Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 466 (10.5.1920)
- Date
- 1920-05-10
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2979076-2979416-2979544--04117-2989823- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- -iüö iiiilCil, NicücüaiiungsLewilligung olS eine ousnahmswerie - Vergünstigung und wird deshalb ei n ähnliches > Zugeständnis an leine, andere 11 stier- . n e h m und öder Privatperson erteilen. Als Entgelt . leistet die Klubleitung eine Zahlung vyn monatllch j a u send Kronen, außerdem 1000 Kronen zur Unterstützung unserer Armen, weiters erklärt die Klub- < leiiUNg sich bereit, die Äemeindeöörstehung bei Be-; schaffüng von Materialien für Investitionen $u unter» .. ■ stützen. Ferner wird von der Gemeindevorstehung die Lizenz für eine A u toderb tn d un g mit Wien ■ vmiirlt welche von der Klubleilimq ausgenützt wird. . ' Zur Sicherstellung der Geldansprüche bet Gemeinde erlegt der Klub eine Barkaution von 100.000 Kronen." Da der konzessionierte ^Nadehky"-Spielktub unter „sicherheitspolizeilichem Schutz" steht, glauben Mitglieder des ausgehobenen Klubs, daß die nächtliche polizeiliche Aushebung auf die Vereinbarung bei Gemeinde mit' dem Radetzky" zurttckzusührcu ist. Dez? Streik der jirdifchen Relrgionslehrer. Im Hotel Post fand gestern vormittags «ne äußerst zahlreich bemchte Versammlung der Eltern und Gemrindemitglieder . der israelitischen Kriltusgcmemde statt, in welcher namens der . streikenden jüdischen RrligioNslehrer an den Wiener Volksuud Viirgerfchulen, Lehrer S ch w e r t f.i» g e r Über die trostlose «atnielle Lage der Rrligionslehrer und über den durch die ablehnende Haltung des Vorstandes der Kultnsgememde hrrvörgerusenen Streik referierte. . > , Abgeordneter S t r i ck e t Und dieGeiricirideräteDr. Ehrl:i ch und Dr.. P l a s ch k e s geißelten m scharfen Worten unter der. lebhaften Zust-mmuNg der Eltern das antisoziale Verhalten des Kultusvorstandcs, das in. krassem Gegensätze zu den Lehren der jüdi'chen Religion stehe. Die Versammlung nahm einhellig eine Entschließung an, in welcher der Vorstand der Kultusgemeinde aufgefordert wird, unverzüglich die gerechten und mäßigen Forderungen io r i ü b i s ch e n R e.l i g i ö n s l t h r« r zu erfüllen. Dir gesamte jüdische Bevölkerung spricht? den Streikenden ihre Shm° pathie ans und wird sie m ihrem, gerechten Kamvie rückhaltlos unterstützen. In einer zweiten Äesolmisn würde dem Borstande des Kulmsgemeinde, insbesondere dem Präsidenten Dr. Rappepo r t. die schärfste M i ß b ill i g » n g ausgesprochen und die f o f o r t i g « A ü ß s ch r e i b u n g b e fc Ä 1111 n §s 6 emeindewa ö l e n verlangt. ', .In einer.nachmittags abgchaltenen Versammlung sämtlicher Angestelltm der Kulmsgemeinde wurde beschlossen, an den Vorstand ein bis Mittwoch befristetes Ultimatum;ü richten, in welchem die Gleichstellung der Angestellten mit den Beamten der Gemeinde Wien -verlangt wird. Die Kosten sollen durch die Aufnahme eines entsprechende« Darlehens gedeckt werden. Falls diele Forderung bis Mittwoch nicht erfüllt isti .-drohen die Angestellten mit der Arbeitsniederlegung. ES kommen «üchkfahr SOst Beamte und Diener in Frage, deren Streik insbesondere für den Friedhofs- und Tempeldie ust, für die Matrikelführung und die Agenden des S t e« e rt e s von einschneidender Wirkung wäre^ Der Wilnaer Gaon und der Chassidim. In einem „Der Wilnaer Gaon" überschricbencn Artikel, ber: die „Wiener Morgenzeitung" am i. Mai veröffentlicht hat, sind einige Behauptungen enthalten, ■ die den historischen Tatsachen nicht entsprechen. , Der Wilnaer Gaon bekämpfte.die Chassidim nicht deshalb, weil „tt die Schwächen der chassidischen Lehren sah", svnderirwell'er den-von Rabbi Awigdor aus Külitz, der - ein großer Äänkeschmied und Verleumder war, wider die Chassidim'geführten Anklagen ein williges Ohr lieh, ohne auch >bre^ Angeklagten zu Wort kommen zu lassen. Die Anhänger des Gaön ließen sich von ihrem fanatischen Haß gegen die Chassidim zu den wütendsten Verfolgungen, sogar zu Denunziationen/Hinreißen,. welche die Einkerkerung des Rabbi Kalman von Lady (Rabh), der zu den edelsten und berühmtosten Führern der Chassidim gehörte-zur Folge hatte. Erst, auf die im Mai 1860 an den Zaren. Paul gerichtete Bittschrift hin, in welcher der Rabh . tue chassibischM Lehren beleuchtete, sprach ihn der Senat frei. ^.-..D.iese. furchtbaren,Verfolgungen-',wurden aber von seiten her chassidischen Führer' nicht „mit wütendem Haß vergolten". Der Räbh .forderte vielmehr die Chassidim nach alldem auf, ihren Gegnern friedfertig zu begegnen und jeden Haß uud Groll aus ihren Herzen zu entfernen (vergleiche Teiielbanm, ,,Der Rabh von Lady"). tz . .. Hingegen richtete der Gaon ein Sendschreiben an . die Gemeinden, in dem er über die Chassidim den Bann aus-- sprichtmnd ihre vollständige Vertilgung als gottgefällige Tat hinstellt (vergleiche A. Z. Zweifel, „Schal»m al Israel", III). Der Rabh und Rabbi Mendel Witeböler, die sowohl berühmte > Talmudgelehrte als tiefe Denker waren, begaben .M GW HilM zum Gaon in der - Absicht, eine friedliche Äussp.r^che herbeizufühprn... Dieser aber wollte sic nicht empfangen, „weit wän einem Ketzer nicht ^ns Gesicht schauen darf" (Teitelbagm, „Der Rabhvon Lady"). -. v... Ich j glautze,,MßMeMKbeJ^ Tplecaitz, eines „Vorläufers der Haskala" wenig < ähnlich sieht. Es ist richtig, „daß der Gqon auf.die Wichtigkeit'des Studiums der Grammatik .fyn» wies" und manchen wölllrchcht ' Msstznschäfteü nicht ' abhold war, aber auch der chassidische Rabbi PinchaS. Ko r^z.e x empfahl das Studium der hebräischen Grammatik, (Midrasch Pinchas, S. 8), und der Rabh befaßte sich eingehend mit Astronomie, Arithmetik und sphärischer Trigonometrie. ES , wird jedoch niemaudem einfallen, die letzteren als Vorläufer der Haskala zu kennzeichnen, was für sie übrigens keine Chrrrng bedeuten würde. ' Daß der Chassidismus die haßerfüllte Gegnerschaft überdauert hat, beweist, daß er eben existenzberechtigt tvar und für sprechenden Erquiciuugstrauc Yachr. Bon der „ausgetiärrcr Welt'' würde er freilich verhöhnt und verlacht, denn sie ließ sich über ihi: von G rL tz informieren,'der die. betreffenden Daten aus der Autobiographie. Salomon Müimons sowie aus Büchern -mißvergnügter Mastilim schöpfte, die sich in ihrer, bas traditiünells Judentum -untergrabenden Arbeit durch die Chassidim, behindert., sahen. Es Müßten erst objektivere Schriftsteller kömmen (Dchechter, Perez, Hörodezk:- Marcus usw.), um tveitere Kreise mit der erhabenen Moral und der ergreifenden Porste, -des echten chassidischen Lebens üekänntzumachen. > Ich will aber die gegenwärtig vorhandenen Schwächen und Auswüchse des Chassidismus weder leugnen noch beschönigen. Schon der Rabh hatte ihr« Entwicklung mit banger Sorge vorausgtzahnt und er suchte ihr durch Aufklärungen vorzubeugen (Jgereth Hakodesch). Diese Entartungen können aber nicht in der erhabenen Ethik des ursprünglichen Chassidismus ihre Wurzel haben. Sie sind vielmehr eine traurige Begleiterscheinung der allgemeinen Krankheiten, an denen der jüdische Bolksorganisttms ln - der Galuth leidet. Die ehrlichen und lntKigonten Chassidimrabbiner erkennen diese Tatsache nicht. Sie unterstützen daher mit ihrer ganzen Kraft die zionistischen Bestrebungen, welche die Schaffung einer jüdischen Heimstätte in Palästina zum Ziele haben, weil sie glauben und hoffen, daß hps jüdische Bol! auf diesem Wege det 'Genesung entgegengeführt wird. Jakob Friedmann. Der Kikderspielplatz-Zuschauer: Bon Dr. Vdhin M««dr«. Ich machte am Kinderspielplatz der Krnberfreundin Frau Anittr Müller einige photographische Aufnahmen, wobei ich von einem mir ganz nnkeLannten Herrn auffallend verfolgt wurde. Meines Wissens waren die Verordnungen bezüglich beS Photographierrns in Kriegszeiten längst aufgehoben; ich konnte mir daher sein Benehmen schwer - erklären. Der unbekannte Herr schien dies verstanden zu haben, denn er kam an mich heran und sagte lächelnd: „Erlauben Sie, daß ich mich Ihnen borstelle. Ich heiße Fritz Zurwiese, bin von Beruf Kinderspielplatz- Zuschauer." „Sehr angenehm", erwiderte ich, und war fest Überzeugt, daß ich das Vergnügen habeeinen Patienten der Professor Wagnerschen Abteilung vor mir zu sehen. Ein älterer Herr, träumende Augen, eine welche, sehr wohlklingende Stimme, —. Armer Mann, dachte ich, wahrscheinlich ein Opfer einer tückischen Krankheit. „Ihr staunender Blipt verrät, daß Sie mich für verrückt halten," begann er wieder. „Mein Beruf hat Sie wahrscheinlich in Verlegenheit gebracht. Doch glaube ich, iu Ihnen einen. Berufskollegen, wenigstens aber eine verwandte Seele gefunden-M^habrn. Selbstverständlich müssen Sie dem Begriff ^eruf' seine, ursprüngliche Bedeutung zürückgeben. Betrachten Sie, bitte, ^att' die Herren und Damen auf den Bänken — lauter Kinderspielplatz-Zuschauer — nur sind sie es. unbewußt — ich dagegen bin es bewußt. Die kommen täglich hierher in die Schule." „In die Schule?" Unterbrach ich ihn. . „Jä> in die Schule", wiederholte er. „Zweifeln Sie , daran, daß der Kinderspielplatz eine Schule sein kann? Was ist eine, Schule? Eine Statte, wo man etwas erlernen, kann. Und wieviel kann hier erlernt werden! Haben Sie schon etwas über die Psychologie des Kinderspiels gelesen? Leider hat man sehr wenig Verständnis für das Ätnb —" „Verzeihen Sie, mein Herr", warf ich ein, „aber mir scheint, Sie sind ungerecht. Hat man doch dem Kinde ein ßan$eä Jahrhundert geschenkt. Das zwanzigste Jahrhundert könnte man schlechthin das goldene Zeitalter der Kinder nennen. Und die Fürsorge von heute?" »Halten Sie nur ein, mein Herr", . schrie er mich fast an. „Sie sind ja in größter Uebereinstimmung mit der heutigen Auffassung. Sehen Sie wirklich nicht, wie es ra Wahrheit aus sieht? Es ist wie mit. den Phrasen üb^ die Abrüstung. Je mehr Konferenzen, Kongresse,' Konventionen, desto weniger griff man nach dem Abbau der Rüstungen. Auch das Kinderelend wird so abgebaut. Aber nicht dies wäre zu bemerken. Ich meine den Völkerbund." „Den Völkerbund? Was hat das Kind mit dem VölLrbUnd zu tun?" „Das isi'S eben, was die Gesellschaft nicht begreifen will oder kann. Erlauben Sie nur, ich will, es Ihnen erllären. Die Kinder gehen z« uns in die Schule. Das ist ein Fehler. Wir miLssen zu den Kindern in die Schule gehe«. Ich würde einen Kinderspielplatz-Schanzwang einführen, wenn ich die Macht hätte. Unser Einfluß auf die Kinder ist der ärgste, den es gibt. Je jünger baZ Kind, desto besser werden Sie das herausfinden. Alles Reine. Gute, Edle, Unverdorbene, Ungeschminkte bringt das Kind mit, alles Häßliche, Böse, Falsche, Feindliche bekommt cs von uns. Solange bas Kind über eigenen Reichtüm verfirgt.. werden Sie nie etwas Böses in seinem Spiele entdecken. Kaum aber war es ber «ns in der Schule, ist es gänzlich vergiftet. Kleine ungeschickte Kinder spielen nie Krieg, separieren sich nicht, machen keine Unterschiede, Schulbuben dagegen verhalten sich schon wie die Gesellschaft.' Hrxben Sie die Schlachteir' gesehen, die hier zur Zeit' des KrrcgeZ getobt haben?. Haben Sie diese Knirpse mit zer-- kratzten Gesichtern und zerfetzten Kleidern gesehen, wie sie Jtalrener oder Serben gespielt haben? Ohne Unseren Ein-- flliß spielen die Kinder Verstecken, Fangen, Bauen, Backen, Kochen und dergleicheir, mit unseren: Unterricht erscheinen Kriege, Diebstähle, Soldaten, Einbrüche usw. Nun aber zum Völkerbund. Halten Sie cs für möglich, daß wir einen Völkerbund, zu schaffen inrflanüe find?" Io. 'u.uui' L'ülzü , (süue 3 „Ich glaube,- bei gerechter Drs'tzgeüung. - gntenl Wicken —" ■. , ' , „Wer-, aber soll der Gerechte sein, guten Willen haben? Sie, ich, — unser Volk, die Franzosen, Engländer? Haß kann kein Liebeswerk schaffen!. Und wir .alle sind, .krank, die ganze Menschheit ist von dieser. allerbösesten Krankheit, vom Hasse, durchdrungen. Wie beginnt nur der . dentscho Geschichtsschreiber bas Kapitel über 1914->-1919? ,Der von lange her vorbereitete Ueberfall auf unser Vaterland begann im Jahre .1914. Die. treulosen Söhne .Albions, die Krämer des Jnselreiches — sielen über uns, mordeten unsere Frauen! und Kinder, vernichteten unsere Städte und Dörfer — — Oder der Franzose schreibt: ,Die Barbaren, die nach Land' hungerten, die Hunnen des Nordens, die aus denk Lejbe unseres teuren Vaterlandesbereits im Jahre 1870 ein Stück herausgeschnitten hatten, schickten sich an, weitere Landstücke zu rauben — —.* So beginnt die Geschichte des Jahres 1914 mutatis. mytanbis bei allen Völkern. Dass Kind liest das und sollte dann nicht an Rache , drucken, nicht vom Haß erfüllt sein? Nein, mein lieber Herr, so kann es nicht gehen, so werbei: wir keiner:. Völkerbmü» hqben. Früher müsseir die verseuchten Generationen, vcrschwindcu, aussterben; jedoch, bis das geschieht, müssen wir ein Opfer bringen: aufhören, dem Kinde Haß einzuimpfen. Ich weiß, baß es schwer ist, fast unmöglich, darum nenne ich:.M «auch Opfer. Wenn wir bas Kind nicht vor der Ansteckung bewahren, wenn toir weiter ans den: jetzigen StairbpunkL der Kindererziehung verharren, dann bereiten btt:':' bei* Kindern die bitterste Zukunft — vielleicht bitterer. als unsere Gegenwart. Unsere Parole muß heißen.;-. Vergiftet! nicht die Seelen der Kinder mit eurem Hasse.".' „Das mag ja richtig sein. Aber haben Sie . dis Schwierigkeiten in Betracht gezogen, bte 'sich da' ergeben würden?. Und übrigens, was denken Sie tun zu kösinen?" „Schwierigkeiten, ja, Schwierigkeiten hat ja eist Greißler auch, wenn er das Geschäft beginnt. Hiev sind himmelhohe Berge zu erkliminen. Wir sollten erst den Anfang, wagen. Wir müsset: den Kinderspielplatzerst einrichten, die Er'ziehungs-- Methoden schaffen, dann in die unterste 'Schulllasse. hineingehen." ‘ '' '! „Schwierigkeiten" — wiederholte er nachdenkend. „Wir Deütschösterreicher erfreuen uns eines Rufes,, besonders wir Wiener, den kein Staat, keine Stadt besitzt.' Ich meine bas in letzter Zeit so ausgelachte Wienerherz. Wi r. sollet >deu"Anfangmachdn." / „Zunächst sollen wir eilte- 'Aktion entfalten, die -darauf gerichtet sein mag, ein Einheitsbuch für Schulen!dvr ganzen Welt zu verfassen. Dazu wäre eine internationale Schulbücherkommission geeignet. Dann den Geschichtsunterricht reforntiere'n, ihn entlasten vom Ballast der chaßdurchtrpnkien? Schilderungen, Lehrer und Lehrerinnen im Geiste -dieser Ideen erziehen. Nicht Privataktionen dürfen es sefu, keüls Parteitat, es muß ein Werk des Volkes, dev Völker werden. Ueber Einzelheiten würde ich Ihnen übrigens ein anderes- Mal erzählen. Jetzt muß ich schon zu meinem Beruf, rtach Ihrem Begriff, eilen. Ich meine nur noch: Völlerliga, Jngendbund;— sind Phrasen, das einzige, was die- Menschheit vor dem. Untergang noch retten kann,, ist der. Welt- Kinderb und. Es ',muß heißen/Kinder aller. Länder, vereinigt euch und schaffet, was Jahrtausende nicht konnten: -die Religion der Liebe und Güte! V; , :j * Erhöhte Preise für elektrisches Licht. Der (§!? Höhung des Gaspteises wird in Kürze auch die des Pcet'es Ute elektrischen Llchrsirom folgen. Es rst mit Sicherheit, anznnehmen, daß der Preis der Hektowattstmrde, aui 76 Helle: hinauigesetzt werden wird. Da gegenwcrrt.G em Höchstverbrauch von zwei Hektowattsilmden zulässig ist, wird dte Hauhaltsausgabe für elektrisches Licht täglich 1 Krone 52 Heller oder im Monat rund 45 Kronen betragen. * Bedeutende Preiserhöhungen im Aöutge«^ verfahren. Aus ärztlichen Kreisen wird ,m*8 witgctetlt: Das Rontgeriver^ahren rst von der allgemeinen Teuerung der letzten Jahre ganz besonders bett offen worden. Anläßlkch des bevör^ stehenden Rontgenlongreffes w rd - nun über erne namhaste Erhöhung der Tarife beraten werden. Auch schweben bereits üllent- - Halden Tatiloerhandlungen der Rontgenveremigungen mrt de» Krankenkassen. * Hoover für die notleidende» Juden. In New^> Dort bat die Sammlung d e s M i l l.i o n e n s o n b §;.f fi t btt j ü d i s ch e n .N o t l eid r n d e n in E u ro p a begonnen. Am 1l. April fand ein Bankett im Astor-Hotet m Anwesenhett von 2600 Pet wnen statt, dem Otto Rosalsky, der Lener der Sammlung in Ncw-Uo:k, vrasicuerte. Nach emer Rede von Elkus ergriff Hoover das Wort und schlldcrte seine Tätigkeit für die Hiltsai beit in Europa. Er wres auf d:e L e: d t n der Juden h i n, d:e nicht nur als Menschen, sondern auch a l s I ud e n leiden, und forderte zu zahlreichen Spenden auf. Ruch einem warmen Appell von Louis Mars b a! t' wurden an Ort und Stelle unter großer Begersterung Vli'MD:*. onen Dollar gesammelt. * Verbot antisemitischer Schriften im besetzte» deutschen Gebiet. Dte intcralluerte Kommission bat eine Reihe antisemitischer Schrillen für das besetzte Gebiet verboten,' unter anderen die Beröllentl'chungcu des Deutschvvlkischen Bundes, worunter sich auch btc Hetzschriften „Bon der Herrschaft der Hohm ollern ins zur Herrschaft des Judentums" uvd „Dir' Macher in. Esten" b'stnd>'n. - ' * Die NibUothek Adolphe ReiaachS. Wie uns aus P a t i 9 kerfchtdt.wird, hat die Witwe des im Kriege als VerlstndungS-«, offizitt in einenk frartzöfischen Kavallerieregiment gefallene» ’ Adolphe Reina ch feine wegen seiner Neichhaltigkrit und- Originalität.überaus wertvolle archäologische Bibliothek der Stadt Nimes zum Geschenk gemacht. Adolphe Reinach, esn 'Neffe des berühmten.Musealdirektors von Saint-Gcrmüin,. wap ein ausgezeichneter Kenner der archäologischen Litevatür und war.bis zum Kriegsausbruch Redakteur der „Repue»^ Epigraphigue". Es war sein letzter Wille, daß seine Bibliothe!,.' nicht veräußert, sondern der Stadt Nimes überantworte» werde« Wiener Börse. Die heutige Börse erössnete in lustloser Haltung mit: schwächeren Kursen. Die Spekulation befleißigte siH der'' weitestgehenden Zurückhaltung, demzufolge war dsts' GeschLlt in enge Grenzen gezogen. '