis 8 Ubr abends für Herum (Antanger). voü 8 bis 9 Uhr abends iür Herren iBorgtichuttene', S o n'n tag von 9 bis 12 Uhr vormitlags ßemeMsaMes TrMmg für Damen nnd Herrew Hockehsektion: Trainings'Montag von Ä bis 6 Uhr nachmntaps iür Damen und Schüler. Mittwoch von 2 bis 5 Uhr nachm!t,ags für Damen und Schüler und von 5 bis 8 Uhr abends für die l. und II. Märnlchäft. Schrvitnrnsektiorr: Training füt Herren Dienstag von */i7 brs */<8 Uhr abends im Dranabad und für Damen F, eitag von V<7 bis ".,.8 Uhr abends im' Städtische» Badc, XVI!., Jörtzeistraße 42. . Tennissektion. Training, täglich auf rmierem Sportplatz, XtX.. LeideSdorsgaste 6. Anmeldungen können nur iür ,Was willst du also, Berl? Willst du Arbeit und Verdienst?" . -,,3ch spucke aus Verdienst!" erwiderte Berl beleidigt, „Verdienst, hätte ich vorher haben sollen! Auf Verdienst hat jedermann Anrecht! Der.Vogel in der Luft, der Wurm in der Erde. — sie alle haben ihr Aui:kommen. Verdienst ist etwas Selbstverständliches. Jetzt will ich mehr!" „Sag hoch, Berl, was du willst!" '„Ist es wahr, Rabbi, daß am Jom-Kippur nur die Sünden des Menschen gegen Gott berziehen'werdend „So ist . es!" „Und. die. Sünben des Menschen gegen seinen Nächsten nichts" „Nein!"/ ' Berl der-Schneider richtet sich auf und sagt laut und bestimmt: „Also werde ich, Berl der Schneider, nur dann nachgeben und wieder in-den Dienst des Schöpfers der Welt treten, wenn er mir zuliebe an diesenl J-om- Kippur auch die anderen Sünden verzeiht! Habe ich, nicht recht, Rabbi?" „Du hast recht!" erwiderte der Rabbi. ,Meibö.nur dabei — man wird dir schon nalchgeben müssen Und er wendet sich..wieder zum Betpült, richtet den Kopf in d'.e Höhe, lauscht' hinauf und verkündet nach einer Weile: „Du hast es durch gesetzt, Gerl! Nun schnell nach. Hanse, hole Kittel und Gebetmantel!^ 1^. Mgi 1920 467 Vorwittagsstunben MtgrgrngeNoMMen werdden. NachmMg-s stunden besetzt. > Tourkstensektiott: l. 23. »nd 24. d. M.: D e tscher. Ausstieg .' Kimherg-Glilinltg-Lunr—Lunzer See—Larfenboh Abstieg: Mnr>a;ell. Nur sstr Ausdauernde. Anmelbungen im Sckr.etanak. in beschrankter Antahl gegen Eilag voü K 60.— btS 1 l. Mai. All«-? Nähere wird frelanntgegeben. ll. 28. und 24. ,b. M.: G? i ii u f c t o u v; Nur für Geschulte nnd Aus» dariernde. Näheres Nanlntschek, Telephon.80.861. -- I!l. Donnerstag . deu 16. fr. M. (Feiertag): W i r.n e r w a l d. Treffpunkt Vjfl Uhr früh Liebenberg-Denkmal. Gehzeit zirka 7 bis 8 Stunden.^ Prövicnif.' Wässer m'!nehmen. Tömistische Ausrüstung. Führung Dr. Epler. — ^lv. Sonntag den 16.fr. Dt.: Wienerwal fr. Trefipimst. Vs8 Uhr früh Llebenherg-Denkmal. Gehzeit zirka 7 Stunden (Freie Wanderung). Touristische Ausrüstung. Führung Dr. Epler. — V- Sonntags den 16. fr. M,: Eise r n e 9 T | r..> Trcffp linkt Mil Umficlfifattt5 Ubr bei der Badener Elektnschen (l.. Giselastraße'. Ausstieg von Baden< ErsekneS Tor. Aistt!'g nach Döslau, dortselvst . Schwimmtraining. Lvllkeftische AüsrWmg. Wässer Mitnrhmen. FMmig Spitü. K u l t u r-A b t e i l ü n tz« Akcheftee: Sonntag vräziie 9 Uhr vormittags Kam««- Mttstiprove; vriizu'e Vslv Uhr vormittags wichtige Gesamtorchestevs probck im DLremD'-M des Wiener Konzerthauses. Lhor: DNliwoch der 12. d. M.. präzise V-8 Uhr abends, Gefangsprobe im Ktübheiin, Ensü Ceti), l.» Börstgaffe 10. . .Matt-Stinieit-BtzchiestBi Mittwochs den 12. d. M., vraüse 7 Üljr abends. Probe im' Klnbhein», Cas6 City, Börfegaffe 10.^ . Mastsiübi gegsü, ^asiöäh-Res^rvew. Gas m Sönntag auvaeti agens Äir endete, nicht, wre berichtet. 7 iQ, sondern Sri siir Haköäd. TieTorS der Sieger schoffcn Häusler II, Grünwaib,^ Finko und Gtüschka. .Makkadi vmvandelie eine» Etfmeterstoß. , , .. Vortrag über Sport. Der SchMeiter des ^Wiener Sport-Tagblatl" Ärtnr Steiner hält heute um V-T .Uhr abends nu kleinen Saale der Wiener Urania einen ortrag über l y m.v i f ch e S v o r t §/', der durch zahlreiche Lichtblldsr von den Srdckholmer Olvmvischtn Spielen und Wiener leichtathletischen Heilen- und Damenweltbewerben ergänzt sem wird. Kaum an der Urania-Kaffe Gerichlssaal. Die Ehe eures Hauptmannes. Ein blldbaft schönes Paar, die Frau ist 20 Jahrs alt, der Mann etltsvtkcheud älter, stand vor einem Senat des ZivillandeZgerichtrs, um die Treu n u st g ihrer nach, evängellschem RitüS geschtoffeüen Ehe zu erbitten. Der Gatte Emst Pauler trat im Bärjahre als Hauptmann in die tschscho-slowaklsche Armee ein. Nach^- deirt die Gattin einen Tag und eint Nacht in der gtmeinschäftlicheu Wohnung zugebracht halte, entlief sie ihrem Gatten und kehrte in das. elterliche Haus zurück. Der Gatte machte ihr.übet ihr Den chmen die heftigsten Borwürse und ließ es auch au. niedrigen Btschimpslingen nicht sehlen. Der Borsttzende erklärte, daß die Trennung der Ehe ausgesprochen werde. Die junge Frau vctließ Mil ihren Ellern und rhrer Schwester ganz glückstrahlend den Berhandlungssääl. j Menschenraub vor Wiener Geschworneu. Bor dein Wiener Schwurgericht findet SM 14. Md 15, Juni, eine interesjante Verhandlung statt. An geklagt sind die Offiziere der, ungarischen Armee KolvmaN Kiß Nüd Eugen Bleich. Gegenstand, der Anklage bildet em Delikt, das in den Analen des Wiener Schwurgerichts äußerst selteü ist: 8 «ö des Strasgesehbuches: Ovf senil ich tz Gewalttätigkeit, begangen durch Meüsch^ttraub. Die beiden Offiziere dev Ungarischen Avtttetz sind schuldigt, den Kommunisten Bela Schön, der sich stach HM Zusammenbruch der Käteregievung nach (Wiest geflüchtet hat, geraubt und nach Budapest verschleppt zu. haben. Die Anklageschrift, liest sich i>vie ein spannendes Kinokapitek. Die beiden Offiziere habest. Schön zutn .EssM Ästgeladeü und ihn bei dieser Gelegenheit in ihre Gewalt btzkömmen. Schön wurde dann gebunden in ein Auto gebracht, das den. Weg zur ungarifcheu Grenze nahm. Knapp, vor der ungarischen Greiize wurde eine Jagdgesellschaft auf den im Auto befindlichen Schön aufmerksam. Es gelang , dem gefesselten Schön, sirh aus dem Auto herauszubeugeu und durch Gesten die Aufmerksamkeit der Jagdgesellschaft auf sich zu lenken. Doch die eskortierenden Offiziere erklärten die Situation damit, daßes sich um einest Mörder handle, frei: sie zst eskortieren haben. Als Verteidiger der angeklagten Offiziere fungiert Dr. P r e ist i n g e r. Ist'. der Chronik beS Wiener Schwurgerichtes kam eine Anklage wegen Menschenraub bisher nur einmal vor. Es handelte sich damals tun Wiener Mädchen, die in ein öffentliches Haus nach Argentinien verschleppt worden waren. . i , Der Volkswirt. Eine Krone ---- 2.70 Centimes Geld. Gestern stellte sich in Zürich die österreichische KroNe Geld auf . . . 2.70 ( 2.65 am 8. V!üi) die österr. geftemvelte Krone Geld astf . 2.90 ( 2.85 am 8. Äkai) die tschechische itronc auf. ... . . . 9.30 7 9.69 am 8. Mül) die Mark auf.. 11.10 110.85 am 8. Müi) Agtam ..Z . 3.50 ( 3.60 am 8. Mai) Warschau ............ 2.90 ( 2.90 am 8. Müi) Budapest..2.45 ( 2.45 am 8. Müi) Gefälschte Vanknotenftenlpel. Haftung dev Oefterrcichisch-ungarischen Baust. ■ :<j' Bön Ncchksanwalt Dr. Emil Kollek. Zum ersten Male, feitbcnt in OesterLeich BüÜknvtenwirlschast besteht, hat i.N den letzten Tagen die- Frage n-ach der rechtlichen Stellung der Oesterretchischungarischen Bank nnd der rechtttchen Bedeutung der BansitEn die wette Oessentlichkeit bewegt Die allgemeine ^rage ist die: Haftet die Oesterveichisch-UÜgatfM Bank für die Bankiroten, auf denen bte östervetchtsche -Mfftempetung gefatscht ist, und ist die DefterräichischP ungarische Bank verpflichtet, BanknöteU. die mit einer falschen österreichischen Ansftempelustg 'versehen sind, ln iechle Kan knoten nn t echter psterpMifcher UnsstemPelunA

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